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Hobelanlage für die halbsteile bis steile Lagerung Die Erfindung bezieht
sich auf eine Hobelanlage für die halbsteile bis steile Lagerung bei überhängendem
Versatz, die einen durch den Versatz dem fortschreitenden Abbau nachgerückten Stützaufbau
aufweist, an dem kohlenstoßseitig eine Hobelführung angeordnet ist.
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Durch die deutsche Auslegeschrift 1174 728 ist eine
vergleichbare Hobelanlage bekanntgeworden, bei der von zwei gegeneinander versetzten
und zur Führung eines Kohlenhobels bestimmten Führungselementen des Ausbaus das
eine gegen den Kohlenstoß gedrückt wird und als Auflage für den Kohlenhobel dient.
Es handelt sich hierbei um ein Kohlengewinnungsverfahren, bei dem sich ein Kohlenhobel
seitlich in den Kohlenstoß hineinarbeitet, so daß hierdurch beispielsweise der Nachteil
gegeben ist, daß das Eigengewicht des Hobels nicht zur Erhöhung seines Andrucks
gegen den Kohlenstoß beiträgt. Auch der für die Erzeugung des nötigen Andrucks herangezogene
Versatzdruck kann bei dieser Situation aus dem gleichen Grund nicht vollständig
ausgenutzt werden. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß der vorbekannte Hobel
das Flöz nur auf einem unteren Abschnitt hereingewinnt, während die unterschnittene
Oberkohle durch ihr Eigengewicht hereinbrechen oder infolge des Hangenddruckes nachstürzen
soll. Es liegt auf der Hand, daß diese Art der Hereingewinnung der Kohle mit vielen
Unsicherheitsfaktoren belastet ist und auch nur dort möglich ist, wo anstehende
Flözkohle unterschnitten werden kann.
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Gemäß der Erfindung werden die genannten Nachteile dadurch vermieden,
daß der Stützausbau sich mit kappenartigen Stützgliedern gegen den darunterliegenden
Kohlenstoß abstützt und der Hobel außer den von oben her wirkenden Lösewerkzeugen
für die mittleren Flözpartien mit weiteren Werkzeugen versehen ist, die durch die
auf den Hobel einwirkende Zugkraft derart gespreizt werden, daß sie die Kohle am
Liegenden und Hangenden stirnseitig vor den Ausbaustützen lösen.
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Bei der erfindungsgemäßen Hobelanlage sind der Kohlenstoß, der Hobel,
der Stützausbau und die Hobelführungsvorrichtung und der Versatz übereinander angeordnet,
so daß das Eigengewicht des Hobels, des Stützausbaus und der Versatzdruck ungeschmälert
dem Andruck für den Hobel zugute kommen kann. Außerdem wird das Kohlenflöz in seiner
gesamten frei anstehenden Breite hereingewonnen, so daß störende Unregelmäßigkeiten
im Gewinnungsprozeß durch hängenbleibende, verzögert hereinstürzende Oberkohle ausgeschlossen
sind. Der Ausbau unterfängt den überhängenden Versatz und gibt eine Gewähr für die
Offenhaltung des Strebs. Der Stoß ist dabei so gestellt, daß die gelöste Kohle selbsttätig
zur Grundstrecke abrollt, ohne daß sie dabei eine unerwünscht hohe Geschwindigkeit
erreicht.
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Erfindungsgemäß sind ferner die spreizfähigen Lösewerkzeuge zur Gewinnung
der Kohle bei der Bewegung des Hobels in der einen und anderen Richtung an waagebalkenartigen
Trägem angeordnet, die ihrerseits durch Lenker mit einer länsgbeweglich im Hobel
gelagerten und an die Hobelzugkette angeschlagenen Zugstange verbunden sind. Je
nach der Bewegungsrichtung des Hobels werden die spreizfähigen Werkzeuge an dem
einen oder anderen Ende des Hobels quer zur Hobellängsrichtung gespreizt.
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Vorteilhaft besteht dabei die schieberartige und in ihrer Längsrichtung
verschiebbar gegenüber dem Hobel bewegliche Zugstange für die spreizfähigen Lösewerkzeuge
aus mehreren gelenkig miteinander verbundenen Teilen. Auf diese Weise werden unnötige
Zwängungen vermieden.
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Zweckmäßig ist die Zugstange in ihrer Längsverschiebbarkeit in beiden
Bewegungsrichtungen durch verstellbare und der Flözmächtigkeit anpaßbare Anschläge
begrenzt.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird ferner der vorteilhafte
Vorschlag gemacht, daß die Träger der spreizbaren Lösewerkzeuge mit Anschlagflächen
versehen sind, die sich seitlich gegen die Stützen des Schutzausbaues legen. Es
wird so in wirksamer Weise verhindert, daß diese Werkzeuge in das, Liegende oder
Hangende eindringen.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt. Es zeigt F i g. 1 einen senkrechten Schnitt durch den Streb,
F i g. 2 eine Ansicht des Hobels von der Rückseite her, wobei auch Teile
des Stützausbaues dargestellt sind, F i g. 3 in etwas größerem Maßstab eine
Ansicht des Hobels von der Kohlenstoßseite her.
Der Gewinnungsstreb
10 zur Hereingewinnung der Kohle 11 in dem halbsteil bis steil stehenden
FlÖz umschließt einen Stützausbau, dessen wesentliche Teile Stempel 12 sowie kappenartige
Stützen 13 und 14 sind. Dieser Stützausbau trägt eine Versatzwand
15, auf welcher rückseitig der Versatz 16 auflastet. Die Stützen
13 und 14 stützen sich mit ihren freien vorderen Enden unmittelbar auf der
anstehenden Kohle ab. Es ist eine Vielzahl derartiger Ausbauelemente in der Längsrichtung
des Strebs nebeneinander angeordnet, die sämtlich durch eine oder mehrere Zugketten
zugfest miteinander verbunden sind. Die Zugketten sind mindestens in der Kopfstrecke
einwandfrei verankert.
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Dieser Ausbau trägt bei der skizzierten Ausführung eine Führungsschiene
17, an welchen der Hobel 18 gleitend geführt ist. Der Hobel
18 trägt rückseitig Führungsschuhe 19, die das Rohr 17 auf
Teilen seines Umfanges umschließen. Im übrigen stützt sich der Hobelkörper
18 rückseitig mit Gleitkufen gegen die Stempelreihe 12 ab. Der Hobel ist
dabei an seinen beiden Enden mit Lösewerkzeugen 20 versehen, die feststehen können,
die aber auch derart beweglich angeordnet sein können, daß jeweils nur die in der
Bewegungsrichtung des Hobels vom liegenden Werkzeuge den Kohlenstoß angreifen. Zusätzlich
zu diesen Werkzeugen 20 weist der Hobel gemäß der Erfindung noch spreizfähige Werkzeuge
21 auf. Diese Werkzeuge dienen dazu, die Kohle vor den stimseitigen Abstützflächen
der Stützen 13 bis an das Liegende und Hangende heran zu lösen. Damit verlieren
die Stützen 13 und 14 ihre Abstützung. Sie werden aber für den Augenblick
des Durchganges der Lösewerkzeuge 21 noch durch die in Strebrichtung gespannten
Ketten gehalten. Hinter dem Hobel wird jedoch der Stützausbau durch den nachdrückenden
Versatz 16
sogleich so weit nachgeschoben, bis die Stützen 13
und 14
sich wieder auf dem Kohlenstoß abstützen.
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Der Hobel kann so ausgebildet sein, daß vor allen Dingen die spreizfähigen
Werkzeuge nur in einer Bewegungsrichtung -des Hobels in Arbeitsstellung gespreizt
werden. Zweckmäßiger dürfte es aber sein, den Hobel so auszubilden, daß sowohl bei
der Bergfahrt als auch bei der Talfahrt des Hobels das Flöz jeweils auf ganzer Mächtigkeit
von den Lösewerkzeugen 20 und 21 angegriffen wird. Bei der skizzierten Ausführung
sind Werkzeuge 20 zur Hereingewinnung der mittleren Flözpartien an beiden Enden
des Hobels vorgesehen. Ebenso verhält es sich mit den spreizfähigen Lösewerkzeugen
21. Diese sind, wie vor allen Dingen in F i g. 3 der Zeichnung klar erkennbar
ist, an den Enden von zwei Trägern 22 und 23 angeordnet, die bei 24 gelenkig
im Hobel 18 gelagert sind. Die beiden Träger 22 und 23 sind nach Art
eines Waagebalkens ausgebildet. Sie sind durch Lenker an eine schieberartig ausgebildete
Zugstange 26 angeschlagen, die ihrerseits in der Längsrichtung des Hobels
18 geführt ist und zweckmäßig in der Hobehnitte liegt. Die Zugstange
26 ist in ihrer Längsrichtung verschiebbar. Sie ist mit ihren beiden Enden
an die Hobelkette 27 angeschlagen. Jeweils mit der Bewegung der Zugstange
26 in der einen oder anderen Richtung gegenüber dem Hobelkörper werden die
spreizfähigen Lösewerkzeuge 21 am einen oder anderen Ende seitlich ausgefahren,
während die Werkzeuge am anderen Ende zurückgezogen werden. Es sind Anschläge
28 vorgesehen, durch welche die Längsverschiebbarkeit der Zugstange
26 derart be-- gr enzt wird, daß die Werkzeuge 21 zwar bis möglichst nahe
an das Liegende bzw. Hangende ausgefahren werden, daß sie aber das Gebirge nicht
anschneiden. Um Zwängungen zu vermeiden und den Lösewerkzeugen zugleich die Möglichkeit
zu bieten, sich möglichst den jeweils gegebenen örtlichen Verhältnissen selbsttätig
anpassen zu können, besteht die Zugstange 26 zweckmäßig aus mehreren gelenkig
miteinander verbundenen Teilen, wie das in F i g. 3 der Zeichnung erkennbar
ist. Aus dem gleichen Grund sind die Gelenköffnungen, an welchen die Lenker
25 an die Zugstange 26 angeschlossen sind, als Langlöcher ausgebildet.
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Um mit Sicherheit ein Eindringen der spreizfähigen Lösewerkzeuge 21
in das Gebirge zu verhindern, können die Trägerbalken 22 und 23 mit besonderen
Anschlagflächen 29 versehen sein, die sich seitlich an den kappenartigen
Stützen 13 und 14 anlegen.