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Dampfdruckkochtopf Die Erfindung bezieht sich auf einen emaillierten
Dampfdruckkochtopf, der aus einem das eigentliche Gefäß bildenden Topf und einem
den letzteren druckdicht abschließenden Deckel besteht. Es ist bekannt, zwecks Erzielung
eines leicht lösbaren hermetischen Abschlusses den oberen Rand des Topfes mit segmentförmigen,
nach außen vorstehenden Klauen zu versehen, während am Rand des Deckels hakenförmige,
nach innen gebogene Krallen angeordnet sind. Die Umfangslänge der Klauen einerseits
und der Krallen andererseits sowie der zwischen den einzelnen Klauen bzw. Krallen
befindlichen Lücken ist hierbei so gewählt, daß der Deckel beim Aufsetzen auf den
Topf mit seinen Krallen in die Lücken zwischen den Topfrandklauen greift, worauf
eine Winkeldrehung des Deckels auf dem Topf genügt, um die segmentförmigen Krallen
über die segmentförmigen Klauen zu schieben, so daß Topf und Deckel nach Art eines
Bajonettverschlusses verriegelt sind. Der dampfdichte Abschluß wird im übrigen durch
einen aus Gummi od. dgl. bestehenden Dichtungsring bewirkt, der zwischen Deckel-
und Topfrand eingelegt wird.
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Bei emaillierten bzw. in entsprechender Weise mit einem Überzug versehenen,
z. B. inoxydierten Töpfen und Deckeln solcher Dampfdruckkochtöpfe hat sich nun in
der Praxis der Nachteil ergeben, daß beim Zusammenarbeiten der Topfklauen mit den
Deckelkrallen mindestens zwei Emailschichten in schädlicher Weise aufeinander gleiten.
In loser Deckelstellung reiben die Oberseiten der Topfklauen gegen die oberen Innenflächen
der Deckelkrallen, während dann, wenn der Topf unter Druck steht, die Unterseiten
der Topfklauen gegen die unteren Innenflächen der Deckelkrallen reiben. Da hierbei
Email auf Email gleitet und sich emaillierte Oberflächen bekanntlich niemals vollkommen
eben herstellen lassen, sondern mehr oder weniger wellenförmig oder unregelmäßig
sind, ergibt sich eine im Laufe der Zeit immer stärker werdende Abnutzung, welche
nicht nur aus Schönheitsgründen, sondern vor allem wegen der Beschädigung der Emailschichten
und der dann auftretenden Rostgefahr äußerst unerwünscht ist: Infolge der erwähnten
Unebenheiten der Emailoberflächen ist es außerdem notwendig, das Spiel zwischen
den Topfklauen und den Deckelkrallen entsprechend groß zu halten, zumal bei der
Bemessung des Spieles auch berücksichtigt werden muß, daß die Emailschichten in
ihrer Stärke sowieso ziemlich ungleichmäßig ausfallen. Da es sich nun bei dem Verschluß
um insgesamt vier zusammenarbeitende Emailschichten dieser Art handelt, ist die
erforderliche Toleranz für das Spiel verhältnismäßig groß.
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Ein weiterer Nachteil bei der Fertigung von Dampfkochtöpfen der in'
'Rede stehenden' Art besteht darin, daß es sehr schwierig ist, die Töpfe genau rund
herzustellen. Es- ist bekannt, -daß diese Schwierigkeit ganz allgemein bei der Herstellung
von emaillierten Töpfen auftritt. Bei normalen Töpfen spielt zwar eine gewisse Unrundheit
keine große Rolle, weil der Deckel hierbei mit genügend größem Spiel angefertigt
und verwendet werden kann. Dagegen ist es bei Dampfdruckkochtöpfen von großer-Bedeutung,
daß Topf und Deckel möglichst genau- zentriert sind, um unnötiges Spiel weitgehend
auszuschalten, weil in diesem Falle eine einwandfreie Abdichtung des Deckels gegenüber
dem Topf erreicht werden soll. Ein Kalibrieren des Topfes mit- I-Iilfe der üblichen
Kalibrierstempel stößt bei Emailgeschirren auf die Schwierigkeit, daß der Kalibrierstempel
nur -kurze Zeit- auf den Topfrand aufgesetzt werden darf, weil andernfalls das Email
abspringt. Durch ein so- -kurzzeitiges Aufsetzf'--n des von innen eingesetzten Kälibrierstempels
ist aber eine genaue Rundung des Topfes nicht zu erzielen.
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Durch die Erfindung «lird bezweckt, diese Nachteile der bekannten
Damkfdruckkochtöpfe zu beseitigen und darüber hinaus --@.veitere Verbesserungen
andenselber zu@erreichen.' ,-Die Erfindung wird" iie wesentlichen' darin erblickt,
daß die von der Emailschicht'frei bleibenden segmentförmigen, nach außen Järspringenden
Klauen des Topfrandes mit blanken Ringsegmenten aus rostfreiem Metall von U-förmigeriz
-Querschnitt und einer größeren Wandstärke als- die Kriäilschicht des Topfes überzogen
sind. - '° Diese Ringsegmente leönneh auf die Topfrandklauen durch beliebige Verfahren
aufgebracht werden, wie sie zum Aufbringen eines rostsicheren Randes auf Metallgefäßen
an sich bekannt sind. Zum Beispiel können . U-förmig profilierte Blechsegmente auf
die Klauen aufgeschweißt, -äüfg-elötet, aufgepreßt, aufgewalzt oder in sonstiger
-Weise befestigt werden. Eine
andere an sich bekannte Herstellungsmöglichkeit
besteht darin, daß man ' das Material für die Ringsegmente durch autogene Aufschmelzschweißung
od. dgl. unmittelbar auf die Klauen aufträgt. Es werden hierbei auf der Klaue oben,
unten und am seitlichen Umfang Schweißraupen gebildet, welche gegebenenfalls mit
Hilfe geeigneter Werkzeuge geglättet werden können, so daß sich ebenfalls ein im
Querschnitt U-förmiger Überzug ergibt.
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Das Aufbringen der Ringsegmente auf die Topfrandklauen geschieht vor
dem Emaillieren. Die entsprechenden Stellen werden dann z. B. durch Abdeckschablonen
geschützt, oder es wird das aufgebrachte Email, bevor es eingebrannt wird, von den
Ringsegmenten entfernt.
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Durch die Erfindung wird eine Reihe von wesentlichen Vorteilen erzielt,
welche für die Herstellung und den Gebrauch der Dampfdruckkochtöpfe von erheblicher
Bedeutung sind.
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Durch die metallisch blanken, nicht emaillierten Ringsegmente der
Topfrandklauen wird erreicht, daß beim Zusammenwirken des Deckels mit dem Topf nicht
mehr wie bisher Email auf Email, sondern Email auf blankem Metall gleitet, wodurch
die Abnutzung wesentlich verringert wird. Auch wird dadurch eine Beschädigung des
Emails infolge der bisher aufeinander reibenden Unebenheiten stark eingeschränkt.
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Ferner kann nunmehr die erforderliche Toleranz bei dem Spiel zwischen
den Topfklauen und den Deckelkrallen um 50°/o verringert werden, weil nicht mehr
die Unebenheiten und ungleichmäßigen Schichtstärken von vier Emailschichten zu berücksichtigen
sind, sondern nur noch diejenigen der inneren Krallenüberzüge des Deckels. Auf diese
Weise kann das Spiel zwischen den Topfklauen und den Deckelkrallen, welches verhältnismäßig
gering sein soll, viel genauer als 'bisher eingehalten werden.
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Die aufgebrachten blanken Ringsegmente der Topfklauen ermöglichen
außerdem gegebenenfalls eine Nachbearbeitung, z. B. durch Schleifen, Schmirgeln
usw., unter Umständen auch durch Abdrehen, falls eine noch größere Genauigkeit gewünscht
wird oder aus irgendwelchen Gründen die Zentrierung von Deckel und Topf verbessert
werden soll.
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Die Zentrierung des Topfrandes selbst kann nun auch mit Hilfe eines
von außen über den Topfrand greifenden Kalibrierstempels erheblich genauer als bisher
ausgeführt werden. Da sich nämlich dieser Zentrierstempel nicht wie bisher auf die
Emailschicht, sondern gegen den nicht emaillierten Metallrand der Ringsegmente legt,
kann er bis zum Erkalten des Topfes auf demselben verbleiben, ohne daß irgendeine
Beschädigung des Emails verursacht wird.
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Schließlich erhält der Dampfkochtopf durch die blanken Ringsegmente
der Topfklauen, vor allem bei Verwendung von rostfreiem Material, ein schöneres
und gefälligeres Aussehen, zumal dadurch auch eine Beschädigung der oberen Emailrandkante
des Topfes zwischen den Klauen vermieden wird.
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In der Zeichnung ist die Erfindung in einer Ausführungsform beispielsweise
veranschaulicht.
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Fig. 1 zeigt in perspektivischer Darstellung einen Dampfdruckkochtopf
gemäß der Erfindung mit teilweise-herausgebrochener Topf- und Deckelwandung; Fig.2
zeigt in vergrößertem Maßstab für sich herausgezeichnet und im Schnitt den Topfrand
mit einer Klaue sowie den Deckelrand mit der zugehörigen Kralle; Fig. 3, 4 und 5
zeigen in Seitenansicht, in Vorderansicht und in Draufsicht ein Ringsegment; Fig.
fi zeigt im vertikalen Schnitt den Topf mit abgebrochenem Handgriff, wobei ein Kalibrierstempel
in strichpunktierten Linien angedeutet ist, und Fig. 7 zeigt schließlich den Topf
nach Fig. 6 von oben gesehen, wobei die Schnittlinie für die Fig.6 durch die mit
Pfeilen versehene Mittellinie angedeutet ist.
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Der z. B. aus Stahlblech bestehende Topf 1 ist an einer Seite mit
einem Griff 2 und an der gegenüberliegenden Seite mit einem Griffteil 4 versehen,
an dem ein Isoliergriff 5 befestigt ist. Der obere Topfrand 6 hat an seinem Umfang
mehrere, beispielsweise fünf, nach außen vorstehende segmentförmige Klauen 7. Mit
8 ist die äußere und innere Emailschicht des Topfes bezeichnet.
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Auf die Klauen 7 sind vor der Emaillierung passende Ringsegmente 9
aufgebracht, die gemäß dein Ausführungsbeispiel aus U-förmig profilierten Blechteilen
aus rostfreiem Stahl bestehen. Die Form eines solchen Ringsegmentes ist aus Fig.
3 bis 5 ersichtlich.
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Der Deckel 10 ist z. B. auch aus Stahlblech hergestellt und hat einen
nach außen gedrückten Ringwulst 11, in den ein Gummidichtungsring 12 eingelegt wird.
An seinem Umfang trägt der Deckel eine der Anzahl der Topfrandklauen 7 entsprechende
Anzahl, beispielsweise fünf, hakenförmige Krallen 13, deren Umfangslänge so bemessen
ist, daß sie in die Lücken zwischen den Klauen 7 eingelegt werden können. Der Deckel
10 ist innen und außen mit einer Emailschicht 14 versehen.
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An dem Deckel 10 ist ferner ein Griffteil 15 mit einem Isoliergriff
16 befestigt, und in der Deckelmitte kann ein Sicherheitsventil 17 angeordnet sein.
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Bevor der Topf 1 emailliert wird, werden die Ringsegmente 9 auf die
Topfrandklauen 7 aufgebracht. Dies kann beispielsweise durch Punktschweißen geschehen,
wobei vorzugsweise der untere Schenkel des U-Profils 9 angepunktet wird, so daß
die Schweißung praktisch nicht sichtbar ist. Sodann wird der Topf emailliert, wobei
die Ringsegmente 9 vor dem Aufbringen des Emails abgedeckt werden können, oder das
Email wird vor dem Einbrennen von diesen Segmenten wieder entfernt.
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Zum Zentrieren des Topfrandes wird nach dem Erhitzen ein Kalibrierstempel
18 von außen auf den Topf aufgesetzt, wobei sich die innere Zentrierfläche
des Stempels 18 von außen gegen die blanken Ringsegmente 9 legt und somit nicht
mit dem Email in Berührung kommt. Bis zum Erkalten des Topfes kann dieser Kalibrierstempel
daher unbeschadet auf dem Topf bleiben, wodurch eine sehr genaue Rundung erzielt
wird. Zum Aufsetzen und Abheben des Kalibrierstempels dienen Handgriffe, die in
Fig. 6 nicht dargestellt sind und z. B. in Gewindebohrungen 19 des Stempels 18 eingeschraubt
werden können.
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-Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, arbeitet sowohl die Oberseite als
auch die Unterseite der Ringsegmente 9, je nachdem der Topf unter Druck steht oder
nicht, mit jeweils nur eine Emailfläche der Deckelkrallen 13 zusammen, so da_ß also,
blankes Metall auf Email gleitet. Aus Fig:2 -ist auch ersichtlich, wie sich der
Gummidichtungsring 12 von innen gegen den Topfrand 6 legt, wenn der Topf unter Dampfdruck
steht. In unbelastetem Zustand ruht der Deckel, 10 mit der oberen inneren
Emailfläche der Krallen 13 auf den metallischen Ringsegmenten 9 auf. Das in Fig.2
in vergrößertem Maßstab dargestellte Spiel zwischen den Klauen und den Krallen kann
dank der nicht emaillierten Ringsegmente wesentlich kleiner als bisher gehalten
werden.