TDK Electronics Co., Ltd. Tokyo, ,Japan
Nicht-lineare Widerstandselemente und Verfahren zu deren
Herstellung
Die Erfindung bezieht sich auf ein nicht-lineares Widerstandselement
mit einer großen Spannungsabhängigkeit des elektrischen Widerstandes oder insbesondere auf ein
sog. Varistorelement mit einem Sinterkörper auf Titandioxidbasis und auf ein Verfahren zu dessen Herstellung.
Nicht-lineare Widerstandselemente, z. B. ein keramischer Varistor, zeigen eine nicht-lineare Beziehung zwischen
dem Wert des elektrischen Stroms durch einen keramischen Sinterkörper und der zwischen den an den Oberflächen des
keramischen Körpers vorgesehenen Elektroden angelegten Spannung, und demgemäß ist der Wert des elektrischen Widerstandes
des Körpers kein konstanter Wert, sondern fällt in dem Bereich, wo die an dem Elektroden angelegte Spannung
einen gewissen Schwellenwert übersteigt, der Varistorspannung genannt wird, abrupt ab. Unter Ausnutzung dieser
ungewöhnlichen Eigenschaft in einer elektrischen Schaltung fanden Varistoren vielseitige Anwendungen, z. B. zur
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Funkentstörung klein bemessener, in oder im Zusammenhang mit akustischen Instrumenten verwendeter Gleichstrommotoren,
zum Schutz von Kontaktpunkten von Relais,
zur Entladungsabsorption in Braunröhrenkreisen von Farbfernsehgeräten u. dgl.
Herkömmliche Materialien für die bekannten Varistorelemente auf Keramikbasis sind beispielsweise Zinnoxid
(SnO2), Eisenoxid (Fe3O3), Siliziumkarbid (SiC) u. dgl.
Sinterkörper aus Zinnoxid oder Eisenoxid sind selbst lineare Widerstandselemente,und die für ein Varistorelement
erforderliche Nicht-Linearität wird durch Ausbilden einer Potentialschwelle zwischen der Oberfläche
des Sinterkörpers und einer besonderen, an der Oberfläche des Sinterkörpers vorgesehenen Elektrode erhalten.
Die Elektroden für Varistoren auf Siliziumkarbidbasis weisen keine solche Beschränkung auf, da die
Nicht-Linearität des Elements durch die Grenzschichterscheinung an den Korngrenzen des Siliziumkarbids
gewährleistet wird.
Herkömmliche keramische Varistoren dieser Art weisen jedoch mehrere Nachteile oder Probleme, wie z. B.
die unerwünscht hohen Fertigungskosten aufgrund der Schwierigkeiten bei der Herstellung der Sinterkörper
und der Ausbildung der Elektroden, der Verschlechterung der Nicht-Linearität im Lauf der Zeit und der verhältnismäßig
hohen Varistorspannung auf, die zur Funkentstörung in
bei niedrigen Spannungen angetriebenen Gleichstrommotoren geringer Abmessungen ungeeignet ist.
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Eine Verbesserung zur Überwindung der erwähnten Nachteile bei den bekannten keramischen Varistoren wurde in
neuerer Zeit beschrieben, wonach der gesinterte keramische Körper mit Titandioxid als dem Hauptbestandteil unter
Zumischung sehr geringer oder von Spurenmengen an Wismutoxid und einem Oxid eines halbleitenden Elements,
wie ζ. B. Antimon, Niob, Tantal u. dgl., geformt wird
(siehe z. B. Jap. Pat. Publ. 52-235 und ÜS-PS 3 715 701).
Sinterkörper dieser Art zeigen selbst eine Nicht-Linearität der Spannungs-Strom-Abhängigkeit bei erheblich niedriger
Varistorspannung, so daß sie fürNiederspannungsanwendungen, wie z. B. der Funkentstörung in kleinen
Gleichstrommotoren, insoweit geeignet sind, als die Nicht-Linearität des Sinterkörpers allein betroffen ist.
Eines der Probleme bei den keramischen Varistoren auf Titandioxidbasis liegt jedoch in der Art der Kontaktierung
zwischen dem Sinterkörper und der Elektrode. Bei den bekannten Varistorelementen ist der Kontakt zwischen dem
Titandioxidsinterkörper und der Elektrode nicht-ohmisch, so daß eine Gleichrichtungserscheinung in der Grenzfläche
zwischen diese« auftritt, die die Nicht-Linearität der Spannungs-Strom-Abhängigkeit des Sinterkörpers selbst
überlappt. Daher ist die Charakteristik des Varistorelements weniger eindeutig, und die ausgezeichneten
nicht-linearen Eigenschaften des Sinterkörpers lassen sich nicht voll ausnutzen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein neues undjverbessertes nicht-lineares Widerstandselement
oder Varistorelement und ein Verfahren zu dessen Herstellung zu entwickeln, das von den erwähnten Problemen der bekannten
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Varistorelemente frei ist und bei dem die ausgezeichneten nicht-linearen Eigenschaften der keramischen Sinterkörper
auf Titandioxidbasis bei eindeutiger Charakteristik des Varistorelements voll ausgenutzt werden können.
Gegenstand der Erfindung, womit diese Aufgabe gelöst
wird, ist zunächst ein nicht-lineares Widerstandselement mit einem Sinterkörper, der hauptsächlich aus Titandioxid
besteht, und wenigstens einer Elektrode, mit dem Kennzeichen, daß wenigstens eine Elektrode aus metallischem
Material besteht und mit der Oberfläche des Sinterkörpers (1) unter Bildung eines ohmschen Kontakts damit
verbunden ist.
Als das zur Herstellung der Elektrode geeignete Metall wird ein Metall oder eine Legierung der Metalle der
Gruppe Silber, Aluminium, Zink, Zinn, Kupfer, Blei, Wismut, Nickel u. dgl. vorgeschlagen.
Gegenstand derJErfindung ist außerdem ein Verfahren zur Herstellung eines nicht-linearen Widerstandselements,
gemäß dem man auf einen Sinterkörper, der hauptsächlich aus Titandioxid besteht, wenigstens eine Elektrode aufbringt, mit
.dem Kennzeichen, daß man wenigstens eine Elektrode aus metallischem Material durch Flammspritzen des geschmolzenen
metallischen Materials auf die Oberfläche des Sinterkörpers aufbringt und mit dieser unter Bildung
eines ohmschen Kontakts verbindet.
Alternativ ist es auch möglich, daß man wenigstens eine Elektrode aus Phosphor enthal tandem Nickel auf der Oberfläche
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des Sinterkörpers stromlos abscheidet und mit dieser unter Bildung eines ohmschen Kontakts verbindet.
Weitere Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen nicht-linear Widerstandselements bzw. des Verfahrens zu seiner Herstellung
sind in den Unteransprüchen 2, 3, 5 bis 9, 11 bis 13 und 15 gekennzeichnet.
u.a.
So wird eine weitere Verbesserung vorgeschlagen, bei
der eine metallische Schicht mit guter Lotaufnahmefähigkeit auf der erwähnten Elektrode vorgesehen wird, da die
Oberfläche eines durch Flammspritzen oder stromlose Abscheidung gebildeten Metalls eine ziemlich schlechte
Lotaufnahmefähigkeit aufweist, und diese zusätzliche metallische Schicht erleichtert die Verbindung von
Anschlußdrähten durch Löten.
Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsbeispiele näher erläutert;
darin zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt eines typischen Varistorelements; Fig. 2 ein Diagramm zur Darstellung einer typischen
Spannung-Strom-Abhängigkeit bei einem Varistorelement;
Fig. 3 ein Diagramm zur Darstellung der Storspannungen
bei einem Gleichstrommotor als Funktion der Zeit;
Fig. 4 ein schematisches Diagramm zur Veranschaulichung
der Überlappung der Varistoreigenschaften im Körpers eines Varistorelements und der Gleichrichtungseigenschaften
an der Grenzfläche zwischen dem Varistorkörper und der Elektrode;
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Fig. 5 eine schematische Darstellung einer Flammspritzmaschine
und eines an der Maschine montierten Sinterkörpers beim Flammspritzen;
Fig. 6 (a) und Fig. 6 (b) Grundrisse der Oberseite bzw. der Unterseite eines/ringförmigen Sinterkörpers
zur Verwendung zur Funkentstörung in Gleichstrommotoren mit Sektor- oder Ringelekfcroden;
Fig. 7 einen schematischen Querschnitt eines Gleichstrommotors, der mit einem auf der Welle des Rotors
montierten Varistorelement versehen ist;
Fig. 8 ein Ersatzschaltbild des Motorrotors mit einem Varistorelement in Sternschaltung;
Fig. 9 ein Ersatzschaltbild des Motorrotors mit einem Varistorelement in Dreieckschaltung;
Fig. 10 einen Querschnitt des Varistorelements, das mit den Lot aufnehmenden Schichten auf den Elektroden
versehen ist;
Fig. 11 einen Querschnitt des Varistorelements, das
mit den doppelten Lot aufnehmenden Schichten auf den Elektroden versehen ist;
Fig. 12 (a) und Fig. 12 (b) Grundrisse der Oberseite bzw. der Unterseite eines ringförmigen Varistorelements
mit drei Sektorelektroden auf jeder der Seiten, wobei die Elektroden an der Oberseite mit den
Lot aufnehmenden Schichten bedeckt sind; und
Fig. 13 ein Ersatzschaltbild des Rotors eines Gleichstrommotors mit dem Varistorelement nach Fig.
Ein keramisches Varistorelement hat typisch einen Aufbau, wie er im Querschnitt in Fig. 1 gezeigt ist, obwohl
tatsächliche Formen natürlich je nach den besonderen Anwendungsfällen der Varistorelemente bestimmt werden. Wie
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Fig. 1 zeigt, ist ein keramischer Sinterkörper 1 in einer Form einer Scheibe an seinen beiden Oberflächen mit
Elektroden 2, 2 versehen, und Anschlußdrähte 3, 3 sind mit den Elektroden 2, 2 unter Verwendung von Lot 4, 4
verbunden.
Fig. 2 zeigt die Spannungs-Strom-Abhängigkeit bei einem Varistor, bei dem der Strom I nicht-linear wächst, wenn die
an die Elektroden angelegte Spannung V erhöht wird, und der Strom I, wenn die Spannung V einen bestimmten kritischen
Wert V überschreitet, entsprechend dem Abfall des elektrischen Widerstandes rasch wächst.
Gewöhnlich sind die Breiten der Kommutatorlamellen und der Bürsten, in Gleichstrommotoren geringer Abmessungen
klein, und die Änderungsgeschwindigkeit des Stroms durch die Ankerspulen ist bei hoher Reaktanzspannung hoch, so daß
sehr häufig Funken zwischen der Oberfläche des Kommutators.· und der Bürste in dem Augenblick auftreten, wenn die
Bürste von einer Kommutatorlamelle zur nächsten überspringt. Diese Funken verursachen eine nadelspxtzenartige Störspannung
und beschleunigen den Verschleiß des Kommutators und der Bürsten, so daß die Lebensdauer des Motors verkürzt
wird. Diese Störspannung ist, wie in Fig.3 als Funktion der Zeit t gezeigt ist, eine bipolare Spannung und hat einen
Spitzenwert, der einige 10 Male größer als die Leitungsspannung ist und unerwünschte Einflüsse auf die anderen,
elektrisch mit dem Motor verbundenen Instrumente ausübt. Varistorelemente werden mit dem Zweck verwendet, diese
Störspannungen zu beseitigen, und die S tor spannungen N..,
N2 werden durch Kurzschließen in dem Bereich absorbiert,
wo die Störspannungen KL und N„ die Varistorspannung V_
übersteigen. Es ist daber erwünscht, daß die Varistorspannung
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größer als die Leitungsspannung des Motors mit einem nicht
so großen Unterschied ist, so daß die nicht-linearen Widerstandselemente wie der Varistor zur Vermeidung der
Störungserzeugung in kleinen Gleichstrommotoren gute Varistoreigenschaften im Niederspannungsbereich haben
sollten.
Wie bereits erwähnt wurde, hat ein keramischer Varistor auf Titandioxidbasis ausgezeichnete Varistoreigenschaften,
wie durch die Kurve L1 in Fig. 4 gezeigt ist, mindestens
solange nur die Nicht-Linearität des Sinterkörpers betroffen ist. Wenn der Kontakt zwischen dem Sinterkörper und
den Elektroden nicht-ohmisch ist, tritt eine Gleichrichtungserscheinung
an der Grenzfläche auf, wie durch die Kurve L„ in Fig.4 gezeigt ist, die zu einer Gesamt-Spannungs-Strom-Abhängigkeit
führt, wie sie durch die Kurve L., als Summierung der Kurven L1 und L- gezeigt ist, die
bezüglich der Varistoreigenschaften weniger befriedigend ist, so daß die ausgezeichnete Charakteristik des Sinterkörpers
erheblich beeinträchtigt wird.
Daher schlägt die Erfindung als Ergebnis ausgedehnter Untersuchungen seitens der Erfinder ein nicht-lineares
Widerstandselement vor, das einen keramischen Sinterkörper, der hauptsächlich aus Titandioxid zusammengesetzt ist,
und wenigstens eine Elektrode aufweist, die aus einem metallischen Material besteht und mit der Oberfläche des keramischen
Sinterkörpers in ohmschem Kontakt verbunden ist.
Der erwähnte keramische Sinterkörper wird durch Sintern von Titandioxid unter Zumischung geringer Mengen eines
oder mehrerer der Oxide der Gruppe Nioboxid, Tantaloxid und Antimonoxid hergestellt. Das Verfahren zur Herstellung eines
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solchen Sinterkörpers ist herkömmlich und wird hier nicht
im einzelnen beschrieben. Die Formen und Abmessungen des Sinterkörpers sind ebenfalls nicht beschränkt und richten
sich nach den besonderen Anwendungsfällen des Varistorelements
.
Die Elektrode, die mit der Oberfläche des keramischen Sinterkörpers in ohmschem Kontakt verbunden werden muß,
besteht aus einem metallischen Material. Die zur Bildung einer solchen Elektrode in ohmschem Kontakt mit der
Oberfläche des Sinterkörpers geeigneten Metallmaterialien umfassen Aluminium, Zink, Zinn, Silber, Kupfer, Blei,
Wismut und Nickel sowie Legierungen dieser Metalle. Am meisten bevorzugt unter den genannten Metallen ist Silber,
doch ist zu bemerken, daß hochreines Silber zur Bildung von mit dem Sinterkörper in ohmschem Kontakt verbundenen
Elektroden nicht geeignet ist und da£ zur Verwendung
in diesem Fall geeignete Silber wenigstens ein Hilfsmetallelement
enthalten soll, das aus der Gruppe Indium, Gallium, Zinn, Antimon, Kadmium, Zink und Aluminium in
einer Menge im Bereich von 2 bis 20 Gew. % gewählt ist.
Verschiedene Verfahren oder Techniken lassen sich zur Bildung von Elektroden aus dem vorstehend erwähnten Metallmaterial
an der Oberfläche des Sinterkörpers in ohmschem Kontakt anwenden, jedoch ist es wichtig, daß bestimmte
Metallmaterialien mit besonderen Verfahren zur Ausbildung der Elektrode kombiniert werden, um den vollständigsten
ohmschen Kontakt zwischen der Elektrode und dem Sinterkörper zu haben. Beispielsweise kann Vakuumabscheidung
mit mehreren Arten der Metalle geeignet sein, wenn unpraktisch hohe Kosten im Verfahren unberücksichtigt bleiben.
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Ein weniger aufwendiges Verf.ihren zur Bildung von Silberelektroden am Sinterkörper ist die Verwendung einer
Silberpaste, die ein Hilfsmetallelement, wie oben erwähnt,
und eine Fritte enthält, Süberelektroden lassen sich
ohne weiteres mit einer solchen Silberpaste nach der Technik beispielsweise des Siebdrucks mit nachfolgendem
Einbrennen bilden. Dieses Verfahren des Drucks und Einbrennens ist für eine Massenproduktion von keramischen
Varistorelementen mit relativ niedrigen Fertigungskosten gut geeignet.
Ein anderes Verfahren zur Bildung guter Elektroden mit ohmschem Kontakt ist das sog. Flammspritzen des Metalls.
Das Flammspritzen ist ein Verfahren, bei dem das Metallmaterial kontinuierlich in einer Flammspritzmaschine
geschmolzen wird, wo die Metallschmelze mit einem Gasstrahl abgeblasen und in der Form feiner geschmolzener Teilchen
auf die Substratoberfläche zur Bildung einer ζ usammenhängenden
Metallschicht darauf gespritzt wird. Dieses Flammspritzverfahren kann ohne weiteres Elektroden aus einem
Metallmaterial mit einer gewünscht hohen Reinheit in gutem ohmschen Kontakt mit der Oberfläche des Sinterkörpers
ergeben. Was noch wichtiger ist, die Varistoreigenschaften der so hergestellten nicht-linearen Widerstandselemente
sind sehr gleichmäßig, da die Reproduzierbarkeit der elektrischen Eigenschaften, z. B. des elektrischen Widerstandes,
der Elektroden sehr hoch ist.
Außerdem ist die Binde- und Haftfestigkeit der Metallelektrode am Sinterkörper sehr hoch, wenn die
Elektrode nach dem Flammspritzverfahren gebildet wird, so daß die Elektroden eine gute Dauerhaftigkeit ohne
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z. B. die Gefahr eines Abblätterns aufweisen, so daß man eine sehr hohe Verläßlichkeit bei den Varistorelementen
erzielt.
Für das Flammspritzverfahren geeignete Metallmaterialien umfassen Aluminium, Zink, Zinn, Silber, Kupfer, Blei
und Wismut. Diese Metallmaterialien können ohne weiteres Elektrodenschichten auf der Oberfläche des Sinterkörpers
in gutem ohmschen Kontakt bei geringem Aufwand im Vergleich mit den herkömmlich als Elektrodenmaterialien
verwendeten Indium - Gallium-Legierungen bilden. Außerdem ist das Verfahren des Flammspritzens dieser Metallelemente
auf den Titandioxidbasis-Sinterkörper fast das gleiche wie bei der Bildung von Elektroden mit ohmschem
Kontakt auf keramischen Halbleitern auf Basis ; von Bariumtitanat u. dgl.
Beim Durchführen des Verfahren des Flammspritzens auf die Oberfläche eines keramischen Sinterkörpers wird der
Sinterkörper mit einer Maske belegt, die dem gewünschten
Muster der Elektrode entsprechende Durchbrechungen aufweist, und die Metallschmelze wird darauf zur Ausbildung
der Elektrode eines gewünschten Musters gespritzt.
Fig. 5 veranschaulicht eine Flammspritzmaschine und einen Sinterkörper beim Flammspritzen, der mit einer Maske
abgedeckt und an der Maschine montiert ist. Wie die Figur zeigt, ist der Körper 31 der Maschine mit einer
Spritzdüse 32 und einem Paar von MetalldrahtZubringern 33a,
33b ausgerüstet, durch die die Metalldrähte 39a, 39b kontinuierlich in die Spritzzone am Spritzende der
Spritzdüse 32 unter Abziehen von den Drahtspulen 36a, 36b und
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Vorrücken mittels der Zuführungsrollen 34a, 34b eingeführt werden. Druckluft oder ein geeignetes Gas wird in den
Lufteinlaß 35 eingespeist und aus der Spritzdüse 32 als Strahl in die Spritzzone ausgeblasen. Ein elektrischer
Wechsel- oder Gleichstrom wird den Metalldrähten, z. B. Aluminiumdrähten, 39a, 39b über die vom Leitungsträger
gehaltenen Leitungen 38a, 38b zugeführt. Wenn die vorrückenden Enden 39a 39b.. der Metalldrähte 39a, 39b
miteinander in Berührung kommen und dann etwas auseinandergezogen werden, entsteht ein elektrischer Lichtbogen im
Raum zwischen den vorrückenden Enden 39.- 39T3I der
Metalldrähte 39a, 39b, so daß die Drähte 39a, 39b an
den Enden 391· 1. 39, ., geschmolzen werden. Das so geschmolzene
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Metall in der Spritzzone wird unverzüglich durch den aus der Spritzdüse 32 kommenden Gasstrahl abgeblasen und
auf die Oberfläche des Sinterkörpers 1 durch die Durchbrechungen 41a, 41b der Maske 41 gespritzt, wodurch
Metallschichten 2 auf der Oberfläche des Sinterkörpers 1 unter Bildung der Elektroden eines gewünschten Musters
abgeschieden werden.
Das oben beschriebene Flammspritzverfahren durch eine Maske mit Durchbrechungen ist sehr vorteilhaft, da eine
Maske mit beliebigen komplizierten Durchbrechungen ohne weiteres durch maschinelle Bearbeitung, Formgießen oder
andere geeignete Maßnahmen hergestellt werden kann, so daß . jedes komplizierte Muster der Elektroden leicht
mit hoher Genauigkeit und Bequemlichkeit reproduziert werden kann. Es brauchte wohl nicht erwähnt zu werden,
daß eine gleichmäßige Spritzbeschichtung des Sinterkörpers ohne Maske durch Flammspritzen mit einem Metallschmelzenmaterial
mit folgender Entfernung der nicht erforderlichen Teile der Metallschicht nur mit großen Schwierigkeiten und
viel Mühe durchgeführt werden kann, was zu einer merklich verringerten Produktivität und zu erhöhten Produktionskosten
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führt, wenn das Muster der erwünschten Elektroden kompliziert ist.
Die Maske 41 mit Durchbrechungen 41a, 41b wird von der Oberfläche des Sinterkörpers 1 nach Abschluß des
Flammspritzens abgenommen und kann wiederholt verwendet werden. Zu empfehlende Materialien für die Maske 41
sollten Metalle sein, die am darauf gespritzten geschmolzenen Metall nicht haften, z. B. Messing, und sollten
zweckmäßig auch mit einer Schicht aus einem Trennmittel, wie z. B. einem kohlenstoffhaltigen Material oder
Äthylenglycol, vor ihrer Verwendung versehen sein, um das Ablösen und die Abnahme der darauf beim Flammspritzen abgeschiedenen
Metallschicht ohne gewaltsames Abreißen zu erleichtern, das zu einer verkürzten Lebensdauer der Maske
aufgrund der Verformung der Maskengestalt führen könnte.
Der nach dem vorstehend beschriebenen Flammspritzverfahren
mit den Elektroden versehene Sinterkörper wird vorzugsweise einer Anlaßbehandlung bei einer Temperatur von
100 bis 300 0C für 30 bis 180 Minuten unterworfen, um
so die Stabilität des ohmschen Kontakte zwischen dem Sinterkörper und der Elektrode zu verbessern.
Besondere Muster der auf der Oberfläche des Sinterkörpers vorgesehenen Elektroden hängen natürlich von den
besonderen Anwendungsfällen der Varistorelemente mit den Elektroden ab. Eines der typischen Muster der Elektroden bei
einem für die Funkentstörung in Gleichstrommotoren geringer Abmessungen verwendeten Varistorelement ist in Fig. 6 (a)
und Fig.6(b) für die beiden gegenüberliegenden Oberflächen
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eines Sinterkörpers gezeigt. Der Sinterkörper 6 ist mit einem kreisförmigen Loch 5 in seiner Mitte versehen,
durch das die Drehwelle des Motors einzuführen ist. So hat der Sinterkörper 6 im ganzen eine ringförmige Gestalt.
An einer Oberfläche des Sinterkörpers 6 sind gemäß Fig.6 (a) drei Elektroden 7a, 7b, 7c in gleichmäßig
unterteilten Sektoren vorgesehen. Auf der gegenüberliegenden Oberfläche des gleichen Sinterkörpers 6 ist
gemäß Fig. 6 (b) eine einzelne ringförmige Elektrode 8 vorgesehen. Diese Elektroden werden beispielsweise
nach dem oben beschriebenen Flammspritzverfahren hergestellt.
Fig. 7 ist eine Querschnittdarstellung eines Gleichstrommotors geringer Abmessungen mit einem eingebauten
Varistorelement, wie es in den Fig. 6 (a) und 6 (b)
dargestellt ist. Das Varistorelement, das aus dem Sinterkörper 6 und den Elektroden 7a, 7b, 7c und 8 an beiden
Oberflächen zusammengesetzt ist, ist auf der Welle 10 des
Rotors montiert, wobei eine Ankerspule 9 und ein Kommutator 11 fest auf der Welle 10 montiert sind, um
in dem durch die Feldmagnete 13a, 13b gebildeten Magnetfeld drehbar zu sein. Die Lage des Varistorelements
ist zwischen der Ankerspule 9 und dem Kommutator 11 auf der Welle 10. Jede der Elektroden 7a, 7b, 7c mit ohmschem
Kontakt ist elektrisch mit einer der Kommutatorlamellen 11a, 11b, 11c verbunden, die in intermittierenden Kontakt mit
den Bürsten 12a, 12b kommen, wenn der Rotor rotiert.
Bei dieser Montage und diesem Anschluß des Varistorelements im Gleichstrommotor zeigen sich die Varistoreigenschaften
des Elements in den Teilen des Sinterkörners zwischen jeder der Elektroden 7a, 7b, 7c mit ohmschem
Kontakt und der gemeinsamen Elektrode 8 an der gegenüber-
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liegenden Oberfläche. Dies bedeutet, daß das Varistorelement
im Motor eingebaut ist, um eine Sternschaltung zu bilden, wie im Ersatzschaltbild in Fig. 8 gezeigt
ist, wonach drei nicht-lineare Widerstandselemente P , P, , P in Sternschaltung mit der Elektrode 8 als dem
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neutralen Punkt bezüglich der drei Ankerspulen 9a, 9b, 9c geschaltet sind. Wenn Störspannungen N-, N-, wie
sie in Fig. 3 gezeigt sind, im Motor mit dieser Varistorschaltung auftreten, erhält man einen Varistoreffekt
zur Absorption der Störspannung in wenigstens zwei der drei äquivalenten nicht-linearen Widerstandselemente
P , P, , P , so daß die Störspannungen N1, N9 wirksam
im Kommutator 11 ohne nachteilige Einflüsse auf die
äußeren Schaltkreise absorbiert werden.
Im Gegensatz zu der im Ersatzschaltbild in Fig. 8 gezeigten Sternschaltung kann auch eine Dreiecksschaltung
gebildet werden, wie sie mit dem in Fig. 9 dargestellten Ersatzschaltkreis gezeigt ist. Hierbei hat das zu verwendende
Varistorelement drei Sektorelektroden 7a, 7b, 7c entsprechend Fig. 6 (a) auf einer Oberfläche des
Sinterkörpers 6, jedoch ist auf der gegenüberliegenden Oberfläche keine Elektrode vorgesehen. Wie in Fig. 9
gezeigt ist, sind drei äquivalente nicht-lineare Widerstandselemente P1 , P1, , P1 , die zwischen je zwei der
a 0 c
Elektroden 7a, 7b, 7c gebildet sind, jeweils im Dreieck durch eine der Kommutatorlamellen 11a, 11b, 11c geschaltet.
Diese Dreiecksschaltung ist ebenfalls zur Funkentstörung durch den von den drei nicht-linearen
Widerstandselementen P1 , P'v, P1 gezeigten Varistor-
a JD c
effekt wirksam, übrigens sind die Ankerspulen 9a, 9b,
9c in Fig. 8 und Fig. 9 in Dreiecksschaltung, doch können sie natürlich auch bei Bedarf in Sternschaltung
angeschlossen sein.
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Es ist auch darauf hinzuweisen, daß die Zahl der Sektorelektroden je nach der Zahl der Kommutatorlamellen
bestimmt wird, obwohl die vorstehende Beschreibung nur unter
der Annahme von drei Kommutatorlamellen gegeben wurde.
Unter den Verfahren zur Erzielung eines ohmschen Kontakts zwischen der Elektrode aus einem metallischen Material
und der Oberfläche des Sinterkörpers ist das Flammspritzverfahren auf die meisten der Metallmaterialien
anwendbar. Das Flammspritzverfahren ist jedoch nicht unbegrenzt für alle Arten von Metallmat_,erialien einsetzbar.
Beispielsweise ist der Kontakt zwischen einer durch Flammspritzen gebildeten Nickelelektrode und der
Oberfläche eines Sinterkörpers aus Titandioxid kein so guter ohmscher Kontakt.
Demgemäß führten die Erfinder ausgedehnte Untersuchungen durch, um ein Verfahren zum Erhalten einer Nickelelektrode
zu entwickeln, die in gutem ohmschen Kontakt mit der Oberfläche eines Titandioxid—Sinterkörpers ist, und
kamen zu dem Ergebnis, daß ein guter ohmscher Kontakt einer Nickelelektrode erhalten wird, wenn man die
Nickelelektrode durch stromloses Abscheiden auf der Oberfläche des Sinterkörpers ausbildet.
Das Verfahren zur stromlosen Abscheidung von Nickel auf der Oberfläche eines Sinterkörpers läuft folgendermaßen
ab. Zunächst wird ein Sinterkörper, der irgendeine gewünschte Form je nach der bezweckten Anwendung, wie z. B.
die in Fig. 6 (a) und (b) dargestellte Ringform, hat, mit einer Schicht aus einem Beschichtungsabdeckmittel auf der
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Oberfläche versehen, die die Teile abdeckt, wo keine Nickelschicht durch die stromlose Abscheidung benötigt
wird, so daß die Flächenteile für die Elektroden frei bleiben und das Elektrodenmuster definieren. Die Schicht
des Beschichtungsabdeckmittels kann.nach einem geeigneten
Verfahren, wie z. B. dem Siebdruck, gebildet werden. Als das Material für das Beschichtungsabdeckmittel kann
man verschiedene Arten organischer Polymerstoffe verwenden, die in den unten erwähnten Beschichtungslösungen
unlöslich sind.
An nächster Stelle wird der so mit der Schicht aus dem Beschichtungsabdeckmittel versehene Sinterkörper
an den für die Elektrodenbildung freiliegenden Flächenteilen durch Eintauchen in eine wässerige Lösung von
Zinnchlorid und Palladiumchlorid (siehe z. B. "Journal of the Electrochemical Society" vol. 107,
S. 250, 1960) aktiviert, worauf die stromlose Beschichtung in einer Beschichtungslösung, die Nickelchlorid, Natriumhypophosphit
und Natriumzitrat enthält, bei einer Temperatur von 80 bis 90 0C folgt, um eine Schicht aus
Phosphor enthaltendem Nickel abzuscheiden. Danach wird die Schicht des Beschichtungsabdeckmittels durch Auflösen
mit einem geeigneten organischen Lösungsmittel entfernt. Falls erforderlich, wird die an unerwünschten Flächenteilen
abgeschiedene Nickel-Phosphor-Schicht durch eine geeignete mechanische Maßnahme, wie z. B. spitzenloses
Rundschleifen oder Sandblasen, entfernt, um die Elektroden in einem genauen erwünschten Muster übrigzulassen.
Es ist bedeutsam, daß der ohmsche Kontakt zwischen der durch stromlose Abscheidung gebildeten Nickelelektrode
und der Oberfläche des Sinterkörpers vollständiger ist, wenn die Elektrode aus 98 bis 80 Gew. % Nickel und
2 bis 20 Gew. % Phosphor zusammengesetzt ist. Das Gewichts-
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verhältnis von Nickel und Phosphor in der abgeschiedenen Schicht wird durch Einstellen des pH-Werts der Beschichtungslösung
gesteuert, der im Bereich von 2 bis 10 liegen soll, da ein höherer pH-Wert als 10 zu einem
geringeren Phosphorgehalt als 2 Gew. % führt, während ein niedrigerer pH-Wert als 2 einen höheren Phosphorgehalt
als 20 Gew. % ergibt.
Der gemäß vorstehender Beschreibung mit den Nickel-Phosphor-Elektroden
versehene Sinterkörper wird dann vorzugsweise einer Alterungsbehandlung durch Erhitzen
bei etwa 300 C unterworfen, um den ohmschen Kontaktzustand der Elektroden an der Oberfläche des Sinterkörpers zu
stabilisieren.
Eine alternative Art der Bildung von musterartigen Elektroden auf der Oberfläche des Sinterkörpers ist die
Verwendung eines ÄtzabdeckmitteIs. In diesem Fall wird der
Sinterkörper zunächst durch die stromlose Beschichtung mit der Abscheidung des Nickel-Phosphors auf der gesamten
Oberfläche versehen. Dann werden die dem gewünschten Elektrodenmuster entsprechenden Flächenteile mit einem
Ätzabdeckmittel, das ein gegenüber der unten erwähnten Ätzlösung beständiges Material ist, durch Siebdruck oder
andere geeignete Verfahren überzogen. Der nächste Schritt ist das Eintauchen des Sinterkörpers in eine Ätzlösung,
so daß die Nickel-Phosphor-Schicht auf den nicht mit dem Ätzabdeckmittel überzogenen Flächenteilen durch Auflösung
in der Ätzlösung beseitigt wird. Ein Beispiel der Ätzlösung ist eine Mischung von Essigsäure, Salpetersäure und Aceton
in einem Verhältnis von 1:1:1, die bei einer Temperatur von etwa 40 0C verwendet wird. Schließlich wird das
die Elektrodenbereiche abdeckende Ätzabdeckmittel durch Waschen
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einer alkalischen Lösung oder einem organischen Lösungsmittel je nach der Art des verwendeten Ätzabdeckmittelmaterials
eafeferaii, Die Wärmebehandlung zur Alterung
wird auch in diesem Fall in der gleichen Weise wie bei der Verwendung des Beschichtungsabdeckmittels vorgenommen
.
Auf jeden Fall ist das Verfahren der stromlosen Beschichtung zur Bildung der Nickel-Phosphor-Elektroden
sehr vorteilhaft, da die Haftung der ElektÜroden an der Oberfläche des Sinterkörpers sehr stark ist und
der Kontakt ausgezeichnet ohmisch ist, wenn man von den erheblich verringerten Kosten für die Elektrodenausbildung
absieht. Außerdem können Elektroden jeden komplizierten Musters ohne weiteres mit hoher Genauigkeit
erzeugt werden, da die Musterbildung nach den Techniken des Siebdrucks oder anderen Druckverfahren mit dem
Beschichtungsabdeckmittel oder dem Ätzabdeckmittel erfolgt und die Beseitigung der Abdeckmaterialien durch Auflösen
ohne mechanische Maßnahmen durchgeführt werden kann, so daß keine Gefahr auftritt, die Oberfläche des Sinterkörpers
als solchen im Lauf der Musterbildung zu beschädigen.
Der nächste Schritt für die Herstellung eines Varistorelements ist die Verbindung der Zuführungsdrähte
mit jeder der Elektroden durch Löten, wie in Fig. 1 gezeigt ist. Ein dabei zu berücksichtigendes Problem ist
die Lotaufnahmefähigkeit der Elektrodenoberflächen. Beispielsweise sind Aluminium- oder Nickelelektroden ohne
Rücksicht auf das Verfahren zur Herstellung der Elektroden
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infolge der Oxidschichtbildung auf der Oberfläche oder anderer/Gründe von schlechter Lotaufnahmefähigkeit. Außer-
dem kann eine Oxidation des Elektrodenmaterials manchmal den ohmschen Kontakt zwischen der Elektrode und der
Oberfläche des Sinterkörpers ungünstig beeinflussen, was zu einer verringerten Verläßlichkeit der Varistoreigenschaften
bei einer Langzeitverwendung des Varistorelements führt. Außerdem ist auch eine nach dem
Flammspritzverfahren erzeugte Silberelektrode von schlechter Lotaufnahmefähigkeit. Diese schlechte Lotaufnahmefähigkeit
tritt noch stärker auf, wenn die Elektrode aus einem Silbermaterial unter Zusatz geringer
Mengen der Hilfselemente, wie z. B. Indium, Gallium, Antimon, Kadmium, Zink,Aluminium u. dgl., wie oben erwähnt,
gebildet ist, als es bei den Elektroden aus hochreinem Silber der Fall ist.
Die oben erwähnten Schwierigkeiten beim Löten können überwunden werden, indem man eine Schicht aus einem
metallischen Material mit guter Lotaufnahmefähigkeit auf der auf dem Sinterkörper gebildeten Elektrode vorsieht.
Ein Beispiel von mit einer solchen Schicht guter Lotaufnahmefähigkeit auf jeder der Oberflächen zur Bedeckung
der Elektroden versehenen Varistorelementen ist in Fig. 10 im Querschnitt gezeigt. Der Sinterkörper 1 ist
eine der in Fig. 1 gezeigten gleichartige Scheibe und auf jeder der gegenüberliegenden Oberflächen mit der
nach einem geeigneten Verfahren, wie z. B. Bedrucken mit einer Silberpaste, Flammspritzen mit geschmolzenem Aluminium
+) Daher läßt sich eine feste Verbindung der Zuführungsdrähte aus diesen Metallmaterialien mit den Elektroden
durch Löten kaum erzielen.
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oder stromloser Beschichtung mit Nickel-Phosphor, gebildeten Elektrode 2, 2 versehen. Die Elektroden 2,
bedeckend sind lotaufnehmende Metallschichten 21, 21 vorgesehen, mit denen die Zuführungsdrähte 3, 3
mittels Lot 4, 4 verbunden sind. Das Verfahren zur Bildung der lotaufnehmenden Schicht ist nicht beschränkt.
Beispielsweise werden die Schichten am zweckmäßigsten durch Drucken, z. B. Siebdruck, mit einer Silberpaste
hergestellt, die darin verteilte Teilchen aus hochreinem Silber enthält. Es ist bei der Durchführung des
Bedrückens mit der Silberpaste wichtig, daß die Silberpaste niemals durch ungenaues Drucken auf die
Flächenteile zerstreut wird, wo die Elektrodenschicht nicht gebildet ist. Ein zu empfehlendes Verfahren zur
Vermeidung eines solchen Fehldrucks besteht darin, das gedruckte Muster nicht zum Bedecken der gesamten
Elektroden 2 auszulegen, sondern das Druckmuster der lotaufnehmenden Schicht 21 etwas kleiner als die Elektroden
2 zu machen, wobei Randstreifen g.. um den Umfang der Elektroden 2, 2 verbleiben.
Mehrere Vorteile werden durch diese Technik des Versehens lotaufnehmender Schichten 21 auf den Elektroden
nicht nur durch die sehr stark verbesserte Bindefestigkeit der Zuführungsdrähte durch Löten, sondern auch durch
die erhöhte Dauerhaftigkeit des Varistorelements aufgrund des Vermeidens einer Oxidation des Elektrodenmaterials
durch die lotaufnehmenden Schichten erzielt, die fast die gesamten Elektrodenoberflächen abdecken, was zur
Aufrechterhaltung des ohmschen Kontakts zwischen der Elektrode und der Oberfläche des Sinterkörpers über eine
lange Zeitdauer führt.
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Die lotaufnehmenden Metallschichten können auch durch
die galvanische Beschichtung mit Zinn oder anderen geeigneten Metallen oder durch Beschichtung mit einer
Lotlegierung gebildet werden. Einer der Vorteile dieser galvanischen Beschichtung gegenüber dem Druckverfahren
mit einer Silberpaste ist der, daß die metallische Beschichtung auf den gesamten Oberflächen der Elektroden
ohne die Gefahr einer Zerstreuung der lotaufnehmenden Schichten auf die unerwünschten Flächenbereiche erzielt
wird, so daß die lotaufnehmenden Flächen der Elektroden stark vergrößert werden und die Vermeidung einer Elektrodenoxidation
vollständiger ist.
Fig. 11 ist eine Querschnittsdarstellung eines Varistorelements, bei dem der Sinterkörper 1 zunächst
mit Elektroden 2, 2 in ohmschem Kontakt auf beiden gegenüberliegenden Oberflächen versehen ist und dann
auf den Elektrodenoberflächen lotaufnehmende Schichten 21,
durch Bedrucken mit einer Silberpaste unter Belassen von Randstreifen q. um die lotaufnehmenden Schichten 21,
gebildet sind. Anschließend sind dann noch zweite
lotaufnehmende Schichten 22, 22 durch die galvanische Beschichtung mit z. B. Zinn gebildet, um die gesamten
Flächen der ersten lotaufnehmenden Schichten 21, 21 und die nicht mit den ersten lotaufnehmenden Schichten 21,
bedeckten Oberflächen der Elektroden 2, 2 abzudecken.
Ein Vorteil einer solchen Doppelschichtabdeckung ist die weiter verbesserte Verhinderung der Elektrodenoxidation
bei gleichzeitig vergrößerten Lotaufnahmeflächen.
Fig. 12 (a) und Fig. 12 (b) sind Grundrisse der Oberseite bzw. der Unterseite eines ringförmigen Varistorelements,
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das dem in Fig. 6 gezeigten ähnlich ist und zur Funkentstörung in Gleichstrommotoren geringer Abmessungen
verwendet wird. Wie in Fig. 12 (a) gezeigt ist, ist der Sinterkörper 1 auf der Oberseite mit drei Sektorelektroden
2a, 2b, 2c in ohmschem Kontakt mit der Oberfläche des Sinterkörpers 1 nach Bildung durch ein
geeignetes Verfahren, wie z. B. Flammspritzen mit einer Metallschmelze, versehen. Jede der Elektroden 2a,
2b, 2c hat gleiche Fläche mit einer Spannweite von etwas weniger als 120° zum Mittelpunkt, wobei Spalte g2
zwischen den benachbarten Elektroden vorgesehen sind. Jede der Elektroden 2a, 2b, 2c ist mit der zugehörigen
Lotaufnahmeschicht 21a, 21b oder 21c bedeckt, die durch Bedrucken mit einer Silberpaste oder durch galvanische
Beschichtung mit Zinn nach obiger Beschreibung gebildet ist, wobei die Abmessung der Lotaufnahmeschichten 21a,
21b oder 21c etwas geringer als die der zugehörigen Elektrode 2a, 2b oder 2c mit unbedeckten Randstreifen
ist. Drei Zuführungsdrähte 3a, 3b, 3c sind mit den Lotaufnahmeschichten 21a, 21b, 21c mittels Lot verbunden.
Andererseits ist die Unterseite des Sinterkörpers 1,
wie in Fig. 12 (b) gezeigt ist, mit drei gleichartigen Sektorelektroden 20a, 20b, 20c mit Spalten g_ versehen.
Diese Elektroden 20a, 20b, 20c auf der Unterseite sind mit gestrichelten Linien auch in Fig. 12 (a) dargestellt.
Wie Fig. 12 (a) zeigt,ist die radiale Anordnung dieser Elektroden 20a, 20b, 20c an der Unterseite nicht in
direkter Rückseiten-Vorderseiten-Zuordnung zu den Elektroden 2a, 2b, 2c an der Oberseite, sondern jede der
Elektroden ist in der Winkellage angeordnet, die von der Lage in direkter Rückseiten-Vorderseiten-Zuordnung zu
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einer der Elektroden an der gegenüberliegenden Oberfläche um 60° gedrent. So hat der Sinterkörper 1 sechs Varistorbereiche
S1, S2/ S3, S4, S5 und S6, die jeweils zwischen
den gegenüberliegenden Elektroden 2a-2Oa, 2a-2Ob,
2b-2Ob, 2b-2Oc, 2c-2Oc bzw. 2c-2Oa eingefügt sind, übrigens
sind die Elektroden 20a, 20b, 20c an der Unterseite nicht mit den Lotaufnahmeschichten bedeckt, da mit diesen
Elektroden keine Zuführungsdrähte durch Löten verbunden sind.
Die Montage des vorstehend beschriebenen Varistorelements mit drei Sektorelektroden an jeder der gegenüberliegenden
Oberflächen ist genau die gleiche wie bei dem in Fig. 6 dargestellten und in Fig. 7 veranschaulichten
Varistorelement. Das Ersatzschaltbild mit den Ankerspulen 9a, 9b, 9c und den Kommutatorlamellen 11a, 11b,
11c ist in diesem Fall, wie in Fig. 13 dargestellt. In
diesem Ersatzschaltbild ist eine Reihenkombination von zwei der sechs Varistorbereiche S1 bis S,- in Dreiecksschaltung
mit einer der Ankerspulen 9a, 9b, 9c ebenfalls in Dreiecksschaltung durch eine der Kommutat.orlamellen 11a,
11b, 11c verbunden. Daher wird der Effekt der Funkentstörung
in allen Varistorbereichen S, bis Sc erzielt, wenn eine
Störspannung auftritt, so daß man einen ausgezeichneten Funkentstörungseffekt auch in hohen Strombereichen erhält.
Es folgt ein überblick über die mit den vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen nicht-linearen Widerstandselementen
erhaltenen Vorteile.
ge
(1) Die dem Sinterkörper selbst einen Varistoreigenschaften können sich bei geringen Varistorspannungen voll
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auswirken, so daß man nicht-lineare Widerstandselemente als sehr wirksame Funkentstörungselemente für bei
niedrigen Spannungen betriebene Gleichstrommotoren geringer Abmessungen erhält.
(2) Die Bindefestigkeit zwischen der Oberfläche des Sinterkörpers und der Elektrode ohmschen Kontakts ist
sehr stark ohne daß eine Gefahr eventueller Abblätterung der Elektroden auftritt, so daß die erfindungsgemäß
erhaltenen Varistorelemente eine sehr hohe Verläßlichkeit
auch bei langem Betrieb haben.
(3) Eine Beeinträchtigung der Varistoreigenschaften ist im Verlauf der Zeit sehr gering, wobei gleichzeitig
die Korrosionsbeständigkeit der Elektroden ausgezeichnet ist, was zur Dauerhaftigkeit der Varistorelemente beiträgt.
(4) Die Materialien für die Elektroden und die Lotaufnahmeschichten
sind unaufwendig, und das Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Varistorelemente ist
auch nicht sehr kompliziert, so daß sich die Varistorelemente zu niedrigen Kosten und mit hoher Produktivität
in einer Massenproduktion herstellen lassen.
(5) Die Reinheit der metallischen Materialien für die Elektroden mit ohmschem Kontakt läßt sich nach Bedarf
so steuern,daß eine gute Reproduzierbarkeit in der Güte
der Varistorelemente erhalten wird.
(6) Die Genauigkeit der Elektrodengestalt wird durch die Verwendung von Masken beim Flammspritzen oder durch
die Verwendung eines Beschichtungsabdeckmittels oder eines
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Ätzabdeckmittels beim Beschichtungsverfahren gesichert, so daß die Abmessungsgenauigkeit der Produkte hoch ist.
(7) Die Bindefestigkeit der Zuführungsdrähte ist
dank des Vorliegens der Lotaufnahmeschichten sehr hoch, was zur Vereinfachung der Zusammenbauarbeiten der
Varistorelemente zusammen mit der erwähnten Abmessungsgenauigkeit beiträgt.
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