DE2340162A1 - Bicyclische verbindung - Google Patents
Bicyclische verbindungInfo
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Description
RAN 4104/119
F. HoiFmann-La Roche & Co. Aktiengesellschaft, Basel/Schweiz
Die Erfindung betrifft eine bicyclische Verbindung, nämlich die 20ß-Hydroxy-9-oxo—1,2,3,4,10,19-hexanor— 5,9-seco-pregnan-5-säure
der Formel
HOOC CH2
CH2
CH2
sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung.
Grn/28.5.73
409813/1137
Die neue Verbindung wird erfindungsgemäss dadurch erhalten, dass man 3ßj20ß-Dihydroxypregn-5-en oder 20ß-Hydroxypregn-4-en-3-on
mit an aliphatische Kohlenwasserstoffe adaptiertem Mycobacterium phlei ATCC 19249 oder
Mutanten davon fermentiert.
Die Adaptation von M. phlei ATCC 19249 an aliphatische
'Kohlenwasserstoffe kann in an sich bekannter Weise dadurch erfolgen, dass man den Mikroorganismus aus Kultursubstraten,
die Glucose enthalten, auf solche Substrate Uberimpft, in denen die Glucose in zunehmenden Masse durch aliphatische
Kohlenwasserstoffe, insbesondere C,h-C, o-Alkane, ersetzt wird.
Als Mutanten können Spontanmutanten oder auf physikalischem oder chemischen Weg erzeugte Mutanten eingesetzt
werden. Mutanten können durch Bestrahlung, z.B. mit UV-Licht oder Gammastrahlen, oder durch Behandlung mit
mutierenden Agentien, z.B. N-Methyl-nitro-nitrosoguanidin oder Bromuracil erzeugt werden. Vorzugsweise werden für das
erfindungsgernässe Verfahren Spontanmutanten eingesetzt.
Die Selektierung der Mutanten kann dadurch vorgenommen, werden, dass man Einzelkolonien auf Agarplatten überträgt, welche
das abzubauende Steroid als Kohlenstoffquelle enthalten. Aus solchen Agarsubstraten erhaltene Einzelkolonien werden
sohliesslich auf Agarplatten übertragen, die als Kohlenstoffquelle
das Verfahrensprodukt, d.h., die oben erwähnte Secosäure enthalten. Diejenigen Kulturen, die auf solchen
Nährböden kein Wachstum zeigen, werden für die erfindungsgemässe Fermentation verwendet.
Die Durchführung des erfindungsgemassen Verfahrens
kann analog den flir die aerobe Fermentierung von Steroiden mit Mikroorganismen bekannten Arbeitsmethoden erfolgen.
Als Kultursubstrat kommen insbesondere flüssige Medien in
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Betracht, die eine assimilierbare Stickstoffquelle und eine assimilierbare Kohlenstoffquelle neben anorganischen Salzen
enthalten. Als assimilierbare Stickstoffquellen kommen
tierische, pflanzliche, mikrobielle und anorganische Stickstoffverbindungen
in Betracht, wie Fleischextrakte, Peptone, Cornsteep, Hefeextrakt, Glycin und Natriumnitrat. Als Kohlenstoffquelle
sind Zucker, wie Glucose und insbesondere das zu fermentierende Steroid selbst verwendbar. Das Nährmedium kann
ferner Spurenelemente, wie Eisen, Schwefel und Phosphor sowie Wachstumsfaktoren, z.B. Vitamine wie Biotin oder
Pyridoxin, oder Auxine, wie Indolylessigsäure enthalten. Zum Schütze vor Infektionen kann das Medium sterilisiert und/oder
mit das Wachstum von Fremdorganismen hemmenden Stoffen, wie
Benzoaten, Antibiotika usw. versehen werden. Die Ferinentierung
wird vorzugsweise im neutralen oder schwach sauren pH-Bereich z.B. bei pH 6-7 durchgeführt. Die Fermentierungstemperatur
kann zwischen 18 und 40° betragen, vorzugsweise wird bei etv?a
28° gearbeitet.
Das als Ausgangsstoff verwendete Steroid wird der Fermentationskultur vorzugsweise in Lösung, z.B. in Dimethylsulfoxid,
Dimethylformamid, Aethanol oder Aceton, zugesetzt. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, das Steroid der Gärlösung
nach und nach zuzusetzen und vor jedem neuen Zusatz den vollständigen Abbau des zuvor zugesetzten Steroids abzuwarten.
beendeter Fermentation kann das Verfahrensprodukt aus der Kulturlösung in an sich bekannter Weise, z.B. durch
Extraktion, Gegenstromextraktion und Chromatographie, isoliert
Die 20ß-Hydroxy-9-oxo-l,2,3,4,10,19-hexanor-5,9-seeopregnan-5-säure
wurde bisher nicht besehrieben. Sie stellt ein
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wertvolles Zwischenprodukt in der Synthese von Steroiden dar,
in die sie in Analogie zu bekannten Methoden (vgl. Belgische Patentschrift 741826) übergeführt werden kann.
Mycobacterium phlei ATCC 19249, adaptiert an Cli+-C,gn-Alkane,
wurde von Schrägagarkultüren auf einen Nährboden folgender Zusammensetzung übergeimpft:
Difco-Nährbruhe 23 g
C,4-C-,ο-n-Alkane 10 ml
Spurenelementlosung I ml
Destill. Wasser ' . 1000 ml
Spurenelementlösung: 11 g ZnSO1, .7 H3O; 6 g MhSOj1.4 H3O;
1 g PeSO4.7 H2Oj'0,5 g CoSOj+. 7 H2O; 0,04 g CuSO4.5 HgOj 0,06 g
0,01 g KJj 5 g Aethylendiamintetraessigsäure in 1000 ml
H7BO7J
destill. Wasser.
Die Kulturen wurden in 5OO ml'-Erlenmeyerkolben mit je
100 ml Nährlösung 48 Stunden bei 28° auf einer rotierenden
Schuttelmaschine (16O UpM) angezüchtet. Mit den so erhaltenen
Kulturen wurden 7-Liter-Kleinfermenter mit einem Nährmedium folgender Zusammensetzung beimpft:
3ß,20ß-Dihydroxypregn-5-en
NH..NO, 4 3
KH2PO4 K2HPO4
Na2HPO4.2 H2O
MgSO4.7 H2O
KCl
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| 5 | 2 | g |
| 2 | 2 | g |
| 1 | ε | |
| 1 | g | |
| 1 | g | |
| 0, | g | |
| 0, | g | |
FeSO4 . 7 H2O 0,001 g
Leitungswasser, pH 7,0 1000 ml
Die Kulturen wurden 15 Tage bei 28° unter Belüftung und Rühren inkubiert. Von den so erhaltenen Kulturen wurden
Ausplattungen auf Agarplatten vorgenommen, die als Kohlen-stoffquelle
nur 3ßj20ß-Dihydroxypregn~5-en enthielten. Die
Ausplattungen wurden mehrmals wiederholt, wobei der Steroid-« gehalt in den Agarplatten erhöht wurde. Schliesslich wurden
weitere Plattenkulturen angelegt, deren Agar als Kohlenstoff quelle nur 20ß-Hydroxy-9-oxo-l,2,3,4,10,19-hexanor-5,9~seco-pregnan-5-säure
enthielt. Diejenigen Kulturen, die auf diesen Platten kein Wachstum zeigten, wurden für die
erfindungsgemässe Fermentation benutzt. Zur Aufbewahrung der Kulturen wurde von der Biomasse eine Suspension in steriler
1Obiger Magermilchlösung hergestellt, die in 2-ml-Ampullen
abgefüllt und unter flüssigem Stickstoff aufbewahrt wurde.
| ml | Beispiel 2 | (separat sterilisiert) | |
| 100 | % | einer Nährlösung mit | |
| 1 | % | Glucose | |
| 0,2 | % | NH4NO | |
| 0,1 | % | KH2PO4 | r7 TT f\ . • ι «pt» |
| 0,2 | % | K2HPO4 | . H2O |
| 0,1 | % | Na2HPO4 | |
| 0,02 | % | MgSO4 7 | |
| 0,02 | KCl | ||
0,0001$ FeSO4 . 7 H3O
in Leitungswasser, pH 7,0 (eingestellt mit NaOH) wurde mit dem Inhalt von 2 gemäss Beispiel 1 hergestellten Ampullen
beimpft. Die Kultur wurde 48 Stunden bei 28° unter Schütteln
inkubiert. Mit dieser Vorkultur wurden 8 Liter Nährmedium
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im Kleinfermenter beimpft, der 2 Tage bei 28° unter Rühren
und Belüftung (640 UpM, 2 Liter Luft/min) inkubiert wurde, wobei der pH-Wert durch Zusatz von 28^iger Natronlauge auf
pH 7,0 eingestellt wurde. Dieser Fermenterinhalt diente als
Impfgut für einen 180-Liter Fermenter mit. der gleichen Nährlösung,
der bei 32°, 1100 UpM und einer Belüftungsrate
von 100-1J50 Liter/min inkubiert wurde. Nach 27 Stunden war
der Glucosegehalt des Nährmediums auf 0,2^ gesunken. Zu
diesem Zeitpunkt wurden 180 g j5ß,20ß-Dihydroxypregn-5-en, gelöst in 36OÖ ml Dimethylsulfoxid, zugesetzt. Die Umsetzung
des Steroids wurde durch DUnnschichtchromatographie von Proben verfolgt. Das PH wurde durch Zusatz von Natronlauge
zwischen 6,5 und 7,0 gehalten.
Nach 63 Stunden war das als Ausgangsmaterial eingesetzte
Steroid vollständig umgesetzt, worauf der Fermentationslösung nochmals ISO g 3ß>20ß-Dihydroxypregn-5-en in Dirnethylsulfoxid
zugesetzt ,Wurden. Nach vollständigem Abbau des
Steroids (90 Stundep) erfolgte ein dritter Zusatz von I80 g
Steroid. Nach 155 Stunden war alles Steroid umgesetzt.
Die Gärbrühe wurde zentrifugiert, mit 20 Litern Wasser nachgespült und mit konzentrierter Salzsäure auf pH 2,0 eingestellt,
Die Lösung wurde zweimal mit dem gleichen Volumen und einmal mit dem halben Volumen Methylenchlorid extrahiert.
Die Extrakte wurden im Umlaufverdampfer eingeengt und mittels Gegenstromextraktion aufgearbeitet. Die Ausbeute an 20ß-Hydroxy-9-oxo-l,2,;5,4,10,19-hexanor-5,9-seco-pregnan-5-säure
betrug 82#. Daneben wurden 10$ 9i20-Dioxo-l,2,3,4,10,19-hexanor-5-seco-pregnan-5-säure
isoliert.
9813/1137
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von 20ß~Hydroxy-9-oxo-
j5j^jlOil9-hexanor-5*9-seco-pregnan-5~säure der Formel
CH
HOOC
CH
Wi
dadurch gekennzeichnet, dass man 3ß,20ß-Dihydroxy~pregn-5-en
oder 20ß-IJydroxy-pregn--4--en-j5-on mit an aliphaticche Kohlenwasserstoffe
adaptiertem Mycobacterium phlei ATCC 192^9 oder
Mutanten davon fermentiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass man Spontanmutanten verwendet, welche die 2Oß-Hydroxy-9-oxo-l,2,5,h,10,19-hexanor-5*9-seco-pregnan-5-säure
nicht als Kohlenstoffquelle verwerten.
13/1137
J5.
pregnan-5-säure der Formel
HOOC
Λ09 813/1137
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