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V2rfahreil zur Reinigung von. gäsfäiniigöm Formaldehyd Die Erfindung
betrifft ein Verfahren zur Reinigixrig von Forinäldeliyd, insbesöridere köntinüierliclien
Reinigung von gasförmigem Förriiäldehpd, bei welchem ein Ström des gäsförriligen
Förrhäldehydes mit einer ströineriden Oberfläche einer kalten', hü`ssigeii Formaldehydhalbacetallösung
in Kontakt gebracht wird, die ihrerseits durch Ürüsetzürig, von Formaldehyd mit
einem primären öder sekuhdären Alkohol gebildet wurde: Reiner wa`sserireier gasförmiger
Förmäldehyd ist bisher als Läbbrätöriüriisrärität betrachtet woiden, die nur durch
Destillation von 'sehr reinem flüssigem Formaldehyd gewönnen werden könnte. Gasförmiger
Formaldehyd, der auch nur Spüren an Wässer öder Säuren enthält, polymerisiert bei
Terrmperätüreri unterhalb 10Ö° C unter Bildung fester niederer Pölyrrierer. Die
Herstellung von reinem flüssigem Förinäldehyd durch Pyrolyse von trocknen Paraförmäldehyderi
oder mit Alkali ausgefälltem @-Polyöxyrnetfiylen, Koüdensätion der nilreinen Flüssigkeit
bei sehr niedrigen Temperaturen und erneute Destillation in Gegenwart von Phosphorpentoxyd
oder durch Kühlfallen, in welchen der Dampf durch Teilpolymerisation gereinigt wird,
ist in J. Frederick Walken, »Formaldehyde«, American Chernicäa Society Monograph
Series, 2. Ausgabe, Reinhold Publishing Corp., New York, V.St.A., auf den S. 41
bis 44 beschrieben. Solche Methoden erweisen sich bei der großtechnischen Erzeugung
von sehr reinem Formaldehyd als umständlich.
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Die Erfindung bezweckt die Schaffung eines Verfahrens zur kontinuierlichen
Entfernung von 60 bis 98 0/ö der normalerweise flüssigen Verunreinigungen aus einem
Förmaldehydgas, das als Verunreinigungen 5 % oder weniger an Wässer, höheren Aldehyden
und Ketonen, Methanol, höheren Alkohohlen, wie Cyclöhexanol, ö@rganischeri Säuren,
wie Ameisensäure, Estern, wie Mtthylformiat, und ähnlichen normalerweise flüssigen
Verunreinigungen enthält, die bei der Herstellung des unreinen Formaldehydes auftreten.
Dieses Verfahren eignet sich nicht zur Entfernung großer Mengen an normalerweise
gasförmigen Stoffen, wie 1V2, 02,C 02 und CO. Ein anderes Ziel der Erfindung
ist die Schaffung eines hochgereinigten Formaldehydgases, das sich besonders für
die Herstellung zäher, stabiler Hbchpölymerer des Förmaldehydes eignet. Weitere
Vorteile und Zweckangaben der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung.
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Gemäß der Erfindung erfolgt die Reinigung von gasförmigem Formaldehyd,
der 0,04 bis 5 Gewichtsprozent nc-rmalerweise flüssige Verunreinigungen enthält,
durch Ausbildung einer strömenden Flüssig-Gas-Grenzfläche, zu deren Bildung man
einen Ström des unreinen gasförmigen Formaldehydes mit einer strömenden Oberfläche
einer flüssigen Formaldehydhälbacetällösung in Kontakt bringt, die anfänglich 8
bis 73 Molprözent an gebundenem plus gelöstem Formaldehyd und 92 bis 27 Molprozmt
an einem primären oder "sekundären Alkohol mit 5 bis 12 C-Atomen im Molekül enthält
und in Form eines im wesentlichen ununterbrochenen Filmes über eine auf -15 bis
-F-20° C gehaltene inerte feste Fläche fließt, wobei die Grenzfläche zwischen dem
Lösungs- und Gasstrorri ausreichend lange aufrechterhalten wird, damit 60 bis 98°/o
der ursprünglich in dem Formaldehydgas enthaltenen Verunreinigungen zur Grenzfläche
diffundieren und sich in der flüssigen Förmaldehydhalbacetällösung lösen können.
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Vorzugsweise bringt man Ströme des unreinen gasförmigen Formäldehydes
mit einer flüssigen Formaldehydhalbacetällösung in Kontakt, die in Form einer Anzahl
ununterbrochener, durch 4 bis 30mm strömendes Formäldehydgas voneinander getrennter
Filme über auf -15 bis -I-20° C gehaltene glatte, inerte, feste Flächen abwärts
fließen, wobei die flüssige Form= aldehydhalbacetallösung durch Umsetzung von 8
bis 73 Molprözent Formaldehyd mit 92 bis 27 Molprozent eines primären öder sekundären
Alkohols mit 5 bis 7.2 Kohlenstoffatomen gebildet wurde, und, hält den Kontakt zwischen
dem Gasstrom und dem fließenden Flüssigkeitsfilm aufrecht, bis 60 bis 981/o der
ursprünglich in dem unreinen Formaldehyd enthaltenen Verunreinigungen zu der strömenden
Flüssigkeitsoberfläche diffundiert sind und sich in der flüssigen Formaldehydhalbacetallösung
gelöst haben.
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Aus dem breiten Konzentrationsbereich, in welchem der Formaldehydzusatz
zum Alkohol bei Bildung von
Formaldehydhalbacetallösungen der obengenannten
Art erfolgen kann, ergibt sich, daß die Formaldehydhalbacetallösungen im wesentlichen
aus einer Lösung von Formaldehydhalbacetal in Alkohol oder ebenso gut von Formaldehyd
in Formaldehydhalbacetal bestehen können. Da die zu den Formaldehydhalbacetalen
führenden Umsetzungen zwischen Formaldehyd und Alkoholen reversibel sind, bestehen
alle diese flüssigen Formaldehydhalbacetallösungen im wesentlichen aus einem Gemisch
eines Alkohols, von Formaldehyd und einem Formaldehydhalbacetal, wenngleich auch
die Konzentration des freien, gelösten, monomeren Formaldehydes immer sehr gering
ist, da selbst bei 50 Molprozent anwesendem monomerem Formaldehyd der größte Teil
desselben in Form kurzer Polyformaldehydketten chemisch an das Formaldehydhalbacetal
gebunden wird. Eine niedrige Konzentration an freiem monomerem Formaldehyd in der
flüssigen Phase stellt ein wichtiges Merkmal des erfindungsgemäßen Reinigungsverfahren
dar.
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Eine zweckmäßige und wirksame Methode zur Erzielung dieses Kontaktes
zwischen dem flüssigen Formaldehydhalbacetallösungs- und dem gasförmigen Formaldehy:dstrom
besteht darin, daß man die Flüssig-Gas-Grenzfläche innerhalb eines senkrechten Rohres
mit glatter Innenwandung aufrechterhält und hierzu eine flüssige Formaldehydhalbacetallösung,
die unter Verwendung eines primären oder sekundären Alkohols mit 5 bis 12 Kohlenstoffatomen
gebildet wurde und 8 bis 73 Molprozent an gebundenem plus gelöstem Formaldehyd enthält,
in Form eines ununterbrochenen oder zusammenhängenden zylindrischen Filmes an den
Rohrwandungen nach unten fließen läßt, während der gasförmige Formaldehyd das Rohr
durchströmt, wobei das Verhältnis der Länge des Rohres zu seinem Innendurchmesser
60 bis 1525 beträgt, das Rohr einen Innendurchmesser von 4 bis 20 mm und eine Länge
von 0,6 bis 7,6 m hat und die Rohrwandungen von außen durch ein zirkulierendes Kühlmittel
auf -15 bis -E-20° C gekühlt werden. Es hat sich gezeigt, daß bei Durchführung der
Erfindung in dieser Weise 60 bis 9'8°/o der Verunreinigungen entfernt werden, wenn
das gewichtsmäßig ausgedrückte Verhältnis der Strömungsgeschwindigkeit der flüssigen
Formaldehydhalbacetallösung zu derjenigen des Formaldehydgasstroms zwischen 0,2
und 4,0 liegt und die Strömungsgeschwindigkeit des gasförmigen Formaldehydes 0,5
bis 25 g/min beträgt. Es hat sich weiter als vorteilhaft erwiesen, das Rohr mittels
eines Kühlmittels auf eine Temperatur zwischen -15 und -i-20° C, insbesondere -I-1
und +5'C, zu kühlen. An Stelle eines geraden, glattwandigen Rohres (d. h.
mit glatter Innenwandung) können Rohre verwendet werden, die Leitbleche, Rippen
aufweisen oder auch mit einer Art Füllkörper versehen sind, um in dem Gasstrom eine
Turbulenz zu erzeugen. Das Rohr kann ebenso gut spiralförmig oder zwiebelartig ausgebildet
sein. Vorzugsweise arbeitet man jedoch mit einem senkrechten, glattwandigen Rohr,
da hierdurch seine gesamte Innenfläche ständig mit der Formaldehydhalbacetallösung
benetzt gehalten und auf diese Weise das Entstehen stagnierender oder trockner Zonen
vermieden werden kann, die eine Formaldehydpolymerisation erregende Stellen bilden
könnten.
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Die verwendete flüssige Formaldehydhalbacetallösung kann durch Umsetzung
von Formaldehyd mit irgendeinem primären oder sekundären Alkohol hergestellt werden,
der ein flüssiges Produkt so geringer Viskosität ergibt, daß die Lösung in dem Arbeitstemperaturbereich
von -15 bis -f-20° C frei fließt, und als solcher indem Arbeitstemperaturbereich
einen so geringen Dampfdruck hat, daß er selbst zu keiner Verunreinigung des Formaldehydgases
führt. Alkohole mit 5 bis 12 Kohlenstoffatomen fallen in diesen Bereich. Viele dieser
Alkohole sind zwar im reinen Zustand fest, aber bei Zusatz von zumindest 8 Molprozent
Formaldehyd werden sie in flüssige Lösungen des Formaldehydhalbacetales im Alkohol
umgewandelt. Cyclohexanol stellt einen für diese Methode besonders gut geeigneten
Alkohol dar. Tertiäre Alkohole sind auf Grund -der geringen Geschwindigkeit ungeeignet,
mit welcher sie mit Formaldehyd reagieren, was bei der Durchführung des erfindungsgemäßen
Reinigungsverfahrens zur Diffusion von nicht umgesetztem Formaldehyd aus dem Gasstrom
durch den Formaldehydhalbacetalstrom hindurch zu der unter diesem befindlichen kalten
Fläche und der Bildung von polymerem Formaldehyd an derselben führen würde. Aus
den gleichen Gründen sind andere, mit Formaldehyd nicht reagierende inerte Flüssigkeiten,
wie Kohlenwasserstoffe, für das erfindungsgemäße Verfahren ungeeignet.
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Die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten flüssigen Formaldehydhalbacetallösungen
können durch Umsetzung von gasförmigem Formaldehyd mit flüssigem Alkohol erhalten
und dem erfindungsgemäßen Verfahren in irgendeiner zweckmäßigen Weise zugeführt
werden, z. B. durch Wehrpumpen oder über ein Überlauforgan, das am Kopf eines Reinigungsrohres
der oben beschriebenen Art angeordnet ist. Wenn der reine Alkohol bei den Betriebstemperaturen
flüssig ist, kann das Formaldehydhalbacetal in situ erzeugt werden, indem man den
reinen Alkohol einpumpt. Das Formaldehydhalbacetal kann ebenso gut in der Dampfphase
erzeugt werden, indem man einen verdampften Alkohol mit einem heißen Formaldehyddampfs,trom
vermischt und dann die Reaktionsprodukte zuzüglich allen gegebenenfalls nicht umgesetzten:
Alkohols auf kalten Flächen der beschriebenen Art kondensiert. Um eine spontane
Polymerisation zu verhindern, müssen die Rohrwandungen vollständig mit Formaldehydhalbacetallösung
benetzt sein, bevor irgendein Anteil an gasförmigem Formaldehyd zugeführt wird.
Zur Erzielung einer maximalen Reinigung wird das Formaldehydgas zweckmäßig auf die
niedrigste Temperatur abgekühlt, die ohne Kondensation des Formaldehydes während
des Kontaktes mit der Formaldehydhalbacetallösung möglich ist, und vorzugsweise
arbeitet man hierzu mit einem Rohr, dessen Verhältnis von Länge zu Innendurchmesser
verhältnismäßig hoch ist. Ein besonders zweckmäßiges Rohr zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens hat einen Innendurchmesser von 6 bis 8 mm und eine Länge von 1,22 bis
3,05 m.
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Zur kontinuierlichen Reinigung von Formaldehyd im großtechnischen
Maßstab kann man eine große Anzahl solcher Rohre parallel zueinander anordnen und
in einen großen Kühlmantel so einschließen, daß eine gleichmäßige Zirkulation eines
Kühlmittels an der Außenseite jedes Rohres möglich ist. Die Formaldehydhalbacetallösung
kann dann im Kreislauf geführt werden, wobei man Mittel zur stetigen Reinigung und
destillativen Entfernung von Formaldehyd aus einem Teil der Formaldehydhalbacetallösung
vorsieht, um deren Zusammensetzung konstant zu halten. Nach einer bevorzugten Ausführungsform
enthält die Formaldehydhalbacetallösung ungefähr die theoretische Menge an Formaldehyd,
nämlich 1 Moläquivalent je Mol Alkohol, d. h. im Falle von Cyclohexanol als Alkohol
etwa 23 Gewichtsprozent. In einigen Fällen
ist es zur Erhöhung der
Ausbeute an gereinigtem Formaldehyd erwünscht, mit einer Formaldehydhalbacetallösung
zu arbeiten, die einen Überschuß an in dem Alkohol gelöstem Formaldehyd von bis.
zu etwa 73 Molprozent enthält.
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Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.
Wenn nichts anderes angegeben, beziehen sich die in den Beispielen angegebenen Prozentsätze
auf das Gewicht. Beispiel 1 Ein Formaldehydgas von einer Reinheit von etwa 98,4%
wird auf einen Reinheitsgrad von etwa 99,9% gebracht, indem man es gleichsinnig
mit einem fließenden Film aus Cyclohexylformaldehydhalbacetal durch ein senkrechtes
Glasrohr leitet, das einen Innendurchmesser von 10 mm und eine Länge von 600 mm
aufweist, vollständig glatte Flächen besitzt und am Kopf mit einem Überlauforgan
ausgestattet ist, über welche das Cyclohexylformaldehydhalbacetal stetig so gepumpt
werden kann, daß es in Form eines alle Teile der Rohrinnenwandungen bedeckenden
Filmes von gleichmäßiger Dicke an den Innenwandungen des Rohres abwärts fließt.
Das Rohr ist mit einem Mantel versehen und wird gekühlt, indem man bei einer Einlaßtemperatur
von 3° C ein Kühlmittel durch den Mantel pumpt. Die verwendete Cyclohexylformaldehydhalbacetallösung
enthält ungefähr 22% Formaldehyd [23;1% (50 Molprozent) entsprechen einem theoretischen
Wert von 100°/o Cyclohexylformaldehydhalbacetal] und etwa 0,1% Wasser. Ihre Herstellung
erfolgt, indem man Cyclohexanol mit 1 Moläquivalent an wäßrigem Formaldehyd umsetzt-und
das Produkt dann durch Vakuumdestillation dehydratisiert.
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Man arbeitet folgendermaßen: In die saubere, trockne Vorrichtung wird
das Cyclohexylformaldehydhalbacetal unter Bildung eines stetig fließenden Filmes
so eingeleitet, daß der Film die Rohrwandungen vollständig benetzt. Hierauf läßt
man das unreine Formaldehydgas durch das Rohr strömen. Das Cyclohexylformaldehydhalbacetal
wird in einem am Rohrfuß vorgesehenen Sammelbehälter aufgefangen. Nach Passieren
des Rohres wird der gereinigte Formaldehyd durch ein Seitenrohr im Sammelbehälter
abgezogen und zur Analyse in verschiedenen reinen Lösungsmitteln absorbiert. Der
unreine Formaldehyd wird vor dem Passieren des Rohres in entsprechender Weise analysiert.
Bei diesem Versuch werden die Auswirkungen einer Veränderung des Verhältnisses zwischen
dem über die Rohrwandungen fließenden Cyclohexylformaledhydhalbacetal und dem durch
das Rohr strömenden Formaldehydgas bei einer verhältnismäßig konstanten Gasströmungsgeschwindigkeit
untersucht. Die Ergebnisse sind in Tabelle I angegeben.
| Tabelle I |
| Versuch |
| i ` 2 I 3 |
| Arbeitsbedingungen |
| Geschwindigkeit des Gaseintritts, g/min .......................
1,9 1,9 1,8 |
| Strömungsgeschwindigkeit des Cyclohexylformaldehydhalbace- |
| tales, g/min ...............................................
7,6 3,0 1,1 |
| Verhältnis von Cyclohexylformaldehydhalbacetal zu C H2 O
.... 4,1 1;6 0,62 |
| Verweilzeit, Sekunden .......................................
1,7 1,6 1,7 |
| Im Cyclohexylformaldehydhalbacetal absorbiertes C H2 O, 0/m
. . . 23,5 13,5 9,0 |
| Erzielte Reinigung |
| Wasser |
| Ausgangsgut, Teile je Million (UM) .......................
9600 9600 9600 |
| Gereinigtes Gut, UM ......................................
624 746 771 |
| Entfernte Menge,%.......................................
93,6 92,3 92,0 |
| Methanol |
| Ausgangsgut, UM .:...................................... 5500
5500 5500 |
| Gereinigtes Gut, UM ......................................
360 400 602 |
| Entfernte Menge, 0/0 .......................................
93,5 92,8 89,0 |
| Ameisensäure |
| Ausgangsgut, UM ........................................ 316
316 316 |
| Gereinigtes Gut, UM ......................................
11 20 23 |
| Entfernte Menge, % .......................................
96,6 93,8 92,8 |
| Reinheitsgrad des gewonnenen C H2 O, 0/0 .......................
99,90 99,88 99,86 |
Diese Werte zeigen, daß bei dieser Arbeitsweise mehr als 90% der in dem Formaldehyd
enthaltenen Verunreinigungen, bestimmt als Wasser, Methanol und Ameisensäure, entfernt
werden. Ein höherer Reinheitsgrad wird bei dem höheren Verhältnis von Cyclohexylformaldehydhalbacetal
zu C H2 O erhalten, aber in entsprechender Weise wird unter diesen Bedingungen eine
größere Formaldehydmenge absorbiert. Das erhaltene Formaldehyd ist genügend rein,
um es zur Polymerisation zu hochmolekularen stabilen Formaldehydpolymeren gemäß
USA.-Patentschrift 2 768 994 zu verwenden.
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Beispiel 2 Man arbeitet mit der Vorrichtung und nach der Methode von
Beispiel
1, verwendet jedoch als Ausgangsgut ein etwas reineres Formaldehydgas
(99,2% Formaldehyd) und arbeitet mit höheren Gasströmungsgeschwindigkeiten, wobei
die Einlaßtemperatur des
Kühlmittels 6° C beträgt. Es wird ein Formäidehyd
von einer Reinheit von 99;92 bis 99;40/ö erhaltetl; die Einzeihelteri de's Versüelies
sind in Tabelle II ängeggeben.
| Tabelle II _ |
| Versuch |
| 4 I 5 I 6 |
| I |
| Arbeitsbedingungen |
| Geschwindigkeit dem Gaseintritts, g/min ......................
3,1 3,2 3,1 |
| Strömungsgeschwindigkeit des Cyclohexylformaidehydhalbace- |
| täles, g/min . ...........................................
11;4 7,6 3;0 |
| Verhältnis von Cyclohexylformaidehydhalbacetal zu C H2 O .
. : : 3;7 2;4 0,97 |
| Verweilzeit, Sekunden ............ . ... .
........................ 0,99 0;93 0,95 |
| Im Cyclohexylformäidefiylhälbacetal absorbiertes CH20, 0/0
..... 15,2 12,3 9,9 |
| Erzielte Reinigung |
| Wasser |
| Ausgangsgut; Teile je Million (T/M) .......................
6000 60ÖÖ 60Ö0 |
| Gereinigtes Gut, T/M .....................................
459 497 6#0 |
| Entfernte Menge,fl/o :...................::................
92,3 91,7 89,8 |
| Methäriöl |
| Ausgangsgut, T/M ........................................ 1700
1700 1700 |
| Gereinigtes Gut, T/M .....................................
171 196 229 |
| Entfernte Menge, % ...................................... 90,1
88,5 86,5 |
| Ameisensäure |
| Ausgangsgut, TIM ........................................ 159
159 159 |
| Gereinigtes Gut, T/M .....................................
25 16 21 |
| Entfernte Menge, % ...................................... 84,3
89,9 86;8 |
| Reinheitsgrad des gewonnenen CH20, 0/0 .......................
99,93 99;93 99,91 |
Die Gasströme werden im Beispiel 1 analysiert. Die Entfernung der Verunreinigungen
beträgt etwa 90%, wenngleich auch bei diesen höheren Gasströmungsgeschwindigkeiten
die prozentuale Entfernung der Verunreinigungen etwas geringer als im Beispiel 1
ist, was besonders für die Ameisensäure gilt. Da jedoch der als Ausgangsgut verwendete
Formaldehyd reiner als im Beispiel 1 ist, erhält man ein stärker gereinigtes Formaldehydmonomeres.
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Beispiel 3 Es wird ein Glasrohr von 7 mm Innendurchmesser und 1210
mm Länge verwendet, das am Kopf mit einem Überlauforgan versehen ist, mit welchem
die glatten Rohrwandungen gleichmäßig mit einem fließenden Cyclohexylformaldehydhalbacetalfilm
benetzt gehalten werden können. Wie im Beispiel 1 wird das mit einem Mantel versehene
Rohr gekühlt. Das verwendete Cyclohexylformaldehydhalbacetal enthält etwa 22% Formaldehyd
und 0,1% Wasser.
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Unter Verwendung dieses Rohres werden in den in Tabelle III beschriebenen
Versuchen verschiedene Arbeitsbedingungen geprüft, unter anderem die gleichsinnige
und Gegenstromführung des Gasstroms, eine hohe und niedrige Gasströmungsgeschwindigkeit,
eine Veränderung des Verhältnisses von Cyclohexylformaldehydhalbacetal zu Formaldehyd
und die erzielte Reinigung von Formaldehydströmen, deren Formaldehydgehalt vor der
Reinigung zwischen 97 und 99,96 0/0 liegt: Wie in den vorstehenden Beispielen ist
es wichtig, die sauberen Rohrwandungen gründlich mit dem Cyclohexylformaldehydhalbacetal
zu benetzen, bevor man mit dem Hindurchgleiten des Formaldehydgases durch das Rohr
beginnt. Am Rohrfuß wird der Sammelbehälter mit Seitenrohr gemäß Beispiel 1 ver-Wendet.
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Die Werte der Täb. III zeigen, daß das verwendete Rohr demjenigen
von Beispiel 1 und 2 in bezug auf den unter entsprechenden Bedingungen. erzielbaren
Reinheitsgrad. etwas überlegen ist (vgl. Versuche 5 und 8 der Tabellen II und III).
Das Gas kann unter Erzielung vergleichbarer Ergebnisse gleichsinnig oder im Gegenstrom
zu dem Cyclohexylformaldehydhalbacetal geführt werden. Durch diese Arbeitsweise
kann 97%iger Formaldehyd auf einen Reinheitsgrad von 99,90/0 oder darüber und 99,96%iger
Formaldehyd auf eine solchen von mehr als 99,99% gereinigt werden. Beispiel 4 Es
wird ein Glasrohr von 13 mm Innendurchmesser und 1210 mm Länge verwendet, das am
Kopf mit einem Überlauforgan versehen ist, mit welchem man die glatten Wandungen
des Rohres gleichmäßig mit einem fließenden Cyclohexylformaldehydhälbacetalfilm
benetzt halten kann. Wie im Beispiel 1 erfolgt die Kühlung des mit einem Mantel
versehenen Rohres, indem man ein Kühlmittel durch den Mantel pumpt.
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Man beginnt mit dem Einleiten eines Cyclohexylformaldehydhalbacetales,
das etwa 22% Formaldehyd und 0,10/b Wasser enthält und gemäß Beispiel 1 gewonnen
wird, über das Überlauforgan in das Rohr, dessen Wandungen dabei mit einem ununterbrochenen
strömenden Flüssigkeitsfilm bedeckt werden. Das Cyclohexylformaldehydhalbacetal
wird in einem mit dem Rohrfuß verbundenen Sammelbehälter aufgefangen. Dann beginnt
man mit dem Hindurchleiten von unreinem Formäldehydgas durch das Rohr; das gereinigte
Gas wird wie im Beispiel 1 durch ein
Seitenrohr aus dem Sammelbehälter abgezogen und analysiert. Die Arbeitsbedingungen
und Ergebnisse sind in Tabelle IV angegeben.
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Diese Werte zeigen, daß das hier verwendete Rohr einen höheren Durchsatz
und eine höhere Formaldehydausbeute (prozentual geringere Formaldehydabsorption)
als das Rohr von Beispiel 3 ermöglicht. Der Prozentsatz der entfernten Verunreinigungen
ist jedoch nicht so hoch wie bei der Arbeitsweise von Beispiel 3.
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Beispiel 5 Es wird ein Glasrohr von 4 mm Innendurchmesser und 1210
mm Länge verwendet, das am Kopf mit einem Überlauforgan ausgestättet ist, mit welchem
die glatten Rohrwandungen wie im Beispiel 1 mit einem fließenden Cyclohexylformaldehy.dhalbacetalfilm
gleichmäßig benetzt gehalten werden können. Das Rohr ist mit einem Mantel versehen
und wird durch Hindurchpumpen eines Kühlmittels durch den Mantel gekühlt.
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Man beginnt mit dem Einleiten eines Cyclohexylformal-dehydhalbacetales,
das etwa 22% Formaldehyd und 0,1% Wasser enthält und gemäß Beispiel 1 gewonnen wurde,
über das Überlauforgan in das Rohr, wobei die Rohrwandungen mit einem ununterbrochenen
fließenden Flüssigkeitsfilm bedeckt werden. Das Cyclohexylformaldehydhalbacetal
wird in einem mit dem Rohrfuß verbundenen Sammelbehälter aufgefangen. Man beginnt
dann mit dem Hindurchleiten des unreinen Formaldehydgases durch das Rohr; das gereinigte
Gas wird wie im Beispiel 1 durch ein Seitenrohr aus dem Sammelbehälter abgezogen
und analysiert. Typische, mit diesem Rohr erhaltene Ergebnisse und die Arbeitsbedingungen
sind in Tabelle V angegeben.
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Diese Werte zeigen, daß zwar mit diesem Rohr die Verunreinigungen
in einem hohen Prozentsatz entfernt werden können, mit Rohren größeren Durchmessers,
wie sie insbesondere im Beispiel 3 beschrieben sind, aber gleich gute Ergebnisse
erzielbar sind. Die Verwendung von Rohren größeren Durchmessers erlaubt ferner einen
höheren Durchsatz des Formaldehydgases.
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Beispiel G Man arbeitet unter Verwendung des Rohres und nach der Methode
von Beispiel 3, jedoch mit einem Cyclohexylformaldehydhalbacetal anderer Zusammensetzung,
und zwar einem Cyclohexylformaldehydhalbacetal, das einen Formaldehydzusatz gelöst
enthält, um die Menge des während der Reinigung absorbierten Formaldehyds zu verringern.
Die Ergebnisse beispielhafter Reinigungsversuche sind in Tabelle VI angegeben.
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Diese unter Verwendung einer Cyclohexylformaldehydhalbacetallösung,
die freies Formaldehyd gelöst enthält, erhaltenen Werte zeigen, daß der auf Lösung
beruhende Formaldehydverlust auf diese Weise verringert werden kann, ohne die Wirksamkeit
der Reinigung des Formaldehydgases herabzusetzen.
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Beispiel 7 Man arbeitet mit niedrigen Formaldehydkonzentrationen indem
Cyclohexanol, so daß die entstehende Lösung in der Tat eine Lösung von Cyclohexylformaldehydhalbacetal
in Cyclohexanol darstellt. Es wird die Vorrichtung gemäß Beispiel 3 mit einem Glasrohr
von 7 mm Innendurchmesser und 1210 mm Länge bei gleichsinniger Führung der Gutströme
verwendet. Typische Ergebnisse sind in Tabelle VII angegeben.
| Tabelle VI |
| Auswirkung der CH20-Konzentration des Cyclohexylformaldehydhalbacetales |
| Rohr: 7 - 1,22 m; Gleichstromführung der Gutströme |
| Versuch |
| 14 I 27 I 28 I 29 |
| Arbeitsbedingungen |
| CH20 im Cyclohexylformaldehydhalbacetal, %.. 21,8 25,7 31,3
40,8 |
| Eintrittsgeschwindigkeit des Gases, g/min ...... 5,4
i 5,1 5,3 5,1 |
| Strömungsgeschwindigkeit des Cyclohexylform- |
| aldehydhalbacetales, g/min .................. 3,0 3,0 3,0 3,0 |
| Verhältnis von Cyclohexylformaldehydhalbacetal |
| zu C H2 O .................................. 0,56 0,60 0,57
j 0,59 |
| Eintrittstemperatur des Kühlmittels, ° C ....... 2 3
3 3 |
| Austrittstemperatur des Gases, ° C ............ 23 22
21 21 |
| Absorbiertes C H2 O, °/o ......................... 8,4 5,3
5,0 1,4 |
| Erzielte Reinigung .............................. |
| Wasser |
| Ausgangsgut, UM .......................... 6000 6000 6000 6000 |
| Gereinigtes Gut, UM ....................... 1000 935 823 898 |
| Entfernte Menge, o/o ........................ 85,8 85,2 86,8
85,3 |
| Methanol |
| Ausgangsgut, T/M .........:................ 2600 2600 2600
2600 |
| Gereinigtes Gut, UM ....................... 565 440 370 450 |
| Entfernte Menge, % ........................ 78,3 83,1 85,8
82,8 |
| Ameisensäure |
| Ausgangsgut, T/M .......................... 228 228 228 228 |
| Gereinigtes Gut, UM ....................... 27 29 26 23 |
| Entfernte Menge, o/o ........................ 88,1 87,4 88,6
90,0 |
Bei Versuch 30, bei welchem die Cyclohexylformaldehydhalbacetallösung 7 Gewichtsprozent
Formaldehyd enthält, konnte ein Kühlmittel von 5° C verwendet werden, während in
Versuch 31, bei dem die Formaldehydkonzentration in dem Cyclohexanol auf 2,6 Gewichtsprozent
verringert ist, das Kühlmittel vorzugsweise eine Temperatur von 20° C hat, damit
die Viskosität der Cyclohexylformaldehydhalbacetallösung unterhalb 200 cP gehalten
wird und dadurch die Lösung ohne Brückenbildung frei am Rohr nach unten fließen
kann.
| Tabelle VII |
| Durchführung des Reinigungsverfahrens mit |
| einer Lösung von Cyclohexylformaldehydhalbacetal |
| in Cyclohexanol |
| (niedrige Formaldehydkonzentration) |
| Rohr: 7 - 1,22 m; Gleichstromführung der Gutströme |
| Versuch |
| 30 I 31 |
| Arbeitsbedingungen |
| C H2 O im Cyclohexylformalde- |
| hydhalbacetal, '°/o .......... 7,0 2,6 |
| Eintrittsgeschwindigkeit des |
| Gases, g/min .............. 4,2 4,3 |
| Strömungsgeschwindigkeit des |
| Cyclohexylformaldehydhalb- |
| acetales, g/min ............ 2,9 11,0 |
| Tabelle VII (Fortsetzung) |
| Versuch |
| 30 i 31 |
| Arbeitsbedingungen |
| Verhältnis von Cyclohexyl- |
| formaldehydhalbacetal zu |
| C H2 O .................... 0,69 2,56 |
| Eintrittstemperatur des Kühl- |
| mittels, ° C ............... 5 20 - |
| Austrittstemperatur des Gases, |
| ° C ....................... 21 26 |
| Absorbiertes CH 2 O, °/o ........ 11,4 14,1 |
| Erzielte Reinigung |
| Wasser |
| Ausgangsgut, UM ......... 1600 1600 |
| Gereinigtes Gut, T/M ...... 260 310 |
| Entfernte Menge, 'O/o ...... 83,7 80,7 |
| Methanol |
| Ausgangsgut, T/M ......... 518 518 |
| Gereinigtes Gut, UM ...... 150 200 |
| Entfernte Menge, °/o ...... 71,0 61,5 |
| Ameisensäure |
| Ausgangsgut, T/M ......... 5 5 |
| Gereinigtes Gut, T/M ...... < 5 < 5 |
| Entfernte Menge, II/o ...... - -- |
Beispiele für andere Alkohole mit 5 bis 12 Kohlenstoffatomen, die
sich besonders gut zum Einsatz unter den Bedingungen und in der Vorrichtung gemäß
den vorstehenden Beispielen eignen, sind primäre und sekundäre Amylalkohole, Isoamylalkohol,
primäre und sekundäre Hexylalkohole, primäre und sekundäre Octylalkohole, primäre
und sekundäre Decylalkohole, Laurylalkohol, Furfurylalkohol und Benzylalkohol. Der
Alkohol, der zur Bildung des bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Formaldehydhalbacetales
dienen kann, unterliegt nur den Beschränkungen, daß er genügend reaktionsfähig sein
muß, damit, wie oben beschrieben, die Bildung eines Formaldehydhalbacetales mit
dem Formaldehyd mit größerer Geschwindigkeit als die Diffusion .des Formaldehydes
durch die Flüssigkeit erfolgt, einen ausreichend niedrigen Dampfdruck haben muß,
um nicht bei der Arbeitstemperatur das Formaldehydgas zu verunreinigen, und daß
die Viskosität der Formaldehydhalbacetallösung in dem Arbeitstemperaturbereich von
- 15 bis -f- 20° C weniger als 200 cP betragen muß. Primäre und sekundäre Alkohole
mit 5 bis 12 Kohlenstoffatomen besitzen diese Eigenschaften, nicht dagegen tertiäre
Alkohole.
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Die Erfindung ist nicht auf die in den Beispielen beschriebenen speziellen
Ausführungsformen beschränkt, sondern umfaßt die Erkenntnis, daß man von einem Formaldehydgas
in einem bemerkenswerten Grade die bei seiner Herstellung auftretenden normalerweise
flüssigen Verunreinigungen abtrennen kann, indem man einen Strom des gasförmigen
Formaldehydes mit einem fließenden Körper einer flüssigen Formaldehydhalbacetallösung
derart in Kontakt bringt, daß die Verunreinigungen in dem Formaldehyd zur Oberfläche
des Formaldehydhalbacetales diffundieren, sich lösen und in die Formaldehydhalbacetallösung
diffundieren, wobei ein hochgereinigter Formaldehyd gasstrom zurückbleibt. Überraschenderweise
kann diese Reinigung erfolgen, ohne daß eine übermäßige Formaldehy dmenge in der
flüssigen Formaldehydhalbacetallösung verlorengeht.
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Das gemäß der Erfindung erhaltene gereinigte Formaldehydgas ist für
viele Synthesen geeignet, zu deren erfolgreicher Durchführung eine hohe Reinheit
wesentlich ist, z. B. zur Herstellung von Hochpolymeren und Formaldehyd enthaltenden
Mischpolymeren. Für viele Zwecke muß der hochgereinigte Formaldehyd vor einer Verunreinigung
durch Reaktionen mit sich selbst geschützt werden, die von den für Rohrleitungen
und Vorratsbehälter verwendeten Werkstoffen katalysiert werden. Geeignete inerte
Werkstoffe zum Auskleiden von Rohrleitungen und Gefäßen, welche den gereinigten
Farmaldehyd enthalten, sind beispielsweise Polytetrafluoräthylenharze, rostfreier
Stahl, 'Nickel, Silber und Titan. Kupfer, Schmiedeeisen und Aluminium sind, insbesondere
bei erhöhten Temperaturen, ungeeignet.
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In den Beispielen sind bevorzugte Mittel zur Durchführung der Erfindung
beschrieben. Sie bestehen in der Verwendung senkrechter Rohre, deren glatte Innenwandung
von einem Strom einer flüssigen Formaldehydhalbacetallösung stetig und vollständig
benetzt wird und die von außen gekühlt werden. Rohre dieser Art werden bevorzugt,
weil sie am leichtesten vollständig mit der fließenden Formaldehydhalbacetallösung
benetzt gehalten werden können. Nicht benetzte oder stagnierende Zcnen sind unerwünscht,
weil sie Stellen bilden können, an welchen eine Polymerisation des Formaldehyde,
erregt wird. Sobald einmal eine Polymerisation einsetzt, wird das Rohr rasch verstopft,
so daß es abgeschaltet und gereinigt werden muß. Mit Leitblechen, Rippen, Füllkörpern
versehene und in Birnen- oder Spiralform gebaute Rohre haben zwar den Vorteil, die
Turbulenz des Gasstromes und dadurch die Reinigungsgeschwindigkeit zu vergrößern,
indem sie die Abhängigkeit der Reinigungsgeschwindigkeit von der Geschwindigkeit
herabsetzen, mit der Verunreinigungen durch das Gas zur Oberfläche der F ormaldehydhalbacetallösung
diffundieren, sind aber aus dem obigen Grunde bei stetiger Arbeitsweise im allgemeinen
auf Grund 'der Schwierigkeit, eine Polymerisation in ihnen zu verhindern, weniger
zufriedenstellend.
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Die Erfindung kann nach den Methoden und Prinzipien der technischen
Chemie leicht stetig durchgeführt werden, indem man die Formaldehydhalbacetallösung
unter entsprechender Abtrennung von absorbiertem Formaldehyd im Kreislauf führt
und durch Reinigung eines Teils der Formaldehydhalbacetallösung deren Zusammensetzung
konstant hält. Da man vorzugsweise Rohre von verhältnismäßig geringem Durchmesser
verwendet, um eine wirksame Diffusion der Verunreinigungen zu den Rohrwandungen
hin zu erhalten, können hohe Durchsätze durch Verwendung einer großen Zahl derartiger
parallel geschalteter Rohre erhalten werden, solange eine angemessene Zirkulation
des Kühlmittels zwischen den Rohren möglich ist. Für diese großtechnische Durchführung
des Verfahrens können die Rohre aus mäßig beständigem Material, wie rostfreiem Stahl,
gefertigt werden; im allgemeinen haben solche Rohre vorzugsweise einen Innendurchmesser
von 6 bis 8 mm und eine Länge von 1,22 bis 3,05 m. Die Zahl der verwendeten Rohre
hängt von dem gewünschten Formaldehyddurchsatz ab. Man kann zwar jede beliebige
Anzahl solcher Rohre in Rohrgruppen zusammenfassen, aber als am zweckmäßigsten haben
sich Rohrgruppen aus 1000 bis 3000Rohren erwiesen.
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Die Unterlagen für die fließenden Filme der Formaldehydhalbacetallösungen
können auch in anderer Weise ausgebildet sein, z. B. aus Batterien paralleler Hohlplatten
öder hohler konzentrischer Rohre bestehen, wobei Mittel zur Innenkühlung der Platten
oder konzentrischen Rohre vorgesehen sind. Im allgemeinen werden solche parallele
Platten oder konzentrische Rohre vorzugsweise so angeordnet, daß der zwischen ihnen
befindliche, von dem Formaldehydgas durchströmte Raum eine Breite von 4 bis 30 mm
hat. Bei größeren Abständen wären übermäßig lange Platten oder konzentrische Rohre
erforderlich, um eine zur Diffusion der normalerweise flüssigen Verunreinigungen
aus dem Gas in die Flüssigkeit ausreichende Zeit zu erzielen.
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Die Analysen der bei vielen Versuchen erhaltenen Ergebnisse zeigen,
daß für jede besondere Rohrausbildung die Reinheit der abströmenden Dämpfe in Beziehung
zu ihrer Temperatur steht, und zwar ist der erhaltene Formaldehyd um so reiner,
je niedriger die Temperatur ist. Auch andere normalerweise flüssige Verunreinigungen
als Wasser, Methanol und Ameisensäure werden durch das erfindungsgemäße Verfahren
entfernt. Solche Verunreinigungen können beispielsweise Methylformiat, Cyclohexanol
und andere Alkohole, Ester und Säuren, wie auch Aldehyde und Ketone sein, was von
dem Ursprung des unreinen Formaldehyde, abhängt. Diese Verunreinigungen werden etwa
in den gleichen Prozentsätzen entfernt, wie sie in den Beispielen für Wasser angegeben
sind, und zwar werden im allgemeinen die höhersiedenden Verunreinigungen in etwas
wirksamerer Weise als die niedrigsiedenden
Verunreinigungen, wie
Methylformiat, entfernt.
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Eine Betrachtung der in den Beispielen genannten, bei der Reinigung
von Formaldehyd erhaltenen Werte zeigt, daß die Formaldehydausbeute ungefähr der
Gasgeschwindigkeit und -dem Formaldehydgehalt der Formaldehydhalbacetallösung proportional,
dagegen der Strömungsgeschwindigkeit des flüssigen Gutes und dem Wassergehalt der
Formaldehydhalbacetallösung umgekehrt proportional ist. Die Ausbeute ist im wesentlichen
davon unabhängig, ob die Gutströme gleichsinnig oder im Gegenstrom geführt werden.
Die Form-aldehydausbeute ist zwar gegenüber der aus dem Gas entfernten Wassermenge
nicht empfindlich, aber es scheint je Mol aus dem Gas entferntes Wasser in der Formaldehydhalbacetallösung
zumindest 1 Mol Formaldehyd absorbiert zu werden. Man kann daher bei einem recht
niedrigen anfänglichen Wassergehalt des unreinen Formaldehydes höhere Ausbeuten
an gereinigtem Formaldehyd erhalten, als wenn das Formaldehyd 3 bis 4% Wasser enthält.
Andere, die Formaldehydausbeute beeinflussende Faktoren sind das Verhältnis der
Formaldehydhalbacetallösung zu dem gasförmigen Formaldehyd, das für hohe Ausbeuten
niedrig sein soll, die Strömungsgeschwindigkeit des gasförmigen Formaldehydes, die
für hohe Ausbeuten hoch sein soll, und der Formuldehydgehalt der Formaldehydhalbacetallösung,
-der mehr als 50 Molprozent, dem theoretischen Wert für reines Formaldehydhalbacetal
betragen soll, wenn eine höhere Formaldehydausbeute gewünscht wird.
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Wenn gewünscht, kann das erfindungsgemäße Verfahren zweistufig durchgeführt
werden, wobei Formaldchydgas von einer Reinheit von 95 bis 981/o auf eine Reinheit
von etwa 99,6°/o gereinigt wird, indem man es, wie oben beschrieben, über fließende
Filme der Formaldehydhalbacetallösung leitet, und das erhaltene Gut dann weiter
auf einen Reinheitsgrad von mehr als 99,99% gereinigt wird, indem man es über eine
zweite Gruppe fließender Filme der Formaldehydhalbacetallösung leitet. Die oben
angegebenen Werte zeigen, daß ein höherer Prozentsatz der ursprünglich in dem unreinen
Formaldehyd enthaltenen, normalerweise flüssigen Verunreinigungen entfernt wird,
wenn deren Menge ursprünglich 1 bis 5% beträgt, a1:; wenn nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren die Weiterreinigung eines Formaldehydgases erfolgt, das weniger als 1%
solcher Verunreinigungen enthält.
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In den Beispielen ist zwar die Verwendung schlauch-oder rohrförmiger
fließender Filme der Formaldehydhalbacetallösung beschrieben, die in laminarer Strömung
an den kalten, glattwandigen, senkrecht angeordneten Rohren abwärts fließen; aber
dem Fachmann werden sich viele andere, völlig im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens
liegende Konstruktionen anbieten, um gasförmigen Formaldehyd, der ursprünglich 0,04
bis 5 Gewichtsprozent normalerweise flüssige Verunreinigungen enthält, dadurch in
der erfindungsgemäßen Weise zu reinigen, daß man Ströme des unreinen gasförmigen
Formaldehydes mit einer flüssigen Formaldehydhalbacetallösung der oben beschriebenen
Art in Kontakt bringt, die in Form ununterbrochener öder zusammenhängender Filme
an glatten, inerten, festen, auf - 15 bis -I- 20° C gehaltenen Flächen nach abwärts
fließen, und diesen Kontakt des strömenden Gases mit dem fließenden Flüssigkeitsfilm
aufrechterhält, bis 60 bis 98"/o der normalerweise flüssigen, ursprünglich in dem
unreinen Formaldehyd enthaltenen Verunreinigungen durch Diffusion zu der fließenden
Formaldehydhalbacetallösung hin und Lösung in derselben entfernt sind.