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Die
Erfindung betrifft einen Überrollschutz
für ein
Kraftfahrzeug, insbesondere für
ein Cabriolet oder ein nach oben offenes Fahrzeug, der von einer inaktiven
Stellung oder Ruhelage in eine aktive oder die Fahrzeuginsassen
sichernde Stellung bringbar ist.
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Es
ist bereits ein Cabriolet mit einem Überrollschutz bekannt (
DE 195 14 551 ), der sensorgesteuert
ist und aus einer abgesenkten Ruhelage in eine über die Fahrzeugbrüstungslinie
nach oben gerichtete Stützlage
verlagerbar ist. In der Stützlage
ist der Überrollschutz
gegenüber
dem Fahrzeugaufbau verriegelt. Der Überrollschutz ist separat von
der Windschutzscheibe auf einer vertikal verlaufenden Ebene angeordnet.
Hierdurch soll bei einem Überschlag
im Bereich der A-Säule
dem Einknicken des Windschutzscheibenrahmens entgegengewirkt werden.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Überrollschutz derart auszubilden
und anzuordnen, dass der Überrollschutz
vorwiegend in einer Gefahrensituation in eine die Fahrzeuginsassen
sichernde Stellung bewegbar ist.
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Gelöst wird
die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch,
dass zumindest ein Teil des Überrollschutzes
etwa im Bereich oder in der gleichen Ebene wie der vordere Teil
der Fahrzeugkarosse oder des vorderen Windschutzes und/oder der
Windschutzscheibe verstellbar angeordnet ist. Hierdurch wird die Möglichkeit
geschaffen, den Überrollschutz
bei geringer Gefahr oder bei langsamer Fahrt aus dem Sichtfeld der
Insassen zu bewegen, so dass sie nach vorne freie Sicht haben. Tritt
jedoch ein Gefahrenmoment auf bzw. wird eine Störgröße registriert, dann wird der Überrollschutz
in kürzester
Zeit in seine aktive Stellung d. h. in die die Insassen schützende Stellung
gebracht.
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Hierzu
ist es vorteilhaft, dass der Überrollschutz
in der gleichen Ebene wie der vordere Teil der Fahrzeugkarosse und/oder
der Windschutzscheibe verstellbar angeordnet ist. Da der Überrollschutz
in etwa in der gleichen Ebene wie beispielsweise die Windschutzscheibe
angeordnet ist, passt er sich gut dem Gesamtbild des Fahrzeugs an
und wirkt nicht störend.
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Eine
zusätzliche
Möglichkeit
ist gemäß einer Weiterbildung,
dass der Überrollschutz
im Bereich der A-Säule
oder einer anderen im Frontbereich vorgesehenen hohlförmig ausgebildeten
Strebe angeordnet und/oder mit dieser verstellbar verbunden ist. Hierdurch
lässt sich
der Überrollschutz
platzsparend unterbringen und trägt
auch zur Widerstandsfestigkeit der Karosserie, insbesondere der
A-Säule,
bei.
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Hierzu
ist es vorteilhaft, dass der Überrollschutz
in die A-Säule oder
eine andere im Frontbereich vorgesehene hohlförmig ausgebildete Strebe einschiebbar
ist und mit der A-Säule
oder dem Windschutzrahmen einer anderen im Frontbereich vorgesehenen,
hohlförmig
ausgebildeten Strebe gelenkig verbunden ist.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Lösung ist
schließlich
vorgesehen, dass der Überrollschutz
als U-Bügel
ausgebildet ist, sodass er sich platzsparend im Bereich des Windschutzes
unterbringen lässt.
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Von
besonderer Bedeutung ist für
die vorliegende Erfindung, dass der an der A-Säule verschwenkbar gelagerte Überrollschutz
auf die Oberfläche
eines vorderen Teils der Fahrzeugkarosserie bzw. auf die Motorhaube
klappbar oder in in der Oberfläche
eines vorderen Teils der Fahrzeugkarosserie vorgesehene Vertiefungen
versenkbar und dort arretierbar ist. Hierdurch kann auf einfache
Weise der Überrollschutz
platzsparend mit wenigen baulichen Mitteln bei Nichtgebrauch heruntergeklappt
werden.
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Im
Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Ausbildung und Anordnung
ist es von Vorteil, dass sich der Überrollschutz in etwa über die
gesamte Fahrzeugbreite erstreckt und durch Längs- und/oder Querstreben unterteilt
ist.
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Vorteilhaft
ist es ferner, dass der Überrollschutz
zumindest teilweise mit energieabsorbierenden Teilen ummantelt ist,
die aus Blechteilen, Kunststoff und/oder Schaumstoffmaterial bestehen
können.
Hierdurch können
Verletzungen vermieden werden, falls sich der Überrollschutz stark verbiegt
und sich dadurch im Bereich der Biegestellen scharfe Kanten bilden.
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Außerdem ist
es vorteilhaft, dass der Überrollschutz
mit einer Sensoreinrichtung wirkungsmäßig verbunden ist, die bei
Auftreten einer Störgröße den Überrollschutz
in eine aktive Stellung bringt.
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Ferner
ist es vorteilhaft, dass der Überrollschutz
als zweigeteilter Bügel
ausgebildet ist oder aus einem separaten rechten und linken Bügel besteht
und über
eine Stellvorrichtung wie Druckfeder, Stellzylinder oder Stellmotor
bei Auftreten einer Störgröße in eine
aktive Stellung bringbar ist.
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Vorteilhaft
ist es ferner, dass der Überrollschutz
in die Windschutzeinrichtung integriert ist.
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Außerdem ist
es vorteilhaft, dass der Überrollschutz
in den vorderen und hinteren Verstrebungen oder Karosserieteilen
des Fahrzeugs verstellbar ist oder verstellbare Überrollschutzteile aufweist,
die derart angeordnet sind, dass bei Auftreten einer Störgröße der Überrollschutz
oder die Überroll schutzteile in
eine aktive Stellung gebracht werden und bei Erreichen ihrer Endlagestellung
mit ihren gegenüberliegenden
Enden verbindbar sind. Hierdurch kann die Steifigkeit der Karosserie
und somit der Schutz für die
Fahrzeuginsassen weiter verbessert werden.
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In
weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, dass zumindest
ein Teil des Überrollschutzes
im vorderen Bereich an einer Motorhaube gelenkig angeschlossen und
im Bereich eines Lenkrads mit mindestens einer in etwa vertikal
verlaufenden Stellvorrichtung verbunden ist, die den Überrollschutz
in eine die Insassen sichernde Position verschwenkt. Hierdurch wird
der Bedienungsperson ein optimaler Schutz geboten.
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Vorteilhaft
ist es auch, dass sich der Überrollschutz über die
gesamte Breite des Fahrzeugs oder je ein Überrollschutz über die
gesamte Breite eines Fahrzeugsitzes erstreckt. Da jeder einzelne
Fahrersitz mit einem Überrollschutz
ausgestattet ist, besteht die Möglichkeit,
bei einem Unfall nur den beschädigten Überrollschutz
auszuwechseln.
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Vorteilhaft
ist es auch, dass der Überrollschutz
mit einem Windschutz und/oder mit einer Windschutzscheibe ausgestattet
ist. Hierdurch kann je nach Einschätzung der gefahrenen Geschwindigkeit
der Überrollschutz
mit integrierter Windschutzscheibe hochgefahren werden, um den Insassen
einen Schutz vor Steinschlägen,
Spritzwasser und vor dem Winddruck zu geben. Der Windschutz, der
sich ebenfalls über
die gesamte Breite des Fahrzeugs erstrecken kann, bietet dem Fahrer
und Beifahrer einen optimalen Schutz.
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Ferner
ist es vorteilhaft, dass der Überrollschutz
in einer Ansicht von oben in etwa V-förmig oder dreieckförmig ausgebildet
ist und in seinem vorderen Bereich über mindestens eine Gelenkeinrichtung
mit der Motorhaube oder dem Fahrgestell des Fahrzeugs und im hinteren äußeren Bereich
oder seinem jeweiligen seitlichen Eckstück mit je einer Stellvorrichtung
gelenkig verbunden ist. Hierdurch lässt sich der Überrollschutz
bei einer auftretenden Störgröße in kürzester
Zeit in die gewünschte
Position verstellen.
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Weitere
Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind in den Patentansprüchen und
in der Beschreibung erläutert
und in den Figuren dargestellt.
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Dabei
zeigen:
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1 einen Überrollschutz
für ein
Kabriolett mit einem in den Seitenholmen des Fahrzeugs verschiebbar
gelagerten Überrollschutz,
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2 einen Überrollschutz
für ein
Kabriolett mit einem in den Seitenholmen des Fahrzeugs verschwenkbar
gelagerten Überrollschutz,
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3 einen Überrollschutz
für ein
Kabriolett mit einem nach vorne verschwenkbar gelagerten Überrollschutz,
der der Kontur der Motorhaube angepasst ist.
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4 ein
weiteres Ausführungsbeispiel
eines im vorderen Bereich einer Fahrzeughaube vorgesehenen Überrollschutzes,
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5 ein
weiteres Ausführungsbeispiel
eines im vorderen Bereich einer Fahrzeughaube vorgesehenen Überrollschutzes
mit mehreren hintereinander angeordneten Überrollschutzbügeln,
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6 eine
Teilansicht der Überrollschutzbügel in der
Ansicht von oben.
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In 1 ist
mit 1 ein Kraftfahrzeug bezeichnet, das als offenes Fahrzeug
oder auch als Kabriolett ausgebildet sein kann und hinter einem
vorderen Teil bzw. einer Motorhaube 3 einen Überrollschutz 2 aufweist,
der gemäß 1, 2 als
U-förmiger
Bügel ausgebildet
ist, der einen rechten und linken Holm 10, 11 aufweist.
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Der Überrollschutz 2 erstreckt
sich in etwa über
die gesamte Fahrzeugbreite und kann durch Längs- und/oder Querstreben unterteilt
sein, um dadurch die Verwindungssteifigkeit des Überrollschutzes 2 zu
erhöhen.
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Der
rechte und linke Holm 10, 11 ist in einer in der
Zeichnung nicht dargestellten Halterung oder in je einer A-Säule 6 des
Kraftfahrzeugs in einer geneigt verlaufenden Ebene 7 verschiebbar
aufgenommen und lässt
sich gemäß 1 in
die in gestrichelten Linien angedeutete Pfeilrichtung 12 verstellen.
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Bei
Auftreten einer Störgröße wird
das Verstellen des Überrollschutzes 2 von
einer inaktiven in eine aktive Stellung, beispielsweise über eine
Stellvorrichtung wie Druckfeder, Stellzylinder oder Stellmotor,
bewirkt. Der Stellmotor kann hierzu mit einer in der Zeichnung nicht
dargestellten Sensoreinrichtung wirkungsmäßig verbunden sein, die bei
Erkennen einer Gefahrengröße für die Insassen
ein sofortiges Verstellen des Überrollschutzes 2 in
eine aktive Stellung bewirkt, sodass die Insassen durch den Überrollschutz 2 ausreichend
geschützt
sind.
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Nach
einem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß 2 kann
der Überrollschutz 2 an
der A-Säule 6 verschwenkbar
gelagert sein und auf die Oberfläche
des vorderen Teils der Fahrzeugkarosserie bzw. auf die Motorhaube 3 klappbar
oder in in der Oberfläche
des vorderen Teils der Fahrzeugkarosserie 3 vorgesehene
in 3 nur angedeutete Vertiefungen 13 versenkbar
und auch arretierbar sein, so dass sich der Überrollschutz 2 der
Oberfläche
des vorderen Teils bzw. der Motorhaube 3 anpasst und aufgrund
seiner Arretierung so gesichert ist, dass keine Vibrationsgeräusche von
dem Überrollschutz 2 ausgehen
können.
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Ferner
ist es möglich,
dass der Überrollschutz 2 zumindest
teilweise mit energieabsorbierenden Teilen ummantelt ist. Diese
Teile können
aus Blechteilen, Kunststoff- und/oder Schaumstoffmaterial bestehen.
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Gemäß den 1, 2 ist
das Kraftfahrzeug 1 nicht mit einer Windschutzscheibe ausgestattet,
sondern weist lediglich einen in den vorderen Teil bzw. in die Motorhaube 3 übergehenden
Windschutz 5 auf, in dessen Ebene 7 der Überrollschutz 2 derart verstellbar
angeordnet ist, dass er in seiner inaktiven Stellung, in der er
vollständig
in die A-Säule 6 eingefahren
ist, mit einer Oberkante 15 des Windschutzes 5 des
Kraftfahrzeugs 1 abschließt.
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Nach
einem anderen in der Zeichnung nicht dargestellten Beispiel ist
es auch möglich,
dass der Überrollschutz 2 in
den vorderen und hinteren Verstrebungen oder Karosserieteilen des
Fahrzeugs verstellbar ist oder verstellbare Überrollschutzteile aufweist,
die derart angeordnet sind, dass bei Auftreten einer Störgröße der Überrollschutz 2 oder
die Überrollschutzteile
in eine aktive Stellung gebracht werden und bei Erreichen ihrer
Endlagestellung mit ihren gegenüberliegenden
Enden verbindbar sind.
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Nach
einem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß 4 und 6 kann
der Überrollschutz 2 in einer
Ansicht von oben in etwa V-förmig
bzw. dreieckförmig
ausgebildet und vor je einem Fahrzeugsitz 19 angeordnet
sein.
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Der Überrollschutz 2 besteht
gemäß 4 und 6 aus
einem stabilen Rohrrahmen mit zwei Rohrrahmenteilen 21,
die sich, von der Gelenkeinrichtung 18 ausgehend, nach
links und rechts V-förmig
erweitern und an einen in der Zeichnung nicht dargestellten in etwa
vertikal verlaufenden U-förmigen
Rohrrahmen angeschlossen sind, der im Bereich des Windschutzes 5 vorgesehen
ist. Der Überrollschutz 2 weist
im hinteren Bereich zwei außenliegende
Endstücke
bzw. Eckstücke 20 auf,
wobei jedes hintere Eckstück 20 mit
der Stellvorrichtung 17 gelenkig verbunden ist. Die Rohrrahmenteile 21 des Überrollschutzes 2 können über in der
Zeichnung nicht dargestellte Querverstrebungen miteinander verbunden
sein. Ferner ist es möglich,
den Überrollschutz 2 bzw.
seine U-förmigen
Rohrrahmenteile 21 in die Motorhaube zu integrieren oder
diese in entsprechende, dem Querschnittsprofil der Rohrrahmenteile
angepasste, in der Zeichnung nicht dargestellte Vertiefungen zu
versenken.
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Die
Gelenkeinrichtung 18 ist mit der Motorhaube 3 oder
einem in der Zeichnung nicht dargestellten Fahrgestell bzw. Rahmen
des Fahrzeugs 1 verbunden. Mit Hilfe der in etwa vertikal
verlaufenden Stellvorrichtung 17 kann der Überrollschutz 2 bei
Auftreten einer Störgröße in eine
die Insassen sichernde Position nach oben verschwenkt werden, so
dass er die in 4 in ausgezogenen Linien dargestellte
Position einnimmt. Liegt kein aktueller Gefahrenmoment vor, so kann
der Überrollschutz 2 in
eine in gestrichelten Linien dargestellte untere Position verschwenkt
werden, wobei er eine Lage unterhalb der Frontabdeckung einnimmt.
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Nach
einem in der Zeichnung nicht dargestellten Ausführungsbeispiel kann sich der Überrollschutz 2 über die
gesamte Breite des Fahrzeugs 1 vor mehreren Fahrzeugsitzen 19 erstrecken.
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Ferner
ist es möglich,
den Überrollschutz 2 mit
einem Windschutz 5 und/oder mit einer Windschutzscheibe
auszustatten.
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Nach
einem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß 5 können an
jedem außenliegenden Rahmenteil 21 zwei
oder mehrere hintereinander angeordnete Stellvorrichtungen 17 vorgesehen
sein. Die Stellvorrichtung 17 kann aus einem in die Fahrzeugkarosserie
oder deren Verkleidung versenkbaren Stellzylinder bestehen.