-
Sortiergerät für Schlitzlochkarten Die Erfindung bezieht sich auf
ein Sortiergerät für Schlitzlochkarten, bestehend aus zwei festen Stirnwänden und
aus zwei zwischen diesen verschiebbaren, einen auszusortierenden Kartenstapel zwischen
sich aufnehmenden Zwischenwänden.
-
Bei diesem bekannten Sortiergerät ruhen die zu sortierenden Schlitzloch-
bzw. Randlochkarten auf herausnehmbaren Stangen, die zur- Durchführung eines Auswahlvorganges
entfernt werden, damit die aussortierten Karten aus dem Kartenstapel heraustreten
können. Nach einem Auswahlvorgang müssen daher lange Haltenadeln in das Gerät hineingestoßen
werden, damit die nicht gefallenen Karten besonders gehalten werden und die ausgewählten,
aus dem um 1801' Grad gedrehten Kartenstapel herausragenden Karten eingesehen werden
können. Diese Handhäbung erfordert einen- erheblichen Zeitaufwand. Des weiteren
sind Sortiergeräte für Karten mit zwei Lochfeldern bekannt. Die Karten werden in
Einsatzkästen aufbewahrt, die insgesamt in das Sortiergerät eingesetzt werden und
entsprechend den Stirnwänden des Sortiergerätes ebenfalls mit Lochungen und Querschlitzen
zum Einstecken von Halte- und Fragenadeln versehen sind. Der einen Einsatzkasten
aufnehmende Oberteil des Sortiergerätes ist längsgeteilt, wobei zum Auswählen der
Karten der eine Teil seitlich ausgeschwenkt wird. Diese Sortiergeräte sind sehr
umfangreich im Aufbau und lassen nur eine sehr beschränkte Ausnutzung zu. So kann
hier nur. die halbe in einer Karte enthaltene Lochzahl ausgenutzt werden, weil jedes
zu nadelnde Kennzeichen in-der linken und in der rechten Kartenhälfte besonders
genadelt werden muß. Abgesehen davon, daß bei diesem Sortiergerät die doppelte Nadelanzahl
gesteckt werden muß, müssen auch alle Fragenadeln, die gesteckt sind, aus dem Sortiergerät
herausgenommen werden, wenn der Behälter bzw. Einsatzkasten mit den Karten entfernt
werden soll. Sind mehrere Behälter nach demselben Kennzeichen durchzusortieren,
so muß jedesmal die gesamte Anzahl der Fragenadeln aus -dem Gerät herausgezogen
und nachher wieder neu hineingesteckt werden.
-
Ferner sind Sortiergeräte bekannt, bei denen die Fragenadeln für eine
bestimmte Merkmalkombination vorher in einen Haltekamm hineingeschoben werden, der
dann anschließend so oft benutzt werden kann, so oft nach derselben Nadelkombination
gefragt wird. Das heißt, hier wird eine einmal gesteckte Frage für mehrere Auswahlvorgänge
aufrechterhalten. Bei diesem bekannten Sortiergerät muß jedoch der zwischen zwei
verschiebbaren Wänden auf Stangen gehaltene Kartenstapel in den die Nadelkombination
aufweisenden Haltekamm mit der großen Anzahl von Nadeln, hineingeschoben werden,
wobei die Nadeln in die eine mit Löchern versehene Wand eingreifen und ge= nau die
zugehörigen Löcher treffen müssen.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Sortiergeräte aus zwei
festen Stirnwänden und aus zwei zwischen diesen verschiebbaren, einen auszusortierenden
Kartenstapel zwischen sich aufnehmenden Zwischenwänden so auszubilden, daß sie bei
einem einfachen Aufbau und bei guter Ausnutzung der Karten trotzdem eine hohe Sortiergeschwindigkeit
gewährleisten.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der auszusortierende
Kartenstapel an mindestens zwei Haltenadeln eines in das Sortiergerät einsetzbaren
und an einer festen Stirnwand verriegelbaren Haltekamms aufgehängt und die Fragenadeln
in der gegenüberliegenden festen Stirnwand unverschiebbar eingesetzt sind, und daß
sich die einander entgegengerichteten Halte- und Fragenadeln um die Dicke der verschiebbaren
Zwischenwand überlappen, welche der die Fragenadeln tragenden festen Stirnwand benachbart
ist, derart, daß der Kartenstapel mittels der einen Zwischenwand von den Haltenadeln
auf die Fragenadeln und mittels der anderen Zwischenwand von den Fragenadeln auf
die Haltenadeln verschiebbar ist.
-
Bei einer derartigen Ausbildung des Sortiergerätes wird das nachträgliche
Setzen von Haltenadeln für die unter Einwirkung der Schwerkraft ausgewählten Karten
vermieden. ` In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Es zeigt F i g.1, eine Ansicht einer Schlitzlochkarte, F i g: 2 eine
schaubildliche Ansicht eines Behälters für einen auszusortierenden Kartenstapel,
F i g. 3 eine Ansicht eines gemäß der Erfindung ausgebildeten Sortiergerätes,
F
i g. -1 einen schematischen Querschnitt durch das Sortiergerät zwischen den beiden
verschiebbaren Zwischenwänden.
-
Jede für das gemäß der Erfindung ausgebildete Sortiergerät geeignete
Karte 1 ist in zwei Felder 2
und 3 geteilt, von denen das Feld 2 für
schriftliche Vermerke (Referat, Skizze, Kennzeichen) vorgesehen ist. Das Feld 3
ist dagegen mit einer Anzahl von Löchern 4 versehen, die zur Verschlüsselung von
Merkmalen dienen. Zur Verschlüsselung von Merkmalen in dem Lochfeld 3 werden die
Stege zwischen dem jeweiligen Merkmal entsprechenden und senkrecht übereinanderliegenden
Löchern ausgestanzt. Bei der Karte nach F i g. 1 ist das bei den senkrecht übereinanderliegenden
Löchern a und b; c und d; e und f
geschehen. Es ist also
ein Merkmal bzw. eine Information eingetragen, die durch die Kombination der Löcher
b, d und f gekennzeichnet ist. Soll diese Karte aus einem Kartenpaket aussortiert
bzw. ausgewählt werden, so werden durch die Löcher b, d
und f des Kartenstapels
Fragenadeln hindurchgesteckt. Werden die Fragenadeln im Raum festgehalten und dem
Kartenpaket die Unterlagen entzogen, so können alle Karten - und zwar nur diese
- um eine Lochteilung bzw. um eine Schlitzlänge aus dem Kartenstapel herausfallen,
die an den »genadelten« Stellen b, d und f geschlitzt sind, vgl. die in gestrichelten
Linien angedeutete Karte 5. Damit sind die gewünschten Karten ausgewählt.
-
Die Karten der Kartei werden in vorteilhafter Weise in Kartenstapel
mit z. B. fünfhundert Karten zusammengefaßt und jeder Kartenstapel in einem besonderen
Behälter 6 nach F i g. 2 untergebracht. Der Behälter 6 ist ein Kasten, dessen Wände
niedriger sind als die Höhe der Karten, so daß der Kartenstape17 oben aus dem Behälter
herausragt. Vorder-und Rückwand des Kastens sind in bestimmter Weise an mehreren
Stellen randoffen geschlitzt. Im Ausführungsbeispiel nach F i g. 2 sind in der Vorder-
und Rückwand vier solcher Schlitze 8 dargestellt. Die Schlitze sind so angeordnet,
daß sie sich gegenüber einer senkrechten Lochreihe der Karten bzw. des Kartenstapels
befinden. Sie sind so tief gegen den Kastenboden gezogen, daß ihr unteres abgerindetes
Ende ein Loch der unteren Lochreihe des Kartenstapels noch freilegt, so daß ein
Haltekamm 9 z. B. mit vier Nadeln eingeführt werden kann. Die Nadeln 10 des
Haltekammes 9 sind die Haltenadeln für den Kartenstapel, welcher mit der
Hand aus dem Behälter 6 mitsamt den Haltenadeln herausgehoben werden kann.
-
Das dazugehörende Sortiergerät nach F i g. 3 wird von einer Grundplatte
12 gebildet, auf welcher zwei aufrecht stehende Stirnwände 13 und
14 fest angeordnet sind. Zwischen diesen Wänden befinden sich zwei irgendwie
geführte verschiebbare Wände 15 und 17.
Diese Zwischenwände sind so
geführt, daß sie stets unter sich und zu den feststehenden Stirnwänden 13 und 14
parallel zueinander stehen. Die feste Stirnwand 13 und die verschiebbaren Wände
15 und 17 sind ebenso gelocht wie die Karten.
-
Die Fragenadeln 21 werden in die in F i g. 3 linke Stirnwand
13 des Sortiergerätes, und zwar in die dem gesuchten Merkmal entsprechenden Löcher
gesteckt. Diese Fragenadeln durchdringen die feste Stirnwand 13 und die verschiebbare
Zwischenwand 15. Sie haben an dem einen Ende Köpfe 22, bis zu denen sie in die feste
Stirnwand 13 eingeschoben werden. Die Köpfe können beispielsweise durch eine
Tür 16 gegen ein Zurückgleiten gesichert werden. Die Fragenadeln 21 sollen durch
die gleichnamigen Löcher der voneinander entfernten Wände 13 und 15 hindurchgesteckt
werden. Um das zu erleichtern, wird während des Steckens der Fragenadeln 21 die
verschiebbare Zwischenwand 15 an die feste Stirnwand 13 herangeschoben (vgl.
die Darstellung in gestrichelten Linien). Sind alle Fragenadeln gesteckt und durch
die Tür 16 verriegelt, so wird die Zwischenwand 15 bis zu einem Anschlag 20 zurückgeschoben.
Die Fragenadeln 21 und die Haltenadeln 10 sind in dieser Stellung der Zwischenwand
so lang, daß sie jeweils über die Mitte der Zwischenwand 15 reichen und sich überlappen,
jedoch nicht rechts aus ihr herausragen.
-
Die den randoffenen Schlitzen 8 der Behälter 6 entsprechenden Löcher
der oberen Lochzeile in der verschiebbaren Zwischenwand 15 und in der feststehenden
Stirnwand 17 sind nach oben randoffen aufschlitzt, und zwar so, daß die Haltenadeln
10 des Haltekammes 9 von oben hineingelegt werden können, wenn der Kartenstapel
7 aus dem Behälter 6 (F i g. 2) herausgehoben und um 180° gedreht wird. Der Kartenstapel
? mit dem Haltekamm wird so in das Sortiergerät eingelegt, daß die Haltenadeln
10 des Kammes in die randoffen geschlitzten Löcher 18 geraten und daß der
Haltekamm 9 in eine an der festen Stirnwand 14 befestigten und z. B. als Haken 19
ausgebildeten Haltevorrichtung eingreift.
-
Die verschiebbare Zwischenwand 15 ist vorher ganz an den Anschlag
20 herangeschoben worden; die andere verschiebbare Zwischenwand 17 steht
in der Nähe der festen Stirnwand 14. Der Kartenstapel 7 hängt so an den Haltenadeln
10, daß seine Löcher mit den Löchern der festen Stirnwand 13 und mit denen
in den verschiebbaren Zwischenwänden 15 und 17 genau fluchten. Die Haltenadeln 10
des Haltekammes 9 sind, wie bereits erwähnt, so lang, daß ihre Spitzen über die
Mitte der verschiebbaren Zwischenwand 15 reichen, ohne daß sie links herausragen.
Die Spitzen der Haltenadeln 10 und die Fragenadeln 21 überlappen sich also innerhalb
der Dicke der Zwischenwand 15.
-
Ist der Kartenstapel ? in der beschriebenen Weise in das Sortiergerät
eingehängt, so wird die verschiebbare Zwischenwand 17 in F i g. 3 nach links geschoben.
Sie drückt zunächst den Kartenstapel zusammen. Beim weiteren Verschieben der Zwischenwand
17 nach links werden Kartenstapel 7 und Zwischenwand 15 mitgeschoben,
bis die Zwischenwand 17 an besondere Anschläge 22 stößt. Dabei ist Voraussetzung,
daß die Zwischenwand 17 an dem Anschlag 20 für die Zwischenwand 15 vorbei
kann, was durch entsprechende randoffene Ausnehmungen ermöglicht wird. Die Zwischenwand
17 nimmt dann die Stellung ein, die vorher die Zwischenwand 15 innegehabt
hat. Der Kartenstapel ist nunmehr von den Haltenadeln auf die Fragenadeln geschoben
worden. Die Haltenadeln können dabei nicht mitwandern, weil der Haltekamm von den
Haken 19 festgehalten wird. Nunmehr wird die Zwischenwand 15 weiter nach
links geschoben, so daß der Kartenstapel ? gelockert wird und die gesuchten Schlitzlochkarten
um eine Schlitzlochl'änge herabsinken können. Das Lockern der Karten kann mit der
Hand oder durch Schütteln des ganzen Sortiergerätes unterstützt werden. Sind alle
gesuchten Schlitzlochkarten gefallen, so wird die Zwischenwand 15 in die
alte Lage, d. h.
bis zu dem Anschlag 20, zurückgeschoben.
Dabei werden die nicht ausgewählten Schlitzlochkarten von den Fragenadeln zurück
auf den Haltekamm geschoben, während die um eine Schlitzlänge gefallenen ausgewählten
Karten mit ihrem Kopfrand unter die Haltenadel abgesenkt sind. Mit dem Haltekamm
wird der zusammengepreßte Kartenstapel aus dem Sortiergerät gehoben, um 180° gedreht
und alsdann wieder in den Behälter 6 (F i g. 2) gesetzt.
-
Die Schlitzlochkarten stehen dann in der gleichen Reihenfolge, wie
vor dem Aussuchen, jedoch ragen die ausgesuchten Karten um den Abstand einer Lochzeile
aus dem Kartenstapel nach oben heraus. Sie stehen mit ihrer Fußkante auf den Haltenadeln.
Sie können entweder dem Kartenstapel entnommen oder nur so weit herausgezogen werden,
daß der geschriebene Text lesbar ist.
-
Nach dem Aussortieren der Schlitzlochkarten auf den Fragenadeln 21
kann es vorkommen, daß die nur an den Enden des Lochfeldes von den Fragenadeln erfaßten
Schlitzlochkarten schief hängen und beim Zurückschieben auf die Haltenadeln nicht
mehr mit allen ihren Löchern auf die Haltenadeln treffen. Die Erfindung sieht deshalb
Leitflächen vor, die zum Zeitpunkt des Auswählens vom Kartenstapel zwangläufig entfernt
werden. Ein Beispiel einer solchen Anordnung deutet die Fig.4 an, die das Sortiergerät
in einem schematischen Querschnitt darstellt. Der Kartenstapel 7 wird von Leitblechen
23 geführt, die in Lagern 24 schwenkbar gelagert sind und von einer Feder 25 gegeneinander
zusammengezogen und gegen die Längsseiten des Kartenstapels 7 gedrückt werden. Wird
die Zwischenwand 15 (F i g. 3) für den Auswahlvorgang in F i g. 3 nach links geschoben,
so drücken zwei kegelig verlaufende Keile 26 die Leitbleche 23 auseinander, wie
in F i g. 4 in gestrichelten Linien angedeutet ist, so daß der Kartenstapel frei
an den Fragenadeln hängt. Nach dem Auswählen drücken die Leibbleche wieder .gegen
den Kartenstapel n, so daß alle Schlitzlochkarten wieder genau ausgerichtet werden.
-
Der Haltekamm soll mindestens zwei Haltenadeln enthalten, nach Möglichkeit
aber mehr, weil bei der Korrektur der Lage nicht genau orientierter Karten beim
Aufschieben auf die konischen Nadelspitzen die Ränder der Kartenlöcher mechanisch
beansprucht werden und weil diese Beanspruchung um so kleiner ist, auf je mehr Löcher
bzw. Nadeln sie sich verteilt.