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Treibstoffgemisch Im allgemeinen ist es erwünscht, Treibstoffe mit
hoher Verbrennungswärme sowohl in der Volumenals auch Gewichtseinheit für Düsenflugzeuge
zu verwenden, da der Aktionsradius von Flugzeugen um so größer ist, je höher die
Verbrennungswärme der verwendeten Treibstoffe liegt. In diesem Zusammenhang wurden
die physikalischen Eigenschaften einiger Typen von Kohlenwasserstoffen auf ihreVerbrennungswärme
je Gewichtseinheit und je Volumeinheit untersucht. Diese Untersuchungen haben zu
den folgenden Ergebnissen geführt.
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Aromatische Kohlenwasserstoffe sind zur Verwendung als Treibstoff
in Düsenflugzeugen nicht zweckmäßig, da sie je Gewichtseinheit eine zu niedrige
Verbrennungswärme und auch schlechte Verbrennungseigenschaften besitzen. Paraffine
eignen sich nicht zur Verwendung als Treibstoffe wegen ihrer niedrigen Dichte und
infolgedessen ihrer niedrigen Verbrennungswärme je Volumeinheit. Alkylierte monocyclische
Alkane sind etwas besser als Paraffine, sobald jedoch die Alkylseitenketten genügend
lang sind, zeigen sie wieder paraffinische Eigenschaften. Die Verwendung von Olefinen,
insbesondere gradkettigen Olefinen, als Flugzeugtreibstoff ist nicht erwünscht,
da sie unter den Verwendungsbedingungen oxydiert und polymerisiert werden können.
Einige cyclische Olefine verdienen Beachtung, wenn man sie zusammen mit einem Oxydationsinhibitor
verwendet. Eine bestimmte Gruppe von Kohlenwasserstoffen, die mindestens zwei carbocyclische
Ringe enthalten, zeigt sehr gute Treibstoffeigenschaften. Polycyclische Kohlenwasserstoffe
mit drei oder mehr Ringen und weniger als etwa drei Doppelbindungen im Molekül weisen
äußerst hohe Verbrennungswärmen je Volumeinheit auf. Jedoch zeigen derartige Verbindungen
gleichzeitig eine verhältnismäßig niedrige Verbrennungswärme je Gewichtseinheit.
Darüber hinaus sind diese Verbindungen häufig kristalline Substanzen, so daß sie
für sich als Treibstoffe in Flugzeugen nicht geeignet sind, da sie die Leitungen
im Treibstoffeinspritzsystem blockieren. Das gleiche trifft für viele bicylische
Kohlenwasserstoffe zu.
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Bekanntlich fallen in vielen Petroleumraffinerien unterschiedliche
Mengen an Aromaten an, und diese stellen die Quellen für polycyclische Aromaten
dar. Diese Aromatenanteile lassen sich hydrieren, wodurch man verbesserte Treibstofftypen
erhält, die polycyclische Naphthene enthalten. Ohne eine intensivere Weiterverarbeitung
ist es jedoch schwierig und im allgemeinen unmöglich, unter Verwendung bisher bekannter
Verfahren befriedigende Treibstoffe mit hoher Verbrennungswärme sowohl je Gewichtsals
auch Volumeinheit zu erhalten, da diese Aromatenanteile im allgemeinen beträchtliche
Mengen an Kohlenwasserstoffen enthalten, die einen niedrigeren Heizwert entweder
je Volumeinheit oder je Gewichtseinheit aufweisen.
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Wenn man Monoaromaten, wie Xylole und Toluole oder Benzol, thermisch
zersetzt, um Diphenylderivate zu erhalten, so kann man die entstehenden Pyrolyseprodukte
hydrieren, und die auf diese Weise erhaltenen Produkte können eine verhältnismäßig
hohe Verbrennungswärme je Gewichtseinheit aufweisen. Ihre Verbrennungswärme je Volumeinheit
liegt jedoch nicht so günstig.
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Es wurde festgestellt, daß man durch die Kombination bestimmter Kohlenwasserstofftypen
einen Treibstoff mit optimaler Verbrennungswärme sowohl bezogen auf Gewichts- als
auch auf Volumeinheit und mit niedrigem Stockpunkt erhält.
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Gemäß der Erfindung enthält die Treibstoffzubereitung zwischen 10
und 90 Gewichtsprozent einer Komponente A, nämlich eines Kohlenwasserstoffs oder
einer Mischung von Kohlenwasserstoffen mit nicht mehr als zwei Doppelbindungen und
nicht mehr als zwei carbocyclischen Ringen im Molekül zusammen mit zwischen 10 und
90 Gewichtsprozent einer Komponente B, einem nichtaromatischen Kohlenwasserstoff
oder einer Mischung von nichtaromatischen Kohlenwasserstoffen mit nicht mehr als
drei
Doppelbindungen und drei bis sechs carbocyclischen Ringen im
Molekül, wobei diese Treibstoffzubereitung in einem breiten Siedebereich, einschließlich
dem Siedebereich von Benzin, Leuchtöl und Gasöl, siedet. Bevorzugt ist die Kombination
von zwischen 15 und 17 Gewichtsprozent der Komponente :A mit zwischen 25 und 85
Gewichtsprozent der Komponente B.
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Aus der Zeichnung geht hervor, daß die normalen Paraffine und die
JP-4-Treibstoffe verhältnismäßig niedrige Verbrennungswärmen je Volumeinheit aufweisen,
jedoch zu gleicher Zeit eine recht befriedigende Verbrennungswärme je Gewichtseinheit
besitzen. Wenn man den mittleren Teil der Zeichnung betrachtet, so liegen hier Verbindungen
vor, die zwei carbocycylische Ringe enthalten oder bei denen die carbocyclischen
Ringe entweder gesättigt sind oder nicht mehr als zwei Doppelbindungen im Molekül
enthalten. Diese Kohlenwasserstofftypen besitzen jedoch nur mäßige Heizwerte. Entsprechend
der vorliegenden Erfindung werden daher Verbindungen mit verhältnismäßig hoher Verbrennungswärme
je Gewichtseinheit mit polycyclischen Kohlenwasserstoffen kombiniert, die höhere
Verbrennungswärmen je Volumeinheit aufweisen. Diese finden sich am unteren Ende
der Zeichnung, und es handelt sich beispielsweise um Verbindungen wie 1,4,5,8-bis-F_ndomethylendekahydronaphthalin,
1,4,5,8-bis-Endomethviendihydronaphthalin, 1,4,5,8,9,10-bis-Endomethyienperhydroanthracen
und bis-Tricyclen.
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Auf Grund der Erfindung werden nichtaromatische polycyclische Kohlenwasserstoffe
mit drei bis sechs carbocyclischen Ringen und nicht mehr als drei Doppelbindungen
im Molekül mit Kohlenwasserstoffen weniger günstiger Verbrennungswärme je Volumeinheit
kombiniert, die jedoch sonst als Treibstoffkomponenten geeignet sind, nämlich mit
solchen, die insbesondere einen oder zwei carbocyclische Ringe und nicht mehr als
zwei Doppelbindungen im Molekül enthalten. Diese sind in der Mitte der Zeichnung
durch cis- und trans-Dekahydronaphthalin, Norcamphan, 1,4-Endomethylencyclohexadien
usw. gekennzeichnet. Aus der Zeichnung kann man auch ersehen, daß aromatische Moleküle,
wie die Biphenyle, Diphenylalkane und Alkylbenzole, sehr unerwünschte Treibstoffkomponenten
wegen ihrer äußerst niedrigen Verbrennungswärme je Gewichtseinheit darstellen. Vorzugsweise
werden die bicyclischen und polycyclischen Kohlenwasserstoffe der oben angedeuteten
Formeln miteinander kombiniert, so daß man Treibstoffzubereitungen mit einer Verbrennungswärme
von mindestens 9380 kcal/1 und mindestens 10 222 kcal/kg erhält. Je höher die Verbrennungswärmen
liegen, desto besser ist natürlich der Treibstoff.
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Die nachfolgend angeführten Verfahren zur Herstellung der Komponenten
A und B werden im Rahmen vorliegender Erfindung nicht unter Schutz gestellt.
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DiebicyclischenKohlenwasserstoffe (KomponenteA) können aus Erdöl,
insbesondere aus thermisch oder katalytisch gekracktem Gasöl, hergestellt werden.
Beispielsweise wird ein Rohöl fraktioniert destilliert und der hierbei erhaltene
Direktdestillatrückstand einer Flash-Destillation bzw. Gleichgewichtsdestillation
unterworfen, bei welcher flüchtige Bestandteile entfernt und das Bodenprodukt aus
diesem Arbeitsgang zur Wiedergewinnung in eine andere Anlage geleitet wird. Die
flüchtigen Bestandteile werden in eine katalytische Krackanlage geführt und die
aus dieser Anlage anfallenden Produkte beispielsweise in einer Destillationskolonne
fraktioniert. Die schwere, katalytisch gekrackte Gasölfraktion aus dieser Kolonne
wird in eine thermische Krackanlage geleitet und der thermisch gekrackte Rückstand
dann in eine Verkokungsanlage geführt. Das Zirkulationsgasöl aus dieser Verkokungsanlage
stellt das bevorzugte Ausgangsmaterial für die Herstellung eines Produktes dar,
das im wesentlichen eine Mischung von gesättigten bicyclischen Kohlenwasserstoffen
darstellt, die auch kleinere Anteile an Dicyclohexylalkanen enthält. In der Praxis
isoliert man zweckmäßigerweise die Aromaten aus diesem Ausgangsmaterial durch Lösungsmittelbehandlung,
um die Nichtaromaten mit ihren niedrigeren Heizwerten abzutrennen. Dies läßt sich
beispielsweise durch Behandlung mit Anilin, Schwefeldioxyd, Nitrobenzol, Furfurol
und ähnlichen Lösungsmitteln mit Hilfe einer Dampf-Flüssigkeits-oder Flüssigkeits-Flüssigkeits-Extraktion
od. ä. oder mit Hilfe einer Dampf-Flüssigkeits- oder Flüssigkeits-Flüssigkeits-Extraktion
nach dem Chlorex-, Duosol-oder Edeleanu-Verfahren oder anderen bekannten Extraktionsverfahren
durchführen. Die auf diese Weise isolierten aromatischen Verbindungen werden nochmals
destilliert, um monoaromatische Verbindungen abzutrennen, und anschließend in einem
Zweistufenverfahren hydriert. Das Beschickungsmaterial für die Hydrierungsanlage
weist vorzugsweise einen Siedebereich zwischen 200 und 345° C auf.
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Da die Hydrierungsbeschickung in den meisten. Fällen beträchtliche
Anteile an Schwefelverbindungen enthält, die vor der im wesentlichen vollständigen
Hydrierung der Beschickung so gut wie möglich entfernt werden müssen, wird die erste
Hydrierung unter Verwendung an sich bekannter schwefelfester Katalysatoren durchgeführt.
Derartige Katalysatoren sind die Oxyde oder Sulfide von Metallen der VI. Gruppe,
entweder allein oder in Mischung mit Oxyden oder Sulfiden von Metallen der II. und/oder
VIII. Gruppe des Periodensystems, insbesondere Mischungen von Molybdänoxyd, Zinkoxyd
und Magnesiumoxyd, die Molybdänsulfide, Wolf ramsulfide auf aktivierter Tonerde,
Eisensulfide auf aktivierter bentonitischer Tonerde od. ä.
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Die für die erste Hydrierungsstufe verwendeten Temperaturen liegen
vorzugsweise zwischen 315 und 485° C, die Drücke im Bereich von 50 bis 285 kg/cm2.
Die Beschickungsgeschwindigkeit des flüssigen Öls zum Reaktionsgefäß beträgt zwischen
0,5 und 4 Volumteilen Öl je Volumeinheit Katalysator je Stunde; 280 bis 5600 ms
Wasserstoff, gemessen unter Standardbedingungen, werden je m3 Öl gebraucht.
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Das nach dieser ersten Hydrierungsstufe anfallende Produkt enthält
praktisch keinen Schwefel mehr, und 40 bis 70°/o der Aromaten sind zu den entsprechenden
Naphthenen reduziert. Insoweit Olefine in der ursprünglichen Beschickung anwesend
waren, werden diese schon in dieser ersten Hydrierungsstufe abgesättigt.
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Die Verbrennungswärme je Volumeinheit des in der oben beschriebenen
Hydrierungsstufe anfallenden Produktes liegt höher als die der ursprünglichen Aromaten,
jedoch läßt sich das Produkt im Hinblick auf seine Verbrennungswärme je Volumeinheit
noch verbessern, wenn man es einer weiteren Hydrierung unterwirft. In dieser zweiten
Hydrierungsstufe kann ein aktiverer, im allgemeinen schwefelempfindlicher Katalysator
bei niederen Temperaturen angewendet werden, so daß die Hydrierung der Masse praktisch
vollständig ist oder zumindest so, daß nicht mehr als 10 Gewichtsprozent an Aromaten
im Endprodukt verbleiben.
Die zweite Hydrierungsstufe kann auch
mit dem gleichen Hydrierungskatalysator durchgeführt werden, vorzugsweise verwendet
man jedoch einen aktiveren Katalysator. Derartige aktive Katalysatoren sind insbesondere
die schwefelempfindlichenTypen, wie metallisches Nickel, Platin, Palladium, Kobalt
oder Eisen, vorzugsweise auf Aluminiumsilikat, Kieselsäure, Kieselsäure-Magnesia,
aluminiumoxydhaltigen Erden des Bentonit- und Montmorillonittyps niedergeschlagen.
Die Menge an Metall im Katalysator kann zwischen 1 und 15 Gewichtsprozent, vorzugsweise
zwischen 4 und 10 Gewichtsprozent, betragen. Die Reaktionsbedingungen in der zweiten
Hydrierungsstufe sind milder; der Temperaturbereich liegt vorzugsweise zwischen
145 und 375° C und der Druck zwischen 35 und 352 kg/cm2. Die Gasbeschickungsgeschwindigkeit
kann in der Größenordnung von 280 bis 2800 m3 Wasserstoff, gemessen unter Standardbedingungen,
je m3 Ölbeschickung liegen, während die Ölbeschickungsgeschwindigkeit im Bereich
von 0,5 bis 4 Volumteilen Beschickung je Volumeinheit Katalysator je Stunde betragen
kann.
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Das aus diesen beiden Hydrierungsstufen anfallende Produkt (jede dieser
beiden Hydrierungsstufen kann in einem oder mehrere Cyclen in einer besonderen Hydrierungszone
und unter besonderen Hydrierungsbedingungen verlaufen) enthält im wesentlichen bicyclische
Naphthene und kleinere Mengen an Bicycloalkanen. Der Anteil an Paraffinen oder Isoparaffinen
beträgt weniger als etwa 20 Gewichtsprozent des Endproduktes. Aromatische und olefinische
Verbindungen fehlen fast völlig. Die bicyclischen Kohlenwasserstoffe können aus
diesem Produkt durch Destillation gewonnen werden, wodurch man eine Fraktion mit
einem Siedebereich zwischen 160 bis 320° C, vorzugsweise zwischen 170 und 300° C,
erhält.
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Die in Tabelle I aufgeführten bicyclischen Alkane können entweder
an Stelle oder zusätzlich zu dem aus dem Petroleumraffinat gewonnenen Produkt nach
dem oben beschriebenen Verfahren verwendet werden. Diese bicyclischen Alkane können
durch Substitution von Wasserstoffatomen mit Alkylresten modifiziert werden, solange
die Alkylreste weniger als 6 Kohlenstoffatome in ununterbrochener Kette und insbesondere
weniger als 3 Kohlenstoffatome je Alkylseitenkette aufweisen.
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Tabelle I Bicyclo-(1,1,0)-butan Spiropentan, Bicyclo-(2-1-0)-pentan,
Bicyclo-(3,1,0)-hexan, Spiro-(2,4)-heptan, Bicyclo-(4,1,0)-heptan, Bicyclo-(2,2,1)
-heptan, Spiro-(2,5)-octan, Bicyclo-(3,1,1)-hepta,n, Bicyclo-(3,2,1)-octan, Bicyclo-(4,3,0)-nonan,
Spiro-(4,5)-decan, Bicyclo-(4,4;0)-decan, Bicyclo-(2,2,0)-hexan, Spiro-(3,3)-heptan,
Bicyclo-(3,2,0)-heptan, Spiro-(3,4)-octan.
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Tabelle II enthält eine Reihe weiterere typischer Dicyclohexylalkane,
die an Stelle oder zusätzlich zu den oben beschriebenen bicyclischen Kohlenwasserstoffen
als Komponente A eingesetzt werden können. Tabelle II Dicyclohexylalkane Dicyclohexylmethan,
Dicyclohexyläthan-1,1, Dicyclohexyläthan-1,2, Dicyclohexylpropan-1,1, Dicyclohexylpropan-1,2,
Dicyclohexylpropan-1,3, Dicyclohexylpropan-2,2, Dicyclohexylbutan-1,4, Dicyclohexylbutan-2,3,
Dicyclohexylhexan-1,6, Dicyclohexylhexan-2,4. Auch solche Alkyldicyclohexylverbindungen
können verwendet werden, die 1 bis 3 Alkylreste in der 2-Stellung an einem oder
beiden der Cyclohexylreste enthalten, wobei jeder Alkylrest 1 bis 3 Kohlenstoffatome,
insbesondere Isopropylreste, aufweist.
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Erfindungsgemäß enthält derTreibstoff neben dieser Komponente A weiterhin
10 und 90 Gewichtsprozent, bezogen auf die gesamte Treibstoffzubereitung, an nichtaromatischen
polycyclischen Kohlenwasserstoffen, die drei bis sechs carbocyclische Ringe und
nicht mehr als drei Doppelbindungen im Molekül enthalten (Komponente B). Zwar kann
man derartige Verbindungen aus natürlichen Quellen, wie Petroleum- oder Kohlenteer,
durch besondere Fraktionierungsmaßnahmen erhalten, doch stellt man sie vorzugsweise
direkt synthetisch her, obwohl dies mit einer Erhöhung in den Gestehungskosten einhergehen
kann. Beispielsweise wird bei einer typischen Herstellung Acetylen an Cyclopentadien
unter Bildung von 1,4-Endomethylencyclohexadien angelagert, das bei der Hydrierung
1,4-Endomethylencyclohexan liefert. Läßt man 1,4-Endomthylencyclohexadien mit Cyclopentadien
reagieren, so erhält man als Reaktionsprodukt 1,4,5,8-bis-Endomethylendihydronaphthalin.
Dies kann seinerseits unter Bildung von 1,4,5,8-bis-Endomethylendekahydronaphthalin
hydriert werden. Diese Reaktion kann durch Zugabe von Cyclopentadien zu 1,4,5,8-Endomethylendihydronaphthalin
wiederholt werden, wobei man 1,4,5,8,9,10-tris-Endomethylentetrahydroanthracen erhält.
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Typische polycyclische Kohlenwasserstoffe, die als Komponente B in
der erfindungsgemäßen Treibstoffzubereitung verwendet werden können, sind in Tabelle
III zusammengestellt. Selbstverständlich kann man die in dieser Tabelle aufgeführten
Verbindungen gegebenenfalls durch Substitution von Wasserstoffatomen mit Alkylresten,
die weniger als 6 und vorzugsweise weniger als 5 Kohlenstoffatome aufweisen, modifizieren.
Tabelle III Spiro-[bicyclo-(2,1,0)-pentan-5,1'-cyclopentan], Tricyclo-(3,2,1,02,4)
-octan, 1-Cyclopropannaphthalin, Hexahydrocyclopentinden, Octahydro-1,4-endomethylen,
1,4-Endomethylennaphthalin, B enzindan, Acenaphthen, Hexahydroanthracen, Hexahydrophenanthren,
1,4-Endoäthylendekahydronaphthalin, 1,2,3,4,5,6-tris-Cyclopentenobenzol, 1,2,3,4-Tetrahydroendomethylenanthracen,
Hexahydrobenzanthracen, 1,4,9,10-bis-Endomethylenanthracen, 1,4,5,8,9,10-tris-Endomethylenanthracen.
Die
erfindungsgemäßen Treibstoffzubereitungen werden vorzugsweise für den Betrieb von
Flugzeugmotoren mit Funkenzündung, Dieselmotoren sowie insbesondere für Düsenantriebsaggregate
und Propellerturbinen verwendet.
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In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, daß die erfindungsgemäßen
Treibstoffzubereitungen einen niedrigen Stockpunkt aufweisen, der innerhalb des
üblichen Stockpunktbereiches für Flugzeugtreibstoffe fällt, obwohl einige ihrer
Komponenten, insbesondere diejenigen, die mehr als zwei carbocyclische Ringe enthalten,
entweder feste Verbindungen sind oder verhältnismäßig hohe Stockpunkte besitzen,
wenn sie nicht mit Kohlenwasserstoffen kombiniert sind, die nicht mehr als zwei
carbocyclische Ringe aufweisen. Beispiel Durch Verschneiden verschiedener Anteile
an 1,4,5,8-bis-Endomethylendihydronaphthalin mit ungefähr gleichen Teilen cis- und
trans-Isomeren enthaltendem Dekahydronaphthalin, nachfolgend D H N abgekürzt, kann
man Treibstoffe erhalten, die Verbrennungswärme zwischen 9000 und 10320 kcal/1 aufweisen,
während die entsprechenden Verbrennungswärmen auf Gewichtsbasis von 10150 kcal/kg
nur auf 9983 kcal/kg erniedrigt sind. Eine Mischung von 25 Gewichtsprozent cis-D
H N, 25'°/o trans-D H N und 5011/o 1,4,5,8-bis-Endomethylendihydronaphthalin besitzt
eine Verbrennungswärme auf Volumbasis von 9621 kcal/1 und auf Gewichtsbasis von
10056 kcal/kg.
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Durch Verschneiden der entsprechenden gesättigten Verbindung des 1,4,5,8-bis-Endomethylendihydronaphthalins,
d. h. des 1,4,5,8-bis-Endomethylen-D H N, im Verhältnis von 34,5 Gewichtsprozent
mit 65,511/o 2-Isopropylbicyclohexyl kann man den Heizwert von JP-4-Treibstoff auf
Gewichtsbasis auf 10222kca1/kg halten, während man auf Volumbasis einen Heizwert
von 9608 kcal/1 erreicht. Durch Verwendung von 33 Gewichtsprozent 2-Isopropyldicyclohexyl
und 67% bis-tricyclen kann man den 10222 kcal%kg Wert aufrechterhalten und erreicht
gleichzeitig einen Heizwert von 10 499 kg/1. Die folgende Tabelle IV zeigt weitere
Mischungen der Erfindung.
| Tabelle IV |
| Paraffin 'Naphthenl Leuchtöl cis-DHN DMD TMPHA
BNTC Heizwert |
| C12 I DCHP kcal/kg I kcal/1 |
| Rein 1000/0 10566 8107 |
| desgl. 10011/9 10347 9065 |
| desgl. 1000/0 10331 8375 |
| desgl. 100°/o 10155 9125 |
| desgl. 1000/0 10004 10151 |
| desgl. 1001/0 10111 11256 |
| desgl. 10011/a 10167 11323 |
| Mischungen in Gewichtsprozent |
| Mischung von isomeren |
| Dodekanen und 1,4,5,8-bis- |
| Endomethylen-DHN 39,5 - - - 60,5 - , = 10233 9179 |
| desgl. 31,6 - - - 68,4 - - 10184 9380 |
| Mischung von isomeren |
| Dodekanen und |
| 1,4,5,8,9,10-tris-Endomethylen- |
| perhydroanthracen 24,7 - - - - 75,3 - 10222 10251 |
| desgl. 51,4 - - - - 48,6 - 10339 I 9380 |
| Mischung von isomeren |
| Dodekanen, 1,4,5,8-bis-Endo |
| methylen-DHN und |
| 1,4,5,8,9,10-tris-Endomethylen- |
| perhydroanthracen 37,0 - - - 48,2 14,8 - 10222 9380 |
| desgl. 32,5 - - - 32,0 35,5 - 10222 9715 |
| desgl. 43,8 - - - 26,7 29,5 - 10289 9300 |
| Mischung von isomeren |
| Dodekanen und Bi-Nor- |
| tricyclen 52 - - - - - 48 10372 9380 |
| desgl. 14 - - - - - 86 10222 10787 |
| Mischung von isomeren |
| Dodekanen, Bi-Nortricyclen |
| und 1,4,5,8-bis-Endomethylen- |
| DHN 36 - - - 51,4 I - 12,6 10222 9380 |
| Tabelle IV (Fortsetzung) |
| Paraffin Naphthen Leuchtöl cis-DHN DMD TMPHA BNTC Heizwert |
| C12 |
| DCHP |
| kcal/kg I kcal/l |
| Mischung von isomeren |
| Dodekanen, |
| 1,4,5,8,9,10-tris-Endomethylen- |
| perhydroanthracen und |
| DHN (cis) 22,5 - - 48,0 - 29,5 - 10222 9380 |
| Dicyclohexylpropan-1,3 und |
| 1,4,5,8-bis-Endomethylen- |
| DHN - 63,5 - - 36,5 - - 10222 9380 |
| Dicyclohexylpropan-1,3 und |
| 1,4,5,8,9,10-tris-Endomethylen- |
| perhydroanthracen - 82,6 - - - 17,4 - 10306 9380 |
| desgl. - 46,5 - - - 53,5 - 10222 10184 |
| Diryclohexylpropan-1,3, |
| 1,4,5,8,9,10-tris-Endomethylen- |
| perhydroanthracen und |
| 1,4,5,8-bis-Endomethylen- |
| DHN - 77,7 - - 11,0 11,3 - 10284 9380 |
| desgl. - 57,0 - - 21,2 21,8 - 10222 9715 |
| Dicyclohexylpropan-1,3 und |
| Bi-Nortricyclen - 84,0 - - -- - 16,0 10317 9380 |
| desgl. - 69,0 - - - - 31,0 10222 10519 |
| Dicyclohexylpropan-1,3 |
| und DHN - 40,0 - - 60,0 - - - 10222 9112 |
| Dicyclohexylpropan-1,3, |
| DHN und |
| 1,4, 5, 8, 9,10-tris-Endomethylen- |
| perhydroanthracen - 42,0 - 43,0 - 15,0 - 10222 9380 |
| L und DHN - - 43,5 56,5 - - - 10222 8777 |
| L und 1,4,5,8-bis-Endo- |
| methylen-DHN - - 65,5 - 34,5 - - 10222 8911 |
| L und |
| 1,4,5,8,9,10-tris-Endomethylen- |
| perhydroanthracen - - 50,0 - - 50,0 - 10222 9 581' |
| L und Bi-Nortricyclen - - 33,5 - - - 66,5 10222 10184 |
| desgl. - - 59,5 - - - 40,5 10266 9380 |
| L, 1,4,5,8-bis-Endomethylen- |
| DHN und 1,4,5,8,9,10-tris- |
| Endomethylenperhydro- |
| anthracen - - 55,6 - 10,5 33,9 - 10222 9380 |
| L,1,4,5,8-bis-Endomethylen- |
| DHN und Bi-Nortricyclen - - 48,0 15,7 - 36,3 - 10222
9380 |
| desgl. - - 53,5 - 13,5 - 33,0 10222 9380 |
| L, DHN und Bi-Nortricyclen - - 38,5 31,4 - - 30,1 10222
9380 |
| C12 = Hydriertes Propylentetramer, |
| DCHP = Dicyclohexylpropan-1,3, |
| L = Leuchtölbrennstoff für Düsenantriebsaggregate, |
| DHN = cis-Dekahydronaphthalin, |
| DMD = 1,4,5,8-bis-Endomethylendekahydronaphthalin, - |
| TMPHA = 1,4,5,8,9,10-tris-Endomethylenperhydroanthracen, |
| BNTC = Bi-Nortricyclen. |