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Wandernder Grubenausbau Mit dem Hereingewinnen von Kohle mit Hilfe
von mechanischen Einrichtungen, in Sonderheit bei Verwendung von Hobelgeräten, ist
eine wesentliche Leistungssteigerung zu erzielen; diese wird jedoch rückwärts wieder
dadurch beeinträchtigt, daß es nicht möglich ist, den Ausbau dem schnellen Abbaufortschritt
entsprechend folgen zu lassen. Es ist zwar bekannt (vgl. die amerikanische Patentschrift
1710 8o1), mit dem unmittelbar vor dem Kohlenstoß zu verlegenden Strebfördermittel
einen Ausbau fest zu verbinden und ihn mit dem Herüberrücken des Strebfördermittels
mit umzusetzen. Dabei handelt es sich jedoch um den endgültigen Ausbau des Strebes,
und die heutigen Erkenntnisse gehen dahin, daß es vornehmlich beim Bruchbau gefährlich
ist, den Ausbau, der schon unter dem Druck des Hangenden steht, völlig zu entlasten
und nach dem Umsetzen wieder erneut zwischen Hangendem und Liegendem zu verspannen.
Jedenfalls wird damit das Hangende beunruhigt und ihm Gelegenheit gegeben, sich
mehr als wünschenswert abzusenken, denn selbst wenn Grubenstempel mit Vorspannung
unter das Hangende gesetzt werden, läßt sich dabei nicht der Spannungszustand wiederherstellen,
wie er sich bei längerer Standdauer des Stempels unter dem Hangendendruck herausbildet.
Darüber hinaus sind die in der genannten amerikanischen Patentschrift wiedergegebenen
Ausbauelemente in Form von hydraulischen Stempeln selbst schon außerordentlich empfindlich,
wie vor allem auch zu ihrer Betätigung umfangreiche Rohrleitungen und Schaltgeräte
erforderlich sind, die zu Störungen Anlaß geben.
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Die Erfindung bezieht sich auf einen Strebausbau, dem der Leitgedanke
zugrunde liegt, zwei verschiedene Arten von Ausbauelementen zu benutzen, und zwar
in dem Sinne, daß der eine Ausbau als endgültiger Ausbau Verwendung findet, d. h.
nach seinem Einbringen so lange stehenbleibt, bis das Versatzfeld oder die Bruchkante
an ihn heranrückt, während welcher Zeit er die
eigentliche Abstützung
des Hangenden übernimmt; der zweite Ausbau dagegen soll mit dem unmittelbar vor
dem Kohlenstoß zu verlegenden Strebfördermittel verbunden und beim Herüberrücken
dieses mit umgesetzt werden, also entsprechend dem Abbaufortschritt ständig mitwandern.
Zu diesem Zweck sollen die wandernden Ausbauelemente durch Federkraft zwischen Hangendem
und Liegendem verspannt werden, und zwar wird dabei davon ausgegangen, daß dieser
wandernde Ausbau lediglich sich vom Hangenden lösende dünne Schalen zu halten braucht.
Selbst wenn dabei die Ausbauelemente während des Verschiebevorgangs unter der durch
die Federkraft bestimmten Vorspannung zwischen Hangendem und Liegendem gehalten
werden, ist das Herüberschieben dieses Ausbaues unter Benutzung bekannter Rückvorrichtungen
möglich. Die Erfindung sieht aber vor, eine Rückvorrichtung zu benutzen, die einmal
unabhängig von dem endgültigen Ausbau arbeitet und durch die im Augenblick des Herüberschiebens
des Förderers und damit des Ausbaues eine Entlastung der wandernden Stempel bewirkt
wird, so daß der Verschiebewiderstand sogar noch vermindert wird.
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Es sind nun Rückvorrichtungen bekannt, um das Strebfördermittel entsprechend
dem Abbaufortschritt in geschlossenem Zustand dem Kohlenstoß folgen zu lassen, und
zwar wird bei allen bekannten Rückvorrichtungen der bisherige endgültige Ausbau
als Widerlager zur Abstützung der Rückkräfte benutzt. Aus diesem Grunde mußten schon
beim Setzen dieses Ausbaues Hilfsvorrichtungen zur Anwendung gebracht werden, um
den am Strebfördermittel entlang gestellten Stempeln von vornherein eine Vorspannung
zu geben, die genügte, um die Rückdrücke der Rückvorrichtung bzw. der Gewinnungseinrichtung
mit Sicherheit aufzunehmen.
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Die Erfindung sieht nun zum Herüberrücken des wandernden Ausbaues
eine Vorrichtung vor, die unabhängig arbeitet von dem endgültigen Ausbau, und zwar
geht sie auf die bekannten Gleisrückmaschinen zurück. Die Rückvorrichtung besteht
aus einem Schlitten, der in dem zu rückenden Ausbau geführt wird, und er besitzt
Teile, die beim Voranziehen des Schlittens im Grundriß gesehen parallel zur Zugrichtung
gerichtet sind, während andere Teile schräg dazu verlaufen, so daß sie wie ein Verdrängerkeil
wirken, d. h. den Ausbau seitlich verschieben. Dabei muß die Bedingung innegehalten
werden, da.ß die Widerlagerkräfte an dem in der Zugrichtung des Schlittens liegenden
Teil größer sind als die auf dem schräg dazu verlaufenden Teil ausgeübten Schubkräfte.
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Erfindungsgemäß wird eine solche Vorrichtung vornehmlich am Kopf des
wandernden Ausbaues vorgesehen, sie kann aber auch an dessen Fuß bzw. am Kopf und
Fuß vorgesehen werden. Schließlich kann die Rückvorrichtung gleichzeitig auch das
Herüberschieben des Förderers übernehmen. Es ist aber auch möglich, eine solche
Rückvorrichtung nur am Kopf des wandernden Ausbaues anzuordnen und das Herüberrücken
des Förderers und damit der Füße des Ausbaues durch bisher gebräuchliche Rückvorrichtungen
zu bewirken.
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Um den wandernden Ausbau im Augenblick des Rückens zu entlasten, kann
von dem Rückschlitten ein zusätzliches, ebenfalls schlittenartig ausgebildetes Gewicht
mitgeschleppt werden, das nur im Bereich des schräg liegenden Teils des Rückschlittens
auf die Ausbauelemente zur Wirkung kommt. Zum gleichen Zweck könnte dieser Teil
des Rückschlittens selbst in sich so beschwert werden, daß er sich an dieser Stelle
durchbiegt und den Ausbau entlastet, und zwar wird der Rückschlitten ohnehin in
senkrechter Richtung beweglich ausgebildet, um Sättel und Mulden störungsfrei durchfahren
zu können. In waagerechter Ebene dagegen ist der Schlitten starr. Um das Rückmaß
und die Rückrichtung verändern zu können, sind in dem zweckmäßig als Gitterträger
aufgebauten Rückschlitten entsprechende Verstellglieder vorgesehen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung soll an Hand der Zeichnung näher
beschrieben werden, die in Abb. i in schematischer Darstellung einen Grundriß, in
Abb. 2 einen Querschnitt und in Abb. 3, 4, 5 und 6 Einzelheiten erkennen läßt.
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Mit dem vor dem Kohlenstoß io verlegten Strebfördermittel ii sind
die Ausbauelemente, z. B. Grubenstempel 12, fest verbunden, die durch Federn 13
zwischen Hangendem und Liegendem verspannt werden. Es sei zunächst davon ausgegangen,
daß, wie in Abb. i und 2 in strichpunktierten Linien wiedergegeben, das Herüberrücken
des Strebförderers ii unter Benutzung eines Rückkeils 14 erfolgt, der durch ein
Seil i5 gezogen wird und der sich mit seiner Rückseite gegen die Stempel 16 des
endgültigen Ausbaues abstützt. Damit werden dann mit dem Herüberrücken des Strebförderers
ii auch gleichzeitig die Füße des wandernden Ausbaues 12 mit herübergerückt, während
vornehmlich bei größeren Flözmächtigkeiten die Gefahr besteht, daß die Köpfe des
Ausbaues 12 dagegen zurückbleiben. Gemäß der Erfindung wird nun das Herüberrücken
der Stempelköpfe 17 durch einen Rückschlitten 18 bewirkt, der sich mittels Rollen
oder Gleitkufen i9 in Führungsschienen 2o abstützt, die mit den Oberteilen der Stempel
12 verbunden sind. Die Führungsschienen 2o sind mit Gelenken 21 aneinandergeschlossen,
und zwar so, daß sie sowohl in waagerechter als auch in senkrechter Richtung eine
Beweglichkeit der Führungsschienen 20 ermöglichen.
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Wie Abb.4 erkennen läßt, können die Führungsschienen 2o' auch unmittelbar
auf die Oberteile der Stempel 12 aufgesetzt werden, so daß sie gleichzeitig Unterzüge
für die Abstützung des Hangenden bilden. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 5
werden die Führungsschienen 20, 2o bei Verwendung nur einer Stempelreihe auf besonderen,
mit den Oberteilen verbundenen Querträgern 22 angeordnet. Dabei können die beiden
Führungsschienen 20, 20 untereinander durch ein Bodenblech oder ein Deckenblech
miteinander verbunden werden, so daß sie Tröge bilden, die zapfenartig in die Konsole
22 eingehängt werden können, so daß sie, in der Strebachse gesehen, festliegen,
in Seitenrichtung aber die erforderliche Beweglichkeit aufweisen. Die Anordnung
der Führungsschienen 20 für die Rückvorrichtung 18 an Köpfen einer Stempelreihe
ist dann von besonderer Bedeutung, wenn es sich darum handelt, den Abbau mit einer
sogenannten stempelfreien Abbaufront zu betreiben, wobei dann die Stempel auf
der
dem Abbaustoß abgekehrten Seite des Förderers ii angeordnet sind.
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Der Rückschlitten 18 besteht aus den Teilen I, II und III, und zwar
sind die Teile I und III in der Zugrichtung des den Rückschlitten bewegenden Seiles
23, d. h. also in der Streblängsachse angeordnet, während der Teil II schräg dazu
verläuft; die Versetzung zwischen dem Teil I und dem Teil 11l, d. h. die Schräglage
des Teiles II entspricht dabei dem gewünschten Rückmaß, das durch Verstellglieder,
z. B. durch in die Diagonalverstrebungen eingebaute Spannschlösser 24, der Größe
und Richtung nach veränderlich ist. Letzteres ist besonders für das Hinundherfahren
des Rückschlittens 18 von Bedeutung. Es ist auch möglich, den Rückschlitten so aufzubauen,
daß die parallel zur Zugrichtung liegenden Teile des Schlittens I und III unmittelbar
hintereinander liegen und der schräg liegende Teil II als eine Art Ausleger sich
anschließt.
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Der Führungsschlitten 18 ist nun mit seitlichen Druckrollen 25 ausgerüstet,
die gegen die Stege der Schienen 20 zur Anlage kommen. Zur Veränderung des Rückmaßes
bzw. der Rückrichtung können die Rollen auch gegenüber dem zweckmäßig als Gitterträger
ausgebildeten Grundrahmen des Rückschlittens 18 verstellbar gemacht sein. Der Rückschlitten
selbst ist außerdem in senkrechter Ebene beweglich, um bei welligem Verlauf des
Hangenden Zwängungen zu vermeiden.
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Im `Mittelteil II des Rückschlittens ist ein ZusatzgeWiCht 26 eingebaut,
das auch als besonderer Schlitten ausgebildet sein kann, der dann mit Rollen 27
in den Führungen 20 läuft und durch den Rückschlitten 18 mitgeschleppt wird. Durch
dieses Gewicht 26 werden im Bereich des Schlittenteils II die Stempel 12 so belastet,
daß ihr Andruck gegen das Hangende herabgesetzt wird, d. h. die an den Stempelköpfen
aufzuwendende Rückkraft wird dadurch verringert. Die Grubenstempel 12 werden, in
Querrichtung gesehen, durch Kuppelstangen 28 miteinander verbunden, durch die die
erforderliche Spurweite zwischen den Schienen 2o gewährleistet wird. Gleichzeitig
dient die Kuppelstange 28 zur Führung des Zugseils 23 für den Rückschlitten 18,
wobei zur Herabsetzung der Reibung auf der Kuppelstange 28 eine Rolle oder Walze
vorgesehen sein kann.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 6 wird zum Herüberrücken des
Strebfördermittels ii ein im gleichen Sinne aufgebauter Rückschlitten 18' benutzt,
indem dieser beispielsweise unter dem Bodenblech des Förderers ii angeordnet wird.
Es ist aber auch möglich, zum Herüberrücken des Strebförderers ii neben diesem Führungsschienen
vorzusehen, die mit dem Fördergestell fest verbunden sind, und zwar können hierzu
sowohl eine als auch zwei Führungsschienen benutzt werden; im ersteren Falle kommen
die Druckrollen von beiden Seiten der Führungsschiene zur Anlage.