DE20318516U1 - Vorrichtung zum Abbremsen der Auszugsgeschwindigkeit eines Stahlseiles - Google Patents
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Abstract
Vorrichtung (1) zum Abbremsen der Auszugsgeschwindigkeit eines Seiles (3) von seiner Seiltrommel (2), insbesondere zum Einsatz in einem Rettungsgerät zum Abseilen von Menschen (4) aus hohen Gebäuden, Türmen od. dgl., wobei das von der Seiltrommel kommende Seil über die Nabe (15) einer Bremstrommel (8) mit mehreren Umschlingungen geführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremstrommelnabe (15) zum Bremsen eines Seiles (3) geringen Durchmessers und hoher Belastbarkeit, insbesondere eines Stahlseiles, wie für sich gesehen bekannt, kegelstumpfförmig ausgebildet ist mit dem Kabeleinlauf (E) von der Trommel zum Mantelbereich des Kegelstumpfes größten Durchmessers und dem Kabelauslauf (A) zum stehenden Seiltrum im Mantelbereich geringsten Durchmessers, wobei die Axialneigung (α) des Kegelmantels (16) im Bereich von 10° bis 20° ausgebildet ist.
Description
- Die Erfindung richtet sich auf eine Vorrichtung der im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Gattung.
- Personen-Rettungssysteme unter Einsatz von Seilen, bei denen die zu rettenden Personen sich von einer höheren Position in eine niedrigere, der Rettung dienenden Position abseilen können, z.B. aus einem brennenden Gebäude, aus einer Drahtseilbahn-Gondel od. dgl., sind in vielfacher Ausführung bekannt.
- Eine Art der Bergung von Personen besteht darin, am entsprechenden Objekt, z.B. in einer Seilbahngondel, ein Seilreservoir mitzuführen in einer Länge, die das Erreichen des Talbodens für die an das Seil anzuhängende Person ermöglicht. Andere Systeme sind so ausgelegt, daß die jeweilige Person das Seilreservoir mit sich führt, wie etwa in der US-2 500 884, der US-2 729 425 oder der GB-2 232 608 beschrieben.
- Der Nachteil dieser Systeme besteht in der Praxis darin, daß hier in der Regel Hanf- oder Kunststoffseile eingesetzt werden, die, wird die Trommel gebremst, die Neigung haben, sich durch teilweise Umschlingung selbst zu hemmen, so daß ein Auszug unter Last nicht mehr möglich ist (eine gebremste Seiltrommel zeigt z.B. die US-4 722 422). Darüber hinaus sind die Auszugslängen beschränkt, da die Durchmesser derartiger Seile vergleichsweise groß und damit das mitzuführende Reservoir in seiner Ausdehnung und seinem Gewicht eingeschränkt ist.
- Hier setzt die Erfindung an, deren Ausgangspunkt die gattungsbildende WO 03/041799 des Anmelders darstellt, die eine Konstruktion zeigt, bei der das Seilreservoir von der Seilbremse getrennt ist, d.h. nicht mehr die das Seil aufnehmende Trommel wird aktiv von der benutzenden Person gebremst, sondern das Seil selber, wobei die dortige Konstruktion so getroffen ist, daß das Seilreservoir sich auf dem Rücken der sich abseilenden Person befindet und die Seiltrommel im Abseilschwerpunkt auf der Brustseite der Person in einem gemeinsamen Traggurt oder an einer entsprechenden Weste.
- Will man etwa Personen aus sehr hohen Gebäuden retten, sind Seile großer Länge erforderlich. Um diese transportierbar und von Personen manipulierbar zu halten, müssen diese Seile mit geringem Durchmesser und hoher Belastbarkeit sein.
- Aufgabe der Erfindung ist daher die Schaffung einer Lösung, mit der sehr große Seillängen bis über 500 m für eine abzu seilende Person transportierbar und manipulierbar sind bei großer Zuverlässigkeit des Abseil- und Bremsvorganges.
- Hier sieht die Erfindung den Einsatz z.B. eines Stahlseiles vor und eine Vorrichtung, die Auszugsgeschwindigkeit eines solchen Stahlseiles zu manipulieren, insbesondere abzubremsen.
- Eine entsprechende Lösung besteht darin, daß die Bremstrommelnabe zum Bremsen eines Seiles geringen Durchmessers und hoher Belastbarkeit, insbesondere eines Stahlseiles, wie für sich gesehen bekannt, kegelstumpfförmig ausgebildet ist mit dem Kabeleinlauf von der Trommel zum Mantelbereich des Kegelstumpfes größten Durchmessers und dem Kabelauslauf zum stehenden Seiltrum im Mantelbereich geringsten Durchmessers, wobei die Axialneigung des Kegelmantels im Bereich von 10° bis 20° ausgebildet ist.
- Wie eingangs schon kurz erwähnt, liegt ein Problem bei sich unter Last abwickelnden Seilen, die eine Trommelnabe umschlingen, darin, daß es zu Überwürfen und Schlaufenbildung kommen kann, die einen weiteren Auszug behindern oder unmöglich machen. Dies wird mit der Nabenausbildung der Bremstrommel nach der Erfindung vermieden. Die Neigung der Nabe der Bremstrommel, die vom Stahlseil umschlungen wird, ist dabei so gewählt, daß ein gleichmäßiges Auflaufen und nach Umschlingen ein gleichmäßiges Ablaufen des Seiles gewährleistet ist.
- An dieser Stelle sei bemerkt, daß aus der DE-40 11 232-A1 eine Abseilvorrichtung bekannt ist, mit der aus einem Seilreservoir über eine Handkurbel ein Seil abgewickelt werden kann, das auch auf eine kegelstumpfförmige Seilrolle aufläuft, und zwar aus dem Reservoir auf dem Bereich größeren Durchmessers, so daß das stehende Seiltrum vom ablaufenden Seil am kleinsten Durchmesser gebildet wird.
- Die genau umgekehrte Gestaltung, d.h. das stehende Seiltrum wird von dem Seil gebildet, das von dem Konus größten Druchmessers abläuft, zeigt das DE-66 02 634-U. Besondere Maßnahmen zum Bremsen sind dort nicht angegeben.
- Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen. Dabei kann insbesondere vorgesehen sein, daß die Bremsnabe im Bereich des geringsten Manteldurchmessers eine Führungsnut für das Stahlseil aufweist. Dies hat sich besonders bewährt, da sich die Bremstrommel relativ zum beispielsweise am Gebäude befestigten stehenden Seiltrum unter Abwicklung des Seiles entlang bewegt, so daß die Führungsnut eine Art Ablaufschiene bildet.
- Zweckmäßig ist die wirksame Mantelhöhe der Bremsnabe so groß gestaltet, daß ein entsprechendes Seil drei- bis etwa achtfach die Nabe umschlingen kann.
- Um eine optimale Bremswirkung zu erzielen, ist nach der Erfindung vorgesehen, daß die Bremsscheibe von einem Bremsband umschlungen ist, das über einen Bowdenzug od. dgl. von Hand durch die benutzende Person gegen die Bremsscheibe spannbar ist, um die Bremswirkung auszuüben.
- Um etwa bei einer Ohnmacht der benutzenden Person ein zu rasches Absenken zu verhindern, sieht die Erfindung auch vor, daß die Bremsscheibe mit Fliehgewichten ausgestattet ist, die sich im Bremsfalle an der Innenseite des Bremsbandes anlegen, wenn die Dreh- bzw. Abwickelgeschwindigkeit einen zu hohen Wert erreicht.
- An dieser Stelle sei bemerkt, daß diese Konstruktion für sich gesehen bereits in der gattungsbildenden Druckschrift ähnlich ausgeführt ist.
- Erfolgt ein Abseilen aus sehr großer Höhe, etwa aus dem 100. Stockwerk eines entsprechenden Gebäudes, kann es zu einer erheblichen Erwärmung der mit dem Bremsen erfaßten Bauelemente kommen. Aus diesem Grunde sieht die Erfindung in weiterer Augestaltung vor, daß die Bremstrommel mit Lüftungsflügeln versehen ist und das Gehäuse Kühlluftein- und -austrittsöffnungen aufweist. Diese Gestaltung hat den zusätzlichen Vorteil, daß bei einem etwaigen Staubanfall durch den erzeugten Luftstrom Verschmutzungen aus dem Inneren des Gehäuses ausgeblasen bzw. von diesem ferngehalten werden.
- Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aufgrund der nachfolgenden Beschreibung sowie anhand der Zeichnung. Diese zeigt in
-
1 die Aufsicht auf ein geöffnetes Gehäuse der erfindungsgemäßen Seilbremsvorrichtung, -
2 einen Schnitt etwa gemäß Linie II–II in1 , -
2a einen vergrößerten Detailschnitt in der Darstellung gemäß2 des Nabenbereiches der Bremsvorrichtung, -
3 eine dreidimensionale Explosionszeichnung der erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung ohne Drahtseil sowie in den -
4 und5 eine Person mit angelegter Vorrichtung in Abseilstellung. - Die allgemein mit
1 bezeichnete Bremsvorrichtung zum Abbremsen eines von einem Reservoir2 kommenden Stahlseiles3 , wobei das Reservoir, nämlich eine Seiltrommel, in der Gebrauchslage auf dem Rücken einer die Abseilvorrichtung nach der Erfindung benutzenden Person4 angeschnallt ist und das Drahtseil3 über einen Bowdenzug5 von der Trommel2 zu der im Brustbereich der Person angeschnallten Bremsvorrichtung1 geführt ist, wie sich dies insbesondere aus den4 und5 ergibt. - Die Bremsvorrichtung
1 besteht im wesentlichen aus einem zweiteiligen Gehäuse mit einer Gehäusehälfte1a und einer Gehäusehälfte1b , die über Verschraubungen miteinander fixiert sind und jeweils im Inneren ein Kugellager6 bzw.7 tragen, in welchem eine allgemein mit8 bezeichnete Bremsscheibe drehbar gelagert ist. - Die Bremsscheibe trägt zwei Fliehgewichte
9 , die bei einer bestimmten Drehgeschwindigkeit sich nach außen bewegen, wobei die Bremsscheibe einschließlich der Fliehgewichte9 von einem Bremsband10 umgeben ist. Dieses Bremsband10 ist in der Gehäusehälfte1a mit einem Ende10a fixiert, wobei das andere freie Ende10b über einen Betätigungsseilzug11 eines Bowdenzuges12 spannbar ist. Dazu ist der Betätigungsseilzug11 in einem Handhabungselement13 fixiert, das von der benutzenden Person mittels nicht näher dargestellter Bremsgriffe14 spannbar und lösbar ist, um den Bremsvorgang zu steuern. - In
2a ist in der gleichen Darstellung wie in2 als Schnitt vergrößert der Nabenbereich der Vorrichtung1 dargestellt. Wie sich aus dieser2 ergibt, ist die in der Darstellungsweise linke Nabe der Bremsscheibe8 im linken Kugellager6 im Gehäuseteil1a gelagert, während der mit15 bezeichnete Nabenteil der Bremsscheibe8 im Lager7 gelagert ist, und zwar in der Gehäusehälfte1b . - Der Nabenbereich
15 der Bremsscheibe8 ist kegelstumpfförmig gestaltet, wobei der Winkel, in2a mit α bezeichnet, den der Kegelmantel16 zur Mittensenkrechten17 aufweist im Bereich von 10° bis 20° liegt, vorzugsweise zwischen 11° bis 14°. Das von unten gemäß Pfeil18 in die Bremsvorrichtung1 eintretende Stahlseil läuft auf die Nabe16 im Bereich des größten Durchmessers auf, ist beim dargestellten Beispiel viermal um den Mantel16 der Nabe15 geschwungen und läuft dann oben aus der Vorrichtung aus, und zwar vom Bereich kleinsten Durchmessers der Nabe16 , wobei die Nabe16 in diesem Bereich mit einer halbkreisförmig profilierten Nut19 ausgerüstet ist, in der die letzte Halbwindung des Drahtseiles3 geführt ist. - Um ein sauberes und gestrafftes Einlaufen des Seiles
3 in die Bremsvorrichtung1 zu gewährleisten ist die das Seilreservoir bildende Vorratsrolle2 werkseitig vorgebremst, etwa durch einen Bremsring, der sich an ein stehendes Teil bremsend anlegt oder durch eine Vorbremsung auf der oder an der Wickelachse der Seiltrommel2 , was nicht näher dargestellt ist. - Natürlich ist das beschriebene Ausführungsbeispiel der Erfindung noch in vielfacher Hinsicht abzuändern, ohne den Grundgedanken zu verlassen. So kann das Bremsband doppelseitig zugestellt werden, das Gehäuse kann eine andere als die dargestellte Form aufweisen u. dgl. mehr.
Claims (6)
- Vorrichtung (
1 ) zum Abbremsen der Auszugsgeschwindigkeit eines Seiles (3 ) von seiner Seiltrommel (2 ), insbesondere zum Einsatz in einem Rettungsgerät zum Abseilen von Menschen (4 ) aus hohen Gebäuden, Türmen od. dgl., wobei das von der Seiltrommel kommende Seil über die Nabe (15 ) einer Bremstrommel (8 ) mit mehreren Umschlingungen geführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremstrommelnabe (15 ) zum Bremsen eines Seiles (3 ) geringen Durchmessers und hoher Belastbarkeit, insbesondere eines Stahlseiles, wie für sich gesehen bekannt, kegelstumpfförmig ausgebildet ist mit dem Kabeleinlauf (E) von der Trommel zum Mantelbereich des Kegelstumpfes größten Durchmessers und dem Kabelauslauf (A) zum stehenden Seiltrum im Mantelbereich geringsten Durchmessers, wobei die Axialneigung (α) des Kegelmantels (16 ) im Bereich von 10° bis 20° ausgebildet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsnabe (
15 ) im Bereich des geringsten Manteldurchmessers eine Führungsnut (1 ) für das Stahlseil (3 ) aufweist. - Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die wirksame Mantelhöhe der Bremsnabe (
15 ) einer Länge des drei- bis achtfachen Durchmessers des eingesetzten Stahlseiles (3 ) entspricht. - Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsscheibe (
3 ) von einem Bremsband (10 ) umschlungen ist, das über einen Bowdenzug (12 ) od. dgl. von Hand durch die benutzende Person (4 ) gegen die Bremsscheibe spannbar (3 ) ist. - Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsscheibe (
3 ) mit Fliehgewichten (9 ) ausgestattet ist, die sich im Bremsfalle an der Innenseite des Bremsbandes (10 ) anlegen. - Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremstrommel mit Lüftungsflügeln (
20 ) versehen ist und das Gehäuse Kühlluftein- und -austrittsöffnungen (21 ) aufweist.
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