DE2455739A1 - Vorrichtung zum spulenwechsel in chemiefaserspinnanlagen - Google Patents
Vorrichtung zum spulenwechsel in chemiefaserspinnanlagenInfo
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Description
- Vorrichtung zum Spulenwechsel in Chemiefaserspinnanlagen Zum automatischen Abnehmen von Fertigspulen in Textilmaschinen und zum Aufstecken von Leerhülsen sind eine Vielzahl von Lösungsvorschlägen gemacht worden. Diesen Lösungsvorschlägen ist vor allem gemeinsam, daß ein selbsttätig beweglicher Spulenwechsler vor den einzelnen Aufwickelstellen positioniert wird, daß die Fertigspulen automatisch von den Aufwickelstellen abgenommen und åuf eine Spulentranßportvorrichtung (Spulenwagen, Spulengatter, Förderband) entladen werden. Andererseits führt der Spulenwechsler ein Leerhülsenmagazin mit, aus dem die Leerhülsen an die jeweils bediente Aufwickelstelle überführt werden.
- Dieses Prinzip hat den Nachteil, daß der Bedienungsgang vor den Maschinen nicht nur durch den verhältnismäßig klein bauenden Spulenwechsler, sondern außerdem auch noch durch den Spulenförderer in Anspruch genommen wird. Dieser Spulenförderer hat notwendigerweise Ausmaße, die größenordnungsnäßig den Ausmaßen der Textilmaschine entsprechen.
- Die vorliegende Erfindung geht von diesem Lösungsprinzip ab.
- Aufgabe ist es, Vorrichtungen zum automatischen Spulenwechsel in Chemiefaserspinnanlagen insbesondere für textile Titer bereitzustellen, bei denen der Bedienungsgang nicht durch Spulenwechsler und Spulenförderer belegt wird1 sondern im Bedienungsgäng nur die unbedingt notwendigen Funktionen bei einfachsten Bewegungsgesetzen stattfinden, während der übrige Teil der Funktionen des Spulenwechselvorgangs an andere Stelle verlegt wird.
- Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus dem Anspruch 1 mit vorteilhaften Ausbildungen nach Ansprüchen 2 bis 5.
- Im folgenden wird die Erfindung anhand eines AusfUhrungsbeispiels beschrieben.
- Es zeigen: Fig. 1: den Spulenwechsler mit Aufwickelstellen einer Chemiefaserspinnanlage im Schnitt senkrecht zur Maschinenachse (schematisch), Fig. 2: Spulenwechsler in einer Ansicht, Fig. 3: schematische Darstellung der Chemiefaserspinnanlage mit Spulenwechßler und Relaisstation, Fig. 4: eine Leerhülsenbestückung, Fig. 5: einen Spulenwagen in modifizierter Ausführung.
- Fig. 1 und Fig. 2 zeigen die Chemiefaserspinnanlage 1 mit den in den Etagen angeordneten Aufwickelstellen 2 und 3. Jeder der identischen Aufwickelstellen besteht aus dem Spulenrevolver 4., auf dem zwei frei drehbare Spuispindeln 5 und 6 horizontal auskragend gelagert sind. Der Antrieb erfolgt durch die Treibwalze 7.
- Im gezeigten Beispiel befinden sich die Spulspindeln 5 im Betrieb, so daß auf ihnen eine Spule 8 gerade gebildet wird. Auf den Spulspindeln 6, die sich gerade in ihrer Bedienungsstellung befinden, sind Fertigspulen 9 aufgespult worden. An jeder Aufwickelstelle 2 bzw. 3 ist eine Ausschiebeeinrichtung 10 angeordnet, welche in axialer Richtung pneumatisch oder hydraulisch bewegt wird und dabei die Fertigspulen 9 von ihrer Spulspindel 6 auf die Spulenaufnahmedorne 14 des Spulenwagens 11 ausschiebt.
- Wie auch aus Fig. 2 zu entnehmen ist, wird der Spulenwagen 11 durch einen Elektromotor 12 Uber Stromabnehmer 13 (Niederspannung von 24 V) angetrieben. An der Chemiefaserspinnanlage ist eine Führungaschiene 15 angebracht, so daß der Spulenwagen 11 durch die Spurräder 16 des Spulenwagens längs der Chemiefaserspinnanlage für jede Autwickelstelle bzw. jede senkrechte Reihe von Aufwickelstellen angebracht ist. Der Anschlag 17 wird durch eine pneumatische Zylinder-Kolben-Einheit betätigt, die gleichzeitig mit dem Schwenkantrieb 18 des Spulenrevolvers 4 betätigt wird. Der Schwenkantrieb 18 wird wiederum durch die Endschalter 19 ausgelöst, die in Aktion treten, wenn die Reibwalze 7 mit ihrem sie trangenden in senkrechter Richtung beweglichen und vor dem wachsenden Spulendurchmesser der Spulen 8 ausweichenden Schlitten die vorgegebene Endposition erreicht hat.
- Auf dem Spulenwagen 11 ist ein Endschalter 20 vorgesehen, der beim Anfahren des Spulenwagens vor den Anschlag 17 den Elektromotor 12 ausschaltet. Andererseits ist an den Spulenaufnahmedornen 14 jeweils ein Schalter 21 angebracht, welcher den Elektromotor 12 wieder mit gegenteiliger Fahrtrichtung in Bewegung setzt. Der Elektromotor fährt den Spulenwagen 11 nunmehr um die Strecke weiter, die der Teilung zwischen dem Spulenaufnahmedorn 14 und dem Leerhülsenaufnahmedorn 22 entspricht.
- Nunmehr wird die an dem Leerhülsenaufnahmedorn 22 angebrachte Ausschiebeeinrichtung 23 in Betrieb gesetzt, die die auf dem Leerhülsenaufnahmedorn 22 befindliche Leerhülse auf die freigewordene Spulspindel 6 schiebt.
- Nunmehr wird der Spulenwagen in Betrieb gesetzt. Er fährt zu der Relais station.
- Die Relaisstation befindet sich an einer Stelle der Fabrikanlage, von der keine Beeinträchtigung der Chemiefaserspinnanlage in platzmäßiger technologischer und sonstiger Hinsicht ausgeht.
- Die Zusammensetzung der Relaisstation ergibt sich aus Fig. 3, die im Grundriß die Räume der Spinnerei A, den Nebenraum B, die weitere Spinnerei C sowie die Relaisstation D mit Spulensortierung und Versand zeigt.
- Die Spinnmaschine 101 bis 112 werden von den Spulenwagen 119 auf den vorgezeichneten Wegen 120 inden vorgezeichneten Fahrtrichtungen (Pfeile 130) bedient. Dabei sind die Wege 120 so gewählt, daß die Fronten der Spinnmaschinen 101 bis 112 möglichst wenig befahren werden.
- Die Relaisstation D, die von allen Spulenwagen 119 in der gleichen Fahrtrichtung befahren wird, besteht einmal aus der ersten Umsetzstation 113. In ihr werden die vollen Spulen von dem Spulenwagen auf Spulengatter überführt. Diese Spulengatter wandern über die Abstellgleise 114 in den angrenzenden Textilbetrieb, wo die aufgespulten Fäden verstreckt und/oder strecktexturiert werden. Die aus dem Textilbetrieb zurückkommenden leeren Spulengatter können auf den Abstellgleisen 115 zunächst gespeichert und dann in die Umsetzstation 113 überführt werden.
- Die Relaisstation D besteht weiterhin aus einer zweiten Umsetzstation 116, in der die Spulen- von den Spulenwagen abgenommen und einer Verladestation 118 zugeführt werden. Dort werden die Spulen versandbereit verpackt.
- Weiterhin besteht die Relaisstation D aus der Leerhülsenbestückung 121. Dort werden den einzelnen Spulenwagen Leerhülsen zugeführt, die auf die dafür vorgesehenen Dorne geschoben werden. In Fig. 4 ist die Leerhülsenbestückung dargestellt und zwar mit folgenden Details: ein Stück des Spulenwagens 119 mit Leerhülsenaufnahmedorn 122, Leerhülsenausschieber 123, der an einem Drahtseil in einem Schlitz des Leerhülsenaufnahmedorns durch einen Motor 124 hin- und herbewegt wird, Vorratsbehälter 127 mit stirnseitiger öffnung 128, durch die die Leerhülse 126 mittels Ausschiebeeinrichtung 129 auf den Leerhülsenaufnahmedorn 122-geschoben werden.
- Hinter der Leerhülsenbestückung 121 befindet sich-der Spulenwagenbahnhof 117, von dem aus die Spulenwagen 119 von den ein-101-zelnen Aufwickelstellen der Spinnmaschinen 112 laufend abgerufen werden.
- In Fig. 5 ist eine modifizierte Ausführung eines Spulenwagens 11 bzw. 119 gezeigt. Bei dieser Ausführung befinden sich der Leerhülsenaufnahmedorn 22 mit Leerhülsenausschieber 23 sowie der Spulenaufnahmedorn 14 auf einer schwenkbaren Platte und zwar mit gleichem Abstand zur Schwenkachse 27. Die Platte 26 wird durch Elektromotor 28 und Spindel 29 (nur für die obere'Platte gezeigt) vers-chwenkt. Dadurch wird es möglich, zunächst den Spulenaufnahmedorn 14 und anschließend den LeerhülsenauSnahmedorn 22 in fluchtende Verbindung mit der zu bedienenden Spulspindel zu bringen, ohne den Spulenwagen 11 selbst zu bewegen.
- Um eine möglichst billige Ausführung der einzelnen Spulenwagen 11 der in Fig. 2 oder der in Fig. 5 dargestellten Ausführung zu gewährleisten, kann der Spulenausschieber, der die Fertigspulen von den Spulenaufnahmedornen 14 des Spulenwagens 11 abschiebt, auch an den Umsetzstationen 113 bzw. 116 der Relaisstation D angebracht sein, z.B. in Form eines schräg zur Fahrtrichtung stehenden Lineals, das die Spulen zwischen ihrem einen Ende und dem Spulenwagen hintergreift.
Claims (5)
- P a t e n t a n s p r ü c h eç Vorrichtung zum Spulenwechsel in Chemiefaserspinnanlagen mit in einer oder mehr Aufwickeletagen angeordneten Aufwickelstellen, wobei jede Aufwickelstelle zumindest zwei horizontal und auskragend auf einem Spulenrevolver gelagerte und abwechselnd in Betriebsstellung bzw. in Bedienungsstellung zu bringende Spulspindeln umfaßt, gekennzeichnet durch a) eine Relaisstation (D) mit Leerhülsenmagazin (127) und Leerhülsenausschieber (129) in höhe jeder Aufwickeletage sowie mit Spulenumsetzstationen (113,116) zur Aufnahme und zum Abtransport der Fertigspulen; b) einen oder vorzugsweise mehrere selbständig auf vorgegebenen Bahnen (120) längs der Chemiefaserspinnanlagenfront (101 - 112) und zwischen dieser und der Relaisstation (D) fahrbaren Spulenwagen (11, 119), die jeweils in der Höhe jeder Aufwickeletage einen Spulenaufnahmedorn (14) vorzugsweise mit Spulenausschieber und daneben einen Leerhülsenaufnahmedorn (22) mit Leerhülsenausschieber (23, 123) aufweisen; c) jeder Aufwickelstelle zugeordnete Arretiereinrichtungen (17) für Spulenwagen- (11, 119), die in Abhängigkeit von einem Spulendurchmesserfühler oder einer Zeituhr einen Spulenwagen ggf. ruft sowie positioniert.d) eine Verschiebeeinrichtung für die Verschiebung von Spulenaufnahmedorn (14) und Leerhülsenaufnahmedorn(22) um eine Strecke, die der Teilung zwischen beiden Dornen entspricht.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebeeinrichtung als zweite Arretiereinrichtung ausgebildet ist, die die Bewegungsfreiheit der Spulenwagen im Bereich jeder Aufwickelstelle auf eine Strecke begrenzen, die der Teilung zwischen Spulenaufnahmedorn und Leerhülsenaufnahmedorn entspricht.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebeeinrichtung als an dem Spulenwagen befestigte Trägerplatte 26 ausgebildet und um eine zu den Spulspindeln parallele Achse schwenkbar ist, wobei auf der Trägerplatte mit gleichem Abstand zu deren Achse (27) der Spulenaufnahmedorn (14) und der Leerhülsenaufnahmedorn (22) auskragend befestigt sind.
- 4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Spulenaufnahmedorn (14) des Spulenwagens (11) ein Spulenausschieber zugeordnet ist.
- 5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der Relaisstation (D) ein Spulenausschieber in Fahrthöhe der Spulenaufnahmedorne (14) des Spulenwagens (11) angebracht ist.
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