DE2638795B2 - Verfahren zur Herstellung von Endlosfaden-Buntgarn - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Endlosfaden-BuntgarnInfo
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-
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Description
35
Die Erfindung betrifft die Herstellung eines Endlosfaden-Buntgarnes und/oder eines zu einem Buntgarn
anfärbbaren Games von einem Gesamttiter von mindestens 400 den, bei dem eine Mehrzahl von
gekräuselten Endlosfäden von unterschiedlicher Fär- *o
bung und/oder unterschiedlichem Farbstoffaufnahmevermögen durch Anlegen einer Garnspannung geglättet
und anschließend in einem Düsenkanal mit Hilfe eines seitlich auf den Garnweg gerichteten Fluidstrahls
regellos vermengt werden, entsprechend dem Oberbe- «5 griff des Anspruchs i.
Ein Verfahren dieser Art ist aus der US-PS 38 11 263
bekannt Ein aus mehreren unterschiedlich gefärbten Fadenbündeln zusammengesetztes, gekräuseltes Verbundgarn wird nach Anlegen einer Glältungsspannung «
von 0,03 bis 0,20 g/den in einer Düse bei einer Garnspannung von 0,008 bis 0,03 g/den einer Wirbelbehandlung unterworfen. Dabei gibt jedes der Fadenbündel Fäden ab, die ein kohärentes Sekundärbündel bilden,
während die übrigen Fäden der Fadenbündel in ihrer Anzahl längs der Garnachse variieren und mit den
anderen Fadenbündeln verflochten und regellos um die Garnachse herum orientiert sind Das hat zur Folge, daß
die Dominanz der verschiedenen Farben variiert und das so hergestellte Buntgarn zu kontrastreich ist. Bei
Buntgarnen ist ein Bunteffekt erwünscht, der in leiner
Farbwirkung ausgeglichen, d. h. weder zu kontrastarm noch zu kontrastreich ist. In eine Florware eingearbeitet
kommt die Farbe der Fäden hauptsächlich an der Spitze der Flornoppen zum Vorschein. Das gemäß US-PS &■>
38 11 263 hergestellte Garn ist zu kontrastreich, d. h. zu
lebhaft und grell, weil die einzelnen Endlosfäden, aus denen das Buntgarn hergestellt ist, nur wenig miteinan
der vermengt sind.
Ein anderes Verfahren zur Herstellung eines Buntgarnes ist aus DE-OS 23 32 773 bekannt. Nach diesem
Verfahren wird ein zusammengesetztes gezwirntes Garn von meliertem Aussehen hergestellt, bei dem ein
aus mehreren Komponenten unterschiedlicher Färbung zusammengesetztes gekräuseltes Garn nach Spannen
des Games in zwei Stufen ineinandergcmengt wird. Dieses Verbundgarn is! ebenfalls sehr lebhaft gefärbt, es
fehlt ihm die erwünschte Ausgewogenheit
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein Endlosfaden-Buntgarn mit einem Bunteffekt herzustellen, das einerseits nicht aufgrund einer
vollständigen Durchmischung einfarbig, d. h. kontrastarm wirkt, andererseits aber nicht zu lebhaft und
kontrastreich ist, sondern einen ausgewogenen Bunteffekt bietet
Diese Aufgabe ist ausgehend von dem durch die US-PS 38 11 263 bekannten Verfahren durch die im
kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst und beruht auf der Erkenntnis, daß das
Fadengut vor der Vermengung nicht nur geglättet, sondern auch entwirrt werden muß, wozu eine erheblich
höhere Garnspannung als zum bloßen Glätten nötig ist und das Fadengut dabei über Bremsstifte geführt
werden muß, und daß die entwirrten Endlosfäden spannungsfrei, d«N bei Zufuhrüberschuß, vermengt
werden.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert
F i g. 1 ist ein sehematischer Aufriß einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung;
F i g. 2 ist eine geschnittene perspektivische Ansicht einer Ausführungsform der bei dem Verfahren gemäß
der Erfindung verwendeten Düse zum Vermengen des Games.
F i g. 1 zeigt drei Spulen 2, 4 und 6, von denen gekräuselte Endlosfadengame 8, 10 und 12, die
unterschiedliche Farben und/oder ein unterschiedliches Farbstoffaufnahmevermögen aufweisen, durch eine
Konvergenzführung 11 einem Zugwalzenpaar 14 und 18 mit den dazugehörigen Trennwalzen 16 bzw. 20
zugeführt werden. Die Game 8,10 und 12 werden der
Zugwalze 14 Seite an Seite zugeführt, worauf sie sich zunächst um die Zugwalze 14 und die Trennwalze 16
nebeneinanderliegend und sodann um die Zugwalze 18 und die Trennwalze 20, ebenfalls nebeneinanderliegend,
oft genug herumwickeln, so daß kein Schlupf der Garne auf den Walzenobcrflächen stattfindet Die Zugwalze 18
und die Trennwalze 20 laufen mit einer höheren Oberflächengeschwindigkeit als die Zugwalze 14 und
die Trennwalze 16, so daß die Endlosfäden eines jeden der Garne 8,10 und 12 auf ihrem Weg von der Walze 14
zur Walze 18 unter Spannung gesetzt werden. Durch dieses Spannen der Garne wird die Kräuselung in den
Ausgangsgarnen 8, 10 und 12 »ausgeglättet« mit der Wirkung, daß die Fäden der Game parallel gerichtet
werden und die Verschlingung zwischen den Fäden in einem jeden Garn beseitigt wird. Die Zugwalze 18 und
die Trennwalze 20 laufen in bezug auf die Zugwalze 14 und die Trennwalze 16 nicht mit einer so hohen
Geschwindigkeit, daß die Endlosfäden der Garne verstreckt werden, weil dies den Zweck der Fadenkräuselung in den Ausgangsgarnen 8, 10 und 12 vereiteln
würde.
Zwischen den Zugwalzen 14 und 18 befindet sich eine
Bremsvorrichtung 22, die aus einer Reihe von Brcmsstiften 24 besteht, zwischen denen die Garne 8,10
und 12 derart hindurchlaufen, daß die Endlosfäden eines jeden der Garne weiter entwirrt werden. In Fig, I sind
die Garne 8,10 und 12 als Einzelgarne dargestellt, wie
sie durch die Bremsvorrichtung 22 laufen. Im Idealfall ist
es erwünscht, daß jeder Endlosfaden eines jeden dieser Garne ebenfalls als Einzelfaden vorliegt, d.h. sich in
Parallellage unter Entwirrung benachbarter Fäden bei ihrem Durchgang durch die Bremsvorrichtung befindet.
Diese Parallelhge der Fäden in den Garnen bleibt erhalten, wenn sie um die Zugwalze 18 und die ι ο
Trennwalze 20 herumlaufen.
Von der Zugwalze 13 laufen die Garne 8,10 und 12 Seite an Seite parallel zueinander durch eine Wasserauftragsvorrichtung
mit den Sprühdüsen 26, wodurch die Fäden der Garne für die nachfolgende Behandlung in '5
der Vermengungszone 28 befeuchtet werden, und schließlich wird das aus den vermengten Garnen
bestehende Buntgarn 29 auf die Walze 30 aufgewickelt
In der Vermengungszone 28 werden die Endlosfäden derart vermengt, daß sich Garnbereiche von regelloser
Fadenlänge mit vermischten Endlosfäden bilden, die zwischen Garnbereichen von regelloser Faderilänge mit
unvermischten Endlosfäden eingesprenkelt sind, wobei diese Bereiche ein solches Verhältnis zueinander haben,
daß aus dem Garn hergestellte Florware keine merklichen Streifen oder Gräten aufweist und (nachdem
die Garne, falls sie nicht bereits farbig sind, gefärbt worden sind) einen gefälligen ausgewogenen Bunteffekt
zeigt.
Im einzelnen ist die Vermengungszone 28 in F i g. 2 dargestellt. Sie umfaßt eine Düse 31, durch die ein
DQsenkanal 32 und ein Fluidkanal 34 verlaufen, welcher sich von außen senkrecht zu dem Düsenkanal 32
erstreckt Ein Teil der Einlaßseite des Düsenkanals 32 ist von einer Garneinlaßführung 36 bedeckt, über deren
glatte Oberfläche die parallel gerichteten Garne 8, 10 und 12 bei ihrem Eintritt in den Düsenkörper dicht
nebeneinander hinweggleiten. Die Einlaßführung 36 hat ferner eine gekrümmte Räche 38, die die Garne 8, 10
und 12 glatt ra den Düsenkanal leitet
In dem Düsenkanal kommt durch den Fluidkanal 34 ein Druckfluidstrahl von etwa Raumtemperatur und von
ausreichender Kraft zur Einwirkung, um die soeben beschriebene regellose Vermengung der Garne 8, 10
und 12 herbeizuführen. Die Verengung des Einlasses des Düsenkands 32 durch die Einlaßt hrung 36 hat zur
Folge, daß das durch den Kanal 34 zugeführte Fluid, das die Fäden der Garne 8,10 und 12 vermengt vorwiegend
ebenfalls durch den Düsenkanal an der anderen Seite des Düsenkörpers austri;·. Diese mit der Garnförderung
in dem Düsenkanal gleichgerichtete Fluidströmung hat
zur Folge, daß das Fluid gleichzeitig die Funktion hat. die Garne von der Zugwalze 18 weiterzufördem und
unter Spannung zu halten. Beim Austritt aus dem Düsenkörper (vgi. Fig.2) bildet das vermengte
Buntgarn 29 in bezug auf die Düse 31 einen Bereich, in dem die Fäden der Garne von dem Druckfluidstrahl
noch ausgespreizt werden, so daß auch hier noch eine Vermengung stattfindet Das Buntgarn 23 läuft langsamer
als die der Strahlvermengungszone zugeführten Garne 8, f 0 und 12 und wird von der Aufwiekelwalze 30
aufgenommen. Es ist ein ausschlaggebendes Merkmal des Verfahrens gemäß der Erfindung, daß die
Obcrflächengeschwindigkeit der Aufwiekelwalze 30 um
4 bis 30°/o geringer ist als diejenige der Zugwalzc 18, so h'<
daß die Garne 8, 10 und 12 bei der Vermengung niehl
unter Spannung !»tehe.T sonst käme es nicht zu der
gewünschten regellosen Vermengung der Fäden, und
man erhielte ein zu lebhaftes Buntgarn.
Die Anzahl der Ausgangsgarne braucht nicht, wie in Fig. 1 dargestellt, drei zu betragen; es sind mindestens
zwei gekräuselte Endlosfadengarne erforderlich, man kann aber auch mit einer größeren Anzahl von
gekräuselten Endlosfadengarnen arbeiten, z. B. vier oder mehr Garnen. Die gekräuselten Endlosfaden-Ausgangsgarne
können aus Endlosfadengarnen durch Verarbeitung nach beliebigen bekannten Kräuselmethoden
hergestellt werden, z. B. durch Zahnradkräuselung, Stopfbüchsenkräuselung und Heißstrahl-DüsenkräuseJung.
Das Ausgangsgarn kann aber auch dadurch gekräuselt werden, daß es aus Zweikomponentenfäden
besteht deren Kräuselung durch unterschiedliche Schrumpfung zustande kommt Jedenfalls werden die
Fäden in jedem einzelnen Garn auch durch das Kräuselverfahren, insbesondere irr. Falle der Heißstrahlkräuselung
und der Stopfbüchsenkräuselung des Ausgangsgarns, miteinander verwirrt Wenn diese
Verwirrung nicht beseitigt wird, findet die erwünschte
Garnvermengung nicht statt Diese Verwirrung wird beseitigt, indem die Ausgangsgarne mit Hilfe einer
Bremsvorrichtung gespannt (aber nicht verstreckt) werden.
Der Gesamttiter der Ausgangsgarne beträgt mindestens 400, da die Buntgarne gemäß der Erfindung in
erster Linie für Tufting- und Webwaren, wie Polster- und Teppichwaren, in Betracht kommen. Aligemein
liegt der Fadentiter eines jeden Garns im Bereich von 4 bis 25 den. Der Anteil eines jeden, dem Verfahren zur
Herstellung eines Buntgarns zugeführten Ausgangsgarns kann je nach dem gewünschten Bunteffekt
abgeändert werden.
Obwohl zwischen den Zugwalzen 14 und 18 keine Verstreckung stattfindet, wird durch den Umstand, daß
die Walze 18 mit einer höheren Oberflächengeschv/indigkeit läuft als die Walze 14, eine Spannung auf die
Garne ausgeübt, die die oben beschriebene Entwirrung und Parallelrichtung herbeiführt Die ausgeübte Spannung
beträgt 0,5 bis 1,25 g/den und vorzugsweise 0 75
bis 1,1 g/den. Man kann die Spannung auch anders erzeugen, z. B. durch ein Paar von KJemmrollen.
Der Grad der Abbremsung richtet sich nach der Verschlingung, die die Ausgangsgarne aufweisen, und
die sich durch bloßes Spannen zwischen den Walzen 14 und 18 allein nicht beseitigen läßt Die Anzahl der
Bremsstifte kann 2 bis 10 betragen.
Die entwirrten und parallel gerichteten, gekräuselten Endlosfäden befinden sich beim Verlassen der Walze 18
in einem solchen Zustand, daß sich die einzelnen Garnfäden unter höchstens einer geringen Störung des
restlichen Garns voneinander trennen lassen. Die Beziehung zwischen den Fäden eines Endlosfadenearns
kann durch den Zusammenhaltfaktor ausgedrückt werden, der in der US-PS 29 85 995 beschrieben irt. In
typischer Weise haben die der Zugwalze 14 zugeführten Kräuselgarne einen Zusammenhaltfaktor von mehr als
35. Je niedriger der Zusammenhaltfaktor der von der Walze 18 abgezogenen Ausgangsgarne ist, desto besser
ist im Sinne der Erfindung das entstehende Buntgarn. Die Zugwalzen 14 und 18 bewirken mit Hilfe der
Bremsvorrichtung eine solche Entwirrung, daß die von
der Walze abgezogenen Ausgangsgarne einen Zusam menhalifaktor (Mittelwert aus den Zusammenhaltfaktoren
eines jeden Aus iangsgarncs) von nicht mehr als 5 aufweisen.
Die Befeuchtung der Ausgangsgarne mittels der
Sprühdüsen 2f> erhöht 'Ich Wirkungsgrad der in der
Strahlvcrmengungszonc erzielten Vermengung. Man
kann jede beliebige flüssigkeit verwenden, die den
Vennengungsgrad erhöht.
Der Zuführungsüberschuß beträgt mindestens 4%. Ein Zuführungstiberschuß von mehr als 30% ist >
unerwünscht. |e höher in diesem Bereich der Zuführungsüberschuß
ist, desto starker ist die Vermengiing der Endlosfädcn. Der bevorzugte Bereich des Zuführungsüberschusses
beträgt b bis 25%. Der ZuführungsüberschuO wird dadurch erzielt, daß die Aufwickelwalze i<
> langsamer läuft als die Zugwalzc 18. Ebenfalls von
Bedeutung ist die Förderwirkung, die die Vermengungs-/one
auf das Garn ausübt. Dies ermöglicht den Fäden, sich unmittelbar nach dem Austritt aus dein Auslnßcnde
des Diisenkanals 32 ungeachtet des Winkels, in dem das ]
> austretende Ciarn 29 den Düsenkörper 31 verläßt,
auszuspreizen und weiter miteinander zu vermengen. Die Spannung, die auf die von der Ziigwalze 18
abgezogenen Garne durch die Forderwirkung der Vermengungszone ausgeübt wird, ist geringer als die -'<i
/wischen den Zugwal/en 14 und 18 ausgeübte Spannung, reicht aber aus. um die Garne unter
Vermeidung einer Rückuniwicklung von der Zugwalzc 18 abzuziehen und die Vermengungszone zu beliefern.
Wenn die zwischen den Walzen Hund 18 auf die Garne -'>
ausgeübte Spannung auch noch in der Strahlvermcngungszone vorherrschen würde, dann würde kaum eint
Vermengung der Fäden stattfinden.
Die Einlaßführung 36 hat eine solche Lage, daß sie die
Einlaßöffnung des Düsenkanals zu 30 bis 80%, w vorzugsweise zu 45 bis 60%, abdeckt. Als Fluid für die
Vermengung wird ein Gas, wie z. B. Luft, verwendet. Im
allgemeinen wird die Luft unter einem Druck von 7 bis 14 bzw. von 7,7 bis 12,3 kg/cm2, zugeführt.
Durch die Einwirkung des turbulenten Fluids auf die >">
aneinander angrenzenden entwirrten Endlosfadengarne in der Düse 31 in Kombination mit dem plötzlichen
Aufheben der Spannung kommt die oben beschriebene neuartige regellose Vermengung zustande.
Da die der Vermengungszone zugeführten Garne -to bereits gekräuselt sind, braucht der Fluidstrahl die
Garne nicht mehr zu kräuseln, sondern nur noch zu vermengen.
Sowohl die Ausgangsgarne als auch das aus ihnen hergestellte Buntgarn sind praktisch drallfrei: eine 4^
geringe Verzwirnung kann jedoch bei der Behandlung der Garne zustande kommen. Vorzugsweise weisen
sowohl die Ausgangsgarne als auch das Buntgarn nicht mehr als 1/4 Drehung und vorzugsweise nicht mehr als
i /8 Drehung je 2.54 cm auf. ^o
Die in F i g. 1 dargestellte Verfahrensführung kann abgeändert werden, sofern die kritischen Verfahrensstufen
des Entwirrens der Endlosfäden der gekräuselten Endlosfaden-Ausgangsgarne durchgeführt werden. So
kann z. B. das Spannen zum Zwecke der Entwirrung an den einzelnen Garnen in einem von der Vermengung
gesonderten Arbeitsgang vorgenommen werden, und die gespannten Garne können auf Garnkörper aufgewickelt
und später der Strahlvermengungszone zugeführt werden. Der Zuführungsüberschuß beträgt wenn
das Spannen und die Strahlvermengung in zwei gesonderten Verfahrensstufen durchgeführt werden,
vorzugsweise 4 bis 15%, und wenn das Spannen und die
Strahlvermengung im kontinuierlichen Verfahren unmittelbar hintereinander durchgeführt werden, Vorzugs- f>5
weise 6 bis 25%.
Die Garne, aus denen das Buntgarn gemäß der Erfindung hergestellt wird, können aus Fäden aus
beliebigen synthetischen Polymeren bestehen, sofern sie
nur gesondert gefärbt oder aufgrund unterschiedlichen Farbstoffaufnahmevermögens unterschiedlich färbbar
sind. Unterschiedliches Farbstoffaufnahmevermögen kann in an sich bekannter Weise durch funktionell
Gruppen, wie endständige Gruppen des Polymeren, herbeigeführt werden. Die Buntgame gemäß der
Erfindung können aus gekräuselten tlndlosfadenausgangsgarnen
zusammengesetzt sein, die vollständig aus Polyamidfäden oder vollständig aus Polyesterfäden
bestehen.
Ein Garn wird in einer Vorrichtung, wie sie in F i g. I
tiargestellt ist. bei einem Zuführungstiberschuß von 8,4% hergestellt. Dieses Garn wird aus drei gekräuselten
Fndlosfaden-Teppichgarnen von unterschiedlichem Farbstoffauinahmevermogcn hergesteiit, wobei die
Einzelgarne beim Färben dunkelblaue, sehr hellblaue (nahezu weiße) bzw. gelbe Farbe annehmen. Diese
Garne werden drallfrei nach dem Verfahren gemäß der Erfindung zu einem Buntgarn vereinigt. Wenn ein 9 cm
langes Stück aus diesem Garn längs einer Seite beobachtet wird, zeigt es die folgenden F'arbvariationen:
Bu! .effekt
gelber Streifen
dunkelblauer Streifen
hellblauer Fleck
gelber Streifen
dunkelblauer Streifen
hellblauer Fleck
mittel- bis dunkelblauer Streiien
schmaler gelber Streifen
gelber Fleck
grünlichblauer Fleck
schmale gelbe Streifen
grünlichblauer Streifen
gelber bis grünlichgelber Fleck
schmaler hellblauer Streifen
schmaler gelber Streifen
schmaler dunkelblauer Streifen
hellgrünblauer Fleck
gelber Fleck
hellgrünblauer Streifen
dunkelblauer Streifen.
schmaler gelber Streifen
gelber Fleck
grünlichblauer Fleck
schmale gelbe Streifen
grünlichblauer Streifen
gelber bis grünlichgelber Fleck
schmaler hellblauer Streifen
schmaler gelber Streifen
schmaler dunkelblauer Streifen
hellgrünblauer Fleck
gelber Fleck
hellgrünblauer Streifen
dunkelblauer Streifen.
Die Bereiche, in denen die Farben Dunkelblau. Hellblau und Gelb der Komponentengarne überwiegen,
sind regellos eingesprenkelt und haben regellose, kurze Längen. Die für das Garn angegebenen Farbstreifen
verlaufen entweder parallel oder in einem Winke' zur Garnachse und geben dem Garn kein verzwirntes
Aussehen. Die als Flecke bezeichneten Teile sind so kurz, daß sie nicht als Streifen bezeichnet werden
können, und können von der Beobachtungsseite aus die gesamte Breite des Garns bedecken.
Aus der obigen Beschreibung des Garns ist ersichtlich, daß kein Farbmuster sich mit solcher
Regelmäßigkeit wiederholt, daß es in der Ware als Streifen oder Gräte auftreten könnte. Das farbige
Aussehen des Garns hängt von der Seite ab, von der die Beobachtung erfolgt. Von der einen Seite her gesehen,
kann die Farbe eines einzelnen Komponentengarns vorherrschen, während, wenn man das. Garn von der
anderen Seite her betrachtet, eine Farbmischung aus den beiden anderen Kümponentenganieri vorherrschen
kann. Wenn man das Garn andererseits von oben oder von unten her betrachtet, kann der Beobachter sowohl
eine Farbmischung als auch eine echte Farbe eines Komponentengarns des Btintgarns sehen.
Das Buntgarn wird aus drei Einzelgarnen hergestellt. Das eine Garn ist ein kationisch färbbares Polyamidgarn
mit linem Gesamttiter von 1225 den, einem
Fadentiter von 19 den und einem Zusammenhaltfaktor von 47. Das zweite Garn ist ein mit Säurefarbstoffen
färbbares Polyamidgarn mit niedrigem Amidendgruppengehalt von einem Gesamttiter von 1225 den, einem
Fadcntiter von 19 den und einem Zusammenhaltfaktor von 38. Das dritte Garn ist ein mit Säurefarbstoffen tief
anfärbbares Polyamidgarn mit hohem Aminendgruppengehall von einem Gesamttiter von 1245 den, einem
Fadentiter von 15 den und einem Zusammenhaltfaktor von 51. ledes der drei Garne ist zuvor in der
Heißstrahldüse nach dem Verfahren des Beispiels XXII der US-PS 31 86 155 gekräuselt worden. Das Buntgarn
wird in einer Vorrichtung gemäß Fig. 1 hergestellt. Die
Zusammenhaltfaktoren der von der Zugwalze 18 zur Vermengungszone laufenden Garne betragen 3,5, 4,9
bzw. 3,0. Der Düsenkanal 32 in der Vermengungszone 28 hat eine Länge von 25.4 mm und einen Durchmesser
von 3,18 mm. Die Fluidöffnung hat einen Durchmesser von 2.36 mm. Als Fluid wird Druckluft unter einem
Druck von 10,5 kg/cm2 bei einer Temperatur von 25°C
und einer Strömungsgeschwindigkeit von 0,51 mJ/min verwendet. Die Zuführungsgeschwindigkeit des Garns
zur Vermengungszone beträgt 682 m/min, und die Zugwalze 18 übt auf die drei Ausgangsgarne eine
Zugspannung von 1 g/den aus. Die Bremsvorrichtung weist fünf Bremsstäbe auf. Das Garn wird mit 0,18 ml
Wasser je Gramm Garn besprüht. Der Zuführungsüberschuß des Garns zur Vermengungszone beträgt 15,07%.
Man arbeitet unter den Verfahrensbedingungen des Beispiels 1, jedoch nur mit dem kationisch färbbaren
Garn und dem mit Säurefarbstoffen tief anfärbbaren Garn bei einem Zuführungsüberschuß zur Strahlvermengungszone
von 13,33%.
In beiden Beispielen zeigen die gefärbten Buntgarne nicht nur die Farben der Ausgangsgarne, sondern auch
verschiedene Mischungen dieser Farben, die der Länge der Garne nach regellos eingesprenkelt sind. Die
Verteilung der Garn-Mischbereiche in den schwächer gemischten oder ungemischten Bereichen sowie die
regellosen Längen und Verhältnisse der letzteren ermöglichen es, die Buntgarne zur Herstellung von
Florteppichwaren zu verwenden, die praktisch frei von merklichen Streifen oder Gräten sind.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung eines Endlosfaden-Buntgarnes und/oder eines zu einem Buntgarn
anfärbbaren Garnes von einem Gesamttiter von mindestens 4OG den, bei welchem eine Mehrzahl von
gekräuselten Endlosfäden von unterschiedlicher Färbung und/oder unterschiedlichem Farbstoffaufnahmevermögen durch Anlegen einer Garnspan-
nung geglättet und anschließend in einem Düsenkanal mit Hilfe eines seitlich auf den Garnweg
gerichteten Fluidstrahls regellos vermengt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Endlosfäden in der Zone der Garnspannung über
Bremsstifte geführt und dabei unter einer Garnspannung von 0,5 bis 1,25 g/den entwirrt und parallel
gerichtet werden, daß die Endlosfäden in parallelem und entwirrtem Zustand dem Einlaßendc. des
Düsenkasds zugeführt werden, in dem in den EndlosfäÖvfi durch das überwiegend in Fadenlaufrichtung abströmende Fluid eine geringe Spannung
aufrechterhalten wird, die abstromseitig wegfällt, indem die vermengten Endlosfäden hinter dem
Kanal rechtwinklig umgelenkt und mit einer Geschwindigkeit abgezogen werden, die um 4 bis
30% niedriger ist als die Geschwindigkeit, mit der das Garn der Vermengungszone zugeführt wird.
2. Verwendung der gemäß Anspruch 1 hergestellten Garne zur Herstellung von Teppichen.
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