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Die
Erfindung betrifft ein Fahrzeug mit einem ableg- und/oder abnehmbaren
Dach nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Aus
der
DE 102 51 300
A1 und der
DE
20 2005 020 736 U1 ist ein Cabriolet bekannt, welches ein
verlagerbares Dach aufweist. Dachrahmenteile eines Dachabschnittes
sind nach dem Öffnen des verlagerbaren Daches in A-Säulenabschnitte
einer Windschutzscheibenstruktur einfahrbar, damit eine vollständige Öffnung
des Daches gewährleistet ist.
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Aus
der
DE 100 39 085
A1 ist ein Cabriolet mit einem Windschutzscheibenrahmen
bekannt, wobei der Windschutzscheibenrahmen bzgl. der Karosserie
um eine Achse quer zur Fahrzeugrichtung gelenkig gelagert ist. Weiterhin
ist eine Aktivierungseinrichtung vorgesehen, die im Falle eines
Unfalles (Überschlag oder Aufprall) derart mit der Windschutzscheibe
zusammenwirkt, dass diese von einer flacher geneigten Normalbetriebsposition
in eine steiler geneigte Überschlags- bzw. Aufprallsposition
bewegbar ist.
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Aus
der
DE 34 27 537 C2 ist
eine Vorrichtung zur Erhöhung der Knicksteifigkeit von
Windschutzscheibensäulen eines Cabriolets bekannt, wobei
eine Stützstrebe in einer abgesenkten Position in der Türstruktur
des Cabriolets abgelegt ist und in einer aktivierten Position als
schräge Strebe den Windschutzscheibenrahmen des Fahrzeugs
abstützt.
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Aus
der
DE 195 11 400
C2 ist eine Überschlagschutzvorrichtung eines
offenen Cabrio-Fahrzeuges bekannt, wobei ein Verstärkungspfosten
aus einer optisch verdeckten Lage in einem A-Säulenabschnitt
der Windschutzscheibe in eine Stützstellung verschwenkbar
ist, so dass ein Stützdreieck zum Abstützen der
Windschutzscheibentragstruktur gebildet ist. Die Stützstrebe
stützt sich im Bereich einer Türstruktur des Cabriolets
ab.
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Aus
der
DE 195 14 551
A1 ist ein Personenkraftwagen, insbesondere ein Cabriolet
mit einem Überrollschutz bekannt, wobei ein Überrollbügel
in vertikaler Richtung aus einer versenkten Position im Bereich
des Wasserkastens nach oben in eine ausgefahrene Stützposition
verlagerbar ist. Hierzu sind Betätigungseinrichtungen vorhanden,
welche den Überrollbügel, welcher als selbstständig
tragendes Teil im Unfallfall beabstandet vom Windschutzscheibenrahmen
angeordnet ist, betätigen.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, alternative Ausführungsformen eines
Fahrzeugs mit einer freikragenden Windschutzscheibenanordnung anzugeben,
bei denen die freikragende Windschutzscheibenanordnung im Unfall-
oder Überschlagsfall höher belastbar ausgebildet
ist. Weiterhin ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein gattungsgemäßes
Fahrzeug anzugeben, welches in einem Unfall- und/oder Überschlagsfall
ein erhöhtes Verformungsvermögen besitzt und somit
einen vergrößerten Überlebensraum für
Fahrzeuginsassen gewährleistet.
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Eine
weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes
Fahrzeug anzugeben, bei dem der optische Eindruck im Normalbetrieb
nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt ist.
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Diese
Aufgabe wird mit einem Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen und Varianten
sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Erfindungsgemäß ist
vorgesehen, ein gattungsgemäßes Fahrzeug mit einer
bzgl. der Fahrzeugkarosserie feststehenden Windschutzscheibenanordnung
entweder mit einer im Unfallfall aktivierbaren Versteifungs- und/oder
Verstärkungseinrichtung für eine Tragstruktur
der Windschutzscheibenanordnung oder mit einer im Unfallfall aktivierbaren,
eine Umfangskontur der Windschutzscheibenanordnung vergrößernde
Verformungsstruktur und/oder mit zumindest einer im Unfallfall aktivierbaren,
eine Hüllkontur eines Fahrzeugs vergrößernde
Stützstruktur auszurüsten.
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Das
Vorsehen einer Versteifungsstruktur verhindert im Unfallfall eine über
ein gewisses Maß hinausgehende, ungewollte Verformung der
Windschutzscheibenanordnung und trägt somit zum Erhalt
des Überlebensraumes der Fahrzeuginsassen bei.
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Eine
Verformungsstruktur, welche die Umfangskontur der Windschutzscheibenanordnung
vergrößert, bildet einen zusätzlichen
Verformungsweg, entlang dem im Unfallfall bereits Energie, z. B.
Aufprall- oder Überschlagsenergie, aufgenommen wird und
somit ein zusätzlicher Schutz der Fahrzeuginsassen verwirklicht
ist.
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Das
Vorsehen einer Stützstruktur, welche die Hüllkontur
eines offenen Fahrzeuges vergrößert, bildet ebenfalls
zum einen einen erhöhten Verformungsweg im Unfallfall und
zum anderen können unterschiedliche Krafteinleitungsorte
in der Karosserie verwirklicht werden, um Überschlags-
und Aufprallkräfte aufzufangen.
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Eine
erste Variante sieht vor, dass die aktivierbare Versteifungs- und/oder
Verstärkungseinrichtungseinrichtung eine teleksopartig
ausfahrbare A-Säulenverstärkung ist. Diese A-Säulenverstärkung hat
den Vorteil, dass lediglich im Unfallfall eine erhöhte
A-Säulensteifigkeit bzw. Festigkeit vorhanden ist. Im Normalbetrieb
des Fahrzeuges ist eine Einengung des Sichtfeldes für die
Fahrzeuginsassen aufgrund von voluminösen A-Säulenstrukturen
am Rande der Windschutzscheibe vermindert.
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Als
besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, dass die A-Säulenverstärkung
im nicht aktivierten Zustand im Radkasten des Fahrzeuges im Bereich eines
Fußes eines Windschutzscheiben-A-Säulenabschnittes
angeordnet ist. Insbesondere ist es vorteilhaft, im Durchdringungsbereich
der A-Säulen-Verstärkung durch die Karosserieaußenhaut
eine Klappenstruktur vorzusehen, welche im Falle der Aktivierung
der A-Säulenverstärkungseinrichtung aufklappen
kann und den Verfahrweg für die A-Säulenverstärkung
freigibt.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform dieser Variante ist
am freien Ende der A-Säulenverstärkungen ein Querträger
angeordnet, welcher die freien Enden der A-Säulenverstärkung verbindet
und im Unfallfall im Bereich eines Windlaufes, d. h. im Bereich
des oberen Windschutzscheibenrahmenabschnittes, zu liegen kommt
und diesen verstärkt.
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Eine
weitere Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
besitzt als aktivierbare Versteifungs- und/oder Verstärkungseinrichtung
zumindest eine Diagonalstrebe, welche im Normalbetrieb des Fahrzeuges
im Bereich des Wasserkastens unterhalb der Windschutzscheibe, insbesondere
optisch verdeckt angeordnet ist und im Unfallfall entlang von Führungen,
die Windschutzscheibenanordnung diagonal aussteifend verlagerbar
ist.
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Eine
derartige Diagonalstrebe hat den Vorteil, dass sie je nach Aufprallrichtung,
d. h. je nach dem ob, zu erst ein Aufprall des Fahrzeuges im Bereich
des in Fahrtrichtung gesehenen oberen rechten Eckes oder des oberen
linken Eckes der Windschutzscheibenanordnung zu erwarten ist, in
geeigneter Weise aktivierbar ist, so dass entweder das obere rechte
Eck zum unteren linken Eck oder das obere linke Eck zum unteren
rechten Eck diagonal ausgesteift wird. In einer etwas aufwändigeren
Ausführungsform dieses Gedankens sind zwei Diagonalstreben
vorhanden, welche im Unfallfall gleichzeitig oder nacheinander aktivierbar
sind, so dass eine diagonalkreuzartige Aussteifung der Windschutzscheibenanordnung
erreicht ist.
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Eine
weitere Variante der aktivierbaren Versteifungs- und/oder Verstärkungseinrichtung
ist durch ein Paar von im Unfallfall die Windschutzscheibentragstruktur
kreuzartig aussteifenden Seilen gebildet.
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Eine
mögliche weitere Variante der Verstärkungs- und/oder
Versteifungseinrichtung ist zumindest eine Teleskopstrebe, welche
im Unfallfall aus eine Ruhelage in eine die Windschutzscheibenanordnung
zumindest teilweise diagonal verstrebende Stützposition
verlagerbar ist. Bevorzugt ist eine derartige Teleskopstrebe einendig
im Bereich der Fahrzeugmitte gelenkig karosseriefest gelagert und
anderendig in Führungen entlang der A-Säule verlagerbar.
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Gemäß einer
weiteren Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
ist die aktivierbare Versteifungs- und/oder Verstärkungseinrichtung
eine klappbare Stützstrebe, welche sich einendig in der Türstruktur
des Fahrzeuges abstützt und sich anderendig mit einem A-Säulenabschnitt
der Windschutzscheibenanordnung ein Stützdreieck bildend
an der Windschutzscheibenanordnung abstützt.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform dieser Verstärkungs-
und Versteifungseinrichtung ist anstelle oder zusätzlich
zur klappbaren Stützstrebe ein klappbares Stützsegment
vorgesehen, welches im Bereich des A-Säulenfußes
in der Türstruktur eines Fahrzeuges gelenkig gelagert ist
und im Unfallfall zwischen dem A-Säulenabschnitt der Windschutzscheibenanordnung
und der Türstruktur des Fahrzeuges ein Stützdreieck
ausbildet.
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Gemäß einer
weiteren Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
ist eine Verformungsstruktur als teleskopartig ausfahrbarer Querträger ausgebildet,
welche A-Säulenabschnitte oder A-Säulenverstärkungen
in Fahrzeugquerrichtung im Bereich ihrer freien Enden, insbesondere
im Bereich ihrer freikragenden freien Enden zur Fahrzeugaußenseite
hin verlagert. Hierdurch wird die Umfangskontur der Windschutzscheibenanordnung
in Fahrzeugquerrichtung vergrößert und somit ein
erhöhter Verformungsweg zur Verfügung gestellt.
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Eine
weitere Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
besitzt als Verformungsstruktur einen Querträger, der aus
der Windschutzscheibenanordnung, insbesondere aus A-Säulenabschnitten
der Windschutzscheibenanordnung nach oben und hinten antreibbar
verlagerbar ist. Hierdurch entsteht ebenfalls eine Vergrößerung
der Windschutzscheibenanordnungsumfangskontur, so dass ein erhöhter Verformungsweg
bereitgestellt wird.
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Gemäß einer
weiteren Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
ist als Stützstruktur ein Aufstellmechanismus und/oder
ein Stützmechanismus vorgesehen, der im Unfallfall eine
Motorhaube des Fahrzeuges aus der geschlossenen Position zumindest
ein Stück anhebt. Hierdurch wird die Hüllkontur
des Fahrzeuges da hingehend verändert, dass im Falle eines
Unfalles oder Überschlages die Motorhaube zur Energieaufnahme
der Aufprallenergie bzw. Überschlagsenergie mit herangezogen
wird. Insbesondere im Falle einer Beteiligung von Fußgängern
am Unfall kann durch ein Aufstellen der Motorhaube eine bessere,
flachere Gleitfläche verwirklicht werden, entlang der Fußgänger
gleiten können und somit ihr Verletzungsrisiko vermindert
ist, da ein Aufprall auf die Windschutzscheibenanordnung abgemildert
ist.
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Gemäß einer
besonderen Ausführungsform wird die Motorhaube im Bereich
ihrer in Fahrtrichtung hinteren Kante angehoben.
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Gemäß einer
weiteren Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
ist die Stützstruktur durch Sitze oder Sitzmodule des Fahrzeuges
gebildet, die in einer Vertikalrichtung ausfahrbare Stützbügel
besitzen. Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist als Stützstruktur vorgesehen, die Kopfstützen
ausfahrbar auszubilden. Hierdurch wird insbesondere erreicht, dass
unmittelbar in der Nähe der Köpfe der Fahrzeuginsassen
die Hüllkontur des Fahrzeuges und somit der Überlebensraum
der Fahrzeuginsassen vergrößert wird.
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Für
alle vorgenannten Verstärkungs- und/oder Versteifungseinrichtungen
sowie die Verformungsstrukturen und die Stützstrukturen
sind zweckmäßiger Weise Antriebseinrichtungen
vorgesehen, die im Unfallfall schnell aktivierbar sind und die entsprechenden
Einrichtungen schnell aus ihrer Ruhelage in die aktivierte Lage
bewegen können. Hierfür haben sich insbesondere
Federspeicherantriebseinrichtungen bewährt, die mittels
vorgespannter Federn im Bedarfsfall eine ausreichende Betätigungskraft
zur Verfügung stellen. Weiterhin kann die Antriebseinrichtung
zweckmäßiger Weise pyrotechnische Antriebe oder
Auslöser und/oder mittels Gasdruck betriebene Antriebseinrichtungen
aufweisen.
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Bei
der Erfindung ist insbesondere von Vorteil, dass es mit den aufgezeigten
Verstärkungs- und/oder Versteifungseinrichtungen sowie
den Stütz- und Verformungsstrukturen sowohl einzeln als
auch in Kombination gelingt, zukünftig erhöhte
Anforderungen des Windschutzscheibeneindrücktestes, dessen
zur erreichender Wert zukünftig bei dem 2,5-fachen Fahrzeuggewicht
erwartet wird, zu erfüllen und trotzdem relativ schmale
A-Holme im Normalbetrieb des Fahrzeuges realisiert werden können,
so dass keine oder eine nur geringe Beeinträchtigung der Sicht
der Insassen nach vorne möglich ist.
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Im
Folgenden wird anhand der Zeichnung vorliegende Erfindung beispielhaft
näher erläutert. Es zeigen:
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1:
eine erste Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
mit einer A-Säulenverstärkungseinrichtung in deaktivierter
Lage;
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2:
das Fahrzeug gemäß 1 mit aktivierter
Verstärkungseinrichtung;
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3:
das Fahrzeug gemäß 1 und 2 in
einer isometrischen Ansicht;
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4:
eine bevorzugte Ausführungsform der Verstärkungseinrichtung
gemäß den 1 bis 3;
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5:
eine zweite Variante eines erfindungsgemäßen Fahrzeuges
mit einer Diagonalstrebe als Verstärkungs- und/oder Versteifungseinrichtung;
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6:
eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
mit einer Verstärkungs- und/oder Versteifungseinrichtung
aufweisend Seilelemente;
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7:
eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
mit einer Verstärkungs- und/oder Versteifungseinrichtung
aufweisend teleskopartige Diagonalstreben;
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8:
eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Fahrzeuges gemäß 5;
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9:
eine Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
mit einer Verformungsstruktur aufweisend einen teleskopartig ausfahrbaren
Querbalken im Bereich eines Windlaufes einer Windschutzscheibenanordnung
des Fahrzeuges;
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10:
eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
mit einer Verformungsstruktur, welche aus einer bestehenden Windschutzscheibenanordnung
ausfahrbar ist;
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11:
eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
aufweisend eine Stützstruktur, wobei die Stützstruktur
durch eine aufstell- bzw. ausfahrbare Motorhaube (Fronthaube des
Fahrzeuges) ausgebildet ist;
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12:
eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges,
wobei die Stützstruktur als Stützbügel
ausgebildet ist, welche aus einer Sitzstruktur von Insassensitzen
abgestützt sind;
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13:
eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges,
wobei die Verstärkungs- und/oder Versteifungs einrichtung
als Stützstrebe ausgebildet ist, die ein freikragendes
Ende der Windschutzscheibenanordnung im Unfallfall relativ zu einer
Türstruktur des Fahrzeugs abstützt;
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14:
eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges,
wobei eine Verstärkungs- und/oder Versteifungseinrichtung
ein Stützsegment ist, welche einen A-Säulenabschnitt
einer Windschutzscheibenanordnung relativ zur Türstruktur
abstützt.
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Ein
erfindungsgemäßes Fahrzeug 1 besitzt eine
freikragende Windschutzscheibenanordnung 2 mit einer Windschutzscheibe 3 und
einem Windschutzscheibenrahmen mit seitlichen A-Säulenabschnitten 4 sowie
einen oberen Querträger, dem sogenannten Windlauf 5,
wobei die A-Säulenabschnitte 4 und der Windlauf 5 einen
Windschutzscheibenrahmen bilden. Die A-Säulenabschnitte 4 besitzen
ein freikragendes Ende 6 sowie einen A-Säulenabschnittsfuß 7.
Typischerweise ist die Windschutzscheibe 3, insbesondere
die gesamte Windschutzscheibenanordnung 2 in einer Seitenansicht
gemäß 1 zu einer Vertikalen geneigt.
In einer Fahrtrichtung 8 vor der Windschutzscheibenanordnung 2 ist eine
Fronthaube 9 des Fahrzeugs 1 angeordnet. Seitlich
benachbart zur Fronthaube 9 sind Kotflügel 10 vorhanden,
die einen Radkasten 11 für ein Vorderrad (nicht
gezeigt) des Fahrzeuges 1 begrenzen. In Fahrtrichtung hinterhalb
der Kotflügel 10 ist eine Türstruktur 12 vorhanden,
welche in bekannter Art und Weise Zugang zur Fahrgastzelle 13 des
Fahrzeugs 1 gewährt.
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Gemäß einer
ersten Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeugs 1 (1, 2, 3)
ist als Versteifungs- und/oder Verstärkungseinrichtung
eine teleskopartig ausfahrbare A-Säulenverstärkung 20 vorhanden,
welche in ihrem unaktivierten Zustand gemäß 1 zusammengeschoben
im Radkasten 11 des Fahrzeugs 1 angeordnet ist.
Die A-Säulenverstärkung 20 weist teleskopartig
ineinander geschachtelte Verstärkungsschalen 21 auf.
Die A-Säulenverstärkung 20 ist in einer
Richtung 22 im Unfallfall bevorzugt schlagartig ausfahrbar,
wobei die Versteifungsschalen 21 die A-Säulenabschnitte 4 verstärkend
panzern und/oder hinsichtlich einer Biegebeanspruchung versteifen.
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Damit
im Unfallfall eine Kraftübertragung zwischen den Versteifungsschalen 21 der
A-Säulenverstärkung und dem A-Säulenabschnitt 4 realisiert ist,
fädelt die A-Säulenverstärkung 20 bevorzugt
in eine Kraftübertragungsnut 23 der A-Säulenabschnitte 4 ein,
so dass eine wirksame Versteifung erfolgt. Die A-Säulenverstärkung 20 ist
bevorzugt beidseitig links und rechts in den entsprechenden vorderen Radkästen 11 des
Fahrzeugs 1 angeordnet. Damit die A-Säulenverstärkung 20 im
Bedarfsfall die Außenkontur der Karosserie frei durchdringen
kann, sind an geeigneter Stelle, z. B. im Übergangsbereich zwischen
Kotflügel 10 und Fronthaube 9 des Fahrzeugs 1 Klappenstrukturen 24 vorgesehen,
welche beim Auslösen der A-Säulenverstärkungen 20 weggeklappt
werden.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform (4) des erfindungsgemäßen
Fahrzeugs 1 sind die A-Säulenverstärkungen 20 an
ihrem im ausgefahrenen Zustand freien Ende 25 mittels eines
Querträgers 26 verbunden, welcher im eingefahrenen
Zustand im Übergangsbereich unterhalb der Windschutzscheibe 3 und
der Fronthaube 9 angeordnet ist. In diesem Bereich sitzt üblicherweise
der sogenannte Wasserkasten eines Fahrzeuges. Weiterhin sind dort üblicherweise
Scheibenwischer bzw. Scheibenwischergestänge montiert.
Im ausgefahrenen Zustand der A-Säulenverstärkung 20 liegt
somit der Querträger 26 etwa parallel zum Windlauf 5 und
verstärkt diesen.
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Gemäß einer
zweiten Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
ist die aktivierbare Versteifungs- und/oder Verstärkungseinrichtung
zumindest eine Diagonalstrebe 30, welche endseitig in horizontalen
Führungen 31 gelagert ist. Die A-Säulenabschnitte 4 weisen
in Betätigungsrichtung 22 verlaufende Führungsnuten 32 auf.
Die Diagonalstrebe 30 ist in ihrer Ruhestellung im Bereich
des unteren Endes der Windschutzscheibe angeordnet und verläuft
in Fahrzeugquerrichtung. Die horizontalen Führungsnuten 31 und
die Führungsnuten 32 münden zweckmäßiger
Weise ineinander. Im Unfallfall ist die Diagonalstrebe 30 wahlweise
mit einem ihrer Enden 33 derart verlagerbar, dass eines
der Enden entlang der Führungsnut 32, den zugehörigen
A-Säulenabschnitt 4 nach oben wandert. Gleichzeitig
verlagert sich das andere freie Ende 33 der Diagonalstrebe 30 innerhalb
der korrespondierenden horizontalen Führungsnut 31 in
Richtung zur Fahrzeugmitte (Pfeil 34).
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In
dieser Stellung (aktivierte Stellung der Diagonalstrebe 30)
steift die Diagonalstrebe 30 (in 5 gestrichelt
gezeichnet) die freikragende Windschutzscheibenanordnung 2 diagonal
aus. Im Bedarfsfall kann selbstverständlich auch das gegenüberliegende
Ende 33 (in 5), das in Fahrtrichtung 8 rechte
Ende 33 der Diagonalstrebe 30 in ihrer zugehörigen
Führungsnut 32 nach oben bewegt werden. In welcher
Art und Weise die Diagonalstrebe 30 aktiviert wird, wird
mittels eines Überschlagssensors (Beschleunigungssensors)
ermittelt, indem vorausberechnet wird, ob auf dem in Fahrtrichtung 8 rechten oberen
Eck 35 oder dem in Fahrtrichtung 8 gesehen linken
oberen Eck 36 der Windschutzscheibenanordnung 2 ein
Aufprall, z. B. bei einem Überschlag erfolgt. In Abhängigkeit
dieser Vorausberechnung wird die Diagonalstrebe 30 entweder
auf der Fahrer- oder auf der Beifahrerseite in ihren Führungen 32 nach oben
bewegt.
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Bei
einer weiteren Ausführungsform dieser Variante des erfindungsgemäßen
Fahrzeuges sind zur Ausführungsform gemäß 5 in
analoger Art und Weise zwei Diagonalstreben 30, 30' vorhanden, welche
im Bedarfsfall einzeln (vgl. Ausführungsform gemäß 5)
oder beide (wie in 8 dargestellt) aktivierbar sind,
so dass eine diagonale oder kreuzartige Aussteifung der Windschutzscheibenanordnung 2 erreicht
wird.
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Eine
weitere Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeuges
(vgl. 6) weist als Versteifungs- und/oder Verstärkungseinrichtung
ein Paar von Seilen 40, 40' auf, welche einendig
ebenfalls in horizontalen Führungssnuten 31 und
anderendig in Führungsnuten 32 der A-Säulenabschnitte 4 geführt sind.
Im Unfallfall werden freie Enden 33 der Seile 40, 40' entlang
der Führungsnuten 32 in der Richtung 22 bewegt.
Gleichzeitig gelangen die anderen freien Enden 33 an einen
Anschlag (nicht gezeigt). Die Seile 40, 40' sind
in aktivierter Stellung gemäß 6 bevorzugt
stark gespannt. Hierdurch ergibt sich eine kreuzartige Diagonalaussteifung
der freikragenden Windschutzscheibenanordnung, wobei die Aussteifungsorgane
(die Seile 40, 40') bei dieser Ausführungsform
lediglich auf Zug belastet sind.
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Nach
einer weiteren Variante des erfindungsgemäßen
Fahrzeuges ist die Versteifungs- und/oder Verstärkungseinrichtung
aus einem Paar von Teleskopdiagonalstreben 50, 51 gebildet.
Die Teleskopdiagonalstreben 50, 51 weisen jeweils
einendig karosseriefest gelagerte erste Strebenteile 50', 51' und eindendig
in Führungen 32 der A-Säulenabschnitte 4 verschieblich
gelagerte zweite Strebenteile 50'' und 51'' auf.
Die ersten Strebenteile 50', 51' sind beispielsweise
in einer Fahrzeugmitte, im Bereich eines unteren Rahmens der Windschutzscheibe 3,
in einem Gelenk 52 schwenkbar ortsfest bzgl. der Fahrzeugkarosserie
gelagert. Die ersten Strebenteile 50', 51' und
die zweiten Stre benteile 50'', 51'' sind zueinander
teleskopartig verschieblich ausgebildet, so dass die Diagonalstreben 50, 51 längenveränderlich ausgebildet
sind. Die Teleskopdiagonalstreben 50, 51 sind
in ihrer Ruhelage etwa parallel zur Windschutzscheibenunterkante
angeordnet, wobei freie Enden der zweiten Strebenteile 50'', 51'' in
den korrespondierenden Führungsnuten 32 im Bereich
des Fußes der A-Säuleabschnitte 4 angeordnet
sind. Im Falle eines Unfalles werden die Teleskopdiagonalstreben 50, 51 aktiviert,
so dass die zweiten Strebenteile 50'', 51'' mit
ihren freien Enden in den Führungen 32 in der
Betätigungsrichtung 22 nach oben verfahren werden.
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Je
nach dem welches Unfallereignis bevorsteht, können eine
der Teleskopdiagonalstreben 50, 51 oder beide
aktiviert und betätigt werden. Im Falle der Aktivierung
beider Teleskopdiagonalstreben 50, 51 wird die
Windschutzscheibenanordnung 2 V-förmig von den
Ecken 35, 36 hin zur unteren Mitte der Windschutzscheibenanordnung 2 V-förmig
ausgesteift.
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Gemäß einer
weiteren Variante (9) des erfindungsgemäßen
Fahrzeugs 1 ist die aktivierbare Versteifungs- und/oder
Verstärkungseinrichtung zu einer Verformungsstruktur weitergebildet,
bei der die A-Säulenverstärkungen 20 an
ihren freien Ende mit einem Querträger 26 in Gelenken 60 schwenkbar verbunden
sind. Weiterhin sind die A-Säulenverstärkungen 20 in
einer Pfeilrichtung 61 schwenkbar bzgl. der Karosserie
gelagert. Der Querträger 26 ist als Teleskopquerträger
ausgebildet, welcher von einer eingefahrenen Position im Normalbetrieb
in eine ausgefahrene, verlängerte Position im aktivierten
Betrieb (vgl. 9) veränderbar ist
und hierdurch de A-Säulenverstärkungen 20 ein
Stück in Fahrzeugquerrichtung nach außen bewegt.
Hierdurch entsteht eine vergrößerte Umfangskontur
der Windschutzscheibenanordnung 2 in einer Forderansicht
auf das Fahrzeug 1. Das bedeutet, dass bei einem Überschlag
mit einer Krafteinleitung von einer Seite des Fahrzeuges 1 her
ein vergrößerter Verformungsweg zur Verfügung
gestellt ist.
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Gemäß einer
weiteren Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeugs 1 (10)
ist die Verformungsstruktur ein Querträger 70,
welcher sich über die gesamte Fahrzeugbreite oder über
die gesamte Breite der Windschutzscheibenanordnung 2 erstreckt.
Der Querträger ist mittels Führungsholmen 71 entlang
der Betätigungseinrichtung 22 aus einer in den
Windlauf 5 eingebundenen Stellung ein Stück herausfahrbar,
so dass er in seiner aktivierten Stellung gemäß 10 ein
Stück beabstandet, parallel zum Windlauf 5 angeordnet
ist. Hierdurch entsteht eine vergrößerte Umfangskontur
der Windschutzscheibenanordnung 2, so dass im Falle eines Überschlages
ein erhöhter Verformungsweg zur Verfügung gestellt
ist, da zunächst der Querträger 70 in seiner
ausgefahrenen Stellung kollidiert und sich verformt. Erst nach seiner
Verformung wird weitere Verformungsenergie auf den Windlauf 5 einwirken.
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Unterstützend
zu den bislang genannten Varianten oder als singuläre Maßnahme
ist gemäß der Erfindung als Stützstruktur
ein Aufstellmechanismus 80 für die Fronthaube 9 des
erfindungsgemäßen Fahrzeugs 1 vorgesehen.
Der Aufstellmechanismus 80 ist beispielsweise als aktivierbarer
Kniehebel ausgebildet, welcher einendig gelenkig mit der Fronthaube 9 verbunden
ist und anderendig z. B. im Bereich der Kotflügelbank des
Kotflügels 10 gelenkig gelagert ist. Kinematisch
ist der Aufstellmechnismus 80 derart ausgelegt, dass die
Fronthaube 9 des Fahrzeugs entlang einer Richtung 81 aufstellbar
bzw. anhebbar ist, wobei bevorzugt eine hintere Kante 9a der
Fronthaube 9 anhebbar ist. Hierdurch wird die Fronthaube
im Falle eines Überschlages an einer Aufnahme von Aufprall-
bzw. Überschlagsenergie mit höherer Wahrscheinlichkeit
beteiligt, so dass mit hoher Wahrscheinlichkeit die Windschutzscheibenanordnung 2 einen
gerin geren Anteil der Überschlagsenergie verkraften muss,
so dass auch bei dieser Variante eine Entlastung der Windschutzscheibenanordnung 2 sichergestellt
ist. In einer Seitenansicht ist somit nach einem Aufstellen der
Fronthaube 9 des Fahrzeuges 1 die Hüllkontur
des Fahrzeugs 1 vergrößert, so dass die
aufgestellte Fronthaube 9 des Fahrzeuges als Stützstruktur
im Sinne der Erfindung wirkt.
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Gemäß einer
weiteren Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeugs
sind Sitze 90 des Fahrzeuges als Stützstruktur
des Fahrzeuges weitergebildet, wobei die Sitze 90 Stützbügel 91 besitzen,
welche von einer deaktivierten Normalstellung in einer Vertikalrichtung 92 in
eine aktivierte Stützstellung ausfahrbar sind. In einer
Seitenansicht auf das Fahrzeug 1 wird somit die Hüllkontur
direkt im Bereich der Köpfe der Insassen vergrößert,
so dass ein verbesserter Insassenkopfschutz gewährleistet
ist.
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Alternativ
können gemäß einer zweiten Ausführungsform
anstelle von Stützbügeln 91 Kopfstützen 93 in
der Vertikalrichtung 92 als Stützstruktur ausfahrbar
gestaltet sein.
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In
einer weiteren Variante des erfindungsgemäßen
Fahrzeuges gemäß 13 ist
die aktivierbare Versteifungs- und/oder Verstärkungseinrichtung als
aktivierbare Strebe 100 ausgebildet, welche einendig mit
einem Gelenk 101 in einer in der Türstruktur 12 des
Fahrzeuges gelagert ist und anderendig in eine Führung 32 des
A-Säulenabschnittes 4 einfädelbar ist.
Im Unfallfall ist die Strebe 100 mit ihrem freien Ende 102 in
die Führung 32 einfädelbar und bis in den
Bereich der Ecken 35, 36 der Windschutzscheibenanordnung 2 verlagerbar,
so dass die Strebe 100 in ihrer aktivierten Anordnung die
A-Säulenabschnitte 4 nach Art eines Stützdreiecks
wirkt.
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In
einer weiteren Variante des erfindungsgemäßen
Fahrzeugs gemäß 14 ist
die aktivierbare Versteifungs- und/oder Verstärkungseinrichtung
als schwenkbares Segment 110 ausgebildet, welches im Bereich
des A-Säulenfußes 7 in einer Richtung 111 schwenkbar
in der Türstruktur 12 des Fahrzeugs 1 gelagert
ist. Im Falle eines Unfalles wird das schwenkbare Segment 110 aus
seiner Ruhelage innerhalb der Türstruktur 12 in
seine aktivierte Stützlage schlagartig verschwenkt (Richtung 111),
so dass eine Stützkante 112 mit einer Innenseite 113 des A-Säulenabschnittes 4 in
Kontakt gelangt und somit den A-Säulenabschnitt 4 stützend
verstärkt.
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- 1
- Fahrzeug
- 2
- freikragende
Windschutzscheibe
- 3
- Windschutzscheibe
- 4
- A-Säulenabschnitt
- 5
- Windlauf
- 6
- freikragendes
Ende
- 7
- A-Säulenabschnittsfuß
- 8
- Fahrtrichtung
- 9
- Fronthaube
- 9a
- hintere
Kante
- 10
- Kotflügel
- 11
- Radkasten
- 12
- Türstruktur
- 13
- Fahrgastzelle
- 20
- A-Säulenverstärkung
- 21
- Versteifungsschale
- 22
- Richtung
- 24
- Klappenstrukturen
- 25
- freies
Ende
- 26
- Querträger
- 30
- Diagonalstrebe
- 30'
- Diagonalstrebe
- 31
- horizontale
Führungsnuten
- 32
- verlaufende
Führungsnuten
- 33
- freies
Ende
- 24
- Pfeil
- 35
- rechtes
oberes Eck
- 36
- linkes
oberes Eck
- 40
- Seile
- 40'
- Seile
- 50
- Teleskopdiagonalstrebe
- 51
- Teleskopdiagonalstrebe
- 50'
- erstes
Strebenteil
- 51'
- zweites
Strebenteil
- 50''
- erstes
Strebenteil
- 51''
- zweites
Strebenteil
- 52
- Gelenk
- 60
- Gelenke
- 70
- Querträger
- 71
- Führungsholme
- 80
- Aufstellmechanismus
- 90
- Sitze
- 91
- Stützbügel
- 92
- Vertikalrichtung
- 93
- Kopfstützen
- 100
- Strebe
- 101
- Gelenk
- 110
- Schwenkbares
Segment
- 111
- Richtung
- 112
- Stützkante
- 113
- Innenseite
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 10251300
A1 [0002]
- - DE 202005020736 U1 [0002]
- - DE 10039085 A1 [0003]
- - DE 3427537 C2 [0004]
- - DE 19511400 C2 [0005]
- - DE 19514551 A1 [0006]