DE10106761A1 - Verfahren zum Abtragen einer äußeren Schicht eines Mauerwerkes und Vorrichtung zum Entfernen der äußeren Schicht, insbersondere von Fugenmörtel - Google Patents
Verfahren zum Abtragen einer äußeren Schicht eines Mauerwerkes und Vorrichtung zum Entfernen der äußeren Schicht, insbersondere von FugenmörtelInfo
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Abstract
Das Abtragen von äußeren Mauerwerksschichten, insbesondere beim Ausschleifen oder Ausfräsen von verwitterten Mauerwerksfugen ist mit einer erheblichen Staubentwicklung verbunden. DOLLAR A Es wird daher ein Verfahren vorgeschlagen, den entstehenden Materialstaub in seinem Entstehungsbereich mit Wasser zu binden. Die entsprechende Vorrichtung besteht aus einer Schleif- oder Fräsmaschine und einer Wasserversorgungsanlage (9), wobei die Wasserversorgungsanlage (9) aus einer Wasserversorgungsanlage, aus einer absperrbaren Wasserversorgungsleitung (13) und aus einer Wassersprühdüse (14) besteht. Dabei ist die Wassersprühdüse (14) auf den Entstehungsbereich des Materialstaubes gerichtet.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Abtragen einer äußeren Schicht eines
Mauerwerkes, bei dem die äußere Schicht durch Schleifen oder Fräsen abgearbeitet
wird und auf eine Vorrichtung zum Entfernen einer äußeren Schicht eines Mauerwer
kes, insbesondere von Fugenmörtel, wobei die Vorrichtung aus einer druckluftbetriebe
nen Maschine zum Schleifen oder Fräsen und aus einer Druckluftversorgungsanlage be
steht.
Derartige Verfahren und Vorrichtungen werden im Bauwesen zur Sanierung von Alt
bauten eingesetzt.
An sich gesunde Mauerwerke besitzen oftmals verwitterte Putz- oder Steinschichten o
der farbliche Verunreinigungen und müssen daher von Zeit zu Zeit so bearbeitet wer
den, dass die Oberfläche wieder sauber oder zu einem neuen Farb- oder Putzanstrich
vorbereitet ist. Dazu wird die äußere Schicht eines Mauerwerkes mit Hilfe eines mobi
len und elektrisch betriebenen Fräs- oder Schleifwerkzeuges bis auf eine saubere Ober
fläche abgetragen. Zur Bearbeitung dieser glatten Oberflächen werden in der Regel mo
bile und elektrisch betriebene Vorrichtungen mit Stirnfräsern oder mit Teller- oder
Topfschleifscheiben verwendet. Die Arbeit mit diesen Werkzeugen erzeugt eine außer
ordentliche Staubentwicklung, die nur durch aufwendige Beplanung des Arbeitsplatzes
notdürftig gegenüber dem Umfeld abgeschirmt werden kann. Um so stärker ist die
Staubentwicklung innerhalb der Beplanung, die den Arbeiter gesundheitlich und die
Werkzeuge mechanisch belasten und die das Sichtfeld für den Arbeiter stark ein
schränkt. Es werden daher überwiegend zusätzliche Staubsaugeranlagen eingesetzt, die
aber erfahrungsgemäß bestenfalls 60-70% des anfallenden Staubes entsorgen und daher
zur Lösung des Problems nicht geeignet sind.
Eine Vorrichtung zum Bearbeiten glatter Oberflächen ist zum Beispiel in der DE 38 08 376 A1
beschrieben, mit der das Innenfutter eines Schornsteinzuges abgetragen und für
einen Neuauftrag vorbereitet wird und die an Stelle des sonst üblichen elektrischen An
triebes einen Pneumatikantrieb besitzt. Diese Vorrichtung besteht daher aus einem Flu
idkompressor und einem Fluidmotor, die beide über eine Fluidleitung miteinander ver
bunden sind. Der Fluidmotor besitzt ein an die Abmessungen des Schornsteinzuges an
gepasstes Fräswerkzeug und eine Führungsleine zur Einführung des Fräswerkzeuges in
den Schornsteinzug. Am Boden des Schornsteinzuges ist ein Saugstutzen mit einer zu
einem Staubsauger führenden Saugleitung angesetzt.
Trotzt der Staubsaugeranlage kommt es zu einer starken Staubentwicklung, weil der all
gemeine Wirkungsgrad einer Staubsaugeranlage bekanntlich nur etwa 60% beträgt und
diese Leistung noch dadurch verringert wird, dass der Saugstutzen des Staubsaugers sta
tionär am Boden des Schornsteinzuges befestigt ist und damit einen unterschiedlichen
Abstand zu der sich stets verändernden Bearbeitungsposition des Fräswerkzeuges auf
weist. Damit ist die Saugleistung bei einer oberen Bearbeitungsposition wegen des grö
ßeren Abstandes zum Saugstutzen noch geringer als bei einer unteren Bearbeitungsposi
tion. Außerdem wirkt der natürliche Luftzug innerhalb des Schornsteinzuges der Saug
richtung des Staubsaugers entgegen, was die Saugleistung weiter vermindert.
Gesunde Mauerwerke besitzen oftmals auch verwitterte Fugen, die dann ebenfalls vom
alten Fugenmaterial befreit und für eine Neuverfugung vorbereitet werden müssen. Da
zu werden in der Hauptsache wiederum mobile und elektrisch betriebene Schleifwerk
zeuge eingesetzt. Solche Schleifwerkzeuge sind als Flexe oder Winkelschleifer bekannt
und besitzen in der Regel eine Trockenschleifscheibe. Zur Begrenzung der Schleiftiefe
sind die Schleifwerkzeuge mit einem Tiefenanschlag ausgerüstet. Mit diesem Schleif
werkzeug wird in die Setzfuge ein oberer und ein unterer Schnitt eingearbeitet, so dass
in der Mitte der Mauerfuge eine Steg im alten Fugenmaterial stehen bleibt. Dieser
verbleibende Steg in den Setzfugen und das komplette Fugenmaterial in den Stoßfugen
werden dann mit einem Bohrhammer abgetragen. Bei all diesen Arbeiten kommt in der
Regel wieder eine Staubsaugeranlage zum Einsatz, die aber nur wie bereits beschrieben,
einen geringen Anteil des entstehenden Staubmaterials aufnimmt und entsorgt. Die
Staubbelastung für den Arbeiter, für das Umfeld der Baustelle und für die gesamte
Umwelt ist unvertretbar hoch.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zum Abtragen einer
äußeren Schicht eines Mauerwerkes und Vorrichtung zum Entfernen von Fugenmörtel
in der vorliegenden Gattung zu entwickeln, bei dem die Entstehung von Staub weitest
gehend verhindert wird.
Diese Aufgabe wird verfahrenseitig dadurch gelöst, dass der entstehende Materialstaub
in seinem Entstehungsbereich mit Wasser gebunden wird. Zweckmäßige Ausgestal
tungsmöglichkeiten ergeben sich aus den Unteransprüchen 2 und 3.
Vorrichtungsseitig wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Maschine zum Fräsen o
der Schleifen mit einer Wasserversorgungseinrichtung ausgerüstet ist, wobei die Was
serversorgungseinrichtung aus einer Wasserversorgungsanlage, aus einer absperrbaren
Wasserversorgungsleitung und aus einer Wassersprühdüse besteht und die Wasser
sprühdüse auf den Entstehungsbereich des Materialstaubes gerichtet ist. Zweckdienliche
Ausgestaltungen der Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen 5 bis 8.
Das neue Verfahren und die neue Vorrichtung beseitigen die genannten Nachteile des
Standes der Technik.
So liegt der besondere Vorteil der Neuerung gegenüber dem Stand der Technik darin,
dass anfallender Materialstaub nicht mehr aufwendig und unzureichend verringert wird,
sondern das bereits die Entstehung von trockenem Materialstaub verhindert wird. Das
führt dazu, dass praktisch alle mit dem trockenen Materialstaub zusammenhängen
Nachteile und Beeinträchtigungen beseitigt sind.
So entfallen aufwendige Schutzmaßnahmen, wie eine vollständige Beplanung der Ar
beitsstätte oder das Tragen von Schutzanzügen und Schutzhelmen mit einer Frischluft
versorgung. Dazu ergeben sich für den Arbeiter sehr gute Sichtverhältnisse, was sich
letztendlich auf die Qualität der Arbeit auswirkt. Mit dem neuen Verfahren kann der
ganze Arbeitsablauf auch effektiver gestaltet werden. So können jetzt mehrere Arbeiter
gleichzeitig tätig sein, ohne sich gegenseitig zu belasten und zu behindern. Dazu kön
nen bereits bearbeitete Mauerflächen Zug um Zug gereinigt werden, ohne dass die Ge
fahr einer nachträglichen Verschmutzung besteht. Damit kann die benutzte Rüstung
auch schrittweise abgebaut werden, was die Rüstungskosten verringert.
Die Vorrichtung ist einfach und damit kostengünstig herzustellen und auf Grund des ge
ringen Gewichtes leicht zu handhaben.
Das Verfahren und die Vorrichtung ist nicht auf die Ausarbeitung von Mauerwerksfu
gen begrenzt einsetzbar, sondern sie kann bei allen Arbeiten angewendet werden, wo
durch das Abtragen von Materialien trockener und gesundheitsschädigender Staub ent
steht.
Die Erfindung soll an Hand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden.
Dazu zeigt die einzige Figur:
eine Ansicht einer Vorrichtung zum Entfernen von Fugenmaterial
in der Einsatzposition.
Die Vorrichtung zum Entfernen von Fugenmaterial besteht aus einer handelsüblichen
Winkelschleifmaschine mit einem Gehäuse 1 und einer Schleifscheibe 2. Die Schleif
scheibe 2 ist von einem Staubschutz 3 umhüllt, der im Zusammenwirken mit der Dreh
richtung der Schleifscheibe 2 den abgetragenen Mörtelstaub nur in eine Richtung freigibt,
die vom Körper des Arbeiters weggerichtet ist. Das Gehäuse 1 besitzt einen ange
setzten Handgriff 4 und einen ausgeformten Handgriff 5, die aus ergonomischen Grün
den etwa rechtwinklig zueinander ausgerichtet sind. Dabei befinden sich am Gehäuse 1
zwei gegenüberliegende Befestigungselemente für den angesetzten Handgriff 4, um
durch die Wahl der Position des angesetzten Handgriffs 4 den Ausstoß des Staubes
entweder einerseits oder andererseits zu ermöglichen. Die Winkelschleifmaschine ist
mit einem pneumatischen Antriebsmotor ausgerüstet und besitzt daher zwischen dem
Gehäuse 1 und einer nicht dargestellten Druckluftversorgungsanlage eine Versorgungs
leitung 6 für Druckluft. Im Bereich des angeformten Handstückes 5 ist am Gehäuse 1
einen Betätigungshebel 7 für das Frei- und Abschalten des Druckluftstromes angeord
net.
Am Gehäuse 1 befindet sich weiterhin ein Halteelement 8 für eine Wasserversorgungs
einrichtung 9, das vorzugsweise als eine Befestigungsschelle ausgeführt ist. Dieses
schellenartige Halteelement 8 lässt sich durch eine Drehung gegenüber dem Gehäuse 1
wahlweise positionieren und somit an die gewählte Position des angesetzten Handgrif
fes 4 anpassen. Die Wasserversorgungseinrichtung 9 besteht in der Hauptsache aus ei
nem Absperrventil 10 mit einem Sperrhebel 11, wobei das Absperrventil 10 einerseits
über eine Wasserzulaufleitung 12 mit einer nicht dargestellten Wasserversorgungsanla
ge und andererseits über einer Wasserversorgungsleitung 13 mit einer Wassersprühdüse
14 verbunden ist. Dabei ist die Wasserversorgungsleitung 13 so ausgerichtet, dass die
Wassersprühdüse 14 auf den dem Arbeitsbereich der Schleifscheibe 2 nachgeordneten
Entstehungsbereich des Schleifstaubes zeigt. Vorzugsweise ist die Wasserversorgungs
leitung 13 an jeder Richtungsänderung mit jeweils einem Leitungsgelenk 15 und 16
ausgestattet, damit die Position der Wassersprühdüse 14 gegenüber dem Entstehungsbe
reich des Mörtelstaubes variabel einstellbar ist. Dabei ist die Lage der Wassersprühdüse
14 so auszuwählen und die Düsenform des Wassersprühdüse 14 so auszugestalten, dass
der aus der Wassersprühdüse 14 austretende Wasserstrahl kegelförmig ausgebildet ist,
und im Entstehungsbereich des Mörtelstaubes eine Breite besitzt, die mindestens der
Breite des Staubstrahles in diesem Bereich entspricht. Dabei soll der aus der Wassersprühdüse
14 austretende Wasserstrahl so gerichtet sein, dass die Richtung des Staub
strahles nicht wesentlich verändert wird. Der Wasserdruck in der Wasserversorgungslei
tung 13 ist so vorherbestimmt, dass der austretende Wasserstrahl den Staubstrahl voll
ständig durchdringt.
Auf der zum Mauerwerk gerichteten Seite des Gehäuses 1 befindet sich weiterhin ein
nicht näher gezeigter verstellbarer Tiefenanschlag zur Einstellung der Schnitttiefe der
Schleifscheibe 2.
Zur Inbetriebnahme der Vorrichtung wird zunächst die gewünschte Schnitttiefe am Tie
fenanschlag des Gehäuses 1 eingestellt und dann die Druckluftversorgungsanlage und
die Wasserversorgungsanlage in Betrieb genommen. Damit liegt ein für den Antrieb der
Schleifscheibe 2 ausreichender Luftdruck und ein zur Erzeugung eines Wasserstrahles
erforderliche Wasserdruck an. Danach werden der Betätigungshebel 7 zum Antrieb der
Schleifscheibe 2 und der Sperrhebel 11 zur Erzeugung eines Wasserstrahles betätigt und
die Vorrichtung mit der drehenden Schleifscheibe 2 an die Setzfuge des Mauerwerkes
angesetzt. Dabei wird zunächst im oberen Kantenbereich und dann im unteren Kanten
bereich der Mauerwerkswerksfuge jeweils ein Einschnitt vorgenommen, so dass ein
mittiger und durchlaufender Mörtelsteg stehen bleibt. Bei diesem Arbeitsablauf entsteht
Mörtelstaub in Form eines Staubstrahles, dem im unmittelbaren Entstehungsbereich ein
aus der Wassersprühdüse 14 austretender Wasserstrahl beigemischt wird. Dabei werden
alle trockenen Staubpartikel vollständig mit Wasser gebunden, so dass ein jetzt ange
feuchteter Staubstrahl in eine seitliche Richtung fortgeschleudert wird.
1
Gehäuse
2
Schleifscheibe
3
Spritzschutz
4
Angesetzter Handgriff
5
Angeformter Handgriff
6
Versorgungsleitung für Druckluft
7
Betätigungshebel
8
Halteelement
9
Wasserversorgungseinrichtung
10
Absperrventil
11
Sperrhebel
12
Wasserzulaufleitung
13
Wasserversorgungsleitung
14
Wassersprühdüse
15
Leitungsgelenk
16
Leitungsgelenk
Claims (8)
1. Verfahren zum Abtragen einer äußeren Schicht eines Mauerwerkes, bei dem
die äußere Schicht durch Schleifen oder Fräsen aus- oder abgearbeitet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass entstehender Materialstaub in seinem Entstehungsbe
reich mit Wasser gebunden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Wasser als ein Sprühstrahl ausgebildet ist und dem
Strahl des Materialstaubes beigemischt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wasserstrahl so ausgebildet und ausgerichtet ist,
dass er den Strahl des Materialstaubes in seiner ganzen Breite erfasst, ihn vollständig
durchdringt und ihn in seiner Richtung nicht beeinflusst.
4. Vorrichtung zum Entfernen einer äußeren Schicht eines Mauerwerkes, insbe
sondere von Fugenmörtel, bestehend aus einer mobilen und mit Druckluft betriebenen
Maschine zum Fräsen oder Schleifen und einer Druckluftversorgungsanlage,
dadurch gekennzeichnet, dass die Maschine zum Fräsen oder Schleifen mit einer Was
serversorgungseinrichtung (9) ausgerüstet ist, wobei die Wasserversorgungseinrichtung
(9) aus einer Wasserversorgungsanlage, aus einer absperrbaren Wasserversorgungslei
tung (13) und aus einer Wassersprühdüse (14) besteht und die Wassersprühdüse (14) auf
den Entstehungsbereich des Materialstaubes gerichtet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wassersprühdüse (14) in ihrer Position einstellbar
ausgeführt ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die zur Wassersprühdüse (14) führende Wasserversor
gungsleitung (13) ein oder mehrere Leitungsgelenke (15, 16) zur Richtungsänderung
der Wassersprühdüse (14) besitzt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserversorgungseinrichtung (9) im Handbereich
des Arbeiters mit einem Speerventil (10) ausgestattet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrventil (11) mit einem Halteelement (8) am
Gehäuse (1) der Maschine befestigt ist und dass das Haltelement gegenüber dem Ge
häuse verstellbar ausgeführt ist.
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