-
Die Erfindung betrifft einen Fingerring, der aus einzelnen Blechzuschnitten
besteht. Solche Ringe wurden bisher aus einer Ringschiene, die U-förmig gebogen
wurde, und zwei Stirnblechen durch Zusammenlöten an ihren zusammengehörigen Kanten
hergestellt. Verzierungen mußten graviert, geprägt oder aufgelötet werden. Beim
Verzieren mit Schmucksteinen mußten auch die Fassungen für dieselben eingearbeitet
werden. Die Löt- und Fasserarbeiten sind umständlich und zeitraubend, und die dafür
tüchtigen Arbeitskräfte sind teuer und stehen auch nicht in genügender Anzahl zur
Verfügung.
-
Es sind auch Fingerringe bekanntgeworden, deren Einzelteile (Ringschiene
und Steinfassung) rationell durch Ausstanzen und Prägen hergestellt sind und bei
denen die Ringteile nach dem Biegen der Ringschiene durch Zusammenstecken und gegebenenfalls
Verstemmen rein mechanisch miteinander verbunden sind.
-
Die Erfindung beabsichtigt eine Vervollkommnung der bekannten rein
mechanischen Verbindung von Fingerringteilen, insbesondere den präzisen Sitz und
eine Verstärkung der Verbindungsstellen und teilweise zugleich eine Ausnützung derselben
als Ziermittel des Ringes und Anbringen einer Steinfassung.
-
Gemäß der Erfindung weisen die Ringteile einesteils Längsschlitze
und andere Ringteile, andererseits leistenförmige Ansätze mit zunächst aufgerichteten
Endteilen und diesen gegenüber Anlegeränder auf, wobei die Ansätze samt ihren Endteilen
durch die Längsschlitze bis zur Anlage der Anlegeränder an der einen Seite der Ringteile
gesteckt und ihre Endteile an die andere Seite der Ringteile angestemmt sind. Dabei
können die Anlegeränder auch in rückseitige Aussparungen des anderen Ringteils eingreifen.
Weiter sind die Ringteile bei ihrem oberen Saum mit vorgeprägten Fassungsnuten versehen.
-
Durch das Vorsehen der zunächst aufgerichteten Endteile der leistenförmigen
Ansätze und der gegenüberliegenden Anlegeränder wird ein Ringteil am anderen Ringteil
nach Verstemmen der Leistenendteile von zwei Seiten mit dem ersteren in Verbindung
gebracht. Dadurch entsteht eine sehr präzise und feste Verbindung. Wo die Leisten
über die Oberfläche des verbundenen Ringteils überstehen, dienen sie zugleich zur
Verzierung des Ringes. Es können auch besondere Zierleisten in der gleichen Weise
befestigt werden. Durch das Vorprägen der Fassungsnuten kann ein Schmuckstein vor
Schließen des Ringmittelteils ohne weiteres in denselben eingesetzt werden, und
es wird die dafür bisher nötige Handarbeit des Fassers erspart.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt; es zeigt A b b. 1 den Fingerring in Perspektive, A b b. 2 denselben
in Stirnansicht, A b b. 3 denselben in Seitenansicht, teils im Schnitt A-A der A
b b. 2; A b b. 4 und 5 zeigen Teile der Kantenverbindung der Ringteile bei der gleichen
Schnittanordnung und A b b. 6 bis 8 Teile der Verbindung zwischen der Ringschiene
und der darauf sitzenden Zierleiste, teils im Schnitt B-B der Ab b. 3.
-
Der Fingerring weist eine Ringschiene 1 auf, die i derart U-förmig
gebogen ist, daß ihre nach den Enden hin verbreiterten Endteile 2 einander in Abstand
gegenüber stehen. An den Seitenkanten 3 der Endteile 2 der Ringschiene 1 sind über
die (strichpunktierte) Flucht der Kanten 3 um eine Blechstärke vorspringende Leisten
4 mit zunächst aufgerichteten Endteilen 5 angesetzt (A b b. 4); neben den
Enden der Leisten 4 sind gegenüber der Flucht der Seitenkanten 3 um eine halbe Blechstärke
zurückgesetzte Anlegeränder 6 vorgesehen, und oberhalb des oberen Anlegerandes 6
ist ein um eine volle Blechstärke zurückgesetzter Randteil ? angeordnet. An der
Innenseite des oberen Saumes 8 der Ringschiene ist eine Steinfassungsnut 9 angebracht
(A b b. 3 und 5). Die Endteile 2 der Ringschiene 1 sind durch Stirnbleche 11
(Ab b. 1) zu einem nach oben und unten offenen Kasten verbunden. Die Stirnbleche
11 sind trapezförmig mit einem mehr oder weniger stark eingebuchteten Unterrand
12 gestaltet. Durch Verwendung von Stirnblechen 11 mit verschieden stark eingebuchtetem
Unterrand 12 können Fingerringe mit verschiedener Weite erzeugt werden. Die Stirnbleche
11 weisen nahe und parallel zu ihren Seitenrändern 13 einen der Länge und
Anordnung der Leiste 4 an den Ringschienenseitenkanten 3 entsprechende Längsschlitze
14 (Ab b. 5) auf und neben den Enden des Längsschlitzes auf der Innenseite
eine halbe Blechstärke tiefe Aussparungen als Anlegeränder 15, die den Anlegerändern
6 der Ringschiene 1 entsprechen. Am oberen inneren Saum 16 der Stirnbleche 11 sind
Steinfassungsnuten 17 angebracht. Die Ringschiene 1 ist mit den leistenförmigen
Ansätzen 4 durch die Längsschlitze 14 der Stirnbleche 11 bis zum Sitz ihrer Anlegeränder
6 in den Aussparungen 15 hindurchgesteckt (Ab b. 3), und dann sind die Endansätze
5 der leistenförmigen Ansätze 4 an die Außenseite der Stirnbleche 11 angestemmt.
Auf die geschilderte Weise sind sehr kräftige - Eckverbindungen zwischen den Rändern
3 der Ringschiene 1 und den Rändern 13 der Stirnbleche 11 hergestellt, die
dem Ring eine große Steifigkeit erteilen. Diese Verbindungen sind einfach durch
Zusammenstecken und Verstemmen der Leistenendteile 5 herstellbar. Da die Leisten
4 der Ringschiene 1 und die Seitenränder 12 der Stirnbleche 11 über die Außenflächen
der verbundenen Teile 1,11 vorstehen, dienen sie zugleich als Zierleisten.
-
Weitere Zierleisten 21 sind über der Längsmittellinie B-B der Endteile
2 der Ringschiene 1 befestigt (Ab b. 3), die dazu einen entsprechend angeordneten
Längsschlitz 22 (Ab b. 7) aufweisen, in welche die die länger als dieser
bemessene Zierleiste 21 (Ab b. 8) mit einem passenden leistenförmigen Ansatz
23 von einer der Blechstärke der Ringschiene 1 entsprechenden Höhe bis zur Anlage
der Innenseiten der Endteile 25 der Zierleiste 21 an der Außenseite der Ringschiene
1 gesteckt und von innen mit Endansätzen 24 gegen die Enden des Schlitzes 22 gestemmt
ist (Ab b. 6).
-
Vor dem Befestigen des letzten der beiden Stirnbleche 11 wird der
Schmuckstein 31 in die Fassungsnuten 9,17 der Ringteile 1 und 11 eingeschoben, und
nach Befestigen des Stirnbleches ist der Schmuckstein vierseitig in den Fassungsnuten
9,17 gehalten.