-
Verfahren zur Herstellung von Organopolysiloxanmischpolymeren Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Organopolysiloxanmischpolymeren,
die mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel (OR')a ZNPSiOs+M (l)
Rb2 und mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel (R30) cSiO4 ~ c (2)
enthalten. Hierbei ist Z ein Wasserstoffatom, ein einwertiger Kohlenwasserstoffrest
oder ein aminosubstituierter einwertiger Kohlenwasserstoffrest, R ist ein zweiwertiger
Kohlenwasserstoffrest mit mindestens 3 Kohlenwasserstoffatomen, die Z2N-Gruppe ist
an ein Kohlenstoffatom gebunden, das mit dem Siliciumatom über mindestens 3 Kohlenstoffatome
in Verbindung steht, R'ist eine Alkylgruppe, R2 ist eine einwertige Kohlenwasserstoffgruppe,
a und b haben je einen Wert von 0 bis 2, ebenso hat a + b einen Wert von 0 bis 2.
R3 ist eine Alkylgruppe mit vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, wie eine Methyl-,
Äthyl-, Propyl-oder Butylgruppe, und c hat einen Wert von 1 bis 3. Vorzugsweise
enthalten die Mischpolymeren mindestens eine Gruppe der Formel (1), in der a den
Wert 1 oder 2 besitzt.
-
Beispiele der einwertigen Kohlenwasserstoffreste, die inFormel (1)
durch Z und R2 dargestellt sind, sind Alkylgruppen, wie Methyl-, Äthyl- und Propylengruppen,
Arylgruppen, wie die Phenylgruppe und Aralkylgruppen, wie die ß-Phenyläthylgruppe.
Vorzugsweise enthalten diese einwertigen Kohlenwasserstoffgruppen 1 bis 10 Kohlenstoffatome.
In der Formel (1) ist R ein zweiwertiger Kohlenwasserstoffrest, der mindestens 3
Kohlenstoffatome besitzt, wie eine Arylengruppe, z. B. der m-oder p-Phenylenrest,
oder eine Gruppe, die eine Arylengruppe, verbunden mit einer Alkylengruppe, enthält,
z. B. eine - C6H4CH2CH2-Gruppe oder ein - C6H4CH2-Gruppe, oder eine Alkylengruppe,
z. B. eine 1, 3-Propylengruppe. Beispiele für die aminosubstituierten einwertigen
Kohlenwasserstoffreste, die in der Formel (1) durch Z dargestellt sind, sind die
p-Aminoäthyl-und die y-Aminopropylgruppen. Vorzugsweise enthalten diese aminosubstituierten
einwertigen Kohlenwasserstoffreste 2 bis 10 Kohlenstoffatome.
-
Die in den Mischpolymeren vorliegenden, durch die Formel (1) dargestellten
Struktureinheiten lassen sich z. B. durch folgende Formel (3) wiedergeben :
wobei d einen Wert von mindestens 3, vorzugsweise von 3 bis 5 besitzt, die H2N-Gruppe
also an ein Kohlenstoffatom gebunden ist, das über mindestens 3 Kohlenstoffatome
mit dem Siliciumatom in Verbindung steht, und R', R2, a und b die obige Bedeutung
haben. Beispiele für Struktureinheiten gemäß Formel (3) sind die y-Aminopropylsiloxy-,
y-Aminopropyl- (methyl)-siloxy-, y-Aminopropyl-(dimethyl)-siloxy-, d-Aminobutylsiloxy-,
d-Aminobutyl- (methyl)-siloxy- und o$-Aminobutyl-(dimethyl)-siloxygruppen.
-
Zusätzlich zu den Gruppen der. Formeln (1) und (2) können die Mischpolymeren
noch Struktureinheiten folgender Formel enthalten : RlSiO4~c (4) 2 wobei R4 ein
einwertiger Kohlenwasserstoffrest, wie eine Alkylgruppe, z. B. eine Methyl-, Äthyl-
oder
Propylgruppe, eine Arylgruppe, z. B. eine Phenylgruppe, eine
Aralkylgruppe, z. B. eine, 8-Phenyläthylgruppe, eine Alkenylgruppe, z. B. eine Vinyl-oder
Allylgruppe, eine Cycloalkenylgruppe, z. B. eine Cyclohexenylgruppe oder eine Cycloalkylgruppe,
z. B. eine Cyclohexylgruppe ist und c einen Wert von I bis 3 hat. Vorzugsweise enthalten
die durch R4 dargestellten Reste bis zu 10 Kohlenstoffatome. Beispiele für Struktureinheiten
der Formel (4) sind die Methylsiloxy-, Dimethylsiloxy-, Trimethylsiloxy-, p-Phenyläthyl-(dimethyl)-siloxy-,
Diphenylsiloxy-Diäthylsiloxy-, Phenyl- (äthyl)-siloxy-, Äthyl- (vinyl)-siloxy-und
Methyl- (vinyl)-siloxygruppen.
-
Beispiel für erfindungsgemäß hergestellte Mischpolymere sind Produkte,
die folgende Struktureinheiten enthalten (a = 0 bis 2 ; c = 1 bis 3) :
Die Mischpolymeren können auch SiO2-Reste und an Siliciumatome gebundene Hydroxylgruppen
enthalten.
-
Die Mischpolymeren können 0, 1 bis 99, 9 Gewichtsteile, vorzugsweise
5 bis 75 Gewichtsteile, an Struktureinheiten der Formel (1) und 0, 1 bis 99, 9 Gewichtsteile,
vorzugsweise 25 bis 95 Gewichtsteile, an Struktureinheiten der Formel (2) je 100
Gewichtsteile des Mischpolymeren enthalten.
-
Die Mischpolymeren werden erfindungsgemäß hergestellt, indem man
eine Mischung aus einem Siloxan mit mindestens einer Struktureinheit der Formel
(1) und einem Orthokieselsäurealkylester erhitzt. Vorzugsweise wird dabei eine basische
Verbindung als Katalysator hinzugefügt. Die Siloxane enthalten vorzugsweise Struktureinheiten
der Formel (3). Es kann
sich um völlig kondensierte Verbindungen handeln, wie y-Aminopropylpolysiloxane,
b-Aminobutylpolysiloxane, cyclisches trimeres und tetrameres y-Aminopropyl- (methyl)-siloxan,
cyclisches trimeres und tetrameres 8-Aminobutyl- (methyl)-siloxan, alkoxy-endblockierte
y-Aminopropylmethylsiloxaneundò-Aminobutylmethylsiloxane. Diese völlig kondensierten
Siloxane können ebenfalls Gruppen der Formel (4) enthalten.
-
Daneben sind auch nicht vollständig kondensierte, d. h. Hydroxylgruppen
enthaltende Siloxane verwendbar, die durch Hydrolyse und durch teilweise Kondensation
folgender Silane dargestellt werden : ZNRSiXc (8) R96 wobei Z, R, R2, c und b die
obige Bedeutung besitzen und X eine Alkoxygruppe, z. B. eine Methoxy-, Äthoxy-oder
Propoxygruppe, ist. Beispiele von Silanen der Formel (8) sind y-Aminopropyltriäthoxysilan,
y-Aminopropyl-(methyl)-diäthoxysilan, y-Aminopropyl- (dimethyl)-äthoxysilan, 8-Aminobutyltriäthoxysilan
und b-Aminobutyl-(dimethyl)-äthoxysilan.
-
Geeignete teilweise kondensierte Siloxanmischpolymere lassen sich
auch durch Hydrolyse und nur teilweises Kondensieren von Silanmischungen mit Gruppen
der Formel (8) und Silanen folgender Formel : , SiX, ~ (9) herstellen, wobei R3,
X und c die obige Bedeutung besitzen. Beispiele für Silane der Formel (9) sind Methyltriäthoxysilan,
Dimethyldiäthoxysilan, Trimethyläthoxysilan, ß-Phenyläthyldimethyläthoxysilan, Diphenyldiäthoxysilan,
Diäthyldiäthoxysilan, Phenyläthyldiäthoxysilan, Äthylyinyldiäthoxysilan und Methylvinyldiäthoxysilan.
-
Völlig kondensierte Siloxane lassen sich durch Hydrolyse und vollständiges
Kondensieren von Silanen der Formel (8) und, wenn es wünschenswert erscheint, zusammen
mit Silanen der Formel (9) herstellen.
-
Die Hydrolyse von Silanen der Formel (8) und von Silanmischungen
der Formeln (8) und (9) kann durch langsame Zugabe von stöchiometrischen Mengen
Wasser, die zur Hydrolyse mindestens einer der Gruppen X nötig sind, unter lebhaftem
Rühren erfolgen. Das hydrolysierte Produkt kondensiert sich äußerst schnell zu einem
gewissen Grad selbst bei Zimmertemperatur. Erwärmen bewirkt eine vollständigere
Kondensation des Siloxans.
-
Organopolysiloxanverbindungen mit der NHZCHZCsH4Si-Gruppe lassen
sich durch Reduktion von Verbindungen mit der NCC6H4Si-Gruppe erhalten. So wird
beispielsweise p-Aminomethylphenyltriäthoxysilan hergestellt, indem eine Mischung
von p-Cyanophenyltriäthoxysilan in Toluol mit Wasserstoff und einer katalytischen
Menge von Nickel-Aluminium auf eine Temperatur von etwa 150° C erhitzt wird, wobei
sich die gewünschte Aminoverbindung bildet.
-
Die Alkylorthokieselsäureester, die in dem erfindungsgemäßen Verfahren
benutzt werden, bestehen aus mindestens einem Siliciumatom, mindestens einer an
das Silicium gebundenen Alkoxygruppe und, im Falle von mehreren Siliciumatomen in
der Verbindung, aus Sauerstoffatomen, die als Brücken zwischen den
Siliciumatomen
fungieren. Unter diesen Verbindungen ist beispielsweise die monomere Verbindung
Si (OR3) 4 (11) in der Ra die obige Bedeutung besitzt, daneben noch polymere Verbindungen
aus mindestens zwei Gruppen der Formel (2).
-
Beispiele dieser monomeren Alkylorthokieselsäureester sind Methyl-,
Äthyl-und Propylorthokieselsäureester, Beispiele für polymere Orthokieselsäureester
sind folgende Verbindungen : C2H5O HOSiO(13) CZH50SiOl, sx (13) (x = ganze Zahl),
(C2H5O) 3SiOSi (OC2H5) 3 (14) Gewöhnlich wird günstigerweise bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren eine basische Verbindung als Katalysator verwendet. Nützliche Katalysatoren
sind Alkalimetallhydroxyde, Silanolate und quaternäre Ammoniumhydroxyde, wie Caesium-,
Natrium-und Kaliumhydroxyd, Natrium-und Kaliumdimethylsilanolate und Tetramethylammoniumhydroxyd
; vorzugsweise werden Kalium-und Caesiumhydroxyd und die Silanolate verwendet. Die
Menge des eingesetzten Katalysators ist nicht engbegrenzt und kann von 0, 001 bis
0, 01 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamt-
gewicht der Reaktionsteilnehmer, variieren.
Vorzugsweise werden 0, 002 bis 0, 01 Gewichtsprozent verwendet. Beim Gebrauch von
trifunktionellem Siloxan, z. B. Verbindungen mit der Gruppe HZ N (C H2) 3 Si Ol,
5, werden Katalysatormengen angewandt, die im höheren Bereich liegen, da solche
Siloxane bis zu einem gewissen Grade die Katalysatoren vergiften können.
-
Die Reaktionstemperatur kann verschieden sein und hängt davon ab,
ob ein Katalysator verwendet und gegebenenfalls welcher Katalysatortyp angewendet
wird ; die Temperatur kann von 80 bis 250° C schwanken. Wird kein Katalysator verwendet,
so wird bei 170 bis 250° C gearbeitet, beim Einsatz von Alkalihydroxyd als Katalysator
werden 150 bis 170° C vorgezogen, bei quatemären Ammoniumhydroxyden 80 bis 120°
C. Abweichungen von diesen Temperaturen sind nicht ratsam. Die Reaktionsteilnehmer
werden gewöhnlich 4 bis 24 Stunden bei den angeführten Temperaturen gehalten. Um
unerwünschte Nebenreaktionen der Reaktionsteilnehmer und des Mischpolymerproduktes
mit atmosphärischem Sauerstoff zu verhindern, arbeitet man dann zweckmäßigerweise
unter einer Atmosphäre eines inerten Gases, wie Argon, Stickstoff usw.
-
Die erfindungsgemäßen Reaktionen lassen sich durch folgende Beispiele
verdeutlichen, wie z. B. die Reaktionen des tetrameren cyclischen y-Aminopropyl-(methyl)-siloxans
mit Tetraäthylorthokieselsäureester oder Hexaäthoxydisiloxan :
(p hat einen Wert von 1 bis 4).
-
Die erfindungsgemäß herzustellenden Mischpolymeren lassen sich als
Polier-und Glanzmittel für angestrichene Stahloberflächen, z. B. Aktenschränke,
günstig verwenden, da sie sehr schnell zu einem harten und glänzenden Filmüberzug
trocknen.
-
Folgende Beispiele verdeutlichen die vorliegende Erfindung : Beispiel
1 66, 1 g äthoxy-endblockiertes Aminopropylpolysiloxanöl mit einem Durchschnitt
von 0, 6 Äthoxygruppen je Siliciumatom und 34, 8 g (0, 167 Mol) Tetraäthylorthokieselsäureester
wurden in einen 200-cm3-Kolben gebracht, wobei sich zwei Schichten bildeten, die
selbst beim lebhaften Drehen des Kolbens nicht verschwanden. Auf 150° C erhitzt,
wurde die Mischung homogen, doch bildeten sich, wenn die Mischung auf 5° C abgekühlt
wurde, wiederum zwei Phasen. Die Mischung wurde dann wieder homogen, wenn auf 28°
C erhitzt wurde. Die homogene Mischung, die offensichtlich noch keine Reaktion eingegangen
war, hatte folgende physikalische Eigenschaften : Molekulargewicht (kryoskopisch)
609 ; Viskosität 54 cP ; Brechungsindex (nD5) 1, 4410. Das homogene noch nicht umgesetzte
Gemisch wurde mit einem Ölbad auf 155° C erhitzt, Kaliumdimethylsilanolat (0, 01
Gewichtsprozent Kalium, bezogen auf die Reaktionsteilnehmer) als Katalysator hinzugefügt
und dann weitere 16 Stunden lang auf 155° C erhitzt. Durch eine teilweise Reaktion
während dieser Periode wurde ein 01 mit folgenden physikalischen Eigenschaften .
erhalten : Molekulargewicht (kryoskopisch) 626 ; Vis-
kosität 60 cP ; Brechungsindex
(n2D5) 1, 4433. Dieses 01 blieb, selbst wenn es auf 5° C abgekühlt worden war, homogen.
Es wurde dann Caesiumhydroxyd (etwa 0, 015 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gewicht
des Öls) hinzugefügt und zur Vollendung der Kondensation in einem Kolben mit einem
Rückflußkühler auf 188° C erhitzt. Es wurde daraufhin ein 01 mit folgenden physikalischen
Eigenschaften erhalten : Viskosität 80 cP ; Brechungsindex (nos) 1, 4446. Dieses
01 bestand aus Einheiten der folgenden Formeln :
wobei a einen Wert von 0 bis 2 und c einen Wert von 1 bis 3 besitzt.
-
Beispiel 2 Eine Lösung von 3, 48 g (0, 167 Mol) Tetraäthylorthokieselsäureester
und 65, 6 g cyclisches tetrameres b-Aminobutylmethylsiloxan wurde in einen 100-cm3-Kolben
gebracht. Die noch nicht umgesetzte Lösung war klar und hatte folgende physikalischen
Eigenschaften : Viskosität 80 cP ; Molekulargewicht (kryoskopisch) 586 ; Brechungsindex
(n2D5) 1, 4640. Die Lösung wurde auf einem Ölbad auf 155° C erhitzt, und Kaliumdimethylsilanolat
(0, 008 Gewichtsprozent Kalium, bezogen auf das Gewicht der Lösung) wurde als Katalysator
hinzugefügt. Es wurde dann 16 Stunden lang auf 155° Cerhitzt, das resultierende
Produkt war ein klares farbloses du-mit folgenden physikalischen Eigenschaften :
Viskosität 190 cP ; Molekulargewicht
1222 ; Brechungsindex (nos)
1, 4690. Das C) bestand aus folgenden Einheiten : [H2N(CH2)4Si(OC2H5)(CH3)O3,5]
[H2N(CH2)4Si(CH3)O] und
wobei c einen Wert von 1 bis 3 besitzt.
-
Beispiel 3 y-Aminopropyltriäthoxysilan (133 g, 0, 6 Mol) wurde in
einen 500-cm3-Dreihalskolben gebracht, der einen Rührer, einen Tropftrichter und
einen Destillationsaufsatz besaß. 10, 8 g (0, 6 Mol) Wasser wurden in den Kolben
getropft, wobei der Kolbeninhalt gut gerührt und die Lösung dann allmählich während
der 15minutigen Wasserzugabe trüb wurde. Es wurde dann langsam auf 143'C Kolbentemperatur
erhitzt, wobei leichtes Rückflußkochen eintrat. Die Temperatur im Destillationsaufsatz
war 78° C. 35 g eines Destillates wurden innerhalb 11/2 Stunden gewonnen, währenddessen
die Kolbentemperatur auf 150° C gestiegen war. Das Produkt war ein Hydroxygruppen
enthaltendes Siloxan, das hauptsächlich Einheiten folgender Formel :
enthielt, wobei a einen Wert von 0 bis 2 besitzt. Es wurde auf 105° C abgekühlt
und erfindungsgemaß 62, 5 g (0, 3 Mol) Tetraäthylorthokieselsäureester unter gutem
Rühren hinzugetropft. Die Mischung wurde während der Zugabe trüb. Es wurde dann
erhitzt, bis leichtes Rückflußkochen bei 178° C Kolbentemperatur und 78° C Destillationskopftemperatur
eintrat. Die flüchtigen Stoffe (20 g) wurden während 2 Stunden gesammelt, während
die Kolbentemperatur auf 210°C gestiegen war. Nach dem Abkühlen des Kolbeninhalts
auf Zimmertemperatur bildeten sich zwei Phasen, die zeigten, daß die Reaktion unvollständig
war. Daraufhin wurden 0, 75 g Kaliumdimethylsilanolat mit 2, 1 Gewichtsteilen Kalium
je 100 Gewichtsteile Silanolat (0, 004 Gewichtsprozent K, bezogen auf das Gesamtgewicht)
in den Kolben gebracht. Der Kolben wurde mit einer 25 cm langen Vigreaux-Kolonne
als Luftkühler versehen, mit Argon gefüllt, dann für weitere 3, 5 Stunden auf 150°
C erhitzt und schließlich wiederum auf Zimmertemperatur abgekühlt.-Das auf diese
Weise hergestellte Produkt war eine homogene Flüssigkeit (142, 0 g) mit folgenden
physikalischen Eigenschaften : Brechungsindex (nD25) 1, 4283, Viskosität bei 20°
C 13,85 Centipoise und Dichte (d', 1, 032 g/cm3.
-
Das Produkt hatte die Formel
es enthielt 5, 58 Gewichtsprozent Stickstoff (theoretisch 5, 57 Gewichtsprozent)
und hatte ein Molekulargewicht von 480 48 (theoretisch 502).
-
Beispiel 4 γ-Aminopropyltriäthoxysilan (88, 4 g, 0, 4 Mol)
wurde in einen mit Rührer und Destillationsaufsatz versehenen 1-1-Rundkolben gebracht.
7, 2 g (0, 4 Mol) Wasser wurden unter lebhaftem Rühren innerhalb von 15 Minuten
zugetropft, wobei die Kolbentemperatur auf 145° C gebracht wurde und leichtes Rückflußkochen
begann (Destillationsaufsatztemperatur war 79° C). Das Erhitzen wurde weitere 2
Stunden fortgesetzt, währenddessen die flüchtigen StafFe (24, 7 cm3 Äthanol und
Wasser) gesammelt wurden und die Kolbentemperatur auf 160° C gestiegen war. Es wurde
auf etwa 75° C abgekühlt und dann erfindungsgemäß ein polymerer Alkylorthokieselsäureester
(148 g, 0, 2 Mol) mit der Formel C2H5O[Si(OC2H5)2O]5C2H5 unter Rühren während einer
Stunde hinzugetropft.
-
Während dieser Zugabe bildete sich in dem Kolben eine Emulsion. Der
Kolben wurde erhitzt, bis Rückflußkochen begann (Kolbentemperatur 175° C, Aufsatztemperatur
79° C). I) as Rückflußkochen wurde weitere 2 Stunden fortgesetzt und dabei 21, 0
cm3 flüchtiger Stoffe gesammelt. Beim Abkühlen auf 160°C bildeten sich zwei Phasen,
die zeigten, dal3 die Umsetzung unvollständig war. Daraufhin wurde Kaliumdimethylsilanolat
mit 2, 5 Gewichtsteilen Kalium je 100 Gewichtsteile Silanolat (0, 004 Gewichtsprozent
K, bezogen auf das Gewicht des Kolbeninhalts) hinzugefügt und der Kolbeninhalt unter
Rühren 4 Stunden lang auf 160° C erhitzt. Es wurde eine homogene Flüssigkeit (205,
5 g) gebildet, die selbst nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur homogen blieb.
Die Flüssigkeit hatte folgende physikalische Eigenschaften : Brechungsindex (nid')
1, 4165 ; Viskiosität bei 20'C 26, 2 cP ; Dichte (d24°) 1, 076 g/cm3. Die Flüssigkeit
war ein Mischpolymeres folgender Formel :
In diesem und im folgenden Beispiel war das Ausgangssiloxan ein äthoxyenthaltendes
y-Aminopropylpolysiloxan, das durch In-situ-Hydrolyse und Kondensation des y-Aminopropyltriathoxysilans
gebildet wurde.
-
Beispiel 5 y-Aminopropyltriäthoxysilan (66, 2 g, 0, 3 Mol) wurde
in einen 1-1-Dreihalskolben mit Rührer und Destillationsaufsatz gebracht. Es wurde
unter Rühren 5, 4 g (0, 3 Mol) Wasser hinzugetropft, der Kolbeninhalt zum Rückflußkochen
erhitzt (Kolbentemperatur 140°C, Temperatur im Destillationsaufsatz 79° C) und die
flüchtigen Stoffe gesammelt (13, 8g ; n2D5 = 1, 3608).
-
Der Kolben wurde auf 100° C abgekühlt und erfindungsgemäß ein polymerer
Alkylpolykieselsäureester (224 g, 0, 3 Mol) mit der Formel C2H5O[Si(OC2H5)2O]6C2H5
innerhalb 30 Minuten langsam in den Kolben gebracht. Dabei wurde die Reaktionsmischung
trüb.
-
Der Kolben wurde erhitzt, bis der Inhalt am Rückfluß kochte (Kolbentemperatur
175° C, Destillationsaufsatztemperatur 83° C). Es wurde Stickstoff als Schutzgas
eingeleitet
und Kaliumdimethylsilanolat mit 2, 5 Gewichtsteilen Kalium je 100 Gewichtsteile
Silanolat (0, 004 Gewichtsprozent Kalium, bezogen auf den Inhalt) in den Kolben
gebracht, dann für etwa Vs Stunde auf 175° C erhitzt, und dabei wurden 13, 8 g fluchtige
Stoffe (nos = 1, 3622) gesammelt. Unter Rühren erhitzte man noch weitere 3 Stunden
auf 180° C, wobei ein klares farbloses 01 (259 g) erhalten wurde. Das 01 hatte einen
Brechungsindex (nos) von 1, 4087 und eine Dichte (du,') von 1, 072 g/cm3. Das 01
war ein Mischpolymeres mit der Formel H2N(CH2)3Si(OC2H5)2O[Si(OC2H5)2O]4Si(OC2H5)3
und enthielt 1, 56 Gewichtsteile Stickstoff (theoretisch 1, 57) je 100 Gewichtsteile
des Polymeren.
-
Die technische Verwertbarkeit der erfindungsgemäß hergestellten Produkte
erhellt aus folgenden Versuchen : Von zwei angestrichenen Stahlschränken wurde der
eine mit Bis- (y-aminopropyl)-hexaäthoxytrisiloxan, [H2N (CH2) 3Si (OEt) 2]2Si (OEt)
2, in einer Konzentration von 10 Gewichtsprozent Trisiloxan in Toluol und der andere
zum Vergleich mit einem anderen Organopolysiloxanglanzmittel überstrichen. Dieses
letztere Glanzmittel enthielt 1, 5 Gewichtsteile Dimethylpolysiloxanöl mit einer
Viskosität von 350 cSt, 2, 5 Gewichtsteile Wachs und 95 Gewichtsteile Naphthol-Petroleumsolvent
je 100 Gewichtsteile Poliermittel. Das erfindungsgemäße Mischpolymere bildete einen
einheitlichen, harten, schönen glänzenden Film, der unter Bildung eines etwa 0,
125 mm dicken Schutzüberzuges innerhalb etwa 5 Minuten an der Luft trocknete. Kein
Polieren nach dem Trocknen war nötig, der Glanz dieses Filmes war wesentlich besser
als der mit dem anderen verwendeten handelsüblichen Glanzmittel.