In der Bäckersprache heisst es, ein Brötchenteig ist "wollig" wenn er besonders gut ist, also weich und elastisch und überhaupt nicht klebrig.
Heute hatte ich mehr oder weniger frei, ich habe mich zwar ein wenig mit meiner To-Do-Liste befasst, aber letztendlich überwog die Freizeitbeschäftigung. Ich habe zwei Garne fertiggestellt, Fotos fehlen aber davon noch.
Mein "Lacelappen" wie ich das Teil liebevoll nenne, nach dem Muster
Laminaria von Elizabeth Freeman, ist mittlerweile so weit gediehen:
Der Witz an dem Teil ist, dass die Reihen immer länger werden und auch immer länger zu stricken dauern. Mittlerweile brauch ich für eine einzige Reihe eine halbe Stunde, vor nicht allzu langer Zeit war es noch eine Viertelstunde. Ich habe 5 Wiederholungen des Blossom Charts gestrickt und wollte dann schon zum Edging Chart 1 übergehen, als mir auffiel, dass ich mir vorgenommen hatte, 6 Blossom Charts zu machen... na, den einen schaff ich auch noch. Ich freue mich sehr drauf dass dieser Lacelappen fertig wird! Der wird sicher total schön!
Ausserdem habe ich noch den Tip von
TQ beherzigt, und mich im Panschen mit Ostereierfarben versucht. Am Dienstag war ich nämlich bei einem Drogeriemarkt meines
Vertrauens Verzweifeltseins (ich fühlte mich sehr zu kurz gekommen, nachdem ich mir am Samstag in 3 Läden anhören durfte, dass Ostereierfarben ausverkauft waren). Dort habe ich nach Restbeständen von Ostereierfarbe gefragt, und die nette Frau ging extra ins Lager, und holte mir eine Auswahl von allem, was noch da war, und ich suchte mir dann diese klassischen Färbetabletten aus, und nahm gleich 5 Packungen.
Das Ergebnis sieht man hier:
Hätte ich gewusst, wieviel ich für ein bischen Wolle brauche, hätte ich gleich 10 Packs gekauft. Nun gut. Einiges ist etwas pastellig geworden, aber getreu nach dem Motto "Es gibt keine hässlichen Farben, nur hässliche Farbkombinationen" werde ich auch dafür eine Verwendung finden, wo das einfach nur super aussieht.
Nachdem ich nach einer Tour durchs Haus dann bei MitbewohnerInnen eine Mikrowelle vorfand und diese benutzen durfte, hab ich das auch schnell und stressfrei über die Bühne bekommen.
Ausgespült habe ich das nachher nicht, also, nach dem Fixieren jetzt. Ich hab aber so mit Handtuch drum und drauftrampeln herumgewerkt um das Wasser rauszudrücken, und da färbte nix ab. Also dachte ich mir: Wozu noch ausspülen? Ausserdem spül ich dann das gesponnene Garn eh nochmal aus, dann brauch ich das ja nicht doppelt machen.
Ja, zum Spinnen zurück, da muss ich sagen, dass ich wieder was neues lerne. Nachdem ich schon so ein wenig versucht habe, "langen Auszug" zu spinnen, also wo man die Fasern mit einer Hand lässig hält und die von der Spindel so wegzieht und damit sehr schnell einen toll gleichmässigen feinen Faden hinkriegt, wollte ich dann auch "Spinning from the Fold" ausprobieren.
Es gibt dazu ein
Video von Spindlicity. Zuerst wollte ich das Video nicht sehen, weil es mit dem Spinnrad losgeht, aber danach in dem Video kommt vor, wie man diese Technik mit einer Spindel ausführt, und das ist sehr sehenswert. Was auch toll ist: Mitten im Lehrvideo hört man ihr Kind reinquaken: "Mummy, my yarn is thick!" da spinnt also das Kind fleissig nebenbei mit.
Aber dieser lange Auszug.... Das ist echt toll. Wenn man auf Youtube Videos anschaut von Leuten, die spinnen, also so traditionell, keine Hobby-Westlerinnen jetzt, spinnen die meist mit diesem langen Auszug, weil das andere sowieso zu lang dauert, nehme ich einfach mal an.
Zuerst ging es überhaupt nicht. Entweder, ich bekam zu wenig Drehung, und mein Garn löste sich einfach in Wohlgefallen auf, und fiel auseiander, oder es war viel zu viel Drehung, und es brach vor lauter Überdrehtheit auseinander. Das ging stundenlang, und ich wollte schon aufgeben, als ich auf einmal den Dreh rausbekam.
Ich hatte quasi zwei Probleme:
Zum einen habe ich beim "spinning from the fold" die gefalteten Fasern im falschen Winkel gehalten, so dass zu wenig Fasern von der Drehung erfasst und aus dem Bündel rausgezogen wurden.
Und zum anderen hatte ich mit der Hand, die so am Faden rumpusselt, also nciht die, die die Fasern hält, nicht das Gefühl gehabt, wie ich die Drehung der Spindel quasi an den seitwärts ausgezogenen Faden weitergeben soll. Der ganze Drall staute sich nur zwischen der Hand und der Spindel an und oben wo ich das Faserbündel auszupfen wollte, kam nix davon an. Wenn man ständig mit den Fingern so rumdreht und rumfummelt an dem Faden, kommt genug Drehung "vorbei". Und die Spindel muss richtig richtig schnell drehen, sonst wird das bei mir nix mit dem langen Auszug. Da muss richtig ein Fahrtwind erzeugt werden von der Spindel, dann ist das genau richtig.