DE1490279B - Metallischer Leiter - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen metallischen
Leiter mit mindestens zwei Isolierschichten unterschiedlicher Zusammensetzung, von denen eine Schicht
von einem ausgehärteten Polyvin)lacetalharz gebildet ist.
Es sind bereits metallische Leiter mit einer Isolierung, die aus mindestens einer Schicht eines ausgehärteten
Polyvinylacetalharzes bestehen, bekannt. Diese im allgemeinen als Klasse A bezeichneten
Magnetdrähte können im allgemeinen nur bis Betriebstemperaturen von höchstens 105" C eingesetzt
werden.
Bei höheren Betriebstemperaturen, wie sie bei der
Anwendung von höheren Stromdichten entstehen, ist jedoch die Lebensdauer der damit beschichteten
Drähte nur begrenzt.
Aus diesem Grunde hat man schon zur Erhöhung der Lebensdauer die fertigen Wicklungen aus mit den
genannten Kunstharzen überzogenen Leitern mit Speziallacken imprägniert. Die dadurch erzielte Verbesserung
der Temperaturbeständigkeit ist jedoch infolge der vorliegenden Unterschiede der chemischen
Zusammensetzung, der Löslichkeit und der Viskosität zwischen den Lacken und den Drahtemaillen noch
nicht völlig zufriedenstellend. Ein weiterer Nachteil ist der, daß diese Lacke erst nach dem Wickeln der
Motor- und Generatorspulen aufgebracht werden können.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die den bekannten Leitern dieser Art noch anhaftenden
Nachteile zu beseitigen und mit Polyvinylacetat überzogene Magnetdrähte zu schaffen, die ohne
weiteres bei Betriebstemperaturen bis zu 13011C
(Klasse B) und sogar bis zu 155°C (Klasse F) verwendbar sind. Die fertigen Drahtüberzüge sollen
. weiterhin hydrolysebeständig sein und beim mechanischen Wickeln der Spulen eine gute Abriebfestigkeit
besitzen.
Diese Aufgabe wird durch die Erfindung gelöst. Gegenstand der Erfindung ist daher ein isolierter
Leiter mit mindestens zwei Isolierschichten unterschiedlicher Zusammensetzung, von denen eine Schicht
von einem ausgehärteten Polyvinylacetalharz gebildet ist, der dadurch gekennzeichnet ist, daß neben der
Polyvinylacetalharzschicht mindestens eine weitere Schicht vorgesehen ist, die von dem auf dem Leiter
ausgehärteten Kondensationsprodukt einer aromatischen Tetracarbonsäure mit einem aromatischen
Diamin mit 6 bis 16 Kohlenstoffatomen oder einen gesättigten aliphatischen Diamin mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen
gebildet ist.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das Polyvinylacetal im Gemisch mit
einem löslichen, hitzehärtbaren Alkylphenol-Formaldehyd-Harz
eingesetzt.
Es ist fernerhin zweckmäßig, die Polyvinylacetalmasse durch die Zugabe von 10 bis 80 Teilen eines
blockierten organischen Polyisocyanads oder durch Zumischung von 0,5 bis 20 Gewichtsteilen eines
Melamin-Formaldehyd-Harzes zu modifizieren.
Die für die Erfindung geeigneten Polyvinylacetat können durch die in bekannter Weise erfolgende
Acetylierung von Polyvinylestern oder teilweise oder ganz hydrolysierten Polyvinylestern hergestellt werden.
Die für die Erfindung bevorzugten Polyvinylacetat enthalten, bezogen auf das Gewicht, etwa
1 bis 35% Estergruppen, als Polyvinylester berechnet, etwa 3 bis 15% Hydroxylgruppen, als Polyvinylalkohol
berechnet, und zum Rest im wesentlichen aus Polyvinylacetal. Die Estergruppen können, wie bei
den in den Beispielen nachstehend beschriebenen Harzen, Acetatgruppen sein.
Für die Acetalisierung wird im allgemeinen auf
Grund seiner größeren Reaktionsfähigkeit Formaldehyd bevorzugt. Man kann die Acetalisierung
jedoch auch mit Acydaldehyd, Propionaldehyd, Butylaldchyd
bzw. mit Gemischen dieser Aldehyde diirchführen.
Als geeignet haben sich ferner höhere aliphatische Aldehyde und aromatische Aldehyde erwiesen.
Die zur Modifizierung der Polyvinylacetalmassen herangezogenen Phenolaldehydharze sind wasserlösliche,
hitzehärtbare Kondensate aus Phenol und Aldehyd, wie sie beispielsweise in der USA.-Patentschrift
2307 58X beschrieben werden. Als Aldehydkomponente ist Acetaldehyd, Propionaldehyd und
Butylaldehyd geeignet, bevorzugt aber Formaldehyd. Neben Phenol selbst kann die Kondensation auch
mit Kresolen, Xylenolcn, Äthylphenol, Bi-tert.-butylphenol und anderen Alkylphcnolen bzw. deren Gemischen
vorgenommen werden. Geeignete Polyurethane sind Polyisocyanade, die mit organischen,
mindestens ein reaktionsfähiges Wasserstoff entiialtenden Verbindungen blockiert sind. Diese Blockierungsmittel
müssen bei den Aushärtetemperaturen für die erfindungsgemäß hergestellten .Überzüge abgespalten
werden, damit freie Isocyanadgruppen zur Vernetzung der Harzkomponenten freigestellt werden.
Solche Verbindungen mit reaktionsfähigen Wasserstoffatomen
sind beispielsweise Phenole, sekundäre aromatische Amine, ein- und mehrwertige Alkohole,
Amine, Lacktanie. Enole sowie deren Gemische.
Bevorzugt werden jedoch Verbindungen, bei weichen eine Hydroxylgruppe an einen aromatischen Ring
gebunden ist.
Die einfachste Klasse geeigneter Polyisocyanade kann durch die Formel
R(— N=C = O)1,
dargestellt werden, in der R ein aliphatischer Kohlenwasserstoffrest
mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen, ein aromatischer Kohlenwasscrstoffrest mit bis zu 13 Kohlenstoffatomen,
ein alicyclischer Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen bzw. ein alkylaryl-substituiertes
Derivat bedeutet und 11 eine ganze Zahl von 2 bis 4 ist. .
Geeignete Polyisocyanade sind beispielsweise Phenylen-diisocyanad,
Diphenylen-diisocyanad,Tolu>lendiisocyanad, Naphthylen - diisocyanad, Diphenylmethan-diisocyanad,
Cyclohexan-diisocyanad, Äthylen-diisocyanad, Tetramethylen-diisocyanad, Hexamethylen-diisocyanad,
Polyarylpoly-isocyanad, Trimere von Polyisocyanaden, Reaktionsprodukte von
Diisocyanaden oder Triisocyanaden mit mehrwertigen Alkoholen u. dgl. sowie deren Gemische, Trimere und
Isomere.
Bevorzugte Polyurethane sind die voll blockierten Umsetzungsprodukte aus monomeren oder trimeren
aromatischen Diisocyanaden. Diese ermöglichen ohne vorzeitiges Aushärten ein rasches, gleichmäßiges und
vollständiges Aushärten, das zum Erreichen einer guten Lösungsmitlelfesligkeit, Hitzebeständigkeit und
zahlreicher anderer Eigenschaften, die für eine zufriedenstellende elektrische Isolierung benötigt werden,
erforderlich ist.
Bei den Polyurethanen werden .,ulche bevorzugt,
die das blockierte Reaklionsprodukt eines mehr-
i 490 279
wertigen Alkohols mit vorzugsweise 10 Kohlenstoffatomen
mit einem Arylen-diisocyanad sind. Als solche kommen beispielsweise Älhylenglykol, Propylenglykol.
Glycerin, Trimethylolpropan, Pentaerythrit;!, Hexantriole in Betracht. Die Polyurethane können
durch die allgemeine Formel
O H
H O
C„H, „ + λ - ,„ \O —. C - N - - R — N — C — O — xj „
dargestellt werden, in welcher R eine Phenylen-, Melhylphenylen-, Naphlhyleii- oder Methylnaphthylengruppe,
X eine Phenyl- oder Alkylphenylgruppe, wobei die Alkylgruppen 1 bis 6 Kohlenstoffatome
enthalten, bedeutet und m eine ganze Zahl größer als I, aber nicht größer als n, und η cine ganze Zahl
von 2 bis 10 ist.
Weitere geeignete Polyurethane sind die blockierten Tiimcren aromatischer Isocyanade der allgemeinen
Formel
,C,
O =■ C
| ζ, Ν | - R | - N | "Ν' | N ι |
- R | -N = | = ζ* |
| O | = C | R-- | C = | = Ο | |||
| -N | — C | = 0 | |||||
in welcher R eine aromatische Kohlenwasserstoffgruppe mit bis zu 13 Kohlenstoffatomen oder der
Alkylderivat ist, Die Isocyanadgruppen werden mit einer reaktionsfähigen Wasserstoff enthaltenden Verbindung,
wie z. B. Phenol, blockiert.
Geeignete Melaminharze sind harzartige Aldehydkondensationsprodukte
des Melamins, welche in den organischen Flüssigkeiten, die als Lösungsmittel für
die harzartigen Bestandteile der Emaille verwendet werden, löslich sind. Diese bekannten Aldehydkondensationsprodukte
können durch Umsetzung von 1 bis 6 Mol des Aldehyds mit 1 Mol Melamin hergestellt
werden. Die Löslichkeit dieser Produkte wird im allgemeinen durch weitere Umsetzung des
Kondensationsproduktes mit einem Alkohol oder durch die Mischkondensation des Melamins und des
Aldehyds in Gegenwart eines Alkohols bewirkt.
Geeignete Aldehyde sind aliphatische, aromatische cyclische und heterocyclische Aldehyde, einschließlich
Formaldehyd, Acetaldehyd, Propionaldehyd, Butyraldehyd, Isobutyraldehyd, Valeraldehyd, Octaldehyd,
Benzaldehyd und Cinnamaldehyd sowie Cyclohexanon, Furfurol usw.
Als geeignete Alkohole können aliphatische, cycloaliphatische, aromatische Nitro- und Aminoalkohole,
wie z. B. Methanol, Äthanol, Propanol, Isopropanol, Butanol, Isobutanol, Pentanole, Octanole, Laurylalkohol,
Cetylalkohol, Stearylalkohol, Cyclohexanol, Benzylalkohol, Cinnamylalkohol, Allylalkohol, 2-Nitro-1-butanol,
2-Nitro-2-methyl-l-propanol, 2-Nitro-2-methyl-l,3-propandiol, 2-Nitro-2-äthyl-l,3-propandiol,
Tris-(oxymethyl)-nitromethan, 2-Amino-l -butanol, 2-Amino-2-methyl-l -propanol, 2-Amino-2-methyl-1,3-propandiol,
2-Amino-2-äthyl- 1,3-propandiol, Tris- (oxymethyl) -aminomethan, genannt werden.
Man kann auch Gemische aus zwei oder mehreren Alkoholen verwenden. Die Menge des eingesetzten
Alkohols ist im allgemeinen, bezogen auf das Molverhältnis, derjenigen des verwendeten Formaldehyds
gleich oder höher.
Bevorzugte Melaminharze sind die weiteren Reaktionsprodukte der Melamin-, Aldehyd- und Alkoholumsetzungsprodukte
mit einem Arylsulfonamid. Diese Produkte werden durch die Mischkondensation aller
hier erwähnten Stoffe auf die in der USA.-Patentschrift 2 508 875 beschriebene Weise erhalten. Zu den
geeigneten Arylsulfonamiden gehören Benzolsulfonamid und seine im Ring substituierten Derivate, wie
z. B. Toluolsulfonamid, Chlorbenzolsulfonamid, Nitrobenzolsulfonamid
usw.
Aus wirtschaftlichen Gründen zieht man es vor, die Mischkondensationsprodukte von Melamin, Toluolsulfonamid,
Formaldehyd und Butanol zu verwenden. Die Anteile der Ausgangsstoffe können
zwischen den Grenzen von 1 Mol Melamin zu 0,1 bis 1,0 Mol Toluolsulfonamid und 1 bis 6 Mol oder
noch mehr Formaldehyd schwanken. Ein Überschuß an Formaldehyd ist zulässig. Das Toluolsulfonamid
kann eines der isomeren o-, m- oder p-Derivate sein oder auch ein Gemisch aus zwei oder drei Isomeren.
. Die für die vorliegende Erfindung verwendbaren Polyamide sind Kondensationsprodukte aromatischer
Tetracarbonsäuren mit Diaminen und können durch die wiederkehrende Struktureinheit
H 0
-N-C
HOOC
HOOC
J.
0 H
χ—C-Ν —R'-COOH
erläutert werden. Diese Polymerisate sind löslich. Nach dem Aufbringen auf den Draht werden sie
durch weiteres Erhitzen in situ in Polyimide um- jo gewandelt, die gegenüber Lösungsmitteln äußerst
widerstandsfähig sind.
— Ν
N-R'-
, O
Der Pyromellithsäurerest in diesen Formeln kann naturgemäß durch Zweierring-Tetracarbonsäuren ersetzt
werden, vorausgesetzt, daß die Carboxylgruppen der letzteren Verbindungen in zwei o-Phthalsäurestrukturen
angeordnet sind. Diesen Anforderungen entsprechen beispielsweise die Tetracarbonsauren, die
sich vom Naphthalin, Diphenylmethan, 2,2'-Diphenylpropan, Diphenylether, Diphenylsulfid und Diphenylsulfon
ableiten. Das R' der Formeln steht für den zweiwertigen Rest von Benzol, Naphthalin, Biphenyl,
Diphenyläther, Ditoluyläther, Diphenylsulfid, Diphenylsulfon,
Diphenylmethan, 2,2'-Diphenylpropan, Benzophenon oder eines niedrigmolekularen gesättigten
aliphatischen Kohlenwasserstoffs mit nicht mehr als 6 Kohlenstoffatomen.
Bevorzugte Polyamide sind die Kondensationsprodukte von Pyromellilhsäure-dianhydrid mit einem
Diamin, mit wenig aliphatischen Wasserstoffatomen
und einer elastischen Bindung, wie z. B. der Äthergruppc
des 4,4'-Oxydianilins. Diese Polyamide sollen vorzugsweise in einer 15%igen (Gew.) Lösung in
Dimcthylacclamid und N-Methylpyrrolidon zu gleichen Teilen bei 25 C eine Viskosität im Bereich
von etwa 1300 bis zu 5000 cP besitzen.
Harzüberzüge gemäß der vorliegenden Erfindung sind z. B. die bei 250 bis 450° C ausgehärteten festen
Reaktionsprodukte aus 100 Gcwichtsteilen Polyvinylacetalharz,
2,5 bis 100 Teilen eines Phenolaldehydharzes und gegebenenfalls 10 bis 200 Teilen eines
Polyurethans mit oder ohne 0,5 bis 20 Teile eines Melaminharzes. Gegebenenfalls kann das Phenolaldehydharz
aus solchen Massen ganz weggelassen werden.
Die beste Abstimmung der für isolierte Drähte erforderlichen Eigenschaften erhält man beim Auftragen
von Polyvinylacetalharzen, welche aus je 100 Teile Polyvinylacctal 5 bis 80 Teile eines Phenolaldehydharzes.
5 bis 80 Teile Polyurethan und 0,5 bis 20 Teile eines Melaminharzes enthalten, sowie
eines Polyamidharzes aus Pyromellithsäure-dianhydrid und 4,4'-Oxydianilin. Die für jeden Draht erforderliche
Zusammensetzung kann innerhalb dieser Bereiche schwanken und hängt jeweils von der Anzahl und dem Typ der verwendeten Harzbestandteile sowie von den gcwünschcn endgültigen Eigenschaften
ab.
Bei den erfindungsgemäßen Leitern wird das Aufbringen von 4 Acetalharz- und 2 Polyamidharzschichten
bevorzugt. Man kann aber auch Drähte mit zufriedenstellenden Eigenschaften erhalten, wenn
man 2 bis 14 Schichten aufbringt, wobei eine Isolierung von 0.00254 bis 0,1016 mm erreicht wird.
Die Erfindung ist auch keineswegs auf die Kombination 4+2 beschränkt. So besitzen Kombinationen
"von 5 Polyvinylacetalharzüberzügcn mit einem PoIyiämidüberzug
durchaus annehmbare Eigenschaften.
Es hat sich gezeigt, daß die Hochtemperaturlcbensdauer
bei einem Leiter, bei welchem der Polyamidüberzug die äußerste Schicht darstellt, am besten ist.
Jedoch wird gegenüber den bekannten Drähten dieser Art selbst dann noch eine bedeutende Verbesserung
erhalten, wenn sich der Polyimidüberzug unter allen Polyvin\ lacetalharzschichten befindet.
Die Isolierschichten gemäß der vorliegenden Erfindung
können auf Drähte mit beliebigen^ Querschnitt, die aus verschiedenen Metallen bestehen
.können, aufgebracht werden^ Die überzüge könnun
A auch auf andere Stoffe aufgebracht werden, wenn
der fertige überzug gegenüber Chemikalien. Temperaturänderungen
beständig sein soll bzw. andere Eigenschaften aufweisen soll, die ihnen durch die
überzüge der genannten Art verliehen werden können.
Den Massen können in bekannter Weise Füllstoffe. Weichmacher. Farbstoffe u. dgl. zugesetzt werden
sowie geringere Mengen anderer Harze, wie z. B. Polyester-. Epoxyd- bzw. Älhoxylinharzc.
Im folgenden soll die Erfindung an Hand einiger Beispiele näher erläutert werden.
B e i s ρ i e 1 e 1 bis 7
Zu Vergleichszwecken wurden vier Überzugsmassen auf Polyvinylacelaibasis (A bis D) sowie zwei Polyamidmassen
(E und Il bereitet.
Die nachstehende Tabelle 1 gibt die Zusammenset/uui;
lii'i Massen \ bis D an. wobei sowohl die
einzelnen Bestandteile als auch die fertigen Massen bekannte Handclsprodukle darstellen.
Bestandteile
Polyvinylformalharz ...
Phenolharz
Polyurethan
Mclamin-Formaldehyd-Harz
Rohkrcsol
Kohlen wasserstofflösungsmittel
| Lmaiilc | B | C | |
| Λ | 100 | 100.0 | |
| 100 | 40 | 10.0 | |
| 50 | 10 | 60,0 | |
| — | 7,5 | ||
| 250 | 250,0 | ||
| 250 | 500 | 500,0 | |
| 500 |
100.0 40.0 45,0
7.5 227.0
518.0
Das verwendete Polyvinylfoimalharzenthielt 10.5" „
Aeetatgruppcn. berechnet als Polyvinylacetat. 6"„ Hydroxylgruppen, berechnet als Polyvinylalkohol,
und 83,5"O Formalgruppen, berechnet aus der Differenz.
Als Phenolharz wurde ein lösliches, schmelzbares, hitzehärtbares Reaktionsprodukt aus 100 Teilen
Kresol. 60 Teilen Formalin und 3.2 Teilen Äthanol-
yo atnin verwendet, das in handelsüblichem Rohkrcsol
aufgelöst war. Das geeignete Polyurethan war das phcnolblockierte Reaktionsprodukt aus 1 Mol Trimcthylolpropan
und 3 Mol eines Gemisches aus etwa 80% 2,4- und etwa 20".„ 2.6-Toluylcn-diisocyanad.
Als Melamin-Formaldehydharz wurde ein verhältnismäßig niedrigmolckularcs. butylicrtes. innerlich
weichgemachtes Kondensationsprodukt aus I Mol Melamin und 3,5 Mol Formaldehyd und 0.5 Mol
p-Toluolsulfonamid verwendet. Als Lösungsmittel
wurde handelsübliches Rohkresol und Solventnaphtha bzw. Schwerbenzin eingesetzt.
Das eine der in den Beispielen verwendeten IOh amide
(E) war das Kondensationsprodukt aus P\romellithsäurc-dianhydrid und 4.4'-Oxydianilin. Das
Oxydiunilin wurde aus einem Gemisch von Äthylalkohol und Dimcthylacetamid umkristallisiert. Das technische
Pyromellithsäure-dianhydrid (86.7"n) wurde
durch 2stündiges Erhitzen bei 250 C und bei 80 mm Druck gereinigt. Pas resultierende Pyromellil.hsäure-
dianhydrid (14,8 g) wurde in 71 ml trockenem Dimelhylacetamid
in einem Drcihalskolben mit Thermometer und Luftkühler aufgeschlämmt. Dazu wurde
eine Lösung von 13.4 g Oxydianilin in 71 ml trockenes N-Melhylpyrrolidon gegeben und das Reakiions-
ss gemisch 2 Stunden lang unter Rühren auf einer
Temperatur von 50 C gehalten. Hierauf wurde die so erhaltene Polyamidlösung auf einen Draht aufgebracht.
Das Polyamid wurde nach dem Aufbringen auf den Draht während der nachfolgenden Veraibeifo
tung desselben in situ in eine Polyimidstruktur umgewandelt.
Das andere in den Beispielen verwendete Polyamid (F) bestand im wesentlichen aus einem Polyamid,
das chemisch der Emaille E ähnlich war und mit einer Konzentration von 15% in einem Gemisch
aus gleichen Teilen N-Methylpyrrolidon und Dimethylacetamid
aufgelöst war. Die Lösung hatte bei Γ* C
eine Viskosität von etwa 4SOOcP
ι 4 y υ 2
Die Emaillen wurden mil den üblichen Drahtüber/ielivorriclitiingen
auf Kupfc'rdriihte mil einem Durelimesser von etwa 1 mm aufgebracht. Jede
llmailleschicht winde dadurch ausgeliärlel, daß man
den beschichten Draht durch einen etwa 3,7 mm hohen vertikal angeordneten Ofen hilldurchlaufen
ließ, und zwar mit einer eingestellten Aushärtetemperatur von 350 C und einer konstanten Geschwindigkeit
von 3,66 bis 5,79 m/min. Hierbei wurde ein Mehrfach-Auftragsgeräl verwendet, so daß in
einem einzigen Arbeitsgang die gewünschte Anzahl verschiedener überzüge aufgebracht werden konnte.
Mit jeder Emaille wurden auf den blanken Draht sechs aufeinanderfolgende Schichten aufgebracht. Bei
einer Dicke jeder Schicht von etwa 6 μ erhielten die resultierenden Drähte eine starke Lackschicht,
so daß sich der Durchmesser der isolierten Drähte um etwa 72 μ erhöhte. Mit den Polyamidmassen
E und F wurden ebenfalls Drähte mit zwei aufeinanderfolgenden überzügen versehen, wobei der isolierte
Draht einen um etwa 25 μ größeren Durchmesser halte als der blanke Draht.
Die Prüfung der emaillierten Drähte erfolgte nach bekannten Normverfahren, die nachstehend näher
erläutert werden sollen.
I-Kilovolt-Test
Der l-kV-l.ebeiisdauer-Test wurde gemäß den Vorschriften
des American Institute of Electrical Engineers No. 57 vorgenommen. Der Test stellt ein Maß für
die Zeitspanne dar, während der ein überzug der angegebenen Temperatur ausgesetzt werden kann,
bevor er beim Anlegen einer Spannung von 1000 V auf die Dauer von einer Sekunde als elektrische
.Isolierung versagt. Für jeden Test wurden zehn Probeslücke verwendet.
Kratz-Abricb-Test
Dieser Test besteht im wesentlichen darin, daß
ein Muster des isolierten Drahtes mil einer Slahlnadel
angekratzt wird, die mit einem bestimmten Gewicht, das je nach der Schichtdicke der Isolierung
ίο geändert wird, belastet ist. Das Prüfgerät zeichnet
• die Anzahl der Nadelhübe'auf .und wird stillgesetzt,
sobald die Nadel den blanken Draht berührt. Eine Isolierung, welche einem Mittel von 30 Nadelliüben
an sechs verschiedenen Stellen widersteht, wird als normal angesehen, vorausgesetzt, daß an keiner der
sechs Stellen die Nadel den blanken Draht nach weniger als 15 Hüben berührt.
20 Hydrolyse-Widerstands-Test
Bei diesem Test werden verdrillte Drahtpaare in verschlossenen Glasröhren, die je '/2 ml Wasser enthalten,
bei 150 C erhitzt. In bestimmten Zwischenräumen wird ein Paar herausgenommen und unter
zunehmendem elektrischem Potential getestet, bis' die Isolierung durchschlägt. Die Ergebnisse werden
aufgezeichnet als die Zeitspanne in Stunden — unter den Bedingungen des Testes —, während welcher
die Isolierung vor dem Durchschlag ein auf die Dauer von einer Sekunde angelegtes Potential von
1 kV aushält.
Die nachfolgende Tabelle II zeigt die Eigenschaften der mit den Norm-Emaillen bei optimaler Aushärtung
überzogenen Kontrolldrähte. Diese Zahlen dienen als Grundlage für die Bewertung der neuartigen
Isolationen nach den späteren Beispielen.
liniaillc
A
B
C
D
j;
F
F
F
| Schiclitiiufhuu | Abrieb | I lydrolyscwidcrsliind | 180 C | 1-kV-Lcbcnsdauer (Stunden) | 225 C | 250" C | 3(X) C |
| (mm) | (U übe I | (Slundcn) | 218 | 2(K) C | 25 | 10 | 4 |
| 0.075 | 43 | über 144 | 152 | 125 | 28 | 12 | 3,5 |
| 0,075 | 63 | über 144 | 439 | 113 | 34 | 13 " ' | 3 |
| 0,075 | über 144 | 435 | 158 | 40 | 15 | 3'5 | |
| 0.075 | 78 | über 144 | 1 2000" | 180 | 390 | 41 | 28 |
| 0.025 | 2 | unter 16 *te'r | 20007 | 2000" | 544 | 50 | 27 |
| 0.025 | I | unter 16 | 2(K)O10 | 2000" | 200010 | 160010 | 658 |
| 0.075 | 8 | unter 16 | 2(K)O10 | ||||
(Die mit einem Exponenten angeführten Zahlen sind nicht endgültig, insofern als bei der angegebenen Zeit, z. B.
2000 Stunden für die Emaille F bei 200 C, einige Muster, deren Zahl durch den Exponenten angegeben ist, die
Testbedingungen noch.aushiclten.) Die hier angeführten Resultate zeigen die ausgezeichnete Abrieb- und Hydrolysefestigkeit
der Polyvinylformalemaillen (A bis D) und die ausgezeichnete Hitzebeständigkeit der Polyimidisolierungen
(E und F). :
Be is ρ i c 1 c 8 bis
Es wurden Drähte mit einer Isolierung versehen, die aus vier überzügen eines Polyvinylformalharzcs über
zwei Schichten einer Polyimidcmaille bestand. Die Eigenschaften dieser neuartigen überzüge sind in der nachstehenden
Tabelle III zusammengefaßt.
909 584/115
| Emaille | Schichtaufbau | Abrieb | llydrolyse- widersland |
180 C | l-k |
| (mm) | (Hübe) | (Stunden) | 2OOO10 | 200 C | |
| Λ auf E | 0,050 + 0,025 | 31 | über 144 | 2000"' | 2000'" |
| C auf E | 0,050+0,025 | 40 | über 144 | 20008 | 2000'" |
| A auf F | 0,050+0,025 | 34 | über 144 | 2000" | 2000"' |
| B auf F | 0,050+0,025 | ' 38 | über 144·· | 2000'" | !200O1" |
| C auf F | 0,050+0,025 | 56 | über 144 | 2000'° | £000" |
| D auf F | 0,050 + 0,025 | 70 | über 144 | 2000'" | |
iO
Lebensdauer (Stunden)
| 225 C | 250 C | 300 C |
| 20(K)2 | 620 | 112 |
| 2000s | 880 | 124 |
| 16502 | 547 | 145 |
| 1'XXV1 | 715 | 117 |
| 2000" | 961 | 152 |
| 2(KK)" | 669 | 117 |
Der Vergleich dieser Ergebnisse mit denjenigen der Kontrolldrähte in Tabelle II läßt erkennen, daß,
obwohl der übliche o-Schichten-öberzug (0,075 mm Schichtaufbau) eines mit einem Polyimid überzogenen
Drahtes eine höhere Hochtemperaturlebensdauer als be.kannte Kombinationsemaillen besitzen, zwei überzüge
aus den Emaillen E oder F unter vier überzügen Polyvinylformalemaille eine Isolierung bilden, die
weit besser ist als eine solche aus zwei Schichten der Emaille F allein.
Ein Vergleich der Hochtemperalurlebensdauer der Kombinationsüberzüge mit derjenigen der Polyimidüberzüge
von 0,25 mm Schichtaufbau bei einer Temperatur von 225°C und darüber zeigt, daß die Verbesserung
bei den Polyvinylformalemaillen nicht lediglieh der Anwesenheit des Polyimids in den Kombinationsüberzügen
zugeschrieben werden kann. Bei diesen Temperaturen ist nämlich die Hochtemperaturlebensdauer
größer als bei alleiniger Verwendung von entweder dem Polyvinylforinalüberzug oder dem
Polyimidüberzug 0,0254 mm Schichtaufbau. Bezüglich der Abrieb- und Hydrolysefestigkeit erstreckt
sich die Überlegenheit der Kombinationsüberzüge auch auf den 6-Schichten-Uberzug (0,075 mm Schichtaufbau)
der Polyimidemaille.
Beispiele 14 und 15
In diesen Beispielen wurde die Reihenfolge des Auftragens der Emaillen auf die Drähte umgekehrt,
wodurch die folgenden Ergebnisse erhalten wurden.
^Emaille
F auf C
F auf D
F auf D
Schiehtaufbau
(mm)
(mm)
0,025 + 0,050
0,025+0,050
0,025+0,050
Abrieb
(Hübe)
(Hübe)
1X0 C
2000'" 2000'" l-kV-Lebensdauer (Stunden)
200 C
2(X)O10 2000"
| 225 C | 250 C | 300 C |
| 2000'" 2000'" |
16001" 1600'" |
33S 250 |
Einen noch größeren Vorteil bei der Hochtemperaturlebensdauer der Polyvinylformalemaille erhält man somit
durch Auftragen des Polyimids auf die Emaillen C und D, anstatt das Polyimid darunter auf den blanken Draht
aufzubringen.
Beispiele 16 und
Der Koinbinationseffekt, den man beim Oberschichten mit der Emaille F erhält, ist tatsächlich so groß, daß
nur ein einziger überzug davon über fünf Schichten einer Polyvinylformalemaille eiiÄszwe-ischichtigen Isolierung
aus Emaille F allein beträchtlich überlegen ist. Dies zeigt sich beim Vergleich der Ergebnisse der nachstehenden
Tabelle V mit den entsprechenden Zahlen in der Tabelle II. ^.
| Schichtati fbiiu (mm) |
Abrieb (Hübe) |
Tabelle V | ! 200 C |
|
| Emaille | 0,013+0,064 0,064 + 0,013 |
28 23 |
180 C | 1800s 508 |
| F auf C C auf F |
. 2000" 1100' |
|||
-k\ -Lebensdauer(Stunden)
| 225 C | 250 C |
| 1900" 265 |
792 |
300 C
80
' 29
' 29
Diese Werte belegen die Tatsache, daß bei fünf Polyvinylformalharzüberzügen eine einzige Schicht
der Emaille F unter diesen fünf überzügen nicht die guten Ergebnisse bringt wie eine einzige Schicht als
Deckschicht.
Bringt man eine geschichtete Isolierung in der Weise auf einen Draht auf, daß sich vier überzüge
aus einer Polyvinylformalemaille zwischen zwei nicht aneinander anstoßenden Polyimidschichten befinden,
dann erhält man als Hochtemperaturlebensdauer einen Wert, der zwischen den Werten für zwei benachbarte
Schichten aus Emaille F zuunterst und zwei solchen Schichten zuoberst liegt.
Claims (7)
1. isolierter Leiter mit mindestens zwei Isolierschichten unterschiedlicher Zusammensetzung, von
denen eine Schicht von einem ausgehärteten PoIyvinylacetalharz gebildet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß neben der Polyvinyl-
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acetalharzschicht mindestens eine weitere Schicht
vorgesehen ist, die von dem auf dem Leiter ausgehärteten Kondensationsprodukt einer aromatischen
Tetracarbonsäure mit einem aromatischen Diamin mit 6 bis 16 Kohlenstoffatomen oder einen
gesättigten aliphatischen Diamin mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen gebildet ist.
2. Isolierter Leiter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ■ Isolierung eine Stärke
von 0,00254, bis 0,1016 min aufweist und aus 2 bis
14 Schichten besteht. (i
3. Isolierter Leiter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Polyvinylacetalharzschicht
aus 100 Gewichtstcilen des Poiyvinylacctals
eines gesättigten aliphatischen Aldehyds und 5 bis 80 Gewichtstcilen eines löslichen, hiizehärtbaren
Alkylphenol-Formaldehyd-Harzes besteht.
4. Isolierter Leiter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Polyvinylacetat ein PoIyvinylfonnal
ist.
5. Isolierter Leiter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Polyvinylacetalmassc
durch den Zusatz von 10 bis 80 Teilen eines blokkierten
organischen Polyisocyanads modifiziert ist.
6. Isolierter Leiter nach AnspruclvS, dadurch gekennzeichnet, daß das blockierte Polyisocyanad
das Phenoladdukt des Reaktionsprodukts "von etwa 1 Mol Trimethylolpropan mit etwa 3 Mol
Toluylen-diisocyanad ist.
7. Isolierter Leiter gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Poiyvinylaectalmasse
durch den Zusatz von 0,5 bis 20 Gewichtsteilen eines Melamin-Formaldehyd-Harzes weiter modifiziert
ist.
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