DE1159937B - Verfahren zur Herstellung von Hydrindensulfonylharnstoffen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von HydrindensulfonylharnstoffenInfo
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Description
Es ist bekannt, daß Sulfonylharnstoffe blutzuckersenkende Eigenschaften aufweisen (siehe z. B. Arzneimittel-Forschung,
Bd. 8 [1958], S. 425 if.). Beispielsweise ist der N-4-Methyl-benzolsulfonyl)-N'-butylharnstoff
als Antidiabeticum in die Therapie eingeführt worden. Aus der britischen Patentschrift
814 234 ist weiterhin bekannt, daß auch Naphthalin- und 5,6,7,8 - Tetrahydronaphthalinsulfonylharnstoffe
den Blutzuckerspiegel senken.
Die Erfindung betrifft die Herstellung von hydro- ίο
aromatischen Sulfonylharnstoffderivaten der allgemeinen Formel
SO2-NH-CO-NH-R (I) a5
in welcher R einen Alkyl-, Cycloalkyl- oder Aralkylrest bedeutet.
Erfindungsgemäß bringt man ein Hydrindensulfonamid der Formel
— SO. —NH,
(H)
das vorzugsweise in Form eines seiner Salze vorliegt, mit einem Isocyansäureester der Formel RCNO zur
Umsetzung. Als Isocyansäureester kommen beispielsweise n-Butylisocyanat, Cyclohexylisocyanat oder
Phenyläthylisocyanat in Frage.
Eine weitere Durchführungsform des Verfahrens besteht darin, daß man aus dem Hydrindensulfonamid
zunächst durch Umsetzung mit einem Chlorameisensäureester einen Hydrindensulfonylcarbaminsäureester
darstellt. Durch Reaktion mit einem Amin der Formel R — NH2 erhält man darauf aus dem Hydrindensulfonylcarbaminsäureester
das erfindungsgemäße Sulfonylharnstoffderivat. Amine der Formel RNH2
sind beispielsweise Äthylamin, n-Propylamin, Isobutylamin,
Cyclopentylamin, Phenyläthylamin.
In allen Fällen können die Reaktionsbedingungen je nach den besonderen Erfordernissen, die durch die
am Hydrindensulfonamidmolekül vorzunehmenden Substitutionen gegeben sind, weitgehend variiert
werden. Beispielsweise können die Reaktionen unter Verwendung von Lösungsmitteln bei Normal- oder
erhöhter Temperatur durchgeführt werden.
Die nach dem Verfahren erhältlichen Hydrindensulfonylharnstoffe zeichnen sich insbesondere durch
eine ausgezeichnete und lang anhaltende blutzucker-Verfahren zur Herstellung
von Hydrindensulfonylharnstoffen
von Hydrindensulfonylharnstoffen
Anmelder:
Chemische Fabrik von Heyden,
Chemische Fabrik von Heyden,
Aktiengesellschaft,
München 23, Leopoldstr. 4
München 23, Leopoldstr. 4
Dr. Hermann Breuer und Dr. Hans Höhn,
Regensburg,
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
senkende Wirkung aus und sind daher zur therapeutischen Anwendung hervorragend geeignet.
19,7 g Hydrinden-5-sulfonamid werden in 50 cm3
2n-Natronlauge und 150 cm3 Aceton in Lösung gebracht. Die Lösung wird tropfenweise unter Rühren
bei 15°C mit 16,2 g Cyclohexylisocyanat versetzt. Man
rührt 2 Stunden nach, verdünnt mit der fünffachen Wassermenge, filtriert und säuert das Filtrat mit verdünnter
Essigsäure an. Es werden 25,2 g N-(Hydrinden-5-sulfonyl)-N'-cyclohexylharnstoff erhalten, der nach
Umkristallisieren aus 7O°/oigem Aceton und Trocknen im Vakuum bei 5O0C einen Schmelzpunkt von 153 bis
155°C aufweist.
17 g Hydrinden-4-sulfonamid werden mit 43,5 cm3
2n-Natronlauge und 120 cm3 Aceton in Lösung gebracht. Zu dieser Lösung wurde unter Rühren bei
10 bis 15°C innerhalb von 45 Minuten eine Lösung von 11g n-Butylisocyanat in 40 cm3 Aceton zutropfen
gelassen. Darauf rührte man noch 2 Stunden bei Zimmertemperatur, verdünnte mit 500 cm3 Wasser
und destillierte das Aceton im Vakuum ab. Anschließend wurde vom ausgefallenen Niederschlag abgesaugt und
das Filtrat mit verdünnter Salzsäure auf Ph 5 angesäuert.
Der ausgefallene N-(Hydrinden-4-sulfonyl)-N'-butylharnstoff wurde abgesaugt. Es wurde zur
Reinigung nochmal in verdünnter Natronlauge gelöst und mit verdünnter Salzsäure wieder ausgefällt. Ausbeute:
17,5 g vom Schmelzpunkt 163 bis 164° C. Nach
309 770/475
dem Umkristallisieren aus 8O7oigem Aceton liegt der
Schmelzpunkt bei 163 bis 164,5°C.
Analog wurde dargestellt:
N-(Hydrinden-4-sulfonyl)-N'-cyclohexylharnstoff, Schmelzpunkt 176 bis 177 0C.
In einem 4-1-Dreihalskolben wurden 160 g Hydrinden-5-sulfonamid,
162 g feingepulvertes wasseifreies Kaliumcarbonat und 2,8 1 wasserfreies Aceton
1 Stunde rückgekocht. Dann wurden 84 g Chlorameisensäureäthylester
bei Siedetemperatur zutropfen gelassen. Anschließend wurde noch 3 Stunden rückgekocht.
Nach dem Erkalten saugte man den dicken weißen Brei ab. Der getrocknete Filterrückstand wurde
in 3 1 Wasser eingetragen und mit etwas verdünnter Natronlauge völlig in Lösung gebracht. Dann wurde
mit verdünnter Salzsäure unter kräftigem Rühren auf Ph 7,5 eingestellt. Hierbei schied sich etwas Hydrinden-5-sulfonamid
ab, von dem abfiltriert wurde. Das Filtrat nun weiter angesäuert und der Niederschlag
abgesaugt und getrocknet. Schmelzpunkt 120 bis 123 ° C.
40,3 g des so erhaltenen rohen Hydrinden-5-sulfonylcarbaminsäureäthylesters
wurden mit 25 cm3 Wasser und 9 g n-Propylamin 1 Stunde auf 12O0C erwärmt.
Anschließend wurde der Ansatz im Wasserstrahlvakuum noch 80 Minuten bei dieser Temperatur belassen.
Der zähe Rückstand wurde mit 300 cm3 17oigem Ammoniak und 300 cm3 Wasser unter leichtem
Erwärmen in Lösung gebracht, die Lösung mit Tierkohle geklärt, filtriert und nach dem Abkühlen der
N-(Hydrinden-5-sulfonyl)-N'-propylharnstoff mit verdünnter Salzsäure ausgefällt. Der Niederschlag wurde
in verdünnter Natronlauge gelöst und mit verdünnter Salzsäure wieder ausgefällt. Es wurden 29,4 g Substanz
vom Schmelzpunkt 127 bis 1280C erhalten. Die Substanz schmolz nach dem Umkristallisieren aus 7O7oigem
Aceton bei 128 bis 1290C.
Analog wurden dargestellt:
N-(Hydrinden-5-sulfonyl)-N'-butylharnstoff, Schmelzpunkt 126 bis 127° C,
N-(Hydrinden-5-sulfonyl)-N'-isobutylharnstoff, Schmelzpunkt 128 bis 129°C,
N-(Hydrinden-5-sulfonyl)-N'-phenyläthylharnstoff, Schmelzpunkt 129 bis 1310C.
N-(Hydrinden-5-sulfonyl)-N'-isobutylharnstoff, Schmelzpunkt 128 bis 129°C,
N-(Hydrinden-5-sulfonyl)-N'-phenyläthylharnstoff, Schmelzpunkt 129 bis 1310C.
Versuchsbericht
Um die Überlegenheit der erfindungsgemäßen Verbindungen gegenüber bekannten Sulfonylharnstoffen
nachzuweisen, wurden pharmakologische Versuche durchgeführt, in denen der N-(Hydrinden-5-sulfonyl)-N'-cyclohexylharnstoff
(A) und der N-(Hydrinden-5-sun°onyl)-N'-butylharnstoff
(B) mit den aus der britischen Patentschrift 814 234 bekannten, chemisch nahe verwandten Sulfonylharnstoffen N-(5,6,7,8-Tetrahydronaphthalin^-sulfony^-N'-cyclohexylharnstoffiC)
und N - (5,6,7,8 - Tetrahydronaphthalin - 2 - sulfonyl)-N'-butylharnstoff
(D) sowie mit dem bekannten, in die Therapie eingeführten N-(4-Methylbenzolsulfonyl)-N'-butylharnstoff
(Tolbutamid) verglichen werden. Die Versuche wurden an Kaninchen, Ratten und Hunden durchgeführt. Die Präparate wurden oral verabreicht,
nachdem die Tiere über Nacht gefastet hatten. In bestimmten Zeitabständen nach der oralen Präparatgabe
wurden Blutproben entnommen, in denen der Blutzuckergehalt bestimmt wurde. Die im Vergleich
zu den Kontrollwerten sich ergebende jeweilige prozentuale Senkung des Blutzuckerspiegels ist in den
folgenden Tabellen niedergelegt worden.
s 1. Senkung des Blutzuckerspiegels beim Kaninchen nach oralen Gaben der Verbindung A im Vergleich mit C
| Verbindung | Dosis (mg/kg) | Blutzuckersenkung nach 3 Stunden |
|
ία
A ί c { |
200 100 400 200 |
24% 15 7o 21% 27o |
2. Senkung des Blutzuckerspiegels bei der Ratte nach oralen Gaben der Verbindung A im Vergleich
mit C und D
| 20 Verbindung | ί | Dosis (mg/kg) | Blutzuckersenkung nach | 3 Stdn. |
| 1 | IStd. | 37 Vo | ||
| Λ | ί | 75 | 30 "/ο | 42Vo |
| Ά | ι | 35 | 16 Vo | 437« |
| 25 c | 75 | 18% | 25% | |
| 35 | OVo | 14% | ||
| D | 35 | OVo | ||
3. Senkung des Blutzuckerspiegels beim Hund nach oralen Gaben der Verbindungen A und B im Vergleich
mit C und D
| Verbindung | 35 | A | Dosis (mg/kg) | Blutzuckersenkung nach | 31 % | 36 Vo | 47 Vo |
| B | IStd. 13 Stdn. 15 Stdn. i 7 Stdn. | 27 V0 | 29 Vo | 37 Vo | |||
| C | 16% | 11% | 35 Vo | ||||
| D | 12 | 31 Vo | OVo | 14% | 23% | ||
| 12 | 22 Vo | ||||||
| 12 | 4% | ||||||
| 12 | OVo | ||||||
4. Senkung des Blutzuckerspiegels bei der Ratte nach
oralen Gaben der Verbindung A im Vergleich mit
Tolbutamid
Verbindung
A
Tolbutamid!
Tolbutamid!
Dosis (mg/kg)
150
75
150
150
75
Blutzuckersenkung nach IStd. [3Stdn.jSStdn.17Stdn.
32% 29 Vo
31% 40 Vo
52 Vo
547
45 Vo 44% 48% 131% 52% 26%
0I
32 Vo
38 Vo
5. Senkung des Blutzuckerspiegels beim Hund nach oralen Gaben der Verbindung A im Vergleich mit
Tolbutamid
Aus Tabelle 1 geht hervor, daß Verbindung A beim Kaninchen erheblich stärker wirksam ist als die Vergleichssubstanz
D. Nach Tabelle 2 gilt das gleiche für die Ratte als Versuchstier. Nach Tabelle 3 zeigen die
| Verbindung | Dosis (mg/kg) | Blutzuckersenkung nach IStd. 13 Stdn. 15 Stdn. 17 Stdn. |
36% 18% 30 Vo 14% |
35% 30% 28 Vo 22% |
26% 24% 32 Vo 21% |
| A ί Tolbutamidj |
12,5 4,0 12,5 4,0 |
31 Vo 19% 15% 10% |
Verbindungen A und B beim Hund ebenfalls eine stärkere Wirkung als die Vergleichssubstanzen C und D.
Außerdem verursachen A und B eine erheblich promptere und gleichmäßigere Senkung des Blutzuckerspiegels
als die Vergleichssubstanzen.
Wie aus den Tabellen 4 und 5 hervorgeht, ist die Verbindung A dem Tolbutamid in der Wirkungsstärke
überlegen. Darüber hinaus ergeben die Versuche an der Ratte, daß A eine längere Wirkungsdauer als
Tolbutamid hat.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von Hydrindensulfonylhamstoffen der FormelSO2-NH-CO-NH-Rworin R eine Alkyl-, Cycloalkyl- oder Aralkylgruppe bedeutet, dadurch gekennzeichnet, daß man in an sich bekannter Weise ein Hydrindensulfonamid der Formel-1LSO2NH2entwedera) mit einem Isocyansäureester der Formel R — CNO, worin R die obige Bedeutung hat, umsetzt oderb) mit Chlorameisensäureester und den entstehenden Hydrindensulfonylcarbaminsäureester mit einem Amin der Formel R — NH2, worin R die obengenannte Bedeutung hat, umsetzt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 965 400.© 309 770/475 12.63
Priority Applications (7)
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