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Verfahren zur Herstellung metallhaltiger Azofarbstqffe Es wurde gefunden,
daß man wertvolle Azofarbstoffe erhält, wenn man Nitrotriazolverbindungen, die durch
Kuppeln von diazotierten 2-Amino-6-nitronaphthalinsulfonsäuren mit aminogruppenhaltigen
Azokomponenten in o-Stellung zur Aminogruppe und anschließende Triazolierung erhalten
wurden, mit Nitroazofarbstoffen, die durch Vereinigung von diazotierten 2-Amino=6-nitronaphthalinsulfonsäuren
mit in o-Stellung zu einer Hydroxylgruppe kuppelnden Azokomponenten und anschließende
oxydierende Kupferung zugänglich sind, reduktiv unter Ausbildung einer Azo- bzw.
Azoxygruppe miteinander verknüpft.
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Die Reaktion verläuft beispielsweise bei Verwendung äquimolekularer
Mengen des Nitrotriazols aus diazotierter 2 - Amino - 6 - nitronaphthalin - 4,8
- disulfonsäure und 2-Aminonaphthalin-6-sulfonsäure einerseits und des'oxy'-dierend
gekupferten Nitroazofarbstoffs aus der gleichen Diazokomponente und 2-Oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure
andererseits nach folgendem Schema:
Weitere Ausführungsformen des Verfahrens bestehen darin, daß man die Reihenfolge
der verschiedenen erforderlichen Verfahrensschritte, z. B. der Metallisierung oder
der Triazolierung, abändert, So gelangt man zu den gleichen Farbstoffen, wenn man
die nicht triazolierten o-Arnnoazofarbstoffe aus dianotierten 2-Anmino-6-nitronaphthalinsulfonsäuren
und aminogruppenhaltigen Azokomponenten zusammen mit den erwähnten, oxydierend gekupferten
Nitroazofarbstoffen der Mischreduktion unterwirft und die Txiazolierung anschließt,
Ebenso läßt sich bei Verwendung der zweiten nitrogruppenhaltigen Komponente in metallfreier
Form die oxydative Kupferung in der Endstufe des Herstellungsverfahrens durchführen.
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Die Überführung der o-Aminoazofarbstoffe in die entsprechenden Triazolverbindungen
erfolgt nach an sich bekannten Verfahren, beispielsweise durch Einwirkung ammoniakalscher
Kupfer(II)-salzlösung oder mit Chlorlauge.
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Die oxydierende Kupferung kann nach den Verfahren der deutschen Patentschriften
807289, 889196 und 893 699 erfolgen.
Die kupferhaltigen Zwischen-
- oder Endprodukte können in üblicher Weise, z. B. durch Behandeln mit Alkalisulfiden,
entkupfert und auf der Faser oder in Substanz erneut der Einwirkung von Kupfer oder
anderen Metallen, wie Nickel, Kobalt, Chrom oder Eisen äbgebenden Mitteln, unterworfen
werden.
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Für das vorliegende Verfahren geeignete 2-Amino-6-nitronaphthalinsulfonsäurensindbeispielsweise2-Amino-6-nitronaphthalin-8-sulfonsäure
und 2-Amino-6-nitronaphthalin-4,8-disulfonsäure.
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Als Aminoverbindungen, die nach der Kupplung zur Triazolierung befähigt
sind, kommen beispielsweise in Frage: 2-Aminonaphthalin, 2-Aminonaphthalin-5-sulfonsäure,
2-Aminonaphthalin-6-sulfonsäure, 2-Aminonaphthalin-3,6-disulfonsäure und 1-Aminonaphthalin-4-sulfonsäure.
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Als geeignete Azokomponenten, die in o-Stellung zu einer Hydroxylgruppe
kuppeln, seien erwähnt: 1-Oxy-4-methylbenzol, 1-Oxynaphthalin-4-sulfonsäure, 2-Oxynaphthalin-4-sulfonsäure,
2-Oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure, 1-Chlor-2-acetylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure
und Phenylmethylpyrazolon.
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Als Reduktionsmittel zur Verknüpfung zweier nitrogruppenhaltiger Komponenten
können Traubenzucker oder die nach dem Verfahren der deutschen Patentschrift 884794
erhältlichen Formaldehydkondensationsprodukte Verwendung finden.
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Die neuen Farbstoffe färben Fasern aus natürlicher oder regenerierter
Cellulose in vorwiegend grünen Tönen mit hervorragender Lichtechtheit.
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Gegenüber der nach Beispiel 2 der deutschen Patentschrift 737941 unter
Verwendung der im zweiten Absatz genannten Schlußkomponente herstellbaren Kupferkomplexverbindung
zeichnet sich der verfahrensgemäß erhältliche Kupferkomplexfarbstoff der Formel
durch bedeutend bessere Klarheit der Färbung auf Baumwolle aus. - Beispiel 1 58,1
Gewichtsteile (0,1 Mol) der Nitrotriazolverbindung der Formel
- hergestellt durch Kuppeln von diazotierter 2-Amino-6-nitronaphthalin-4,8-disulfonsäure
mit 2-Aminonaphthalin-6-sulfonsäure (Triazolkomponente) und anschließendes Triazolieren
- werden in 3500 Volumteilen Wasser neutral verrührt und mit der neutralen Lösung
der Kupferkomplexverbindung von 68,0 Gewichtsteilen (0,1 Mol) des Nitromonoazofarbstoffes
der Formel
- hergestellt durch Kuppeln von diazotierter 2-Amino--6-nitronaphthalin 4,8-disulfonsäure
mit 2-Oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure (Azokomponente) und oxydative Kupfereng -
in 1750 Volumteilen Wasser vereinigt. Nach :Zugabe von 400 Volumteilen 400%iger
Natronlauge und einer Lösung von 34,5 Gewichtsteilen Traubenzucker in 180 Volumteilen
Wasser wird der Ansatz langsam auf ungefähr 60°C erwärmt und so lange beidieserTemperatur
gehalten, bis die Zusammenreduktion beendet ist; dann wird wie üblich mit Natriumchlorid
ausgesalzen und isoliert.
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Der Farbstoff stellt getrocknet ein dunkles Pulver dar, das sich in
Wasser mit grüner Farbe löst und Baumwolle in grünen Tönen färbt.
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100 Gewichtsteile Baumwolle werden bei Raumtemperatur in ein Färbebad
gegeben, das in 5000 Volumteilen Wasser 2 Gewichtsteile dieses Farbstoffes, 1 Gewichtsteil
Soda und 20 Gewichtsteile Natriumsulfat gelöst enthält. Das Färbebad wird in etwa
i/2 Stunde auf 90 bis 95° C erwärmt und i/Z Stunde bei 95° C gehalten. Danach wird
die Baumwolle gespült und getrocknet. Man erhält eine grüne Färbung guter Lichtechtheit.
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Wird die Triazolkomponente der Nitrotriazolverbindung (I) oder die
Azokomponente der Kupferkomplexverbindung der Nitromonoazoverbindung (II) durch
die äquivalente Menge .der in der folgenden Tabelle angegebenen Komponenten ersetzt,
so werden Farbstoffe erhalten, die Baumwolle in den nachstehend angegebenen Tönen
färben.
| Triazolkomponente Azokomponente Färbung des kupferhaltigen |
| Farbstoffes auf Baumwolle |
| 2-Aminonaphthahn-6-sulfonsäure 1-Chlor-2-acetylamino-5-oxynaphthalin-
Grün |
| 7-sulfonsäure |
| 2-Aminonaphthalin-3,6-disulfonsäure 2-Oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure
Blaustichiggrün |
| 1-Aminonaphthalin-4-sulfonsäure 1-Oxynaphthalin-4-sulfonsäure
Blaugrün |
| 2-Aminonaphthalin-5-sulfonsäure 1-Oxynaphthalin-4-sulfonsäure
Blaustichiggrün |
| 2-Aninonaphthalin-5-sulfonsäure 2-Oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure
Grün |
| 2-Aminonaphthalin-5-sulfonsäure 1-Oxybenzol-4-sulfonsäure Oliv |
| 2-Aminonaphthalin-6-sulfonsäure 1-Oxynaphthalin-4-sulfonsäure
Blaustichiggrün |
| 2-Aminonaphthalin-6-sulfonsäure 1-Oxybenzol-4-sulfonsäure Oliv |
Beispiel 2 Ersetzt man im Beispiel 1 die Kupferkomplexverbindung des Nitromonoazofarbstoffes
(II) durch die äquivalente Menge der Kupferkomplexverbindung des Nitrodisazofarbstoffes
der Formel
- hergestellt beispielsweise durch Verseifung des oxydativ gekupferten Farbstoffes
2-Amino-6-nitronaphthalin-4,8-disulfonsäure @ 1-Chlor-2-acetylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure,
Diazotierung und Kupplung mit 2-Oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure - und verfährt in
sinngemäßer Weise, wie im Beispiel 1 beschrieben, wobei man gegebenenfalls eine
Kupferung in alkalischem Medium unter Chloraustausch anschließt, so erhält man einen
Farbstoff, der Baumwolle in grünen Tönen färbt. Beispiel 3 58,3 Gewichtsteile (0,1
Mol) des Monoazofarbstoffes, der durch Kuppeln von diazotierter 2-Amino-6-nitronaphthalin-4,8-disulfonsäure
mit 2-Aminonaphthalin-6-sulfonsäure (Triazolkomponente) hergestellt wurde, und 74,8
Gewichtsteile (0,11 Mol) der Kupferkomplexverbindung des Nitromonoazofarbstoffes
(II) aus Beispiel 1 werden in 4850 Volumteilen Wasser gelöst. Nach Zugabe von 360
Volumteilen 40°/oiger Natronlauge und der Lösung von 34,5 Gewichtsteilen Traubenzucker
in 180 Volumteilen Wasser wird das Reaktionsgemisch allmählich auf etwa 60° C erwärmt
und so lange bei dieser Temperatur gehalten, bis die Zusammenreduktion beendet ist.
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Der mit Natriumchlorid abgeschiedene und isolierte Farbstoff wird
erneut in 3000 Volumteilen Wasser gelöst und mit einer ammoniakalischen Lösung von
55 Gewichtsteilen kristallisiertem Kupfersulfat in 300 Volumteilen Wasser bis zur
Beendigung der Triazolierung gekocht. Der wie üblich isolierte Farbstoff stellt
getrocknet ein dunkles Pulver dar, das sich in Wasser mit grüner Farbe löst und
Baumwolle in grünen Tönen färbt.
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Einen ähnlichen Farbstoff erhält man, wenn man an Stelle der Glucose
eine entsprechende Menge des nach der deutschen Patentschrift 884 794 erhältlichen
Formaldehydkondensationsproduktes verwendet.
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Verwendet man an Stelle von 2-Aminonaphthalin-6-sulfonsäure als Triazolkomponente
und 2-Oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure als Azokomponente der Kupferkomplexverbindung
des Nitromonoazofarbstoffes (II) die äquivalente Menge nachstehend angegebener Verbindungen
und verfährt in sinngemäßer Weise wie beschrieben, so erhält man Farbstoffe, die
Baumwolle in den in der folgenden Tabelle angegebenen Tönen färben.