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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Ver- bzw. Bearbeitung von
mit Abstand aufeinander folgenden Flachprodukten, insbesondere Falzprodukten,
mit wenigstens zwei einen den Flachprodukten zugeordneten Spalt
begrenzenden Maschinenelementen.
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Bei
bekannten Anordnungen dieser Art, z. B. Falzwalzen oder Falzklappen
etc. wird ein von der Produktdicke abhängiger, Spalt fest eingestellt.
Die den Spalt begrenzenden Maschinenelemente sind hierzu zur Einstellung
des Spalts durch Stellschrauben oder Stellmotoren gegeneinander
bewegbar und während
des Betriebs gegeneinander fixiert. Bei einem Produktionswechsel,
das heißt
bei einer Änderung
der Papierdicke oder der Seitenzahl und damit bei einer Änderung
der Produktdicke muss eine entsprechende Änderung der Einstellung des
Spalts erfolgen. Dasselbe gilt im Falle eines Verschleißes der den
Spalt begrenzenden Maschinenelemente. Hierbei muss eine Nachstellung
erfolgen. Diese Ein- und Nachstellvorgänge sind sehr aufwändig. Im
Falle einer fehlerhaften Einstellung des Spalts, insbesondere bei
einer zu gering eingestellten Spaltweite, kann es zudem zu einer Überlastung
der mechanischen Bauteile kommen. Die bekannten Anordnungen erweisen
sich daher als nicht bedienungsfreundlich, zuverlässig und
sicher genug.
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Hiervon
ausgehend ist es daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Vorrichtung eingangs erwähnter
Art mit einfachen und kostengünstigen
Mitteln so zu verbessern, dass sich eine automatische Spalteinstellung
durch die Produkte selbst ergibt.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass die den Spalt begrenzenden Maschinenelemente im Betrieb gegeneinander
bewegbar angeordnet sind und durch die zwischen sie eingreifenden
Flachprodukte zur Bildung des Spalts gegen die Kraft einer Rückstelleinrichtung
voneinander weg bewegbar sind, wobei die Rückstelleinrichtung ein Feder-Dämpfer-System
aufweist oder ist.
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Diese
Maßnahmen
stellen sicher, dass der Spalt durch die Flachprodukte selbst geöffnet wird. Mit
Hilfe der Strömungsdrossel
lässt sich
eine solche Trägheit
des Feder-Dämpfer-Systems
und damit der Rückstelleinrichtung
erreichen, dass bei einer der Produktionsgeschwindigkeit entsprechenden
Frequenz der mit Abstand aufeinander folgenden Flachprodukte eine
Rückstellung
der den Spalt begrenzenden Maschinenelemente während des Durchgangs einer
Lücke zwischen
zwei aufeinander folgenden Flachprodukten unterbleibt und der Spalt
somit in etwa in der durch die Flachprodukte selbst eingestellten
Weite verharrt. Da der Spalt durch die Flachprodukte selbst geöffnet wird,
ergibt sich im Falle einer Dickenänderung der Flachprodukte,
das heißt
im Falle einer Produktionsänderung
eine automatische Anpassung und im Falle eines Verschleißes der
den Spalt begrenzenden Maschinenelemente eine automatische Nachstellung,
so dass entsprechende Ein- bzw. Nachstellvorgänge entbehrlich sind und die hiermit
verbundenen Nachteile entfallen.
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Vorteilhafte
Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen
der übergeordneten
Maßnahmen sind
in den Unteransprüchen
angegeben.
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So
kann das Feder-Dämpfer-System
vorteilhaft einen durch die Bewegung wenigstens eines den Spalt
begrenzenden Maschinenelements vergrößer- bzw. verkleinerbaren,
ein Strömungsmedium
enthaltenden Verdrängerraum
aufweisen, der über
einen eine Strömungsdrossel
enthaltenden Strömungsweg mit
einem Akkumulator verbunden ist, der ein durch eine Kraft beaufschlagtes
Strömungsmedium
enthält. Diese
Maßnahmen
ergeben eine sehr robuste Bauweise, die auch unter schwierigen Betriebsverhältnissen
einen störungsfreien
Betrieb gewährleistet.
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Vorteilhaft
kann die zwischen Verdrängerraum
und Akkumulator vorgesehene Strömungsdrossel
zweckmäßig einstellbar
ausgebildet sein. Hiermit lässt
sich die gewünschte
Trägheit
des Feder-Dämpfer-Systems
innerhalb eines weiten Bereichs exakt einstellen. Die genannte Maßnahme ermöglicht daher
ein breites Einsatzgebiet und damit praktisch eine universelle Verwendbarkeit
der erfindungsgemäßen Anordnung.
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Eine
weitere vorteilhafte Maßnahme
kann darin bestehen, dass der Verdrängerraum als in einem Zylinder
angeordneter, durch einen mit wenigstens einem den Spalt begrenzenden
Maschinenelement zusammenwirkenden Kolben begrenzter Zylinderraum
ausgebildet ist. Dies ergibt eine sehr robuste Anordnung.
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In
weiterer Fortbildung der übergeordneten Maßnahmen
kann der Akkumulator mit einer Membrane versehen sein, die eine
der Hydraulikflüssigkeit zugeordnete
Kammer von einer Pressluft enthaltenden Kammer trennt. Die in dieser
Kammer eingeschlossene Pressluft bildet praktisch eine Luftfeder, durch
die die in der benachbarten Kammer eingeschlossene Hydraulikflüssigkeit
vorgespannt wird.
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Zweckmäßig kann
die der Pressluft zugeordnete Kammer über eine manuell oder durch
eine Steuereinrichtung automatisch einstellbare Druckregeleinrichtung
mit einer Druckluftquelle verbunden sein. Hiermit lassen sich auf
einfache Weise die Federeigenschaften der oben genannten Luftfeder
regulieren.
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Gemäß einer
ersten Ausführung
der Erfindung können
die den Spalt begrenzenden Maschinenelemente als aufeinander abrollende
Falzwalzen ausgebildet sein, die auf um parallele Achsen schwenkbaren
Schwenkbügeln
aufgenommen sind, deren von den Falzwalzen abgewandte Schwenkarme
mit dem Feder-Dämpfer-System
zusammenwirken. Diese Ausgestaltung macht die bisher erforderliche,
feste Einstellung des Falzspalts entbehrlich, so dass auch die hiermit
verbundenen Nachteile in Wegfall kommen.
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Vorteilhaft
können
die von den Falzwalzen abgewandten Enden der Schwenkbügel durch
zugeordnete Lenker mit jeweils einem Arm eines schwenkbar angeordneten,
dreiarmigen Hebels verbunden sein, dessen dritter Arm mit dem den
Verdrängerraum
begrenzenden Kolben verbunden ist. Diese Maßnahmen ermöglichen in vorteilhafter Weise
eine einfache Integration der erfindungsgemäßen Maßnahmen in vorhandene Falzwerke.
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Gemäß einer
anderen Ausführung
können die
den Spalt begrenzenden Maschinenelemente als aufeinander abrollende
Bremsrollen ausgebildet sein, wobei mit wenigstens einer Bremsnocke
versehene, ortsfest angeordnete Bremsrollen mit zugeordneten, nockenlosen
Bremsrollen zusammenwirken, die satzweise auf einem zugeordneten,
um eine rollenachsparallele Achse schwenkbaren Schwenkrahmen aufgenommen
sind, der mit einem Feder-Dämpfer-System
zusammenwirkt. Diese Maßnahmen
machen die bisher erforderliche Einstellung des Bremsspalts entbehrlich,
so dass die hiermit verbundenen Nachteile in Wegfall kommen.
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Zweckmäßig können dabei über der
Maschinenbreite mehrere, jeweils einen aus vorzugsweise zwei Bremsrollen
bestehenden Bremsrollensatz aufnehmende Schwenkrahmen vorgesehen
sein, die auf einem gemeinsamen, über die Maschinenbreite durchgehenden
Träger
gelagert sind und denen jeweils ein eigenes Feder-Dämpfer-System
zugeordnet ist. Hierdurch wird sichergestellt, dass unterschiedliche
Abnutzungen über
der Maschinenbreite automatisch ausgeglichen werden.
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Eine
weitere Ausführung
kann darin bestehen, dass die den Spalt begrenzenden Maschinenelemente
als Falzklappen eines Falzklappenzylinders ausgebildet sind, wobei
durch das Feder-Dämpfer-System
in Zylinderumfangsrichtung gegen einen festen, auf dem Zylinder
vorgesehenen Anschlag anstellbare Falzklappen und gegenüber diesen
um eine auf dem Zylinder angeordnete, in Umfangsrichtung stationäre Schwenkachse
schwenkbare Falzklappen vorgesehen sind. Diese Maßnahmen
machen die bisher erforderliche Einstellung der Falzklappen entbehrlich,
womit auch die hiermit verbundenen Nachteile in Wegfall kommen.
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Zweckmäßig kann
dabei der Akkumulator als Patrone ausgebildet sein, deren von der
der Hydraulikflüssigkeit
zugeordneten Kammer getrennte Kammer eine einmalige Pressluftfüllung und/oder
eine mechanische Feder enthält.
Hierdurch ist eine Pressluftzuführung
zum Zylinder während
des Betriebs entbehrlich.
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Gemäß einer
weiteren Ausgestaltung der Erfindung können die den Spalt begrenzenden
Maschinenelemente als Tastelemente einer Messeinrichtung ausgebildet
sein, die wenigstens eine dem Spalt direkt oder indirekt zugeordnete
Sensoreinrichtung aufweist. Mit Hilfe der von der Sensoreinrichtung
gelieferten Messwerte können
nachgeordnete Baugruppen, bei denen ein der Produktdicke entsprechender
Spalt motorisch eingestellt wird, geregelt werden. Damit wird der
Einstellvorgang vereinfacht und präziser.
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Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten Maßnahmen
sind in den restlichen Unteransprüchen angegeben und aus der
nachstehenden Beispielsbeschreibung anhand der Zeichnung näher entnehmbar.
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In
der nachstehend beschriebenen Zeichnung zeigen:
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1 ein
Schwertfalzwerk mit zwei aufeinander abrollenden Falzwalzen,
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2 eine
Teilansicht der Anordnung gemäß 1 in
Form eines Schnitts entlang der Linie II/II in 1,
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3 eine
Bremseinrichtung mit aufeinander abrollenden Bremswalzen,
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4 einen
Schnitt entlang der Linie IV/IV in 3 und
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5 einen
Ausschnitt aus einem Falzklappenzylinder mit gegeneinander bewegbaren
Falzklappen.
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Hauptanwendungsgebiet
der vorliegenden Erfindung sind Aggregate von Vorrichtungen zur
Herstellung von Falzprodukten. Dabei handelt es sich um mit Abstand
aufeinander folgende Flachprodukte in Form von gesammelten oder
nicht gesammelten Signaturen.
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Das
der 1 zugrundeliegende Schwertfalzwerk 1 enthält zwei
aufeinander abrollende, einen Falzspalt 2 begrenzende Falzwalzen 3,
denen ein Falzschwert 4 zugeordnet ist, durch das die quer hierzu
transportierten, mit einem Falz zu versehenden Produkte in den Falzspalt 2 hinein
gestoßen
werden. Diese Produkte werden durch die gegeneinander drehenden
Falzwalzen in den Falzspalt 2 eingezogen und so mit einem
Falz versehen. Die den Falzspalt 2 begrenzenden Falzwalzen 3 werden
dabei entsprechend der Produktdicke auseinander gedrängt, das
heißt
es stellt sich ein der Produktdicke entsprechender Falzspalt 2 ein.
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Die
Falzwalzen 3 sind hierzu voneinander abstellbar angeordnet.
Diese Beweglichkeit ist auch während
des Betriebs gegeben, so dass die Öffnung des Falzspalts 2 durch
die zwischen den Falzwalzen 3 hindurch gehenden Produkte
selbst herbeigeführt wird.
Im dargestellten Beispiel sind die Falzwalzen 3 auf um
walzenparallele Achsen 5 schwenkbaren Schwenkbügeln 6 aufgenommen.
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Den
Falzwalzen 3 ist eine hier mit den Schwenkbügeln 6 zusammenwirkende
Rückstelleinrichtung
zugeordnet, die wenigstens eine bei der Öffnung des Falzspalts 2 vorspannbare
Federeinrichtung enthält.
Im dargestellten Beispiel besteht die Rückstelleinrichtung aus einer
zwischen die von den Falzwalzen 3 abgewandten Schwenkarme
der Schwenkbügel 6 eingebauten
Druckfeder 7 und einem dieser zugeordneten Feder-Dämpfer-System 8, das
eine gewisse Trägheit
der Rückstelleinrichtung
in Rückstellrichtung
bewirkt.
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Das
Feder-Dämpfer-System 8 besitzt
einen ein zweckmäßig inkompressibles
Strömungsmedium,
vorzugsweise eine Hydraulikflüssigkeit
enthaltenden, durch die Bewegung der Falzwalzen 3 vergrößer- bzw.
verkleinerbaren Verdrängerraum 9,
der über
einen eine Strömungsdrossel 10 enthaltenden Strömungsweg 11 mit
einer ebenfalls mit dem Strömungsmedium,
hier der Hydraulikflüssigkeit
gefüllten Kammer 12 eines
Akkumulators 13 verbunden ist, der eine weitere, der Kammer 12 nach
oben benachbarte Kammer 15 enthält, die im dargestellten Beispiel
mit Druckluft beaufschlagt ist. Zweckmäßig ist die Kammer 12,
wie im dargestellten Beispiel angedeutet ist, durch eine bewegliche
Wand 14, vorzugsweise in Form einer Membrane, von der benachbarten,
mit Druckluft beaufschlagten Kammer 15 abgegrenzt. Bei
Anordnungen mit örtlich über dem
Verdrängerraum 9 stationär angeordnetem
Akkumulator 13 könnte
die Wand 14 auch entfallen. Bei einer Vergrößerung des
Verdrängerraums 9 durch
den sich einstellenden Falzspalt wird die strömungsmäßig hiermit verbundene Kammer 12 des
Akkumulators 13 verkleinert. Dementsprechend vergrößert sich
die mit Druckluft beaufschlagte Kammer 15. Die Druckluftfüllung der
Kammer 15 bildet hier eine Gasfeder, hier eine Luftfeder,
deren Druck an der die Kammer 12 und den über den
Strömungsweg 11 hiermit
verbundenen Verdrängerraum 9 füllenden
Hydraulikflüssigkeit
ansteht. Bei einer Verkleinerung des Verdrängerraums 9 drehen
sich die obigen Vorgänge
um.
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Die
Strömungsdrossel 10 ist
zweckmäßig so ausgebildet,
dass die Strömung
zwischen dem Verdrängerraum 9 und
dem Akkumulator 13 bei der Öffnung des Falzspalts 2 weitgehend
ungehindert erfolgen kann und dass die Strömung in der Gegenrichtung gedrosselt
wird. Die Strömungsdrossel 10 ist dementsprechend
vorteilhaft einseitig wirkend ausgebildet. Durch die genannte Drosselung
ergibt sich eine Trägheit
des Feder-Dämpfer-Systems 8 in Rückstellrichtung,
die eine Schließbewegung
der Falzwalzen 3 verzögert.
Die Folge davon ist, dass der durch die zwischen die Falzwalzen 3 eingeführten Produkte
geöffnete
Falzspalt 2 beim Durchgang der zwischen den aufeinander
folgenden Produkten vorhandenen Lücken nicht rückgängig gemacht
wird sondern praktisch erhalten bleibt.
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Die
Einstellung der Strömungsdrossel 10 kann
so sein, dass bei der bei Produktionsgeschwindigkeit sich ergebenden
Frequenz der mit Abstand aufeinander folgenden Produkte im Bereich
der Lücken
zwischen den aufeinander folgenden Produkte eine Rückstellung
der durch die Produkten auseinander gedrängten Falzwalzen 3 unterbleibt.
Zweckmäßig ist
die Strömungsdrossel 10 als
einstellbare Strömungsdrossel
ausgebildet.
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Der
Akkumulator 13 ist, wie schon erwähnt, als vorzugsweise durch
die Membrane 14 oder einen beweglichen Kolben etc. in die
Kammern 12, 15 unterteilter Druckspeicher ausgebildet,
wobei die Kammer 15 zur Bildung einer Gasfeder mit Druckluft
beaufschlagt ist. Zusätzlich
oder alternativ könnte
natürlich
auch eine mit der Membrane 14 etc. zusammenwirkende mechanische
Druckfeder vorgesehen sein. Die Kammer 15 kann mit einer
einmaligen Druckluftfüllung
zur Bildung einer Gasfeder versehen sein. Im dargestellten Beispiel
ist die Kammer 15 mit einer Anschlussleitung 16 versehen,
die über
einen vorzugsweise einstellbaren Druckregler 17 mit einer Druckluftquelle 18 verbunden
ist. Dabei kann es sich zweckmäßig um das
in vielen Betrieben vorhandene Druckluftnetz handeln. Im dargestellten
einfachen Ausführungsbeispiel
ist der Druckregler 17 manuell verstellbar. Es wäre aber
auch eine automatische Verstellung mittels einer vorzugsweise elektrischen Steuereinrichtung
denkbar. Mit Hilfe des Druckreglers 17 lässt sich
der Druck in der Kammer 15 und damit die Kraft der hierdurch
gebildeten Gasfeder auf jedem gewünschten Wert halten.
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Der
mit einer Hydraulikflüssigkeit
beaufschlagte Verdrängerraum 9 ist
als durch einen Kolben 19 begrenzter Zylinderraum eines
zusammen mit dem Kolben 19 ein Zylinder-Kolbenaggregat
bildenden Zylinders 20 ausgebildet. Der Kolben 19 ist mit
wenigstens einer der den Falzspalt 2 begrenzenden Falzwalzen 3,
im dargestellten Beispiel mit beiden Falzwalzen 3 mechanisch
gekuppelt. Hierzu ist ein um eine walzenparallele Achse schwenkbar
gelagertes Schwenkorgan, hier in Form eines dreiarmigen Hebels 21 vorgesehen,
dessen bezüglich
der Schwenkachse 22 einander gegenüberliegende Arme über Lenker 24 mit
den von den Falzwalzen 3 abgewanden Schwenkarmen der die
Falzwalzen 3 aufnehmenden Schwenkbügel 6 zusammenwirken und
dessen dritter Arm mit dem Kolben 19 zusammenwirkt, der
eine aus dem Zylinder 20 herausgeführte, Kolbenstange 25 aufweist,
die mittels einer hiermit verbundenen Gabel 33 an den zugeordneten Arm
des dreiarmigen Hebels 21 angelenkt ist. Bei den schwenkhebel-
bzw. schwenkbügelseitigen
Verbindungen der Lenker 24 handelt es sich ebenfalls um
Schwenkverbindungen.
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Der
dreiarmige Hebel 21 ist nach Art eines liegenden großen T ausgebildet,
wobei der längere Hebelarm
dem Zylinder-Kolbenaggregat zugeordnet ist. Die Kopplung mit den
Schwenkbügeln 6 kann
so sein, dass der Verdrängerraum 9 beim Öffnen des Falzspalts 2 vergrößert wird
oder umgekehrt. Im dargestellten Beispiel führt der dreiarmige Schwenkhebel 21 bei
einer Öffnung
des Falzspalts 2 eine im Uhrzeigersinn gerichtete Bewegung
aus, wodurch der Kolben 19 gegenüber dem stationär angeordneten Zylinder 20 nach
unten gezogen und somit der Verdrängerraum 9 vergrößert wird.
In diesem Fall muss aus dem Akkumulator 13 Hydraulikflüssigkeit
in den Verdrängerraum 9 nachströmen, die
beim Schließen des
Falzspalts 2 in die Kammer 12 des Akkumulators 13 zurückgedrängt werden
muss. Die Strömungsdrossel 10 ist
dementsprechend so ausgebildet, dass dieser Rückströmvorgang in jedem Fall gedrosselt wird.
Es wäre
aber auch der umgekehrte Vorgang denkbar, dass der Verdrängerraum 9 beim Öffnen des
Falzspalts 2 verkleinert wird und umgekehrt. In diesem
Fall könnte
unter Umständen
auf die zusätzliche
Rückstellfeder 7 verzichtet
werden, da die Luftfeder des Akkumulators 13 eine Rückstellfunktion übernehmen
würde.
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Der
dreiarmige Schwenkhebel 21 ist auf einer im Bereich einer
Maschinenseitenwand anbringbaren Montageplatte 26 gelagert.
An dieser ist, wie am besten aus 2 erkennbar
ist, auch der Zylinder 20 aufgehängt. Die Montageplatte 26 besitzt
hierzu einen nach oben gerichteten Ansatz, der mit einer seitlichen
Auskragung 27 versehen ist, an welcher der Zylinder 20 aufgehängt ist.
Hierzu ist der Zylinder 20 über ein Gelenk 28 mit
einem Halter 29 verbunden, der die Auskragung 27 durchgreift
und mit einem oberen Anschlag hieran abstützbar ist. Der Halter 29 ist
als kolbenförmiges
Drehteil ausgebildet, das zur Bildung des oberen Anschlags mit einem
oberen Bund 30 versehen ist. Die Auskragung 27 besitzt
eine dem Halter 29 zugeordnete Durchgangsbohrung. Diese
ist im dargestellten Beispiel als Stufenbohrung 31 ausgebildet,
deren oberer, dem größeren Durchmesser
zugeordneter Abschnitt einen dem Durchmesser des Bunds 30 entsprechenden
Durchmesser aufweist, so dass der Bund 30 in die so gebildete
Stufe eingreifen kann. Die Höhe
dieser Stufe ist größer als
die Dicke des Bunds 30, so dass sich ein gewisser Freilauf
ergibt.
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In
der normalen Betriebsstellung liegt der in die genannte Stufe eingreifende
Bund 30 mit seiner oberen Seite in Folge des im Zylinder 20 der
sich über
den Kolben 19 auf dem dreiarmigen Schwenkhebel 21 abstützt, herrschenden
Drucks an einem auf die Auskragung 27 aufgesetzten Anschlag 32 an.
Bei der normalen Öffnung
des Falzspalts 2 durch die durchgehenden, mit einem Falz
zu versehenden Produkte ergeben sich nur vergleichsweise kleine
Bewegungen des Kolbens 19, die durch genügend schnell aus
dem Akkumulator 13 nachströmende Hydraulikflüssigkeit
ausgeglichen werden. Die Strömungsdrossel 10 ist
daher, wie schon erwähnt,
zweckmäßig in dieser
Richtung nicht wirksam. Sofern jedoch in Folge einer Störung mehrere
Produkte gleichzeitig zwischen die Falzwalzen 3 gelangen
und sich eine schlagartige, vergleichsweise große Bewegung ergibt, kann der
Bund 30 in Folge der größeren Tiefe der
zugeordneten Stufe der Stufenbohrung 31 in diese eingreifen,
wodurch mechanischen Zerstörungen entgegen
gewirkt wird.
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Die 3, 4 zeigen
eine Bremseinrichtung 35, durch die mit Abstand aufeinander
folgende Flachprodukte, wie Bogen oder Falzprodukte, abbremsbar
sind. Hierzu sind oberhalb und unterhalb der Transportebene angeordnete,
einen Bremsspalt 36 begrenzende, aufeinander abrollende
Bremsrollen 37 vorgesehen, die mit gegenüber der
Transportgeschwindigkeit der ankommenden Produkte geringerer Geschwindigkeit
angetrieben werden. Die unteren Bremsrollen 37 sind dabei
mit einem über
ein Umfangssegment sich erstreckenden Bremsnocken 38 versehen,
durch die die durch den Bremsspalt 36 durchlaufenden Produkte
an die oberen Bremsrollen 37 angedrückt werden. Die unteren, mit
Bremsnocken 38 versehenen Bremsrollen sind in vertikaler Richtung
ortsfest angeordnet. Hierzu ist eine über die Maschinenbreite durchgehende
Antriebswelle 39 vorgesehen, auf der die unteren Bremsrollen 37 aufgenommen
sind. Die oberen, nockenlosen Bremsrollen 37 können beim
Durchgang abzubremsender Produkte durch den Bremsspalt 36 nach
oben ausweichen, so dass der Bremsspalt 36 geöffnet wird.
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Die
in vertikaler Richtung beweglichen, oberen Bremsrollen 37 sind,
wie am besten aus 4 ersichtlich ist, satzweise,
hier paarweise, auf jeweils einem zugeordneten, um eine rollenachsparallele
Achse schwenkbaren Schwenkrahmen 40 aufgenommen. Auch eine
Einzelanordnung der Bremsrollen 37 wäre natürlich denkbar. Jedem Schwenkrahmen 40 ist
hier eine Rückstelleinrichtung
mit einem Feder-Dämpfer-System 41 zugeordnet,
dessen grundsätzlicher
Aufbau dem Aufbau des Feder-Dämpfer-Systems 8 gemäß 1 entsprechen
kann. Für gleiche
Teile finden daher gleiche Bezugszeichen Verwendung. Der Unterschied
gegenüber 1 liegt darin,
dass der Verdrängerraum 9 beim Öffnen des Bremsspalts 36 verkleinert
wird, so dass Hydraulikflüssigkeit
in die zugeordnete Kammer 12 des Akkumulators 13 verdrängt wird.
Der Druck in der der Kammer 12 benachbarten, mit Presslust
beaufschlagten Kammer 15 kann durch die Wirkung des Druckreglers 17 praktisch
konstant gehalten oder eingestellt werden. Durch entsprechende Verstellung des
Druckreglers 17 kann die Anpresskraft der Bremsnocken 38 verändert werden.
Durch den einstellbaren Druck in der Kammer 15 ergibt sich
eine Luftfeder, die die Funktion einer Rückstellfeder übernehmen
kann. Eine zusätzliche
mechanische Rückstellfeder
ist daher hier entbehrlich. Im dargestellten Beispiel ist zwar eine
an den Schwenkrahmen 40 angreifende Feder 42 vorgesehen.
Diese ist jedoch als Zugfeder ausgebildet, die die Öffnung des
Bremsspalts 36 unterstützt
und der Schließbewegung
entgegenwirkt.
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Die über der
Maschinenbreite nebeneinander angeordneten Schwenkrahmen 40 sind
auf einem über
die Maschinenbreite durchgehenden Träger schwenkbar gelagert. Dabei
kann es sich um eine rotierend antreibbare Welle 43 handeln,
auf der den benachbarten Bremsrollen 37 zugeordnete Antriebselemente 44 aufgenommen
sind. Die Bremsrollen 37 jedes Schwenkrahmens 40 nehmen,
wie 4 zeigt, zwischen sich ein Antriebsorgan 45 auf,
das über
ein Umlauforgan 46, zweckmäßig einen Treibriemen mit dem
zugeordneten, auf der Welle 43 aufgenommenen Antriebselement 44 zusammenwirkt. Zweckmäßig können die
Schwenkrahmen 40 auch mit den Treibriemen 46 zugeordneten
Spannrollen 47 versehen sein, so dass sich der gewünschte Drehschluss
zwischen den Antriebselementen 44 und Antriebsorganen 45 ergibt.
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Die
Zylinder 20 der den Schwenkrahmen 40 zugeordneten
Feder-Dämpfer-Systeme 41 sind
jeweils an einem zugeordneten, galgenförmigen Tragbügel 48 aufgehängt, die
ebenfalls auf der einen durchgehenden Träger bildenden Welle 43 abgestützt sein
können.
Im dargestellten Beispiel sind die Tragbügel 48 zusätzlich an
einer über
die Maschinenbreite durchgehenden Traverse 49 befestigt,
so dass sich eine drehsichere Anordnung ergibt. An den Tragbügeln 48 können, wie
aus 3 hervorgeht, auch die an den Schwenkrahmen 40 angreifenden Federn 42 angreifen.
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Im
Betrieb wird der Bremsspalt 36 durch die mit Abstand aufeinander
folgenden Produkte geöffnet
und soll beim Durchgang der Lücken
zwischen den aufeinander folgenden Produkte mehr oder weniger in
der geöffneten
Stellung bleiben. Dementsprechend ist die Trägheit des Feder-Dämpfer-Systems 41 durch
entsprechende Einstellung der Strömungsdrossel 10 so
gewählt,
dass bei der bei Produktionsgeschwindigkeit sich ergebenden Frequenz der
aufeinander folgenden Produkte eine entgegen der Wirkung der Federn 42 erfolgende
Rückstellung durch
die Kraft der hier als Rückstellfeder
fungierenden Luftfeder gerade unterbleibt. Die mit Druckluft beaufschlagte
Kammer 15 des Akkumulators 13 kann hier ebenfalls über eine
mit einer zweckmäßig einstellbaren
Druckregler 17 versehene Anschlussleitung 16 an
eine Druckluftquelle, zweckmäßig an das
werkseitig vorgesehene Druckluftnetz 18, angeschlossen
sein.
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Die 5 zeigt
einen Ausschnitt aus einem Falzklappenzylinder 51. Dieser
enthält
am Umfang mehrere Falzklappenpaare, die jeweils eine um eine zylinderseitig
vorgesehene, in Umfangsrichtung stationäre Schwenkachse 52 schwenkbare
Klappe 53 und eine ein dieser zugeordnetes Gegenlager bildende,
nicht schwenkbare Klappe 54 enthalten. Mit dem Falzklappenzylinder 51 wirkt
in der Regel ein hier nicht näher
dargestellter Falzmesserzylinder zusammen, dessen in radialer Richtung
ausfahrbare Falzmesser die auf dem Falzmesserzylinder aufgenommenen
Produkte in Form gesammelter oder ungesammelter Signaturen in den
zwischen den Falzklappen 53, 54 gebildeten Spalt 55 hineinstoßen. Dabei ergibt
sich eine der Dicke der so gefalzten Produkte entsprechende Öffnung des
Spalts 55 zwischen den Falzklappen 53 und 54.
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Die
Schwenkachse 52 der schwenkbaren Falzklappen 53 ist
in Umfangsrichtung ortsfest. Die gegenüberliegenden, nicht schwenkbaren
Falzklappen 54 sind demgegenüber entgegen der Wirkung einer
Rückstelleinrichtung
in Umfangsrichtung verschiebbar angeordnet. Die Klappen 54 sind
hierzu auf einem in Umfangsrichtung drehbar auf dem zugeordneten
Falzklappenzylinder 51 angeordneten Scheibenelement 56 aufgenommen.
Diesem ist ein Feder-Dämpfer-System 57 zugeordnet,
das gleichzeitig die Rückstelleinrichtung
bildet.
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Mittels
des zugeordneten Feder-Dämpfer-Systems 57 ist
das Scheibenelement 56 in Umfangsrichtung an einen zylinderseitig
vorgesehen festen Anschlag 58 anstellbar. Der grundsätzliche Aufbau
des Zylinder-Dämpfer-Systems 57 entspricht praktisch
dem Aufbau des Feder-Dämpfer-Systems 8 gemäß 1 bzw. 41 gemäß 3.
Für gleiche Teile
finden daher gleiche Bezugszeichen Verwendung. Auch hier ist der
Verdrängerraum 9 über einen eine
vorzugsweise einstellbare Strömungsdrossel 10 enthaltenden
Strömungsweg 11 mit
der eine Hydraulikflüssigkeit
enthaltenden Kammer 12 des Akkumulators 13 verbunden.
Die mit Druckluft beaufschlagbare Kammer 15 des Akkumulators 13 sind
hier im Gegensatz zu den obigen Anordnungen nicht laufend an eine
Druckluftquelle angeschlossen, sondern mit einer einmaligen Pressluftfüllung versehen.
Der Akkumulator 13 ist somit praktisch als Patrone ausgebildet,
die keine permanente Druckluftzufuhr benötigt. Anstelle der eine Luftfeder
bildenden Druckluft könnte
natürlich
auch eine mit der Membrane 14 oder einem diese ersetzenden
Kolben zusammenwirkende, mechanische Feder vorgesehen sein. Da der
Akkumulator 13 hier auf dem Falzklappenzylinder 51 aufgenommen
ist und mit diesem rotiert, ist im Gegensatz zu den obigen stationären Anordnungen
ein bewegliches Trennelement wie die Membrane 14 oder ein
Kolben etc. zwischen den Kammern 12, 15 des Akkumulators 13 notwendig,
um die Wirkung der Luftfeder zu gewährleisten.
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Durch
ein zwischen die Falzklappen 53, 54 eingebrachtes
Produkt werden die Falzklappen 54 entsprechend der Produktdicke
entgegen der durch die Luftfeder bewirkten Rückstellkraft vom Anschlag 58 abgehoben.
Die so gefalzten Produkte werden an ein weiteres System übergeben.
Um dabei eine sofortige Rückstellung
der Falzklappen 54 zu vermeiden ist die Strömungsdrossel 10 zweckmäßig so eingestellt,
dass bei der bei Produktionsgeschwindigkeit sich ergebenden Frequenz
der aufeinander folgenden Produkte in der Zwischenzeit zwischen
zwei aufeinander folgenden Produkten eine Rückstellung der Falzklappen 54 mehr
oder weniger unterbleibt.
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Bei
den oben beschriebenen Beispielen ist die Strömungsdrossel 10 einstellbar
ausgebildet, so dass innerhalb eines breiten Felds eine Anpassung der
Trägheit
an besonderen Bedingungen möglich ist.
Für Fälle mit
bekannten Randbedingungen wäre jedoch
auch eine feste Einstellung der Strömungsdrossel 10 denkbar.
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Die
oben geschilderten Beispiele enthalten bevorzugte Anwendungen der
Erfindung, ohne dass hiermit jedoch eine Beschränkung verbunden sein soll.
So wäre
es beispielsweise auch denkbar, dass die einen Spalt begrenzenden
Maschinenelemente als Tastelemente einer Messeinrichtung fungieren, die
wenigstens eine dem Spalt direkt oder indirekt zugeordnete Sensoreinrichtung
aufweist. Der Ausgang dieser Sensoreinrichtung könnte dabei als Vorgabe für eine Steuer-
oder Regeleinrichtung fungieren, die einer motorischen Stelleinrichtung
zur Einstellung von den behandelten Flachprodukten zugeordneten Spalten
in Abhängigkeit
von der Produktdicke bei nachgeordneten Aggregaten zugeordnet ist.
Dies hätte
den Vorteil, dass ein Feder-Dämpfer-System (8, 41, 51)
für mehrere
Aggregate verwendet werden könnte.