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Achszähleinrichtung für Eisenbahnanlagen mit mehreren gleichzeitig
befahrbaren Zählstellen Die Erfindung bezieht sich auf eine mit Schaltmitteln der
elektronischen Schaltkreistechnik arbeitende Achszähleinrichtung für Eisenbahnanlagen
mit mehreren gleichzeitig befahrbaren Zählstellen, die über Auswerteschaltungen
Ein- oder Auszählimpulse erzeugen, die über mindestens einen Zwischenspeicher einer
Zählvorrichtung zugeleitet werden.
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Bei Achszähleinrichtungen für die Gleisfreimeldung im Eisenbahnsicherungswesen
wird gefordert, daß auch gleichzeitige oder annähernd gleichzeitige Zählimpulse
gleicher oder entgegengesetzter Zählrichtung richtig verarbeitet werden. Derartige
Zählimpulse entgegengesetzter Zählrichtung können beispielsweise bei kurzen Gleisabschnitten
auftreten, wenn die Länge eines Zuges größer ist als der Ab-
stand der Zählstellen.
Gleichzeitige oder annähernd gleichzeitige Zählimpulse gleicher Zählrichtung können
von den Auswerteschaltungen abgegeben werden, wenn beispielsweise bei Rangierbewegungen
von beiden Seiten Achsen in einen Gleisabschnitt einfahren. In beiden Fällen würde
eine Zählvorrichtung mit nur einem Zählorgan, das je nach Zählrichtung vorwärts
oder rückwärts läuft, immer dann ein falsches Ergebnis liefern, wenn der zeitliche
Abstand der Zählimpulse kleiner ist als die für einen Zählschritt der Zählvorrichtung
erforderliche Zeit. Eine Zählvorrichtung mit je einem Zählorgan für Einzählung
und für Auszählung würde im letzteren Fall ein falsches Ergebnis liefern.
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Dieser Mangel ist nicht nur bei bekannten elektrischen Zählvorrichtungen
mit Drehwählern, Zählmotoren oder Relais als Zählorganen, sondem auch bei bekannten
elektronischen Zählvorrichtungen vorhanden, die mit Schaltmitteln der elektronischen
Schaltkreistechnik, z. B. Gatterschaltungen mit Gleichrichtern und/oder Kippkreisen
mit Röhren, Transistoren oder Magnetkernen, arbeiten. Bisher ist nur für elektrische
Zählwerke eine Lösung gefunden worden, durch einen Zwischenspeicher mit Relais oder
Drehwählern. von mehreren gleichzeitigen oder annähernd gleichzeitigen Zählimpulsen
den einen sofo.rt weiterzugeben, die anderen aber zu speichern und nacheinander
erst weiterzugeben, wenn der jeweils vorher weitergegebene Impuls von der Zählvorrichtung
aufgenommen worden ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Zwischenspeicher mit
Schaltmitteln der elektronischen Schaltkreistechnik zu schaffen, der durch bekannte
elektronische Auswerteschaltungen, sogenannte Impulsschaltungen, gesteuert wird,
in denen die durch die Achsen an den Zählstellen erzeugten Impulsfolgen in Einzähl-
oder Auszählimpulse umgewandelt werden, und der zum Steuern von an seine Ausgänge
angeschlossenen elektronischen Zählvorrichtungen bekannter Bauart verwendet werden
kann.
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Erfindungsgemäß ist im Zwischenspeicher jedem Eingang ein bistabiler
Kippkreis zugeordnet, der beim Eintreffen eines Zählimpulses, der zugeordneten Zählrichtung
in die Arbeitslage kippt, und ferner ist je
zwei Kippkreisen, an die gleichzeitig
oder annähernd gleichzeitig Zählimpulse gelangen können, ein gemeinsames Rückstellkoinzidenzgatter
zugeordnet, das mindestens bei Zählimpulsen, deren zeitlicher Abstand gleich oder
kleiner ist als der für das öffnen von den Eingängen zugeordneten Weitergabekoinzidenzgattern
erforderliche Abstand, durch die beim Kippen beider bistabiler Kippkreise an
je einem ihrer Ausgänge entstehenden Potentialänderungen geöffnet wird und
hierbei einen Einstellimpuls für die nicht stabile Lage eines monostabilen Kippkreises
abgibt, der zum Zurückstellen der bistabilen Kippkreise in die Ruhelage vorgesehen
ist.
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Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung mit
logischen Schaltungssymbolen für Kippkreise, Gatter, Differenzier- und Verzögerungsglieder
dargestellt.
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Fig. 1 zeigt einen.Zwischenspeicher für gleichzeitige oder
annähernd gleichzeitige Zählimpulse entgegengesetzter Zählrichtung; Fig. 2 zeigt
den Potentialverlauf an den Eingängen von zwei im Zwischenspeicher verwendeten Weitergabekoinzidenzgattem;
,t einenZwischenspeicher für gleichzeitige Fig. 3 zeig
oder annähernd
gleichzeitige Zählimpulse gleicher Zählrichtung;
Fig. 4 zeigt schematisch
eine Achszähleinrichtung, in der zwei Zwischenspeicher nach Fig. 3 und ein
Zwischenspeicher nach Fig. 1 vorgesehen sind.
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Für die Schaltungen nach Fig. 1 und 3 ist angenommen,
daß die Ausgänge der schraffierten Teile der Kippkreise Nullpotential und die Ausgänge
der anderen Teile dieser Kreise negatives Potential abgeben.
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Gemäß Fig. 1 werden Einzählimpulse dem Eingang ES
und Auszählimpulse dem EingangAS des Zwischenspeichers SEA zugeführt. Die Impulse
werden in den bistabilen Kippkreisen 10 und 20 gespeichert, indem beispielsweise
bei einem Einzählimpuls der Kippkreis 10 aus seiner gezeichneten Ruhelage
in die entgegengmtzte Arbeitslage kippt und dort verbleibt. Damit erhält der Eingang
11 des Weitergabekoinzidenzgatters 13 für Einzählimpulse negatives
Potential, das auch bereits, an seinem Eingang 22 vom Ausgang 27 des Kippkreises
20 anliegt. Der Ausgang dieses Koinzidenzgatters gibt somit über das Differenzierglied
14 beispielsweise einen negativen Impuls an den dem Einzähleingang EZ zugeordneten
monostabilen Kippkreis 40 der Zählvorrichtung ZK mit vorwärts und rückwärts laufenden
Zählorganen. Durch den Impuls kippt der Kippkreis 40 in die Arbeitslage, wodurch
der Impuls an die nicht dargestellten Zählorgane. der Zählvorrichtung weitergegeben
wird. Nach einer Verzögerungszeit, die mindestens so lang bemessen ist, daß während
dieser Zeit im Höchstfall sämtliche Zählorgane nacheinander ihre Lage wechseln können,
kippt der Kippkreis 40 selbsttätig in die gezeichnete Ruhelage zurück. Hierdurch
wird von seinem Ausgang 41 ein positiver Impuls über das Differenzierglied 42 auf
den Rückstelleingang 01 des Kippkreises 10 gelegt, so daß dieser Kreis
in die gezeichnete Ruhelage zurückkehrt. Jetzt kann der Kippkreis 10 einen
neuen Einzählirnpuls aufnehmen.
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Bei einem Auszählimpuls am AuszähleingangAS wird in entsprechenderWeise
durch Kippen desKippkreises 20 in die Arbeitslage über das Weitergabekoinzidenzgatter
23 für Auszählimpulse, das Differenzierffied 24 und den AuszähleingangAZ
derKippkreis 50 in die Arbeitslage gebracht, so daß die Zählvorrichtung ZK
einen Auszählimpuls registriert. Beim selbsttätigen Zurückkippen des Kippkreises
50
wird über dessen Ausgang 51 und das Differenzierglied
52 der Kippkreis 20 zurückgestellt.
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Folgt auf einen Einzählimpuls am EingangES ein Auszählimpuls am Eingang
AS oder umgekehrt, so sind hinsichtlich ihres zeitlichen Abstandes
mehrere ausgezeichnete, nachstehend näher beschriebene Fälle zu unterscheiden, die
von der in Fig. 1 dargestellten Schaltung so beherrscht werden, daß das Zählwerk
in jedem Fall das richtige Ergebnis, registrierL Die Arbeitsweise der Schaltung
bei den Fällen a bis c, in denen als Beispiel ein Einzählimpuls und ein gleichzeitiger
oder annähernd gleichzeitig folgender Auszählimpuls behandelt sind, gilt sinngemäß
auch für die umgekehrte Impulsfolge.
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Fall a An die Eingänge ES und AS gelangt gleichzeitig
oder annähernd gleichzeitig ein Ein- bzw. Auszählimpuls. Die Kippkreise
10 und 20 kippen in ihre Arbeitslage. Hierdurch ändern sich die Potentiale
an den Eingängen 11 und 22 des Weitergabekoinzidenzgatters 13 und
an den Eingängen 12 und 21 des Weitergabekoinzidenzgatters 23. Die Änderung
der Potentiale e über der Zeit t ist in vereinfachter Darstellung in Fig. 2 gezeigt.
Beispielsweise ändern sich die Potentiale e 11 und e 22 an den Eingängen
11 und 22 gegenläufig und während einer bestimmten Zeit von einem Wert
+ 0 auf einen negativen Wert ein bzw. umgekehrt. Die Koinzidenzgatter
13 und 23
werden entsperrt, wenn das Potential an ihren beiden Eingängen
gleich dem Wert ea oder stärker negativ als dieser ist. Beginnt die Änderung des
Potentials ell vor der des Potentials e22 und ist die Zeitdifferenz kleiner als
der Wert A t, so wird das Weitergabekoinzidenzgatter 13 nicht
geöffnet. Das Weitergabekoinzidenzgatter 23 wird ebenfalls nicht geöffnet,
da selbst bei gleichzeitiger gegensinniger Änderung der Potentiale e 12 und e 21
das Potential e12 bereits. weniger negativ als der Ansprechwert ea ist, wenn das
Potential e21 diesen Wert noch nicht erreicht hat. Somit kann weder der Ein- noch
der Auszählimpuls in die Zählvorrichtung gelangen. Das von dieser angezeigte Ergebnis
infolge des Vorwärts-und Rückwürtslaufes, also die Differenz der bereits gezählten
Ein- und Auszählimpulse, bleibt daher richtig.
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Da bei diesem Vorgang die monostabilen Kippkreise 40 und
50 nicht gearbeitet haben, können von ihnen die bistabilen Kippkreise
10 und 20 auch keinen Anstoß zum Zurückstellen in die Ruhelage erhalten.
Damit würden die Eingänge ES und AS für
alle folgenden Zählimpulse
unempfindlich werden. Um dies zu verhindern, wird beim Kippen der Kreise
10 und 20 in die Arbeitslage durch die gleichzeitige oder annähernd gleichzeitige
und gleichsinnige Potentialänderung an den Ausgängen 15 und 25 über
die Differenzierglieder 16 und 26 je ein Impuls auf die Eingänge
31 und 32 des gemeinsamen Rückstellkoinzidenzgatters 33 gegeben,
das infolge der zeitlichen Koinzidenz dieser Impulse geöffnet wird. Dadurch gelangt
ein Impuls über den invertierenden Verstärker 34 und das Verzögerungsglied
35 an den Einstelleingang 36 des monostabilen Kippkreises
30.
Dieser Kippkreis kippt daraufhin in die nicht stabile Lage, was keine
weitere Wirkung zur Folge hat. Geht dagegen der Kippkreis 30 nach einer bestimmten
Zeit selbsttätig in die gezeichnete Ruhelage zurück, so wird über die Differenzierglieder
361 und 362 je
ein Rückstellimpuls an die Rückstelleingänge
01 und 02 der Kippkreise 10 und 20 gegeben. Diese Kippkreise werden
in ihre gezeichnete Ruhelage gestellt und sind nun wieder zur Aufnahme weiterer
Zählimpulse bereit.
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Damit der monostabile Kippkreis 30 auch bei einem zeitlichen
Abstand A t der Zählünpulse noch in die nicht stabile Lage
gelangt, sind die Zeitkonstanten der Differenzierglieder 16 und
26 und der Ansprechwert des Rückstellkoinzidenzgatters 33 so bemessen,
daß dieses Gatter bei dem zeitlichen Ab-
stand A t noch
koinzidente öffnungspotentiale erhält und geöffnet wird. Die wirksame Zeitdauer
der Potentiale an den Eingängen 31 und 32 des Koinzidenzgatters
33 ist also größer als die zuvor definierte Zeit,d t.
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Fall b Folgt auf einen Einzähl- ein Auszählimpuls in einem zeitlichen
Abstand t ## 4 t, so öffnet der Einzählimpuls das WeitergabeLoinzidenzgatter
13, und der Impuls wird an die Zählvorrichtung ZK weitergegeben.
Auch
in diesem Fall können die an den Eingängen31 und 32 des Rückstellkoinzidenzgatters
33 auftretenden Potentiale, deren wirksame Zeitdauer größer ist als der zum
Öffnen des Koinzidenzgatters erforderliche zeitliche Abstand A
t, bei genügender zeitlicher Koinzidenz das Gatter öffnen, so daß Einstellpotential
an den Eingang 36 des monostabilen Kippkreises 30 gelangt. Würde,
dieser Kippkreis in die Arbeitslage gelangen, so wäre zwar der Einzählimpuls an
die Zählvorrichtung weitergegeben, der Auszählimpuls könnte aber durch vorzeitiges
Zurückkippen des monostabilen Kippkreises 30 und damit vorzeitiges Zurückstellen
des bistabilen Kippkreises 20 unterdrückt werden. Um zu verhindern, daß der Kippkreis
30 in diesem Falle arbeitet -, wird bereits, sein Kippen in die nicht stabile
Lage durch Anlegen von Blockierungspotential an seinen Blockierungseingang
03 verhindert. Dieses Potential entsteht über das Mischgatter 031
und den invertierenden Verstärker 032, wenn der Kippkreis 40 nach Eingabe
des Einzählimpulses seine Arbeitslage einnimmt und somit sein Ausgang 41 negatives
Potential abgibt. Außerdem wird durch das Verzögerungsglied 35 verhindert,
daß der beim öffnen des Koinzidenzgatters 33 über den invertierenden Verstärker
34 weitergegebene Impuls an den Einstelleingang 36 des Kippkreises
30 gelangt, bevor das Blockierungspotential am Blocklerungseingang
03 des Kippkreises anliegt. Damit ist das Kippen des Kippkreises,
30 in die nicht stabile Lage nur auf die Fälle beschränkt, in denen er arbeiten
muß, nämlich bei zeitlichen Differenzen t < A t des Beginns
der Potentialänderungen an den Eingängen der Weitergabekoinzidenzgatter
13
und 23.
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Nimmt der Kippkreis 40 wieder seine Ruhelage ein, so erzeugt die an
seinem Ausgang 41 entstehende Potentialänderung über das Differenzierglied 42 einen
Impuls, der auf den Rückstelleingang01 des Kippkreises 10 einwirkt und diesen
in die Ruhelage bringt. Hierdurch erhält der Eingang 12 des Weitergabekoinzidenzgatters,
23 für Auszählimpulse vom Ausgang 17 des Kippkreises 10 negatives
Potential, das in Verbindung mit dem vorhandenen negativen Potential am Eingang
21 das Gatter 23 öffnet. Nunmehr wird über das Differenzierglied 24 der Kippkreis
50 in die Arbeitslage gebracht und so der bislang zwischengespeicherte Auszählimpuls
an die Zählvorrichtung weitergegeben. Durch selbsttätiges Zurückkippen des Kreises
50 in die gezeichnete Ruhelage wird dann der Kippkreis 20 in die Ruhelage
zurückgestellt.
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Fall c Folgt auf einen Einzählimpuls ein Auszählimpuls in einem
zeitlichen Abstand t > zl t, so ist an den Eingängen des Koinzidenzgatters
33 keine zeitliche Koinzidenz der anliegenden öffnungspotentiale vorhanden.
Somit kann der Kippkreis 30 nicht in die nicht stabile Lage gelangen, und
die Zählimpulse werden weitergegeben, wie es bereits für den Fall b
beschrieben
wurde.
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Der in Fig. 1 dargestellte Zwischenspeicher SEA kann also
je einen Zählimpuls entgegengesetzter Zählrichtung mittels der bistabilen
Kippkreise 10 und 20 speichern. Ist beim Eintreffen eines Zählimpulses und
Kippen des zugehörigen Kippkreises in die Arbeitslage der speichernde Kippkreis
für die andere Zählrichtung in der Ruhelage und wird dieser durch einen Zählimpuls
frühestens um die Zeit J t nach dem ersten Kippkreis in die Arbeitslage gebracht,
so wird der erste 2ählimpuls bereits beim Einspeichern über das zugehörige Weitergabekoinzidenzgatter
an die Zählvorrichtung weitergegeben. Diese bewirkt das Zurückkippen des ersten
bistabilen Kippkreises in die Ruhelage und damit das Löschen der Speicherang. Hierdurch
wird das andere Weitergabekoinzidenzgatter geöffnet und der Zählimpuls anderer Zählrichtung
an die Zählvorrichtung weitergegeben, wodurch die Zwischenspeicherung dieses Impulses
gelöscht wird. Ist der zeitliche Abstand t < A t, so wird
kein Weitergabekoinzidenzgatter geöffnet und daher kein Zählimpuls weitergegeben.
In diesem Fall stellt der monostabile Kippkreis 30 beim Zurückkippen beide
bistabilen Kippkreise gjeichzeitig in die Ruhelage zurück.
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In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel eines Zwischenspeichers
für Achszähleinrichtungen dargestellt, in denen gleichzeitig oder annähernd gleichzeitig
zwei Zählimpulse gleicher Zählrichtung erzeugt werden. Für Einzählimpulse einerseits
und Auszählimpulse andererseits ist je ein solcher Zwischenspeicher vorhanden.
Da die Zählimpulse gleicher Zählrichtung in keinem Falle unterdrückt werden dürfen,
sondern auch bei gleichzeitigem Eintreffen an den Eingängen des Zwischenspeichers
nacheinander an denselben Eingang bzw. denselben Kippkreis der folgenden Vorrichtung
weitergegeben werden müssen, weicht der Zwischenspeicher nach Fig. 3 von
dem nach Fig. 1. ab.
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Bei dem in Fig. 3 dargestellten Beispiel ist angenommen, daß
die Zählvorrichtung ein gemeinsames Organ für Ein- und Auszählung hat. Daher ist
zwischen den dargestellten Zwischenspeicher SEE mit den Eingängen
ES 1 und ES 2 für gleichzeitige Einzählimpulse und die nicht
dargestellteZählvorrichtung ein Zwischenspeicher SEA nach Fig. 1 geschaltet,
von dem nur der speichernde Kippkreis 10 für Einzählimpulse dargestellt ist,
die dem Eingang ES zugeführt werden. DieAuszählimpulse, derenAuswertung hier
nicht beschrieben sei, werden dem Eingang AS
des Zwischenspeichers
SEA zugeleitet.
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Gemäß Fig. 3 ist jedem Eingang ein bistabiler Kippkreis
100 bzw. 200 zum Zwischenspeichern von Zählimpulsen zugeordnet. Ein dem Eingang
ES 1 zugeführter Einzählimpuls kippt den Kippkreis 100 in die Arbeitslage.
Bei der gezeichneten Ruhelage des Kippkreises 200 wird durch die Potentialänderung
am linken Ausgang des Kippkreises 100 das Weitergabeko-inzidenzgatter
103 geöffnet. Hierdurch wird der Impuls weitergegeben einerseits über das
Mischgatter 120, den invertierenden Verstärker 121 und das Differenzierglied 122
an den Eingang ES des Zwischenspeichers SEA, andererseits über den invertierenden
Verstärker 106 und das Differenzierglied 107 an den Eingang
61.0 des bistabilen Kippkreises 600. Der im folgenden als Riegelkreis
bezeichnete Kippkreis 600 kippt in die in Fig. 3 gezeichnete Lage,
sofern er diese vor dem Eintreffen des Impulses noch nicht innegehabt haben sollte.
Der Kippkreis 10 kippt in diejenige Lage, die der in der Zeichnung dargestellten
entgegengesetzt ist.
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Nimmt nach einer bestimmten Zeit der Kippkreis 10 wieder seine
gezeichnete Ruhelage ein, so wird durch Potentialänderung an seinem Ausgang
15 ein Impuls über den invertierenden Verstärker 18 und das Differenzierglied
19 an jeweils einen Eingang der
Koinzidenzgatter
611 und 621 gegeben. Da der Riegelkreis 600, dessen komplementäre
Ausgänge mit jeweils einem Eingang der Koinzidenzgatter 611 und
621 verbunden sind, die gezeichnete Lage einnimmt, liegt jetzt an beiden
Eingängen des Koinzidenzgatters 611 negatives Potential. Hierdurch wird dieses
Koinzidenzgatter geöffnet und der Impuls über den invertierenden Verstärker
612 und das Differenzierglied 613 an den Rückstelleingang
001 des Kippkreises 100 weitergeleitet. Der Kippkreis 100 kippt
darauf in seine gezeichnete Ruhelage zurück und ist somit zur Annahme eines weiteren
Impulses bereit.
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Erhalten die EingängeES1 und ES2 gleichzeitig oder annähernd gleichzeitig
Einzählimpulse, ähnlich wie bei der Schaltung nach Fig. 1, so können mehrere
ausgezeichnete Fälle unterschieden werden, bei denen die Speicherschaltung nach
Fig. 3 jeweils einwandfrei arbeitet. Fall a Die zeitliche Differenz zweier
Einzählimpulse sei t < A t. Die Kippkreise
100 und 200 kippen in ihre Arbeitslage. Infolge der Potentialänderungen an
ihren mit den Eingängen 102 bzw. 202 der Weitergabekoinzidenzgatter 103 und
203 verbundenen Ausgängen bleiben die Koinzidenzgatter 103 und
203 gesperrt. Dagegen bewirkt die zeitliche Koinzidenz der von den Ausgängen
105 und 205 über die Differenzierglieder 108 und
208 an die Eingänge des Rückstellkoinzidenzgatters 303 gelangenden
Impulse, daß dieses Gatter geöffnet wird. Hierdurch gelangt ein Impuls über das
Verzögerungsglied 305, das Koinzidenzgatter 307 und den invertierenden
Verstärker 304 an den Einstelleingang 306 des monostabilen Kippkreises
300, sofern der Kippkreis 10 seine gezeichnete Ruhelage einnimmt,
bei welcher sein Ausgang 17 negatives öffnungspotential an den zweiten Eingang
des Koinzidenzgatters 307 gibt. Der Kippkreis 300 kippt in die nicht
stabile Lage und gibt über seinen Ausgang 308 auf das Differenzierglied
3063 negatives Potential. Der am Ausgang des Differenziergliedes entstehende
negative Impuls gelangt einerseits über den invertierenden Verstärker
206 und das Differenzierglied 207 auf den Eingang 620 des Riegelkreises
600, der hierdurch in diejenige Lage kippt, die der in der Zeichnung dargestellten
Lage entgegengesetzt ist, sofern er sich noch nicht in dieser befand. Der rechte
Ausgang des Riegelkreises 600,
der mit einem Eingang des Koinzidenzgatters
621
verbunden ist, gibt dann negatives Potential ab. Andererseits gelangt
vom Differenzierglied 3062 über das Mischgatter 120, den invertierenden Verstärker
121 und das Differenzierglied 122 ein Impuls auf den Eingang ES des Zwischenspeichers
SEA. Hierdurch kippt der Kippkreis 10 aus seiner dargestellten Lage und gibt
von den beiden gleichzeitigen oder annähernd gleichzeitigen Einzählimpulsn den dem
Eingang ES 2 zugeführten Impuls an die Zählvorrichtung weiter. Wird der Kippkreis
10 in seine gezeichnete Ruhelage zurückgestellt, so gelangt durch die Potentialänderung
an seinem Ausgang 15 über den invertierenden Verstärker 18, das Differenzierglied
19 und das Koinzidenzgatter 621, den invertierenden Verstärker
622
und das Differenzierglied 623 ein Rückstellimpuls auf den Rückstelleingang
002 des Kippkreises 200, so daß dieser in seine gezeichnete Ruhelage zurückkehrt.
Das jetzt vom linken Ausgang des Kippkreises 200 an den Eingang 202 des Koinzidenzgatters
103 gelangende negative Potential öffnet dieses Koinzidenzgatter, da an seinem
anderen Eingang 101 infolge Arbeitslage des Kippkreises 100 öffnungspotential
anliegt. Wie bereits beschrieben wurde, werden durch den negativen Impuls am Ausgang
des Koinzidenzgatters 103 annähernd gleichzeitig der Riegelkreis
600
in die dargestellte Lage und der Kippkreis 10 in die Arbeitslage
gekippt. Damit ist einerseits der andere der vormals gleichzeitig angelegten Einzählimpulse,
und zwar der am Eingang ES 1 anliegende, an die Zählvorrichtung weitergegeben
und andererseits das Zurückstellen des zugehörigen bistabilen Eingangskippkreises
vorbereitet worden.
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Fall b
Der zeitliche Abstand zweier Einzählimpulse sei
t ## A t. In diesem Fall öffnet der zuerst ankommende
Impuls, z. B. am Eingang ES 1, das zugeordnete Weitergabekoinzidenzgatter
103, wodurch der Impuls an den Kippkreis 10 der Zählvorrichtung weitergegeben
wird. Der folgende Impuls am EingangES2 kippt zwar den Kippkreis200 in die Arbeitslage,
das Weitergabekoinzidenzgatter 203 wird aber hierdurch nicht geöffnet, da
sein Eingang 102 vom Kippkreis 100
inzwischen kein Öffnungspotential mehr
erhält. Es sei ferner vorausgesetzt, daß die wirksame Zeitdauer der Potentiale an
den Eingängen des Rückstellkoinzidenzgatters 303 größer ist als die Zeit
A t, wie es bereits bei der Schaltung nach Fig. 1 für
das Rückstellkoinzidenzgatter 33 beschrieben wurde. Daher kann auch bei einem
zeitlichen Abstand t ## A t der Zählimpulse eine zeitliche
Koinzidenz der öffnungspotentiale für das Rückstellkoinzidenzgatter 303 vorhanden
sein, so daß dieses einen Einstellimpuls für den monostabilen Kippkreis
300 abgibt. Würde dieser Kreis in die nicht stabile Lage kippen, bevor der
Kippkreis 10 wieder in der Ruhelage ist, so würde der dem Eingang ES2 zugeführte
Einzählimpuls unterdrückt, und die Kippstufe 100 würde nicht wieder in die
Ruhelage zurückgestellt. Um dies zu verhindern, wird der vom Rückstellkoinzidenzgatter
303 abgegebene Einstellimpuls durch das gegenüber der Schaltung nach Fig.
1 zusätzlich dem Einstelleingang des monostabilen Kippkreises 300
vorgeschaltete Koinzidenzgatter 307 gesperrt, sobald der Kippkreis
10 durch den ersten der beiden Einzählimpulse in die Arbeitslage gestellt
ist, bei der sein Ausgang 17 positives Potential abgibt. Durch das Verzögerungsglied
305 wird der vom Rückstellkoinzidenzgatter 303 weitergegebene Einstellimpuls
so lange verzögert, bis das Koinzidenzgatter 307 durch den Kippkreis
10 mit Sicherheit gesperrt ist. Beim Zurückkippen in die Ruhelage stellt
der Kippkreis 10, wie bereits beschrieben wurde, den Kippkreis
100
ebenfalls in die Ruhelage zurück. Hierdurch erhält auch der Eingang 102
des Weitergabekoinzidenzgatters 203 für die dem Eingang ES 2 zugeführten
Einzählimpulse öffnungspotential, das an seinem Eingang 201 infolge Arbeitslage
des Kippkreises 200 bereits anliegt. Der vom Koinzidenzgatter 203 weitergegebene,
Impuls bringt in gleicher Weise, wie es bei Fall a für einen Impuls am Ausgang des
Differenziergliedes 3062 beschrieben wurde, einerseits den Kippkreis
10 wieder in die Arbeitslage, wodurch der zweite Zählimpuls weitergegeben
wird. Andererseits wird der Riegelkreis 600 entgegengesetzt der in der Zeichnung
dargestellten Lage gekippt. Beim Zurückkippen des Kippkreises 10 in die Ruhelage
wird auch der Kippkreis 200 in die Ruhelage zurückgestellt.
Dann
nehmen die Kippl,-reise 100, 200, 300
und 10 wieder die dargestellte
Lage ein. Nur der Riegelkreis 600 ist in der anderen Lage, da zuletzt ein
dem Eingang ES2 zugeführter Einzählimpuls weitergegeben worden ist.
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Ähnlich wie im Fall b für die Schaltunc, nach Fig. i
bei dem
monostabilen Kippkreis 30 ist damit in der Schaltung nach Fig.
3 bei dem monostabilen Kippkreis 300 das Kippen in die nicht stabile
Lage auf diejenigen Fälle beschränkt, in denen der zeitliche Abstand des Beginns
der Potentialänderung an den Ausgängen der den Eingängen des Zwischenspeichers zugeordneten
bistabilen Kippkreise kleiner als die Zeit A t ist, also kleiner
als der zum öffnen eines Weitergabekoinzidenzgatters erforderliche zeitliche Mindestabstand.
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Fall c Der zeitliche Abstand zweier Einzählimpulse sei t
>A t. Dann ist an den Eingängen des Rückstellkoinzidenzgatters
303 keine- zeitliche Koinzidenz der daran anliegenden öffnungspotentiale
vorhanden. Somit wird dieses Koinzidenzgatter nicht geöffnet und gibt keinen Impuls
weiter. Das Weitergeben der Zählimpulse und das Zurückstellen der Kippkreise des
Zwischenspeichers kann daher erfolgen, wie es bereits für den Fall b beschrieben
wurde.
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Wird eine Zählvorrichtung mit getrennten Zählorganen für Einzähl-
und Auszählimpulse verwendet, so kann auf den Zwischenspeicher SEA verzichtet werden.
In diesem Fall kann beispielsweise an Stelle des in Fig. 3 dargestellten
bistabilen Kippkreises 10
der monostabile Kippkreis 40 gemäß Fig.
1 am Einzähleingang der Zählvorrichtung ZK zusammen mit dem Riegelkreis
600 die bistabilen Kippkreise 100
und 200 wieder in die Ruhelage stellen.
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Bei der in Fig. 4 schematisch dargestellten Achszähleinrichtung für
einen Gleisabschnitt G mit den beiden Zählstellen Z 1 und Z 2 ist
angenommen, daß die Zählvorrichtung ZK ein gemeinsames Organ für Ein- und Auszählimpulse
hat. Die Fahrtrichtung der. über die Zählstellen fahrenden Achsen wird -.durch-
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je eine nachgeordnete ImpulsschaltungJ1 bzw.J2 festgestellt. Jede
Impulsschaltung hat zwei Ausgänge E 1 und A 1 bzw.
E 2 und A 2. Bei jeder in den Ab-
schnitt einfahrenden Achse
wird am Ausgang El
bzw. E2 ein Einzählimpuls und bei jeder ausfahrenden
Achse am Ausgang A 1 bzw. A 2 ein Auszählimpuls abgegeben. Die Ausgänge
El und E2 für Einzählimpulse beider Impulssehaltungen sind mit den
Eingängen ES 1 und ES 2 des Zwischenspeichers SEE
(Fig. 3) für Impulse gleicher Zählrichtung verbunden. Die Ausgänge für Auszählimpulse
der beiden Impulsschaltungen sind mit den Eingängen AS 1
und AS2 eines
entsprechenden Zwischenspeichers SAA verbunden. DieAusgänge der Zwischenspeicher
SEE und SAA sind sinngemäß mit den beiden Eingängen
ES und AS des Zwischenspeichers SEA nach Fig.
1 für Impulse entgegengesetzter Zählrichtung verbunden. Der ZwischenspeicherSEA
gibt die Ein-und Auszählimpulse an die EingängeEZ und AZ
der Zählvorrichtung
ZK weiter. Eine derartige Achszähleinrichtung kann auch bei gleichzeitigem oder
annähernd gleichzeitigem Befahren der beiden Zählstellen in gleicher oder entgegengesetzter
Richtung, was z. B. bei Rangierbewegungen auf einem Bahnhofszählabschnitt häufig
eintritt, alle Zählimpulse richtig zählen. Wird eine Zählvorrichtunz mit 2etrennten
Zählorganen für Einzähl- und Auszählimpulse verwendet, so werden die Ausgänge der
Zwischenspeicher SEE und SAA unmittelbar mit den entsprechenden
Eingänger EZ und AZ der Zählvorrichtung verbunden.
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Der Patentschutz soll sich nur auf die SchaltÜngsweise des Zwischenspeichers
erstrecken, nicht -aber auch auf die anschließende, eigentliche Zählvorrichtung
oder auf die Schaltun(Y der an den Zählstellen am Gleis erforderlichen Impulserzeuger.
Andererseits ist die technische Verwirklichung von Schaltungen nach der Erfindunc,
nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele und auch nicht auf eine spezielle
Art elektronischer Schaltungstechnik beschränkt. Es können z. B. sowohl Röhren-
oder Transistorschaltungen als auch Magnetkernschaltungen verwendet werden.