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DE19616498A1 - Fotografische Silberhalogenidemulsion - Google Patents

Fotografische Silberhalogenidemulsion

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Publication number
DE19616498A1
DE19616498A1 DE1996116498 DE19616498A DE19616498A1 DE 19616498 A1 DE19616498 A1 DE 19616498A1 DE 1996116498 DE1996116498 DE 1996116498 DE 19616498 A DE19616498 A DE 19616498A DE 19616498 A1 DE19616498 A1 DE 19616498A1
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DE
Germany
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silver halide
halide emulsion
emulsion
photographic silver
layers
Prior art date
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Withdrawn
Application number
DE1996116498
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English (en)
Inventor
Peter Dr Bergthaller
Hans-Ulrich Dr Borst
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Agfa Gevaert AG
Original Assignee
Agfa Gevaert AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Agfa Gevaert AG filed Critical Agfa Gevaert AG
Priority to DE1996116498 priority Critical patent/DE19616498A1/de
Publication of DE19616498A1 publication Critical patent/DE19616498A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03CPHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
    • G03C1/00Photosensitive materials
    • G03C1/005Silver halide emulsions; Preparation thereof; Physical treatment thereof; Incorporation of additives therein
    • G03C1/06Silver halide emulsions; Preparation thereof; Physical treatment thereof; Incorporation of additives therein with non-macromolecular additives
    • G03C1/08Sensitivity-increasing substances
    • G03C1/09Noble metals or mercury; Salts or compounds thereof; Sulfur, selenium or tellurium, or compounds thereof, e.g. for chemical sensitising
    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03CPHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
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    • G03C1/005Silver halide emulsions; Preparation thereof; Physical treatment thereof; Incorporation of additives therein

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  • Materials Engineering (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Silver Salt Photography Or Processing Solution Therefor (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft eine fotografische Silberhalogenidemulsion, die mit einem neuartigen Reifmittel gereift ist. Die Erfindung betrifft ferner ein Silberhalogenid­ material, das eine derart gereifte Silberhalogenidemulsion enthält.
Die Reifung von Silberhalogenidemulsionen dient dazu, die Lichtempfindlichkeit von Silberhalogenidemulsionen zu steigern, ohne daß ein Schleieranstieg erfolgt (siehe Ullmann′s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Vol. A 20 (1992), S. 36ff). Angaben über geeignete Silberhalogenidemulsionen, ihre Herstellung, Reifung, Stabilisierung und spektrale Sensibilisierung einschließlich geeigneter Spektralsen­ sibilisatoren finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 3 (1995), S. 286 und in Research Disclosure 37 038, Teil XV (1995), S. 89.
Es ist bereits eine Vielzahl von Verbindungen und Methoden vorgeschlagen wor­ den, mit denen die Reifung durchzuführen ist. Die bekanntesten Reifmittel sind Gold- und Schwefelverbindungen, z. B. Natriumthiosulfat als Schwefelverbindung. Um die damit erzielte Empfindlichkeit weiter zu steigern, ist vorgeschlagen wor­ den, die Schwefelverbindung ganz oder teilweise durch Selenverbindungen zu er­ setzen (EP-A 661 589). Ebenso ist vorgeschlagen worden, die Schwefelverbindun­ gen durch bestimmte Tellurverbindungen zu ersetzen.
Die mit den bekannten Reifmitteln erzielte Empfindlichkeitssteigerung ist jedoch für eine Reihe von Zwecken nicht ausreichend. Insbesondere lösen viele der bekannten SeIen- und Tellur-Reifmittel einen Schleieranstieg aus, der für eine Reihe von Produkten, bei denen hohe Empfindlichkeit, niedrige Körnigkeit und niedriger Schleier verlangt werden, unakzeptabel ist. Dies trifft insbesondere für tafelförmige Silberhalogenidemulsionen zu.
Aufgabe der Erfindung war es, diese Nachteile zu beheben.
Es wurde nun gefunden, daß die Aufgabe mit neuartigen Tellurreifmitteln gelöst wird.
Gegenstand der Erfindung ist daher eine fotografische Silberhalogenidemulsion, bei der mindestens 50% der projizierten Fläche aus tafelförmigen Kristallen mit einem Aspektverhältnis von mindestens 3 bestehen und die mit wenigstens einem Reifmittel der Formel (I) oder (II) gereift ist:
worin
R₁, R₂ Alkyl, Aryl, Aralkyl, Hetaryl, Hetaralkyl oder zusammen mit Te die restlichen Glieder eines 5-7 gliedrigen Ringes,
R₃ unsubstituiertes oder substituiertes Alkyl, Cycloalkyl oder Aryl und
X eine anionische, bzw. als Anion abspaltbare Gruppe bedeuten.
Bevorzugt sind Verbindungen der Formel (III)
worin R₄ einen gegebenenfalls substituierten Alkylrest und
n 0 oder 1 bedeuten.
Der Alkylrest R₄ kann beispielsweise 1 bis 8 C-Atome aufweisen und durch Carboxy, Arylsulfonylaminocarbonyl, Arylaminocarbonyl, Alkoxy, Aryl oder Sulfo substituiert sein.
Die Verbindungen der Formel (I) bzw. (II) werden vorzugsweise in einer Menge von 5 bis 200 mg/1000 g Ag, insbesondere 5 bis 25 mg/1000 g Ag eingesetzt und insbesondere im Zeitintervall vom Beginn der chemischen Reifung bis zum Ende der Spektralsensibilisierung zugegeben.
Geeignete Verbindungen der Formeln (I) und (II) sind:
Die erfindungsgemäßen Verbindungen werden entweder als wäßrige Lösungen, als alkoholische Lösungen oder als Dispergate eingesetzt.
Unter Silberhalogenidemulsionen werden sowohl Emulsionen verstanden, deren Silberhalogenidkristalle überwiegend aus Silberchlorid bestehen, als auch solche, deren Silberhalogenidkristalle überwiegend aus Silberbromid bestehen. Vor allem werden darunter Emulsionen verstanden, von denen zumindest 80 mol-% des Silberhalogenids aus Silberbromid bestehen und die insbesondere einen Silber­ jodidanteil zwischen 2 und 15 mol-% aufweisen. Der Silberiodidanteil ist bevor­ zugt in der Kernzone des Silberhalogenidkristalls konzentriert. Bevorzugt besteht die Silberhalogenidemulsion aus AgBrJ- bzw. AgBrJCl-Kristallen mit bis zu 15 mol-% Iodid und/oder bis zu 15 mol-% Chlorid.
Gegenstand der Erfindung sind bevorzugt Silberhalogenidemulsionen, die mit Gold- und Schwefelverbindungen gereift sind und bei deren Herstellung während der chemischen Reifung mindestens eine Telluroniumverbindung der Formel (I) zugegeben wurde.
Die Reifung mit Schwefel erfolgt bevorzugt mit Natriumthiosulfat als Reifmittel, doch können auch Thioharnstoffe oder Isothiocyanate oder Thiophosphate als Schwefelreifmittel verwendet werden.
Die Reifung mit Gold erfolgt beispielsweise mit einer Kombination von Thio­ cyanat und Gold(III)chlorid oder einem Tetrachloroaurat(III)-Salz, das im Zug der Reifung zu einer Gold(I)-Verbindung reduziert wird.
Die Emulsionen können daneben in Form einer Dotierung auch andere Edel­ metallverbindungen enthalten.
Die Emulsionen können daneben auch Palladium(II)-Verbindungen, insbesondere Tetrachloropalladate(II), enthalten, die die Langzeitstabilität verbessern sollen.
Zur Erniedrigung des Schleiers können die Emulsionen desweiteren bestimmte Isothiazolon- oder Isoselenazolonverbindungen, bzw. Disulfide, Polysulfide oder Diselenide enthalten.
Die chemische Reifung durch Gold- und Schwefelverbindungen und die spektrale Sensibilisierung können ebenfalls getrennt oder in einem Schritt vorgenommen werden.
Die chemische Reifung der Emulsionen wird insbesondere bei pH-Werten zwi­ schen 4 und 8 und bei pAg-Werten zwischen 6,5 und 9 durchgeführt.
Die Emulsionen gemäß der Erfindung können mit sauren NH- oder SH-Verbin­ dungen in bekannter Weise stabilisiert werden. Die Stabilisatoren werden bevor­ zugt nach der Nachreifung zugegeben und so ausgewählt, daß sie den Sensibilisie­ rungsfarbstoff, bzw. die Sensibilisierungsfarbstoffe nicht von den Emulsions­ körnern der Silberhalogenidemulsion verdrängen und außerdem die Bleichung des Bildsilbers im Zug der Verarbeitung nicht behindern.
Die erfindungsgemäß hergestellten Emulsionen sind sowohl für Kopiermaterialien als auch für Aufnahmematerialien geeignet, insbesondere für Farbaufnahmemate­ rialien mit Kameraempfindlichkeit, z. B. für hochempfindliche Colornegativfilme und für Colorumkehrfilme. Die erfindungsgemäß hergestellten Emulsionen sind auch für Materialien geeignet, die eine im infraroten Spektralbereich sensibilisierte Schicht enthalten.
In einer bevorzugten Ausführungsform besteht die Emulsion zu einem Anteil von mindestens 50% aus hexagonalen tafelförmigen Kristallen, wobei Emulsionen besonders bevorzugt sind, deren Anteil an hexagonalen tafelförmigen Kristallen mindestens 70% beträgt und deren Nachbarkantenverhältnis zwischen 2 : 1 und 1 : 1 liegt.
Außerdem werden Emulsionen bevorzugt, deren Kristalle eine enge Korngrößen­ verteilung aufweisen. Die Verteilungsbreite einer Emulsion ist definiert als:
wobei d der (nummerische) Mittelwert der Korngrößenverteilung, di die Korngröße im Intervall i, ni die Teilchenzahl im Intervall i und n die Gesamtteilchenzahl ist.
Die fotografischen Materialien bestehen aus einem Träger, auf den wenigstens eine lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht aufgebracht ist. Als Träger eig­ nen sich insbesondere dünne Filme und Folien. Eine Übersicht über Trägermateria­ lien und auf deren Vorder- und Rückseite aufgetragene Hilfsschichten ist in Rese­ arch Disclosure 37 254, Teil 1 (1995), S. 285 dargestellt.
Die farbfotografischen Materialien enthalten üblicherweise mindestens je eine rot­ empfindliche, grünempfindliche und blauempfindliche Silberhalogenidemulsions­ schicht sowie gegebenenfalls Zwischenschichten und Schutzschichten.
Je nach Art des fotografischen Materials können diese Schichten unterschiedlich angeordnet sein. Dies sei für die wichtigsten Produkte dargestellt:
Firbfotografische Filme wie Colornegativfilme und Colorumkehrfilme weisen in der nachfolgend angegebenen Reihenfolge auf dem Träger 2 oder 3 rotempfind­ liche, blaugrünkuppelnde Silberhalogenidemulsionsschichten, 2 oder 3 grünemp­ findliche, purpurkuppelnde Silberhalogenidemulsionsschichten und 2 oder 3 blau­ empfindliche, gelbkuppelnde Silberhalogenidemulsionsschichten auf. Die Schichten gleicher spektraler Empfindlichkeit unterscheiden sich in ihrer fotografischen Emp­ findlichkeit, wobei die weniger empfindlichen Teilschichten in der Regel näher zum Träger angeordnet sind als die höher empfindlichen Teilschichten.
Zwischen den grünempfindlichen und blauempfindlichen Schichten ist üblicher­ weise eine Gelbfilterschicht angebracht, die blaues Licht daran hindert, in die darunter liegenden Schichten zu gelangen.
Die Möglichkeiten der unterschiedlichen Schichtanordnungen und ihre Aus­ wirkungen auf die fotografischen Eigenschaften werden in J. Inf. Rec. Mats., 1994, Vol. 22, Seiten 183-193 beschrieben.
Farbfotografisches Papier, das in der Regel wesentlich weniger lichtempfindlich ist als ein farbfotografischer Film, weist in der nachfolgend angegebenen Reihenfolge auf dem Träger üblicherweise je eine blauempfindliche, gelbkuppelnde Silberhalo­ genidemulsionsschicht, eine grünempfindliche, purpurkuppelnde Silberhalogenid­ emulsionsschicht und eine rotempfindliche, blaugrünkuppelnde Silberhalogenid­ emulsionsschicht auf; die Gelbfilterschicht kann entfallen.
Abweichungen von Zahl und Anordnung der lichtempfindlichen Schichten können zur Erzielung bestimmter Ergebnisse vorgenommen werden. Zum Beispiel können alle hochempfindlichen Schichten zu einem Schichtpaket und alle niedrigempfind­ lichen Schichten zu einem anderen Schichtpaket in einem fotografischen Film zusammengefaßt sein, um die Empfindlichkeit zu steigern (DE 25 30 645).
Wesentliche Bestandteile der fotografischen Emulsionsschichten neben den Silber­ halogenidkörnern sind Bindemittel und Farbkuppler.
Angaben über geeignete Bindemittel finden sich in Research Disclosure 37254, Teil 2 (1995), S. 286.
Angaben zu den Farbkupplern finden sich in Research Disclosure 37 254, Teil 4 (1995), S. 288 und in Research Disclosure 37 038, Teil II (1995), S. 80. Die maximale Absorption der aus den Kupplern und dem Farbentwickleroxidations­ produkt gebildeten Farbstoffe liegt vorzugsweise in den folgenden Bereichen: Gelbkuppler 430 bis 460 nm, Purpurkuppler 540 bis 560 nm, Blaugrünkuppler 630 bis 700 nm.
In farbfotografischen Filmen werden zur Verbesserung von Empfindlichkeit, Körnigkeit, Schärfe und Farbtrennung häufig Verbindungen eingesetzt, die bei der Reaktion mit dem Entwickleroxidationsprodukt Verbindungen freisetzen, die foto­ grafisch wirksam sind, z. B. DIR-Kuppler, die einen Entwicklungsinhibitor ab­ spalten.
Angaben zu solchen Verbindungen, insbesondere Kupplern, finden sich in Research Disclosure 37 254, Teil 5 (1995), S. 290 und in Research Disclosure 37 038, Teil XIV (1995), S. 86.
Die meist hydrophoben Farbkuppler, aber auch andere hydrophobe Bestandteile der Schichten, werden üblicherweise in hochsiedenden organischen Lösungsmitteln gelöst oder dispergiert. Diese Lösungen oder Dispersionen werden dann in einer wäßrigen Bindemittellösung (üblicherweise Gelatinelösung) emulgiert und liegen nach dem Trocknen der Schichten als feine Tröpfchen (0,05 bis 0,8 µm Durch­ messer) in den Schichten vor.
Geeignete hochsiedende organische Lösungsmittel, Methoden zur Einbringung in die Schichten eines fotografischen Materials und weitere Methoden, chemische Verbindungen in fotografische Schichten einzubringen, finden sich in Research Disclosure 37 254, Teil 6 (1995), S. 292.
Die in der Regel zwischen Schichten unterschiedlicher Spektralempfindlichkeit angeordneten nicht lichtempfindlichen Zwischenschichten können Mittel enthalten, die eine unerwünschte Diffusion von Entwickleroxidationsprodukten aus einer lichtempfindlichen in eine andere lichtempfindliche Schicht mit unterschiedlicher spektraler Sensibilisierung verhindern.
Geeignete Verbindungen (Weißkuppler, Scavenger oder EOP-Fänger) finden sich in Research Disclosure 37 254, Teil 7 (1995), S. 292 und in Research Disclosure 37038, Teil III (1995), S. 84.
Das fotografische Material kann weiterhin UV-Licht absorbierende Verbindungen, Weißtöner, Abstandshalter, Filterfarbstoffe, Formalinfänger, Lichtschutzmittel, Antioxidantien, DMin-Farbstoffe, Zusätze zur Verbesserung der Farbstoff-, Kuppler- und Weißenstabilität sowie zur Verringerung des Farbschleiers, Weichmacher (Latices), Biocide und anderes enthalten.
Geeignete Verbindungen finden sich in Research Disclosure 37 254, Teil 8 (1995), S. 292 und in Research Disclosure 37 038, Teile IV, V, VI, VII, X, M und XIII (1995), S. 84 ff.
Die Schichten farbfotografischer Materialien werden üblicherweise gehärtet, d. h., das verwendete Bindemittel, vorzugsweise Gelatine, wird durch geeignete chemische Verfahren vernetzt.
Geeignete Härtersubstanzen finden sich in Research Disclosure 37 254, Teil 9 (1995), S. 294 und in Research Disclosure 37038, Teil XII (1995), Seite 86.
Nach bildmäßiger Belichtung werden farbfotografische Materialien ihrem Charak­ ter entsprechend nach unterschiedlichen Verfahren verarbeitet. Einzelheiten zu den Verfahrensweisen und dafür benötigte Chemikalien sind in Research Disclosure 37 254, Teil 10 (1995), S. 294 sowie in Research Disclosure 37 038, Teile XVI bis XXIII (1995), S. 95 ff. zusammen mit exemplarischen Materialien veröffentlicht.
Beispiel
Das Beispiel beschreibt die chemische Sensibilisierung einer mittelempfindlichen Emulsion mit tafelförmigen Kristallen (erfindungsgemäß) sowie einer mittel­ empfindlichen Emulsion mit oktaedrischen Kristallen (nicht erfindungsgemäß) mit erfindungsgemäßen und bereits bekannten Tellur-Reifmitteln.
Emulsion 1 (tafelförmige Kristalle)
Eine Lösung von 144 g inerter Gelatine und 107 g Kaliumbromid in 18 kg Wasser wurde unter Rühren vorgelegt. Bei 30°C wurde eine wäßrige Silbernitratlösung (47 g Silbernitrat in 550 g Wasser) und eine wäßrige Halogenidlösung (33 g Kaliumbromid in 550 g Wasser) als Doppeleinlauf innerhalb von 30 Sekunden zu­ dosiert. Darauf folgte die Zugabe von 395 g Inertgelatine in 4 kg Wasser. Nach Erhitzen auf 74°C wurde innerhalb von 20 Minuten eine wäßrige Silbernitrat­ lösung (114 g Silbernitrat in 1400 g Wasser) zugegeben. Der zweite Doppeleinlauf erfolgte danach ebenfalls bei 74°C. Dabei wurden eine wäßrige Silbernitratlösung (1339 g Silbernitrat in 8,3 kg Wasser) und eine waßrige Halogenidlösung (1117 g Kaliumbromid in 9,8 kg Wasser) innerhalb von 50 Minuten mit steigender Dosier­ rate zudosiert. Die anfängliche Dosierrate von 70 ml/Minute wurde in 10 Schritten bis auf 400 ml/Minute erhöht. Während des Einlauf wurde der pBr-Wert von 2,3 im Dispersionsmedium konstant gehalten. Nach dem letzten Einlauf wurde die Emulsion auf 25°C abgekühlt und bei pH 3,5 durch Zugabe von Polystyrolsulfonsäure (PSS) geflockt und anschließend bei 20°C gewaschen. Da­ nach wurde das Flockulat mit Wasser auf 7,5 kg aufgefüllt und bei pH 6,5 sowie einer Temperatur von 50°C redispergiert. Die Emulsion enthielt mit einem Anteil von über 80% (bezogen auf die Projektionsfläche der Kristalle) hexagonale Plätt­ chen mit einem Aspektverhältnis (mittlerer Durchmesser des flächengleichen Krei­ ses der Projektionsfläche/Dicke der Plättchen) von 8 und einem Nachbarkantenver­ hältnis von 1 : 1 bis 1,5 : 1. Die Korngröße betrug 0,55 µm und die Verteilungsbreite 18%.
Die Emulsion wurde bei 55°C, einem pAg von 7,4 und einem pH-Wert von 6,5 pro Mol Silbernitrat mit 5,0 µmol Tetrachlorgoldsäure, 20 µmol Natriumthiosulfat und 690 µmol Kaliumthiocyanat (Ein - 1/1) bzw. mit 5,0 µmol Tetrachlorgold­ säure, 10 µm Natriumthiosulfat, 690 µm Kaliumthiocyanat und 10 µmol eines tellurhaltigen Reifmittels pro mol Silber chemisch gereift (Em - 1/2 bis Em - 1/12; siehe Tabelle 1).
Tabelle 1
Die Proben wurden zusammen mit einem Emulgat des Blaugrünkupplers C-1, 4 mmol 4-Hydroxy-6-methyl-1,3,3a,7-tetraazainden pro mol Ag und 80 µmol 1-Phenyl-5-mercaptotetrazol pro mol Ag auf einem Cellulosetriacetatfilm von 120 µm Dicke mit folgenden Auftragsmengen pro m² vergossen:
4,0 g Emulsion (bezogen auf AgNO₃),
3,0 g Gelatine,
0,8 g Blaugrünkuppler C-1.
Die gehärteten und getrockneten Filmproben wurden hinter einem graduierten Graukeil mit Tageslicht belichtet. Danach wurden die Materialien nach dem in The British Journal of Photography 1974, S. 597 beschriebenen Prozeß verarbeitet. Die Empfindlichkeitsangaben beziehen sich auf eine Dichte von 0,2 über Schleier. Es werden relative Werte angegeben, wobei die Empfindlichkeit der Emulsion Em-1/1 willkürlich mit dem Zahlenwert 100 festgesetzt wurde. Die Ergebnisse zeigt Tabelle 2:
Tabelle 2
Man erkennt aus Tabelle 2, daß mit den erfindungsgemäßen Reifmitteln das Empfindlichkeits/Schleier-Verhältnis einer Emulsion mit einem hohen Anteil an Kristallen mit einem Aspektverhältnis, 5 deutlich verbessert werden kann.
In den Beispielen eingesetzte Substanzen:
Emulsion 2 (oktaedrische Kristalle): d. h. Aspektverhältnis < 5
Eine Lösung von 345 g inerter Gelatine, 1,2 g Kaliumbromid und 104 ml 1-Methylimidazol in 9,75 kg Wasser wurde unter rühren vorgelegt. Bei 40°C wurde der pH-Wert auf 6,3 eingestellt und danach eine wäßrige Silbernitratlösung (255 g Silbernitrat in 3 kg Wasser) und eine wäßrige Halogenidlösung (180 g Kaliumbromid in 3 kg Wasser) als gesteuerter Doppeleinlauf innerhalb von 10 Minuten bei 63°C und einem pBr von 2,85 zudosiert. Darauf folgte ein zweiter gesteuerter Doppeleinlauf einer wäßrigen Silbernitratlösung (128 g Silbernitrat in 350 g Wasser) und einer wäßrigen Halogenidlösung (90 g Kaliumbromid in 350 g Wasser) innerhalb von 12 Minuten bei 63°C und einem pBr von 2,85. Im anschließenden gesteuerten Doppeleinlauf wurde eine wäßrige Silbernitratlösung (2166 g Silbernitrat in 6 kg Wasser) und eine wäßrige Halogenidlösung (1545 g Kaliumbromid in 6 kg Wasser) innerhalb von 110 Minuten bei 63°C und einem pBr von 1,83 zudosiert. Nach dem letzten Einlauf wurde die Emulsion von 23°C abgekühlt, bei pH 3,5 durch Zugabe von PSS geflockt und anschließend bei 20°C gewaschen. Danach wurde das Flockulat bei pH 6,5 und einer Temperatur von 50°C redispergiert. Die Korngröße der oktaedrischen AgBr-Emulsion betrug 0,53 µm und die Verteilungsbreite 20%.
Die Emulsion wurde bei 55°C, einem pAg von 7,4 und einem pH-Wert von 6,5 pro Mol Silbernitrat mit 5,0 µmol Tetrachlorogoldsäure, 20 µmol Natriumthio­ sulfat, 690 µmol Kaliumthiocyanat (Em-2/1) bzw. mit 5,0 µmol Tetrachlorogold­ säure, 10 µmol Natriumthiosulfat, 690 µm Kaliumthiocyanat und 10 µmol eines erfindungsgemäßen tellurhaltigen Reifmittels pro mol Silber chemisch gereift (Em-2/2 bis Em-2/12; siehe Tabelle 3).
Tabelle 3
Die Proben wurde in gleicher Weise weiterverarbeitet wie bei Emulsion 1. Die Empfindlichkeit der Emulsion Em-2/1 wurde auf 100 festgesetzt. Tabelle 3 zeigt die Ergebnisse:
Tabelle 4
Man erkennt aus Tabelle 4, daß mit den erfindungsgemäßen Reifmitteln das Empfindlichkeits/Schleier-Verhältnis einer Emulsion mit Kristallen mit einem Aspektverhältnis < 5 nicht verbessert werden kann.

Claims (4)

1. Fotografische Silberhalogenidemulsion, bei der mindestens 50% der projizierten Fläche aus tafelförmigen Kristallen mit einem Aspektverhältnis von mindestens 3 bestehen und die mit wenigstens einem Reifmittel der Formel (I) oder (II) gereift ist: worin
R₁, R₂ Alkyl, Aryl, Aralkyl, Hetaryl, Hetaralkyl oder zusammen mit Te die restlichen Glieder eines 5-7 gliedrigen Ringes,
R₃ unsubstituiertes oder substituiertes Alkyl, Cycloalkyl oder Aryl und
X eine anionische, bzw. als Anion abspaltbare Gruppe bedeuten.
2. Fotografische Silberhalogenidemulsion nach Anspruch 1, wobei das Reifmittel der Formel (III) entspricht worin R₄ einen gegebenenfalls substitutierten Alkylrest und
n 0 oder 1 bedeuten.
3. Fotografische Silberhalogenidemulsion nach Anspruch 1, wobei mindestens 50% der projizierten Fläche aus hexagonalen tafelförmigen Kristallen bestehen, der Nachbarkantenverhältnis zwischen 1 : 1 und 2 : 1 liegt.
4. Fotografische Silberhalogenidemulsion nach Anspruch 1, wobei die Verbindungen der Formel I bzw. II in einer Menge von 5 bis 200 mg/1000 g Ag der Silberhalogenidemulsion eingesetzt werden.
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