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Schaltanordnung für eine Klappfallscheibe Die Erfindung betrifft eine
Schaltanordnung für eine Klappfallscheibe, die durch einen Elektromagneten in der
aufgerichteten Stellung gehalten werden kann und deren Abklappen durch einen Vibrationskontakt
steuerbar ist. Wesentlich bei der Klappscheibe zur erfindungsgemäßen Schaltanordnung
soll sein, daß der Schuß noch nicht unmittelbar ein Abklappen der Scheibe, sondern
zunächst nur die Einstellung eines Verzögerungsrelais bewirkt, das für die Dauer
der Verzögerung eine Leitung zum Schützenstandort freigibt, über die erst durch
Betätigen einer Schußbestätigungsdrucktaste ein Stromkreis geschlossen wird, der
seinerseits dann die Scheibe zum Abklappen bringt. Die Betätigung der Drucktaste
zur Bestätigung dessen, daß wirklich ein Schuß gefallen ist, erfolgt am Schützenstandort
durch eine Aufsichtsperson. Bei der Klappfallscheibe wird ein Zugmagnet verwendet;
dadurch fällt eine zusätzliche Sperre oder Halterung bei der aufgerichteten Scheibe
fort, da der Elektromagnet bei aufgerichteter Scheibe an einem Haltestromkreis angeschlossen
ist, der nur nach einem Schuß durch die Betätigung der Schußbestätigungsdrucktaste
unterbrochen wird.
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Es ist bekannt, die durch einen Schuß in der Klappfallscheibe erzeugten
Körperschallschwingungen über ein auf Körperschall ansprechendes Mikrophon in der
Art zu leiten, daß durch das ansprechende Mikrophon ein Schaltimpuls gegeben wird,
der - über Verstärker geleitet - einen Elektromotor betätigt, der die Klappfallscheibe
aus ihrer Position herausbewegt. Der Nachteil der so gesteuerten Klappfallscheibe
besteht darin, daß alle körperschallerzeugenden Umwelteinflüsse die Scheibe unmittelbar
zum Abklappen bringen. Erderschütterungen, Sand- und Erdteilchen, die vom Wind mitgeführt
werden, rufen jedoch ebenfalls bei einem getroffenen Gegenstand Körperschallschwingungen
hervor.
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Es ist weiter bekannt, einen Trägheitskontakt so mit einer Klappfallscheibe
zu verbinden, daß bei einer leichten oder gleichmäßigen Windbewegung zwar der Trägheitskontakt
und die Klappfallscheibe mitschwingen, jedoch keine Kontaktunterbrechung erfolgt;
erst eine stoßartige Erschütterung unterbricht als Folge der Masseträgheit den Trägheitskontakt
und löst mittels eines Elektromagneten eine gefederte Sperrklinke, so daß die Scheibe
über einen Elektromagneten abklappt. Da aber doch Windböen und Umwelteinflüsse immer
wieder die gleichen wie bei einem Schuß auftretenden Erschütterungen hervorbringen,
ist auch hier keine vollkommene Gewähr dafür gegeben, daß, wenn die Scheibe abklappt,
diese wirklich durch einen Treffer in ihre Lage geschwenkt worden ist.
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Es ist weiterhin, bekannt, eine Klappfallscheibe beidseitig mit einer
elektrisch leitenden Folie in der Art zu versehen, daß durch ein die Scheibe treffendes,
durch diese hindurchgehendes Geschoß eine durch das Geschoß gebildete leitende Verbindung
beider Folien erfolgt. Der hierbei auftretende Stromstoß wird nach bekannter Art
einem Motor oder Elektromagneten zur Betätigung des Abklappvorganges zugeführt.
Die Art dieser Steueranordnung schließt eine ungewollte Betätigung durch Winddruck
und Erschütterungen aus. Ein Nachteil besteht jedoch darin, daß schon durch Nässe,
Feuchtigkeit oder Zerfransung der Folie durch die Schußeinwirkung usw. eine leitende
Kontaktverbindung hergestellt werden kann. Selbst bei bester Abisolierung der Folien
untereinander entsteht nämlich immer wieder die Gefahr leitender Nässe durch die
Schußkanäle. Ein weiterer Nachteil der Folienscheibe besteht darin, daß eine sorgfältige
und trockene Lagerung der Scheiben erforderlich ist, was darüber hinaus eine erhebliche
finanzielle Belastung darstellt.
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Um diese Nachteile zu beheben, wird eine Schaltanordnung für eine
Klappfallscheibe, die durch einen Elektromagneten in der aufgerichteten Stellung
gehalten werden kann und deren Abklappen durch einen Vibrationskontakt steuerbar
ist, vorgeschlagen, bei der erfindungsgemäß die Wicklung des Elektromagneten in
Reihe mit dem Arbeitskontakt eines Selbsthalterelais liegt, dessen Erregungsstromkreis
über den Ruhestromkontakt eines Zwischenrelais geht, dessen Erregungsstromkreis
am Ruhestromkontakt eines Verzögerungsrelais normalerweise unterbrochen ist
und
dort geschlossen wird, sobald das Verzögerungsrelais durch den Vibrationskontakt
ausgelöst wird, wobei im Stromkreis über den Ruhestromkontakt des Verzögerungsrelais
zur Wicklung des Zwischenrelais eine Schußbestätigungsdrucktaste angeordnet ist.
Mittels einer Signallampe wird die jeweilige Schaltstellung des Verzögerungsrelais
angezeigt. über eine weitere Drucktaste kann der Stromkreis des Selbsthalterelais
geschlossen werden, wobei über den Arbeitskontakt des Selbsthalterelais die Wicklung
des Elektromagneten in der Art erregt wird, daß der Elektromagnet anzieht und die
Klappfallscheibe in ihre aufrechte Stellung bringt. Gleichzeitig erfolgt dann über
den Arbeitskontakt des Selbsthalterelais eine Selbsthaltung, die, auch wenn der
Stromkreis an der zweiten Drucktaste unterbrochen ist, das Selbsthalterelais und
den Elektromagneten in angezogener Stellung beläßt. Parallel zur Reihenschaltung
der erstgenannten Drucktaste mit dem Ruhestromkontakt des Verzögerungsrelais liegt
eine dritte Drucktaste, die bei Betätigung einen Stromkreis schließt, der die Wicklung
des Zwischenrelais erregt und zum Anzug bringt, wobei der Ruhestromkontakt des Zwischenrelais
den Haltestromkreis des Selbsthalterelais unterbricht.
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Wenn das Selbsthalterelais eingeschaltet, der Magnet im angezogenen
Zustand und die Klappfallscheibe aufgerichtet ist, so wird die Schaltstellung des
Verzögerungsrelais über die eingeschaltete Signallampe zur Aufsichtsperson beim
Schützen gemeldet, und die Scheibe ist schußklar. Wird die Klappfallscheibe in dieser
Lage getroffen, so unterbricht der Vibrator den Stromkreis des Verzögerungsrelais,
das über seinen Arbeitskontakt die Schußkontroll-Leitung zur Schußbestätigungsdrucktaste
freigibt. Die Signallampe beim Aufsichtsführenden erlischt und zeigt die neue Schaltstellung
des Verzögerungsrelais an.
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Betätigt der Aufsichtsführende die Schußbestätigungsdrucktaste, so
unterbricht er den Stromkreis des Selbsthalterelais, das gleichzeitig mit dem Elektromagneten
abfällt. Die Klappfallscheibe klappt dann ab, so daß der Schütze seinen Treffer
erkennen kann. Die Betätigung der Schußbestätigungsdrucktaste erfolgt durch die
Aufsichtsperson grundsätzlich nur nach einem Schuß und Erlöschen der Signallampe.
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Wird die Klappfallscheibe von einer Fremdbeeinflussung getroffen,
so erfolgt an sich der gleiche Schaltvorgang wie bei einem Schuß. Die Aufsichtsperson
erkennt durch Verlöschen der Lampe eine Beeinflussung der Klappfallscheibe. Da jedoch
kein Schuß gefallen ist, kann nur eine Fremdbeeinflussung vorliegen. Er betätigt
dann nicht die Schußbestätigungsdrucktaste, und die Scheibe bleibt stehen. Das Verzögerungsrelais
schaltet dann nach einer bestimmten Zeit zurück, die Signallampe geht wieder an,
und die Klappfallscheibe ist wieder schußklar.
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Um aber ein Abklappen der Klappfallscheibe auch ohne Schuß zu ermöglichen,
kann durch Betätigung der dritten Drucktaste der Stromkreis des Halterelais unterbrochen
werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Klappfallscheibe
und einer Schaltanordnung für diese dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 eine Klappfallscheibe
in aufgerichteter, Fig. 2 in abgeklappter Stellung und Fig.3 die Schaltungsanordnung
mit dem Elektromagnet, dem Vibrationskontakt, den Relais und den Drucktasten. In
einem Gehäuse 1 ist ein Elektromagnet 2 fest verankert. Die Zugstange 3 des Elektromagneten
2 greift über ein Gestänge 4, welches an der Zugstange 3 befestigt ist, in den Langschlitz
5 eines Ausgleichsgewichts 6 ein. Das Ausgleichsgewicht 6 ist im Punkt 7 schwenkbar
gelagert. Zwischen dem Gestänge 4 und dem Elektromagneten 2 liegt um die Zugstange
3 eine Druckfeder B. Am Ausgleichsgewicht 6 ist der Scheibenträger 9 befestigt,
an dem eine Buchse 10 angebracht ist. Die Buchse 10 ist mit einem Haken 11 versehen,
in dem die Zugfeder 12 einhakt. Die Zugfeder 12 liegt verdeckt in einem Bügel 13.
Ein Langschlitz 14 im Bügel 13 ermöglicht eine Längsverschiebbarkeit der Feder 12
über das im Langschlitz 14 geführte Federlager 15. Die Scheibe 16 wird auf eine
Latte 17 befestigt und erhält so eine Stabilisierung. Die Holzlatte 17 wird mittels
der Flügelschraube 18 in der Buchse 10 befestigt. Der Vibrator 19 ist fest mit dem
Scheibenträger verbunden.
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Für die Schaltanordnung ist ein Anschluß an ein Gleichstromnetz vorgesehen.
Eine gemeinsame Minusleitung führt zu den Drucktasten a, b und c. Die Drucktaste
a, welche die schon genannte Schußbestätigungsdrucktaste ist, schließt den Stromkreis
für die Schußkontrolle über den Anschluß A, den Ruhestromkontakt 29 des Verzögerungsrelais
23, den Anschluß 25, die Leitung 26 und das Zwischenrelais 24 nach Plus, wenn das
Verzögerungsrelais 23 infolge einer den Vibrationskontakt 19 auslösenden Erschütterung
abfällt und dabei über den Arbeitskontakt 29 eine Verbindung zum Zwischenrelais
24 herstellt. Nach Ablauf der Verzögerungszeit schaltet das Relais zurück und unterbricht
damit den Stromkreis zum Zwischenrelais 24 erneut.
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Mittels der zweiten Drucktaste b kann der Stromkreis zum Aufrichten
des Elektromagneten 2 und der Scheibe 16 über den Punkt B, das Selbsthalterelais
22 und den Ruhestromkontakt 30 des Zwischenrelais 24 nach Plus geschlossen werden.
Der Arbeitskontakt 27 stellt nach Betätigung des Relais einen Haltestromkreis her,
der bei einer Unterbrechung des Stromkreises durch die Drucktaste b das Relais 22
hält. Der Arbeitskontakt 28 stellt dabei den Stromkreis für den Elektromagneten
2 her, der so lange bestehen bleibt, wie der Stromkreis vom Selbsthalterelais
22 durch den Ruhestromkontakt 30 des Zwischenrelais 24 nicht unterbrochen
wird.
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Die Drucktaste c schließlich vermag den Stromkreis zum Abklappen der
Scheibe über den Punkt C und das Zwischenrelais 24 nach Plus zu schließen. Dieser
Stromkreis ermöglicht .somit den Abklappvorgang der Scheibe ohne Schuß. Das Verzögerungsrelais
23 und der Vibrator 19 sind so in einem Stromkreis angeordnet, daß eine auf den
Vibrator einwirkende Erschütterung den ständigen Stromkreis des Verzögerungsrelais
23 unterbricht. Der hierdurch erfolgte Relaisabfall wird durch eine Verzögerung
über einen bestimmten Zeitraum aufrechterhalten. Während dieser Zeit erfolgt über
den Kontakt 29 eine Schließung des Stromkreises für die Schußkontrolle.
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Fig.3 zeigt mit Ausnahme des Stromkreises für das Verzögerungsrelais
23 alle Stromkreise unterbrochen. Bei diesem Schaltzustand befindet sich die Scheibe
im abgeklappten Zustand. Durch Betätigung der Drucktaste b wird der Stromkreis des
Selbsthalterelais 22 geschlossen. Der Arbeitskontakt 27 des Selbsthalterelais 22
stellt dann den Haltestromkreis her, der auch dann das Relais 22 hält, wenn eine
Unterbrechung
des Stromkreises an der Drucktaste b erfolgt. Gleichzeitig schließt der Arbeitskontakt
28 den Stromkreis des Elektromagneten 2. Die Zugstange 3 des Elektromagneten
2 wird angezogen, wobei die horizontale Zugbewegung über den Drehpunkt 7
sowie das Gestänge 4 in eine drehende Bewegung des Scheibenträgers 9 umgewandelt
wird. Da die Scheibe 16 in der Buchse 10 des Scheibenträgers 9 befestigt ist, führt
die Scheibe 16 die Drehbewegung des Scheibenträgers 9 mit aus. Die ausgeführte,
durch die Zugstange 3 des Elektromagneten 2 hervorgerufene Drehbewegung des
Scheibenträgers 9 wird durch die vorgespannte Zugfeder 12, die über den Haken 11
und die Buchse 10 mit dem Scheibenträger 9 verbunden ist, in dem Augenblick
unterstützt, da im Moment des Magnetanzuges die Zugstange 3, durch den dann größten
Luftspalt bedingt, die geringste Zugkraft hat. Gleichzeitig wird eine Druckfeder
8 durch die Einzugbewegung der Zugstange 3 vorgespannt. Nach Zurücklegung
von etwa zwei Dritteln des Aufrichteweges der Scheibe 16 und des Scheibenträgers
9 hat die Zugfeder 12 ihre Entspannung erreicht. Über den Haken
11 der Buchse 10 wird durch die Restbewegung des Scheibenträgers 9
die Zugfeder 12 in den Bügel 13 zurückgeschoben. Dabei bewegt sich
das Federlager 15 im Langschlitz 14 von der vorderen zur hinteren Langschlitzbegrenzung
fort. Nach Erreichen des höchsten Aufrichtepunktes des Scheibenträgers
9 und der Scheibe 16 bleibt nach Unterbrechung der Drucktaste b der
Elektromagnet 2 über den Haltestromkreis des Relais 22 angezogen und hält
den Scheibenträger 9 und die Scheibe 16 durch seine Anzugskraft fest in aufrechter
Stellung. Wird die Scheibe 16 in aufrechter Schußposition von einer beliebigen Erschütterung
betroffen, unterbricht zwar der Vibrationskontakt 19 den Stromkreis des Verzögerungsrelais
23, das Verzögerungsrelais 23 wird für die Dauer einer bestimmten Verzögerung abgeworfen
und öffnet den Stromkreis zum Zwischenrelais 24, der jedoch an der Drucktaste
a unterbrochen bleibt, da keine Schußbestätigung über den Schalter a erfolgt, schaltet
dann das Verzögerungsrelais 23 nach Beendigung der Verzögerungszeit zurück und unterbricht
damit erneut über den Arbeitskontakt 29 den Stromkreis und beläßt .somit die Scheibe
16 in Schußposition. Durch eine im Stromkreis des Vibrators 19 und des Verzögerungsrelais
23 angeordnete nicht gezeichnete Glimmlampe wird das Ansprechen des Vibrators
19 auf eine Erschütterung an die Aufsichtsperson optisch übermittelt. Erfolgt
eine Schußbestätigung über den Schalter a, so wird über den Ruhestromkontakt 29
der offengehaltene Stromkreis zum Zwischenrelais 24 geschlossen. Dieses zieht
an und unterbricht über seinen Kontakt 30 den Stromkreis des Selbsthalterelais 22,
dessen Arbeitskontakt 28 den Stromkreis des Elektromagneten 2 unterbricht.
Der Elektromagnet 2 fällt dann ab. Mittels der Druckfeder 8 wird die Zugstange
3 aus dem Elektromagneten 2 herausgezogen. Die Scheibe 16 und der
Scheibenträger 9 beschleunigen durch ihr Gewicht den Abklappvorgang und ziehen
über den Haken 11 die Zugfeder 12 aus dem Bügel 13 so weit heraus, bis das Federlager
15 im Langschlitz 14 ein Gegenlager findet. Von diesem Zeitpunkt an wird die Abklappbewegung
der Scheibe 16 und des Scheibenträgers 9 durch die Spannung der Zugfeder 12 gedämpft.
Bei Erreichen der Abklapp-Endstellung von Scheibe 16 und Scheibenträger 9 ist die
Vorspannung der Zugfeder 12 so groß, daß ein geringer Anstoß des Elektromagneten
2 ausreicht, die Scheibe 16 aufzurichten. Steht eine Klappfallscheibe in Schußposition
und soll ohne Schußeinwirkung abgeklappt werden, so erfolgt über die dritte Drucktaste
c die Schließung des Stromkreises für das Zwischenrelais 24.
Dieses zieht
an. Der Arbeitskontakt 28 öffnet den Stromkreis des Elektromagneten 2, der,
stromlos geworden, die Scheibe 16 mit Scheibenträger 9 über die Druckfeder 8 und
die Zugstange 3 abklappen läßt.