-
Falsehdrahtzwirnmaschine
-
Die Erfindung betrifft eine Falschdrahtzwirnmaschine gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
-
Bei Falschdrahtzwirnmaschinen handelt es sich um Maschinen, die Fäden
aus thermoplastischem Kunststoff mit Falschdrall, auch Falschzwirn oder Falschdraht
genannt, versehen, der thermisch fixiert wird. Die Falschdrahtzwirnmaschinen können
mit großen Fadenvorschubgeschwindigkeiten arbeiten und winden die falschgezwirnten
Fäden an den Aufwindestellen
vorzugsweise zu Kreuzspulen auf. Falschdrahtzwirnmaschinen
haben in der Regel mehrere Reihen von Aufwindestellen.
-
Das Auswechseln der an den Aufwindestellen erzeugten vollen Spulen
gegen leere Spulen erfolgt bei laufender Maschine ohne Unterbrechung des Falschzwirnens
der Fäden, indem an jeder Fadenaufwindestelle, an welcher eine volle Spule gegen
eine leere Spule ausgewechselt wird, während des Auswechselns der betreffende falschgezwirnte
Faden pneumatisch abgesaugt wird Diese abgesaugten Fäden sind Abfall und es ist
schon deshalb erwünscht, die Auswechselzeit einer vollen Spule gegen eine leere
Spule an den Fadenaufwindestellen so kurz wie möglich zu halten. Das Auswechseln
erfolgt von Hand. Bisher hat man die von der Aufwindestelle von Hand abgenommene
volle Spule in einen von der betreffenden Bedienungsperson mitgeführten Wagen abgelegt
und danach die leere Spule aufgesteckt.Dies erforderte jedoch relativ viel Zeit,
so daß entsprechend viel Fadenabfall während des Auswechselns entsteht.
-
Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, es zu ermöglichen, daß
das manuelle Auswechseln einer vollen Spule gegen eine leere Spule an jeder Fadenaufwindestelle
besonders rasch und mühelos vorgenommen werden kann.
-
Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 angegebene Erfindung gelöst.
-
Vorzugsweise kann das Transportmittel ein Transportband sein, doch
kommen in manchen Fällen auch Transportketten in Frage, wobei vorzugsweise die Transportkette
in der Teilung der Aufwindestellen an ihr hängend angeordnete Bügelt Haken, Schalen,
Greifer oder dergl. zum Tragen der vollen Spulen aufweisen kann.
-
Indem der Reihe bzw. jeder Reihe von Aufwindestellen eine Bahn eines
angetriebenen Transportmittels zugeordnet ist, die entlang der betreffenden Reihe
von Aufwindestellen verläuft, braucht die die vollen Spulen gegen leere Spulen an
den Fadenaufwindestellen auswechselnde Bedienungsperson die von Hand aus den Spulenhaltern
herausgenommenen vollen Spulen nicht mehr in einen von ihr mitgeführten Wagen zu
legen, sondern bringt die vollen Spulen auf das Transportmittel auf, was wesentlich
schneller als das Ablegen der vollen Spulen in einen Wagen möglich ist. Da die Bedienungsperson
auch keinen Wagen für die vollen Spulen mitführt, geht auch keine Zeit für das Schieben
eines solchen Wagens von Aufwindestelle zu Aufwindestelle verloren, so daß auch
in dieser Hinsicht zusätzliche Zeitersparnis eintritt.
-
Die betreffende Bedienungsperson kann an einer größeren Anzahl von
Falschdrahtzwirnmaschinen als bisher das Auswechseln der vollen Spulen gegen leere
Spulen vornehmen und ist trotzdem körperlich weniger beansprucht.
-
Indem ferner das Transportmittel die auf ihm befindlichen vollen Spulen
zu einer Empfangsstelle transportiert, kann die Übergabe der vollen Spulen an diese
Empfangsstelle zu beliebiger Zeit innerhalb des Zeitraumes zwischen zwei Abzügen
erfolgen.
-
Die Empfangsstelle kann mit Vorteil so ausgebildet sein, daß an ihr
die aufeinanderfolgend ankommenden vollen Spulen von Hand abgenommen und in einen
Wagen oder auf ein weiterführendes Transportband abgelegt werden. Diese primitive
Arbeit kann auch von ungeübten Hilfskräften ausgeführt
werden, so
daß die mit der Bedienung der Falschdrahtzwirnmaschine betraute qualifizierte Bedienungsperson
diese einfachere Arbeit nicht selbst durchzuführen braucht, sondern ihre Aufmerksamkeit
ständig den von ihr betreuten Fals-chdrahtzwirnmaschinen zuwenden kann. Falls erwünscht,
kann man die Empfangsstelle auch so ausbilden, daß durch sie die vollen Spulen selbsttätig
weitergeleitet werden, bspw. selbsttätig in einen Wagen rollen oder selbsttätig
auf ein weiterführendes Transportband oder eine andere weiterführende Transportvorrichtung,
die sie beispielsweise aufrechtstehend oder hängend transportiert, überführt werden.
-
Bevorzugt kann vorgesehen sein, daß die zum Aufnehmen der vollen Spulen
dienende Bahn des Transportbandes sich auf der vom Bedienungsgang abgewendeten Seite
der betreffenden Fadenaufwindestellen befindet. Die das Auswechseln der vollen gegen
leere Spulen ausführende Bedienungsperson kann hierdurch mit minimalen Armbewegungen
optimal rasch die aus dem Spulenhalter der betreffenden Aufwindestelle herausgenommene
volle Spul-e-auf~~das Transportmittel überführen.
-
Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn die volle Spule nach dem
manuellen Herausnehmen aus dem Spulenhalter von selbst in seine Ruhestellung auf
das Transportband oder ein sonstiges sie liegend tragendes Organ des Transportmittels
rollt. Es ist also besonders zweckmäßiv,wenn die volle Spule auf dem Transportband
oder dergl. liegt,und zwar vorteilhaft achsparallel zu der Aufwindestellung der
Spule in dem Spulenhalter der betreffenden Fadenaufwindestelle.
-
Zu diesem Zweck kann bevorzugt die betreffende Bahn des Transportbandes
oder das sonstige sie liegend tragende
Organ im Querschnitt von
oben gesehen konkav gewölbt sein, so daß die volle Spule sicheren Halt auf dem Transportmittel
hat.
-
Es kommen jedoch auch andere Anordnungen und Ausbildungen des Transportmittels
in Frage, bspw. seine Anordnung am Bedienungsgang unterhalb der betreffenden Aufwindestellen,
Halterung der Spulen auf dem Transportband in aufrechten Stellungen, indem man sie
auf Haltezapfen am Transportband aufsteckt, und dergl.
-
Das Transportband bzw. die Transportketten können vorteilhaft endlos
sein und besonders zweckmäßig in nur einer Richtung um Umlenkwalzen umlaufen. Doch
kommen auch nicht endlose, hin- und herbewegbare Transportmittel in Frage.
-
Zweckmäßig kann die Empfangsstelle stirnseitig einer Umlenkstelle
des Transportmittelorgesehen sein. Es sind jedoch auch andere Anordnungen möglich
und in manchen Fällen zweckmäßig. So ist es in manchen Fällen zweckmäßig, die Empfangs
stelle so auszubilden, daß an ihr die vollen Spulen durch selbsttätige Greifer oder
dergleichen ergriffen und von dem Transportmittel abgehoben und selbsttätig weiterbefördert
werden. In diesem Fall kann die Empfangsstelle einem geraden Bereich des Transportmittels
zugeordnet sein. Oder man kann oft mit Vorteil vorsehen, daß das Transportband an
der Empfangsstelle durch Tordieren quer zu seiner Längsrichtung geschwenkt wird,
so daß an dieser Stelle die vollen Spulen quer zur Längsrichtung des Transportbandes
von dem Transportband selbsttätig herunterrollen, bspw. auf eine weiterführende
selbsttätige Transportvorrichtung, bspw. ein zweites Transportband.Dasselbe kann
auch durch ein die Spulen vom bewegten Transportband ableitendes Ableitblech bewirkt
werden.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigen: Fig. 1 einen ausschnittsweisen Querschnitt durch eine Falschdrahtzwirnmaschine
in schematischer Darstellung; wobei im wesentlichen nur die für das Verständnis
der Erfindung wichtigen Teile dargestellt sind, Fig. 2 eine Seitenansicht eines
der endlosen Transportbänder der Maschine nach Fig. 1 mit zugeordneter Empfangsstelle
in gebrochener ,vergrößerter Darstellung Die in Fig. 1 in ausschnittsweisem Querschnitt
dargestellte Falschdrahtzwirnmaschine 10 kann in den nicht dargestellten Einzelheiten,
wie Falschdrallorganen, Heizvorrichtungen, Fadenlaufwege usw. der in der DT-OS 25
22 601 dargestellten und beschriebenen Falschdrahtzwirnmaschinen entsprechen.
-
In diesem Fall zeigt Fig. 1 nur eine Halfte der Maschine und ihre
Längsmittelebene 11 ist eine Symmetrieebene.
-
Selbstverständlich können auch andersartig ausgebildete Falschdrahtzwirnmaschinen
mit dem Abtransport der an den Fadenaufwindestellen aufgewundenen vollen Spulen
dienenden angetriebenen Transportmitteln ausgerüstet werden In Fig. 1 ist mit 12
ein Spulengatter bezeichnet, das sich entlang der senkrecht zur Bildebene verlaufenden
Längsrichtung dieser Falschdrahtzwirnmaschine erstreckt und der Aufnahme der die
falsch zu zwirnenden Fäden tragenden Vorlagespulen 13 dient Die von ihnen abgezogenen
Fäden
15 laufen zu einer durch den Block 14 angedeuteten Einrichtung, die die Heizvorrichtungen
und die Falschdrahtzwirnorgane, wie Drehröhrchen oder dergl. aufweist.
-
Nach erfolgtem Falschzwirnen und thermischer Fixierung des Falschdralls
laufen dann die nunmehr texturierten Fäden 15 zu den zugeordneten Fadenaufwindestellen
16, die auf der dargestellten Maschinenseite in drei Reihen in einer vertikalen
Ebene übereinander angeordnet sind und werden zu zylindrischen Kreuzspulen 19 aufgewunden.
-
Jede Reihe von Aufwindestellen 16 weist eine Vielzahl von senkrecht
zur Bildebene hintereinander angeordneten Fadenaufwindestellen 16 auf, von denen
jede eine an dem in Aufwindung begriffenen Fadenwicklungskörper der betreffenden
Spule 19 anliegende Antriebswalze 17 aufweist.
-
Die Spule 19 ist in einem zwei Arme aufweisenden schwenkbaren Spulenhalter
20 lösbar gehalten, dessen Arme drehbar gelagerte Teller aufweisen, die in das Spuleninnere
eingreifen. Zum Spulenwechsel wird der zur Fadenaufwindestelle laufende Faden abgetrennt
und in eine Absaugdüse 28 geleitet, die ihn bis zur Beendigung des Spulenwechsels
absaugt. Der Spulenhalter 20 wird nach oben geschwenkt, so daß sich die volle Spule
19 von der Antriebswalze 17 abhebt und sie wird dann gegen eine leere Spule ausgewechselt,
indem man von Hand einen der beiden Arme des Spulenhalters 20 seitlich von der vollen
Spule 19 wegdrückt, so daß sie frei wird und die Bedienungsperson läßt sie dann
über ein nicht dargestelltes, geneigtes Leitblech auf die obere Bahn 22 eines endlosen
Transportbandes 21 rollen, in dessen Längsmitte sie mit zur Längsrichtung des Transportbandes
21 paralleler Längsachse liegend zur Ruhe kommt, siehe strichpunktierte Stellungen
der Spulen 19 in Fig. 1.
-
Bei diesem Vorgang hat sich also die Längsachse der Spule 19 nur parallel
zu sich selbst verlagert, was optimal raschen Spulenwechsel ermöglicht. Die Bedienungsperson
steckt dann eine leere Spule in den Spulenhalter 20 ein.
-
Jeder der dargestellten drei horizontalen Reihen von Fadenaufwindestellen
16 ist je ein solches endloses angetriebenes Transportbanalzugeordnet, die besonders
zweckmäßig,wie dargestellt, zwischen den Fadenaufwindestellen 16 und dem Spulengatter
12 in Höhe der jeweils zugeordneten Reihe von Fadenaufwindestellen 16 angeordnet
sind.
-
Der Bedienungsgang 24 fiirdie Bedienungsperson, die die vollen Spulen
gegen leere Spulen auswechselt und auch sonstige Bedienungsvorgänge vornimmt, befindet
sich bezogen auf Fig. 1 rechts von den dargestellten Fadenaufwindestellen 16, so
daß sich die Transportbänder 21 auf der der von-demBedienungsgang 24 abgewendeten
Seite'zugeordneten Fadenaufwindestellen 16 unmittelbar neben diesen befinden.
-
Jedes Transportband 21 ist in diesem bevorzugten Ausführungsbeispiel
endlos und erstreckt sich über die Gesamtlänge der zugeordneten Reihe von Fadenaufwindestellen
16 und wird über zwei zueinander achsparallele Umlenkwalzen 25,26 umgelenkt-(Fig.
2); von denen die Umlenkwalze 25 durch einen Elektromotor 23 angetrieben wird. Jedem
Transportband 21 ist ein eigener Motor 23 zugeordnet.
-
Der Speisestromkreis des Motors 23 weist in Reihe einen manuell bedienbaren
Hauptschalter 27 und einen an einer Empfangsstelle 30 angeordneten Ein- und Ausschalter
31 auf, dessen Schaltstift 32 durch die an der Empfangsstelle 30 nacheinander ankommenden,
vom Transportband 21 transportierten vollen Spulen 19 zum Ausschalten des Motors
23 betätigt wird. Die Empfangsstelle 30 ist zweckrnäalg an einem Längsende der Maschine
10 fest angeordnet.
-
Jedes Transportband 21 besteht aus flexiblem Material, wie armiertem
Gummi oder dergl. und ist zumindest in seiner der Aufnahme der vollen Spulen 19
dienenden oberen Bahn 22 im Querschnitt von oben gesehen konkav gewölbt, wie es
besonders deutlich aus Fig. 1 ersichtlich ist. Die konkave Wölbung wird durch eine
Vielzahl von in Längsrichtung des Transportbandes 21 im Abstand voneinander angeordneten
Stützwalzenpaaren 34 unterstützt, wobei die beiden Stützwalzen jedes solchen Paares
34 in bezug auf zur Bildebene der Fig. 1 parallelen Ebenen, wie dargestellt, winklig
zueinander angeordnet sind. Die untenseitige Rücklaufbahn 22' dieses endlosen Transportbandes
21 kann mittels Stützwalzen 35 eben gehalten werden.
-
Die stationäre, unbewegliche Empfangsstelle 30, weist in diesem Ausführungsbeispiel
ein winklig gebogenes Blech oder Kunststoffteil 29 auf, dessen einer Schenkel 36
eine Rutschbahn für die an ihr ankommenden vollen Spulen 19
bildet
und sichzu diesem Zweck nahe an das Transportband 21 bis in die Nähe des oberen
Scheitels der Umlenkwalze 25 erstreckt. Der andere Schenkel 37 ist rechtwinklig
zum ersten Schenkel 36 angeordnet und durch ihn dringt der Betätigungsstift 32 des
Schalters 31 von außen hindurch.
-
Um zwischen zwei Abzügen die auf dem Transportband 21 in einer Reihe
achsgleich hintereinanderliegenden vollen Spulen 19 abzunehmen, schließt die betreffende
Bedienungsperson zunächst den Hauptschalter 27, wodurch das Transportband 21 anläuft
und solange läuft, bis die vorderste volle Spule 19 auf den als Rutschbahn dienenden
Schenkel 35 der Empfangsstelle 30 kippt, auf ihm nach unten bis zum Schenkel 37
gleitet und dabei den Betätigungsstift 32 des Schalters 31 betätigt, wodurch der
Motor 23 ausgeschaltet wird und das Transportband 21 stehen bleibt. Die Bedienungsperson
nimmt dann diese an der Empfangs stelle 30 angekommene volle Spule 19 von der Empfangsstelle
30 ab und legt sie bspw. in einen neben ihr befindlichen Wagen oder auf ein weiterführendes
Transportband oder dergl. Beim Herausnehmen dieser Spule 19 aus der EmDfangsstelle
30 kehrt der federbelastete Betätigungsstift des Schalters 31 in seine Normalstellung
zurück, in der der Schalter 31 wieder eingeschaltet ist, so daß der Motor 23 wieder
anläuft und das Transportband 21 die nächste volle Spule 19 auf die Rutschbahn 36
der Empfangsstelle 30 hefördert, worauf sich
dieser Vorgang wiederholt.
Dies wird solange fortgesetzt, bis sich keine volle Spule 19 mehr auf dem Transportband
befindet, welches also dann wieder bereit ist, eine neue Reihe von vollen Spulen
aufzunehmen, die zu diesem Zeitpunkt noch an den betreffenden Fadenaufwindestellen
16 in Aufwindung sind.
-
Jedes Transportband 21 ist ausschließlich der ihr zugeordneten Reihe
von Aufwindestellen 16 zugeordnet und eine Komponente nur dieser Maschine 10, was
besonders zweckmäßig ist. Die Umlenkwalzen 25,26 sind also Bestandteil dieser Maschine
10. Doch ist es in manchen Fällen auch zweckmäßig, das Traçortmittel, besonders
auch wenn es eine Transportkette ist oder aufweist, es über die Maschine hinaus
zu einer im Abstand von der Maschine angeordneten Empfangs stelle und/oder über
mehrere Falschdrahtzwirnmaschinen zu erstrecken.
-
Das dargestellte Ausführungsbeispiel ist in den dargestellten Einzelheiten
ganz besonders vorteilhaft, doch versteht es sich, daß die Erfindung auch in zahlreichen
anderen Ausführungsformen verwirklicht werden kann.