DE2021822A1 - Acylierte Triflourmethylharnstoffcarbamate und deren Verwendung als Herbizide - Google Patents
Acylierte Triflourmethylharnstoffcarbamate und deren Verwendung als HerbizideInfo
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Description
RECHTSANWÄLTE
DR-JUR-DIPL-CHEM-WAlTERBEIL
ALFRED HOEPPENER
DR. JUR. DIPt-CHEM. H.-J. WOLFF DR. JUR. HANS CHR. BEIL
DR. JUR. DIPt-CHEM. H.-J. WOLFF DR. JUR. HANS CHR. BEIL
623FRANKFURTAMAAAIN-HoCHST
ADELONStRASSE 58
t Mai ■ ";J
Unsere Nummer 16 273
Stauffer Chemical Company, New York, Ν.Ϊ., Y.St.A,
Acylierte Irifluo:cmethylharnstoffcarbainate
und deren Verwendung als HerTpigicle
Die Erfindung betrifft bestimmte neue acylierte Harnstoffcarbamate,
die als Herbizide verwendbar sind. Die erfindungsgemäßen
Verbindungen können durch Umsetzung geeigneter Carbamoyloxyphenylharnstoffe mit Trifluoresaigsäureanhydrid
hergestellt werden und entsprechen der Formel
O {) 9 B4 7 / 2 O r.« :
2021
In dieser Formel bedeuten
R. und R5 unabhängig voneinander Alkylreste mit 1 bis
etwa 8 Kohlenstoffatomen, Cyclohexyl, niederes Alkenyl mit etwa 3 bis 4 Kohlenstoffatomen, Phenyl oder substituiertes
Phenyl - wobei die Substituenteti niedere Allcylgruppen
sind -, niederes Alkoxy, Nitro oder Halogen,
R und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkylgruppen
mit 1 bis etwa 8 Kohlenstoffatomen, Cyclohexyl, niederes Alkenyl mit etwa 3 bis etwa 4 Kohlenstoffatomen
oder Trifluoracetyl, wobei jeweils wenigstens eine der
Gruppen R oder Rp Irifluoraeetyl sein muß;
R. Wasserstoff, Methyl oder - wenn nur eine der beiden Gruppen R oder Rg !Erifluoraoetyl darstellt - OJrifluoraoetyl.
Geeignete Carbamoyloxyphenylharnstoffe, die als Ausgangs* material brauchbar sind, sind solche, in denen R, R2 und
R^ in der weiter oben angegebenen I?onnel unabhängig voneinander
Wasserstoff bedeuten.
Vorzugsweise haben die verschiedenen genannten Gruppen folgende Bedeutung? Bei den Alkylgruppen handelt es sich vorzugsweise
um solche mit 1 bis etwa 8 Kohlenstoffatomen und
bei den niederen AUcylgruppen um solche mit 1 bis etwa 4
Kohlenstoffatomen;* in beiden !Fällen kann sowohl eine geradkettige
als auch eine verzweigtkettige Konfiguration vorliegen.
Beispiele für Alkyl- und niedere Alkylgruppen sind Methyl, Äthyl, n-Propylf Isopropyl, η-Butyl, sek. Butyl,
n-Hexyl, Isoanyl, n-Heptylt Isooctyl, n-Octyl u.a. Beispiele
für niedere Alkenylgruppen mit 3 bis etwa 4 Kohlenstoffatomen
sind solohe mit wenigstens einer Doppelbindung in der
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2-Stellung, nämlich Allyl, 2-Methylallyl, 2-Butenyl u.a.
Tritt eine niedere Alkenylgruppe in einem substituierten Phenyl auf, so kann es sich um einen Vinylrest handeln.
Der Ausdruck "Halogen" umfaßt Fluor, Chlor, Brom und Jod.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind aktive Herbizide
mit genereller Anwendbarkeit. Damit soll gesagt werden, daß bestimmte Glieder der Klasse eine herbizide Wirkung
gegen eine große Zahl von Pflanzenarten aufweisen,Zur Verringerung
und zur Beseitigung unerwünschten Pflanzenwuchses werden die erfindungsgemäßen Verbindungen in ausreichenden
Mengen auf den Boden, in dem die pflanzen wachsen, aufgebracht.
Unter "Herbizid" wird im vorliegenden Zusammenhang eine
Verbindung verstanden, die das Pflanzenwachstum verhindert oder beeinflußt. Unter einer zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums
"ausreichenden" Menge wird die Menge verstanden,
die einen erkennbaren Einfluß auf das Pflanzenwachstum hat. Unter einer "Beeinflussung des Pflanzenwachstums" werden
dabei alle Abweichungen von der natürlichen Entwicklung verstanden, z.B. Ausrottung, Verzögerung, Entlaubung, Austrocknung, Regulierung, Welken, Kultivierung, Stimulierung,
Zwergwuchs u.a. Unter "Pflanzen" werden sowohl keimende Samen als auch aufgehende Pflänsschen sowie bereits ausgebildete
Pflanzen einschließlich der Wurzeln und der oberirdischen Teile verstanden.
Die Verbindungen gemäß der Erfindung können nach verschiedenen Methoden hergestellt werden, je nach der Art der Ausgangsmaterialien
und gewünschten iäiäproäukte. Die im folgenden
beschriebene allgemeine Methode ist für die Herstellung aller hier beschriebener Verbindungen anwendbar. Danach wird
ein in geeigneter Weise N-monosubstituierter Carbamoyloxyphenylharnstoff
mit Trifluoressigsäureanhydrid behandelt.
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Gegebenenfalls kann man Schwefelsäure als Katalysator für die Umsetzung verwenden. Die Umsetzung wird im allgemeinen
in einem geeigneten Lösungsmittel, z.B. Benzol durchgeführt. Nach Beendigung der Umsetzung wird das lösungsmittel entfernt
und das Produkt abgetrennt. Nach der Abtrennung des Rohproduktes erfolgt die Aufarbeitung des Produktes in
üblicher Weise, z.B. durch Destillation im Falle von Flüssigkeiten und durch Umkristallieation im Falle von
festen Substanzen.
Der als Ausgangsmaterial eingesetzte N-monosubstituierte Carbambyloxyphenylharnstoff kann seinerseits nach einem
Verfahren zur Synthese von Oarbamaten und Harnstoffderivaten,
welches in der britischen Patentschrift 1 106 064 beschrieben ist, hergestellt werden.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen lassen sich unter Anwendung
der in dem folgenden Beispiel ausführlich beschriebenen Arbeitsweise herstellen. Im Anschluß an das Beispiel
sind in einer Tabelle die Verbindungen zusammengestellt, die sich in der angegebenen Weise herstellen lassen.
Umsetzung von 1-(3'-N-Methyl-carbamoyloxy-phenyl)-5--methylharnstoff mit Irifluoresslgsäureanhydrid
Das Ausgangsmaterial weist 3 reaktive Wasserstoffatome auf. In dem vorliegenden Beispiel wird die Umsetzung der Reaktionsteilnehmer in einem Molverhältnis von etwa 1s1 beschrieben.
Es ist möglich, daß bei der Umsetzung jedes Wasserstoffatom allein an der Umsetzung teilnimmt oder daß gleichzeitig
mehrere aktive Wasserstoffatome sich an der Umsetzung beteiligen.
Dies erfolgt so, daß wenigstens eine Trifluoracetylgruppe an einer der Stellen mit reaktivem Wasserstoffatom
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_' 5 —
in dem Produkt vorhanden ist. In dem Reaktionsprodukt sind
in unterschiedlichen Mengen vorhanden: 1-(3'-N-Methyl-JN"-trifluoracetyl-carbamoyloxy-phenyl^-methylharnstoff,
1 - (3' -N-Methyl-N-trif luoracetyl-carbamoyloxy-phenyl )-3-trifluoracetyl-3-methylharnstoff
und 1-(3I-F-Methylcarbamoyloxy-phenyl)-1,3-di-trifluoracetyl-3-methylharn-
15,6 g (0,07 Mol) 1-(3'-lT-Methylcarbamoyloxy-phenyl)-3-methylharnstoff
werden*15 g Trifluoressigsäureanhydrid in
10 ml Benzol, welches 5 Tropfen Schwefelsäure enthält, "be- *
handelt. Die klare lösung, die sich nach der Zugabe des Anhydrids bildet, wird 30 min zum Rückfluß erhitzt, dann mit
weiterem Benzol verdünnt, danach mit ITatriumbikarbonatlösung
und Wasser gewaschen und getrocknet. Das Benzol wird unter Vakuum entfernt, wobei man 19,7 g einer gummiartigen
Substanz mit P. 84 - 870C als Ausbeute erhält. Die Herbizidaktivität
dieses Produktes wird in den nachfolgenden "Versuche zur Prüfung der Herbizidwirkung" erläutert, wobei die
Verbindung als Verbindung Nr. 1 aufgeführt ist.
Wird die Umsetzung zwischen Srifluoressigsäureanhydrid und
Carbamoyloxyphenylharnstoff in einem Molverhältnis von 2:1 durchgeführt, so erhält man ein Produkt, von dem angenommen
■werden kann, daß es durchschnittlich wenigstens 2 !Trifluoracetylgruppen
pro Molekül enthält. Es handelt sich also um eine Mischung aus ■1-(3'~li-"Methyl-N-trifluoracetyl-carbamoyl-'
oxy-phenyl)-3-trifluoracetyl-3-metaylharnstofjf and 1-(3'-F-Methyl~carbanioyloxy-phenyl)~1,3-äi-trifluoraeetyl-3-methylharnatoff.
Die herbizide 'Wirkung dieses Produktes, welches ala Verbindung Hr. 2 bezeichnet; ist, ist ebenfalls in dem.
nachfolgenden Bericht "Versuche zur Prüfung der Herbizid-Wirkung"
erläutert. . '
OS)OO/. 7/20 0 2 ' · BAD original
Typische Verbindungen, die von der Formel
umfaßt werden, nach den vorstehend beschriebenen Methoden
herstellbar sind und zu Unkrautvernichtungsmitteln verarbeitet werden können, sind folgende;
R,
| GOOP3 | n-Butyl | Wasserstoff | Methyl | Wasserstoff |
| COGP3 | n-Propyl | Wasserstoff | Methyl | Wasserstoff |
| GOOP3 | n-Hexyl | Methyl | Methyl | Wasserstoff |
| COOP., | Feopentyl | Methyl | . Methyl | Wasserstoff |
| Isopropyl | Wasserstoff | Isopropyl | Wasserstoff | |
| GOCP3 | Methyl | Wasserstoff | Äthyl | Wasserstoff |
| COCP3 | n-Octyl | Methyl | Methyl | Wasserstoff |
| COCP3 | 2-Methylallyl | Methyl | Methyl | Wasserstoff |
| COCP3 | t-Butyl . | Methyl | 'Methyl | Wasserstoff |
| COCP3 | t-Butyl | Wasserstoff | Isopropyl | Wasserstoff |
| CQCP,. | Methyl | Ithyl | Äthyl | Wasserstoff |
| COOPv | t-Biityl | Wasserstoff | t-Butyl | Wasserstoff |
| COOP3 | Methyl | Allyl | Methyl | Wasserstoff |
| COOP,, | Iaopentyl | Äthyl | Methyl | Wasserstoff |
| COOP', | Isopropyl | Methyl | Cyclohexyl | Wasserstoff |
| COOP3 | Allyl | Methyl | Methyl | Wasserstoff |
| COOP., | Cyclohexyl | Wasserstoff | Methyl | Wasserstoff |
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R2
| COCF, | Phenyl | - * | Wasserstoff | Methyl | Wasserstoff | ■ | Wasserstoff |
| P | p-Tolyl | Wasserstoff | Äthyl | Wasserstoff | Wasserstoff | ||
| GOGF5 | Methoxyphe- nvl |
Wasserstoff | Methyl | Wasserstoff | Wasserstoff | ||
| COOP, | »•j <*- m-Hitro- |
Wasserstoff | Methyl | Wasserstoff | Wasserstoff | ||
| phenyl | Trifluor | ||||||
| COCP5 | p-Chlor- phenyl |
Wasserstoff | Methyl | acetyl | |||
| COGP5 | n-Butyl | Trifluoracetyl | Methyl | Wasserstoff | |||
| COCP5 | n-Propyl | Trifluoracetyl | Methyl | Trifluor acetyl |
|||
| COCP5 | Methyl | Trifluoracetyl | Äthyl | . ■ . ■ . Trifluor- |
|||
| COOP- | Methyl | Trifluoracetyl | Äthyl | aeetyi | |||
| P | |||||||
| COCP5 | Phenyl | Trifluoracetyl | Methyl | ||||
| COCF- | Phenyl | Trifluoracetyl | Methyl | ||||
| COCFx | t-Butyl | Methyl | ■ - Methyl |
||||
| P |
Wie weiter vorn bereits erwähnt, weisen die beschriebenen Verbindungen
eine phytotoxisch^ Wirkung auf, die sie zur Unkrautvernichtung
und Unkrautbekämpfung geeignet machen. Die erfind ungsgemäßen Verbindungen sind wie folgt auf ihre Wirkung
geprüft worden.
An dem der beabsichtigten Behandlung voraufgehenden Tag wurden Samen sieben verschiedener Pflanzenarten in einzelnen
Reihen ausgesät j wobei jeweils für eine Reihe eine Pflanzenart verwendet wurde und die Reihe über die ganze Breite der
Pflanzschale gezogen wurde. Als Samen wurden behaartes Finger—
gras (Digitaris sanguinalis (Ij.) Scop.), gelber Fuchsschwanz
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(Setarla glauca (L.) Beauv.), Wassergras (Echinochloa
crusgalli (L.) Beauv.), kalifornischer Rothafer (Avena
sativa (L.), rauhhaariger Fuchsschwanz (AmaranthUB retroflexus(L.),
Senf (Brassica ;juncea (L.) Cobs.) und Hasenampfer
(Rumex crispus (L.) verwendet. Es wurden jeweils ausreichende Mengen Samen verwendet, so daß sich etwa 20 bis
50 Sämlinge pro Reihe nach dem Aufgehen ergaben, wobei die Zahl von der Größe der Pflanzen abhing. Die Pflanzschalen
wurden nach dem Bepflanzen gewässert. Eine Sprühlösung wurde hergestellt, in dem man 50 mg der zu prüfenden Verbindung
in 3 ml eines Lösungsmittels, z.B. Aceton, welches 1 ?6 des oberflächenaktiven Mittels "Tween 20" (Polyoxyäthylen-sorbitanmonolaurat)
enthielt, löste, Am folgenden (Dag wurde jede Pflanzschale Mit der zu prüfenden Verbindung
besprüht, und zwar in einer Menge von 9,07 kg pro 303 1 Lösung pro 4OOO m (20 Ib pro 80 Gallonen Lösung pro acre).
Die Lösung wurde mit einer geeigneten Sprühvorrichtung auf die Bodenoberflache aufgebracht. Die Pflanzschalen wurden
dann in ein Sewäeheham® mit einer Temperatur von 270G gesetzt
und regelaESIg "bewässert. Zwei Wochen später wurde
der Grad der Unkrautbekämpfung bestimmt, in dem man das Ausmaß der Keimung uaä des -Wacbjstuais jeder Samenart "in den
behandelten Pflansensehalen mit üem Wachstum der Unkräuter
in verschiedenen nicht bebandelten Kontroll-Pflanzschalen verglich. Zur Beurteilung wurde folgendes System angewandt!
- β keine wesentliche Beeinflussung (0-15 #ige
Bekämpfung)
+ = schwache Beeinflussung (25-35 $ige Bekämpfung)
++ = mäßige Beeinflussung (55-65 $ige Bekämpfung)
+++ = starke Beeinflussung oder Vernichtung (85-100 $ige
Bekämpfung)
Zur Darstellung der Gesamtaktivität gegen alle sieben Unkrautarten
wird ein sogenannter Aktivitätsindex verwendete Bei diesem handelt ®s sieh um die Summe der Zahl der + Markeia.
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so daß ein Aktivitätsindex von 21 eine vollständige Bekämpfung
aller sieben Unkrautarten anzeigt. Die Verbindung Nr. 1 zeichnet sich durch einen Indexwert von 21 aus, währen
die Verbindung Fr. 2 einen Indexwert von 19 aufweist.
Samen von fünf Unkrautarten, nämlich behaartes Pingergras, Wassergras, kalifornischer Rothafer, Senf.und Hasenampfer
sowie eine Nutzpflanze, nämlich Pinto-Bohnen (Phäseolus
vulgaris) wurden in der weiter vorn bei
der vorbeugenden Unkrautbekämpfung beschriebenen Weise in Pflanzschalen ausgesät. Die Pflanzschalen wurden dann in
ein Gewächshaus mit einer Temperatur von 22,2 - 29,4°C gesetzt und täglich mit einem Schlauch bewässert. Etwa 10
bis H Tage nach dem Auspflanzen-, sobald die Primärblätter
der Bohnenpflanzen sich nahezu vollständig ausgebreitet hatten und die ersten dreilappigen Blätter sich gerade zu
bilden begannen, wurden die Pflanzen besprüht. Die Sprühlösung wurde hergestellt, in dem man 50 mg der zu prüfenden
Verbindung abwog, diese Menge in 5 ml Aceton, welches 1 i> "Tween 20" (Polyoxyäthylen-sorbitanmonolaurat) enthielt,
löste und dann 5 ml Wasser zusetzte. Die lösung wurde unter Verwendung einer Sprühvorrichtung auf die Blätter aufgesprüht.
Die Konzentration der Sprühlösung lag bei 0,5 j& und die aufgebrachte Menge lag bei etwa 9,07 kg pro 4000 m2,
wenn die gesamte Sprühlösung auf den Pflanzen und auf dem Boden zurückgehalten wurde; ein Teil der Sprühlösung ging
jedoch verloren, so daß geschätzt werden kann, daß etwa 5,72 kg pro 4000 m aufgebracht wurden.
Bohnenpflanzen dienten zur Entdeckung von Entlaubungsmitteln und Pflanzenwachstumsregulatoren. Die Bohnen wurden bis auf
zwei oder 3 Pflanzen pro Schale ausgelichtet, intern die
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überzähligen schwächeren Pflanzen mehrere Tage vor der
Behanälung abgeschnitten wurden. Die behandelten Pflanzen wurden in das Gewächshaus zurückgesetzt,und es v/urde darauf
geachtet, daß die behandelten Blätter innerhalb von drei Tagen nach der Behandlung nicht mit Wasser besprüht wurden.
Das Wasser wurde auf den Boden als schwacher Strom aus einem Bewässerungsschlauch aufgebracht, wobei auch hier
darauf geachtet wurde, daß das Laub nicht befeuchtet v/urde.
DaT Ausmaß der Beeinflussung wurde H Tage nach der Behandlung festgestellt. Des Bewertungssystem war wiederum dasselbe wie bei dem vorhergehenden Test beschrieben, wobei
die Bewertungen (-), (+), (++) und (+++) für das unterschiedliche Ausmaß der Beeinflussung benutzt wurden. Die
Art der Beeinflussung wurde ebenfalls aufgezeichnet. Das Maximum des Aktivitätsindex bei vollständiger Ausmerzung
aller Unkrantarten beträgt für diesen Test 18, wobei es
sich wiederum um die Suaae der Plus-Karken handelt, die
bei den sechs in de« Versuch benutzten Pflanzenarten ersielt werden konnten. Die Verbindung ITr. 1 wies einen Indexwert von 18 auf; auch, die Verbindung Nr. 2 zeigte einen
Inderwert von 18.
Die Verbindungen gemäß der Erfindung können als vorbeugende
Herbizide sowie als Herbizide für bereits aufgegangene Pflanzen verwendet werden und in verschiedener Weiße und in
verschiedenen,Konsentrationen aufgebracht werden. Pur die
praktische Anwendung werden die erfindungBgemäßen· Verbindungen zu Unkrautbekämpfungsmitteln verarbeitet, in den man
sie in ausreichenden Mengen mit Streckmitteln und Trägermaterialien vermischt, so wie dies üblicherweise zur Er~
leichterung der Dispergierung der aktiven Bestandteile für
landwirtschaftliche Zwecke geschieht. Dabei ist natürlich asu beachten, daß die Art des Präparates und die Art der An-
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Wendung des Präparates die Wirkung des Materialee als
Herbizid beeinflussen können. So können die aktiven her- biziden
Verbindungen beispielsweise zu relativ grobkörni- ! ■
gen Granulaten, zu netzbaren Pulvern, zu emulgierbaren
Konzentraten, zu Stäuben, zu Lösungen sowie zu verschiedenen anderen bekannten Arten von -Präparaten verarbeitet
werden, je nach der gewünschten Art der Anwendung. Sie am besten geeignete Anwendungsform sowohl für die vorbeugende Aufbringung als auch für die Aufbringung nach dem
Aufgehen der Pflanzen sind netzbare Pulver, emulgierbare Konzentrate und Granulate. Derartige Präparate können
einerseits ganz geringe Mengen von nur etwa 0,5 $>
und andererseits bis zu etwa 95 Gew.# oder mehr an aktivem Bestandteil enthalten. Die aufzubringende Menge hängt von
der Art der Samen oder Pflanzen, die bekämpft werden
sollen, ab; im allgemeinen liegt die Menge.zwischen 0,45
und 22,7 kg pro 4-000 a .
Netzbare Pulver liegen in dar Pore sehr feiner Teilchen
vor, die leicht in Waeeer oder einem Dispergiermittel dispergiert
werden können» Das netsbare Pulver wird schließlich auf den Boden entweder ale trockener Staub oder als
Dispersion in Wasser oder einer anderen "Flüssigkeit aufgebracht . Typische TrägenBaterialien für netzbare Pulver sind
beispielsweise Fuller-Erde, Eaolin, Tone, Eieselsäure und
andere leicht benetzbare organische oder anorganische Streckmittel.
Netzbare Pulver werden üblicherweise so hergestellt,
daß sie etwa 5 bis etwa 95 &®w.# des aktiven Bestandteiles
enthalten sowie außerdem eine geringe Menge eines Hetz-,
Dispergier- oder Emulgierhilfsmittels, welches das Benetzen
und Dispergieren erleichtert.
Bei den emulgierbaren Konsentraten handelt es sich um homogene flüssige Präparate, die in Wasser oder anderen Disper-
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giermitteln dispergierbar sind; sie können vollständig aus der aktiven Verbindung im Gemisch mit einem flüssigen
oder festen Emulgiermittel bestehen; es kann sich aber auch um ein Gemisch mit einem flüssigen Trägermaterial wie
Xylol, schweren aromatischen Erdölkohlenwasserstoffen, Isophoron oder anderen nicht flüchtigen organischen lösungsmitteln
handeln. Zur Verwendung als Herbizide werden diese Konzentrate in Wasser oder anderen flüssigen Trägermaterialien
dispergiert und üblicherweise auf die zu behandelnde
Fläche aufgesprüht. Sie gewichtsprozentuale Menge des aktiven Bestandteiles kann je nach der Art der Aufbringung
sehr unterschiedlich sein; im allgemeinen liegt sie bei etwa OV3 bis 95 Gew.# aktivem Material, bezogen
auf daß Unkrautbekämpfungsmittel.
Granulate, in welchen sich das aktive toxische Mittel in verhältnismäßig groben Teilchen befindet, werden im allgemeinen
ohne Verdünnung auf die vom Unkraut zu befreiende Fläche aufgebracht. Typische Trägermaterialien für Granulate
sind Sand, Fuller-Erde, Bentonit, Vermiculit, Perlit und
andere organische und anorganische Materialien, die das toxische Mittel absorbieren können oder auf welche das
toxische Mittel aufgebracht werden kann. Granulate werden im allgemeinen so hergestellt, daß sie etwa 5 bis etwa 25 $>
des aktiven Bestandteiles enthalten; sie können außerdem kleinere Mengen anderer Bestandteile aufweisen, so
beispielsweise oberflächenaktive Mittel wie Netzmittel, Dispergiermittel oder Emulgatoren, Öle, z.B. schwere aromatische
Erdölkohlenwasserstoffe, Kerosin oder andere Petroleumfraktionen oder pflanzliche üle und/oder Haftmittel
wie Dextrine, Leim oder synthetische Harze.
Typische NetE-jDiapergier- oder Emulgiermittel, die für
landwirtschaftliche Präparate geeignet nlnd, sind
beispielsweise Alkyl- und Alkylarylsuüfonate und-oulfate
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sowie deren Natriumsalze, mehrwertige Alkohole sowie andere Arten von oberflächenaktiven Mitteln, die in
großer Zahl im Handel erhältlich sind. Wird ein oberflächenaktives Mittel verwendet, so soll es in Mengen von
0,1 bis 15 Gew.$ in dem Unkrautvernichtungsmittel vorhanden
sein.
Stäube, bei denen es sich um freifließende Mischungen des aktiven Bestandteiles mit feinzerteilten festen Substanzen
wie Talkum, Tonen, Mehl und anderen organischen und anorganischen festen Substanzen, die als Dispergiermittel
und Trägermaterialien für das toxische Material dienen, handelt, sind besonders geeignet, wenn die Präparate
in den Boden eingebracht werden sollen.
Pasten, bei denen es sich um homogene Suspensionen aus dem
fein zerteilten festen toxischen Mittel in einem flüssigen Trägermaterial handelt - letzteres kann Wasser oder Öl
sein - werden für spezielle Zwecke verwendet. Auch derartige
Präparate enthalten das aktive Mittel im allgemeinen
in Mengen von etwa 5 bis 95 Gewichtsprozent; daneben können
in geringen Mengen Netzmittel, Dispergier- und Emulgiermittel vorhanden sein, welche das Dispergieren erleichtern.
Vor der Anwendung werden die Pasten üblicherweise verdünnt und auf die zu behandelnde fläche aufgesprüht.
Weitere für die Unkrautbekämpfung verwendbare Formen von Präparaten sind schließlich einfache lösungen des aktiven
Mittels in Lösungsmitteln, in welchen es vollständig löslich
ist in der gewünschten Konzentration; geeignete lösungsmittel hierfür sind Zk B. Aceton, alkylierte Naphthaline,
Xylol sowie weitere organische Lösungsmittel. Unter Druck
stehende Sprühlösungea, z, B. Aerosole, in welchen das aktive
Mittel dispergiert ist, können ebenfalls verwendet wer«
denj durch dia Verdampfung das als Trägerma/fcerial benutzten.
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niedrig siedenden Lösungsmittels, z. B. Freone, setet sich
das aktive Mittel in fein verteilter Form ab.
Die erfindungsgemäßen phytotoxischen Präparate v/erden auf die Pflanzen in üblicher Weise aufgebracht. Stäube und
flüssige Präparate können beispielsweise mit motor- oder handbetriebenen Zerstäubern aufgebracht werden. Die Präparabe
können auch aus !Flugzeugen auf die Pflanzen gestäubt oder gesprüht werden, weil sie bereits in aehr kleinen Mengen
wirksam sind. Um das Wachstum keimender Samen oder aufgehender Sämlinge zu beeinflussen oder zu verhindern, kann
man gemäß einem typischen Beispiel pulverförmige oder flüssige Präparate in üblicher Wei3e in den Boden einbringen,
und zwar bis zu einer Tiefe von wenigstens 2,5 cm unter der Oberfläche des Bodens. Es ist nicht notwendig, daß das phytotoxische
Mittel mit den Bodenteilchen vermischt v/ird; es genügt, wenn das Mittel auf den Boden gesprüht oder gegossen
wird. Die erfindungsgemäöen phytotoxischen Mittel können auch dem Wasser zugesetzt werden, mit welchem die Felder gewässert
werden. Durch diese Verfahrensweise wird ein Sindringen des Mittels in den Boden erreicht, und zwar in dem
Maße wie das Wasser vom Boden absorbiert wird. Stäube, Granulate und flüssige Präparate, die zunächst auf den Boden
aufgebracht worden sind, können in üblicher Weise, z. B. durch Harken, Hacken usw., in den Boden eingearbeitet werden.
Die phytotoxischen Präparate gemäß der Erfindung können weitere Zusätze enthalten, so z. B. Düngemittel, Pestizide
u. ä., und können auch in Mischung mit anderen phytotoxischen Mitteln verwendet werden. Andere phytotoxische Mittel,
die sich in Verbindung mit den erfindungsgemäßen phytotoxischen Mitteln einsetzen laeen, sind beispielsweise 2,4-Dichlorphenoxyessigsäuren,
2,4»5-2richlorphenoxyessigsäure,
2-Methyl-4-chlorphöaoxyessigsäure sowie die Salsa, Ester
und Amiäe dieser Verbindungen; 'üriazinderivate wie 2,4-Bis-
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(3-methoxypropylamino)-6-methylthio-S-triazin, 2-Ghlor-4-äthylamino-6-isopropylamino-S..triazin
und 2-Äthylamino-4-isopropylamino-6-methylmercapto-S-triazin;
Harnet off derivate wie3-(3,4-Dichlorphenyl)-1,1-dimethylharnstoff und 3-(p-Chlorphenyl)-1,1-dimethylharastoffj
Acetamide wie HfH-Diallyl-a-chloracetamid,
N-(a-Ohloracetyl)-hexamethyleiiimi!i
und N,N-Diäthyl-a-bromaoetamid u. ä. ,· Benzoesäuren wie
3-Amino-2,5-dichlorbenBoeBäure; Th.iocar"bamate wie S-Propyldipropyltliiocarbamat,
S-Äthyl-dipropylthiooarbaiaat, S-Äthylcyclohexyläthylthiocarbamat,
S-Äthylhexmhydro-IH-azepin-1-carbothioat
u. ä.. Geeignete Düngemittel, die beispielsweise in Kombination mit den aktiven phytotoxischen Mitteln ä
verwendet werden können, sind Ammoniumnitrat, Harnstoff und Superphosphat. Weitere wertvolle Zusätze können z. B. aus
Materialien bestehen, in welchen Pflanzen Wurzeln bilden
und wachsen können, wie Kompost, Mist, Humui, Sand u. ä..
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Claims (1)
1. jAcylitrte HarnstoffoarbanataerlTate aar
Ια welcher
R1 und R, unabhängig voneinander Alkylreste mit 1 bis
etwa 8 Kohlenstoffatomen, Cyclohexyl, niederes Alkenyl
mit etwa 3 bis 4 Kohlenstoffatomen, Phenyl oder substituiertes Phenyl - wobei die Substltuenten niedere Alkylgruppen sind -, niederes Alkoxy, Nitro oder Halogen,
R und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkylgruppen mit 1 bis etwa 8 Kohlenstoffatomen, Cyclohexyl,
niederes Alkenyl mit etwa 3 bis 4 Kohlenstoffatomen oder Trifluoracetyl - wobei jeweils wenigstens eine der
Gruppen H oder R2 Trifluoracetyl sein muß -,
R^ Wasserstoff, Methyl oder - wenn nur eine der beiden
Gruppen R' oder R2 Trifluoracetyl darstellt - Trifluoracetyl
bedeuten.
2. Verbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß R Trifluoracetyl, R1 Methyl, R2 Wasserstoff, R,
Methyl und R. Wasserstoff darstellen.
3.. Verbindung nach. Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß R Trifluoracetyl, R2 Trifluoracetyl, R1 Methyl,
009847/2002
R, Methyl und R^ Wasserstoff darstellen.
4, Herbizid, bestehend au· ata Reaktionsproäukt aus frifluoreesigeäureanhydrid und einem Carbaeoyloxypheny!harnstoff
der formel
in welcher R1 und R3 unabhängig voneinander Alkylreate
mit t bis etwa 8 Kohlenstoffatomen, Cyclohexyl, niederes Alkenyl mit etwa 3 bis 4 Kohlenetoff at omen, Phenyl oder
substituiertes Phenyl - wobei die Substituenten niedere Alky!gruppen sind -, niederes Alkoxy, Nitro oder Halogen,
R und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff,
Alkylgruppen mit 1 bis etwa 8 Kohlenstoffatomen, Cyclohexyl oder niederes Alkenyl mit etwa 3 bis 4 Kohlenstoffatomen -wobei wenigstens eine der Gruppen R und R2
Wasserstoff sein muß - und
R* Wasserstoff oder Methyl bedeuten.
5. Herbizid nach Anspruch 4t dadurch gekennzeichnet, daß
R1 und R5 Methyl und R9 Rg und R* Wasserstoff darstellen.
Tttr Stauffer Chemical Company, Hew Xork, H. Y., V. St. A.
RecgWanwalt 009847/2002
ORIGINAL INSPSCTED
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