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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Selektieren von
Schlitzlochkarten durch Einwirkung von Schwerkraft auf einen an Selektiernadeln
hängenden Kartenstapel; bestehend aus einem Aufnahmekasten zum Unterbringen des
Kartenstapels mit je einer den zu selektierenden Schlitzlochkarten entsprechenden
Anzahl von Lochreihen in der die Höhe der Schlitzlochkarten um mindestens eine Schlitzlänge
übersteigenden Vorderwand und Rückwand sowie aus einer den Schlitzlochkarten entsprechend
gleich gelochten Führungsplatte mit einer vor dieser angeordneten und in der- Längsrichtung.
der Selektiernadeln verschiebbaren Rückführplatte.
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Bei bekannten Vorrichtungen dieser Art wird der Kartenstapel so in
den Aufnahmekasten gesetzt, daß die Löcher dieser Karten mit den Löchern des Aufnahmekastens
sowie der: Führungsplatte übereinstimmen. Sodann werden die Selektiernadeln in die
den gesuchten Merkmalen entsprechenden Lochungen eingeschoben und die Vorrichtung
mit dem eingesetzten Kartenstapel gegebenenfalls um 180° geschwenkt. Hierdurch fallen
die Schlitzlochkarten mit den gesuchten Merkmalen unter Einwirkung der Schwerkraft
um eine Schlitzlochlänge nach unten. Zum Herausziehen der Selektiernadeln wird die
Rückführplatte von der Vorderwand weggezogen, wodurch gleichzeitig sämtliche Selektiernadeln
aus dem Kartenstapel entfernt werden. Die vor der Führungsplatte angeordnete Rückführplatte,
die auf die Köpfe der Selektiernadeln drückt, läßt auch,- nachdem ein neuer Kartenstapel
in den Aufnahmekasten eingesetzt ist, ein gleichzeitiges Einschieben sämtlicher
Selektier.. nadeln zu. Voraussetzung beim Einschieben der Selektiernadeln ist,
-AA =die -Selektiernääeln tatsächlich auch in die die gesuchten Merkmale
markierenden Löcher des Kartenstapels eingeführt werden, da sie sonst in die Kartenfläche
eindringen und die Schlitzlochkarten damit zerstören. Die Bohrungen in der Führungsplatte
müssen also stets genau mit den Bohrungen in der Vorderwand und den entsprechenden
Löchern im Kartenstapel fluchten, wenn diese Bedingung erfüllt sein soll. Bei den
bekannten Vorrichtungen wird dies durch eine genau gearbeitete Führung der verschiebbaren
Führungsplatte erreicht, die allerdings hierzu sehr stabil und dementsprechend schwer
ausgeführt werden muß. Ist dies nicht der Fall, so kann die Führungsplatte verecken
bzw. auf ihren Führungsstangen verklemmen. Dieses kann zu einer Verbiegung der Führungsstangen
führen, wodurch die Bohrungen in Führungsplatte und Vorderwand mit den Löchern in
den Schlitzlochkarten nicht mehr fluchten, so daß die Schlitzlochkarten beim gewaltsamen
Einführen der Selektiernadeln zerstochen werden.
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Nach einem' älteren Vorschlag ist daher die Führungsplatte fest mit
einem gewissen Abstand vor der Vorderwand des Aufnahmekastens angeordnet worden.
Dadurch ist die Führung der Selektiernadeln immer genau gewährleistet und ein Zerstechen
der Schlitzlochkarten vermieden. Allerdings müssen bei dieser Vorrichtung bei jedem
Auswahlvorgang die Selektiernadeln einzeln aus der Vorrichtung herausgezogen und
wieder eingeführt werden. Eine Erleichterung ist jedoch dadurch gegeben, daß beim
wiederholten Auswählen bzw. Selektieren von Kartenstapeln nach dem gleichen Selektierprogramm
die Selektiernadeln zwischen Vorderwand des Aufnahmekastens und der Führungsplatte
belassen werden können, so daß nicht jedesmal das gesamte Programm gesteckt werden
muß. -Es besteht daher die Aufgabe der Erfindung darin, die bekannte Vorrichtung
zum Selektieren von Schlitzlochkarten mit einer Rückführplatte und den weiteren,
eingangs im ersten Absatz erläuterten Merkmalen so weiterzubilden, daß bei einem
erheblich kleineren Konstruktionsaufwand die genaue Führung der Selektiernadeln
gewährleistet wird. Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die
vor der feststehenden Führungsplatte angeordnete, in der Längsrichtung der Selektiernadeln
verschiebbare Rückführplatte lose abnehmbar ist und einen U-förmigen Querschnitt
mit einem etwa der Nadelkopflänge entsprechenden gegenseitigen Abstand der Schenkel
aufweist, von denen der eine Schenkel als ein über die Fläche der Führungsplatte
reichender Kamm ausgebildet ist, .dessen Zinken eine dem Abstand zwischen benachbarten
und gleich hoch liegenden Selektiernadeln entsprechende Breite haben.
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Die Rückführplatte nach der Erfindung ist also vollkommen unabhängig
von den übrigen Teilen der Vorrichtung. Werden beispielsweise nur einige Nadeln
zum Selektieren der Kartenstapel benötigt, so kann auf die Rückführplatte ganz verzichtet
werden, da in diesem Falle das einzelne-Einstecken und Herausziehen der Selektiernadeln
praktisch ebenso schnell wie . mit der Rückführplatte durchgeführt werden kann.
Werden jedoch mehrere Selektiernadeln verwendet, so wird nach dein ersten, immer
-notwendigen Stecken des. Selektierprögramms die erfindungsgemäß ausgebildete -Rückführplatte
an der festen Führungsplatte entlang über die Nadelköpfe geschoben, wobei sich die
Zinken des Kammes hinter die Nadelköpfe legen. Dadurch können sämtliche Selektiernadeln
gemeinsam aus der Vorrichtung herausgezogen und auch wieder eingeschoben werden,
da der dem Kamm gegenüberliegende Schenkel beim Einschieben auf den Nadelköpfen
aufschlägt. Eine besondere Führuag für die Rückführplatte ist nicht notwendig, da
die Selektiernadeln in der festen Führungsplatte und in der Vorderwand des Aufnahmekastens
geführt werden.
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Um das Verschieben der Rückführplatte beim Selektiervorgang, beispielsweise
unter Einwirkung eines Vibrators, zu vermeiden, wird die Ausbildung im einzelnen
so durchgeführt, daß der als Kamm ausgebildete Schenkel der Rückführplatte mindestens
eine in .den oberen Rand der Führungsplatte ein--greifende bzw. diesen übergreifende
Kopfschraube als Festhaltevorrichtung aufweist.
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Ein zu weites Herausziehen der Rückführplatte wird nach einem weiteren
Merkmal der Erfindung dadurch verhindert, daß der als Kamm ausgebildete Schenkel
der Rückführplatte mindestens ein Seil, Band od. dgl. mit einer der größten Verschiebebewegung
der Selektiernadeln entsprechenden Länge aufweist, dessen freies Ende mit einem
in die Führungsplatte einhängbaren Nippel versehen ist. Da hierbei die Rückführplatte
nur über die Köpfe der bereits in die Vorrichtung eingesteckten Selektiernadeln
gesteckt wird, kann sich das Seil nicht mehr in diesen Selektiernadeln verfangen,
sondern es wird sich irgendwie in den Zwischenraum zwischen Kamm und Führungsplatte
einlegen. Eine etwas aufwendigere Verschiebesicherung ergibt sich dadurch, daß zwischen
den Schenkeln der Rückführplatte ein über Ösen von zwei an den Enden ihres Steges
angeordneten
Zugfedern verlaufender endloser Seilzug mit einem
in der Quermitte nach außen des Kammschenkels geführten Seiltrum vorgesehen ist,
das am herausgeführten Teil einen zum Einhängen in die Führungsplatte dienenden
Nippel aufweist. Bei dieser Ausführungsform können weitere Festhaltevorrichtungen
für die Rückführplatte in der Selektierstellung entfallen, da der durch den federnden
Seilzug angezogene Nippel die geringen, auf die Selektierna-deln wirkenden axialen
Kräfte aufnehmen kann: In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
schematisch dargestellt. Es zeigt F i g. 1 eine schaubildliche Ansicht einer Rückführplatte,
F i g. 2 eine Seitenansicht und eine Ansicht eines angeschrägten Zinkenendes der
Rückführplatte, F i g. 3 einen Längsschnitt durch die beiden Schenkel der teilweise
dargestellten Rückführplatte nach F i g. 1 mit einer Festhaltevorrichtung, F i g.
4 einen der F i g. 3 entsprechenden Längsschnitt durch die Rückführplatte mit einer
anderen Ausführungsform der Festhaltevorrichtung.
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Dem gewählten Ausführungsbeispiel liegt eine nicht dargestellte Vorrichtung
zum Selektieren von Schlitzlochkarten zugrunde, die von einem Aufnahmekasten gebildet
ist, dessen Vorderwand und Rückwand mit je einer den zu selektierenden Schlitzlochkarten
entsprechenden Anzahl von Lochreihen versehen sind und die eine Höhe aufweisen,
welche um mindestens eine zur Markierung von Merkmalen dienende Schlitzlänge größer
als die der Schlitzlochkarten ist. Außerdem ist eine mit den Schlitzlochkarten gleich
gelochte Führungsplatte mit einer vor dieser angeordneten und in Längsrichtung der
Selektiernadeln verschiebbaren Rückführplatte angeordnet. Zum Selektieren eines
in den Aufnahmekasten eingestellten Schlitzlochkartenstapels wird nach dem Einstecken
der Selektiernadeln :die Vorrichtung um 180 Grad geschwenkt, so daß die gesuchten
Schlitzlochkarten unter Einwirkung der Schwerkraft um eine Schlitzlänge aus dem
Kartenstapel herausfallen. Durch die Anordnung einer Führungsplatte und einer Rückführplatte
können die gesteckten Selektiernadeln insgesamt auf einmal aus dem Kartenstapel
herausgezogen bzw. und gegebenenfalls in diesem eingeschoben werden.
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Erfindungsgemäß ist nun die Rückführplatte 20
lose abnehmbar
angeordnet und im Querschnitt U-förmig ausgebildet. Der eine Schenkel 21 ist als
ein über die Fläche der nicht dargestellten Führungsplatte reichender Kamm ausgebildet,
wogegen der andere im Abstand der Nadelkopflänge angeordnete Schenkel 22 als Halteplatte
dient. Beide Schenkel sind durch einen Steg 23 miteinander verbunden. Die Zinken
24 des Kammes sind so breit wie der Zwischenraum zwischen benachbarten und gleich
hoch liegenden Selektiernadeln. Die Zinkenenden des Kammes sind so abgeschrägt,
daß sie sich leicht hinter die Köpfe der Selektiernadeln einschieben lassen (F i
g. 2). Oberhalb der Zinken sind an den Enden des entsprechenden Schenkels 21 als
Festhaltevorrichtungen Kopfschrauben 25 eingedreht, die sich mit ihrem Kopf hinter
die Führungsplatte legen können. In F i g. 3 ist dargestellt, wie ein Seil, Band
26 od. dgl. so an der Rückführplatte 20 zu befestigen ist, daß es sich mit
einem Nippel 27 hinter die Führungsplatte des Selektiergerätes legen kann,
wobei das Seil,' Band od. dgl. etwa eine dem größten Verschiebeweg der Selektiernadeln
entsprechende Länge hat. Die Festhaltevorrichtung kann gemäß F i g. 4 von einem
endlosen federnden Seilzug gebildet werden. Hierbei läuft das endlose Seil, Band
29 od. dgl. durch zwei Ösen 31, die über je eine Zugfeder 28 an zwei
an den Enden des Steges 23 vorgesehenen Festpunkten 30 gehalten sind. Das eine dem
Kamm benachbarte Trum ist hierbei durch den Schenkel 21 nach außen geführt und mit
einem Nippel 27' verbunden, so daß die Rückführplatte 20 federnd an die Führungsplatte
angedrückt wird.
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Beim Einstecken der Rückführplatte zwischen die Selektiernadeln schieben
sich die Zinken 24 des Kammes hinter die Nadelköpfe, die sich nach dem Einschieben
in dem Raum zwischen den beiden Schenkeln 21 und 22 befinden. Beim Einschieben legen
sich außerdem die Festhaltevorrichtungen 25
bzw. 27' hinter die Führungsplatte
des Selektiergerätes, so daß ein ungewolltes Verschieben in Axialrichtung der Selektiernadeln
verhindert ist. Zum Verschieben der Selektiernadeln kann durch leichtes Anheben
der Rückführplatte die Verbindung der Festhaltevorrichtung mit der Führungsplatte
gelöst und die Rückführplatte so weit zurückgezogen werden, wie es das Seil bzw.
Band 26 bzw. 29 gestattet. Beim Zurückschieben der Selektiernadeln
stützen sich die Köpfe der Nadeln auf dem dem Kamm gegenüberliegenden Schenkel 22
ab. Damit ist nicht nur ein leichtes Verschieben der Selektiernadeln ermöglicht,
sondern auch eine einwandfreie Festhaltung während des Selektiervorganges erreicht.