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Verfahren zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid durch katalytische
Oxydation von o-Xylol Für die Herstellung von Phthalsäureanhydrid aus Naphthalin
durch katalytische Oxydation sind eine Anzahl von Verfahren bekannt, bei denen der
Katalysator in wirbelnder Bewegung gehalten wird. Bei den bekanntgewordenen Versuchen,
diese Verfahrensweise auf die Oxydation von o-Xylol zu übertragen, hat sich bisher
stets gezeigt, daß die bei der Oxydation von Naphthalin erhaltenen befriedigenden
Ergebnisse bei der o-Xyloloxydation nicht erzielt werden. Entweder man erreicht
nur einen geringen Umsatz, oder man erreicht nur eine geringe Ausbeute an Phthalsäureanhydrid,
während ein erheblicher Teil des o-Xylols zu Kohlenmonoxyd und Kohlendioxyd verbrannt
wird.
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Es wurde nun gefunden, daß man Phthalsäureanhydrid durch Oxydation
von o-Xylol mit Sauerstoff oder Sauerstoff enthaltenden Gasen bei erhöhter Temperatur
in der Gasphase mit Hilfe eines hochporösen Trägermaterials, in dessen Poren ein
unter den Reaktionsbedingungen flüssiges Gemisch aus Vanadiumpentoxyd und wenigstens
einem Alkalipyrosulfat enthalten ist, als Katalysator erhält, wenn man die Oxydation
bei einer Temperatur von 250 bis 380"C und Verweilzeiten von 5 bis 50 Sekunden unter
Mitverwendung von Brom oder einer unter den Reaktionsbedingungen gas- oder dampfförmigen
Bromverbindung im Gewichtsverhältnis Brom zu o-Xylol von 1:50 bis 1:100000 an einem
Katalysator, der durch Auftragen einer Alkalipyrosulfat oder Alkalipyrosulfatgemisch
und 5 bis 300/o Vanadinpentoxyd, 0 bis 50/o Oxyde des Cers, Kupfers, Eisens, Mangans,
Nickels oder Kobalts, 0 bis 40/o Phosphorpentoxyd, 0 bis 6°/o Molybdänoxyd und bzw.
oder Wolframoxyd sowie 0 bis 30/o Silberoxyd enthaltenden Schmelze auf das Trägermaterial
hergestellt worden war, durchführt.
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Die für die Oxydation von o-Xylol entsprechend der Erfindung verwendbaren
Katalysatoren werden durch Aufbringen einer Schmelze aus Alkalipyrosulfaten, in
denen dasVanadinpentoxyd, gegebenenfalls mit weiteren Zusätzen, gelöst ist, auf
die großoberflächigen Träger mit großem Porenvolumen hergestellt. Genauer gesagt,
befindet sich die unter den Reaktionsbedingungen für die o-Xyloloxydation flüssige
Schmelze von metalloxydhaltigem Alkalipyrosulfat in den Poren der Katalysatorträger.
Der Katalysator stellt also ein Zweiphasensystem dar.
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Als oberflächenreiche Träger lassen sich beispielsweise Aluminiumphosphat,
künstliche oder natürliche Silikate, Kieselsäure, insbesondere in Form von Kieselgel,
oder aktive Kohle verwenden. Vorzüglich eignet sich Kieselgel, das durch Ausfällen
von Kieselsol, nachfolgendes Trocknen, Calcinieren und Zerkleinern als Granulat
erhalten wird. Es wird in einer Korngröße von 10 bis 3000 Cu, insbesondere von 20
bis 600 i, vorteilhaft von 20 bis 300 in, verwendet; die innere Oberfläche soll
etwa 200 bis etwa 400 m2/g, vorzugsweise 300 bis 360 m2/g, betragen, wobei der mittlere
Porenradius bei etwa 50 bis 60 ÄE liegen soll. Der obertlächenreiche Träger kann
auch in Form von Mikrokugeln angewendet werden, welche man durch Sprühtrocknung
von wäßrigen Konzentraten erhalten kann.
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Verwendet man als Träger aktive Kohlen des Korngrößenbereiches von
etwa 20 bis 600 ,u, so dürfen bei der Herstellung des Katalysators und bei der Oxydation
in der Regel Temperaturen von 300 bis 340"C nicht überschritten werden, da sonst
Verbrennung der aktiven Kohlen im Luftstrom stattfindet.
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Zur Herstellung des Vanadinoxyds und der gegebenenfalls weitere Zusätze
enthaltenden Alkalipyrosulfatschmelze werden das Alkalipyrosulfat oder Alkalihydrogensulfat
oder Gemische mehrerer Alkalipyrosulfate oder Alkalihydrogensulfate, gegebenenfalls
zusammen mit Wasser, erhitzt und geschmolzen, bis das Wasser verflüchtigt ist. Dann
werden bei etwa 300 bis 4500 C die Vanadinverbindungen, insbesondere Vanadinpentoxyd
oder Ammoniumvanadat sowie gegebenenfalls die Zusätze, in der Schmelze aufgelöst.
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Als Alkalipyrosulfate verwendet man Lithium-, Natrium-, Kaliumpyrosulfat
oder Gemische dieser Verbindungen. Bevorzugt werden Kaliumpyrosulfat und
Natrium-Kalium-Pyrosulfatgemische,
insbesondere mit 10 bis 50 Gewichtsprozent Natriumpyrosulfat, verwendet.
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Außer den bereits genannten kann man auch andere Vanadinverbindungen
zusetzen, die unter oxydierenden Bedingungen bei Reaktionstemperatur in Vanadinpentoxyd
übergehen, z. B. Vanadin(III)-chlorid, Vanadin(III)-oxyd, Vanadin(IV)-oxyd oder
Vanadylsulfat, VOSO4. Man verwendet so viel Vanadinverbindungen, daß die Schmelze
5 bis 30 Gewichtsprozent Vanadinpentoxyd enthält. Bevorzugt werden Schmelzen verwendet,
die 10 bis 2001o Vanadinpentoxyd enthalten.
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Es ist vorteilhaft, in der beschriebenen Schmelze außerdem Metallaktivatoren
aufzulösen, die die Oxydation von Bromwasserstoff zu Brom beschleunigen, und zwar
in einer Menge bis zu 5 Gewichtsprozent, bezogen auf die Schmelze. Solche Aktivatoren
sind Oxyde des Cers, des Kupfers, des Eisens, des Mangans, des Nickels und des Kobalts
Beispielsweise Cer(IV)-oxyd, Mangandioxyd, Eisen(III)-oxyd, Kupfer(II)-oxyd, Cobalt(II)-oxyd,
Nickel(II)-oxyd.
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Als weitere Zusätze zum Vanadinpentoxyd werden gegebenenfalls Phosphorsäure,
Molybdäntrioxyd und bzw. oder Wolframoxyd verwendet.
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Die Phosphorsäure kann als solche oder in Form von Phosphorpentoxyd
oder in Form von Verbindungen, die Phosphorsäure liefern, zugemischt werden.
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So kann man auch Phosphorpentasulfid, Ammoniumphosphat, Natrium- oder
Kaliumphosphate als primäre, sekundäre oder tertiäre Phosphate verwenden.
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Bei Verwendung von Alkaliphosphaten muß eine dem Alkali entsprechende
Menge Schwefelsäure zugegeben und als Pyrosulfat berücksichtigt werden. Die Phosphorverbindungen
werden in solcher Menge zugesetzt, daß höchstens 4 Gewichtsprozent Phosphorpentoxyd
in der Pyrosulfatschmelze zugegen sind. Das Gewichtsverhältnis Phosphorpentoxyd
zu Vanadinpentoxyd kann zwischen 1:6 und 1:200 liegen.
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Die gegebenenfalls zugegebenen Molybdänverbindungen werden z. B.
in Form von Molybdänsäure, Molybdänoxyd, Molybdänsulfid oder Ammoniummolybdat verwendet.
Man kann aber auch Natrium-oder Kaliummolybdat oder vorteilhaft Phosphormolybdänsäure
verwenden. Der Gehalt an Alkalien wird zweckmäßig durch Zugabe von Schwefelsäure
kompensiert. Der Alkali- und bzw. oder Phosphorgehalt der zugesetzten Molybdänverbindungen
ist bei der Menge Pyrosulfat bzw. Phosphorsäure zu berücksichtigen.
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An Stelle der Molybdänverbindungen kann man Wolframverbindungen zusetzen,
beispielsweise Wolframsäure, Wolframoxyde, Wolframsulfide, Ammoniumwolframat oder
Phosphorwolframsäure. Man kann auch Gemische von Molybdän- und Wolframverbindungen
zusetzen. Die Molybdän- und bzw. oder Wolframverbindungen werden in einer Menge
zugefügt, daß ihr Anteil an der Schmelze bis zu 6 Gewichtsprozent Molybdäntrioxyd
(oder einer äquivalenten Menge Wolframtrioxyd) und das Verhältnis Molybdän-oder
Wolframoxyd zu Vanadinoxyd 1:3 bis 1:20 beträgt.
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Durch einen weiteren Zusatz, beispielsweise von 1 bis 10 Gewichtsprozent
Silberoxyd, bezogen auf Vanadinpentoxyd, lassen sich die Katalysatoren weiter aktivieren.
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Die Gesamtmenge der aktiven Substanz in der Pyrosulfatschmelze, d.
h. also des Vanadinpentoxyds, der vorteilhaft zugesetzten Oxydationskatalysatoren
für
Bromwasserstoff und der gegebenenfalls verwendeten Zusätze von Phosphorsäure, Molybdän-
und bzw. oder Wolframoxyd sowie Silberoxyd soll nicht mehr als 40 Gewichtsprozent
(berechnet als Oxyde) des Schmelzgemisches betragen.
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Es ist zweckmäßig, die Vanadinpentoxyd und gegebenenfalls Zusätze
der genannten Art enthaltende Pyrosulfatschmelze in dem gewünschten Mischungsverhältnis
herzustellen, erstarren zu lassen, zu zerkleinern und dann auf den Träger aufzubringen.
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Zum Aufbringen der Vanadinpentoxyd und gegebenenfalls Zusätze enthaltenden
Pyrosulfatschmelzen auf die Trägersubstanz kann man sich verschiedener Methoden
bedienen. Beispielsweise kann man in einer Mischtrommel das auf eine Korngröße von
etwa 200 11 oder kleiner gemahlene erstarrte Schmelzgut mit der entsprechenden Menge
Kieselgelträger mischen und anschließend mehrere Stunden auf Temperaturen über der
Schmelztemperatur, z. B. 300 bis 450"C, erhitzen. Hierbei wird die sich verflüssigende
Schmelze von den Poren des Trägermaterials aufgesogen.
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Zweckmäßig wird der Träger zur gleichmäßigen Verteilung der Schmelze
in Bewegung gehalten. Dies kann z. B. in einem beheizten Rührkessel durchgeführt
werden oder in einem beheizten Schneckenförderer erfolgen. Eine andere Methode besteht
darin, daß man das gepulverte Schmelzgut in das mit Luft oder einem Inertgas, z.
B. Stickstoff oder Kohlendioxyd, in wirbelnde Bewegung versetzte Trägermaterial,
z. B. das Kieselgel, einrieseln läßt und eine Zeitlang, z. B.
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8 Stunden, bei einer Temperatur oberhalb der Schmelztemperatur der
Pyrosulfatschmelze beläßt. Man kann zur Homogenisierung des Katalysators diesen
vor Gebrauch einige Zeit bei der Reaktionstemperatur im Luftstrom oder im Sauerstoff
enthaltenden Gasstrom in wirbelnder Bewegung halten.
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Man kann diese Katalysatoren aber auch so herstellen, daß man das
Kieselgel mit wäßrigen Lösungen der obengenannten Komponenten tränkt, wobei man
an Stelle des Alkalipyrosulfats auch Alkalisulfate, gegebenenfalls unter Zusatz
von Schwefelsäure, verwenden kann. Der imprägnierte Katalysator wird anschließend
getrocknet und bei Temperaturen von 200 bis 600"C getempert, insbesondere bei 250
bis 450"C. Bei Verwendung von Alkalisulfaten an Stelle von Alkalipyrosulfaten ist
es erforderlich, zur Erzielung des Zweiphasensystems, bei dem sich eine flüssige
Schmelze in den Poren des Katalysatorträgers befindet, während des Temperns SO3-enthaltende
Gase oder SO2 oder solche SchwefeIverbindungen, die am Katalysator SO2 ergeben,
gemeinsam mit Sauerstoff enthaltenden Gasen zuzuführen, wobei man eine Temperatur
von 250 bis 500"C, insbesondere von 300 bis 450"C, einhält. Durch diese Behandlung
werden die in fester Form auf dem Katalysatorträger vorliegenden Bestandteile in
eine flüssige Alkalipyrosulfatschmelze, in der Vanadin und die weiteren Komponenten
gelöst, sind übergeführt.
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Das Mengenverhältnis zwischen Pyrosulfatschmelze, die Vanadinpentoxyd
und gegebenenfalls Zusätze enthält, und Träger kann in einem gewissen Bereich schwanken.
Es werden vorteilhaft wenigstens 10 Gewichtsprozent dieser Schmelze, bezogen auf
den Katalysator, angewendet; die obere Grenze für den Anteil der Schmelze am Katalysator
hängt in starkem Maß von der Art des verwendeten Trägers ab. Ein zu hoher Anteil
führt in der Regel zum Zusammenbacken oder Zusammenkleben von Katalysatorkörnern,
z. B.
ein Anteil von mehr als 60 Gewichtsprozcnt (bezogen auf Katalysator)
bei Verwendung von Kieselgel als Träger. Bevorzugt wird daher die Verwendung von
25 bis 50 Gewichtsprozent Schmelzgemisch, bezogen auf den Katalysator, insbesondere
bei Verwendung von Kieselgel als Träger.
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Für das erfindungsgemäße Verfahren ist die Einhaltung bestimmter
Reaktionstemperaturen erforderlich. Man führt die Oxydation zweckmäßig bei 250 bis
380"C, vorteilhaft bei 270 bis 350"C, aus. Die Reaktionstemperatur muß aber so hoch
gewählt werden, daß die aktiven Katalysatorbestandteile im Träger flüssig vorliegen.
Die untere Temperaturgrenze hängt daher von der Schmelztemperatur der in den Poren
des verwendeten Katalysatorträgers befindlichen Schmelze ab.
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Strömungsgeschwindigkeit der Gase und Dämpfe und Höhe der Wirbelschicht
sind so aufeinander abzustimmen, daß man Verweilzeiten von 5 bis 50 Sekunden, insbesondere
von 8 bis 30 Sekunden, erhält. Die Verweilzeit ist dabei wie üblich definiert, d.
h., es ist die Zeit, während welcher das o-Xylol mit dem Katalysator in Berührung
ist, wobei man sich auf den gesamten vom Katalysator frei gedachten Reaktionsraum
bezieht: Verweilzeit = Katalysatorraumvolumen Gasvolumen je Sekunde (bezogen auf
Druck und Temperatur im Katalysatorraum) Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist
der Zusatz von Brom oder einer Bromverbindung, die unter den am Katalysator herrschenden
Bedingungen gas- oder dampfförmig ist. Als Bromverbindungen verwendet man beispielsweise
anorganische, wie Bromwasserstoff, Ammoniumbromid, Nitrosylbromid, Thionylbromid,
oder organische, wie Alkyl-, Arylbromide, Carbonsäurebromide. Beispielsweise lassen
sich verwenden: Äthylbromid, Hexylbromid, Benzylbromid und - besonders vorteilhaft
- o-Xylylbromid, o-Xylylendibromid oder o-Xylylidendibromid. Man kann aber auch
Essigsäurebromid, Propionylbromid, Benzoylbromid verwenden.
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Man setzt Brom oder die Bromverbindung in einer Menge zu, daß sich
im Katalysatorraum ein Gewichtsverhältnis von zugeführtem Brom zu zugeführtem Xylol
wie 2: 100 bis 1:100000 einstellt.
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Mit steigender Brommenge können unter sonst gleichen Bedingungen
bessere Ausbeuten an Phthalsäureanhydrid erhalten werden. Bei gegebenem Katalysator,
gegebener Temperatur und Verweilzeit gibt es aber eine maximale Brommenge, oberhalb
welcher weiterer Bromzusatz keine nennenswerte Steigerung der Phthalsäureanhydridausbeute
ergibt. Auf der anderen Seite ist es aber wünschenswert, mit nicht zu hohen Brommengen
zu arbeiten, da die Aufarbeitung des Reaktionsproduktes auf reines Phthalsäureanhydrid
mit steigendem Bromzusatz erschwert wird und größere Brommengen außerdem zu unerwünschten
Nebenprodukten führen können.
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Zur Erreichung optimaler Ergebnisse müssen Katalysator, Temperatur,
Verweilzeit und Brommenge aufeinander abgestimmt sein.
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Enthält der Katalysator außer Vanadinpentoxyd in der Pyrosulfatschmelze
auch solche Verbindungen, die die Oxydation von Bromwasserstoff zu Brom beschleunigen,
so kommt man unter sonst gleichen Bedingungen mit geringen Bromkonzentrationen aus.
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Ferner gilt die Gesetzmäßigkeit, daß, je tiefer die Reaktionstemperatur
liegt, um so länger die Verweilzeit sein muß und um so geringere Bromzusätze zu
sehr gutem Ergebnis gebraucht werden.
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So haben sich beispielsweise bei einer Reaktionstemperatur von etwa
300"C und darunter und Verweilzeiten von 20 bis 50 Sekunden Bromzusätze von 0,01
bis 0,2 Gewichtsprozent Brom - gegebenenfalls in Form von Verbindungen - bewährt.
In diesem Temperaturbereich eignen sich besonders Katalysatoren, die das Vanadinpentoxyd
und vorteilhaft die die Oxydation von HBr begünstigenden Zusätze in einem Gemisch
verschiedener Alkalipyrosulfate, z. B. von Natrium- und von Kaliumpyrosulfat, gegebenenfalls
mit Zusätzen von Phosphorsäure und bzw. oder Molybdänsäure und bzw. oder Wolframsäure
enthalten.
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Im Temperaturbereich 310 bis 340"C haben sich dagegen Verweilzeiten
von 8 bis 30 Sekunden und Zusätze von Brom oder Bromverbindungen von 0,1 bis 0,8
Gewichtsprozent Brom, bezogen auf o-Xylol, bewährt. In diesem Temperaturbereich
lassen sich mit Vorteil sowohl Vanadinpentoxyd-Alkalipyrosulfat-Schmelzkatalysatoren
verwenden, die mehrere Alkalipyrosulfate, als auch solche, die nur ein Alkalipyrosulfat,
z. B. Kaliumpyrosulfat, enthalten.
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Im Temperaturbereich von etwa 340 bis etwa 380"C liegen die günstigen
Verweilzeiten zwischen etwa 5 und 15 Sekunden und die günstigen Bromzusätze bei
etwa 0,4 bis 2 Gewichtsprozent.
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Es ist zweckmäßig, dem Katalysatorraum in kleinen Mengen Schwefeldioxyd
oder Schwefelverbindungen, die unter den Reaktionsbedingungen am Katalysator zu
Schwefeltrioxyd oxydiert werden, zuzuführen. Als Schwefelverbindungen können beispielsweise
Thiophen, Schwefelkohlenstoff und Thionaphthen verwendet werden. Man setzt die Schwefelverbindungen
in einer Menge zu von 1 bis 500g je Kilogramm Katalysator und Monat, berechnet als
Schwefeldioxyd.
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Die Zuführung kann laufend oder absatzweise erfolgen.
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Die Menge des Schwefeldioxyd oder der schwefelhaltigen Verbindungen
ist genau auf die Reaktionsbedingungen abzustimmen, d. h. auf die Reaktionstemperatur,
zugeführte Brommenge und Verweilzeit.
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Die zu verwendende Schwefeldioxydmenge bzw.
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Menge an Schwefelverbindungen ist um so höher zu wählen, je höher
die Reaktionstemperatur, je höher die verwendete Brommenge und je kleiner die Verweilzeit
ist.
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Bei einer Reaktionstemperatur von etwa 300"C und darunter und Verweilzeiten
von 20 bis 50 Sekunden, Bromzusätzen von 0,1 bis 0,2 Gewichtsprozent Brom werden
vorteilhaft 1 bis 50 g SO2 je Kilogramm Katalysator und Monat in Form von Schwefeldioxyd
oder Schwefelverbindungen zugeführt.
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Im Temperaturbereich von 310 bis 340"C, Verweilzeiten von 8 bis 30
Sekunden und Bromzusätzen von 0,1 bis 0,8 Gewichtsprozent, bezogen auf o-Xylol,
haben sich Schwefeldioxydmengen von 30 bis 200 g je Kilogramm Katalysator und Monat,
zugegeben als Schwefeldioxyd oder schwefelhaltige Verbindungen bewährt. Im Temperaturbereich
von etwa 340 bis 3800 C, Verweilzeiten von 5 bis 15 Sekunden und Bromzusätzen von
0,4 bis 2 Gewichtsprozent kommen vorteilhaft etwa 50 bis 500 g SO2 je Kilogramm
Katalysator und Monat in Form von Schwefeldioxyd oder Schwefelverbindungen zur Anwendung.
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Die Zufuhr des Schwefels ist zur Aufrechterhaltung der Katalysatoraktivität
über längere Zeit vorteilhaft.
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Ist die zugeführte Schwefelmenge zu gering, so nimmt der Katalysator
bei Beibehaltung der sonstigen Reaktionsbedingungen in seiner Aktivität ab, und
die Reaktionstemperatur muß erhöht werden. Bei zu hohen Schwefelgehalten tritt ebenfalls
ein Abfall der Katalysatoraktivität ein.
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Die Selektivität des Verfahrens, d. h. das Verhältnis Phthalsäureanhydrid
zu Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd in Molprozent wird mit steigender Temperatur kleiner.
Andererseits fällt der Umsatz an Xylol mit abnehmender Temperatur. Selektivität
und Umsatz hängen weiterhin auch vom Katalysator ab.
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Bei gleichzeitiger Gegenwart von Brom oder Bromverbindungen tritt
in allen Fällen eine Steigerung des Umsatzes ein. Man kann daher auch bei tiefen
Temperaturen hohe Umsätze an o-Xylol erreichen und gleichzeitig die hohen Selektivität
ausnutzen. Außerdem wird das Entstehen von Nebenprodukten, z. B.
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Toluylaldehyd reduziert, so daß auch dadurch noch eine Verbesserung
der Selektivität erreicht wird. In der nachfolgenden Tabelle werden Umsatz, Selektivität
und Ausbeute für einen Katalysator der Zusammensetzung 8,16°/o VaOs, 1,69°/o MoO3,
0,16°/o P2O5, 0,100/0 Ag,O, 10,4°/o Na2S207, 30,50/o K2S2O7, 49,00/0 SiO2 bei verschiedenen
Temperaturen mit und ohne Bromzusatz (in Form von 10/o Xylylbromid, bezogen auf
Xy]ol) bei einer Verweilzeit von 12 Sekunden wiedergegeben.
| Umsatz Ausbeute |
| an Phthal- |
| an o-Xylol saureanhydrid Selektivität |
| Molprozent Molprozent |
| 340"C |
| ohne Brom 95,8 44,1 0,87 |
| mit Brom 98,1 53,9 1,25 |
| 330"C |
| ohne Brom 91,9 45,5 1,01 |
| mit Brom 97,3 58,2 1,53 |
| 320"C |
| ohne Brom 92,0 43,4 1,14 |
| mit Brom 95,4 63,3 2,04 |
Als Ausgangsstoff verwendet man 98- bis 1000/0ges o-Xylol; man kann aber auch Xylolgemische
verwenden, die außer o-Xylol bis zu 100/o m-, p-Xylol und bzw. oder Äthylbenzol
enthalten. Die zuletzt genannten Verbindungen verbrennen unter den Reaktionsbedingungen
weitgehend zu Kohlendioxyd bzw.
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Kohlenmonoxyd. Das o-Xylol wird beispielsweise in einer Menge von
30 bis 180 g je Nm3 Luft, insbesondere 75 bis 150 g je Nm3 Luft, entsprechend 150
bis 900 g Xylol, insbesondere 375 bis 750 g je Nm3 Sauerstoff, in die bei der Reaktionstemperatur
gehaltene Wirbelschicht des Katalysators gebracht. Den xylolhaltigen Gasstrom erhält
man beispielsweise durch Teilstromsättigung und Vermischen mit dem Hauptstrom, durch
Verdampfen in den Gasstrom oder durch Eindüsen, gegebenenfalls mit Hilfe eines Hilfsgasstroms,
z. B. mit Stickstoff. Der Xylol enthaltende Gasstrom kann auch getrennt von den
für die Reaktion erforderlichen sauerstoffhaltigen Gasen zugeführt werden. Die Xyloleingangskonzentrationen
entsprechend obigen Werten liegen bei 0,6 bis 3,8 Volumprozent.
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Das Brom oder die Brom enthaltenden flüchtigen Verbindungen können
vorgemischt mit dem o-Xylol in der für dieses oben beschriebenen Weise in den Reaktionsraum
eingebracht werden. Die Bromzuführung kann aber auch mit Hilfe des Sauerstoff enthaltenden
Gasstromes erfolgen, indem man Brom oder die bromhaltige Verbindung mit Hilfe eines
Sättigers oder Verdampfers diesem Gasstrom zudosiert. Man kann das Brom oder die
bromhaltige Verbindung aber auch getrennt von den übrigen gas-oder dampfförmigen
Reaktionsteilnehmern mit Hilfe eines Inertgasstromes, z. B. Stickstoff oder Kohlendioxyd,
direkt in den Reaktionsraum einbringen.
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Das Verfahren kann bei Normaldruck, leicht erhöhtem Druck, z. B.
bis 3 at, oder höherem Druck, z. B. bei 5 bis 25 at, durchgeführt werden.
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Der Katalysator wird bei kleinen Anlagen in einem Quarzrohr, bei
größeren Anlagen in einem Rohr aus Eisen oder Edelstahl, z. B. austenitischer Chromnickelstahl,
in wirbelnder Bewegung gehalten. Die Gasverteilung wird am gegebenenfalls konisch
eingezogenen unteren Ende des Reaktionsrohres durch eine Platte aus keramischem
oder metallischem Sintermaterial vorgenommen oder über einen durch einen kegelförmigen
Einsatz erzeugten Ringspalt bewerkstelligt. Bei Verwendung kleinerer Reaktionsrohre
kann die Wärmeabführung über die Wand des Reaktionsrohres, z. B. durch Luftkühlung
oder mittels einer Salzschmelze erfolgen, bei größeren Systemen ist zur Abführung
der Reaktionswärme der Einbau von Kühlschlangen in die Wirbelschicht erforderlich.
Die Wärme ist dann zur Dampferzeugung verwendbar.
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Der Katalysator hat nur einen sehr geringen Abrieb.
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Beispiel 1 a) Katalysatorherstellung 3390 g Kaliumpyrosulfat (K2SSO7),
1466 g Natriumhydrogensulfat (NaHSO4H2O) werden in einem Tiegelofen geschmolzen
und etwa 1 Stunde bei 350"C gehalten. Die Schmelze enthält 250/o Natrium- und 75
0/o Kaliumpyrosulfat. Dann trägt man 907 g reines Vanadinpentoxyd unter Rühren ein.
Außerdem werden 210g Molybdänsäure (HMoO4), 33 g sekundäres Ammoniumphosphat und
11,1 g Silberoxyd der Schmelze zugefügt. Nach Beendigung des Eintragens wird das
Gemisch noch 1 Stunde auf 370"C erhitzt.
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Nach dem Abkühlen und Erstarren wird das Schmelzgut auf eine Korngröße
von weniger als 150 p gemahlen.
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4800 g dieses gepulverten Schmelzgutes werden mit 4610 g Kieselgelgranulat,
wie es unter dem Handelsnamen Kieselgel BS bekannt ist, von einer Korngröße von
60 bis 200 p in einer Mischtrommel gemischt und anschließend unter ständiger Durchmischung
in einem Gefäß aus Edelstahl innerhalb von 4 Stunden auf 350"C erhitzt und dann
weitere 4 Stunden bei dieser Temperatur gehalten. Nach Abkühlen der Schmelze wird
der fertige Katalysator durch ein Sieb mit der Maschenweite 300 dz gesiebt. Der
fertige Katalysator hat folgende Zusammensetzung: 8,16 0/o V202, 1,69 0/, MoO8,
0,16°/o Pro,, 0,100/o Ag2O, 10,4°/o Na2S2O7, 30,50/0 K2S207, 49,0°/0 SiO2. b) Xyloloxydation
6 1 dieses nach a) hergestellten Katalysators werden in ein mit einer elektrischen
Heizung versehenes
senkrecht stehendes Reaktionsrohr aus Edelstahl
von 80 mm Durchmesser und 2000 mm Länge gefüllt. Die Füllhöhe beträgt 1200 mm. Der
Katalysator wird auf 320"C erhitzt. In einem Verdampfer werden stündlich in einem
Luftstrom von 800 N1 70 g einer Mischung von 69,3 g o-Xylol und 0,7 g o-Xylylbromid
(CH8 - C6H4 - CH2Br), entsprechend 0,43 0/o Brom, bezogen auf o-Xylol, verdampft.
Dieser xylolbeladene Luftstrom (87,5 g o-Xylol je Nm3 Luft) wird nach Passieren
eines bei 3000 C gehaltenen Vorwärmers durch eine Sinterplatte aus Edelstahl in
das Reaktionsrohr geleitet und versetzt den Katalysator in Wirbelbewegung. Die Temperatur
im Reaktionsraum wird auf 320"C eingeregelt. Am oberen Ende des Reaktors wird vermittels
eines Filters, aus Drahtnetz und Quarzwolle bestehend, mitgerissener Katalysatorstaub
zurückgehalten. In der Filterzone wird eine Temperatur von 200 bis 250"C aufrechterhalten,
d. h. eine Temperatur oberhalb des Kondensationspunktes des Phthalsäureanhydrids.
Das Gasgemisch, das nach einer Verweilzeit von 13 Sekunden am Katalysator das Reaktionsrohr
verläßt, wird in einem luftgekühlten Abscheider von 1000 mm Länge und 50mm Durchmesser
gekühlt, wobei das Phthalsäureanhydrid in kristalliner Form anfällt.
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Das auf 40"C abgekühlte Gas wird zweimal mit Wasser gewaschen, wobei
das restliche Phthalsäureanhydrid sowie Maleinsäureanhydrid absorbiert werden. Im
Abgas werden Kohlendioxyd, Kohlenmonoxyd und Xylol analytisch bestimmt.
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Man erhält stündlich: 61,8 g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 63,3
Molprozent, 1,42 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 1,1 Molprozent, 36,7 Nl Kohlendioxyd
und Kohlenmonoxyd, entsprechend 31,0 Molprozent, 3,2 g Restxylol, entsprechend 4,6
Molprozent.
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Die Selektivität beträgt demnach 2,04.
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Unter sonst gleichen Bedingungen, aber bei einer Reaktionstemperatur
von 3300 C, erhält man stündlich: 56,8 g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 58,2
Molprozent, 1,49 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 1,15 Molprozent, 44,9 N1 Kohlendioxyd
und Kohlenmonoxyd, entsprechend 38,0 Molprozent, 1,85 g Restxylol, entsprechend
2,65 Molprozent.
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Selektivität 1,53.
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Bei einer Reaktionstemperatur von 340"C, aber sonst gleichen Bedingungen,
erhält man stündlich: 52,7 g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 53,9 Molprozent,
1,42 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 1,1 Molprozent, 50,2 N1 Kohlendioxyd und
Kohlenmonoxyd, entsprechend 43,1 Molprozent, 1,3 g Restxylol, entsprechend 1,9 Molprozent.
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Selektivität 1,25.
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Läßt man den Zusatz von Xylylbromid weg, so erhält man stündlich
bei den verschiedenen Reaktionstemperaturen folgende Ergebnisse:
bei 320"C: 42,3
g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 43,4 Molprozent, 2,32 g Maleinsäureanhydrid,
entsprechend 1,8 Molprozent, 45,2 N1 Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, entsprechend
38,2 Molprozent, Restxylol (8 0/o) und o-Tolylaldehyd (8,6°/o), zusammen entsprechend
16,6 Molprozent.
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Selektivität 1,14. bei 330"C: 44,5 g Phthalsäureanhydrid, entsprechend
45,5 Molprozent, 1,95 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 1,5 Molprozent, 53,2 N1
Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, entsprechend 44,9 Molprozent, 5,7 g Restxylol, entsprechend
8,1 Molprozent (geringe Mengen o-Tolylaldehyd).
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Selektivität 1,01. bei 340"C: 43,2 g Phthalsäureanhydrid, entsprechend
44,1 Molprozent, 1,56 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 1,2 Molprozent, 59,8 N1
Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, entsprechend 50,5 Molprozent, 2,9 g Restxylol, entsprechend
4,2 Molprozent.
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Selektivität 0,87.
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Beispiel 2 7 1 eines Katalysators, der, in analoger Weise wie im
Beispiel 1 beschrieben, aus entsprechenden Mengen der genannten Ausgangsstoffe hergestellt
wurde und die Zusammensetzung 8,2 0/o V2O5, 1,3 0/o Ag2O, 7,9 0/o Na2S2O7, 27,6
0/o K2S2O7, 550/o Kieselgel BS aufweist, wird in gleicher Weise wie im Beispiel
1 verwendet, wobei aber stündlich 400 Nl Luft und 35 g o-Xylol mit 0,088g o-Xylylbromid
(entsprechend 0,11 0/o Brom, bezogen auf o-Xylol) zugeführt wurden. Die Verweilzeit
am Katalysator beträgt etwa 33 Sekunden.
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Man erhält bei einer Reaktionstemperatur von 310°C stündlich: 29,4
g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 60,2 Molprozent, 0,78 g Maleinsäureanhydrid,
entsprechend 1,2 Molprozent, 20,7 N1 Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd? entsprechend
35,0 Molprozent, 1,19 g Restxylol, entsprechend 3,4 Molprozent.
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Selektivität 1,72.
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Läßt man den Zusatz Xylylbromid weg, so verhält man bei der gleichen
Temperatur stündlich: 22,8 g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 46,7 Molprozent,
1,17 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 1,8 Molprozent, 25,1 N1 Kohlendioxyd und
Kohlenmonoxyd, entsprechend 42,5 Molprozent, 3,15g Restxylol, entsprechend 9 Molprozent
(geringe Mengen Tolylaldehyd sind im Restxylol enthalten).
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Selektivität 1,1.
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Beispiel 3 Es wird eine 0,70/,ige Lösung von Nitrosylbromid in o-Xylol
hergestellt (entsprechend 0,5 0/o Brom, bezogen auf Xylol). Diese Lösung wird in
einem Verdampfer in der üblichen Weise in einem Luft strom 400 N1 je Stunde verdampft
und in den Reaktionsraum, wie im Beispiel 1 beschrieben, eingeführt, wobei 35 g
o-Xylol je Stunde dosiert werden. Im Reaktionsraum befinden sich 71 eines Katalysators,
welcher aus 7,55 0/o V2Os, 1,60°/o Mol8, 0,15°/o P2O5, 0,10 0/o Ag2O, 35,6 0/o K2S207
und 550/o Kieselgel besteht und, wie im Beispiel 1 beschrieben, aus entsprechenden
Mengen der genannten Ausgangsstoffe hergestellt wurde. Die Temperatur in der Wirbelschicht
wird bei 310"C gehalten. Die Verweilzeit am Katalysator beträgt 33 Sekunden.
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Stündlich werden erhalten: 29,0 g Phthalsäureanhydrid, entsprechend
59,3 Molprozent, 0,78 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 1,2 Molprozent, 21,4 N1
Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, entsprechend 36,3 Molprozent, 1,12 g Restxylol,
entsprechend 3,2 Molprozent.
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Selektivität 1,63.
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Verwendet man an Stelle des Nitrosylbromids Bromwasserstoff, in dem
man eine 0,5°/Oige Lösung von Bromwasserstoff in o-Xylol als Ausgangsstoff verdampft,
so erhält man bei stündlichem Durchsatz von 35 g o-Xylol bei 310"C folgende Ergebnisse:
29,3 g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 60,1 Molprozent, 0,81 g Maleinsäureanhydrid,
entsprechend 1,25 Molprozent, 21,3 N1 Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, entsprechend
36,0 Molprozent, 0,93 g Restxylol, entsprechend 2,65 Molprozent.
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Selektivität 1,67.
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Läßt man den Zusatz von Bromwasserstoff oder Nitrosylbromid weg,
so erhält man stündlich: 20,1 g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 41,2 Molprozent,
1,49 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 2,3 Molprozent, 24,2 N1 Kohlendioxyd und
Kohlenmonoxyd, entsprechend 41,0 Molprozent, 3,3 g Restxylol (etwa 9,5 0/o) und
o-Tolylaldehyd (etwa 60/,)zusammen 15,5 Molprozent.
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Selektivität 1,0.
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Beispiel 4 Bei Verwendung eines Katalysators, der aus 3,9 0/o Vanadinpentoxyd,
29,6 0/o Kaliumpyrosulfat und 66,5 0/o SiO2 besteht und analog Beispiel 1, a) aus
entsprechenden Mengen der dort genannten Ausgangsstoffe hergestellt wurde, erhält
man bei Zufuhr von 35 g o-Xylol, das 10/o Xylylbromid enthält, und 400 N1 je Stunde
Luft an 7 1 Katalysator in einer Wirbelschicht wie im Beispiel 1 bei einer Verweilzeit
von 32 Sekunden und einer Reaktionstemperatur von 3400 C 57,5 Molprozent Phthalsäureanhydrid
bei einem Umsatz von 99 0/o (Selektivität 1,35).
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Läßt man den Bromzusatz weg, so sinken die Ausbeuten auf 38,5 Molprozent
Phthalsäureanhydrid, der Umsatz auf 960/o und die Selektivität auf 0,66.
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Beispiel 5 In ein Reaktionsgefäß aus Edelstahl mit 80mm Durchmesser,
mit einer Länge von 3000 mm, werden 10,5 1 eines Katalysators gegeben, der aus 7,58
0/o V2O5, 0,l50/o P2O5, 1,57°/o MoO,, 0,100/o Ag2O, 8,00/o Na2S207, 27,6 0/o K2S2O7
und 550/0 SiO2 besteht und der in der im Beispiel 1 angegebenen Weise hergestellt
wurde.
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A. Bei einer Verweilzeit von etwa 48 Sekunden, einem Durchsatz von
35g o-Xylol je Stunde und 400 N1 Luft je Stunde (87,5 g o-Xylol je Nm3 Luft) und
in Gegenwart von 0,46 0/o o-Xylylbromid, entsprechend 0,2 0/o Brom, bezogen auf
o-Xylol, wurden bei einer Reaktionstemperatur von 290"C stündlich erhalten: 33,2
g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 68,0 Molprozent, 1,42 g Maleinsäureanhydrid,
entsprechend 2,2 Molprozent, 15,4 N1 Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, entsprechend
26,1 Molprozent, 1,3 g Restxylol, entsprechend 3,7 Molprozent.
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Selektivität 2,61.
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Bei sonst gleichen Bedingungen, jedoch in Gegenwart von 0,4 0/o Brom,
bezogen auf o-Xylol, zugesetzt als Xylylbromid, werden erhalten: 33,3 g Phthalsäureanhydrid,
entsprechend 68,3 Molprozent, 1,3 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 2,0 Molprozent,
16,2 N1 Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, entsprechend 27,5 Molprozent, 0,77 g Restxylol,
entsprechend 2,2 Molprozent Selektivität 2,49.
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Ohne Bromzusatz erhält man unter obigen Reaktionsbedingungen nur
46,5 Molprozent Phthalsäureanhydrid, 1,6 Molprozent Maleinsäureanhydrid, 29,4 Molprozent
Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, 15 Molprozent o-Tolylaldehyd und 7,5 Molprozent
Restxylol.
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B. Führt man die Reaktion dagegen bei 310"C durch und gibt 52,7 g
o-Xylol je Stunde und 600 N1 Luft je Stunde zu, wobei man eine Verweilzeit von 34
Sekunden erreicht, so erhält man in Gegenwart von o-Xylylbromid in einer Menge,
die 0,2 0/o Brom entspricht, bezogen auf o-Xylol, stündlich: 44,9 g Phthalsäureanhydrid,
entsprechend 61,1 Molprozent, 0,98 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 1,0 Molprozent,
32,5 N1 Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, entsprechend 36,6 Molprozent, 0,68 g Restxylol,
entsprechend 1,3 Molprozent.
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Selektivität 1,67.
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Unter gleichen Bedingungen, jedoch mit 10/, o-Xylylbromid (0,43 0/o
Brom, bezogen auf o-Xylol) dagegen: 48,4 g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 65,9
Molprozent, 0,88 g Maleinsäureanhydrid, entsprechend 0,9 Molprozent, 28,6 N1 Kohlendioxyd
und Kohlenmonoxyd, entsprechend 32,2 Molprozent, 0,53 g Restxylol, entsprechend
1,0 Molprozent, Selektivität 2,05.
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Ohne Bromzusatz erhält man unter sonst gleichen Bedingungen: 39,9
g Phthalsäureanhydrid, entsprechend 54,3 Molprozent, 1,17 g Maleinsäureanhydrid,
entsprechend 1,2 Molprozent, 37,6 N1 Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, entsprechend
42,2 Molprozent, 1,1 g Restxylol, entsprechend 2,1 Molprozent.
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Selektivität 1,29.
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Beispiel 6 Führt man das Verfahren nach Beispiel 1 unter den dort
gegebenen Bedingungen mit 0,4 Gewichtsprozent Brom, bezogen auf o-Xylol, und bei
einer Reaktionstemperatur von 3200 C durch, so bemerkt man bei längerer Betriebsdauer
ein Absinken der Ausbeute von 63,3 Molprozent (nach 1000 Stunden) auf 56,8 Molprozent
(nach 1200 Stunden). Durch Zusatz von 0,5 Gewichtsprozent Schwefeldioxyd, bezogen
auf o-Xylol, erreicht die Ausbeute im Verlauf der nächsten 200 Stunden wieder den
ursprünglichen Wert und bleibt bei fortlaufender Schwefeldioxydzufuhr konstant;
sie fällt durch diese Maßnahme auch bei sehr langen Betriebszeiten nicht mehr ab.
Die zugeführte Schwefeldioxydmenge entspricht dabei 42g SO2 je Liter Katalysator
und Monat oder 60 g SO2 je Kilogramm Katalysator und Monat.
| Versuchsdauer (Stunden) |
| 1000 1 1200 1 1400 1 3000 |
| SO2-Zufuhr |
| mit 0,5 Ge- |
| wichtsprozent |
| ohne SO2 SO2, bezogen |
| auf o-Xylol |
| Phthalsäureanhydrid .... 63,3 56,8 63,2 63,3 |
| (Molprozent) |
| Maleinsäureanhydrid 1,1 4 . 1,1 1,0 1,1 1,1 |
| (Molprozent) |
| CO2 + CO (Molprozent) 31,0 29,7 30,7 30,9 |
| Restxylol (+ Toluyl- |
| aldehyd) ............. 4,6 12,5 5,0 4,7 |
| Selektivität ............. 2,04 1,91 2,06 2,05 |
Beispiel 7 In einem senkrecht stehenden Rohr, das einen Durchmesser von 150 mm und
eine Länge von 7600 mm besitzt und am unteren Ende durch eine
Metallsinterplatte
abgeschlossen ist, werden 43 kg des im Beispiel 5 beschriebenen Katalysators durch
einen Luftstrom von 14 Nm3 Luft je Stunde in wirbelnder Bewegung gehalten. Die Höhe
der Wirbelschicht beträgt etwa 3,9 m. Die Wirbelschicht wird durch elektrische Heizung
mit Hilfe eines Reglers bei einer Temperatur von 350°C gehalten. 200 mm oberhalb
der Metallsinterplatte werden durch eine radial in den Reaktor eingeführte Zweistoffdüse
1320 g o-Xylol mit einem Zusatz von 2 Gewichtsprozent o-Xylylbromid sowie 1 Nm3
Luft je Stunde zugeführt.
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Der Druck oberhalb der Wirbelschicht liegt bei etwa 1,4 atü. Die aus
dem Reaktionsrohr austretenden Gase und Dämpfe werden in üblicher Weise kondensiert.
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Innerhalb 24 Stunden werden aus 31,6 kg o-Xylol 29,5 kg (67 Molprozent)
Phthalsäureanhydrid, 0,18 kg (0,3 Molprozent) Maleinsäureanhydrid und 16,5 Nm3 (31
Molprozent) Kohlenmonoxyd und Kohlendioxyd erhalten. Der Umsatz beträgt demnach
98,3 0/o. Die Selektivität liegt bei 2,16 0/o.
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PATENTANSPROCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid
durch Oxydation von o-Xylol mit Sauerstoff oder Sauerstoff enthaltenden Gasen bei
erhöhter Temperatur in der Gasphase mit Hilfe eines hochporösen Trägermaterials,
in dessen Poren ein unter den Reaktionsbedingungen flüssiges Gemisch aus Vanadiumpentoxyd
und wenigstens einem Alkalipyrosulfat enthalten ist, als Katalysator, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Oxydation bei einer Temperatur von 250 bis 380°C und Verweilzeiten von
5 bis 50 Sekunden unter Mitverwendung von Brom oder einer unter den Reaktionsbedingungen
gas- oder dampfförmigen Bromverbindung im Gewichtsverhältnis Brom zu o-Xylol von
1:50 bis 1:100000 an einem Katalysator, der durch Auftragen einer ein Alkalipyrosulfat
oder ein Alkalipyrosulfatgemisch und 5 bis 30 °/0 Vanadinpentoxyd, 0 bis 50/o Oxyde
des Cers, Kupfers, Eisens, Mangans, Nickels, oder Kobalts, 0 bis 40/o Phosphorpentoxyd,
0 bis 60/o Molybdänoxyd und bzw. oder Wolframoxyd sowie 0 bis 30/0 Silberoxyd enthaltenden
Schmelze auf das Trägermaterial hergestellt worden war, durchführt.