DE2009137B2 - Verfahren zur Polymerisation von Vinylchlorid - Google Patents
Verfahren zur Polymerisation von VinylchloridInfo
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Description
(a) einem organischen Hydroperoxid der allgemeinen Formel R—O—O—H, worin R ein gerad- oder
verzweigtkettiger Alkylrest, ein Cycloalkyl-, Aryl- oder Aralkylrest ist, in einer Konzentration
zwischen 0,01 und 3 Gew.-%, bezogen auf Monomeres und
(b) einem Salz eines Monoesters der schwefligen Säure der allgemeinen Formel
R-O-S-OJnMe
f 1
[R-O-S-Oj11Me
worin R einen Alkyl·, Cycloalkyl- oder Arylrest mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, Me ein Metall
der L oder IL Gruppe des Periodensystems oder Aluminium und π 1,2 oder 3 — in Abhängigkeit
von der Wertigkeit von Me — bedeutet, in einer Konzentration zwischen 0,01 und 2 Gew.-%,
bezogen auf das Monomere, verwendet, nach Patentanmeldung P1815 1423-44
dadurch gekennzeichnet, daß die Massepolymerisation in kontinuierlicher oder halbkontinuierlicher
Weise unter graduellem Zusatz der Bestandteile des Katalysatorsystems zu dem (den)
Monomeren bei einer Temperatur von 0 bis 1000C durchgeführt wird.
Gegenstand der Patentanmeldung P 18151423-44,
das der vorveröffentlichten IT-PS 8 23 425 entspricht, ist ein Verfahren zur Polymerisation von Vinylchlorid,
allein oder im Gemisch mit bis zu 50 Gcw.-% von einem
oder mehreren anderen mischpolymerisierbaren äthylenisch ungesättigten Monomeren, bezogen auf Monome·
rengesamtmenge, in Masse, gegebenenfalls zusammen mit geringen Mengen an nicht reagierenden organischen
Verdünnungsmitteln, bei einer Temperatur unter 0"C in Abwesenheit von Sauerstoff und in Gegenwart
eines Redox-Katalysatorsystems auf der Basis von
organischen Peroxiden und Reduktionsmitteln, das worin R einen Alkyl-, Cycloalkyl- oder Arylrest mit
1 bis 12 Kohlenstoffatomen, Me ein Metall der L oder IL Gruppe des Periodensystems oder
von der Wertigkeit von Me — bedeutet, in einer
bezogen auf das Monomere, verwendet
Wie in der IT-PS 8 23 425 beschrieben wurde, kann die Massepolymerisation kontinuierlich, halbkontinuierlich
oder diskontinuierlich durchgeführt werden. Das
jo verwendete Katalysatorsystem zeichnet sich durch eine
hohe Zersetzungsgeschwindigkeit bereits bei Temperaturen weit unter 00C, z. B. zwischen —20° und -600C
aus. Bei diesen niedrigen Temperaturen werden auch bei Verwendung von Hydroperoxid in Konzentrationen
von weniger ab 0,1 %, bezogen auf das Monomere, hohe
Polymerisationsgeschwindigkeiten erreicht Aufgrund dieses besonderen kinetischen Verhaltens des vorstehend
genannten Katalysatorsystems konnte seine Eignung für die Polymerisation von Vinylchlorid bei
hohen Temperaturen, z. B. fiber 100C, nicht vorhergesehen
werden. Es ist bekannt, daß, falls die Zersetzungsgeschwindigkeit
eines Katalysatorsystems zu hoch ist, zufolge der Rekombination der polymeren mit den
primären Radikalen eine Hemmung der Polymerisation auftritt
Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß sich in Abänderung dieses Verfahrens die Polymerisation
bei einer Temperatur von 00C bis 1000C
durchführen läßt, wenn man in kon&iuierlicher oder
halbkontinuierlicher Weise unter graduellem Zusatz der Bestandteile des Katalysatorsystems zu dem (den)
Monomeren polymerisiert
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß keine nennenswerte Polymerisation stattfindet, wenn die
Polymerisation so durchgeführt wird, daß die für den Ansatz vorgesehene Gesamtmenge der Bestandteile
des Katalysatorsystems (in einem Verfahren, das als diskontinuierlich bezeichnet werden kann) dem in einem
Polymerisationsautoklaven enthaltenen Monomeren sofort zugesetzt wird
In der nachstehenden Tabelle I sind die Polymerisationsumwandlungsgrade
und die Viskositätszahl (Intrinsic-Viskosität) des durch Massepolymerisation erhaltenen
Polymeren wiedergegeben, wobei die Polymerisate tion unter Verwendung des vorstehend genannten
Katalysatorsystems nach einem kontinuierlichen, halbkontinuierlichen oder einem diskontinuierlichen Verfahren
durchgeführt wurde.
| 3 | Tabelle I | 20 | 09 137 | 4 | Umwand lung |
Viskositäts zahl |
| Polymerisations verfahren |
(%) | (dl/g) | ||||
| Beschiclcungszeit des KaCalysators |
Reaktions- oder Verweilzeit in Kontakt stehenden lleaktionsteilnehmer |
1,5 | 0,04 | |||
| Diskontinuierlich*) | (Stunden) | iStd.) | 26 | 1,6 | ||
| Halbkontinuierlich | 0 | 10 | 28 | 1,5 | ||
| Kontinuierlich | 10 | 10 | ||||
| *) Vergleichsversuch. | - | 10 | ||||
Die Polymerisation wird als Massepolymerisation bei
30° C in Gegenwart von 0,15% Cumolhydroperoxid und 0,25% Natriummethylsulfit durchgeführt, wobei letzteres
in 10%iger MeÜgnollösung zugegeben wird.
Das in dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendete
Katalysatorsystem bietet gegenüber den bei der Massepolymerisation von Vinylchlorid üblicherweise
eingesetzten Katalysatoren den Vorteil, daß es aufgrund seiner hohen Wirksamkeit und seiner hohen Zersetzungsgeschwindigkeit
auch in kleinea Mengen industriell nutzbar ist DaB sich die Polymerisation mit
mengenmäßig geringen Katalysatoransätzen durchführen läßt, ist nicht nur ein beträchtlicher wirtschaftlicher
Vorteil, sondern ermöglicht es auch, Polymere mit vorzüglichen Farbeiyw-nschaften und hoher Wärmebeständigkeit
zu erhatten.
Die bei der Ausführung des Verfahrens der Erfindung bevorzugten organischen Peroxide 4?r vorstehend
genannten Formel R—O—O—H sind Cumolhydroperoxid
und tert-Butylhydroperoxid.
Die Konzentration an organischem Hydroperoxid beträgt vorzugsweise nicht mehr als 0,4%.
Das organische Hydroperoxid kann dem Reaktionsgemisch entweder als solches oder gelöst in einem
geeigneten Lösungsmittel, wie Methyl-, Äthyl- oder Propylalkohol, zugesetzt werden.
Von den Schwefelverbindungen der allgemeinen Formel
Il
R — O—S — O
,Mc
in welcher R, Me und α die vorstehend genannten
Bedeutungen besitzen, haben sich diejenigen, in denen R
ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen und Me Natrium, Kalium oder Magnesium bedeutet, in der
Praxis als besonders wirksam erwiesen.
Die Konzentration der genannten Salze der Monoeiter der schwefligen Säure liegt bevorzugt zwischen
0,035 und 0,5%. Mengen von Ober 2% fuhren nicht zu
einer nennenswerten Erhöhung der Polymerisationsgeschwindigkeit, sondern zu einem höheren Verbrauch.
Die Salze der Monoester der schwefligen Säure können dem Reaktionsmedium entweder als solche
oder — besser — in einem inerten, organischen Lösungsmittel gelöst zugesetzt werden.
Als geeignete Lösungsmittel erwiesen sich gesättigte aliphatische Alkohole mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen,
und unter diesen werden Methylalkohol und Äthylalkohol bevorzugt
Die Art und Menge dieser Lösungsmittel beeinflussen den Ablauf der Polymerisation nicht, selbst dann nicht,
wenn aus wirtschaftlichen Gründen konzentrierte Lösungen bevorzugt werden.
Die Temperatur, bei der die Polymerisation durchgeführt
wird, beträgt vorzugsweise 20° bis 600C
Unter Massepolymerisation soll nicht nur die in einem unverdünnten Monomeren durchgeführte Polymerisation
verstanden werden, sondern auch die Polymerisation, die in Gegenwart nicht reagierender organischer
Verbindungen, welche bei der Polymerisationstemperatur flüssig sind und eine verdünnende Wirkung auf das
Polymerisationsgemisch ausüben, durchgeführt wird, wobei die verdünnend, wirkenden Verbindungen dazu
dienen, das Polymerisationsgemisch leichter rührbar zu machen.
Die Gegenwart solcher organischer Verbindungen hat keinen Einfluß auf die Polymerisationsreaktion, und
sie können gegebenenfalls auch in der gleichen Konzentration vorliegen wie das Monomere.
Als organische Verdünnungsmittel können folgende Substanzen verwendet werden: aliphatische Kohlenwasserstoffe,
Arylkohlenwasserstoffe, Cjxloalkylkoh-Ienwasserstoffe,
gesättigte halogenierte Kohlenwasserstoffe usw, wobei diese letzteren bevorzugt werden.
Zum Regulieren des Molekulargewichts des Polymeren können dem Reaktionsgemisch kleine Mengen, wie
z.B. 50 bis 1000 TleVpro Million, Alkylmercaptane,
bezogen auf das Monomere, zugesetzt werden.
Es ist beobachtet worden, daß Alkylmercaptane nicht nur als Kettenregulatoren, sondern auch als Verdünnungsmittel
für das Polymerisationsmedium wirksam sind. Von den Alkylmercaptanen werden vorzugsweise
diejenigen mit 1 bis 15 Kohlenwasserstoff atomen verwendet, und die besten Ergebnisse wurden mit
Alkylmercaptanen mit höchstens 4 Kohlenstoffatomen erzielt
Es ist erforderlich, die Polymerisation in Abwesenheit
von Sauerstoff durchzuführen, da dieser eine hemmende Wirkung auf die Polymerisation ausübt
Im allgemeinen werden für diesen Zweck geeignete inerte Gase wie beispielsweise Stickstoff verwendet
Die wesentliche Voraussetzung, damit die Polymerisation stattfindet, besteht — wie vorstehend gesagt —
darin, daß das Polymerisationsverfahren kontinuierlich oder halbkontinuierlich durchgeführt wird.
Unter kontinuierlicher Polymerisation ist das Verfahren zu verstehen, bei dem die Bestandteile des
Katalysatorsystems und das Monomere dem Reaktionsgefäß kontinuierlich und separat zugeführt werden; die
Fließgeschwindigkeit des Monomeren, bezogen auf das Volumen des Reaktionsgefäßes, ist die durchschnittliche
Verweilzeit der Reaktionsteilnehmer in Berührung miteinander. In diesem Verfahren wird das Reaktionsgemisch mit Hilfe eines Oberlaufrohrs kontinuierlich
aus dem Reaktionsgefäß entfernt
Unter halbkontinuierlicher Polymerisation ist das Verfahren zu verstehen, bei dem die Bestandteile des
Kataiysatorsystems Ober einen längeren Zeitraum dem
das Monomere enthaltenden geschlossenen Reaktionsgefäß zugeführt werden. In diesem Fall, wird das
Polymere nach der Beendigung der Reaktion gewonnen.
Die Polymerisation kann bei jeder beliebigen Stufe und jedem beliebigen Molekulargewicht dadurch
unterbrochen werden, daß die Reaktionsmasse mit einer wäßrigen oder alkoholischen Lösung eines Hydroxylaminsalzes,
vorzugsweise Hydroxylaminhydrochlorid oder -sulfat, behandelt wird.
Das gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Polyvinylchlorid ist sehr weiß und besitzt eine
ausgezeichnete Wärmebeständigkeit- ein homogenes Molekulargewicht sowie eine hohe Schüttdichte. Die
zuletzt genannte Eigenschaft ist bei der Verwendung dieser Polymeren bei der Herstellung von Fasern und
plastischem Material besonders erwünscht
Beispiele für als Comonomere verwendbare Verbindungen sind Vinyl- und Vinylidenverbindungen wie
Vinylidenfluorid oder -chlorid, Vinylfluorid, Vinylester
von aliphatischen Carbonsäuren mit 2 bis 18 Kohlenstoffatomen, z.B. die Vinylester der Essigsäure oder
Propionsäure, Monomere vom Acryltyp wie Acrylsäure, Methacrylsäure und deren Derivate wie Acrylnitril, die
Acrylate und Methacrylate von aliphatischen Alkoholen
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen.
Das nachstehende Beispiel dient der Erläuterung der Erfindung.
. Beispiel
In einen mit einem äußeren Heizmantel, einein
Rührer und einem Thermometer versehenen 3-Liter-Autoklaven, der zuvor mit 2000 g Vinylchlorid und 500 g
Äthylchlorid beschickt worden war, wurden 10 Stunden
ίο lang ein organisches Hydroperoxid von der in Tabelle II
angegebenen Art und mit der ebenfalls in Tabelle II genannten Beschickungsgeschwindigkeit und ein Salz
eines Monoesters der schwefligen Säure der Art und mit der Beschickungsgeschwindigkeit wie sie in Tabelle II
angegeben sind, eingeführt
Nach Beendigung der Beschickung wurde die so erhaltene Polymeren-Suspension abgezogen und in eine
wäßrige Hydroxylaminhydrochloridlösung geleitet die
bei einer Temperatur von 50T gehalten und deren pH-Wert zur Beendigung der Polymerisation durch
Zugabe von Natriumbicarbonat auf« eingestellt wurde.
Dann wurde das Polymere durch Zentrifugieren abgetrennt anschließend mit Wasser gewaschen und
schließlich in einem Ofen mit Zwangsdurchlüftung bei easer Temperatur von 70° C getrocknet
Der Polymerisationsumwandlungsgrad, die Viskositätszahl
und die Schüttdichte des auf diese Weise erhaltenen Polymeren sind in der nachstehenden
Tabelle II wiedergegeben. Die Viskositätszahl (η) wurde
in Cyclohexan bei einer Temperatur von 30° C bestimmt und in dl/g ausgedrückt Die Schüttdichte wurde in
g/cm3 ausgedrückt
| Organisches Hydroperoxid | g/Std. | Schwefelverbindung | g/Std. | Tempe | Umwand | Viskositäts | Schütt |
| 0,25 | 0,39 | ratur | lung | zahl | dichte | ||
| Art | 0,15 | Art | 0,21 | ( O | (%) | ||
| Cumolhydroperoxid | 0,10 | Natriummethylsulfit | 0,27 | 20 | 20,5 | 1,07 | 0,41 |
| Cumolhydroperoxid | 0,09 | Magnesium methylsulfit | 0,27 | 40 | 33 | 1,35 | 0,43 |
| tert.-Butylhydroperoxid | Magnesiumäthylsulfit | 50 | 41 | 1,41 | 0,47 | ||
| tert-Butylhydroperoxid | Kaliummethylsulfit | 30 | 30 | 1,35 | 0,43 | ||
Claims (1)
- Patentanspruch:Abänderung des Verfahrens zur Polymerisation von Vinylchlorid, allein oder im Gemisch mit bis zu 50 Gew.-% von einem oder mehreren anderen mischpolymerisierbaren äthylenisch ungesättigten Monomeren, bezogen auf Monomerengesamtmenge, in Masse, gegebenenfalls zusammen mit geringen Mengen an nicht reagierenden organischen Verdünnungsmitteln, bei einer Temperatur unter 0"C in Abwesenheit von Sauerstoff und in Gegenwart eines Rfidox-Katalysatorsystems auf der Basis von organischen Peroxiden und Reduktionsmitteln, wobei man ein Redox-Katalysatorsystem aus(a) einem organischen Hydroperoxid der allgemeinen Formel R—O—O—H, worin R ein gerad- oder verzweigtkettiger Alkylrest, ein Cycloalkyl-, Aryl- oder Aralkylrest ist, in einer Konzentration zwischen 0,01 und 3 Gew.-%, bezogen auf Monomeren und(b) einem Salz eines Monoesters der schwefligen Säure der allgemeinen Formeldadurch gekennzeichnet ist, daß man ein Redox-Katalysatorsystem aus
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