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Zählwerk für Achszählanlagen Bei Zählwerken für Achszählanlagen im
Eisenbahnsicherungswesen muß die Zahl der möglichen Zählstellungen um eins größer
sein als die größte im Gleisabschnitt vorkommende Achsenzahl, sonst wird sz.hon
bei der Einfahrt des Zuges die Ausgangsstellung des Zählwerkes erreicht und der
Gleisabschnitt vorzeitig »frei« gemeldet. Um die vorgeschriebene Zahl der unterschiedlichen
Zählstellungen des Zählwerkes mit einem möglichst geringen Aufwand zu erreichen,
wählt man vielfach eine gestaffelte Anordnung mehrerer Zählorgane. Hierbei ändert
ein Zählorgan bei jedem Zählimpuls seinen Zustand. Ein nachgeordnetes Zählorgan
ändert seinen Zustand nur dann, wenn das vorgeordnete einmal alle Zustände, die
es einnehmen kann, durchlaufen hat. Diesem nachgeordneten Zählorgan kann noch ein
weiteres Zählorgan in entsprechender Weise nachgeordnet werden und so fort. Sind
N Zählorgane mit je n verschiedenen Zuständen vorhanden, so ist die höchst zulässige
Aahsenzahl im Gleisabschnitt x = zaz - 1.
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Bei gestaffelter Anordnung der Zählorgane kann eine Gefahr für den
Eisenbahnbetrieb entstehen, wenn infolge einer Störung ein nachgeordnetes Zählorgan
nicht weitergeschaltet wird. Es sei z. B. angenommen, daß Zählorgane mit nur zwei
unterschiedlichen Zuständen verwendet werden, die Zählung also nach dem Dualzahlensystem
geschidht. Ist dann die Weiterschaltung des ersten nachgeordneten Zählorgans gestört,
so wird der Gleisabschnitt nach Einfährt jeder zweiten Achse »frei« gemeldet, da
das vorgeordnete Zählorgan nach jeder zweiten Achse in seine Ausgangsstellung zurückkehrt.
Hierdurch entsteht eine erhebliche Gefahr für den Eisenbahnbetrieb.
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Zur Abwendung dieser Gefahr wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dem
ersten auf die Grundstellung folgenden Zählschritt diejenige Zustandsänderung jedes
Zählorgans zuzuordnen, die eine Zustandsänderung des nachgeordneten Zählorgans bewirkt,
und eine Überwachungseinrichtung vorzusehen, deren Ansprechen von dem Zustand der
Z,Vhlorgane abhängig ist, der nach ordnungsmäßiger Verarbeitung des auf die Grundstellung
folgenden Zählimpulses eintritt. Die grundsätzliche Wirkung der erfindungsgemäßen
Anordnung geht aus der Tabelle Fig. 1 hervor. Es ist hierbei z. B. angenommen, daß
das Zählwerk aus den drei Zählorganen A, B, C be-
steht, die je zwei unterschiedliche
Zustände 1 und 0 einnehmen können. In der Grundstellung, die z. B. dem freien Gleis
zugeordnet sein möge (x = O Achsen), haben alle drei Zählorgane den Zustand 1. Fährt
eine Achse in den Gleisabschnitt ein, so ändert sich der Zustand des Zählorgans
A von 1 in 0. Dies hat zur Folge, daß auch das Zählorgan B von 1 in 0 wechselt.
Dieser Vorgang bewirkt wiederum den Wechsel von 1 in 0 beim Zählorgan C. Der beschriebene
Vorgang vollzieht sich nur dann einwandfrei, wenn die Weiterschaltung aller Zählorgane
fehlerlos arbeitet. Man hat also die Möglichkeit, mit der Erreichung dieses Zustandes
das Zählwerk zu überwachen und von seinem einwandfreien Arbeiten, z. B. die spätere
Freimeldung des Gleises, abhängig zu machen. Tritt eine Störung in der Weiterschaltung
der Zählorgane erst nach Einfahrt der ersten Achse ein, so kann zumindest bei der
Einzählung keine Freimeldung des Gleises erfolgen. Das Gleis wird dann zwar bei
der Ausfahrt des Zuges »frei« gemeldet, wenn die im Abschnitt verbliebene Achsenzahl
gleich dem aufgetretenen Zählfehler ist; da es jedoch sehr unwahrscheinlich ist,
daß ein Zug in dieser Stellung stehenbleibt, kann ein derartiger Fehler in der Regel
hingenommen -,verden. In jedem Störungsfall wird daher bei freiem Gleis eine Besetztmeldung
gegeben, so daß sich die Störung selbsttätig bemerkbar macht.
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Bei der Einfahrt der zweiten, dritten usw. Achse ändern sich die Zustände
der Zählorgane wie in Fig.1 angegeben, d. h., die zweite Achse bringt das Zählorgan
A von 0 nach 1 und die dritte Achse wieder von 1 nach 0. Hierbei kommt eine Zustandsänderung
dies nachgeordneten Zählorgans B von 0 nach 1 zustande. Auch alle weiteren Zustandsänderungen
vollziehen sich nach dem Dualzahlensystem.
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In Fig. 2 bis 5 sind Anwendungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.
Zur Vereinfachung der Darstellung sind in Fig. 2 bis d die logischen Schaltungssymbole
der mit Transistoren und Sperrzellen arbeitenden elektronischen Schaltkreistechnik
benutzt, soweit es die Deutlichkeit der Darstellung zuließ. Die Erfindung ist aber
nicht auf diese Art der Schaltungstechnik beschränkt. Sie kann z. B. auch durch
Relaisschaltungen oder unter Zuhilfenahme von Magnetkernspeichern
od.
dgl. verwirklicht werden. Fig. 5 zeigt ein Beispiel für die technische Verwirklichung
eines Teiles der Schaltung nach Fig. 3. In allen Beispielen ist ferner angenommen
-worden, daß nach dem Dualzauhlensystem gezählt wird, einerseits wegen der Einfachheit
der Darstellung und andererseits weil die Anwendung der Erfindung bei Verwendung
von Zählorganen mit nur zwei unterschiedlichen Zuständen besonders vorteilhaft ist.
Die Erfindung ist aber auch hierauf nicht beschränkt. Sie kann zweckmäßig auch bei
Zähl-tverken mit Zählorganen angewendet werden, die mehr als zwei unterschiedliche
Zustände zulassen, so z. B. bei der Verwendung von Schieberegistern mit drei oder
mehr Gliedern, bei Drehwählern oder bei Relaisketten mit einer beliebigen Zahl unterschiedlicher
Zählstellungen. In den Beispielen sind ferner stets nur drei gestaffelte Zählorgane
voräusgesetzt worden; die Schaltungen können aber auf eine beliebig große Zahl von
Zählorganen ohne weiteres erweitert werden.
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Das Zählwerts nach Fig. 2 hat zwei getrennte Gruppen von Zählorganen,
von denen die Gruppe 10, 20,30
nur für die Einzählung, die Gruppe 18, 28,
38 nur für die Auszählung bestimmt ist. Die Zählorgane mögen beispielsweise bistabile
Kipplcreise sein, die aus je zwei Transistoren bestehen. In der gezeichneten Stellung
mögen alle Kippkreise die Stellung 1 haben. Hierbei ist der obere Transistor leitend,
an seinen Ausgängen ist positives Potential vorhanden. Der untere Transistor ist
gesperrt, seine Ausgänge haben negatives Potential. Wird bei einer einfahrenden
Achse dem Einzähleingang EE ein Impuls zugeführt, so tritt am Eingang des Kippkreises
10 kurzzeitig positives Potential auf, das den Kippkreis veranlaßt, in die Stellung
0 zu gehen. Hierbei verwandelt sich an den Ausgängen des unteren Transistors das
negative Potential in positives Potential. Es fließt ein Ausgleichsstrom über den
Kondensator 201 und den Widerstand 202 zu der festen Spannung U4. Die Spannung U4
ist so gewählt, daß die Summe aus dieser Spannung und dem Spannungsabfall am Widerstand
202 beim Umkippen des Kippkreises 10 ausreicht, um den Kippkreis 20 zum Kippen zu
bringen. Dieser Kippkreis wechselt darauf auch seinen Zustand von 1 in 0. Hierdurch
spielt sich am Kondensator 301 und am Widerstand 302 der gleiche Ausgleichsvorgang
ab wie vorher am Kondensator 201 und am Widerstand 202, so daß auch der Kippkreis
30 zum Kippen vom Zustand 1 in den Zustand 0 gebracht wird. Auf diese Weise hat
der Einzählimpuls der ersten Achse alle Kippkreise in die Stellung 0 gebracht. Daher
liegt jetzt an allen Eingängen des Koinzidenzgatters 40 positives Potential an.
Das Gatter gibt nun auch an seinem Ausgang positives Potential a1). das dem bistabilen
Kippkreis 46 zugeführt wird. Hi°rdurch wird der obere Transistor des Kippkreises
46 gesperrt, und der Kippkreis ändert seinen Zustand, so daß nunmehr der untereTransistor
leitend wird. Das Kippen des Kipplzreises 46 ist somit eine Bestätigung dafür, daß
beim ersten Zählschritt die Zustandsänderung sämtlicher Zählorgane einwandfrei statlgefuriden
:hat. Nach dem Kippen des Kreises 46 gibt der unsere Transistor positives Potential
ab, das an einen per Eingänge des Koinzidenzgatters 49 gelangt. Damit ist eine Bedingung
für die spätere Freimeldung des Gleisabschnittes gegeben.
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Bei der Einfahrt weiterer Achsen ändert sich der Zustand der Zählorgane,
wie in der in Fig. 1 dargestellten Tabelle angegeben. Fahren nun Achsen aus dern
Gleisabschnitt aus, so vollziehen sich entsprechende Vorgänge in der Zählorgangruppe
für die Auszählung. Sind ebenso viele Achsen aus- wie eingefahren, so haben die
einander entsprechenden Zählorgane in der Ein- und Auszäblgruppe gleiche Stellung.
Zur Überprüfung der Übereinstimmung dieser Zählorgane dienen die Gatter 12, 14,
16, 22, 24, 26 und 32, 34, 36. In der gezeichneten Stellung liegt an beiden Eingängen
des Koinzidenzgatters 14 positives Potential an. Daher führt auch der Ausgang positives
Potential, das über das Mischgatter 16 an den unteren Eingang des Koinzidenzgatters
42 gelangt. Würden beide Zählorgane 10 und 18 die Stellung 0 einnehmen, so würde
der Ausgang des Koinzidenzgatters 12 positives Potential führen, das ebenfalls über
das Mischgatter 16 an den unteren Eingang von 42 gelangen würde. Nur wenn die Zählorgane
10 und 18 unterschiedliche Stellungen einnehmen, führt keines der Koinzidenzgatter
12 und 14 positives Potential. Daher führt auch der Ausgang des Mischgatters 16
in diesem Fall kein positives Potential. Haben nun alle drei Zählorganpaare 10/18,
20/28 und 30/38 untereinander die gleiche Stellung, so führen alle drei Eingänge
des Koinzidenzgatters 42 positives Potential, so daß auch der Ausgang des Gatters
42 positives Potential führt. Hiermit ist eine weitere Bedingung für die Freimeldung
des Gleisabschnittes gegeben.
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Es ist schwierig, die Gatter 12, 14, 16, 22, 24, 26 und 32, 34, 36
so auszubilden, daß bei einem Leitungsbruch oder einem Versagen eines Bauelementes
die Koinzidenz in der Stellung der Zählorgane nicht auch dann angezeigt wird, wenn
sie nicht vorhanden ist. Hierdurch könnte unter Umständen schon bei der Einfahrt
einer gewissen Zahl von Achsen das Gleis vorzeitig »frei« gemeldet werden. Um dies
zu vermeiden, ist der bistabile Kippkreis 48 vorgesehen. Er wird zum Kippen gebracht,
sobald ein Auszählimpuls an den Auszähleingang AE gelangt. Dieser positive Impuls
sperrt den oberen Transistor des Kippkreises 48, so daß der Kippkreis seinen Zustand
ändert und der untere Transistor leitend wird. Es erscheint am unteren Ausgang des
Kippkreises 48 positives Potential, das dem linken Eingang des Koinzidenzgatters
49 zugeführt wird. Der bistabile Kippkreis 48 verhindert also, daß eine Freimeldung
zustande kommt, bevor Achsen aus dem Gleisabschnitt ausfahren. Hierdurch wird die
Gefahr, die durch das Versagen der Gatter 12, 14 usw. entstehen kann, wesentlich
vermindert, da es-wie schon oben auseinandergesetztunwahrscheinlich ist, daß im
Gleisabschnitt eine Achsenzahl verbleibt, die gleich dem Fehler ist, der durch das
Versagen der Gatter hervorgerufen wird. Mit dem Anliegen dieses positiven Potentials
am linken Eingang des Gatters 49 sind alle drei Bedingungen für die Koinzidenz erfüllt,
so daß auch an der Ausgangsklemme F positives Potential erscheint. Es kann nun der
Gleisabschnitt »frei« gemeldet werden. Bei der praktischen Ausführung der Anlage
wird es zweckmäßig sein, durch das positive Potential an der Klemme F zunächst die
Rückstellung der Kippkreise 46 und 48 sowie auch der Zählorgane 10, 20, 30, 18,
28 und 38 zu bewirken, und zwar durch Anlegen positiven Potentials an die Klemme
R, und das Gleis erst dann freizugeben, wenn geprüft ist, daß alle diese Kippkreise
wieder die Grundstellung eingenommen haben. Die hierzu erforderlichen Einrichtungen
sind in der Figur nicht dargestellt, da sie nur in losem Zusammenhang mit dem Erfindungsgegenstand
stehen.
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Fig. 3 zeigt ein vor- und zurücklaufendes Zählwerk, das aus drei bistabilen
Kippkreisen 50, 60 und 70 hesteht.
Die Zählung geschieht atioh hier
nach dem Dualzahlensystem. Die Fortschaltung des nachgeordneten Zählorgans vollzieht
sich bei Vorwärtszählung, wenn das vorgeordnete Zählorgan seinen Zustand von 1 in
0 ändert. Bei Rückwärtszäahlung muß das nachgeordnete Zählorgan weitergeschaltet
werden, wenn sich die Stellung des vorgeordneten Zählorgans von 0 in 1 ändert. Die
Fortschaltung des nachgeordneten Zählorgans ist also von zwei Kriterien abhängig.
Das eine Kriterium gibt an, welche Zustandsänderung im vorgeordneten Zählorgan eingetreten
ist, das andere Kriterium kennzeichnet die Zählrichtung. Es ist zweckmäßig, die
Schaltung, welche die Zustandsänderung eines nachgeordneten Zählorgans bewirkt,
so auszubilden, daß bei Leitungsbruch oder Versagen eines Bauelementes die Zustandsänderung
des nachgeordneten Zählorgans nicht schon durch eines der beiden Schaltkriterien
allein bewirkt werden kann, sonst würde unter Umständen die Ausgangsstellung des
Zählwerkes viel zu früherreicht und damit der Gleisabschnitt vorzeitig »frei« gemeldet
werden. Auch wäre in diesem Fall die Tatsache, daß alle Zählorgane beim ersten Zählschritt
nach der Grundstellung ihren Zustand verändert haben, kein einwandfreies Kennzeichen
dafür, daß das Zählwerk in Ordnung ist. Die gestellte Forderung läßt sich dadurch
erreichen daß die Stromkreise, welche den Fortschaltimpuls auf das nachgeordnete
Zählwerk übertragen, als Arbeitsstromkreise ausgebildet werden. Ferner ist es zweckmäßig,
den Ausgleichsvorgang in einem Kondensator oder einer Induktivität, der beim Kippen
des vorgeordneten Zählorgans entsteht, als Schaltkriterium für den Kippvorgang zu
benutzen.
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In der Schaltung nach Fig. 3 sind zur Übertragung der Zustandsänderung
vom vorgeordneten auf das nachgeordnete Zählorgan die Impulsübertrager 54, 56, 64
und 66 vorgesehen. Die Impulsübertrager haben Ringkerne aus einem Werkstoff mit
annähernd Magnetisierungsschleife. Die Übertrager 54 und 64 dienen zur Weiterschaltung
bei Vorwärtszählung, die Übertrager 56 und 66 zur Weiterschaltung bei Rückwärtszählung.
Auf jedem Übertrager ist eine Wicklung vorgesehen, die das Kriterium für die Zustandsänderung
des vorgeordneten Kippkreises liefert. Eine weitere Wicklung kennzeichnet die Zählrichtung.
So dient z. B. auf dem Übertrager 54 die Wicklung 541 zur Kennzeichnung der Zustandsänderung
des Kippkreises 50, die Wicklung 542 zur Kennzeichnung der Zählrichtung. Die Wicklung
543 dient zur Weitergabe des Impulses an den Kippkreis 60.
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Wird ein Einzählimpuls auf das Zählwerk gegeben, so gelangt kurzzeitig
negatives Potential über den Einzähleingang EF an den monostabilen Kippkreis 72.
Dieser ändert seinen Zustand nur für eine gewisse Zeit, die sich aus der Dimensionierung
seiner Bauelemente ergibt. Danach kehrt er von selbst in den Ausgangszustand zurück.
Ist der Kippkreis 72 in der Arbeitsstellung, so fließt auf Grund der Spannung -I-
U2 ein Strom durch die Wicklungen 542 und 642. Diese Wicklungen sind so dimensioniert,
und die Spannung +U2 ist so gewählt, daß der in den Wicklungen fließende Strom von
der Größe i 1 eine Feldstärke erzeugt, die kleiner ist als die Koerzitivkraft der
Ringkerne. Es tritt also dadurch keine Zustandsänderung in den Ringkernen auf. An
den oberen Ausgang des Kippkreises 72 gelangt in der Arbeitsstellung positives Potential,
das über das Mischgatter 52 dem Kippkreis 50 zugeführt wird und diesen zum Kippen
bringt. Dadurch fließt ein Ausgleichsstrom über Kondensator 544, Wicklung 541, Wicklung
561 und Kondensator 564. Dieser Ausgleichsstrom möge in der Wicklung 541 eine AW-Zahl
erzeugen, die zusammen mit der AW-Zahl der Wicklung 542 eine Feldstärke ergibt,
welche die Koerzitivkraft des Ringkern-Werkstoffes überschreitet und damit die Induktion
im Ringkern von -I- B max auf - B max ändert. Die Induktionsänderung erzeugt in
der Wicklung 543 eine Spannung, die über das Mischgatter 62 dem Kippkreis 60 zugeführt
wird und, da sie am Eingang des Kippkreises 60 positiv gerichtet ist, diesen zum
Kippen bringt. Danach vollziehen sich nun entsprechende Vorgänge in dem Impulsübertrager
64, die auch den Kippkreis 70 zum Kippen bringen. Die Verzögerungszeit des monostabilen
Kippkreises 72 ist so bemessen, daß sämtliche Kippkreise 50, 60, 70 während dieser
Zeit ihren Zustand ändern können; danach kehrt der Kippkreis 72 in den Ausgangszustand
zurück. Die Spannung -I- U2 ist nun so gewählt, daB sich beim Zurückkippen des Kreises
72 die Stromrichtung in den Wicklungen 542 und 642 umkehrt. Es entsteht in diesen
Wicklungen ein Strom von der Größe -i2. Die Koerzitivkraft des Kernwerkstoffes wird
durch diesen Strom überwunden, und die magnetische Induktion ändert sich von -B
max auf +B max. Hierbei entsteht eine negative Spannung an den Eingängen der Mischgatter
62 und 71, die eine Zustandsänderung der Kippkreise 60 und 70 nicht bewirken kann.
Damit ist der Ursprungszustand in den Impulsübertragern wiederhergestellt.
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Beim nächsten Einzählimpuls ändert nur der Kippkreis 50 seinen Zustand.
Dabei hat der Ausgleichsstrom in den Wicklungen 541 und 561 die umgekehrte Richtung
wie beim ersten Einzählimpuls. Es kann dadurch keine Induktionsänderunin dem Ringkern
54 hervorgerufen werden, da die Wirkungen der Ströme in den Wicklungen 541 und 542
entgegengesetzt gerichtet sind. In der Wicklung 563 des Kernes 56 kann auch keine
Spannung induziert werden, da sich der Kippkreis 74 in der Grundstellung befindet.
Die Stromrichtungen in den Wicklungen 561 und 562 wirken einander entgegen. Erst
beim dritten Einzählimpuls erhält der Kippkreis 60 wieder einen positiven Impuls,
der seinen Zustand nunmehr von 0 in 1 ändert. Auf den Kippkreis 70 bleibt der dritte
Einzählimpuls ohne Wirkung.
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Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß Leitungsunterbrechungen in den
Stromkreisen, die zur Übertragung des Impulses von dem vorgeordneten auf das nachgeordnete
Zählorgan dienen, sich dadurch bemerkbar machen, daß ein Kippen des nachgeordneten
Zählorgans nicht eintritt. Somit ist also durch den ersten Zählschritt, der alle
Zählorgane von dem Zustand 1 in den Zustand 0 bringt, eine einwandfreie Überprüfung
der Schaltung möglich.
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Nach Ausführung des ersten Zählschrittes führen alle drei Eingänge
des Koinzidenzgatters 76 positives Potential. Dieses erscheint auch am Ausgang des
Gatters 76 und sperrt den oberen Transistor des bistabilen Kippkreises 78. Dieser
ändert seine Stellung und quittiert damit die ordnungsmäßige Ausführung des ersten
Zählschrittes. Bei der Ausfahrt von Achsen spielen sich entsprechende Vorgänge ab.
Nur ist durch entsprechende Polung der Wicklungen 561, 562 und 661, 662 dafür gesorgt,
daß die Fortschaltung des nachgeordneten Zählorgans dann eintritt, wenn das vorgeordnete
seinen Zustand von 0 auf 1 ändert. Ist die Zahl der ausgefahrenen Achsen gleich
der Zahl der eingefahrenen Achsen, so haben die Kippkreise 50, 60 und 70 wieder
die in Fig. 3 gezeichnete Stellung. Es liegt jetzt an den drei linken Eingängen
des
Koinzidenzgatters 80 positives Potential. Da nach Einfahrt der ersten Achse auch
der Kippkreis 78 seine Au-sgangsstellung verlassen hat, führt auch der rechte Eintang
des Gatters 80 positives Potential, das somit auch an der Freimeldeklemme F erscheint.
Es kann jetzt die Freimeldung des Gleisabschnittes vorgenommen werden, wobei es
wiederum zweckmäßig sein wird, den Gleisabschnitt erst »frei« zu melden, wenn der
Kippkreis 78 über die Rückstellklemme R zurückgestellt und die ordnungsmäßige Zurückstellung
überprüft worden ist.
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Für Achszählwerke, die einen Streckenabschnitt sichern sollen, wird
meist ein Zählvermögen von mindeaens 250 Achsen verlangt. Dafür sind bei der Zählung
nach dem Dualzahlensystem acht duale Zählorgane notwendig. Das bedeutet. daß das
Gatter 76 in Fig. 3 acht Eingänge, das Gatter 80 neun Eingänge erhalten müßte. Es
ist schwierig, bei der Verwendung elektronischer Bauelemente diese Gatter so auszubilden,
daß sieh ein Leitungsbruch oder das Versagen eines Bauelementes sofort selbsttätig
anzeigt. Von dem ordnungsmäßigen Arbeiten dieser Gatter hängt aber die Sicherheit
der Schaltung gegen zu frühzeitige Freimeldung des Gleisabschnittes ab. Es wird
daher in Fig. 41 eine Schaltungsanordnung vorgeschlagen, die diese Gatter vermeidet,
indem ein zusätzliches Zählorgan über die für die Zählung selbst benötigten Zählorgane
hinaus vorgesehen wird. Dieses Zählorgan ist mit 90 bezeichnet und an das letzte
zur Zählung notwendige Zählorgan 70 mit den gleichen Stromkreisen angeschlossen,
welche die übrigen zur Zählung erforderlichen Zählorgane miteinander verbinden.
Es genügt, dieses zusätzliche Zählorgan so auszubilden, daß es nur zwei stabile
Zustände einnehmen kann, auch dann, wenn die Zählung nicht nach dem Dualzahlensystem
geschieht. Das Zählorgan 90 nimmt in der Grundstellung ebenfalls den Zustand 1 ein.
den auch die übrigen nur zur Zählung dienenden Zählorgane haben. Fährt die erste
Achse in den Gleisabschnitt ein. so ändert das Zählorgan 90 ebenso wie die übrigen
Zählorgane seinen Zustand von 1 in 0. Diesen Zustand behält es bei, solange sich
Achsen im Gleisabschnitt befinden; denn während der Einzählung kann nun das Zählorgan
70 nur von 0 in 1, während der Auszählung nur von 1 in 0 wechseln. Bei diesem Wechsel
wird aber das nachgeordnete Zählorgan 90 nicht mitgenommen. Erst wenn die letzte
ausfahrende Achse den Kippkreis 70 von 0 in 1 bringt, erfolgt die Mitnahme des Kippkreises
90, der nun ebenfalls von 0 in 1 wechselt. Der Wechsel des Kippkreises 90 von 1
in 0 it also ein Kennzeichen dafür, daß bei der "Zählung der ersten Achse das Zählwerk
ordnungsmäßig -earbeitet -hat. Der Wechsel von 0 in 1 hingegen bekundet, daß alle
Achsen den Gleisabschnitt verlasen haben. Es ist daher an den unteren Ausgang des
Kipplzreises 90 der bistabile Kippkreis 94 angeschlossen, der aus seiner Grundstellung
herausgebracht wird, wenn der Kippkreis 90 von 1 in 0 kippt. Dadurch wird die Meldung,
daß das Zählwerk bei der ersten Achse ordnungsmäßig gearbeitet hat, durch den Kippkreis
94 gespeichert. Er gibt nun durch seinen unteren Ausgang positives Potential an
das Koinziclenzgatter 96 ab. Gelangt der Kippkreis 90 nach Ausfahrt der letzten
Achse wieder in die Ausgangsstellung 1, so gelangt auch an den oberen Ausgang des
Gatters 96 positives Potential. Das Gatter 96 gibt auch an seinem Ausgang positives
Potential ab und meldet dadurch den Gleisabschnitt frei. Die sicherungstechnisch
einwandfreie Ausführung des Gatters 96 ist ohne '#esondere Schwierigkeit möglich.
Es kann unter Umständen durch eine Relaisschaltung ersetzt werden, zumal ein besonders
schnelles Arbeiten dieser Einrichtung nicht erforderlich ist.
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Fig.5 zeigt ein Beispiel für die technische Verwirklichung der logischen
Schaltung nach Fig. 3. Es sind in Fig. 5 nur der monostabile Kippkreis 72, der bistabile
Kippkreis 50, die Mischgatter 52 und 62
sowie die Impulsübertrager 54 und
56 dargestellt, da eine Darstellung weiterer Bauteilgruppen im wesentlichen nur
eine unnötige Wiederholung des schon Dargestellten bringen würde. Die einseitige
Stabilität der Schaltung des rüönostabilen Kippkreises wird dadurch herbeigeführt,
daß die Spannungsteilerwiderstände 723, 724 und 725, 726, welche die Emitterpotentiale
der beiden Transistoren 720 und 721 festlegen, ungleich dimensioniert sind. Beim
leitenden Transistor 721 liegt der Emitter infolge des Spannungsteilerver'hältnisses
auf einem stärker positiven Potential als der Emitter des gesperrten Transistors
720. Das Kollektorpotential des Transistors 721 wird über den Widerstand 730 an
die Basis des Transistors 720 gegeben. Der Emitter des Transistors 720 hat aber
infolge der beschriebenen Unsymmetrie der Spannungsteiler ein geringeres Potential.
so daß der Transistor 720 gesperrt ist. Wird nun auf den Einzähleingang EE kurzzeitig
negatives Potential gegeben, so gelangt dies über den Kondensator 731 an die Basis
des Transistors 720. Der Transistor 720 wird dadurch leitend. Es fließt nun Strom
über den Widerstand 722, und der Kollektor des Transistors 720, der bisher praktisch
Erdpotential hatte, kommt auf ein stark positives Potential. Es fließt daher ein
Ladestrom über den Kondensator 727 und die SpannungsteileTwiderstände 728, 729.
Dadurch wird die Basisspannung des Transistors 721 kurzzeitig so weit positiv, daß
der Transistor 721 gesperrt wird. Dieser Zustand hält so lange an, wie der Ladestrom
des Kondensators 727 einen gewissen Wert nicht unterschreitet. Der Kreis, in dem
dieser Ausgleichsstrom fließt, ist so dimensioniert, daß während dieser Zeitdauer
der bistabile Kippkreis 50 sowie die nicht dargestellten Kippkreise 60 und 70, gegebenenfalls
auch 90, in der oben beschriebenen Art und Weise ihren Zustand ändern können. Allmählich
sinkt die Basisspannung des Transistors 721 wieder auf einen Wert, der durch den
Stromkreis, bestehend aus der Sperrzelle 732 und den Widerständen 728 und 729 bestimmt
ist. Der Transistor 721 wird dadurch wieder leitend, und die Ausgangslage des Kippkreises
ist erreicht: Am Kollektor des Transistors 721 wird die Spannung zur Speisung der
Wicklungen abgenommen, die auf den Impulsübertragern die Zählrichtung kennzeichnen,
wobei z. B. der Widerstand 546 die Stromstärke in der Wicklung 542 auf den für die
richtige Wirkung erforderlichen Wert bringt. Am Kollektor des Transistors 720 wird
der Impuls zur Weiterschaltung des Kippkreises 50 abgenommen. Er gelangt über das
Mischgatter 52 an den Eingang dieses Kippkreises. Das Mischgatter 52 besteht aus
den Sperrzellen 520 und 521 und dem Widerstand 522. In der Grundstellung der monostabilen
Kippkreise 72 und 74 (in Fig.5 nicht dargestellt) :herrscht an Widerstand 522, den
Sperrzellen 520, 521, dem Kollektor des Transistors 720 und dem Kollektor des entsprechenden
Transistors im Kippkreis 74 Erdpotential. Wird bei einem Einzählimpuls der Transistor
720 leitend, so steigt das Potential an seinem Kollektor an, und es fließt Strom
von dort über die Sperrzelle 520 und den Widerstand 522 nach Erde. Das Potential
am Verbindungspunkt des Widerstandes 522 mit den Kondensatoren
512
und 513 steigt an, und die Sperrzelle 521 wird gesperrt. Ist nun im bistabilen Kippkreis
50 der Transistor 500 leitend und der Transistor 501 gesperrt, so liegt über
dem Widerstand 514 an der Sperrzelle 510 ein stärker positives Potential als an
der Sperrzelle 511 über Widerstand 515. Der positive Zählimpuls an den Kondensatoren
512, 513 steigert daher das Basispotential des Transistors 500 so weit, daß dieser
Transistor gesperrt wird. Über die Spannungsteilerwiderstände 504, 509 gelangt jetzt
an die Basis des Transistors 501 negatives Potential, ein Vorgang, der durch Kondensator
506 noch unterstützt wird. Der Transistor 501 wird nun leitend. Die Zustandsänderung
im Zählorgan 50 ist eingetreten. Beim nächsten Zählimpuls vollziehen sich entsprechende
Vorgänge, nur wird jetzt der Transistor 501 gesperrt und der Transistor 500 leitend.
Zwischen den Kollektoren der Transistoren 500 und 501 und den Kollektorwiderständen
502 und 503 wird die Spannung für die Eingänge der Koinzidenzgatter 76 und 80 abgenommen,
außerdem ruft diese Spannung in den Wicklungen der Impulsübertrager 54 und 56 den
Ausgleichsstrom hervor, welcher das Umkippen des Kippkreises 50 im gegebenen Fall
über das Mischgatter 62 auf den nachgeordneten Kippkreis 60 überträgt. Die Widerstände
545 und 565 sorgen dafür, daß dieser Strom auf den erforderlichen Wert begrenzt
wird. Es erübrigt sich, die Wirkung der Impulsübertrager zu beschreiben, da dies
schon bei der Erklärung der logischen Schaltung (Fig. 3) geschehen ist.
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Es ist nicht unbedingt erforderlich, daß in Achszählanlagen die Zustandsänderung
sämtlicher Zählorgane beim ersten Einzählimpuls eintritt. Wesentlich ist nur, daß
diese Zustandsänderung bei jeder Befahrung des Abschnittes mindestens einmal vorhanden
ist. Wird also ein Gleisabschnitt regelmäßig von Zügen mit einer größeren Achsenzahl
befahren, so kann dem freien Gleis auch eine andere Stellung der Zählorgane zugeordnet
werden als diejenige, die im vorstehenden mit »Grundstellung« bezeichnet worden
ist.
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Ein besonderer Vorteil der Zählung nach dem Dualzahlensystem besteht
bei Anwendung der Erfindung darin, daß bei dem ersten, auf die Grundstellung folgenden
Zählschritt nicht nur die für die Fortschaltung der Zählorgane in Einschaltrichtung
notwendigen Stromkreise, sondern auch ein besonders großer Teil der Stromkreise
in den Zählorganen selbst überprüft wird.
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Die Anwendbarkeit der Erfindung ist nicht nur auf Aohszählanlagen
bei Eisenbahnen beschränkt, sondern auch mit Vorteil in anderen Fällen anwendbar,
in denen eine regelmäßige selbsttätige Überprüfung von Zähleinrichtungen erforderlich
ist.