DE1128142B - Verfahren zur Herstellung von schlagfestem Polystyrol - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von schlagfestem PolystyrolInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08F—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
- C08F279/00—Macromolecular compounds obtained by polymerising monomers on to polymers of monomers having two or more carbon-to-carbon double bonds as defined in group C08F36/00
- C08F279/02—Macromolecular compounds obtained by polymerising monomers on to polymers of monomers having two or more carbon-to-carbon double bonds as defined in group C08F36/00 on to polymers of conjugated dienes
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Description
Es ist bekannt, daß man schlagfestes Polystyrol erhalten kann, wenn man eine Lösung von Naturkautschuk
oder von Synthesekautschuk im Block, in Emulsion oder in Suspension mit Styrol polymerisiert.
Diese bekannten Verfahren haben jedoch den Nachteil, daß sowohl Naturkautschuk als auch Synthesekautschuk
in monomerem Styrol schwer löslich sind. Deshalb war man bislang gezwungen, diese empfindlichen
Lösungen von Kautschuken in Styrol vor der Polymerisation zu filtrieren, wenn man nicht ungleichmäßige
Produkte erhalten wollte.
Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, Lösungen von 1,2-Polybutadien oder 3,4-Polyisopren in Styrol
zu polymerisieren. Das 1,2-Polybutadien und auch das 3,4-Polyisopren lösen sich zwar in Styrol leichter
auf als die bislang verwendeten Kautschukarten. Ihre Wirksamkeit in bezug auf die Verbesserung der
Schlagzähigkeit und der .Kerbschlagzähigkeit ist jedoch wesentlich geringer als die der bislang verwendeten
Kautschuke. Deshalb muß man so große Mengen an 1,2-Polybutadien oder an 3,4-Polyisopren
einsetzen, daß andere Eigenschaften, wie beispielsweise der Erweichungspunkt, in untragbarer Weise
verschlechtert werden.
Es wurde gefunden, daß man schlagfestes Poly- ^5
styrol durch Polymerisieren einer Lösung von Polybutadien in Styrol vorteilhafter herstellen kann, wenn
man als Polybutadien 1,4-cis-reiche Polybutadiene verwendet. Diese 1,4-cis-reichen Polybutadiene sind
durch Polymerisation von Butadien mit Hilfe von Mischkatalysatoren aus Kobaltdichlorid und Alkylaluminiumchloriden
oder aus Titanhalogeniden, insbesondere Titantetrabromid oder Titantetrajodid, und Aluminiumtrialkylen zugänglich. Sie sollen
mindestens 80%, vorzugsweise mehr als 90% und insbesondere mehr als 94% an 1,4-cis-Polybutadien
enthalten. Das 1,4-cis-Polybutädien löst sich überraschenderweise
leicht und klar in Styrol auf. Insbesondere weisen die Lösungen keine Rückstände
auf und brauchen im Gegensatz zu den früheren Verfahren vor der Polymerisation nicht filtriert zu
werden. Man verwendet die 1,4-cis-reichen Polybutadiene in Mengen von 2 bis 20 Gewichtsprozent,
vorzugsweise 4 bis 10 Gewichtsprozent, bezogen auf Styrol.
Infolge der niedrigeren Viskosität lassen sich die erhaltenen Lösungen nicht nur im Block, sondern
auch in Suspension oder gegebenenfalls in Emulsion vorteilhaft polymerisieren. Die Polymerisation erfolgt
in an sich bekannter Weise mit Hilfe von Polymerisationsaktivatoren, wie Benzoyl-, Lauroyl- und
bzw. oder Di-tert.-butylperoxyd. Bei der Suspensions-Verfahren
zur Herstellung
von schlagfestem Polystyrol
von schlagfestem Polystyrol
Anmelder:
Chemische Werke Hüls Aktiengesellschaft, Marl (Kr. Recklinghauseri)
Dr. Erwin Heinrich, Dr. Walter Franke,
Dr. Heinrich Weber, Dr. Johannes Schäfer
und Dr. Rudolf Praefke, Marl (Kr. Recklinghausen),
sind als Erfinder genannt worden
polymerisation verwendet man als Dispergiermittel vorzugsweise wasserlösliche organische Schutzkolloide, wie Polyvinylalkohol, Gelatine, Methylzellulose
oder polyacrylsaures Natrium, in Mengen von 0,1 bis 2%, vorzugsweise 0,25 bis 1%. Die
Polymerisation erfolgt bei Temperaturen zwischen 50 und 200° C. Im einzelnen richten sich die erforderlichen
Temperaturen nach den gewünschten Eigenschaften der Produkte und insbesondere nach den
Zerfallstemperaturen der verwendeten Polymerisationsaktivatoren. Es kann vorteilhaft sein, die
Polymerisationstemperatur im Verlauf der Polymerisation zu verändern und beispielsweise mit einer
niedrigeren Temperatur zu beginnen und dann bei höheren Temperaturen auszupolymerisieren. Ebenso
kann es zweckmäßig sein, im Verlauf der Polymerisation das Phasenverhältnis zu verändern, indem
man beispielsweise mit einer geringeren Wassermenge beginnt und dann im Verlauf der Polymerisation,
wenn die einzelnen Monomerentröpfchen durch gelöstes Polymeres eine gewisse Zähigkeit und
Klebrigkeit erreicht haben, weitere Mengen Wasser und Dispergiermittel zufügt. Dem Polymerisationsansatz können Weichmachungs- und Gleitmittel,
beispielsweise Butylstearat, Cyclohexylstearat, Dioctylphthalat,
Knochenöl und Sojaöl, ferner auch Füllstone, Farbstoffe und Farbpigmente in an sich
bekannter Weise zugesetzt werden. -
Man erhält schlagfeste Polystyrole, die bei ausgezeichneter Schlagzähigkeit und Kerbschlagzähigkeit
in ihrem Erweichungspunkt kaum beeinträchtigt sind, da die 1,4-cis-reichen Polybutadiene schon bei
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geringen Zusätzen die Schlagzähigkeit und Kerbschlagzähigkeit stark erhöhen.
Einer Lösung von 350 g Polybutadien mit 94Gewichtsprozent
1,4-cis-Gehalt in 6650 g Styrol werden 21 kg Wasser, 66,5 g Polyvinylalkohol, 3,3 g (20%)
Alkylsulfonat (Q2 bis Qß), 6,7 g Benzoylperoxyd
und 6,7 g Di-tert.-butylperoxyd zugesetzt. Unter kräftigem Rühren wird bei 50° C bis zu einem
Umsatz von etwa 15% polymerisiert, dann wird bei 80° C bis zu einem Umsatz von 80% und anschließend
bei 130° C bis zu etwa 98% Umsatz polymerisiert. Anschließend wird noch 1 Stunde bei 180° C gehalten,
so daß praktisch kein monomeres Styrol mehr nachweisbar ist. Das angefallene Polymerisat wird
abfiltriert, gewaschen und bei 60° C im Umlufttrockenschrank
getrocknet. Daraus hergestellte Normenstäbe zeigen eine Schlagzähigkeit von 91,4 cmkg/
cm2 und eine Kerbschlagzähigkeit von 9,7 cmkg/cm2. 20'
Der Erweichungspunkt des erhaltenen schlagfesten Polystyrols liegt bei 100°C gegenüber 102° C für
ein in Abwesenheit von Polybutadien unter sonst vergleichbaren Bedingungen erhaltenes Polystyrol.
Bemerkenswert ist die Temperaturunabhängigkeit der Schlag- und Kerbschlagzähigkeit, die bei 0° C
87,6 und 9,0 cmkg/cm2 und bei —20° C 86,8 und
7,6 cmkg/cm2 beträgt.
350 g Polybutadien mit 94 Gewichtsprozent 1,4-cis-Gehalt werden in 7500 g Styrol gelöst. Der Lösung
werden 9400 g Wasser, 75 g Knochenöl, 150 g Butylstearat
und 12,3 g Di-tert.-butylperoxyd zugesetzt, dann wird bei 110° C bis zu einem Umsatz von 45%
polymerisiert. Anschließend werden weitere 9350 g Wasser, 3,75 g Alkylbenzolsulfonat und 37,5 g Polyvinylalkohol
zugesetzt, dann wird bei 140° C bis zum vollständigen Umsatz weiterpolymerisiert. Das
abfiltrierte, gewaschene und bei 60° C im Umlufttrockenschrank
getrocknete Polymerisat wird zu Normenstäben gespritzt und gibt bei der Prüfung folgende Werte:
Schlagzähigkeit 63,8 cmkg/cm2
Kerbschlagzähigkeit 9,5 cmkg/cm2
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von schlagfestem Polystyrol durch Polymerisation einer Lösung von Polybutadien in Styrol, dadurch gekennzeichnet, daß man als Polybutadien ein 1,4-cisreiches Polybutadien verwendet.In Betracht gezogene ältere Patente:
Deutsches Patent Nr. 1 104 702.© 209 560/531 4.62
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEC21052A DE1128142B (de) | 1960-03-22 | 1960-03-22 | Verfahren zur Herstellung von schlagfestem Polystyrol |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEC21052A DE1128142B (de) | 1960-03-22 | 1960-03-22 | Verfahren zur Herstellung von schlagfestem Polystyrol |
| FR855635A FR1283688A (fr) | 1961-03-15 | 1961-03-15 | Procédé de préparation d'un polystyrène résistant aux chocs |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1128142B true DE1128142B (de) | 1962-04-19 |
Family
ID=25969292
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC21052A Pending DE1128142B (de) | 1960-03-22 | 1960-03-22 | Verfahren zur Herstellung von schlagfestem Polystyrol |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1128142B (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1204819B (de) * | 1962-09-14 | 1965-11-11 | Basf Ag | Schlagzaehe Formkoerper ergebende modifizierte Styrolpolymerisate |
| DE1224499B (de) * | 1962-12-13 | 1966-09-08 | Huels Chemische Werke Ag | Verfahren zur Herstellung von schlagfesten Styrol-Pfropfcopolymerisaten |
| US3284542A (en) * | 1963-03-22 | 1966-11-08 | Rexall Drug Chemical | Preparation of high impact compositions from vinyl aromatic monomers and rubbery diolefin polymers |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1104702B (de) * | 1957-08-02 | 1961-04-13 | Montedison Spa | Verfahren zur Herstellung von Polymerisatmischungen mit hoher Schlagfestigkeit |
-
1960
- 1960-03-22 DE DEC21052A patent/DE1128142B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1104702B (de) * | 1957-08-02 | 1961-04-13 | Montedison Spa | Verfahren zur Herstellung von Polymerisatmischungen mit hoher Schlagfestigkeit |
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| DE1204819B (de) * | 1962-09-14 | 1965-11-11 | Basf Ag | Schlagzaehe Formkoerper ergebende modifizierte Styrolpolymerisate |
| DE1204819C2 (de) * | 1962-09-14 | 1974-08-15 | Basf Ag | Schlagzaehe Formkoerper ergebende modifizierte Styrolpolymerisate |
| DE1224499B (de) * | 1962-12-13 | 1966-09-08 | Huels Chemische Werke Ag | Verfahren zur Herstellung von schlagfesten Styrol-Pfropfcopolymerisaten |
| US3284542A (en) * | 1963-03-22 | 1966-11-08 | Rexall Drug Chemical | Preparation of high impact compositions from vinyl aromatic monomers and rubbery diolefin polymers |
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