DE19719020A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Regenerieren von Verzinnungslösungen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Regenerieren von VerzinnungslösungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Regenerieren von
verbrauchten Verzinnungslösungen.
Die außenstromlose Verzinnung von Kupferwerkstücken mittels einer wäßrigen Ver
zinnungslösung ist ein gängiges Verfahren in der Oberflächenbeschichtungstechnik.
Es findet beispielsweise bei der Innenverzinnung von Kupferrohren oder der Verzin
nung von Platinen für integrierte Schaltkreise Anwendung.
Die Verzinnungslösung enthält wäßrig gelöste Zinnionen, welche aufgrund einer
chemischen Reduktion mittels eines geeigneten Reduktionsmittels auf dem Kupfer
abgeschieden werden. Hierbei findet an der Oberfläche der Kupferwerkstücke ein
Austausch zwischen den Metallen statt, der durch einen in der Verzinnungslösung
enthaltenen Komplexbildner ermöglicht wird. Als Reduktionsmittel wird vor allem Hy
pophosphit eingesetzt, als Komplexbildner findet meist Thioharnstoff Anwendung.
Durch die Herabsetzung des Redoxpotentials von Kupfer in der komplexgebundenen
Form, geht Kupfer in Lösung und Zinn scheidet sich auf der Oberfläche des Kupfer
werkstücks ab. Da bei chemischen Reaktionen keine freien Elektronen auftreten, ist
die Oxidation eines Reaktionspartners stets von der Reduktion eines anderen be
gleitet.
Mit dem Prozeß der außenstromlosen Verzinnung ist folglich eine Anreicherung von
Kupfer und eine Abreicherung von Zinn in der Verzinnungslösung verbunden. Im
konventionellen Betrieb muß daher Zinn und Komplexbildner nachdosiert werden,
bis eine Kupfergrenzkonzentration erreicht ist, bei der die Lösung unbrauchbar ist
und ausgetauscht werden muß. Desweiteren muß von Zeit zu Zeit Reduktionsmittel
nachdosiert werden, da sich dieses verbraucht, wenn nach dem Erreichen einer
vollständigen Zinnschicht noch weiteres Metall abgeschieden werden soll.
Die verbrauchte Verzinnungslösung enthält dann Zinn- und Kupferionen, freien und
an die Kupferionen gebundenen Komplexbildner, verbrauchtes und unverbrauchtes
Reduktionsmittel und gegebenenfalls weitere Bestandteile oder prozeßtechnisch
bedingte Verunreinigungen.
Zur Regenerierung eines galvanischen Verzinnungselektrolyten wird durch die
DE 27 42 718 A1 vorgeschlagen, zuerst die Zinnionen mittels Elektrolyse zu entfer
nen und dann im Anschluß die Fremdmetallionen in einem Kationenaustauscher zu
entfernen.
Durch die DE 43 10 366 C1 zählt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Regene
rieren von wäßrigen, außenstromlos arbeitenden Beschichtungslösungen zur Me
tallbeschichtung mittels Metallionen und eines Reduktionsmittels zum Stand der
Technik. Hierbei wird eine Kombination eines Ionenaustauscher-Prozesses mit den
Elektrodenreaktionen der Elektrolyse vorgenommen.
Der Vorgang findet in einer mindestens vierkammerigen Elektrolysezelle statt. Es
wird eine elektrolytische Regeneration erreicht durch Reduktion von im Prozeß ent
stehendem Orthophosphit in einer Kathodenkammer zu Hypophosphit und durch
elektrodialytische Bereitstellung von gegenionenfreien Nachschärfchemikalien.
Eine elektrolytische Regeneration von außenstromlos arbeitenden Verzinnungslö
sungen konnte bislang nicht erfolgreich praktiziert werden, da bereits die thermody
namischen Potentiale des komplexgebundenen Kupfers und des Zinns gegen eine
Kupferabscheidung sprechen.
Hier setzt die vorliegende Erfindung ein, deren Aufgabe es ist, ein Verfahren und
eine Vorrichtung aufzuzeigen, welche es ermöglichen, die sich anreichernde Stör
komponente Kupfer durch kathodische Abscheidung abzutrennen und gleichzeitig
die sich verbrauchende Komponente Zinn nachzuliefern, so daß hierdurch die
Nutzungsdauer bzw. Standzeit von außenstromlos arbeitenden Verzinnungslösun
gen für Kupferwerkstücke deutlich verlängert werden kann.
Die Lösung des verfahrensmäßigen Teils dieser Aufgabe besteht in den Merkmalen
des Anspruchs 1.
Die Lösung des gegenständlichen Teils dieser Aufgabe ist in den Merkmalen des
Anspruchs 8 zu sehen.
Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den ab
hängigen Ansprüchen 2 bis 7 charakterisiert. Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfin
dungsgemäßen Vorrichtung bilden den Gegenstand der abhängigen Ansprüche 9
bis 12.
Kernpunkt der Erfindung bildet die Maßnahme, verbrauchte Verzinnungslösung in
starker Verdünnung zu regenerieren. Erfindungsgemäß wird eine Kombination von
Elektrodenreaktionen der Elektrolyse mit Transportprozessen in Ionenaus
tauschermembranen vorgenommen. Hierbei erfolgt eine Abreicherung von Kupfer
durch kathodische Abscheidung aus einer Verdünnung der Verzinnungslösung und
Anreicherung von Zinn durch anodische Auflösung und Transport durch eine Katio
nenaustauschermembran.
Die Erfindung macht sich dabei die Erkenntnis zu eigen, daß bei einer Regenerati
onslösung, in der die im Verzinnungsprozeß verwendete Verzinnungslösung stark
verdünnt vorliegt, sich die Abscheideverhältnisse gegenüber der originalkonzentrier
ten Verzinnungslösung umkehren und sich bevorzugt Kupfer aus dem thermodyna
misch benachteiligten Kupferkomplex abscheidet. Dadurch kann die Störkompo
nente Kupfer abgereichert und die für den Prozeß notwendige Komponente Zinn
durch anodische Auflösung nachgeliefert werden.
Die Regenerationslösung wird einer Elektrolysezelle zugeleitet, welche eine Katho
denkammer mit eingegliederter Kathode, eine Mittelkammer und eine mit einem
Anolyten gefüllte Anodenkammer mit eingegliederter Anode umfaßt. Die Kathoden
kammer ist durch eine Anionenaustauschermembran von der Mittelkammer getrennt,
wohingegen zwischen Anodenkammer und Mittelkammer eine Kationenaus
tauschermembran eingegliedert ist. Zwischen Anode und Kathode ist eine elektri
sche Potentialdifferenz angelegt.
In der Elektrolysezelle gelangt die Regenerationslösung zunächst in die Kathoden
kammer und verweilt dort unter Abscheidung von Kupfer an die Kathode. Die Ver
weilzeit ist abhängig von der zugeführten Gesamtmetallmenge. Anschließend wird
die an Kupfer abgereicherte Regenerationslösung in die Mittelkammer geleitet, wo
eine Zinnanreicherung von aus dem Anolyten der Anodenkammer durch die Katho
denaustauschermembran durchgetretenen Zinnionen erfolgt.
Danach kann die aufbereitete, mit Zinn angereicherte Regenerationslösung aus der
Mittelkammer der Weiterverwendung zugeführt werden.
Zweckmäßigerweise wird die aufbereitete Regenerationslösung in den Verzinnungs
prozeß zurückgeführt, wo sie auch die dort durch Verdunstung auftretenden Was
serverluste ausgleicht.
Gemäß den Merkmalen des Anspruchs 2 besteht die Regenerationslösung aus einer
5 bis 50%igen Verdünnung der Verzinnungslösung. Als besonders vorteilhaft wird
ein Konzentrationsbereich zwischen 10 bis 15% angesehen.
Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, die Regenerationslösung durch Abziehen
von Verzinnungslösung aus dem Beschichtungsprozeß und Zumischen einer ent
sprechend hohen Menge von Wasser zu erhalten, ist eine besonders vorteilhafte
Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens in den Merkmalen des Anspruchs
3 zu sehen. Danach wird die Regenerationslösung aus einem Spülprozeß der Kup
ferwerkstücke gewonnen.
Das durch eine geeignete Spültechnik aufkonzentrierte Spülwasser, das eine Elek
trolytkonzentration von vorzugsweise 10 bis 15% der Prozeßlösung besitzt, wird
dann in die Kathodenkammer der Elektrolysezelle geleitet.
Die Verdünnung der Verzinnungslösung, die sich automatisch beim Spülprozeß er
gibt und durch geeignete Spültechniken auf den geforderten Konzentrationsbereich
gebracht wird, ermöglicht die kathodische Abscheidung von Kupfer aus dem Kom
plex gegenüber Zinn, und zwar obwohl die thermodynamischen Redoxpotentiale
dies nicht erwarten lassen.
Die in der Regenerationslösung enthaltenen Kupferionen werden kathodisch abge
schieden. In geringem Maße werden auch die ebenfalls in der Regenerationslösung
enthaltenen Zinnionen kathodisch mit abgeschieden. Die Ionen des Reduktionsmit
tels können durch die Ionenaustauschermembranen in die Mittelkammer diffundie
ren, in der sich die Regenerationslösung des vorhergehenden Regeneriertakts be
findet. Diese ist bereits an Kupfer abgereichert.
Nach der Kupferanreicherung in der Kathodenkammer wird die Regenerationslösung
in die Mittelkammer überführt, in der die Zinnanreicherung stattfindet.
Hierbei gelangen Zinnionen, die in der Anodenkammer anodisch aufgelöst werden,
durch Diffusion aus der Anodenkammer durch die Kationenaustauschermembran in
die Mittelkammer. Die Anionen des Reduktionsmittels werden durch die Kationen
austauschermembran an einem Durchtritt in die Anodenkammer gehindert, so daß
sie in der Mittelkammer verbleiben.
Die Kombination von Elektrodenreaktionen der Elektrolyse mit Transportprozessen
in Ionenaustauschermembranen ermöglicht erfindungsgemäß eine selektive Ab
scheidung der Störkomponente Kupfer aus einer Regenerationslösung in Form von
verdünnter Verzinnungslösung.
Im Anschluß an die Zinnanreicherung wird die regenerierte Lösung in den Verzin
nungsprozeß zurückgeführt und frischt die Verzinnungslösung auf. Hierdurch wird
die Standzeit und Nutzungsdauer der Verzinnungslösung deutlich verlängert.
Als Anolyt, der in einem eigenen Kreislauf geführt wird (Anspruch 4), kommt
Schwefelsäure zur Anwendung, vorzugsweise in einer Konzentration zwischen 3%
und 6% (Anspruch 5). Hier verläuft eine anodische Auflösung des Zinns ohne Pola
risationseffekt mit nahezu 100%iger Stromausbeute.
Alternativ kann als Anolyt auch Tetrafluoroborsäure oder Methansulfonsäure einge
setzt werden, wie dies Anspruch 6 vorsieht.
Nach den Merkmalen des Anspruchs 7 liegt die Temperatur in der Elektrolysezelle
zwischen 10°C und 60°C. Am besten verläuft die kathodische Abreicherung an
Kupfer und Anreicherung an Zinn in einem Temperaturbereich zwischen 30°C und
40°C.
Die Regenerationslösung wird in der Elektrolysezelle bewegt, wie dies Anspruch 9
vorsieht. Dies kann beispielsweise durch das Umpumpen von Kammer zu Kammer
erfolgen oder durch ein Rühren in den Kammern. Hierdurch werden Polarisationsef
fekte in den Kammern, insbesondere an den Membranoberflächen, vermieden.
Zur Gewährleistung optimaler Regenerationsbedingungen kann die Temperatur der
Elektrolysezelle steuerbar sein (Anspruch 10).
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich sowohl im kontinuierlichen Taktbetrieb
als auch im Chargenbetrieb durchführen.
Die Regenerationslösung kann entweder quasi kontinuierlich in zwei Takten durch
die Kathodenkammer bzw. Mittelkammer der dreikammerigen Membranelektrolyse
geführt oder es kann ein Anteil der Verzinnungslösung als Charge verdünnt in der
Zelle regeneriert und anschließend wieder der Verzinnungslösung zugeführt wer
den.
Vorzugsweise besteht das Kathodenmaterial aus Kupfer oder Edelstahl (Anspruch
11). Das Anodenmaterial besteht aus Zinn. Dies ist eine Voraussetzung für die
Zinnanreicherung während des Regenerationsprozesses.
Da ein Verzinnungsprozeß üblicherweise bei Temperaturen zwischen 70°C und
80°C durchgeführt wird, treten entsprechend hohe Verdunstungsverluste in der
Verzinnungslösung auf. Die zugeführte aufbereitete Regenerationslösung gleicht
diese aus. Falls erforderlich, kann eine bedarfsgerechte prozeßabhängige Korrektur
bzw. Einstellung der Regenerationslösung vorgenommen werden. Auf diese Weise
wird durch das erfindungsgemäße Verfahren auch eine günstigere Wasserkreislauf
führung erreicht.
Gemäß den Merkmalen des Anspruchs 12 können zwei oder mehrere
Elektrolysezellen stapelweise hintereinander (Reihenschaltung) oder parallel ne
beneinander (Parallelschaltung) geschaltet werden. Damit wird eine hohe Kapazität
für die Aufbereitung verbrauchter Verzinnungslösungen bereitgestellt.
Die Erfindung ist nachstehend durch ein Beispiel und eine Abbildung näher erläu
tert.
Das Beispiel betrifft einen Verzinnungselektrolyten zur außenstromlosen Verzinnung
der auf Fluoroboratbasis mit dem Komplexbildner Thioharnstoff und dem Redukti
onsmittel Hypophosphit aufgebaut ist.
Für das Beispiel gelten die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Daten:
Redoxpotentiale
Stabilitätskonstanten
In der Tabelle sind außer den Reaktionsgleichgewichten für das System aus Zinnio
nen, komplexgebundenen Kupferionen und Anionen des Reduktionsmittels auch
diejenigen der chemischen Wasserzersetzung aufgeführt, da diese bei der Mem
branelektrolyse, insbesondere bei stark verdünnten Lösungen, mit berücksichtigt
werden müssen.
Es zeigt sich anhand der Daten, daß freies Kupfer, sowohl als Cu(I) als auch als
Cu(II) bevorzugt gegenüber Zinn abgeschieden werden könnte. Da das Kupfer aber
ausschließlich als komplexgebundenes Kupfer vorliegt, erfolgt eine Zinnabschei
dung. Dies ist in konzentrierten Lösungen auch der Fall.
Die Erfindung führt dazu, daß bei der Regenerationslösung in der Verzinnungslö
sung in der angegebenen Verdünnung vorliegt, elektrodenkinetische Effekte
(Durchtrittsreaktion, Austauschstromdichte, Überspannung) eine zunehmend wichti
gere Rolle spielen, so daß trotz der ungünstigen Potentialverhältnisse bevorzugt
Kupfer abgeschieden werden kann.
Der Ablauf des Regenerationsprozesses einer Verzinnungslösung ist in Fig. 1 ver
deutlicht. Die für das System wichtigen Reaktionsgleichgewichte, Redoxpotentiale
und Komplexstabilitätskonstanten finden sich in vorstehender Tabelle.
Mit 1 ist in der Fig. 1 eine Anlage zur außenstromlosen Verzinnung von Kupfer
werkstücken mittels einer wäßrigen Verzinnungslösung bezeichnet.
Im Anschluß an den Verzinnungsprozeß werden die Kupferwerkstücke in einem
Spülvorgang gereinigt. Der Spülvorgang ist mit SP, die Wasserzuführung durch den
Pfeil W gekennzeichnet. Hierbei wird der aus der Verzinnungslösung durch Elektro
lytausschleppung ausgeschleppte Anteil durch das Spülwasser verdünnt. Durch eine
entsprechende Spültechnik wird das Spülwasser auf eine 10 bis 15%ige Verdün
nung der Prozeßlösung konzentriert.
Die so hergestellte Regenerationslösung wird einer dreikammerigen Elektrolysezelle
2 zugeleitet. Die Elektrolysezelle umfaßt eine Kathodenkammer 3, eine
Mittelkammer 4 und eine Anodenkammer 5.
In der Kathodenkammer 3 befindet sich eine Kathode 6 aus Kupfer, in der Anoden
kammer 5 ist eine Anode 7 aus Zinn angeordnet. Zwischen Anode 7 und Kathode 6
ist eine Potentialdifferenz angelegt.
Die Kathodenkammer 3 ist durch eine Anionenaustauschermembran 8 und die An
odenkammer 5 durch eine Kationenaustauschermembran 9 von der Mittelkammer 4
getrennt.
Die Regenerationslösung wird zunächst in die Kathodenkammer 3 geleitet (Pfeil P1).
Die Störkomponente Kupfer wird dann aus dem Thioharnstoffkomplex bei einer
Stromdichte von 0,4 bis 0,6 A/dm2 zu über 95% kathodisch abgeschieden und
damit aus dem System entfernt. Gleichzeitig können Anionen, wie das
Tetrafluoroboratanion und das Hypophosphitanion durch die Anionenaus
tauschermembran 8 in die Mittelkammer 4 durchtreten.
Als Nebenreaktionen können eine Mitabscheidung des Zinns von weniger als 35%,
die Zersetzung von Wasser durch Wasserstoffentwicklung und eine Reduktion von
Orthophosphitanteilen zu Hypophosphit über den entstehenden Wasserstoff eintre
ten. Insbesondere die Wasserzersetzung aufgrund der Verdünnung führt zu einer
geringeren Stromausbeute (ca. 40%) bezüglich der Metallabscheidung.
Nach einer der abzuscheidenden Metallmenge entsprechenden Verweilzeit wird der
Inhalt der Kathodenkammer 3 in die Mittelkammer 4 umgepumpt (siehe Pfeil P2).
Hier findet eine Zinnanreicherung durch Zinnionen statt, die aus der Anodenkammer
5 durch die Kationenaustauschermembran 9 diffundieren. Die Tetrafluoroborat- und
Hypophospitionen können wegen der Kationenaustauschermembran 9 nicht in die
Anodenkammer 5 durchtreten.
Im Anschluß an die Zinnanreicherung kann die regenerierte Lösung in den Verzin
nungsprozeß zurückgeführt werden (Pfeil P3). Hierdurch können auch die im Ver
zinnungsprozeß auftretenden Verdunstungsverluste ausgeglichen werden. Die im
Verzinnungsprozeß auftretende Verdunstung ist durch die Pfeile V angedeutet. Falls
erforderlich, kann eine Bedarfskorrektur (Pfeil BK) der aufbereiteten verdünnten Lö
sung auf die prozeßtechnischen Anforderungen der Verzinnungslösung vorgenom
men werden.
Die jeweiligen Elektrolytlösungen in den drei Reaktionskammern (Kathodenkammer
3, Mittelkammer 4, Anodenkammer 5) werden bewegt, damit Polarisationseffekte in
den Reaktionskammern 3, 4, 5, insbesondere an den Membranoberflächen, vermie
den werden. Die Bewegung in der Kathodenkammer 3 und in der Mittelkammer 4 ist
durch die Pfeile B1 und B2 angedeutet. Die Bewegung B1, B2 kann beispielsweise
durch Rühren erfolgen. Der Anolyt (H2SO4) in der Anodenkammer 5 wird in einem
eigenen Kreislauf geführt. Dieser ist durch den Pfeil B3 gekennzeichnet.
Die Kombination von Elektrodenreaktionen der Elektrolyse mit Transportprozessen
in Ionenaustauschermembranen ermöglicht somit eine selektive Abscheidung der
Störkomponente Kupfer aus einer verdünnten Verzinnungslösung bei gleichzeitiger
Anreicherung von Zinn über anodische Auflösung und Transport der Zinnionen
durch die Kationenaustauschermembran. Die regenerierte Lösung wird in die Ver
zinnungslösung des Verzinnungsprozesses zurückgeführt. Hierdurch wird die
Standzeit bzw. die Nutzungsdauer der Verzinnungslösung deutlich verlängert.
Erfindungsgemäß ist es möglich, daß zwei oder mehrere der vorbeschriebenen
Elektrolysezellen 2 stapelweise hintereinander (Reihenschaltung) oder parallel ne
beneinander (Parallelschaltung) geschaltet sind. Auf diese Weise wird die jeweils
bedarfsgerecht gestaltete Kapazität für die Aufbereitung von Verzinnungslösungen
erreicht.
1
Verzinnungsanlage
2
Elektrolysezelle
3
Kathodenkammer
4
Mittelkammer
5
Anodenkammer
6
Kathode
7
Anode
8
Anionenaustauschermembran
9
Kationenaustauschermembran
B1 Pfeil
B2 Pfeil
B3 Pfeil
BK Bedarfskorrektur
P1 Pfeil
P2 Pfeil
P3 Pfeil
SP Spülvorgang
V Verdunstung
B1 Pfeil
B2 Pfeil
B3 Pfeil
BK Bedarfskorrektur
P1 Pfeil
P2 Pfeil
P3 Pfeil
SP Spülvorgang
V Verdunstung
Claims (12)
1. Verfahren zum Regenerieren einer wäßrigen, außenstromlos arbeitenden Ver
zinnungslösung für Kupferwerkstücke, welche Zinn- und Kupferionen, freien und
an die Kupferionen gebundenen Komplexbildner sowie verbrauchtes und unver
brauchtes Reduktionsmittel enthält, dadurch gekennzeichnet, daß eine ver
dünnte Verzinnungslösung enthaltende Regenerationslösung einer Elektrolyse
zelle (2) zugeleitet wird, welche eine Kathodenkammer (3) mit eingegliederter
Kathode (6), eine Mittelkammer (4) und eine mit einem Anolyten gefüllte Ano
denkammer (5) mit eingegliederter Anode (7) umfaßt, wobei zwischen Anode (7)
und Kathode (6) eine Potentialdifferenz angelegt ist und die Kathodenkammer
(3) durch eine Anionenaustauschermembran (8) und die Anodenkammer (5)
durch eine Kationenaustauschermembran (9) von der Mittelkammer (4) getrennt
sind, wobei die Regenerationslösung zunächst in die Kathodenkammer (3) gelei
tet wird und dort unter Abscheidung von Kupfer an die Kathode (6) verweilt, und
daß nach der Verweilzeit die an Kupfer abgereicherte Regenerationslösung in
die Mittelkammer (4) geleitet wird, wo eine Zinnanreicherung von aus der Ano
denkammer (5) durch die Kationenaustauschermembran (9) durchgetretenen
Zinnionen erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Regenerations
lösung zwischen 5% und 50%, vorzugsweise 10% bis 15% Verzinnungslö
sung enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Regene
rationslösung aus einem Spülprozeß (SP) der Kupferwerkstücke gewonnen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Anolyt in einem Kreislauf (B3) geführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
als Anolyt eine 3 bis 6%ige Schwefelsäure verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
als Anolyt eine Tetrafluoroborsäure oder eine Methansulfonsäure verwendet
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Temperatur in der Elektrolysezelle (2) zwischen 10°C und 60°C, vorzugs
weise zwischen 30°C und 40°C, liegt.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch eine Elektrolysezelle (2), welche
eine Kathodenkammer (3) mit eingegliederter Kathode (6), eine Mittelkammer (4)
und eine Anodenkammer (5) mit eingegliederter Anode (7) umfaßt, wobei die
Kathodenkammer (3) durch eine Anionenaustauschermembran (8) und die Ano
denkammer (5) durch eine Kationenaustauschermembran (9) von der Mittel
kammer (4) getrennt sind und zwischen Anode (7) und Kathode (6) eine Poten
tialdifferenz anlegbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Regenerati
onslösung in der Elektrolysezelle (2) bewegbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Tem
peratur der Elektrolysezelle (2) steuerbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die Anode (7) aus Zinn und die Kathode (6) aus Kupfer oder Edelstahl besteht.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
mehrere Elektrolysezellen hintereinander und/oder parallel geschaltet sind.
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