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DE102006016264A1 - Verfahren zur Einstellung eines Falzklappen-Arbeitsabstandes in einem Falzapparat - Google Patents

Verfahren zur Einstellung eines Falzklappen-Arbeitsabstandes in einem Falzapparat Download PDF

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DE102006016264A1
DE102006016264A1 DE200610016264 DE102006016264A DE102006016264A1 DE 102006016264 A1 DE102006016264 A1 DE 102006016264A1 DE 200610016264 DE200610016264 DE 200610016264 DE 102006016264 A DE102006016264 A DE 102006016264A DE 102006016264 A1 DE102006016264 A1 DE 102006016264A1
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Jürgen HUPP
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Koenig and Bauer AG
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einstellung eines Falzklappen-Arbeitsabstandes in einem Falzapparat in Abhängigkeit von Papierdicke und Produktdicke einer Produktion. Dazu wird zunächst eine Papierstärke x eines zu bedruckenden Materials bestimmt, welche an einem Rollenwechsler gemessen oder manuell eingegeben und an einen Arbeitsvorbereitungsrechner übermittelt wird. Nach Bestimmen einer Produktionsart und einer Bahnbreite b sowie der Übermittlung zugehöriger Daten an den Arbeitsvorbereitungsrechner kann dort eine Produktdicke ermittelt werden. Schließlich werden Stellbefehle vom Arbeitsvorbereitungsrechner an einen Verstellmotor zur Einstellung des Falzklappen-Arbeitsabstandes in Abhängigkeit von der ermittelten Produktdicke übermittelt. Die Falzklappen verstellen sich automatisch mit jeder Papierbahn, die den Falzapparat erreicht (Erkennung durch die Detektoren im Wendestangenbereich). Beim Fortdruck verstellen sich die Falzklappen auch, wenn eine gerissene Papierbahn durch die Detektoren erkannt wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einstellung eines Falzklappen-Arbeitsabstandes in einem Falzapparat gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
  • Durch die EP 03 68 221 B1 ist ein Falzklappenzylinder für eine Rollenrotationsdruckmaschine bekannt, bei welchem der Arbeitsabstand der Falzklappen in Abhängigkeit von der Papierstrangdicke vorgesehen ist. Dabei wird die Papierstrangdicke mit einer Messeinrichtung ermittelt. Weiterhin wird in dieser Druckschrift vorgeschlagen, die Papierstrangdicke wahlweise manuell mittels einer Eingabeeinrichtung oder mittels eines Messwertaufnehmers einzugeben. Auf die manuelle Eingabe der Papierstrangdicke mittels einer Eingabeeinrichtung eines Rechners wird nicht näher eingegangen.
  • Problematisch ist bei dieser vorbekannten Lösung, dass die mechanisch elektrische Strangdickenmessung relativ ungenau ist und es so zu einer fehlerhaften Einstellung des Falzklappenabstandes kommen kann, was zu einem Produktionsausfall in Folge von Papierstau, oder auch zu fehlenden Exemplaren führen kann.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Einstellung eines Falzklappen-Arbeitsabstandes in einem Falzapparat zu schaffen.
  • Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
  • Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass eine sehr zuverlässige Einstellung des Falzklappen-Arbeitsabstandes erreicht wird. Bei einer Produktionsumstellung ist keine aufwendige Neujustierung der Messeinrichtung für die Papierstrangdicke notwendig.
  • Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, dass die Papierstärke der einzelnen Bahnen oder Lagen eines aus mehreren Lagen bestehenden Endproduktes addiert wird, um die Produktdicke des Endproduktes für die Einstellung des Falzklappen-Arbeitsabstandes zu berechnen. Dabei kann auch berücksichtigt werden, dass ein Endprodukt aus mehreren Lagen unterschiedlicher Materialstärke zusammengefügt werden kann. Die Materialstärke lässt sich aber leicht bereits am Anfang einer Druckstrecke bestimmen und die Lagenanzahl sowie die Faltart sind für das gewünschte Endprodukt bekannt, so dass sie in die Berechnung der Endproduktdicke einfließen können.
  • An einem Leitstand der Maschine kann je nach Bedarf die Produktdickenberechnung ein- oder ausgeschaltet werden. Bei eingeschalteter Produktdickenberechnung wird in einem Arbeitsvorbereitungsrechner (nachfolgend mit AV-Rechner benannt) die Produktdicke und die Vorspannung berechnet. Dabei werden sowohl die Produktionsart und die Bahnbreite, als auch die von den einzelnen Rollenwechslern gelieferten Papierstärken berücksichtigt. Die Bestimmung der Produktdicke kann rein mathematisch durch Aufsummierung der Papierlagen erfolgen. Es können aber auch für bestimmte Papierstärken und Produktionsarten die geeigneten Werte für den Falzklappen-Arbeitsabstand gespeichert sein, die dann nur abgerufen werden müssen.
  • Bevorzugt wird ein Vorgabewert für die Papierdicke gesetzt. Nach einigen Umdrehungen der Papierrolle im Rollenwechsler, hat der Rollenwechsler dann die Papierdicke errechnet und sendet diese dann an den AV-Rechner.
  • Die an den einzelnen Rollenwechslern verwendeten Papierstärken können auch in einer weiteren Variante am Rollenwechsler von Hand eingegeben und dann an den AV-Rechner übermittelt werden. Alternativ kann ein Strichcode-Scanner einen an der Papierrolle befestigten Strichcode oder RFLD mit Angaben über die Papierstärke einlesen und an den AV-Rechner übermitteln.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform wird am Leitstand die Produktionsart und die Bahnbreite b der jeweiligen Produktion eingegeben und an den AV-Rechner übermittelt. Mit der von den einzelnen Rollenwechslern gelieferten Papierstärke x kann dann der Falzklappen-Arbeitsabstand berechnet werden.
  • Vorzugsweise ist im AV-Rechner für die jeweilige Produktionsart und Bahnbreite ein Faktor voreingestellt, welcher dann mit der bekannten Papierstärke multipliziert wird. Bei den Produktionsarten werden Sammeln und Nichtsammeln unterschieden, wobei beim Sammeln die Falzklappenöffnung doppelt so groß sein muss, wie beim Nichtsammeln. Dies wird später noch ausführlich erläutert.
  • Beispielhaft werden folgende Falzklappenöffnungen vorgeschlagen, wobei x der Papierstärke entspricht:
    Figure 00030001
  • Die Verstellung der Falzklappen erfolgt vorzugsweise motorisch mit einer separaten Steuerung während des Papiereinzuges. Bei der motorischen Steuerung werden die Falzklappen jedes Mal dann in ihrem Arbeitsabstand verstellt, wenn ein Papierreißschalter nach den Zugwalzen die jeweilige Papierbahn bzw. den jeweiligen Papierstrang erkennt, wobei die Papierstärke dieser Bahn bzw. dieses Stranges im AV-Rechner bereits bekannt ist.
  • Die endgültige Einstellung der Falzklappen ist abgeschlossen, wenn von allen dem Falz zugeordneten Rollenwechslern die Papierstränge eingezogen wurden und die Falzklappen sich mit dem jeweils gemessenen und errechneten neuen Wert eingestellt haben. Dies ist nach ca. 1.000 Umdrehungen jeder angelaufenen Papierrolle der Fall.
  • Eine Handeinstellung der Falzklappen kann zusätzlich vorgesehen werden. Diese kann aber nur dann aktiviert werden, wenn die automatische Falzklappenverstellung ausgeschaltet ist.
  • Während der Produktion kann die Papierdickenberechnung mit einer bekannten Strangdickenmessung im Rollenwechsler oder im Falzapparat gekoppelt werden. Dabei kann der Falzklappen-Arbeitsabstand nachgeführt werden, wenn die Berechnung einen Unterschied zur gemessenen Strangdicke ergibt, der über oder unter einem vorbestimmten Differenzwert liegt, oder wenn ein Papierriss detektiert wird.
  • Sollte die Voreinstellung bzw. Eingabe einer Papierstärke an einem oder mehreren Rollenwechslern fehlen, so wird vom AV-Rechner ein Störsignal gemeldet und die Papierdicke mit einer durchschnittlichen Dicke von z. B. 70 μm (Voreinstellwert) zur Voreinstellung angenommen. Ebenso kann eine Fehlermeldung generiert werden, wenn sich die gemessene Strangdicke um mehr als einen vorbestimmten Toleranzwert von der berechneten Vorgabe des Arbeitsvorbereitungsrechners unterscheidet.
  • Je nach Einsatz der Produktdickenberechnung an verschiedenen Falzapparaten ist zu beachten, wie sich die Stränge auf die einzelnen Falzapparate verteilen können und dass sich gegebenenfalls eine Teilung der Produktdicke per Falz ergibt.
  • Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im Folgenden näher beschrieben.
  • Es zeigen:
  • 1 ein Falzapparat in schematischer Schnittdarstellung;
  • 2 eine Querschnittsdarstellung eines Schneidzylinders, eines Sammelzylinders und eines Falzklappenzylinders in einem Falzapparat;
  • 3 eine seitliche Darstellung des Öffnungs- und Schließmechanismus der Falzklappen;
  • 4.1 eine Ablaufdarstellung I-VIII eines Sammel- und Falzvorganges an einem fünfteiligen Punkturfalzapparat;
  • 4.2 eine Ablaufdarstellung IX-XVIII eines Sammel- und Falzvorganges an einem fünfteiligen Punkturfalzapparat;
  • 5 einen Verstellmechanismus des Falzklappen-Arbeitsabstandes in einem Falzklappenzylinder.
  • 1 zeigt einen Falzapparat 01, welcher von zwei Falztrichtern 02 und den Trichterfalzwalzen 05 mit dargestellten Materialsträngen, z. B. Papiersträngen versorgt wird. Die Papierstränge werden über Zugwalzen 03 und eine Hauptzugwalze 04 zu einem Hauptpapierstrang zusammengeführt.
  • Ein in dieser Figur nicht dargestelltes Produkt 06, z. B. Druckprodukt 06 (siehe 2) wird durch die Komponenten eines Falzwerkes geschnitten, gefalzt und fertig ausgelegt.
  • Diese weiteren Komponenten umfassen einen Schneidzylinder 07, einen Sammelzylinder 08, einen Falzklappenzylinder 09 mit einer motorischen Falzklappenverstellung 11 (siehe 1), einen zehnteiligen (oder andersteiligen) Fächer 12 und ein Auslageband 13 mit einem separaten Antrieb 14.
  • 2 zeigt in vergrößerter Darstellung des eigentlichen Falzwerks mit dem Schneidzylinder 07, dem Sammelzylinder 08 und dem Falzklappenzylinder 09 in einer schematischen Schnittdarstellung. Am Sammelzylinder 08 sind auf dem Umfang fünf Punktursysteme 16 (jeweils aus mehreren Punkturnadeln aufweisend) und fünf Falzmessersysteme 17 mit jeweils einem Falzmesser angeordnet. Die Punktursysteme 16 werden von je einer Laufrolle 18 an einer Steuerkurve 19 zur Übergabe des Produktes 06 an den Falzklappenzylinder 09 gesteuert. Die Falzmesser des Falzmessersystems 17 sind mit je einer Laufrolle 18 an einer feststehenden Steuerkurve 19 angeordnet, so dass das Falzmesser bei Übergabe eines Produktes 06 an den Falzklappenzylinder 09 ausfährt bzw. über den Rand des Sammelzylinders 08 herausragt. Dieser Vorgang wird anhand der 4 später noch näher erläutert.
  • Am Falzklappenzylinder 09 sind ebenfalls auf dem Umfang feststehende Falzklappen 21 gegenüber gesteuerten Falzklappen 22 angeordnet. Diese transportieren das gefalzte Produkt 06 zum Fächer 12. Das Schließen der Falzklappen 22 bei der Übergabe des gefalzten Produktes 06, bzw. das Öffnen der Falzklappen 22 wird durch eine feststehende Steuerkurve 23 realisiert, an der die gesteuerten Falzklappen 22 mit Laufrollen 24 entlang rollen.
  • In 3 ist der Ablauf des Öffnens und Schließens der Falzklappen 22 dargestellt. Abbildung a) zeigt den Zustand der geschlossenen Falzklappen 21; 22. In Abbildung b) ist der Zustand der geöffneten Falzklappen 21; 22 dargestellt. Der Falzklappenzylinder 09 rotiert in Richtung des Pfeils 26, z. B. Drehrichtung 26. Die in Drehrichtung 26 vorlaufenden feststehenden Falzklappen 21 sind an einer Lammellenleiste 27 angeordnet. Die gesteuerten Falzklappen 22 sind an einer Falzklappenwelle 28 angeordnet und über eine Drehstabfeder 29 mit der Laufrolle 24 verbunden. Solange die Laufrolle 24 auf dem radial erweiterten Teil der Steuerkurve 23 entlang läuft (etwa in der oberen Hälfte der Steuerkurve 23 in 2), befinden sich die Falzklappen 21; 22 in geschlossenem Zustand. In diesem Zustand befindet sich das Produkt 06 zwischen den Falzklappen 21; 22. Entsprechend der Stärke des aufzunehmenden Produktes 06 muss der Arbeitsabstand der Falzklappen 21; 22 für diesen geschlossenen Zustand voreingestellt werden. Gelangt bei der Rotation des Falzklappenzylinders 09 die Laufrolle 24 in den radial kleineren Teil der Steuerkurve 23 (unterer Bereich der Steuerkurve 23 in 2), so wird die gesteuerte Falzklappe 22 durch die mit der Laufrolle 24 verbundene Drehstabfeder 29 verkippt und somit geöffnet. Im geöffneten Zustand wird das Produkt 06 freigegeben und an den nicht dargestellten Fächer 12 übergeben (siehe auch 2).
  • In 4.1 und 4.2 ist ein Sammel- und Falzvorgang an einem fünfteiligen Falzapparat dargestellt, wobei aus Platzgründen eine Aufteilung in die Abschnitte 4.1 und 4.2 vorgenommen wurde. Der Falzapparat startet ohne Papier 4.1 I, d. h. die ersten Produkte 06 die an den Falzklappenzylinder 09 übergeben werden sind noch nicht gesammelt. Ab 4.2 X werden dann die Produkte 06 gesammelt übergeben. Die 4.1 I-VIII bis 4.2 IX-XVIII stellen dabei die einzelnen Phasen dieses Ablaufs dar. Der Sammelzylinder 08 ist auch hier in Umfangsrichtung mit fünf Punktursystemen 16 ausgestattet, welche in den einzelnen Abbildungen mit einer durchlaufenden Nummerierung von 1 bis 5 versehen sind. Die Falzmessersysteme 17 befinden sich ebenfalls in Umfangsrichtung jeweils zwischen den Punktursystemen 16. Der Falzklappenzylinder 09 besitzt ebenfalls fünf in Umfangsrichtung angeordnete Falzklappen 21; 22, welche mit einer durchlaufenden Nummerierung 1 bis 5 versehen sind. Der Sammelzylinder 08 wird in Richtung des Drehpfeils 31 angetrieben, der Falzklappenzylinder 09 dazu entgegengesetzt in Richtung des Drehpfeils 32. In 4.1 erreicht ein Materialstrang 33, z. B. Papierstrang 33 ein Schneidmesser 34. Der Anfang des Papierstrangs 33 wird an den Punkturnadeln des Punktursystems 16/1 aufgenadelt. In 4.1 II ist zu erkennen, dass der Papierstrang 33 vom Schneidmesser 34 durchtrennt wurde und sich ein Produkt 36 auf den Punkturnadeln des Punktursystems 16/1 entsprechend mit dem Sammelzylinder 08 fortbewegt. Nach der Abtrennung des Produktes 36 wird der Anfang des Papierstranges 33 auf den Punkturnadeln des Punktursystems 16/2 aufgenadelt. Dies geschieht fortlaufend, wie in den nachfolgenden Abbildungen dargestellt ist. In 4.1 IV hat das erste Produkt 36 die Übergabestelle zum Falzklappenzylinder 09 erreicht, das Falzmesser des Falzmessersystems 17 fährt aus, falzt und übergibt das Produkt 36 an die Falzklappen 21; 22/4. Inzwischen befinden sich zwei weitere Produkte 36-2, bzw. 36-3 auf den ihnen zugeordneten Punktursystemen 16/2 bzw. 16/3.
  • In 4.1 V ist zu erkennen, dass das Produkt 36 von den Falzklappen 21; 22/4 erfasst wurde und nun auf dem Falzklappenzylinder 09 weiter transportiert wird. Das Produkt 36/2 passiert in diesem Moment die Übergabestelle zwischen den Sammel- und Falzklappenzylinder 08; 09 ohne ein Ausfahren des Falzmessers des Falzmessersystems 17, verbleibt also eine weitere Umdrehung auf dem Sammelzylinder 08.
  • In 4.1 VI befindet sich das Produkt 36 noch auf dem Falzklappenzylinder 09, wobei das Produkt 36-3 in diesem Moment an den Falzklappenzylinder 09, und zwar die Falzklappen 21; 22/1 übergeben wird. Inzwischen befinden sich auch die Produkte 36-4 und 36-5 auf dem Sammelzylinder 08 an den entsprechenden Punkturnadeln 16/4 bzw. 16/5.
  • In 4.1 VII befindet sich das Produkt 36 dann auf dem Weg zum Fächer 12.
  • In 4.1 VII passiert das nächste Produkt 36-4 wiederum die Übergabestelle zwischen den Sammel- und Falzklappenzylinder 08; 09 ohne eine Übergabe. Das Produkt 36-2 passiert in diesem Moment den Papierstrang 33 und das Schneidmesser 34. Auf den Punkturnadeln des Punktursystems 16/2 wird nun der Anfang des Papierstrangs 33 aufgenadelt.
  • In 4.1 VIII ist zu erkennen, dass sich auf den Punkturnadeln des Punktursystems 16/2 nunmehr ein doppellagiges Produkt 37 befindet. Das Produkt 36/4 ist auf dem Sammelzylinder 08 verblieben und das Produkt 36/3 liegt noch auf dem Falzklappenzylinder 09.
  • In 4.2 IX befindet sich das Produkt 36/3 dann auf dem Weg zum Fächer 12.
  • In 4.2 X ist zu erkennen, dass das Produkt 36-5 noch auf dem Falzklappenzylinder 09 liegt, und das nun doppellagige (gesammelte) Produkt 37 soeben vom Falzklappenzylinder 09 übernommen wird.
  • In 4.2 XI befindet sich das Produkt 36/5 dann auf dem Weg zum Fächer 12.
  • Der weitere Ablauf in den Abbildungen lässt erkennen, dass eine doppellagige Produktion, bzw. Falzung (Sammelproduktion) erfolgt, wenn nur jedes zweite Produkt 36 vom Sammelzylinder 08 an den Falzklappenzylinder 09 übergeben wird.
  • In 4.2 XII liegt dann das erste doppellagige Produkt 37 auf dem Falzklappenzylinder 09.
  • In 4.2 XIII ist dann das erste doppellagige (gesammelte) Produkt 37 auf dem Weg zum Fächer 12.
  • Dieser Vorgang wird als Produktionsart Sammeln bezeichnet. Bei der Sammelproduktion werden zwei verschiedene Bogen des Druckzylinderumfangs mit verschiedenen Bild- und Textteilen im Falzapparat gesammelt und zu einem Exemplar (Produkt) zusammengeführt.
  • Bei der Doppelproduktion (Produktionsart Nicht Sammeln) wird der Druckzylinder in der Druckmaschine im Umfang mit einem doppelten Satz gleicher Druckplatten versehen, so dass im Falzapparat pro Zylinderumdrehung der Druckwerke zwei gleiche Exemplare produziert werden. Es wird dann jedes Exemplar vom Sammelzylinder an den Falzklappenzylinder übergeben.
  • In 5 ist der Aufbau des Falzklappenzylinders 09 und die Verstellung des Falzklappen-Arbeitsabstandes dargestellt. Der Falzklappenzylinder 09 umfasst eine Antriebsspindel 38, zwei äußere Seitenteile 39 für eine unbewegliche Falzklappenreihe 41, zwei innere Seitenteile 42 für eine bewegliche Falzklappenreihe 43. Selbstverständlich kann der Falzklappenzylinder 09 mehrere Falzklappensysteme umfassen. Dabei sind jeweils die festen Falzklappenreiche 41 den äußeren Seitenteilen 39 und die beweglichen Falzklappenreihe 43 den inneren Seitenteilen 42 zugeordnet. Der besseren Übersichtlichkeit wegen ist hier nur jeweils ein Falzklappenreihe 41; 43 dargestellt.
  • Die inneren Seitenteile 42 sind mit einem Verbindungsrohr 44 starr miteinander verbunden. Die äußeren Seitenteile 39 sind mit einem Verbindungsrohr 46 starr miteinander verbunden. Die Seitenteile 39; 42 sind mittels nicht dargestellter Kupplungen so mit der Antriebswelle 38 verbunden, dass sie einerseits um die Antriebswelle 38 schwenkbar sind, andererseits aber drehfest mit der Antriebswelle 38 verbunden werden können. Zum Verstellen des Falzklappen-Arbeitsabstandes werden die äußeren Seitenteile 39 gegenüber den inneren Seitenteilen 42 verschwenkt, wodurch der Falzklappen-Arbeitsabstand wie folgt eingestellt werden kann:
    Die Antriebswelle 38 weist eine axiale Bohrung auf, die sich ca. über ein Drittel der Länge der Antriebswelle 38 erstreckt. In der axialen Bohrung ist eine wälzgelagerte Stellwelle 47 angeordnet. Eine Stellwelle 48 verläuft durch eine radiale Bohrung in der Antriebswelle 38, welche sich der axialen Bohrung anschließt. Die Stellwellen 47; 48 stehen mittels eines Kegelradgetriebes 49 in Drehkraftübertragung. Die Stellwelle 48 ist über ein Verstellgetriebe 51 mit dem Verbindungsrohr 46 der äußeren Seitenteile 39 verbunden. Eine Stellspindel 52 besitzt an ihren Enden gegenläufige Gewinde, welche mit den Verbindungsrohren 44 und 46 in formschlüssigem Eingriff stehen. Durch das Verstellgetriebe 51 wird die Stellspindel 52 in Rechts- oder Linksdrehung versetzt, und dadurch die Verbindungsrohre 44 und 46 in ihrem Abstand zueinander verändert. Dadurch werden nun die Seitenteile 42; 39 gegeneinander verdreht und so der Arbeitsabstand der Falzklappenreihen 41; 43 eingestellt.
  • Sowohl die Antriebsspindel 38, als auch die Stellwelle 47 werden von einem Verstellmotor 53 angetrieben, welcher über ein Differenzialgetriebe 54 und über Antriebsräder 56 mit den jeweiligen Wellen verbunden ist.
  • Während des Papiereinzuges in den Falzapparat 01 erhält der Verstellmotor 53 seine Stellbefehle vom Arbeitsvorbereitungsrechner, in welchem die Papierstärken der jeweiligen Produkte durch die Berechnung bekannt sind bzw. während des Einzuges ermittelt werden.
  • Wenn die automatische Falzklappenverstellung ausgeschaltet ist, kann eine manuelle Falzklappenverstellung in bekannter Weise erfolgen. Dies ist durch manuelle Verstellung der Stellspindel 52 und der Antriebsspindel 38 möglich.
  • 01
    Falzapparat
    02
    Falztrichter
    03
    Zugwalze
    04
    Hauptzugwalze
    05
    Trichterfalzwalze
    06
    Produkt, Druckprodukt
    07
    Schneidzylinder
    08
    Sammelzylinder
    09
    Falzklappenzylinder
    10
    11
    Falzklappenverstellung
    12
    Fächer
    13
    Auslageband
    14
    Antrieb (13)
    15
    16
    Punktursystem
    17
    Falzmessersystem
    18
    Laufrolle
    19
    Steuerkurve
    20
    21
    Falzklappe, feststehend
    22
    Falzklappe, gesteuert
    23
    Steuerkurve (22)
    24
    Laufrolle
    25
    26
    Pfeil, Drehrichtung
    27
    Lamellenleiste
    28
    Falzklappenwelle
    29
    Drehstabfeder
    30
    31
    Drehrichtung (08)
    32
    Drehrichtung (09)
    33
    Materialstrang, Papierstrang
    34
    Schneidmesser
    35
    36
    Produkt
    37
    Produkt, doppellagig
    38
    Antriebsspindel
    39
    Seitenteil, äußeres
    40
    41
    Falzklappenreihe
    42
    Seitenteil, inneres
    43
    Falzklappenreihe
    44
    Verbindungsrohr
    45
    46
    Verbindungsrohr
    47
    Stellwelle
    48
    Stellwelle
    49
    Kegelradgetriebe
    50
    51
    Verstellgetriebe
    52
    Stellspindel
    53
    Verstellmotor
    54
    Differentialgetriebe
    55
    56
    Antriebsrad
    36-2
    Produkt
    36-3
    Produkt
    36-4
    Produkt
    36-5
    Produkt
    37-2
    Produkt, doppellagig
    37-3
    Produkt, doppellagig
    37-4
    Produkt, doppellagig
    37-5
    Produkt, doppellagig

Claims (7)

  1. Verfahren zur Einstellung eines Falzklappen-Arbeitsabstandes in einem Falzapparat (01) in Abhängigkeit von einer Produktdicke einer Produktion, die folgenden Schritte umfassend: – Bestimmen einer Papierstärke x eines zu bedruckenden Materials; – Eingabe der Papierstärke x an einem Rollenwechsler und Übermittlung der Papierstärke x an einen Arbeitsvorbereitungsrechner; – Bestimmen einer Produktionsart und einer Bahnbreite b und Übermittlung der zugehörigen Daten an den Arbeitsvorbereitungsrechner; – Ermittlung einer Produktdicke aus der Papierstärke x und den die Produktionsart und die Bahnbreite b definierenden Daten im Arbeitsvorbereitungsrechner; – Übermittlung von Stellbefehlen vom Arbeitsvorbereitungsrechner an einen Verstellmotor zur Einstellung des Falzklappen-Arbeitsabstandes in Abhängigkeit von der ermittelten Produktdicke während des Papiereinzuges.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung der Produktdicke rechnerisch und/oder aufgrund gespeicherter Parameter erfolgt.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Produktdicke zusätzlich durch eine Messung einer Strangdicke eines dem Falzapparat (01) zugeführten Papierstranges ermittelt wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der sich aufgrund der vom Arbeitsvorbereitungsrechner gelieferten Steuerbefehle eingestellte Falzklappen-Arbeitsabstand nachgeführt wird, wenn die durch Messung der Strangdicke ermittelte Produktdicke von der berechneten Produktdicke um mehr als einen vorgegebenen Differenzwert abweicht.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Bestimmung und Eingabe der Papierstärke x am Rollenwechsler automatisch durch Erkennung eines am Material angebrachten Strichcodes erfolgt.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestimmung der Papierstärke durch Dickenmessung des Materials am Rollenwechsler erfolgt.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten zur Produktionsart Angaben zur gewünschten Falzart umfassen, insbesondere ob in einem Falzwerk Sammeln oder Nicht-Sammeln von bedruckten Bogen erfolgt.
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