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"Schleifbirste" Zum Schleifen metallischer Oberflächen ist es bekannt,
Filzscheiben zu verwenden, die an ihrer Umfangsfläche mit einer festhaftenden Überzugsschicht
aus einem Binde-und Schleifmittel versehen werden. Als Schleifmittel wird dabei
zumeist kleinkörniger Korund (Schmirgel) oder Karborundum verwendet, das nach Überziehen
des Filzscheibenrandes mit dem Bindemittel, z. B. Leim, auf die Filzscheibe aufgerollt
wird. Auch ist für diese Zwecke das Aufleimen eines Binde-und Schleifmittelgemisches
bekannt. Da der Schleifmittelüberzug sich bei diesen Schleifscheiben verhältniamässig
schnell abnutzt, ist es erforderlich, die überzugsschicht aus Binde-und Jchleifmittel
entsprechend oft zu erneuern, wozu umfangreiche und zeitraubende Arbeiten nötig
sind.
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Das ist auch bei jenen bekannten Schleifscheiben der Fall, bei denen
als Träger für die Schleifmittelschicht anstelle von Filz ein aus miteinander verflochtenen
bzw. verwebten Gummi-und Textilfasern bestehender Soheibenkörper, eine sogenannte
Gutex-Soheibe, Verwendung findet.
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Es sind ferner Schleifbänder bekanntgeworden, bei denen das Schleifmittel
wiederum hauptsächlich Schmirgel, unter Verwendung eines Bindemittels auf Leim-oder
Kunststoffbasis auf einem endlosen Band aus Leinen oder Papier aufgebracht ist.
Derartige Schleifbänder haben gegenüber den bekannten Filz-oder Gutex-Schleifscheiben
den Vorteil, dass sie schneller einsatzbereit und in gewissem Umfang auch nachgiebiger
sind. Letzteres gilt insbesondere für die unter der Bezeichnung Schleifmops und
Lamellen-Schleifräder bekanntgewordenen Schleifwerkzeuge, die aus fächerartig angeordneten,
ringförmig eingebundenen Papier-oder Leinenblättern bestehen, welche einseitig mit
Leim oder Schmirgel überzogen sind. Es handelt sich dabei um eine Abart des Schleifbandes
mit dem wesentlichen Unterschied, dass die in Umfangsrichtung des Schleifrades hintereinanderliegenden
Johleifblätter eine grössere Anschmiegsamkeit und damit bessere Anpassungsfähigkeit
an die zu bearbeitenden Werkstück-Oberflächen besitzen.
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Ferner ist es bekannt, für Schleif-und Polierzweoke sogenannte Sisalsoheiben
zu verwenden, bei denen der Scheiben. körper aus miteinander verweben Sisalfasern
besteht. Der Einsatz dieser Sisalscheiben erfolgt in der Weise, dass während der
Schleifarbeit je nach Bedarf Schleifpaste auf den Scheibenumfanges aufgetragen wird.
Letzteres ist auch der Fall bei den sogenannten Sisal-Schnur-Scheiben, die im Gegensatz
zu den vorerwähnten, vollrunden Sisalscheiben im wesent-
| lichten radial verlaufende, lediglich miteinander versteppte |
| Sisalfasernbzw.-fäden oder-borsten aufweisen. |
| Schließlich kennt man auch die sogenannten Fibre- |
oder Schnur-Bürsten, deren Bürstenfäden aus Fibre oder aus Papier besteheh. Solche
Schleifwerkzeuge werden hauptsächlich zum Bürsten und Feinschleifen benutzt, teilweise
aber auch für Mattier-und Polierzwecke verwendet. Auch bei ihnen wird das eigentliche
Schleifmittel während des Sohleifvorganges von aussen in Form einer Schleif-bzw.
Mattierpaste auf den Bürstenumfang aufgebracht. Solche Bürsten haben gegenüber den
eingangs erwähnten Schleifscheiben und Schleifbändern vor allem den Vorteil, dass
sie wegen der Flexibilität ihrer Bürstenfäden ässerst anschmiegsam sind, mithin
insbesondere bei Werkstücken mit profilierter Oberfläche, die eine weitgehende Anpassung
des Schleifwerkzeuges erfordern, zum Feinschliff bevorzugt verwendet werden können.
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Nachteilig ist dabei aber, dass ihr Einsatz durch das ständig erforderliche
Zuführen des Schleifmittels von ausaen erschwert wird, das umsomhr, als das Aufbringen
der Schleifpaste zur Erzielung einwandfreier Schleifergebnisse möglicht gleiohmässig
erfolgen muss. Darüber hinaus ist bei solchen Bürsten der Verbrauch an Schleifmitteln
verhältnismäßig gross, weil ein erheblicher Teil des Schleifmittels bereits vorzeitig
von der rotierenden Bürste abgeschleudert wird.
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Der Neuerung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Schleifwerkzeug
zu schaffen, dass die den vorerwähnten bekannten Werkzeugen anhaftenden Nachteile
nicht aufweist, hingegen ihre Vorteile in sich vereinigt, und das sich vor allem
dadurch auszeichnet, dass es eine hinreichend anpassungsfähige Schleiffläohe besitzt,
keine Zufuhr des Schleifmittels von aussen erfordert und sparsam im Schleifmittelverbrauch
ist. Das wird, ausgehend von einer Schleifbürste mit scheibenförmig eingebundenen,
im wesentlichen radial verlaufenden Bürstenfasern bzw. -fäden, neuerungsgemäss im
wesentlichen dadurch erreicht, dass die Bürstenfäden mit einer festhaftenden Überzugsschicht
aus Schleif- und Bindemitteln versehen sind. Auf diese Weise ist sichergestellt,
dass die nach der Neuerung ausgebildete Schleifbürste, die auch aus verschiedenen
Schleifbürsten-Ringen zusammengesetzt sein kann, ständig einsatzbereit ist, da sie
das dafür erforderliche Schleifmittel gewissermassen aus sich selbst heraus nachliefert,
und dass sie'dennoch infolge der Flexibilität ihrer Bürstenfäden eine hinreichende
Nachgiebigkeit und Anpassungsfähigkeit an die zu bearbeitende Werstüok-Oberfläche
besitzt.
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Nach einem weiteren Merkmal der Neuerung sind die Blirstenfäden vorteilhaft
in der Arbeitsumlaufrichtung der Bürste entgegengesetztem Sinne zurückgebogen und
vorzugsweise nur an ihrer Vorderseite sowie an ihren Flanken mit dem Schleif- und
Bindemittelüberzug versehen. Die Bürstenfäden
sind dabei zweckmäßig
in an sich bekannter Weise miteinander versteppt, wobei jedoch die Steppnähte in
Bezug auf den ringförmigen Einbund der Bürstenfäden im wesentlichen tangential und
in den Bürstenfäden entgegengerichtetem Sinne verlaufend angeordnet sind. Durch
die Zurüokbiegung der Bürstenfäden entgegen der Arbeitaumlaufrichtung der Schleifbürste
kann der Angriff der mit dem Schleifmittel überzogenen Bürstenfäden auf die Werkstück-Oberfläche
vergleichsweise weich bzw. sanft gehalten werden, wodurch ein besseres Sohleifergebnis
erzielt wird.
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Zur Herstellung der neuen Schleifbürste bzw. Schleifbürstenringe
können verschiedene Wege eingeschlagen werden.
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In manchen Fällen ist es zweokmãssig, das Aufbringen des Binde-und
Schleifmittels auf die Bürstenfäden bereits vor deren scheibenförmigem Einbinden
zur Bürste vorzunehmen, vorzugsweise dadurch, dass man die Bürstenfäden kontinuierlich
durch ein Bindemittel enthaltendes Bad hindurchführt, danach mit dem Schleifmittel
ganz oder streckenweise belädt, anschliessend in entsprechende Fadenlängen unterteilt
und schliesslich letztere in der bekannten Weise zur Bürste einbindet. Es ist aber
ebenso gut auch möglich und für viele Zwecke sogar vorteilhafter, das Binde-und
Schleifmittel auf die Bürstenfäden in deren eingebundenem Zustand aufzubringen,
sei es im Tauch- oder Tränkverfahren oder dadurch, dass man ein Gemisch von Bindemittel
und Schleifmittel aufleimt. Vorzugsweise wird man dabei aber so vorgehen, dass
man
das Schleifmittel und gegebenenfalls auch das Bindemittel auf die Bürstenfäden aufsprüht
bzw. aufbläst.
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Als Werkstoff für die mit der Schleifmittel-Überzugsschicht u versehenden
Bürstenfasern bzw. -fäden kann grundsätzlich jeder hinreichend flexible Stoff verwendet
werden, insbesondere empfehlen sich dafür Textil-, Sisal-, Fibre-, Hanf-, Kunststoff-,
Gummi- oder auch Papier-Fäden. Wesentlich ist nur, dass die Bürstenfaser eine hinreichende
Nachgiebigkeit besitzt und diese auch nach dem Aufbringen des Schleif-und Bindemittels
noch in gewissem Umfang beibehält.
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Als Schleifmittel kommen hierfür die üblichen Schleifwerkstoffe, wie
vornehmlich Schmirgel und Karborundum in Frage.
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Die Wahl des Bindemittels hängt von der werkstoffmässigen Beschaffenheit
der Bürstenfasern ab. Im allgemeinen sind für die mit der Neuerung verfolgten Zwecke
in erster Linie Bindemittel auf Kunststoffbasis geeignet. In vielen Fällen kommtmn
aber auch mit einem organischen Bindemittel, wie beispielsweise den üblicherweise
zum Einbinden der Schleifmittel verwendeten Leimen u. dgl. aus.
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Ein Ausführungsbeispiel der neuerungsgemäss ausgebildeten Schleifbürste
ist in der Zeichnung schematisch dargestellt. Die Schleifbürste 1 oder ein entsprechender
Sohleifbürstenring besteht hier im wesentlichen aus den Bürstenfäden 2, die in bekannter
Weise mittels eines Ringflansches 3 aus Pappe, Holz odgl. scheibenförmig eingebunden
sind. Die aus textilem Gut, Kunststoff, Gummi, Papier odgl.
bestehenden
Bürstenfäden sind neuerungsgemäss mit einer festhaftenden Uberzugssohioht 4 aus
einem unter Verwendung eines entsprechenden Bindemittels aufgebrachten Schleifmittel
wie beispielsweise Schmirgel oder Karborundum, versehen. Die Schleifmittel-Überzugsschicht
4 ist vorteilhaft nur an der in Arbeitsumlaufriohtung 5 der Schleifbürste vorn liegenden
Stirnfläche der Bürstenfäden 2 sowie an deren Flanken vorgesehen. Das hat den Vorteil,
dass dadurch einmal an Schleifmitteln gespart wird, zum anderen aber die Flexibilität
des
| Bürstenfadens 2 soweit wie möglich erhalten bleibt Die mit |
| dem Sohleifmittelüberzug 4 und einem entsprechenden Binde- |
| t |
| mittel versehenen Fäden 2 sind nach arsen hin in der Arbeit |
| umlaufrichtung 5 entgegengesetztem Sinn zurückgebogen. Sie |
werden durch Steppnähte 6 in dieser Lage gehalten, die in Bezug auf den ringförmigen
Einbund 3 der Bürste im wesentlichen tangential und in den Bürstenfäden 2 entgegengesetztem
Sinn angeordnet sind. Zweckmässig werden noch weitere, zu den Nähten 6 quer verlaufende,
in der Zeichnung nicht dargestellt Steppnähte angeordnet, die dem aus den Fäden
2 gebildeten Umfangsteil der Schleifbürste einen festeren Zusammenhalt geben.
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Wie schon erwähnt, kann die aus einem entsprechenden Binde-und Schleifmittel
bestehende überzugsschicht 4 auf die Fäden 2 sowohl wo ihrem Einbinden als auch
im eingebundenen Zustand aufgebracht werden. Für letzteren Fall wird sowohl das
Bindemittel als auch das Schleifmittel zweckmäßig auf die Bürstenfäden aufgesprüht
bzw. aufgeblasen. Das geschieht
am einfachsten dadurch, dass man
die Schleifbürste 5 vor entsprechenden Blas-bzw Zerstäuberdüsen langsam rotieren
läßt und dabei die Bürstenfäden an der den Zerstäuberdüsen benachbarten Stelle durch
Gegenhalterrollen odgl. Zurückhaltemittel gegenüber den vorlaufenden Fäden zurückhält,
um auf diese Weise das Binde-und Schleifmittel verhältnismassiv weit an die inneren
Partien der Bürste bzw. der Bürstenfäden heranbringen zu können.