DE10220841A1 - Stuhl mit Rückenlehne, die zur Einstellung der Sitztiefe relativ gegenüber dem Sitzteil verstellbar ist - Google Patents
Stuhl mit Rückenlehne, die zur Einstellung der Sitztiefe relativ gegenüber dem Sitzteil verstellbar istInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Stuhl aus mindestens einem Untergestell (1), einem hieran befestigten Sitzteil (2), einer Rückenlehne (3), die mit mindestens einem Träger (4) an dem Sitzteil (2) oder dem Untergestell (1) befestigt ist und in einem bestimmten Abstand mit der Unterkante (20) oberhalb der Sitzfläche endet, seitlichen Armlehnen (5, 6), die jeweils mit einem rückseitigen Ende an der Rückenlehne (3) einerseits und vorderseitig an einem Stützträger (7, 8) andererseits mittels Drehgelenken (16; 9, 10) mit horizontalen, quer zur Längsachse des Sitzteils (2) verlaufenden Schwenkachsen schwenkbeweglich befestigt sind, welche Stützträger (7, 8) mittels Drehgelenken (11, 12) mit entsprechend verlaufenden Schwenkachsen an dem Sitzteil (2) oder dem Untergestell (1) befestigt sind. Der Träger (4) ist sowohl an der Rückenlehne (3) als auch am Sitzteil (2) oder dem Untergestell (1) über Drehgelenke (13, 14) mit horizontalen, quer zur Längsachse des Sitzteiles (2) verlaufenden Schwenkachsen schwenkbeweglich befestigt, so dass eine Tiefenverstellung möglich ist.
Description
Die Erfindung betrifft einen Stuhl aus mindestens einem
Untergestell, einem hieran befestigtem Sitzteil, einer
Rückenlehne, die mit mindestens einem Träger an dem Sitz
teil oder dem Untergestell befestigt ist und in einem be
stimmten Abstand mit der Unterkante oberhalb der Sitzflä
che endet, seitlichen Armlehnen, die jeweils rückseitig
an der Rückenlehne einerseits und vorderseitig an einem
Stützträger andererseits mittels Drehgelenken mit hori
zontaler, quer zur Längsachse des Sitzteiles verlaufender
Schwenkachse schwenkbeweglich befestigt sind, welche
Stützträger mittels Drehgelenken mit entsprechend verlau
fenden Schwenkachsen an dem Sitzteil oder dem Unterge
stell befestigt sind.
Ein Stuhl der gattungsgemäßen Art ist aus dem DE M 88 00 174.1,
veröffentlicht im Geschmacksmusterblatt Heft 3 vom
10.11.1988, bekannt. Die schwenkbewegliche Anbringung der
Armlehnen, sowohl an der Rückenlehne als auch an Stütz
trägern, die ihrerseits drehbeweglich am Sitzteil ange
lenkt sind, erfolgt zum Zwecke der Nachführung der Arm
lehne beim Zurücklehnen gegen die Rückenlehne, die über
den Träger federelastisch gegenüber dem Sitzteil nach
hinten abschwenkbar ist, um so aus einer Sitzstellung in
eine Relaxstellung den Körper bewegen zu können. Die Rü
ckenlehne ist hierzu mittels eines Trägers, der gegen die
Kraft einer Feder nach hinten verschwenkbar ist, befes
tigt. Durch die schwenkbewegliche Befestigung mittels
Drehgelenken bleibt die waagerechte Stellung der Armleh
nen auch in der Relaxstellung erhalten.
Aus der DE 33 48 491 C2 ist ein verstellbarer, an die
Körpergröße anpassbarer Stuhl mit einstellbarer Höhe des
Sitzteiles und der Rückenlehne bekannt, die von seitlich
am Sitzteil angebrachten, nach oben weisenden Tragteilen
gehalten ist, die eine Verstellung der Relativlage von
Rückenlehne und Sitzteil zueinander gestatten. Dieser
Stuhl zeichnet sich dadurch aus, dass die seitlichen
Tragteile aus teleskopartig ineinander verschiebbaren
Hohlprofilen bestehen, von denen die oberen einen U-för
migen Rückenlehnenbügel bilden, der mit seinen Schenkeln
auf den unteren Tragteilen, in Bezug auf den Sitzteil,
gleichzeitig höhen- oder tiefenverstellbar gehalten und
mittels Verriegelungselemente aufweisenden Verstellvor
richtungen in unterschiedlichen Relativlagen der Rücken
lehne und des Sitzteiles fixierbar ist.
Aus der DE-U-200 07 949 ist ein Stuhl mit in der Höhe
verstellbarem Sitz bekannt, der über eine Haltevorrich
tung an dem Kopf einer, in einem Standrohr eines Stuhl
fußes ausfahrbar gelagerten Säule befestigt ist, der eine
in Abhängigkeit von der Sitzhöhenverstellung verstellbare
Rückenlehne, die an einer Rückenlehnenstütze befestigt
ist, aufweist. Durch eine Kopplung der Rückenlehnenstütze
mit der Höhenverstellvorrichtung kombinierten Hebelanord
nung wird die Rückenlehne, zur Anpassung an die Körper
größe des Benutzers, automatisch gegenüber der Sitztiefe
verstellt. In einer weiteren Ausgestaltung ist auch eine
Mitkopplung einer Armlehne vorgesehen, die in einem Füh
rungsrohr höhenverstellbar ist.
Ausgehend vom Stand der Technik liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, eine einfache Lösung zur Körpergrößen
anpassung der Sitztiefe durch relative Verschiebung der
Rückenlehne zu erreichen, wobei gleichzeitig auch eine
Höhenverstellung der Rückenlehne relativ zur Sitzfläche
in der Weise erfolgen soll, dass bei größter Sitztiefe
die Rückenlehne gegenüber der Sitzfläche hochgestellt und
in der Stellung der geringsten Sitztiefe niedrig gestellt
ist.
Die Aufgabe löst die Erfindung durch die im Anspruch 1
angegebene technische Lehre.
Die Rückenlehne wird gemäß der Erfindung praktisch mit
tels eines Kräfteparallelogramms oberhalb des Sitzteiles
aus einer hinteren Position nach vorne verschiebbar
gehalten. Zwischen den beiden Extrempositionen, nämlich
der hinteren Sitztiefenposition und der vorderen Sitztie
fenposition, können selbstverständlich auch Zwischenposi
tionen eingenommen werden. Gemäß Anspruch 1 ist eine Fi
xierung in den verschiedenen Zwischenpositionen durch Ar
retierung eines der verschwenkbaren Träger oder Stützträ
ger entweder an dem Unterteil oder an dem Sitzteil oder
aber auch an der Armlehne oder der Rückenlehne möglich.
Hierbei kann der Verbund stabilisiert werden, wenn die
Armlehnen an die Rückenlehne fest angeschraubt werden,
also nicht über ein Drehgelenk angelenkt sind. Dem Fach
mann eröffnen sich mannigfaltige Arretierungsmöglichkei
ten unter Zuhilfenahme bekannter mechanischer Verbindun
gen, die stets lösbar sein müssen, um in gewünschter
Weise eine Verstellung der Sitztiefe zu erreichen. Da
durch dass die Rückenlehne durch eine Schwenkbewegung des
Trägers und des Stützträgers nach vorne bzw. nach hinten
verschwenkt wird, wird bei gleichzeitigem Vorschieben
bzw. Zurückschieben auch der Höhenabstand der Unterkante
der Rückenlehne gegenüber der Sitzfläche verändert. Es
ist somit eine optimale Anpassung an die Körpergröße, z. B. eines Kindes, möglich.
Die Verstellmöglichkeit der Rückenlehne über die Armleh
nen und die Stützträger bietet darüber hinaus die Mög
lichkeit, dass durch Einwirken einer motorischen Kraft
auf eines der Drehgelenke oder durch Einwirkung eines Fe
derantriebes, z. B. einer Gasdruckfeder, die einen ver
schieblichen Kolben aufweist, auf einen der Stützträger
oder eine über das untere Drehgelenk hinausgeführte Ver
längerung des Stützträgers eine Verschiebung ebenfalls
möglich ist, wobei die Antriebe so auszubilden sind, dass
sie in den verschiedenen Verstellpositionen eine Selbst
arretierung vornehmen. Bei einem Getriebemotor wäre dies
über das Schneckengetriebe selbst realisiert. Bei Verwen
dung einer Gasdruckfeder weist diese eine Feststellein
richtung auf, die in den verschiedensten Ausfahrpositio
nen des Schiebekolbens betätigt werden kann, so dass
hierüber ein gewünschtes Verschwenken der Teile ermög
licht wird. Selbstverständlich kann ein solcher Antrieb
auch in Verbindung mit dem hinteren Träger vorgesehen
sein. Grundsätzlich ist die Erfindung aber auch bei Aus
führungen ohne hinteren Träger einsetzbar und auch dann,
wenn die Armlehnen einteilig ausgebildet sind und bei
spielsweise mit einem Brückenteil die Rückenlehne hinter
greifen. An dem Brückenteil kann die Rückenlehne befes
tigt und ggf. auch über eine Torsionsfeder hieran
verschwenkbar angelenkt sein. In allen Ausführungen ist
ein unmittelbares Vorziehen und Zurückschieben der Arm
lehnen durch Winkelverstellung der Stützträgerteile mög
lich.
Eine Arretierung in den jeweiligen Tiefenstellungen kann
auch über die Drehgelenke selbst erfolgen. Beispielsweise
können hier Drehgelenke verwendet werden, die durch eine
Axialverspannung zweier aneinanderliegende Scheiben oder
Gehäuseteile in den unterschiedlichen Drehpositionen fi
xiert werden. Hierzu wird über einen axialen Spannbolzen,
z. B. einem Schraubbolzen mit einer Mutter, der notwen
dige Reibschluss hergestellt, um die Arretierung der Rü
ckenlehne in der jeweiligen Sitztiefeneinstellung zu be
wirken.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, die aus
der Kinderwagentechnik bekannten Drehgelenke mit Rast
kupplungen für diese Zwecke zu verwenden, die in bekann
ter Weise einen axial betätigbaren Betätigungsknopf oder
einen Hebel aufweisen, durch den die Rasterkupplung auf
lösbar ist, so dass die beiden Gehäuseteile dieses Dreh
gelenkes gegeneinander verschwenkbar sind. An den Gehäu
seteilen sind die Aufnahmen befestigt, in die die An
schlussstücke der Armlehne bzw. des Stützträgers einge
setzt oder aufgeschoben und daran befestigt werden kön
nen. Solche Drehgelenke sind in verschiedensten Ausfüh
rungen bekannt. Beispielhaft wird auf die DE-U-200 07 948,
auf die US-5,056,805, Fig. 3, auf die DE-A-195 30 717,
auf die DE-U-84 00 753, auf die US-5,358,352, ver
wiesen. Eine auf dem Grundprinzip eines Drehgelenkes mit
Rastkupplung aufgebaute Arretierungsvorrichtung zur lös
baren Arretierung und veränderbaren Winkeleinstellung des
ersten Teils einer Schwenkmechanik gegenüber einem zwei
ten Teil ist ferner aus der DE-A-195 30 437 bekannt. Auch
diese Arretierungsvorrichtung lässt sich in Verbindung
mit dem Drehgelenk, das erfindungsgemäß zum Einsatz
kommt, verwenden. Insbesondere ist eine solche Arretie
rungsvorrichtung geeignet, um die Stützträger an dem Un
tergestell oder an der Unterseite des Sitzteiles zu be
festigen bzw. den Träger.
Grundsätzlich ermöglicht die Erfindung eine Arretierung
der Rückenlehne in der jeweiligen Stellung durch Anbrin
gung nur eines entsprechenden Drehgelenkes mit Reib
schluss oder Rastkupplungen. Besonders vorteilhaft ist
jedoch, wenn das Drehgelenk, das die Armlehne mit dem
Stützträger verbindet, ein solches Drehgelenk ist. Befin
det sich ein solches Drehgelenk an beiden Armlehnen, und
weist dieses darüber hinaus Betätigungsknöpfe zum Lösen
der Rastkupplung auf, so ist ersichtlich, dass bei
gleichzeitigem Druck auf das Betätigungselement die Ver
bindung auf einfache Weise lösbar ist und eine Verstel
lung bei gleichzeitigem Sitzen auf dem Sitzteil ermög
licht wird. Der Träger, der die Rückenlehne stützt, ist
grundsätzlich nicht erforderlich, wenn auch das Drehge
lenk, das die Stützträger an den Sitzteil oder an dem Un
tergestell bindet, als feststellbares Drehgelenk ausge
bildet ist. Ferner ist es dann notwendig, dass die Rü
ckenlehne fest an den Armlehnen angebunden bzw. auf einem
gemeinsamen Verbindungsbrückenteil bzw. eine Einheit auf
gesetzt ist, hiermit bildet. Es hat sich jedoch gezeigt,
dass durch die Verwendung eines Trägers in der Rücken
lehne eine wesentlich höhere Stabilität gegeben ist und
dass dann auch die Armlehnen an der Rückenlehne angelenkt
sein können, um eine gleichmäßige, horizontale Verschie
bung der Armlehne bei der Rückenlehnenverstellung zu ge
währleisten. Im Falle der festen Anbindung der Armlehne
an der Rückenlehne wird mit dem Verschieben der Rücken
lehne diese auch im Neigungswinkel verändert. Im Falle,
dass dies gewünscht ist, ist es auch möglich, beispiels
weise die Armlehne so auszuformen, z. B. bogenförmig,
dass die Verbindungsgelenke zwischen Armlehne und Stütz
träger nicht notwendig sind, sondern nur an unteren An
lenkungspunkten der Stützträger solche Drehgelenke vorzu
sehen sind.
Um auch eine Rückfederung beim Anlehnen an die Rücken
lehne zu ermöglichen, wie dies beispielsweise von Büro
stühlen her bekannt ist, kann in weiterer Ausgestaltung
der Erfindung vorgesehen sein, dass beispielweise das
vordere untere Drehgelenk bzw. die Drehgelenke für die
beiden Armlehnen mit einer Torsionsfeder zusammenwirken,
so dass bei vorgeschobener Stellung der Rückenlehne gegen
die Kraft dieser Torsionsfeder die Rückenlehne nach hin
ten um einen kurzen Weg verschiebbar ist. Unter Berück
sichtigung der angreifenden Kräfte, z. B. die eines Kin
des, ist der Weg jedoch sehr beschränkt. Darüber hinaus
können aber auch Drehgelenke vorgesehen sein, die eine
Winkelverstellung der Stützträger um einen definierten
Winkel ab einer Grundeinstellung in gleicher Weise ermög
lichen. Hier kann in dem Drehgelenk selbst eine Feder
vorgesehen sein, gegen deren Kraft die Winkelverstellung
möglich ist, oder aber auch eine Feder auf den Stützträ
ger wirken. Hierdurch wird erreicht, dass ein elastisches
Nachgeben der Rückenlehne um einen geringfügigen Tiefen
hub auch bei den unterschiedlichen Grundverstellungen in
der Sitztiefe gegeben ist.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Er
findung sind in den Unteransprüchen selbsterklärend de
tailliert angegeben. Die Erfindung kann grundsätzlich bei
Bürostühlen, Kinderstühlen, höhenverstellbaren Stühlen
und auch bei vierbeinigen oder dreibeinigen Stühlen zur
Anwendung kommen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeich
nung dargestellten Ausführungsbeispiele ergänzend erläu
tert.
In Fig. 1 ist in schematischer Darstellung in der Sei
tenansicht ein vierbeiniger Stuhl mit einer Rückenlehnen
anbindung nach der Erfindung dargestellt. Dieser Stuhl
besteht aus einem Untergestell, das vier Stuhlbeine 19
aufweist und einem daran befestigten Sitzteil 2. An die
sem Sitzteil 2 ist an der Unterseite hinten ein Drehge
lenk 14 vorgesehen, an dem schwenkbeweglich ein Träger 4
angebracht ist, der mit seinem oberen Ende an einem Dreh
gelenk 13 an der Rückseite einer Rückenlehne 3 befestigt
ist. Das Drehgelenk 13 kann auch unter einer Abdeckung
vorgesehen sein. Die Rückenlehne 3 weist auf gleicher
Höhe mit dem Drehgelenk 13 ein weiteres Drehgelenk 16
auf. Durch den seitlichen Versatz der beiden Drehgelenke
ist die Rückenlehne 13 verdrehsicher gehalten. Dies kann
auch durch Höhenversatz der beiden Drehgelenke 13, 16 ge
geneinander zusätzlich noch verstärkt werden. Dabei ist
allerdings zu berücksichtigen, dass bei den Bewegungsab
läufen in Folge des Versatzes auch der Neigungswinkel der
Rückenlehne beim Verschieben derselben in eine vordere
Position, die gestrichelt dargestellt ist, verändert
würde. Dies kann in Einzelfällen aus ergonomischen Grün
den gewünscht sein. An den Drehgelenken 16, die beidsei
tig an der Rückenlehne 13 vorgesehen sind, sind die Arm
lehnen 5 angelenkt, die sich über einen Teilabschnitt
oder im wesentlichen über die gesamte Tiefe des Sitztei
les 2 erstreckt. Die Erfindung ist an keine Ausführungs
form der Armlehne gebunden. Sie darf nur keine Seitenwan
gen aufweisen, die beim Verschwenken der Anordnung auf
die Oberfläche des Sitzteiles 2 aufgreifen könnten, um
die Bewegung in den Zwischenstufen zu hemmen. Es ist wei
terhin ersichtlich, dass an der Armlehne 5 ein weiteres
Drehlager 9 vorgesehen ist, an dem ein Stützträger 7
drehbar befestigt ist. An der Rückseite befindet sich die
gleiche Anordnung ebenfalls, die später anhand von Fig.
2 noch erläutert wird. Der Stützträger 7 ist seinerseits
an einem Drehgelenk 11 verschwenkbar befestigt, das an
der Unterseite des Sitzteiles 2 angebracht ist. In den
Stützträger 7 sind in einer Reihe Rastausnehmungen 18 in
Form von Bohrungen eingebracht. In eine dieser Bohrungen
greift das untere Ende einer Feststellvorrichtung 17 in
Form einer Stange mit abgewinkeltem Ende ein, die an der
Armlehne 2 ebenfalls schwenkbar befestigt ist. Es ist er
sichtlich, dass durch diese Feststellvorrichtung 17 der
Verbund aus Träger, Rückenlehne, Armlehne und Stützträ
gern in der aufgestellten Position gesichert am Sitzteil
2 oder Untergestellt gehalten ist. Durch Herausziehen des
Endes der Stange, die die Vorstellvorrichtung 17 bildet,
aus der Rastausnehmung 18 bzw. der Bohrung kann nun der
gesamte Verbund entriegelt und nach hinten oder nach
vorne verschwenkt werden. Hierdurch wird, wie aus der ge
strichelten Darstellung ersichtlich, die Sitztiefe verän
dert und die Armlehne 5, 6 ebenfalls nach vorne oder hin
ten verschoben. Durch die Drehgelenkeanbindung über das
Drehgelenk 16 an der Armlehne 5, 6 bleibt ihre horizon
tale Ausrichtung gewahrt. In der neuen Position kann nun
die Feststellvorrichtung 17 wieder in eine Rastausnehmung
18' eingebracht werden, so dass nach der Sitztiefenver
stellung durch Vorrücken der Rückenlehne 3 in die gestri
chelte Position der Verbund gehalten ist und der Stuhl z. B.
von einem Kind benutzt werden kann. Im Ausführungsbei
spiel ist der Träger 4 bogenförmig ausgebildet. Es ist
ersichtlich, dass die Bogenform gewählt wurde, um ein
Hintergreifen des Endes des Sitzteiles 2 beim Verschwen
ken zu vermeiden. Andererseits kann hier auch eine andere
abgestimmte Ausbildung erfolgen, um einen Endanschlag
durch Untergreifen des Sitzteiles 2 sicherzustellen. Fer
ner ist auch eine geradlinige Lösung möglich. Dann muss
allerdings, wie aus Fig. 2 ersichtlich, eine Ausnehmung
15 in den Sitzteil eingebracht werden, um ein Vorschwen
ken zu ermöglichen. Träger, Armlehnen und Stützträger
können aus profiliertem Metall oder Kunststoff bestehen.
Das Ausführungsbeispiel in Fig. 2 unterscheidet sich von
dem in Fig. 1 zum einen durch eine photoperspektivische
Darstellung, zum anderen aber auch dadurch, dass es sich
hier um einen Drehstuhl handelt, der ein Untergestell 1
mit einer höhenverstellbaren Säule aufweist, auf der der
Sitzteil 2 drehbar montiert ist. Es kann sich hierbei
auch um einen höhenverstellbaren Stuhl handeln, der z. B.
über Gasdruckfedern eine Höhenverstellung des Sitzteiles
2 und der damit gekoppelten Rückenlehne 3 ermöglicht. Das
Ausführungsbeispiel in Fig. 2 zeigt, wie anhand von
Fig. 1 schon kurz erläutert, auch eine Ausnehmung 15 im
hinteren mittigen Bereich des Teiles 2, um ein ungehin
dertes Verschwenken des Trägers 4 zu ermöglichen. Das
Drehlager 14 an der Unterseite des Sitzteiles 2 ist nicht
sichtbar und nur durch einen Pfeil markiert. Abweichend
von Fig. 1 ist die Rückenlehne 3 auf einem Trägerbügel
22, der die beiden Armlehnen 5 und 6 verbindet, fest mon
tiert. Der Neigungswinkel der Rückenlehne verändert sich
also bei gleichzeitiger Verstellung der Sitztiefe, wenn
der Verbund nach vorne verschwenkt oder zurückgeschwenkt
wird. Diese Verstellung ist aber vernachlässigbar gering.
Auch bei dieser Ausführung wird durch die vier schwenkbe
weglichen Drehlager 13, 14, 9, 10 und 11, 12 (letzteres
Drehlager befindet sich an der Rückseite unterhalb des
Sitzteiles und ist nicht sichtbar) eine gewünschte Tie
fenverstellung bewirkt. Die Armlehnen 5 und 6 sind leicht
gebogen. Diese Form braucht aber nicht vorgesehen zu
sein. Es können darüber hinaus die Armlehnen 5, 6 auch
über die Drehgelenke 9 und 10 hinaus verlängert sein. Die
Drehgelenke 9, 10 bestehen aus zwei Gehäuseschalen, die
gegeneinander verdrehbar miteinander verbunden sind. Sie
weisen innenliegende Verzahnungen auf, die über einen
verschiebbaren eingreifenden Zahnkranz, der eine Rast
kupplung bildet, miteinander starr verbunden sind. Dieser
Zahnkranz ist gegen die Kraft einer Feder durch ein Betä
tigungselement 21, beispielsweise einen vorstehenden Be
tätigungsknopf ausrückbar, so dass im ausgerückten Zu
stand die beiden Gehäusehälften, die Ansätze aufweisen,
an denen die Armlehnen einerseits und die Stützträger 7
und 8 andererseits befestigt sind, verdreht werden kön
nen. Wird das Betätigungselement 21 losgelassen, so
drückt die Feder automatisch den verschiebbaren Zahnkranz
wieder in die Innenverzahnung beider Teile und verbindet
diese starr miteinander, so dass eine Arretierung des
Verbundes gegeben ist. Die Anschlussteile an den Gehäuse
hälften können entweder als Einsteckteile für die Armleh
nen 5 und 6 oder Stützträger 7 und 8 ausgebildet sein. Es
ist aber auch möglich, diese als Zapfen auszubilden und
in entsprechende Aufnahmen der Armlehnen 5 und 6 bzw. der
Stützträger 7 und 8 hineinzuschieben. Das untere Drehla
ger 11 bzw. auf der Rückseite 12 ist realisiert durch
eine verschwenkbar gelagerte Brückenstange, wodurch eine
stabile Bauausführung gewährleistet ist. Einzellager sind
ebenfalls einsetzbar.
1
Untergestell
2
Sitzteil
3
Rückenlehne
4
Träger
5
Armlehne
6
Armlehne
7
Stützträger
8
Stützträger
9
Drehgelenk (Stützträger Armlehne)
10
Drehgelenk (Stützträger Armlehne)
11
Drehgelenk (Stützträger/Sitzteil)
12
Drehgelenk (Stützträger/Sitzteil)
13
Drehgelenk (Träger/Rückenlehne)
14
Drehgelenk (Träger/Sitzteil)
15
Ausnehmung
16
Drehgelenk
17
Feststellvorrichtung
18
Rastausnehmung
19
Stuhlbein
20
Unterkante (Rückenlehne)
21
Betätigungselement
22
Bügel
Claims (23)
1. Stuhl aus mindestens einem Untergestell (1), einem
hieran befestigten Sitzteil (2), einer Rückenlehne (3),
die mit mindestens einem Träger (4) an dem Sitzteil (2)
oder dem Untergestell (1) befestigt ist und in einem be
stimmten Abstand mit der Unterkante (20) oberhalb der
Sitzfläche endet, seitlichen Armlehnen (5, 6), die je
weils mit dem rückseitigen Ende an der Rückenlehne (3)
einerseits und vorderseitig an einem Stützträger (7, 8)
andererseits mittels Drehgelenken (16; 9, 10; ) mit hori
zontalen, quer zur Längsachse des Sitzteiles (2) verlau
fenden Schwenkachsen schwenkbeweglich befestigt sind,
welche Stützträger (7, 8) mittels Drehgelenken (11, 12)
mit entsprechend verlaufenden Schwenkachsen an dem Sitz
teil (2) oder dem Untergestell (1) befestigt sind, da
durch gekennzeichnet,
dass der Träger (4) sowohl an der Rückenlehne (3) als auch am Sitzteil (2) oder dem Untergestell (1) über Dreh gelenke (13, 14) mit horizontalen, quer zur Längsachse des Sitzteiles (2) verlaufenden Schwenkachsen schenkbe weglich befestigt ist,
dass der Träger (4) derart ausgeformt und/oder in einer in Längsrichtung des Sitzteiles (2) in diesem rückseitig vorgesehenen Ausnehmung (15) bei der Schwenkbewegung ge führt ist, dass die Rückenlehne (3) aus einer hinteren Stellung mit größerer Sitztiefe des Sitzteils (2) und größtem Abstand der Unterkante (20) der Rückenlehne (3) zur Sitzfläche in mindestens eine vordere Stellung mit kleinster Sitztiefe und kleinstem Abstand der Unterkante (20) der Rückenlehne und zur Sitzfläche verstellbar ist,
dass der Träger (4) oder mindestens ein Stützträger (7, 8) in der jeweiligen Sitztiefenstellung der Rückenlehne arretiert ist.
dass der Träger (4) sowohl an der Rückenlehne (3) als auch am Sitzteil (2) oder dem Untergestell (1) über Dreh gelenke (13, 14) mit horizontalen, quer zur Längsachse des Sitzteiles (2) verlaufenden Schwenkachsen schenkbe weglich befestigt ist,
dass der Träger (4) derart ausgeformt und/oder in einer in Längsrichtung des Sitzteiles (2) in diesem rückseitig vorgesehenen Ausnehmung (15) bei der Schwenkbewegung ge führt ist, dass die Rückenlehne (3) aus einer hinteren Stellung mit größerer Sitztiefe des Sitzteils (2) und größtem Abstand der Unterkante (20) der Rückenlehne (3) zur Sitzfläche in mindestens eine vordere Stellung mit kleinster Sitztiefe und kleinstem Abstand der Unterkante (20) der Rückenlehne und zur Sitzfläche verstellbar ist,
dass der Träger (4) oder mindestens ein Stützträger (7, 8) in der jeweiligen Sitztiefenstellung der Rückenlehne arretiert ist.
2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, dass zwischen Armlehne (5, 6) und Stützträger (7,
8) mindestens eine Feststellvorrichtung (17) angeordnet
ist.
3. Stuhl nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, dass die Feststellvorrichtung (17) eine Arretie
rungsstange (17) ist, die an der Armlehne (5, 6) ange
lenkt und in Rastausnehmungen (18, 18') mit dem anderen
Ende lösbar einsteckbar ist oder an dem Stützträger (7,
8) angelenkt und in Rastausnehmungen in der Armlehne ein
steckbar ist.
4. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, dass mindestens mit einem Drehgelenk ein motori
scher Antrieb gekoppelt ist, bei dessen Betätigung der
Neigungswinkel des Trägers (4) oder der Stützträger (7,
8), die an dem betreffenden Drehgelenk befestigt sind,
veränderbar ist, wobei der Antrieb den Träger (4) oder
die Stützträger (7, 8) in jeder Stellung arretiert.
5. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, dass mit dem Träger (4) oder mit mindestens einem
der Stützträger (7, 8) ein Federantrieb, insbesondere
eine Gasdruckfeder, gekoppelt ist, die am Untergestell
oder an der Unterseite des Sitzteils (2) befestigt und in
jeder Verstellposition feststellbar ist.
6. Stuhl nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, dass der Federantrieb an einer über das Drehgelenk
(11, 12) der Stützträger (7, 8) hinausgehenden Verlänge
rung angekoppelt ist.
7. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, dass mindestens ein Drehgelenk (13, 14) des Trä
gers (4) oder mindestens ein Drehgelenk (9, 10; 11, 12)
eines Stützträgers (7, 8) als feststellbares Drehgelenk
oder als Drehgelenk mit einer Rastkupplung ausgebildet
ist und hierüber die Rückenlehne (3) in der jeweiligen
Sitztiefenstellung arretiert ist.
8. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass die Drehgelenke (16)
der Armlehne (5) an der Rückenlehne (3) in gleicher Höhe
wie das Drehgelenk (13) des Trägers (4) an der Armlehne
(4) angebracht sind oder eine gemeinsame Drehachse auf
weisen.
9. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass die Armlehnen (5, 6)
an der Rückenlehne (3) unbeweglich befestigt sind.
10. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass die Armlehnen (5, 6)
vorne nach unten gebogen ausgeführt sind und die Drehge
lenke (9, 10) im vorderen Bereich tiefer gelegt sind als
das Drehgelenk (13) des Trägers (4) an der Rückenlehne
(3).
11. Stuhl nach Anspruch 7 oder 10, dadurch gekenn
zeichnet, dass das die Armlehne (5, 6) mit dem Stütz
träger (7, 8) verbindende Drehgelenk (9, 10) eine Rast
kupplung aufweist.
12. Stuhl nach Anspruch 11, dadurch gekennzeich
net, dass beidseitig an den Armlehnen (5, 6) Drehge
lenke (9, 10) mit Rastkupplungen vorgesehen sind.
13. Stuhl nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, dass Drehgelenke mit Rastkupplungen
am Sitzteil (2) oder am Untergestell (1) vorgesehen sind
und dass an dem verdrehbaren Teil die Stützträger (7, 8)
befestigt sind.
14. Stuhl nach Anspruch 11, 12 oder 13, dadurch ge
kennzeichnet, dass das Drehgelenk (9, 10; 11, 12;
13, 14) zur Betätigung der Rastkupplung ein axial wirken
des Betätigungselement (21) aufweist, das einen innenlie
genden Zahnkranz bei Betätigung axial gegen die Kraft ei
ner Feder und aus einer Innenverzahnung in der einen
Hälfte des Drehgelenkgehäuses in die Innenverzahnung in
der zweiten anderen Hälfte des Druckgelenkgehäuses ver
schiebt, so dass die eine Drehgelenkgehäusehälfte gegen
über der anderen verdrehbar ist und dass beim Loslassen
des Betätigungselementes (21) der Zahnkranz durch Feder
wirkung in die Innenverzahnung in der freigegebenen Ge
häusehälfte wieder eingreift und beide Innenverzahnungen
verdrehsicher verbindet.
15. Stuhl nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, dass der Stuhl im Untergestell oder
an den Stuhlbeinen (19) eine Höhenverstellvorrichtung für
den Sitzteil (2) aufweist und dass die Höhenverstellvor
richtung über ein Mitnahmegestänge mit dem Federantrieb
oder einer Verschwenkvorrichtung des Trägers (4) oder der
Stützträger (7, 8) gekoppelt ist.
16. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass der Träger (4) nicht
vorgesehen ist und dass die Stützträger (7, 8) über arre
tierbare Drehgelenke oder motorische oder Federantriebe
an der Unterseite des Sitzteiles (2) oder am Untergestell
befestigt sind.
17. Stuhl nach Anspruch 16, dadurch gekennzeich
net, dass die Armlehnen als einteilige Armlehnen mit
angeformten Stützträgern ausgebildet ist und nur fest
stellbare Drehgelenke oder solche mit Rastkupplungen zur
Befestigung der Stützträger am Sitzteil (2) oder Unterge
stell vorgesehen sind.
18. Stuhl nach Anspruch 17, dadurch gekennzeich
net, dass nur ein Träger (4) für die Anbindung und für
die Abstützung der Rückenlehne in den verschiedenen Sitz
tiefenpositionen vorgesehen und dass beide Drehgelenke
feststellbare und/oder solche mit Rastkupplungen sind.
19. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass die Drehgelenke der
art ausgebildet sind, dass sie aus einer Verstellposition
um ein definiertes Winkelmaß verschwenkbar sind, und dass
die Bewegung durch Zurücklehnen gegen die Rückenlehne ge
gen die Kraft einer Federanordnung, die auf den Träger
oder die Stützträger wirkt, oder gegen die Kraft einer
mit einem Gelenk zusammenwirkenden Torsionsfeder erfolgt.
20. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass der Stuhl ein Kinder
stuhl ist.
21. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch
gekennzeichnet, dass der Stuhl ein Bürostuhl ist.
22. Stuhl nach Anspruch 20 oder 21, dadurch ge
kennzeichnet, dass der Stuhl ein Drehstuhl ist.
23. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch
gekennzeichnet, dass der Stuhl ein drei- oder vier
beiniger Stuhl mit Stuhlbeinen (19) ist.
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- 2001-05-11 DE DE20108172U patent/DE20108172U1/de not_active Expired - Lifetime
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- 2002-05-08 DE DE10220841A patent/DE10220841B4/de not_active Expired - Fee Related
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