DE19730681A1 - Vorrichtung zur Anstellung von Walzen an rotierende Oberflächen - Google Patents
Vorrichtung zur Anstellung von Walzen an rotierende OberflächenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur
Anstellung von Walzen an rotierende Oberflächen, wobei die
Walzen dem Transport von Farbe oder dem Auftragen eines
Farb/Feuchtmittelgemischs auf eine Druckform dienen können.
EP 0 653 302 A1 betrifft eine
Farbauftragwalzendrehzahlsteuerung für
Offsetrotationsdruckmaschinen. In einem Druckwerk einer
Offsetrotationsdruckmaschine mit mindestens einem von einem
Hauptantrieb angetriebenen, mindestens eine Druckform
tragenden Druckzylinder ist ein Schwenkhebel angelenkt, der
am einen Ende gegenüber den Druckmaschinengestell angelenkt
ist und dessen zweites Ende frei ist. Im Schwenkhebel ist
eine mit einer weich elastischen Oberfläche versehene
Farbauftragswalze angeordnet, die angetrieben ist. Ein
Verstellanschlag begrenzt den Schwenkbereich des
Schwenkhebels und eine Anpreßvorrichtung drückt das freie
Ende des Schwenkhebels in Richtung des Druckformzylinders.
Die die Auftragsstreifenbreite erzeugenden Anpreßkräfte sowie
die Geschwindigkeit der Farbauftragswalze und des
Druckformzylinders werden erfaßt und einem Rechner zum
Errechnen einer Geschwindigkeitskompensation für die
Farbauftragwalze und/oder eines Verstellweges für den den
Schwenkhebel zugeordneten Verstellanschlag übertragen. Die
errechnete Geschwindigkeitskompensation wird als Stellsignal
für die Farbauftragswalze an dem Hilfsantriebsmotor bzw. der
Verstellweg als Stellsignal dem Verstellabschlag übertragen.
Mit dieser Lösung ist mithin eine automatische Kompensation
der Umfangsgeschwindigkeit und der Andruckstreifenbreite
einer separat angetriebenen Farbauftragwalze bei Veränderung
ihres Durchmessers durch Erwärmung oder Verschleiß möglich.
EP 0 574 680 A1 betrifft eine Vorrichtung zur Aufnahme von
Walzen. In einem Druckwerk einer Rotationsdruckmaschine
werden Walzenzapfen von Walzen mit einer Vorschlagkraft
beaufschlagt. Die Walzenkontaktbreite wird durch ein
Andruckelement eingestellt, welches in einem
Einschraubelement bewegbar geführt ist. In senkrechter
Einbauposition eines Lagerkörpers ist eine Selbstaufrichtung
einer Walze durch einander gegenüberliegende Führungsnocken
gegeben; in geneigter Einbauposition der Vorrichtung kann das
Eingewicht der Walze durch einen der Führungsnocken
aufgenommen werden.
Zum Transport von Farbe vom Farbkasten zur Oberfläche der
Druckform in einer Offsetrotation ist es bereits bekannt, ei
ne Vielzahl von Walzen zu verwenden, die die Farbe durch
Farbspaltung von Oberfläche zu Oberfläche übertragen. Dabei
werden Walzen mit harter Oberfläche und Walzen mit weicherer,
nachgiebiger Oberfläche verwendet. Wegen Fertigungsungenauig
keiten und ungleichmäßigem Ausdehnungsverhalten bei Tempera
turerhöhung im Druckwerk der Rotation werden die Walzen mit
weicher Oberfläche in Bezug auf die Position von Walzen mit
unnachgiebiger Oberfläche und dem Druckformzylinder
eingestellt, beispielsweise gemäß der in EP 0 574 680 A1
gezeigten Vorrichtung zur Aufnahme von Walzen.
Die Verwendung kalibrierter Federn zur Erzeugung der
Vorspannkraft ist bereits bekannt, um die Kontaktzone der
Walze mit weicher Oberfläche und von Walzen mit harter
Oberfläche weitestgehend konstant zu halten, etwa bei
Temperaturänderungen im Druckwerk infolge von
Maschinenerwärmung in Betrieb. Allerdings ist diese. Lösung
bei der Anstellung von Farbauftragwalzen an Druckformzylinder
schwierig anzuwenden, da die Walzen bei Passage des
Druckformspannkanals des Druckformzylinders durch die
Vorspannkraft in den Druckformspannkanal hineingedrückt
würden. Dies würde zur Erzeugung von Vibrationen und
Schwankungen der Andrückkräfte führen, die abhängig von der
Drehzahl des Plattenzylinders das Druckwerk erschüttern. Dies
beeinträchtigt in gravierender Weise sowohl die Druckqualität
als auch die Lebensdauer insbesondere der Walzen mit
nachgiebiger Beschichtung.
Ausgehend vom zuvor beschriebenen Stand der Technik und dem
gezeigten technischen Problem liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, die Laufruhe von an eine rotierende,
unterbrochene Oberfläche angestellten Walzen zu erhöhen und
Stoßbelastungen weitestgehend zu eliminieren.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1
gelöst.
Die mit dieser Lösung erzielbaren Vorteile liegen in einer
Dämpfung der mindestens einen farbführenden Walze gegen
plötzliche auftretende Stoßbelastungen wie bei Passage des
Druckformspannkanales der rotierenden Umfangsfläche des
Druckformzylinders, während allmählich auftretende
Lageränderungen, beispielsweise nach längerem
Maschinenbetrieb auftretende thermische Ausgleichsbewegungen
der Bauteile, kompensiert werden. Die Anstellvorrichtung
gemäß der Erfindung vermag also langsam belaufenden
Lageänderungen der Bauteile bei Maschinenhochlauf zu folgen,
verhindert jedoch, daß die Oberfläche der farbführenden Walze
bei einer äußeren Anregung, also der Passage des
Druckformspannkanales zu Schwingungen angeregt wird und es zu
Schwingungsaufbau im Druckwerk mit allen nachteiligen Folgen
kommt.
Gemäß einer ersten Ausführungsform der Anstellvorrichtungen
nach der Erfindung umfassen die Anstellvorrichtungen einen
Federspeicher und ein Dämpfungssystem, welche gleichzeitig
auf den Lagerzapfen einer Auftragswalze einwirken.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform des der Erfindung
zugrunde liegenden Gedankens können die Anstellvorrichtungen
einen Stellzylinder umfassen, der auf den Lagerzapfen besagte
Auftragswalze einwirkt, der mit einem Druckkreis und einem
Gegendruckkreis eines hybriden Drucksystems verbunden ist.
Der Druckkreis und der Gegendruckkreis sind in Drucksystemen
mit je einem Pneumatik- und einem Hydraulikteil aufgenommen.
Zwischen Hydraulik- und Pneumatikteil kann eine Druckkammer
aufgenommen sein, welche über ein separates pneumatisches
Schaltventil entlüftbar ist.
Der Pneumatikteil kann über eine erstes pneumatisches
Schaltventil direkt mit einem Druckluftvorrat verbunden
werden; es ist jedoch zur Regelung der Anstellkräfte während
des Betriebes auch möglich, den Pneumatikteil mit dem
Druckluftvorrat über eine Regelstrecke zu beaufschlagen. Der
Gegendruckkreis kann ebenfalls mit einem Druckluftvorrat
verbunden werden, was insbesondere die schnelle Abstellung
der mindestens einen farbführenden Walze vom
Druckformzylinder begünstigt. In dem Gegendruckkreis kann ein
zusätzliches Modul aufgenommen sein, welches zwei
hintereinander geschaltete pneumatische Ventile und einen
Druckluftvorrat aufnimmt, wobei dieser Druckluftvorrat
einerseits direkt mit dem oberen pneumatischen Ventil und
andererseits über einen Druckregler mit dem oberen
pneumatischen Ventil verbunden ist. Mittels dieses Moduls
lassen sich die Ausfahr- und Rückstellzeiten der
druckbeaufschlagten Anstellelements erheblich reduzieren.
Die beiden pneumatischen Schaltventile, die sowohl im
Druckkreis wie auch im Gegendruckkreis vorgesehen sind,
erlauben während des Betriebes der Maschine in jedem Kreis
einen Druckregler zwischen dem Druckübertragungssystem und dem
Stellzylinder vorzusehen, derart, daß jegliche schnelle
Bewegung der Kolbenstange des Stellzylinders gebremst und
jede langsam verlaufende Bewegung jedoch zugelassen ist.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann anstelle ein
Gegendruckkreises auf die Kolbenstange des Stellzylinders
einwirkender Anschlag vorgesehen sein.
Das druckbeaufschlagte Anstellelement kann auch derart
beschaffen sein, daß ein Pneumatikzylinder und ein
Hydraulikzylinder mittels eines Koppelgliedes miteinander
verbunden sind; der Hydraulikzylinder, der als
Dämpfungselement für mindestens eine farbführende Walze dient
und deren abrupte Lageänderung vermeidet, ist durch ein
Mehrwegeventil kurzschließbar. Ist der Hydraulikzylinder
durch das ihm zugeordnete pneumatische Mehrwegeventil
kurzgeschlossen, so kann eine An-/Abstellung der mindestens
einen farbführenden Walze durch die Beaufschlagung des
Pneumatikzylinders erfolgen. Die Regelung der Anstellkraft
erfolgt über den Pneumatikzylinder, während die dämpfende
Wirkung vornehmlich vom Hydraulikzylinder ausgeht, wenn
dieser nicht kurzgeschlossen ist.
Es ist möglich, mit einem derartigen druckbeaufschlagten
Anstellelement Auftragswalzen an Walzen mit harter Oberfläche
anzustellen.
Anhand der Zeichnung sei die Erfindung nachstehend
detaillierter erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 eine oberhalb einer Walze mit harter Oberfläche
angeordnete Farbauftragswalze, die über ein
druckbeaufschlagtes Element und ein Gestänge an eine
rotierende Oberfläche gemäß der Erfindung anstellbar
ist,
Fig. 2 eine Variante der Erfindung gemäß Fig. 1,
Fig. 3 ein pneumatisch/hydraulisch wirkendes System für
Beaufschlagung eines Stellzylinders mit einem Druck
und einem definierten Gegendruck,
Fig. 4 eine Variante des pneumatisch/hydraulisch wirkenden
Systems gemäß Fig. 3,
Fig. 5 ein hydraulisch/pneumatisches System mit einem im
Stellzylinder aufgenommenen Rückstellelement,
Fig. 6 eine parallel gekoppelte hydraulisch/pneumatische
Anstelleinheit mit Mehrwegeventilen und
Fig. 7 zeigt ein hydraulisch/pneumatisch wirkendes System,
welches in Serie geschaltete Komponenten umfaßt.
Fig. 1 zeigt eine oberhalb einer Walze 4.2 mit harter,
unnachgiebiger Oberfläche angeordnete Farbauftragwalze 4.1,
die über ein druckbeaufschlagtes Anstellelement und ein
Übertragungsgestänge gemäß der Erfindung an eine rotierende
Oberfläche anstellbar ist.
Ein Druckformzylinder 1 ist an seinem Umfang mit einem
Druckformspannkanal 2 versehen, der eine umlaufende
Diskontinuität oder Unstetigkeit in der rotierenden
Oberfläche 3 des Druckformzylinders 1 darstellt. Im
Druckformspannkanal 2 sind die Enden einer Druckform
aufgenommen, die am Umfang des Druckformzylinders 1 befestigt
wird. Der Umfangsfläche 3 ist mindestens eine
Farbauftragwalze 4.1 zugeordnet, die Farbe oder ein
Farb/Feuchtmittelgemisch an die Oberfläche der Druckform am
Druckformzylinder 1 überträgt.
Die mindestens eine farbführende Walze 4.1 mit nachgiebiger
Oberfläche arbeitet mit einer weiteren Walze 4.2 zusammen,
die ihrerseits mit einer harten, unnachgiebigen Oberfläche
versehen sein kann. Mittels eines zwischen zwei Anschlägen 10
aufgenommenen ersten Vorspannelementes 6 wird die Anstellung
zwischen den Oberflächen der Walzen 4.1 und 4.2 erzeugt. Die
Halterung des ersten Vorspannelementes 6 vermag um die
Walze 4.2 zu schwenken, ferner wirkt auf einen Achszapfen 5
der farbführenden Walze 4.1 ein in horizontaler Richtung
wirkendes Feder/Dämpfersystem 7, 8 ein. Mit dieser Anordnung
kann die Anpressung der farbführenden Walze 4.1 an die
Umfangsfläche 3 aufrechterhalten werden. Das
Dämpfungssystem 8 verhindert dabei, daß das durch das zweite
Vorspannelement 7 die farbübertragenden Walze 4.1 in den
Spannkanal 2 des Druckformzylinders 1 gedrückt wird und so
Vibrationen und Stöße bei der Rotation des Zylinders und der
Walze im Druckwerk entstehen.
Mittels eines Stellzylinders 9' wird hier über einen
Anlenkpunkt 11 ein Übertragungsgestänge 12 derart um die
Achse der weiteren Walze 4.2 geschwenkt, daß über einen
Anlenkpunkt 13 des Gestänges 12 die farbführende Walze 4.1
von der Umfangsfläche 3 des Druckformzylinders 1 abgestellt
werden kann.
Fig. 2 zeigt eine Variante, nach welcher anstelle des
Feder/Dämpfersystems 7, 8 gemäß Fig. 1 in ein
druckbeaufschlagtes Element 9 vorgesehen ist. In dieser
Konfiguration ist der Umfangsfläche 3 des
Druckformzylinders 1 mit Druckformspannkanal 2 mindestens
eine farbführende Walze 4.1 mit nachgiebiger Oberfläche
zugeordnet. Über das bereits beschriebene erste
Vorspannelement 6 zwischen den Anschlägen 10 wird die
Vorspannung zwischen den Walzen 4.1 und 4.2 erzeugt und
aufrechterhalten. Auf den Walzenzapfen 5 der farbführenden
Walze 4.1 wirkt das druckbeaufschlagte Anstellelement 9 ein,
welches am Anlenkpunkt 11 mit dem Walzenzapfen 5 der
farbführenden Walze 4.1 in Verbindung steht.
Zur Beaufschlagung des druckbeaufschlagten Anstellelementes
gemäß Fig. 2 mit einem Druckmedium stehen die in den Fig. 3,
4 und 5 dargestellten Drucksystemvarianten zur Verfügung.
Die Fig. 3, 4 und 5 zeigen Varianten zur Beaufschlagung des
Stellzylinders nach Fig. 2.
Gemäß der Ausführungsformen in den Fig. 3 und 4 ist der
Stellzylinder 9 mit einem Druckkreis 24 und einem
Gegendruckkreis 25 verbunden. Jeder dieser Kreise 24, 25
umfaßt einen Pneumatik- und einen Hydraulikteil.
Das Beaufschlagungssystem läßt sich im wesentlichen in einen
Pneumatikteil 14 und einen Hydraulikteil 15 unterteilen. Der
Pneumatikteil 14 ist über Anschlüsse an einen
Druckluftvorrat 16 angeschlossen, beispielsweise das
Pneumatiksystem der Rotationsdruckmaschine. Der
Hydraulikteil 15 ist mit einem inkompressiblen Druckmedium
gefüllt.
Der Pneumatikteil 14, der an den Druckluftvorrat 16
angeschlossen werden kann, umfaßt einen Druckregler 17 sowie
ein Manometer 18, die an ein erstes pneumatisches
Schaltventil 19 angeschlossen sind. Ferner ist eine direkte
Druckluftleitung an das erste pneumatische Schaltventil 19
geführt. Das erste pneumatische Schaltventil 19 ist in die
Stellung 0 - hier mit 19.1 bezeichnet - und die Stellung 1 -
hier mit 19.2 bezeichnet - schaltbar. Hinter dem ersten
pneumatischen Schaltventil 19 ist ein zweites pneumatisches
Schaltventil 20 vorgesehen, das ebenfalls in zwei Stellungen
schaltbar ist, nämlich Stellung 0 - hier 22.1 - und
Stellung 1 - hier 22.2. An das zweite Schaltventil 20
schließt sich eine Druckkammer 21 an, die den Übergang vom
Pneumatikteil 14 zum Hydraulikteil 15 darstellt. Diese
Druckkammer 21, auch Luft/Ölaustauscher genannt, ist mit
Druckluft beaufschlagt und überträgt den Druck in der
Druckkammer 21 an ein Hydraulikfluid, welches durch ein
drittes Schaltventil 22 über eine Druckleitung 24 mit dem
Stellzylinder 9 verbunden ist. Das dritte hydraulische
Schaltventil 22 ist analog zu den bereits erwähnten
Schaltventilen 19 und 20 ebenfalls in zwei Schaltstellungen
Stellung 0 - 22.1 - sowie Stellung 1 - hier 22.2 - schaltbar.
In der Druckkreis 24 ist darüber hinaus eine
Drosseleinrichtung 23 vorgesehen.
Dem druckbeaufschlagten Stellzylinder 9 ist darüber hinaus
eine Gegendruckkreis 25 zugeordnet, deren Hydraulikteil 15
dem Hydraulikteil 15 der oben skizzierten Druckleitung 24
entspricht. Die Druckkammer 21 in der Gegendruckleitung 25
ist jedoch gemäß Fig. 3 direkt über einen Druckregler 17
(bestehend aus Druckgeber und Manometer 18) beaufschlagbar,
ohne die Zwischenschaltung von Schaltventilen 19 und 20 im
Pneumatikteil 14.
Wie in den Fig. 3 und 4 gezeigt ist es auch möglich im
Hydraulikteil 15 des Gegendruckkreises 25 ein hydraulisches
Mehrwegeventil 26 vorzusehen, welches durch zwischen den
Positionen 0-26.1 und 0-26.2 geschaltet und mit einer
Drossel 27 in Verbindung steht.
Die Funktionsweise der in Fig. 3 dargestellten
Beaufschlagungsvariante ist wie folgt:
Zur Anstellung der farbführenden Walze 4.1 an die
Umfangsfläche 3 des Druckformzylinders 1 werden die
pneumatischen Schaltventile 19 und 20 und die hydraulischen
Schaltventile 22, 26 in die Schaltstellungen 19.1, 20.1, 22.1
und 26.1 geschaltet, der volle Druck im Druckluftvorrat 16
ist nun wirksam und bewirkt über die Beaufschlagung der
Druckkammer 21 und der Druckleitung 24 ein Ausfahren der
Kolbenstange 28 aus dem druckbeaufschlagten Stellzylinder 9,
so daß die farbführende Walze 4.1 an die Umfangsfläche 3
anstellt wird. Der im Gegendruckkreis 25 wirksame Druck ist
geringer als der in dem Druckkreis 24 wirkende Druck, da der
Pneumatikteil 14 des Gegendruckkreises 25 mit einem
geringeren Druck beaufschlagt ist als der in dem
Druckkreis 24 wirksame volle, ungeregelte Druck des
Druckluftvorrates 16.
Um eine korrekte Anstellung der farbführenden Walze 4.1 an
die Umfangsfläche 3 des Druckformzylinders 1 zu
gewährleisten, wird das erste Schaltventil 19 in die
Stellung 1 - hier 19.2 bezeichnet - geschaltet, so daß es
nunmehr mit einem niedrigeren Druck - geregelt am
Druckregler 17 - beaufschlagt ist; dem entsprechend wird der
Druck in der Druckkammer 21 - oder dem
Druckübertragungssystem - herabgesetzt, so daß auch der auf
die Kolbenstange 28 wirkende Druck insgesamt geringer wird.
Während des Betriebes der Maschine werden die pneumatisch
bzw. hydraulischen Schaltventile 19, 22 und 26 jeweils in
ihre Schaltstellungen 19.2, 22.2 sowie 26.2, was ihrer
jeweiligen Stellung 1 entspricht, geschaltet. Damit sind
sowohl die vordere Kammer 9.1, die mit dem Druckkreis 24 in
Verbindung steht, wie auch die hintere Kammer 9.2, die mit
dem Gegendruckkreis 25 verbunden ist, mit dem Hydraulikfluid
beaufschlagt. Dank der Drosseln 23, 27, die zwischen den
hydraulischen Mehrwegeventilen 22 und 26 geschaltet sind, ist
eine abrupte Bewegung der Kolbenstange 28 nicht möglich. Das
inkompressible Hydraulikfluid bewirkt einerseits keine
Ausfahrbewegung der Kolbenstange 28 durch die Drossel 27 und
keine Einfahrbewegung derselben dank der Drossel 23.
Lediglich allmählich ablaufende Ausgleichsbewegungen der
Kolbenstange 28 werden ermöglicht. Die Anpressung an die
Umfangsfläche 3 ist konstant, ein Stoß im Druckwerk der
Rotation ist nicht möglich, da die Bewegung der
Kolbenstange 28 gegen abrupte Lageänderungen gehemmt ist.
Fig. 4 bezieht sich auf eine Variante des
Druckversorgungssystems gemäß Fig. 3, welches den
zusätzlichen Vorteil hat, daß die Ein- und Ausfahrzeiten der
Kolbenstange 28 des Stellzylinders 9 extrem kurz sind.
Zu diesem Zweck ist oberhalb der Druckübertragungskammer 21
im Gegendruckkreis 25 ein Modul 30 vorgesehen, welches etwa
dem Pneumatikteil 14 des Gegendruckkreises 24 entspricht, der
mit der Kammer 9.1 des Stellzylinders 9 verbunden ist. Das
Modul 30 umfaßt einen Druckregler 17 sowie einen
Manometer 18, welche in einem Druckkreis vorgesehen sind, der
von einer Druckluftquelle 16 aus versorgt wird und welcher
mit einem oberen pneumatischen Mehrwegeventil 38 verbunden
ist; ferner einen Druckkreis, der direkt in das obere
Mehrwegeventil 38 mündet. Außerdem umfaßt das Modul 30 ein
unteres pneumatisches Mehrwegeventil 39, welches einer
Druckbeaufschlagung der Druckübertragungskammer 21 gestattet.
Da der Druckkreis 24 die Kammer 9.1 des Stellzylinders 9 mit
Druck beaufschlagt, während das erste pneumatische
Mehrwegeventil 19 in Position 19.1 steht und das zweite
pneumatische Mehrwegeventil 20 in Position 20 in
Position 20.1 verbleibt und das hydraulische
Mehrwegeventil 22 in Position 22.1 bleibt, wird die
Druckübertragungskammer 21 im Gegendruckkreis 25 dadurch
entlüftet, daß das zweite pneumatische Mehrwegeventil 39 in
Position 39.3 gestellt wird. Dadurch bricht der Druck in der
Kammer 9.2 des Stellzylinders 9 zusammen und die
Kolbenstange 28 kann in extrem kurzer Zeit die
Auftragswalze 4.1 an den Druckformzylinder 1 anstellen.
Im umgekehrten Falle, zum Abstellen der Auftragswalze 4.1
mittels des Stellzylinders 9 muß die
Druckübertragungskammer 21 entlüftet werden, die im
Druckkreis 24 vorgesehen ist. Das zweite pneumatische
Wegeventil 20 wird in Position 20.2 gestellt. Die Kammer 9.1
des Stellzylinders 9 steht nun nicht mehr unter Druck. Das
obere pneumatische Mehrwegeventil 38 überträgt in
Position 38.1 geschaltet - im Gegendruckkreis 25 den
maximalen Druck und bewegt die Kolbenstange 28 in extrem
kurzer Zeit zurück. Die Auftragswalze 4.1 wird somit in
extrem kurzer Zeit von der Umfangsfläche 3 des
Druckformzylinders 1 zurückgestellt.
Während des Maschinenlaufes befinden sich die
Mehrwegeventile 19, 22, 26 und 28 in ihren jeweiligen
Positionen 19.2, 22.2, 26.2 und 28.2, die ihren jeweiligen
individuellen Positionen 1 entsprechen. Die Funktionsweise
ist der in Fig. 3 bereits beschriebenen ähnlich, wobei der
Gegendruckkreis 25 mit einem geregelten Druck beaufschlagt
ist - dank eines Druckreglers 17.
In Fig. 5 ist schließlich eine Variante einer
Druckbeaufschlagung dargestellt, die anstelle eines
Gegendruckkreises 25 ein Rückstellelement 31 vorsieht,
welches auf die Kolbenstange 28 einwirkt. Der Druckkreis 24
entspricht dem Druckkreis 24 wie bereits in der Fig. 3
und 4 erläutert und ist in Pneumatikteil 14 und
Hydraulikteil 15 unterteilt. Das Rückstellelement 31, welches
den Verzicht auf den Gegendruckkreis 25 erlaubt, ist derart
kalibriert, daß abrupt auftretende Stöße, wie zum Beispiel
die Passage des Druckformspannkanales 2 an der farbführenden
Walze 4.1 verhindert werden und kein Schwingungsaufbau im
Druckwerk entsteht.
Fig. 6 zeigt eine gekoppelte pneumatisch/hydraulische
Stelleinheit, die parallel geschaltet ist.
Das System läßt sich in einen Pneumatikzylinder 33 und einen
Hydraulikzylinder 34 unterteilen. Die Kolbenstangen 28 beider
Zylinder sind über ein Koppelglied 35 miteinander verbunden.
Der Pneumatikzylinder 33 dient dem An-/Abstellen der
farbführenden Walze 4.1 mittels eines oberen
Mehrwegeventils 32, während mit dem Hydraulikzylinder 34 die
Dämpfung der farbführenden Walze 4.1 ermöglicht wird.
Bei An-/Abstellung der farbführenden Walze 4.1 wird der
Hydraulikzylinder 34 mittels des hydraulischen
Mehrwegeventiles 36 kurzgeschlossen, so daß das
Hydraulikfluid frei in den Leitungen 24, 25 zirkulieren kann
(Schaltstellung 36.2). Dies gilt für An- und Abstellung der
farbführenden Walze 4.1 von der Umfangsfläche 3 des
Druckformzylinders 1. Während des Betriebes hingegen befindet
sich das untere hydraulische Mehrwegeventil 36 in
Schaltstellung 36.1, so daß die Zirkulation des
Hydraulikfluides im Hydraulikzylinder 34 durch die Drosseln
in den Leitungen 24,25 unterbunden ist, wodurch die
Dämpfungswirkung entsteht. Die Regelung der Andrückkraft
erfolgt dann allein über die Beaufschlagung des
Pneumatikzylinders 33 über das obere Mehrwegeventil 32. Das
obere Mehrwegeventil 32 kann sowohl direkt mit dem
Druckluftvorrat verbunden sein als auch mit einer geregelten
Druckluftquelle verbunden werden.
Zur schnellen Abstellung von farbführenden Walzen 4.1 von der
Umfangsfläche 3 des Druckformzylinders 1, um beispielsweise
auf einen Bahnriß schnellstmöglich zu reagieren, kann ein se
parater Pneumatikzylinder vorgesehen werden, der ausschließ
lich die Funktion An-/Abstellung übernimmt und vom
Hydrauliksystem völlig getrennt ist.
Fig. 7 zeigt schließlich eine andere Variante der Erfindung
mit einem Doppelzylinder.
Diese enthält einen separaten Pneumatikzylinder 37.1, der
ausschließlich das An- oder Abstellen übernimmt, sowie einen
Hydraulikzylinder 37.2, welcher die Auftragswalze 4.1 extrem
schnell von der Umfangsfläche eines Druckformzylinders 1
abstellt, um beispielsweise auf einen plötzlichen Bahnriß zu
reagieren. Der Hydraulikzylinder 37.2 kann beispielsweise
über ein System gemäß der Fig. 3, 4 und 5 mit Druck
beaufschlagt werden.
Es noch erwähnt, daß mit dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1
einem kombinierten Feder/Dämpfungssystem, Reibwalzen und
Walzen mit unnachgiebigen Oberflächen im Farbwerk aufeinander
eingestellt werden können sowie deren jeweilige Positionen.
So ließen sich Rundlaufungenauigkeiten ausgleichen, die bei
hohen Druckgeschwindigkeiten zu Schwingungen führen können.
Das Dämpfungselement 8 könnte diese unterdrücken.
1
Druckformzylinder
2
Druckformspannkanal
3
Umfangsfläche
4.1
farbführende Walze nachgiebiger Oberfläche
4.2
Walze mit harter Oberfläche
5
Walzenzapfen
6
erstes Vorspannelement
7
zweites Vorspannelement
8
Dämpfungseinheit
9
Anstellelement
10
Anschlag
11
Anlenkpunkt
12
Übertragungsglied
13
Anlenkpunkt
14
Pneumatikteil
15
Hydraulikteil
16
Druckluftvorrat
17
Druckregler
18
Manometer
19
erstes Schaltventil
19.1
Stellung 0
19.2
Stellung
1
20
zweites Schaltventil
20.1
Stellung 0
20.2
Stellung
1
21
Druckkammer
22
drittes Schaltventil
22.1
Stellung 0
22.2
Stellung
1
23
Drossel
24
Druckleitung
25
Gegendruckleitung
26
viertes Schaltventil
26.1
Stellung 0
26.2
Stellung
1
27
Drossel
28
Kolbenstange
29
Druckluftvorrat
30
Modul
31
Druckfeder
32
Mehrwegeventil
32.1
Stellung 0
32.2
Stellung
1
33
Pneumatikzylinder
34
Hydraulikzylinder
35
Koppelglied
36
Mehrwegeventil
36.1
Stellung 0
36.2
Stellung
1
37
Koppelzylinder
37.1
Pneumatikzylinder
37.2
Hydraulikzylinder
38
Mehrwegeventil
38.1
Stellposition
38.2
Stellposition
39
Mehrwegeventil
39.1
Stellposition
39.2
Stellposition
Claims (19)
1. Vorrichtung zur Anstellung von Walzen an rotierende
Oberflächen, wobei einem Zylinder (1) mindestens eine
farbführende Walze (4.1) zugeordnet ist, die mit einer
Vorspannkraft beaufschlagt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß Anstellelemente vorgesehen sind, die auf eine
Auftragswalze (4.1) eine Anstellkraft in Richtung auf
ein Druckformzylinder (1) ausüben und gleichzeitig eine
Bewegung der Auftragswalze (4.1) entgegen der
Anstellkraft an den Druckformzylinder (1) dämpfen, um
einen kontinuierlichen Kontakt zwischen der
Auftragswalze (4.1) und dem Druckzylinder (1) zu
gewährleisten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anstellelemente eine Feder (7) sowie ein
Dämpfungssystem (8) umfassen, die gleichzeitig auf einen
Zapfen (5) der Auftragswalze (4.1) einwirken.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anstellelemente einen Stellzylinder (9)
umfassen, der auf einen Zapfen (5) der
Auftragswalze (4.1) wirkt und der Stellzylinder mit
einem Druckkreis (24) und einem Gegendruckkreis (25)
verbunden ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anstellelemente einen Stellzylinder (9)
umfassen, der auf einen Lagerzapfen (5) der
Auftragswalze (4.1) einwirkt, wobei der
Stellzylinder (9) mit einem Druckkreis (24) verbunden
ist und ein auf die Kolbenstange (28) des
Stellzylinders (9) wirkender Anschlag (16) vorgesehen
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Druckkreis (24) und der Gegendruckkreis (25)
jeweils ein Pneumatikventil (14) und einen
Hydraulikteil (15) umfassen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Druckübertragungskammer (21) zwischen dem
Pneumatikteil (14) und dem Hydraulikteil (15) vom
Druckkreis (24) und Gegendruckkreis (25) vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein pneumatisches Mehrwegeventil (20) zur Entlüftung
der Druckübertragungskammer (21) im Druckkreis (24)
angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Pneumatikteil (14) mit einem
Druckluftvorrat (16) in Verbindung steht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Druckluftvorrat (16) direkt mit einem
pneumatischen Mehrwegeventil (19) und einer
Regelstrecke (17, 18) verbunden ist.
10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Gegendruckkreis (25) über eine
Regelstrecke (17, 18) mit dem Druckluftvorrat (16) in
Verbindung steht.
11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Modul (30) im Gegendruckkreis (25) vorgesehen
ist, zwei aufeinanderfolgende pneumatische
Mehrwegeventile (38, 39) und ein Druckluftvorrat (16)
umfassend, welcher einerseits direkt mit dem oberen
pneumatischen Wegeventil (38) und andererseits über eine
Druckregelstrecke (17, 18) mit diesem verbunden ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß das untere pneumatische Schaltventil (39) des
Moduls (30) die Druckkammer (21) des
Gegendruckkreises (25) entlüftet, so daß über den
Druckkreis (24) ein schneller Druckaufbau in dem
Anstellelement (9) bewirkt wird.
13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 10 und 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß über das obere pneumatische Schaltventil (38) des
Moduls (30) der Gegendruckkreis (25) mit dem vollen
Druck des Druckluftvorrates (16) verbindbar ist und bei
Entlüftung der Druckkammer (21) in dem Druckkreis (24)
ein schnelles Einfahren der Kolbenstange (28) erzielbar
ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das druckbeaufschlagte Anstellelement 9 einen
Pneumatikzylinder (33) und einen Hydraulikzylinder (34)
umfaßt, die durch ein Koppelglied (35) miteinander
verbunden sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hydraulikzylinder (34) durch ein hydraulisches
Mehrwegeventil (36) kurzschließbar ist.
16. Vorrichtung gemäß Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Kurzschluß des Hydraulikzylinders (34) die
An/Abstellung der farbführenden Walze (4.1) durch die
Beaufschlagung des Pneumatikzylinders (33) erfolgt.
17. Vorrichtung gemäß Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Regelung der Anstellkraft der farbführenden
Walze (4.1) durch den Pneumatikzylinder (33) erfolgt,
während die Dämpfung abrupter Stoßbelastungen durch den
Hydraulikzylinder (34) gewährleistet ist.
18. Vorrichtung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anstellelemente (9) einen pneumatischen
Zylinder (37.1) mit einem dazu in Serie geschalteten
hydraulischen Zylinder (37.2) umfassen.
19. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1
bis 18, um eine Anstellung von Auftragswalzen an
Rotationskörpern mit harten Oberflächen zu erzielen.
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