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DE102008055144A1 - Piezoaktor, Kraftstoff-Injetor mit Piezoaktor sowie Verfahren zum Herstellen eines Piezoaktors - Google Patents

Piezoaktor, Kraftstoff-Injetor mit Piezoaktor sowie Verfahren zum Herstellen eines Piezoaktors Download PDF

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DE102008055144A1
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electrode
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piezoelectric actuator
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Martin Rittner
Michael Guenther
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Robert Bosch GmbH
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Robert Bosch GmbH
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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Piezoaktor (7), umfassend mindestens einen Piezokörper (11) und mindestens eine fest mit dem Piezokörper (11) verbundene erste Elektrode (12a), die wiederum mit einer Sammelelektrode (9, 9a, 9b) verbunden ist. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Sammelelektrode (9, 9a, 9b) als offen poröses Sinterformteil (8) ausgebildet ist. Ferner betrifft die Erfindung einen Kraftstoff-Injektor (1) sowie ein Verfahren zum Herstellen eines Piezoaktors (7).

Description

  • Stand der Technik
  • Die Erfindung betrifft einen Piezoaktor gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, einen Kraftstoff-Injektor mit einem Piezoaktor gemäß Anspruch 8 sowie ein Verfahren zum Herstellen eines Piezoaktors gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 9.
  • Bekannte Piezoaktoren für den Einsatz in Kraftstoff-Injektoren zur direkten oder indirekten Ansteuerung eines ein- oder mehrteiligen Einspritzventilelementes (Düsennadel) bestehen aus alternierend angeordneten Piezokörpern und Elektroden. Die Elektroden sind dabei alternierend auf zwei Sammelelektroden verteilt und fest mit diesen verbunden. Um die notwendige Flexibilität bei einer Längenänderung des Piezoaktors zu ermöglichen, sind die Sammelelektroden dabei als Invar-Siebelektroden ausgebildet, die mit den Elektroden mittels bleifreiem SnAg-Cu-Lot verlötet sind. Um den Lötvorgang ausführen zu können, müssen die Invar-Siebelektroden zuvor durch eine galvanische Oberflächenabscheidung von SnCu 0,7 benetzbar gemacht werden. Das Invar als Grundwerkstoff und auch die abscheidbare Galvanik sind wesentliche Kostentreiber für den Aufbau eines Einspritzsystems mittels Piezoaktoren.
  • Offenbarung der Erfindung
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen alternativen, kostengünstig herstellbaren, als Verbundbauteil ausgebildeten, vorzugsweise für einen Kraftstoff-Injektor geeigneten, Piezoaktor vorzuschlagen. Bevorzugt soll dessen Funktionalität, Prozessfähigkeit und Zuverlässigkeit mindestens dem Niveau von bisher bekannten, zuvor beschriebenen Piezoaktoren entsprechen. Insbesondere soll der Piezoaktor zuverlässig bei Temperaturwechselbeanspruchung sein. Ferner besteht die Aufgabe darin, einen Kraftstoff-Injektor mit einem wie zuvor beschrieben ausgebildeten Piezoaktor sowie ein Verfahren zum Herstellen eines Piezoaktors anzugeben.
  • Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Piezoaktors mit den Merkmalen des Anspruchs 1, hinsichtlich des Kraftstoff-Injektors mit den Merkmalen des Anspruchs 8 und hinsichtlich des Herstellungsverfahrens mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. In den Rahmen der Erfindung fallen sämtliche Kombinationen aus zumindest zwei von in der Beschreibung, den Ansprüchen und/oder den Figuren offenbarten Merkmalen. Zur Vermeidung von Wiederholungen sollen vorrichtungsgemäß offenbarte Merkmale als verfahrensgemäß offenbart gelten und beanspruchbar sein. Ebenso sollen verfahrensgemäß offenbarte Merkmale als vorrichtungsgemäß offenbart gelten und beanspruchbar sein.
  • Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die im Stand der Technik als Sammelelektrode zum Einsatz kommende Invar-Elektrode durch ein offen poröses Sinterformteil zu ersetzen. Anders ausgedrückt ist mindestens eine fest mit einem Piezokörper (Piezokeramikkörper, Piezokristallkörper) verbundene, beispielsweise aus AgPd-Standardelektrode ausgebildete, Elektrode nicht wie im Stand der Technik elektrisch leitend mit einer Invar-Sammelelektrode verbunden, sondern mit einer als Sammelelektrode dienenden, sich vorzugsweise in Längserstreckung des Piezoaktors erstreckende, Sinterformteilelektrode. Ein derartiges Sinterformteil besitzt den Vorteil bereits integrierter und im nachfolgenden Fügeprozess mit der mindestens einen Elektrode, vorzugsweise mit einer Vielzahl von Elektroden (Fügepartnern), stabiler Gaskanäle für die Be- und Entlüftung der sich beispielsweise durch Sintern, Löten, Schweißen oder Kleben auszubildenden Fügestelle. Ein weiterer Vorteil besteht insbesondere in einer erhöhten Temperaturwechselbeständigkeit.
  • Ferner ist von Vorteil, dass aufgrund der Ausbildung der mindestens einen Sammelelektrode als poröses Sinterformteil eine ausreichende Flexibilität gegeben ist, damit sich das Sinterformteil bzw. die Sammelelektrode an eine Längung oder Kontraktionen des Piezoaktors, vorzugsweise des Piezoaktorstapels, anpassen kann, ohne dass es zu einer Beschädigung der Verbindung zwischen der mindestens einen Elektrode und der mindestens einen Sammelelektrode kommt.
  • Ganz besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform des Piezoaktors, bei der das mindestens eine Sinterformteil aus Silbermetall, insbesondere aus Silbermetall-Flakes, hergestellt ist und/oder Silbermetall, insbesondere Silbermetall-Flakes, umfasst. Aus Silbermetall hergestellte oder Silbermetall umfassende Sinterformteile sind im Hinblick auf ihre hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit von Vorteil. Darüber hinaus eignet sich Silber zum Realisieren einer durchgehend offenen, Gaskanäle bildenden Porösität.
  • Im Hinblick auf das Fügen der mindestens einen, mindestens einen Piezokörper kontaktierenden, Elektrode mit dem Sinterformteil gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wobei es im Rahmen der Erfindung liegt, sämtliche, insbesondere beide, Sammelelektroden mit den zugehörigen Elektroden mit der identischen Methode oder mit unterschiedlichen Methoden zu fügen. Gemäß einer ersten Alternative wird das als Sammelelektrode dienende Sinterformteil mit der mindestens einen Elektrode versintert, entweder unmittelbar, d. h. ohne zusätzliche Sinterpaste, wobei hierzu ausreichend Druck und Temperatur aufgewendet werden müssen, damit das Sinterformteil zu dem Piezokörper eine Bindung eingeht, d. h. sinterfähig wird. Bei einer alternativen Ausführungsform wird zum Fügen der mindestens einen Elektrode mit dem Sinterformteil Sinterpaste eingesetzt. Die offene Porosität des Sinterformteils dient dabei zur Entgasung der Fügestelle während des Fügeprozesses und zum Zuführen von Sauerstoff zu der Fügestelle.
  • Alternativ ist es möglich, die mindestens eine Elektrode mit dem offen porösen Sinterformteil zu verlöten, vorzugsweise durch den Einsatz von Lotwerkstoff, wie Lotpaste, Lotpulver oder einem Lotformkörper. Der Lotwerkstoff geht dabei durch Temperatureinwirkung in eine flüssige Phase über und verbindet das Sinterformteil mit der mindestens einen Elektrode. Ganz besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Lotwerkstoff um bleifreie Lotpaste, wobei es jedoch auch denkbar ist, bleihaltige Lotpasten, insbesondere Standardlotpasten, einzusetzen. Aufgrund seiner porösen Struktur eignet sich das als Sammelelektrode zum Einsatz kommende Sinterformteil hervorragend zum Eingehen einer robusten Lötverbindung. Dies ist vor allen Dingen auf die gute Benetzbarkeit des Sinterformteils mit allen gängigen Lotwerkstoffen zurückzuführen, insbesondere wenn das Sinterformteil, zumindest teilweise, aus Silbermetall, insbesondere Silbermetall-Flakes, hergestellt ist. Die „puffernde” Wirkung des Sinterformteils mildert die auf den reinen Lotwerkstoff zerstörend wirkenden thermo-mechanischen Spannungen, insbesondere während des späteren Einsatzes des Piezoaktors, vorzugsweise in einem Kraftstoff-Injektor. Die beim Lötprozess entstehenden Gase können optimal durch die von der Porosität des Sinterformteils gebildeten Gaskanäle abgeleitet werden.
  • Eine weitere Möglichkeit zur Verbindung der mindestens einen Elektrode mit dem mindestens einen als Sammelelektrode dienenden Sinterformteil besteht darin, die Elektrode mit dem Sinterformteil zu verkleben, insbesondere durch Leitkleben. Dabei werden bevorzugt silberhaltige (mit Silber gefüllte) Kleber eingesetzt, die im Sinterformteil eine ideale Anbindungsfläche finden, insbesondere dann, wenn das Sinterformteil aus Silbermetall ausgebildet ist.
  • Darüber hinaus ist es möglich, die mindestens eine Elektrode, vorzugsweise die mindestens zwei Elektroden, mit dem Sinterformteil durch Schweißen, insbesondere Reibschweißen, Ultraschallschweißen oder Widerstandsschweißen, zu verbinden. Die Oberfläche des vorzugsweise silberhaltigen bzw. aus Silber bestehenden Sinterformteils lässt sich optimal in einem Schweißprozess mit der mindestens einen Elektrode verbinden.
  • Ganz besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform der Erfindung, bei der nicht nur die mindestens eine Sammelelektrode, sondern auch die mindestens eine, fest mit dem Piezokörper verbundene Elektrode als offen poröses Sinterformteil ausgebildet ist, wobei das als Elektrode dienende Sinterformteil in der Art wie das Sammelelektrodensinterformteil ausgebildet sein kann. Ganz besonders bevorzugt ist eine Vielzahl von jeweils als Sinterformteil ausgebildeten Elektroden alternierend mit Piezokörpern angeordnet, um auf diese Weise einen Piezostack zu bilden. Bevorzugt sind die Elektroden mit der identischen Methode mit den Piezokörpern verbunden, wie die Sammelelektroden mit Elektroden, wobei es auch möglich ist, hiervon unterschiedliche Fügeprozesse einzusetzen. Grundsätzlich ist es möglich, den mindestens einen Piezokörper mit der mindestens einen Elektrode durch Sintern, Kleben, Löten oder Schweißen zu verbinden.
  • In Weiterbildung der Erfindung ist mit Vorteil vorgesehen, dass nicht nur ein Piezokörper und zwei, insbesondere als Sinterformteileelektroden ausgebildete, Elektroden, sondern dass jeweils eine Vielzahl von Piezokörpern und eine Vielzahl von Elektroden vorgesehen sind, wobei es weiter bevorzugt ist, wenn die Elektroden auf mindestens zwei, vorzugsweise ausschließlich zwei, Sinterformteilsammelelektroden verteilt angeordnet sind, an denen eine Potentialdifferenz an legbar ist. Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn die Piezokörper und die Elektroden alternierend in einer Stapelrichtung zur Bildung eines Piezostacks angeordnet sind.
  • Die Erfindung führt auch auf einen Kraftstoff-Injektor mit einem wie zuvor beschrieben ausgebildeten Piezoaktor. Dabei kann der Piezoaktor je nach Ausbildung des Kraftstoff-Injektors entweder unmittelbar verstellend auf ein ein- oder mehrteiliges Einspritzventilelement (Düsennadel) einwirken, also unter Verzicht auf einen Servokreislauf. Bei einer alternativen Ausführungsform dient der Piezoaktor zum Betätigen eines Steuerventils (Servoventils). Besonders bevorzugt ist es, wenn dem Piezoaktor ein hydraulischer Koppler zugeordnet ist, der den Piezoaktor mit einem Steuerventil oder unmittelbar mit dem Einspritzventilelement hydraulisch koppelt.
  • Ferner führt die Erfindung auch auf ein Verfahren zum Herstellen eines, vorzugsweise wie zuvor beschrieben ausgebildeten, Piezoaktors. Kern des Verfahrens ist es, mindestens eine mit einem Piezokörper, beispielsweise durch Schweißen, Sintern, Kleben oder Löten verbundene Elektrode mit einem als Sammelelektrode dienenden Sinterformteil, insbesondere einer Sinterfolie, zu verbinden, vorzugsweise durch Sintern (entweder unmittelbares Sintern oder unter Einsatz von Sinterpaste), durch Verlöten, Verkleben oder Verschweißen. Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht unter anderem darin, dass durch die durchgängig offen-poröse Struktur des Sinterformteils Gase beim Verbindungsprozess mit dem Piezokörper entweichen und bei Bedarf Gase, wie Sauerstoff, an die Fügestelle geführt werden können, so dass eine Rissbildung vermieden wird.
  • Ganz besonders bevorzugt ist eine Ausführungsvariante des Verfahrens, bei dem vor dem eigentlichen Fügeprozess zum Verbinden der mindestens einen Elektrode mit vier als Sinterformteil ausgebildeten Sammelelektrode das Sinterformteil, insbesondere mittels eines Stempels und einer Matrize hergestellt wird. Dabei ist es einerseits möglich, unmittelbar das Sinterformteil zu sintern, oder alternativ das Sinterformteil nach dem erfolgten Sinterprozess aus einem großen Sinterteil herauszuarbeiten, beispielsweise herauszustanzen, zu sägen oder zu schneiden.
  • Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnungen.
  • Diese zeigen in:
  • 1 in einer sehr stark schematisierten Ansicht einen Kraftstoff-Injektor mit einem Piezoaktor zur unmittelbaren Ansteuerung eines einteiligen Einspritzventilelementes über einen hydraulischen Koppler,
  • 2 ein aus Siltermetall-Flakes hergestelltes Sinterformteil, und
  • 3 schematisch einen Herstellungsprozess zum Herstellen eines Piezoaktors.
  • In den Figuren sind gleiche Elemente und Elemente mit der gleichen Funktion mit den gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
  • 1 zeigt stark schematisiert einen Kraftstoff-Injektor 1 zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine. Der Kraftstoff-Injektor 1 ist als Common-Rail-Injektor ausgebildet und umfasst einen Hochdruckanschluss 2 für die Versorgung mit unter Hochdruck (Raildruck) stehendem Kraftstoff aus einem nicht gezeigten Kraftstoff-Hochdruckspeicher (Rail).
  • Innerhalb des Kraftstoff-Injektorgehäuses 3 ist axial verstellbar ein in diesem Ausführungsbeispiel einteiliges Einspritzventilelement 4 (Düsennadel) angeordnet. Dieses ist über einen hydraulischen Koppler 5, umfassend einen Kopplerkolben 6, mit einem Piezoaktor 7 wirkverbunden. Bei einer alternativen, nicht gezeigten Ausführungsform dient der Piezoaktor 7 nicht zum unmittelbaren Verstellen des Einspritzventilelementes 4, sondern zum Verstellen eines Steuerventilelementes eines Steuerventils (Servoventils), mit dem der Kraftstoffdruck in einer Steuerkammer (Servokammer) steuerbar ist, die von dem ein- oder mehrteiligen Einspritzventilelement 4 begrenzt ist.
  • 2 zeigt den Aufbau eines Sinterformteils 8, welches bei dem in 1 nur angedeuteten Piezoaktor 7 als Sammelelektrode 9 zum Einsatz kommt. Genauer ausgedrückt umfasst der als Stapelaktor ausgebildete Piezoaktor 7 insgesamt zwei, jeweils als Sinterformteil ausgebildete Sammelelektroden 9, an die eine Potentialdifferenz zur Längung des Piezoaktors 7 anlegbar ist. Das Sinterformteil 8 ist aus Silbermetall-Flakes hergestellt und weist eine durchgehend offene Porosität auf. Diese bildet Gasdurchlasskanäle, durch die Gase von den Fügestellen weg nach außen bzw. zu den Fügestellen hin strömen können. Die Fügestellen sind dabei gebildet zwischen den Sammelelektroden 9 und alternierend mit Piezokörpern angeordneten, die Piezokörper kontaktierenden Elektroden (Innenelektroden).
  • 3 zeigt stark schematisiert einen Herstellungsprozess zum Herstellen eines in der Zeichnungsebene rechts dargestellten Piezoaktors 7. Der Piezoaktor 7 umfasst einen Piezokörperstapel 10, umfassend eine Vielzahl von Piezokörpern 11, wobei die Piezokörper 11 in eine Stapelrichtung S1 alternierend mit Elektroden 12a, 12b gestapelt sind. Dabei können jeweils zwei in Stapelrichtung S1 nebeneinander angeordnete Elektroden 12a, 12b zur Längung des Piezoaktors 7 unterschiedlich gepolt werden. Um diese unterschiedliche Polung zu realisieren, sind die mit dem Bezugszeichen 12a gekennzeichneten Elektroden, also jede zweite Elektrode 12a, mit einer in der Zeichnungsebene unteren, sich in Stapelrichtung S1 erstreckenden Sammelelektrode 9a verbunden, wohingegen die jeweils anderen, alternierend mit den Elektroden 12a angeordneten Elektroden 12b mit einer in der Zeichnungsebene oberen Sammelelektrode 9b verbunden sind, die parallel zur unteren Sammelelektrode 9a angeordnet ist. Beide Sammelelektroden 9a, 9b sind jeweils als Sinterformteil 8, hier als Sinterfolie, ausgebildet. Bei Bedarf können die Elektroden 12a, 12b ebenfalls jeweils als Sinterformteil ausgebildet werden. Auch ist es möglich, diese als Lotverbindung auszubilden. Bevorzugt bestehen die Elektroden 12a, 12b (Innenelektroden) dann aus AgPd.
  • Um eine elektrisch leitende Verbindung zwischen der Sammelelektrode 9a und den Elektroden 12a, bzw. der Sammelelektrode 9b und den Elektroden 12b herstellen zu können, ragen die Elektroden 12a, 12b jeweils bis zu dem von der zugehörigen Sammelelektrode 9a, 9b kontaktierten Randseite des Piezokörperstapels 10 oder über diesen hinaus.
  • Zum Herstellen des in 3 rechts dargestellten Piezoaktors 7 wird zunächst der Piezokörperstapel 10 hergestellt, entweder in an sich bekannter Weise oder durch eine alternierende Anordnung von Sinterformteilen und Piezokörpern, wo bei die Elektroden 12a, 12b fest, insbesondere durch Versintern, Verschweißen, Verlöten oder Verkleben (Leitkleben) mit den benachbarten Piezokörpern 11 verbunden werden. Der so erhaltene Piezokörperstapel 10 wird dann sandwichartig zwischen zwei Sammelelektroden 9a, 9b aufgenommen.
  • Im Folgenden wird eine erste mögliche Verbindungstechnik anhand von 3 erläutert. Zunächst wird auf die in der Zeichnungsebene untere, als Sinterformteil 8 ausgebildete Sammelelektrode 9a Sinterpaste 13, hier Silbersinterpaste, als Depot aufgebracht. Daraufhin wird in eine zweite Stapelrichtung S2 auf die Sinterpaste 13 der Piezokörperstapel 10 gelegt, woraufhin auf diesen wiederum Sinterpaste 13, hier ebenfalls Silbersinterpaste, aufgetragen wird, woraufhin auf die Sinterpaste 13 die in der Zeichnungsebene obere, als Sinterformteil 8 ausgebildete Sammelelektrode 9b aufgelegt wird. Daraufhin wird der Stapel einem Sinterprozess 14 zugeführt, bei dem der Stapel einem Prozessdruck und Prozesstemperatur ausgesetzt wird. Bei diesem Sinterprozess 14 handelt es sich um den zweiten Sinterprozess der Sinterformteile 8 – ggf. sogar um den zweiten Sinterprozess der Elektroden 12a, 12b. Der Gasaustausch für das Sintern der Sinterpaste 13 kann über das gesamte poröse Volumen der Sinterformteile 8, d. h. der Sammelelektroden 9a, 9b, stattfinden. Die Sinterpaste 13 muss nicht in der zuvor beschriebenen Reihenfolge erfolgen. Die Sinterpaste 13 kann beispielsweise auch vor dem Stapel auf beide Parallelseiten des Piezokörperstapels 10 aufgetragen werden.
  • Anhand von 3 ist auch ein alternativer Fügeprozess erläuterbar. So können die Sinterformteile 8 bzw. die Sammelelektroden 9a, 9b mit dem Piezokörperstapel 10 beispielsweise verlötet werden, wobei hierzu auf die Sinterformteile 8 bzw. die Sammelelektroden 9a, 9b und/oder den Piezokörperstapel 10 Lotwerkstoff 15 gedruckt oder dispenst werden/wird. Zusätzlich wird ein Flussmittel aufgetragen, woraufhin die Sinterformteile 8 mit dem Piezokörperstapel 10 durch Temperatureinwirkung verlötet werden, wobei die Feststoffe im Lotwerkstoff 15 hierbei zunächst in die flüssige Phase übergehen. Bei der alternativen Verfahrensvariante kennzeichnet der zusätzlich mit dem Bezugszeichen 16 gekennzeichnete Pfeil den Lötvorgang bzw. den Lötprozess.
  • Auch ist es möglich, die Sinterformteile 8 mit dem Piezokörperstapel 10 zu verkleben. In diesem Fall handelt es sich bei den zusätzlich mit dem Bezugszeichen 17 gekennzeichneten Teilen um, vorzugsweise metallhaltigen, insbesondere sil berhaltigen, Kleber 17 und bei dem zusätzlich mit dem Bezugszeichen 18 gekennzeichneten Pfeil um den Klebeprozess.

Claims (15)

  1. Piezoaktor, umfassend mindestens einen Piezokörper (11) und mindestens eine fest mit dem Piezokörper (11) verbundene erste Elektrode (12a), die wiederum mit einer Sammelelektrode (9, 9a, 9b) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammelelektrode (9, 9a, 9b) als offen poröses Sinterformteil (8) ausgebildet ist.
  2. Piezoaktor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sinterformteil (8) aus Silbermetall, insbesondere Silbermetallflakes, hergestellt ist und/oder Sibermetall, insbesondere Sibermetallflakes, umfasst.
  3. Piezoaktor nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrode (12a, 12b) mit dem Sinterformteil (8), vorzugsweise mittels Sinterpaste (13) oder unmittelbar, d. h. ohne zusätzliche Sinterpaste (13), versintert oder, insbesondere mittels Lotpaste, Lotpulver oder einem Lotformteil, verlötet, oder verschweisst, insbesondere ultraschallverschweisst, reibverschweisst oder ultraschallverschweisst, oder, insbesondere durch Leitkleben, verklebt ist.
  4. Piezoaktor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrode (12a, 12b) als offen poröses Sinterteil ausgebildet ist.
  5. Piezoaktor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Piezokörper (11), vorzugsweise auf einer von der ersten Elektrode (12a) abgewandten Seite, eine zweite Elektrode (12b), vorzugsweise durch Sintern, Kleben, Löten oder Schweißen, festgelegt ist.
  6. Piezoaktor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl von alternierend angeordneten Elektroden (12a, 12b) und Piezokörpern (11) vorgesehen sind.
  7. Piezoaktor nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei als Sinterformteile (8) ausgebildete Sammelektroden (9, 9a, 9b) vorgesehen sind, und dass die in eine Stapelrichtung (S1) übereinander angeordneten Elektroden (12a, 12b) alternierend auf die Sammelelektroden (9, 9a, 9b) verteilt sind.
  8. Kraftstoff-Injektor mit einem Piezoaktor (7) nach einem der vorhergehenden Ansprüche zum Verstellen eines Steuerventils oder unmittelbaren Verstellen einer Düsennadel.
  9. Verfahren zum Herstellen eines Piezoaktors (7), vorzugsweise nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem mindestens eine mit mindestens einem Piezokörper (11) verbundene Elektrode (12, 12b) mit einer Sammelelektrode (9, 9a, 9b) verbunden wird, dadurch gekennzeichnet, dass als erste Sammelelektrode (9) ein Sinterformteil (8) verwendet wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Sinterformteil (8) aus Silbermetall, insbesondere Silbermetallflakes, hergestellt wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dass bei der Herstellung des Sinterformteils (8) ein Sinterteil in eine Vielzahl von Sinterformteilen (8) vereinzelt wird.
  12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammelelektrode (9, 9a, 9b) mit dem Sinterformteil (8), vorzugsweise mittels Sinterpaste (13) oder unmittelbar, d. h. ohne zusätzliche Sinterpaste (13), versintert oder, insbesondere mittels Lotpaste, Lotpulver oder einem Lotformteil, verlötet, oder mit oder ohne Hilfsstoff verschweißt, insbesondere ultraschallverschweißt, reibverschweißt oder ultraschallverschweißt, oder, insbesondere durch Leitkleben, verklebt wird
  13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Sinterpaste (13) oder die Lotpaste, vorzugsweise zusätzlich ein Flussmittel, oder der Hilfsstoff vor dem Fügen auf den Piezokörper (11) und/oder das Sinterformteil (8) aufgetragen, vorzugsweise gedruckt oder dispenst, wird.
  14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und/oder der zweite Fügepartner dem Sinterformteil (8), verschweißt, vorzugsweise ultraschallverschweißt, werden/wird, insbesondere mit oder ohne Hilfsstoff.
  15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl von Elektroden (12a, 12b) und Piezokörpern (11) zu einem Piezostack, in einem gemeinsamen oder in mehreren Prozessschritten, gefügt werden, und dass zwei als Sinterformteile (8) ausgebildete Sammelelektroden (9a, 9b) mit den Elektroden (12a, 12b) verteilt werden, derart, dass die Elektroden (12a, 12b) des Piezoaktors (7) abwechselnd auf die beiden Sammelelektroden (9a, 9b) verteilt sind.
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