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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Dreiwegumwandlungskatalysatorzusammensetzungen
(„TWC"-Katalysatorzusammensetzungen),
die Schwefelwasserstoff wirksam unterdrücken. Die Katalysatorzusammensetzungen
können „motornah" oder „in mittlerer
Entfernung zum Motor" verwendet
werden. Gegebenenfalls kann ein nachgeschalteter motorferner Katalysator
ebenso vorliegen.
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Beschreibung des Standes der
Technik
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Die
Verwendung von TWC-Katalysatorzusammensetzungen zur Behandlung der
Abgase, die aus internen Verbrennungsmaschinen, z. B. Kraftfahrzeugmaschinen,
ausströmen,
ist allgemein bekannt. Solche Katalysatorzusammensetzungen sind
dahingehend multifunktional, daß sie
gleichzeitig unverbrannte Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid und
Stickstoffoxide in den Abgasen behandeln.
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„Motornahe" Katalysatoren sind
in der Technik bekannt und werden im allgemeinen so definiert, daß sie sich
im Motorraum typischerweise weniger als 30,48 cm (ein Fuß), noch
typischer weniger als 15,24 cm (sechs Inch), von der Auslaßöffnung des
Auspuffkrümmers
entfernt befinden, und üblicherweise
direkt an der Auslaßöffnung des
Auspuffkrümmer
angelagert sind. Katalysatoren „mit mittlerer Entfernung
zum Motor" sind in
der Technik ebenso bekannt und werden im allgemeinen so definiert,
daß sie
sich üblicherweise
nicht mehr als 60,96 cm, typischerweise 45,72 cm (nicht mehr als
etwa 24, typischerweise 18 Inch), von der Auslaßöffnung des Auspuffkrümmers entfernt
befinden (nach einem motornahen Katalysator). Motorferne Katalysatoren sind
in der Technik ebenso bekannt und befinden sich unter dem Boden
des Fahrzeuges, angrenzend an oder in Kombination mit dem Schalldämpfer des Fahrzeuges
(nach einem motornahen Katalysator und/oder einem Katalysator mit
mittlerer Entfernung zum Motor).
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In
vielen Fällen
wandeln TWC-Katalysatoren Schwefelverbindungen, die in den Abgasen
enthalten sind, in Schwefelwasserstoff um, das ziemlich toxisch
und wegen seines extrem widerlichen Geruchs sogar in kleinen Mengen
allgemein bekannt ist. Die Verfahren zur Unterdrückung der Bildung von Schwefelwasserstoff durch
Einführen
von Kobalt, Nickel, Eisen, Mangan oder Rhenium in die TWC-Katalysatorzusammensetzungen
sind bekannt. Beispielsweise offenbart
US-Pat. Nr. 4,552,733 TWC-Katalysatorzusammensetzungen,
umfassend eine oder mehrere Metalle der Platingruppe, fein verteilt
auf einem Gamma-Aluminiumoxid-Träger, wobei
ein Nichtedelmetalloxid zusammen mit dem Metall der Platingruppe
fein verteilt ist. Das Nichtedelmetalloxid kann Nickel, Eisen oder
Mangan sein. Der in dem '733
Patent beschriebene Katalysator soll Dreiwegefähigkeit aufweisen, ohne beträchtliche
Mengen an Schwefelwasserstoff, Schwefeltrioxid oder Schwefelsäure zu erzeugen.
Siehe ebenso
US-Pat. Nr. 4,780,447 ,
welches einen Katalysator offenbart, der HO, CO und NOx sowie H
2S in Emissionen aus Auspuffrohren von Abgaskatalysator-ausgestatteten
Fahrzeugen kontrollieren kann. Die Verwendung der Oxide von Nickel
und/oder Eisen wird als eine Schwefelwasserstoff-Getterungsverbindung
offenbart.
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Es
besteht in Europa jedoch die Sorge, daß Kobalt- und Nickelverbindungen
Karzinogene sein können,
und daher nutzen Automobilhersteller ungern Katalysatoren, die diese
Metalle enthalten. In anderen Fällen
wird die Nettowirkung der Einführung
von Eisen, Mangan oder Rhenium in den TWC-Katalysator von den Automobilherstellern
als negativ betrachtet, selbst wenn signifikante positive Wirkungen
durch deren Einschluß erhalten
werden.
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US-Pat. Nr. 5,196,390 überwindet
viele der oben angesprochenen Probleme durch die Bereitstellung von
TWC-Katalysatorzusammensetzungen, die die H
2S-Bildung
unterdrücken.
Die TWC-Katalysatoren, die durch das '390-Patent bereitgestellt werden, umfassen
die Einführung
eines Nickel-, Mangan- oder Eisenoxids in eine Grundschicht, die
auf einem Substrat wie Cordierit angeordnet ist. Eine Oberschicht,
die Ober der Grundschicht liegt, besteht aus einem Metall der Platingruppe,
d. h. Pla tin, Palladium, Rhodium oder Gemischen aus zwei oder mehreren
der vorstehenden Metalle der Platingruppe.
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Obwohl
das '390-Patent
einen signifikanten Fortschritt in TWC-Katalysatoren mit Schwefelwasserstoff-Unterdrückungseigenschaften
darstellt, verwenden Automobilhersteller trotzdem noch ungern TWC-Katalysatorzusammensetzungen,
die ein Nickel-, Mangan- oder Eisenoxid enthalten.
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US-A-5254519 offenbart
einen TWC-Katalysator des in Anspruch 1 bezeichneten Typs des vorliegenden
Patents. Die Erdalkalimetalloxide, die in dem Dokument genannt werden,
werden als Wärmestabilisator verwendet,
und
US-A-5254519 ,
das ausreichende Informationen über
die Herstellung des Dreiwegkatalysators gemäß Anspruch 1 des Patents umfaßt, sagt
nichts über
die mögliche
Aktivität
von diesen Additiven als Schwefelwasserstoff-unterdrückende Verbindungen.
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US-A-6022825 offenbart
einen TWC-Katalysator, der sich von dem Katalysator von Anspruch
1 des vorliegenden Patents unterscheidet, indem ein Metalloxid der
Gruppe II, Bariumoxid, zusammen mit verschiedenen Schwefelwasserstoff-unterdrückenden
Materialien genannt wird.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird die Verwendung einer TWC-Katalysatorzusammensetzung bereitgestellt,
die die Freisetzung von Schwefelwasserstoff durch die Abgasanlage
eines internen Verbrennungsmotors, wie einem Kraftfahrzeugmotor,
unterdrücken
kann. Die Katalysatorzusammensetzung wird z. B. in Form von Klötzchen,
Katalysatortöpfen
usw. in dem Leitungssystem, das von dem Auspuffkrümmer des
Motors in die Atmosphäre
führt,
installiert. Die Katalysatorzusammensetzungen werden in dem Leitungssystem motorfern
und/oder in mittlerer Entfernung zum Motor und gegebenenfalls in
einem motorfernen Katalysator installiert.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird die Verwendung eines Metalloxids der Gruppe IIa,
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Magnesiumoxid, Calciumoxid, Strontiumoxid
und Gemischen davon, als ein Material zur Schwefelwasserstoff- Unterdrückung in
einem Schichtkatalysator bereitgestellt, wobei der Katalysator umfaßt:
- (a) einen Träger,
- (b) eine Grundschicht, enthaltend als das Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung ein
Metalloxid der Gruppe IIa, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus Magnesiumoxid, Calciumoxid und Strontiumoxid und Gemischen davon,
und
- (c) mindestens eine diskrete Oberbeschichtungsschicht bzw. Deckschichtbeschichtung,
davon abgegrenzt bzw. getrennt und angeordnet auf der Grundschicht,
wobei die Oberschicht mindestens eine Schicht eines Dreiwegumwandlungskatalysatormaterials
umfaßt,
wobei
das Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung allein in der Grundschicht
vorliegt.
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Bevorzugte
Merkmale werden in den abhängigen
Ansprüchen
dargelegt.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung ist auf eine Katalysatorzusammensetzung gerichtet,
die die Bildung von Schwefelwasserstoff zusätzlich zur Umwandlung der drei
Klassen von Schadstoffen (unverbrannte Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid
und Stickstoffoxide), die in den Abgasströmen, die aus internen Verbrennungsmotoren
ausströmen,
zu finden sind, unterdrückt.
Die in der vorliegenden Erfindung verwendete Katalysatorzusammensetzung
verringert oder vermeidet signifikant die schädlichen Interaktionen, die
durch Katalysatorzusammensetzungen des Standes der Technik erzeugt
werden, indem das Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung in
einer Grundschicht, die unter einer Oberschicht von Katalysatormaterial,
das die Dreiwegumwandlungskatalysatoraktivität liefert, angeordnet ist,
abgetrennt ist.
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Das
Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung kann als eine anfängliche
Beschichtung oder Schicht, d. h. „Grundschicht" (ebenso austauschbar
als eine „Unterschicht" bezeichnet) direkt
auf einen geeigneten Träger,
wie einem Monolith, aufgetragen werden. Die anfängliche Beschichtung oder Schicht
wird danach durch eine oder mehrere Beschichtungen oder Schichten
(d. h. „Oberschicht(en)") des Katalysa tormaterials,
das die Dreiwegumwandlungskatalysatoraktivität liefert, abgedeckt. Dieser
Mehrschichtansatz verringert oder vermeidet signifikant Interaktionen
zwischen dem Dreiwegumwandlungskatalysatormaterial in der/den Oberschicht(en)
und dem Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung in der Grundschicht.
Dieser Ansatz ist inbesondere in den Fällen von Vorteil, wobei das
Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung für Abriebverluste anfällig ist
und/oder möglicherweise
mit dem Dreiwegumwandlungskatalysatormaterial interagieren kann.
Durch das Plazieren des Materials zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung, d.
h. das Metalloxid der Gruppe IIa, in einer Grundschicht, die durch
eine Oberschicht geschützt
ist, werden mögliche
Verluste von Metalloxiden durch Abrieb verringert oder beseitigt,
und mögliche
Umweltbedenken, die mit dem Verlust der Metalloxide in die Atmosphäre durch
Abrieb verbunden sind, werden gemildert.
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Alternativ
kann die Komponente zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung auf
einem Träger
mit hoher Oberfläche
wie Gamma-Aluminiumoxid fein verteilt sein. Wie hierin und in den
Ansprüchen
verwendet, bezieht sich der Ausdruck „Gamma-Aluminiumoxid" auf katalytisch
aktive Formen von Aluminiumoxid mit hoher Oberfläche, die oftmals andere Aluminiumoxidphasen
mit hoher Oberfläche
enthielten, wie Eta-, Theta- und Delta-Aluminiumoxid. Es ist daher
selbstverständlich,
daß der
Ausdruck „Gamma-Aluminiumoxid" die Gegenwart von
anderen Aluminiumoxidphasen nicht ausschließt. Die resultierende Komponente
zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung,
die auf einem Träger
mit hoher Oberfläche
fein verteilt ist, kann wiederum auf dem Träger fein verteilt sein.
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Die
in der Erfindung verwendete Katalysatorzusammensetzung umfaßt ein Dreiwegumwandlungskatalysatormaterial
und eine Komponente zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung, die in einem Maße voneinander
getrennt sind, daß sie
in den jeweiligen diskreten Schichten angeordnet sind, wobei die
Schichten miteinander in Kontakt stehen können, und die in der Abgasanlage
eines internen Verbrennungsmotors positioniert sind. Die Dreiwegumwandlungskatalysatorschicht,
d. h. die Oberschicht, kann selbst eine einzelne Schicht oder zwei
oder mehrere Schichten aus Katalysatormaterial sein. Folglich ist
es selbstverständlich,
daß der
Verweis hierin und in den Ansprüchen
auf eine „Oberschicht", die über der
Metalloxid(e)-enthaltenden Grund schicht liegt, sowohl eine Einzelschicht-Katalysatoroberschicht
als auch eine Katalysatoroberschicht, die aus zwei oder mehreren
Schichten besteht, umfaßt.
Für die
Zwecke der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, daß die Oberschicht,
die über
der Grundschicht liegt, welche die Komponente zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung umfaßt, eine
mittlere Schicht, die über
der Grundschicht liegt, und eine obere Schicht, die über der
mittleren Schicht liegt, umfaßt.
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Der
Träger,
auf dem das/die Metalloxid(e) der Gruppe IIa fein verteilt ist/sind
(als solches oder fein verteilt auf einem Träger mit hoher Oberfläche wie
Gamma-Aluminiumoxid, das wiederum auf dem Träger fein verteilt ist) kann
eine feuerfeste Keramik oder Metall mit einer Bienenwabenstruktur
umfassen. Geeignete feuerfeste Keramikmaterialien umfassen beispielsweise
Cordierit (was bevorzugt ist), Cordieritalpha-Aluminiumoxid, Siliciumnitrid,
Zirkonmullit, Spodumen, Aluminiumoxid-Siliciumdioxid-Magnesiumoxid,
Zirkonsilicat, Sillimanit, Magnesiumsilicate, Zirkonpetalit, alpha-Aluminiumoxid
und Alumosilicate. Eine metallische Bienenwabe kann aus einem feuerfesten
Metall wie Edelstahl oder anderen geeigneten korrosionsbeständigen Legierungen
auf Eisenbasis hergestellt sein.
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Das/Die
Metalloxid(e) der Gruppe IIa, welche(s) auf dem Träger fein
verteilt oder abgeschieden ist/sind, umfaßt/umfassen Magnesium-, Calcium-,
Strontiumoxide und Gemische davon. Noch stärker bevorzugt umfaßt das Metalloxid
ein Strontiumoxid. Gegebenenfalls kann die Grundschicht Bariumoxid
umfassen. Im allgemeinen wird das Metalloxid der Gruppe IIa auf
dem Träger
in einer Ladung von etwa 0,0003 bis 0,06 g/cm3 (0,005
bis 1,0 g/in3), bevorzugt 0,006 bis 0,036
g/cm3 (0,1 bis 0,6 g/in3)
Träger
fein verteilt. Gegebenenfalls umfaßt die Grundschicht Lanthanoxid,
das in einer Ladung von etwa 0,0003 bis 0,06 g/cm3 (0,005
bis 1,0 g/in3), bevorzugt 0,006 bis 0,36
g/cm3 (0,1 bis 0,6 g/in3)
Träger
vorliegt.
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Das
Dreiwegumwandlungskatalysatormaterial, das in der/den Oberschicht(en)
eingesetzt wird, umfaßt
eine katalytische Metallkomponente der Platingruppe, wie Platin,
Palladium, Rhodium und Gemische davon. Bevorzugt umfaßt die katalytische
Komponente der Platingruppe ein Gemisch aus Platin und Rhodium, wobei
das Molverhältnis
von Platin zu Rhodium in dem Bereich von etwa 0,2 bis etwa 20 mol,
be vorzugt 1 bis 5 mol, von Patin pro Mol Rhodium liegt. Typischerweise
wird die Komponente der Platingruppe in der Oberschicht in einer
Ladung von etwa 176,6 (5) bis etwa 7062,9 g/m3 (200
g/ft3) Träger, bevorzugt 706,3 bis 3521,5 g/m3 (20 bis 100 g/ft3)
Träger
vorliegen.
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Das
Dreiwegumwandlungskatalysatormaterial wird im allgemeinen in der/die
Oberschicht(en) in Form einer Dispersion auf einem feuerfesten Metalloxidträger vorliegen.
Bevorzugt umfaßt
ein solcher Träger
Teilchen mit einer Teilchengröße von etwa
6 bis 12 μm.
Im allgemeinen wird der Träger
in einer Menge von etwa 0,006 bis 0,24 g/cm3 (0,1
bis 4,0 g/in3) Träger vorliegen. Geeignete feuerfeste
Metalloxidträger
umfassen Aluminiumoxid, Siliciumdioxid, Titandioxid, Siliciumdioxid-Aluminiumoxid,
Aluminiumoxid-Silicate, Aluminium-Zirconiumoxid, Aluminiumoxid-Dichromoxid,
Aluminiumoxid-Ceriumoxid und Gemische davon. Bevorzugt umfaßt der Träger Gamma-Aluminiumoxid.
Bevorzugt ist das Gamma-Aluminiumoxid mit einer Seltenerdkomponente, wie
Lanthan, Neodymium und Gemischen davon, dotiert. Wenn eingesetzt,
wird die Seltenerdkomponente in einer Menge von 0,0012 (0,02) bis
etwa 0,03 g/cm3 (0,5 g/in3)
Träger
vorliegen. Es ist ebenso bevorzugt, daß die Oberschicht ein Bindemittel
umfaßt,
z. B. Zirkoniumdioxid, das in einer Menge von etwa 0,0012 (0,02)
bis etwa 0,09 g/cm3 (1,5 g/in3)
Träger
vorliegen kann.
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Das
Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung kann als eine Dispersion
aus entweder dem Metall oder seinem Oxid in Pulverform in einer
flüchtigen
Flüssigkeit,
die gegebenenfalls ein oberflächenaktives Mittel
zur Aufrechterhaltung der Dispersion enthält, oder als ein lösliches
Salz des Metalls, oder als Teilchen von einer anderen Verbindung
des Metalls, die leicht zu der Oxidform, wie durch Kalzinierung
oder dergleichen umgewandelt werden kann, aufgebracht werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
wird das Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung auf partikulärem stabilisiertem
Gamma-Aluminiumoxid durch Benetzen des Gamma-Aluminiumoxids mit
einer wässerigen
Lösung
aus einem löslichen
Salz des Metalls bis zum Beginn von Nässe, Trocknen und leichtes Kalzinieren
zur Fixierung des Metalls in Oxidform auf dem Gamma-Aluminiumoxid
imprägniert.
Anschließend wird
das imprägnierte
Gamma-Aluminiumoxid zur Bildung eines wässeri gen Gleitfilms oder Gels,
der/das als die Grundschicht auf den Träger, der das Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung tragen
soll, aufgebracht wird, fein verteilt. Das Dreiwegumwandlungskatalysatormaterial
wird anschließend
als Oberschicht aufgebracht.
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Alternativ
kann der bloße
Träger
in eine Lösung
aus einem löslichen
Salz des Materials zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung, z.
B. eine wässerige
Lösung
aus einem Nitrat von einem oder mehreren Metallen der Gruppe IIa,
Magnesium, Calcium und Strontium, bevorzugt Strontium, getaucht
werden. Der Träger
mit der darauf aufgetragenen Lösung
wird dann unter Bildung des Oxids/der Oxide des gewählten Metalls/der
gewählten
Metalle darauf kalziniert. Diese Verfahrensweise wird so oft wie
nötig wiederholt,
um die gewünschte
Dicke des Metalloxids der Gruppe IIa auf dem Träger aufzubauen. Alternativ
kann der bloße
Träger
mit einer Aufschlämmung
von Teilchen des Metalloxids Gruppe IIa zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung, wie
eine Aufschlämmung
aus losem Strontiumoxid, beschichtet werden. Ein Bindemittel, wie
Aluminiumoxidteilchen, kann zu der Metalloxidaufschlämmung der
Gruppe IIa zugegeben werden, um die Bindung der Metalloxidteilchen der
Gruppe IIa an den bloßen
Träger
zu unterstützen.
Andere feuerfeste Materialteilchen können zu der Aufschlämmung zugegeben
werden, wie zerkleinertes Cordierit, um die Porosität der resultierenden
Grundschicht zu verbessern.
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Wenn
die gewünschte
Menge an Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung auf
dem Träger
abgeschieden wurde, wird eine Oberschicht des Dreiwegumwandlungskatalysatormaterials
darüber
unter Verwendung irgendeiner geeigneten Beschichtungstechnik aufgetragen,
und die fertige Katalysatorzusammensetzung wird kalziniert. Der
resultierende fertige Katalysator wird in die Abgasanlage eines
Automobils zur Verwendung plaziert, die Abgase fließen durch
die Dreiwegkatalysatoroberschicht und dann durch die Materialgrundschicht
zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung.
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Wie
oben erwähnt,
kann das Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung, wenn
es mit dem Dreiwegumwandlungskatalysatormaterial kombiniert wird,
mit der Aktivität
der Metalle der Platingruppe des Dreiwegumwandlungskatalysatormaterials
in unerwünschter
Weise interferieren oder diese modifizieren. Jedoch wird durch physikalische
Trennung des Materials zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung und
des Dreiwegumwandlungskatalysatormaterials in diskrete Schichten
die gegenseitige Beeinflussung vermieden oder ihre schädlichen
Wirkungen werden zumindest minimiert.
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Die
erforderliche Gesamtmenge an Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung wird
in Abhängigkeit
von der Größe und maximalen
Geschwindigkeit (U/min) des Motors in Verbindung mit dem die Katalysatorzusammensetzung
der Erfindung verwendet werden soll sowie der Neigung des speziellen
eingesetzten Dreiwegumwandlungskatalysatormaterials zur Bildung
von Schwefelwasserstoff variieren. Der Schwefelgehalt des Treibstoffes
und daher die Menge an Schwefel in dem Abgas ist ebenso ein wichtiger
Gesichtspunkt. Moderne Benzintreibstoffe enthalten typischerweise
etwa 150 ppm Schwefel.
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Mengen
von nur 0,0003 g (0,005 g) Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung pro
Kubikzentimeter (Kubikzoll) des Trägers können beim Unterdrücken der
Bildung von Schwefelwasserstoff wirksam sein. Typischerweise können insgesamt
etwa 15 Gramm Material zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung für jeden Liter
Hubraum des Motors erforderlich sein, der bei Geschwindigkeiten
von bis zu 6000 U/min unter Verwendung eines Benzintreibstoffes,
der 150 ppm Schwefel enthält,
betrieben wird, wobei die erforderliche Menge ungefähr direkt
proportional zur Motorgröße und maximalen
Motorgeschwindigkeit variiert.
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Eine
typische Verfahrensweise des Standes der Technik zur Herstellung
der TWC-Oberschicht
ist folgendermaßen:
Ein fein verteilter, feuerfester Oxidträger mit hoher Oberfläche, z.
B. Gamma-Aluminiumoxid mit einer Oberfläche von etwa 100 bis 400 m2/g, wird mit deionisiertem Wasser kombiniert
und in einer Kugelmühle für einige
Minuten zermahlen. Danach wird die zerkleinerte Aufschlämmung mit
einer Lösung
einer wasserlöslichen,
katalytisch fördernden
Metallkomponente, die bevorzugt eine oder mehrere Metallkomponenten
der Platingruppe, eine Lösung
aus Platin als einen Monoethanolaminkomplex in deionisiertem Wasser
und/oder Rhodiumnitrat in destilliertem Wasser enthält, in Kontakt
gebracht. Eine kleine Menge an Essigsäure wird zugegeben und die
Aufschlämmung
wird erneut in einer Kugelmühle
für etwa
30 Minuten zermahlen. Bevorzugt wird ein Bindemittel, wie Zirkoniumdioxid,
in die Aufschlämmung
in Form einer Lösung
aus Zirconylacetat in verdünnter
Essigsäure
eingeführt,
und die Aufschlämmung
wird erneut in einer Kugelmühle
zermahlen, bis etwa 90 Gew.-% der Teilchen auf eine Größe von weniger
als 6 μm
reduziert sind. Die resultierende Aufschlämmung wird einen Feststoffgehalt
von etwa 20 bis 40 Gew.-% aufweisen und wird z. B. durch Tauchen,
Bürsten usw.
auf den zuvor hergestellten Träger,
der die Materialgrundschicht zur Schwefelwasserstoff-Unterdrückung enthält, aufgetragen.
Das endgültige
Katalysatormaterial wird dann, z. B. bei 100 bis 150°C für 1 bis
2 Stunden getrocknet und dann bei z. B. 350 bis 500°C für etwa 0,5
bis 2 Stunden kalziniert.
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Die
folgenden nicht einschränkenden
Beispiele sollen zur Darstellung der vorliegenden Erfindung dienen.
Wenn nichts Gegenteiliges angegeben ist, beziehen sich alle Teile
und Prozente auf Gewichtsbasis.
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Beispiel 1 – Herstellung der Grundschicht
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Die
Grundschicht bestand aus 55,5 % Gamma-Aluminiumoxid, 18,5 % Ce/Zr-Mischoxiden,
3,7 % Lanthanoxid, 3,7 % Zirkoniumdioxid und 18,55 % eines Oxids,
das entweder Bariumoxid, Eisen(III)-oxid, Strontiumoxid, Calciumoxid
oder Manganoxid war. Pulverisiertes Aluminiumoxid und Ce/Zr-Verbundmaterial
wurden zunächst
mit deionisiertem Wasser gut gemischt. Danach wurden Lanthan in
Form von Lanthannitrat, Zirkonium in Form von Zirkoniumnitrat und
ein Nitrat von entweder Barium, Eisen, Strontium, Calcium oder Mangan zugegeben,
wodurch eine Aufschlämmung
von etwa 45 % Feststoffgehalt und einem pH von etwa 3,5 bis 4,5 gebildet
wurde. Die Aufschlämmung
wurde dann zermahlen, wodurch 90 % der Teilchen auf eine Teilchengröße von weniger
als 6 μm
reduziert wurden. Die Endaufschlämmung
wurde durch Einstellen des pH auf etwa 4 und des Feststoffgehalts
auf ein Niveau, das zum Beschichten eines keramischen monolithischen
Substrats bei einer Ladung von 0,082 g/cm3 (1,35
g/in3) Volumen des Substrats geeignet ist,
erhalten. Die Aufschlämmung
wurde dann auf einen Cordieritmonolith mit 36,6 Zellen/cm3 (600 Zellen/in3)
aufgetragen, gefolgt von Trocknen in einem Ofen bei 105°C für 2 Stunden
und Kalzinierung bei 550°C
für 1 Stunde.
Ausführungsformen mit
Barium, Eisen und Mangan sind vergleichbare Ausführungsformen.
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Beispiel 2 – Herstellung der mittleren
Beschichtung – ohne
Metalloxid der Gruppe IIa
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Die
mittlere Schicht bestand aus 59 % Gamma-Aluminiumoxid, 3,8 % Zirkoniumdioxid,
1,2 % Platin und 36 % Ce/Zr-Mischoxid. Das Platin in Form eines
Monoethanolaminkomplexes in deionisiertem Wasser wurde in das Aluminiumoxid
imprägniert.
Deionisiertes Wasser wurde zusammen mit einer Zirkoniumacetatlösung, äquivalent
zu 3,8 % Zirkoniumdioxid in dem Endfeststoffgemisch, zugegeben.
Der Rest der Komponenten wurde dann zugegeben, wodurch eine Aufschlämmung mit
einem Feststoffgehalt von etwa 45 % gebildet wurde. Der pH der Aufschlämmung wurde
auf etwa 4 eingestellt, und wurde danach zermahlen, so daß 90 % der
Teilchen eine Teilchengröße in dem
Bereich von 6 bis 8 μm
aufwiesen. Die Aufschlämmung
wurde dann bei einer Ladung von 0,19 g/cm3 (1,95
g/in3) über
dem Grundschichtmaterial, das aus Beispiel 1 resultierte, aufgetragen.
Danach wurden die Trocknung und Kalzinierung in derselben Weise
wie Beispiel 1 durchgeführt.
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Beispiel 3 – Herstellung der oberen Beschichtung
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Die
obere Schicht bestand aus 48,5 % Gamma-Aluminiumoxid, 42,8 % eines
Ce/Zr-Mischoxids,
4,3 % Zirkoniumdioxid, 1,4 % Aluminiumoxidbindemittel, 2,6 % Platin
und 0,3 % Rhodium. Das Platin in Form eines Monoethanolaminkomplexes
in deionisiertem Wasser und das Rhodium in Form von Rhodiumnitrat
in deionisiertem Wasser wurden nacheinander in das Aluminiumoxid
imprägniert.
Das resultierende Aluminiumoxid wurde dann mit dem Ce/Zr-Verbundoxid
auf eine Zielgröße von 90
% der Teilchen mit einer Teilchengröße von weniger als 6 μm zermahlen.
Die Endaufschlämmung
wurde dann über
der mittleren Beschichtung des Materials, das aus Beispiel 2 resultierte,
aufgetragen, und die Trocknung und Kalzinierung wurden, wie in Beispiel 1
beschrieben, durchgeführt.
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Vergleichsbeispiel 4 – Herstellung einer Grundschicht
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Die
Grundschicht bestand aus 49,8 % Gamma-Aluminiumoxid, 22,7 % Ce/Zr-Mischoxiden,
18,5 % Calciumoxid, 4,5 % Lanthanoxid, 4,5 % Zirkoniumdioxid und
18,5 % eines Oxids, das entweder Bariumoxid, Eisen(III)-oxid, Strontiumoxid,
Calciumoxid oder Manganoxid war. Das Verfahren zur Herstellung der
Grundschicht ist dasselbe, wie in Beispiel 1 dargestellt.
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Vergleichsbeispiel 5 – Herstellung der mittleren
Beschichtung – mit
Metalloxid der Gruppe IIa
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Die
mittlere Beschichtung bestand aus 52,3 % Gamma-Aluminiumoxid, 11,4
% eines Oxids, das entweder Bariumoxid, Eisen(III)-oxid, Strontiumoxid,
Calciumoxid oder Manganoxid war. Das Herstellungsverfahren erfolgte
gemäß dem von
Beispiel 2.
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Vergleichsbeispiel 6 – Herstellung der oberen Beschichtung
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Die
Zusammensetzung der oberen Beschichtung und das Herstellungsverfahren
waren mit denen in Beispiel 3 identisch.
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Beispiel 7 – Leistungsbewertungen
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Keramische
Monolithkernproben, die 2,54 cm (1 Inch) im Durchmesser und 22,86
cm (3 Inch) in der Länge
messen, wurden mit den Katalysatoren und den Verfahrensweisen, die
in den Beispielen 1 bis 7 dargestellt sind, hergestellt. Schwefelwasserstoffemissionstests
wurden in einem Laborreaktor durchgeführt. Das Testprotokoll umfaßte einen
Schwefelspeicherschritt und einen Schwefelfreisetzungsschritt. Das
Einsatzgas für
den Speicherschritt bestand aus 1 % H
2O,
1,09 % O
2, 14 % CO
2,
0,7 % CO, 0,07 % C
3H
6,
0,03 % C
3H
8, 0,23
% H
2, 0,15 % NO, 25 ppm SO
2 und
der Rest war N
2. In dem Freisetzungsschritt
bestand das Einsatzgas aus 1 % H
2O, 0,5
% O
2, 14 % CO
2,
3,1 % CO, 0,07 % C
3H
6,
0,03 % C
3H
8, 1,03
% H
2, 0,15 % NO, 0 ppm SO
2 und
der Rest war N
2. Alle Proben wurden der
Schwefelspeicherung von 10 Minuten unterzogen, während die Probe bei 550°C gehalten
wurde. Die in der Tabelle 1 nachstehend dargestellten Ergebnisse
zeigen, daß geringere
Schwefelwasserstoffemissionen aus der ausschließlichen Verwendung von Metalloxiden
der Gruppe IIa in der Grundschicht resultieren. Die Ergebnisse zeigen
ebenso, daß verbesserte
Ergebnisse erhalten werden, wenn die Grundschicht eher ein Metalloxid
der Gruppe IIa als ein Eisen(III)-oxid oder Manganoxid ist. TABELLE I
| H2S-Emissionen (ppm) | BaO
in unterer Schicht | BaO
in mittlerer Schicht | Fe2O3 in unterer Schicht |
| Peak | 191 | 181 | 399 |
| 30
s | 86 | 82 | 133 |
| 120
s | 50 | 46 | 53 |
| | | | |
| H2S-Emissionen (ppm) | Fe2O3 in mittlerer Schicht | SrO
in unterer Schicht | SrO
in mittlerer Schicht |
| Peak | 465 | 188 | 192 |
| 30
s | 153 | 76 | 85 |
| 120
s | 60 | 41 | 47 |
| | | | |
| H2S-Emissionen (ppm) | CaO
in unterer Schicht | CaO
in mittlerer Schicht | MnO
in unterer Schicht |
| Peak | 75 | 118 | 192 |
| 30
s | 40 | 66 | 104 |
| 120
s | 35 | 45 | 60 |
-
Die
Katalysatoren wurden auf keramische Monolithkerne mit einem Durchmesser
von 2,54 cm (1 Inch) und einer Länge
von 22,86 cm (3 Inch) beschichtet und wurden anschließend in
einem Ofen für
12 Stunden bei 1.000°C
in einer Atmosphäre
von 10 % H
2O und 90 % N
2 gealtert.
Die Ergebnisse, wie in Tabelle I nachstehend angegeben, zeigen,
daß in
allen Fällen
das Oxid, das in der mittleren Beschichtung vorliegt, die Schwefelinteraktion
mit der Edelmetallkomponente ermöglicht,
woraus eine Erhöhung
der Anspringtemperatur resultiert. TABELLE II Anspringtemperaturen bei 50%iger Umwandlung
| | Anspringtemperaturen, °C |
| Katalysator | HC | CO | NOx |
| CaO
in unterer Schicht | 282 | 252 | 279 |
| CaO
in mittlerer Schicht | 292 | 274 | 281 |
| BaO
in unterer Schicht | 268 | 252 | 259 |
| BaO
in mittlerer Schicht | 289 | 269 | 278 |
| SrO
in unterer Schicht | 269 | 252 | 258 |
| SrO
in mittlerer Schicht | 281 | 264 | 271 |