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DE1048891B - Verfahren zur Herstellung saurer Kieselsaeurehydroorganosole mit ausserordentlich niedrigem Salzgehalt - Google Patents

Verfahren zur Herstellung saurer Kieselsaeurehydroorganosole mit ausserordentlich niedrigem Salzgehalt

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Publication number
DE1048891B
DE1048891B DEM32385A DEM0032385A DE1048891B DE 1048891 B DE1048891 B DE 1048891B DE M32385 A DEM32385 A DE M32385A DE M0032385 A DEM0032385 A DE M0032385A DE 1048891 B DE1048891 B DE 1048891B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sol
water
percent
weight
hydroorganosol
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEM32385A
Other languages
English (en)
Inventor
Wilson H Power
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Monsanto Chemicals Ltd
Original Assignee
Monsanto Chemicals Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Monsanto Chemicals Ltd filed Critical Monsanto Chemicals Ltd
Publication of DE1048891B publication Critical patent/DE1048891B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B33/00Silicon; Compounds thereof
    • C01B33/113Silicon oxides; Hydrates thereof
    • C01B33/12Silica; Hydrates thereof, e.g. lepidoic silicic acid
    • C01B33/14Colloidal silica, e.g. dispersions, gels, sols
    • C01B33/157After-treatment of gels
    • C01B33/158Purification; Drying; Dehydrating
    • C01B33/1585Dehydration into aerogels
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B33/00Silicon; Compounds thereof
    • C01B33/113Silicon oxides; Hydrates thereof
    • C01B33/12Silica; Hydrates thereof, e.g. lepidoic silicic acid
    • C01B33/14Colloidal silica, e.g. dispersions, gels, sols
    • C01B33/145Preparation of hydroorganosols, organosols or dispersions in an organic medium

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Silicon Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung saurer Kieselsäurehydroorganosole mit außerordentlich niedrigem Salzgehalt Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung saurer Kieselsäurehydroorganosole, die praktisch frei von Salzen sind.
  • Nach der USA.-Patentschrift 2 285 477 werden saure Kieselsäurealkoholsole hergestellt, indem man zunächst eine saure, wäßrige, kolloide Kieselsäurelösung durchVermischen einerMineralsäure undeiner Alkalisilicatlösung bei einem pH-Wert von etwa 1,8 bis 4,5 herstellt und - ehe das entstehende Sol sich zur Gelform verfestigt - ein. organisches Lösungsmittel (z. B. Äthanol), das mit Wasser mischbar ist, zur Erzeugung eines gemischten Hydroorgano.sols zugibt. Durch Zugabe dieses organischen Lösungsmittels und Abkühlen des Sols fällt ein beträchtlicher Teil des anorganischen Salzes aus, und nach Entfernung des ausgefallenen Salzes wird ein Sol erhalten, das in seiner Stabilität je nach dein p$ Wert des Sods, der Menge des in dem Sol verbleibenden anorganischen Salzes und der Temperatur, bei der das Sol aufbewahrt wird, schwankt. In jedem Falle haben die so erhaltenen Sole eine begrenzte Stabilität, die gewöhnlich zwischen 1 Stunde und 2 Wochen schwankt, und sind also gegen Gelierung bedeutend weniger stabil als alkalische Kieselsäurehydrosole, die gewöhnlich bei normalen Raumtemperaturen. eine Stabilität von mehreren Monaten haben.
  • Diese bekannten Hydroorganosole enthalten wechselnde Mengen von anorganischen Salzen, je nach der verwendeten Säure oder dem verwendeten Silikat, der Konzentration von organischem Lösungsmittel und Kieselsäure in der Lösung, der Temperatur des Sols und anderen Faktoren. Die Mindestkonzentration an anorganischen Salzen in dem Sol beträgt etwa 0,1 bis 0,3 Gewichtsprozent. Dieser Salzgehalt ist für bestimmte Verwendungszwecke des Sols nachteilig, so z. B. wenn es erwünscht ist, einen Kieselsäureüberzug oder -film mit geringer elektrischer Leitfähigkeit oder Wasserempfindlichkeit aus dem Sol herzustellen. Das Gleiche gilt für dile sauren Hydroorganosole, die nach dem Verfahren der USA.-Patentschrift 2 285 449 hergestellt werden.
  • In der älteren Patentanmeldung M 27958 IV a / 12 i wird ein Verfahren zur Herstellung eines sauren Kieselsäurehydroorganosolsvon außerordentlich geringem Salzgehalt beschrieben, bei dein ein saures -Kieselsäurehydroorganosol, das eine Mineralsäure und wechselnde Mengen eines Salzes von einer Mineralsäure und einem Alkalisilicat enthält, etwa Mengen von 0.1 his 0,6 Gewichtsprozent, mit der Wasserstoffionenform eines wasserunlöslichen, starken Kationenaustauschers und dein Salz einer ..flüchtigen organischen Säure mit ei-nein wassearunlösLichen, schwachen Anionenaustawscher, der eine Vielzahl von salzhildenden Stickstoffatomen enthält, in Berührung gebracht wird, wobei die, Berührung mit jedem der Ionenaustau@.scher gleichzeitig oder in jeder gewünschten Reihenfolge erfolgt, his das saure Hydroorganosol frei oder praktisch frei von solchem Salz ist. Das entstehende Sol ist nicht nur praktisch salzfrei, sondern es zeigt auch saure Reaktion, die hauptsächlich auf die Gegenwart einer flüchtigen organischen Säure zurückzuführen ist, die mindestens einen Teil der in dem ursprünglichen oderAusgangssol enthaltenenMineralsäure ersetzt hat. Das praktisch salzfreie Sol findet vielseitige Verwendung.
  • Wenn auch Sole der oben beschriebenen Art -erwünscht sind und eine ausgezeichnete Verwendbarkeit für sehr viele Zwecke besitzen, so können doch Fälle auftreten, wo die Verwendung saurer Kieselsäure= hydroorganosole erwünscht ist, die frei oder praktisch. frei von Salzen und frei oder praktisch frei von organischen Säuren sind. Die vorliegende Erfindung -ist auf die Herstellung der letzteren. Art von Solen. gerichtet.
  • In der obenerwähnten älteren Patentanmeldung ist angegeben, daß die Basenfarm von Anionenaüstauschern allgemein und auch die BasenfoTm von schwachen Anionenaustauschern gewöhnlich ungegig= ne( zur Entfernung von Anionen von Mineralsäuren aus -sauren I-,'.ieselsäurehydroorganosolen sind, die ein Salz eingr solchen Säure finit einem Alkali enthalten: Dies gilt im allgemeinen; jedoch ist es. gemäß der.vor@ Ivegendenrfindürvg möglich, die -Basenform- von schwachen Anionenaustauschern- zu verwenden, um-die Anionenkonzentration von Mineralsäureanionen in einem sauren Hydroorganosol durch Verwendung von solchem Austawschmaterial unter bestimmten Bedingungen beträchtlich herabzusetzen.
  • ' Gemäß der vorliegenden Erfindung ist es möglich, alles oder praktisch alles restliche, in einem sauren Kieselsäureihydroorganosol gelöst-- Salz zu entfernen, indem bei einer Temperatur unter 30° C ein saures I#,'ieselsäurehydroorganosol, das Kieselsäure, Wasser, eine mit Wasser mischbare organische Flüssigkeit, mindestens 0,1 Gewichtsprozent eines Salzes einer Mineralsäure und ein-Alkalisilicat und eine Mineralsäure in solcher Menge enthält, daß ein pH-Wert von 1,8 bis 4,5 erhalten wird, mit der Wasserstofform eines wasserunlöslichen, starken Kationenaustauschmaterials und der basischen Form eines wasserunlöslichen, schwachen Anionenaustauschermaterials, das eine Vielzahl salzbildender Stickstoffatome enthält, in Berührung gebracht wird, bis das Hydroorganosol praktisch frei von diesem Salz ist, und daß das Hydroorganosol von diesem Anionenaustauschmaterial abgetrennt wird, bevor d"-,r pH-ZVert des Sols 4,5 überschreitet. Das entstehende Sol hat einen p11-Wert von 2,5 bis 4,5, der hauptsächlich auf die Gegenwart einer Mineralsäure und/oder eines sauren Salzes derselben, wie Schwefelsäure und/oder Natriumhydrogensulfat u. dgl., die in dem Ausgangssol enthalten sind, zurückzuführen ist. Bei der Ausführung des neuen Verfahrens ist es möglich, das salzhaltige saure Kieselsäurehydroorganosol mit den Anionen- und Kationenaustauschern gleichzeitig oder in jeder beliebigen Reihenfolge in Berührung zu bringen, vorausgesetzt, daß der pH-Wert des Sols 4,5 nicht übersteigt und daß er nicht unterhalb bestimmter, im folgenden angegebener Werte absinkt.
  • Obgleich es bekannt ist, daß Salze aus ihren wäßrigen Lösungen entfernt werden können, indem solche Lösungen mit Kationen- und Anionenaustauschern in Berührung gebracht werden, war nicht vorauszusehen, daß die Entfernung von Salzen aus sauren Kieselsäurehydroorganosolen durch Verwendung solcher Austauschar erreicht werden könnte, wegen der Gegenwart organischer Flüssigkeiten in solchen Solen, wegen der Neigung solcher Sole, bei verhältnismäßig geringen p$-Wert-Erhöhungen rasch zu gelieren, und ferner wegen der Neigung der Kieselsäuren in solchen Solen, an dem Anionenaustauschharz absorbiert zu werden, insbesondere wenn man in Betracht zieht; daß bestimmte Anionenaustauschharze zur Entfernung von Kieselsäure aus wäßrigen Lösungen benutzt worden sind. Die vorliegende Erfindung schlägt jedoch ein praktisches Verfahren zur Entfernung von Salzen aus solchen Solen vor, bei dem die Gelierung des Sols innerhalb praktischer Zeiträume vermieden und die Absorption von kolloider Kieselsäure und/oder Kieselsäure durch das Anionenaustauschmaterial auf ein Mindestmaß herabgesetzt wird.
  • Die als Ausgangsmaterial bei dieser Erfindung verwendeten Kieselsäurehydroorganosole können bevorzugt nach den in den obenerwähnten Patentschriften beschriebenen Verfahren hergestellt werden.. Diese Verfahren sehen zunächst die Herstellung eines sauren Sols mit einem pH-Wert zwischen 1,8 und 4,5 vor, indem ein wasserlösliches Alkalisilicat, z. B. Natriumsilicat, mit einer Mineralsäure, z. B. Schwefelsäure, in geeigneter Menge angesäuert wird, worauf dann eine mit Wasser mischbare organische Flüssigkeit, z. B. Äthanol, zu dein Hydrosol gegeben wird, um eine beträchtliche Menge des bei der Umsetzung des Silicats mit der Säure entstandenen Salzes auszufällen, worauf das Sol zur Ausfällung weiterer Salzmengen abgekühlt werden.kann. Das Salz wird dann von dem Sol durch Filtrieren, Zentrifugieren od. dgl. abgetrennt. Diese Ausgangssole enthalten noch mindestens 0,1 Gewichtsprozent Salz, ja sie können zuweilen bis zu 5 Gewichtsprozent Salz enthalten. Selbst die Mindestmenge an Salz macht die Sole für einige Zwecke, z. B. zur Herstellung von Überzügen oder Filmen, bei denen geringe elektrische Leitfähigkeit oder geringe Wasserempfindlichkeit erforderlich ist, unbefriedigend. Solche Ausgangssole sind ferner unbefriedigend bei der Herstellung von, Aerogelen, die frei oder praktisch frei von Elektrolyten sein müssen. Die Ausgangssole werden gewöhnlich bei einer Temperatur zwischen 0 und 15° C hergestellt, bevorzugt jedoch bei einer Temperatur zwischen 3 und 12° C. Sie können jedoch mit den im folgenden beschriebenen Kationen- und Anionenaustauschmaterialien bei Temperaturen unterhalb 30° C, z. B. bei Temperaturen von 0 bis 30° C, in Berührung gebracht- werden, obgleich Temperaturen von 0 bis 20° C befriedigender sind. Die Ausgangssole haben bevorzugt einen pH-Wert zwischen 2 und 4 und einen Si 02-Gehalt, als Kieselsäure, von etwa 5 bis 12 Gewichtsprozent.
  • Nach einer bevorzugten Ausführungsform dieser Erfindung werden die als Ausgangsmaterial verwendeten sauren Kieselsäurehydroorganosole hergestellt, indem zunächst eine wäßrige Lösung von Natriumsilicat und wäßrige Schwefelsäure bei einer Temperatur zwischen etwa 0 und 15° C in solchen Mengenanteilen und Konzentrationen umgesetzt werden, daß ein saures Kieselsäurehydrosol mit einem pH-Wert von etwa 2 bis 4 entsteht, das Natriumsulfat und etwa 12 bis 20 Gewichtsprozent Si 02 als Kieselsäure enthält. Die Hydrosole mit einem Kieselsäuregehalt von mehr als 17 Gewichtsprozent müssen gewöhnlich bei 0 bis 5° C gehalten werden, um ein rasches Gelieren zu verhindern.
  • Das so erhaltene Kieselsäurehydrosol wird bei 0 bis 15° C gehalten und mit einer mit Wasser mischbaren Flüssigkeit,, z. B. Äthanol, unter Bildung eines Kiesalsäurehydroorganosols vermischt, das etwa 25 bis 60 Gewichtsprozent, bevorzugt 40 bis 60 Gewichtsprozent, der organischen Flüssigkeit und etwa 5 bis 12 Gewichtsprozent S'02 als Kieselsäure enthält. Das Natriumsulfat ist in dem obigen Sol praktisch unlöslich und wird somit in beträchtlichem Maße als Nag S 04.12 H2 O ausgefällt. Nach Entfernen dieses ausgefallenen Natriumsulfats durch Zentrifugieren oder Filtrieren oder Dekantieren des Sols od. dgl. wird ein Sol erhalten, das etwa 0,1 bis 0,6 Gewichtsprozent Nag S 041 je nach der Konzentration der organischen Flüssigkeit in dem Sol und der Temperatur des Sols, enthält.
  • Die zur Herstellung der Ausgangssole verwendete organische Flüssigkeit kann einen Siedepunkt oberhalb des Siedepunktes von Wasser bei Atmosphärendruck haben, wenn das Sol z. B. zur Behandlung von Textilien oder Papier verwendet werden soll. So können z. B. die höhersiedenden, mit Wasser mischbaren, organischenFlüssigkeiten, zvieDiäthylenglykol, Äthylenglykol, 2-Äthoxyäthanol, Methoxyäthanol, 2-Butoxyäthanol, Monomethyläther von Diäthylenglykol, Monoäthyläther von Diäthylenglykol -oder Monobutyläbb,er von Diäthylenglykol od. dgl. m., in solchen Fällen verwendet werden. Bei dieser Art von organis,chen Flüssigkeiten werdon die, die aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen bestehen, bevorzugt. Wann jedoch die-Sole zur Herstellung von Aerogelen verwendet werden sollen, ist es notwendig, mit Wasser @mischlSäe organische Flüssigkeiten, bevorzugt sol:ehe, die aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen bestehen, zu verwenden, die einen Siedepunkt unter dem des Wassers bei Atmosphärendruck haben. Als Beispiele für geeignete Flüssigkeiten dieser Kategorie sein Methanol, Äthanol, Isopropanol, tert.-Butylallahol od. dgl. gemannt. Die bevorzugten organischen Flüssigkeiten oder Verdünnuigsmittel sind Äthanol und Aceton. Die verwendete organische Flüssigkeit soll praktisch neutral sein.
  • Die Umsetzung zwischen den Metallkationen in dem Sol und dem Kationenaustauschmaterial kann durch die folgende Gleichung wiedergegeben werden:
    M+ -h- H R --> M R -I- H+,
    in der M+ ein Metallkation und R der wasserunlöslicheTeil des Kationenaustauschmaterials ist. Der hier verwendete Kationenaustauscher wird also in der Wasserstoffionenform verwendet. Sobald er erschöpft ist, wird er durch Behandeln mit einer Säure, z. B. 112S04 oder H Cl, regeneriert. Der Kationenaustauscher muß ein »starker Kationenaustauscher« sein, also Metallkationen aus ,väßrig-organischen Lösungen bereits bei einem pH-Wert von 2 entfernen können. Beispiele für starke Kationenaustauscher sind die wasserunlöslichen Phenol-1VIethylen-Sulfo:nsäure-Harze, z. B. die, die durch Umsetzen von Phenol, Formaldehyd und H2 S 04 oder einem Alkalisulfit erhalten werden; wasserunlösliche, polyrnerisierteVinylaroinaten, die kernständige Sulfonsäuregruppen oder Schwefelsäuregruppen an den aliphatischen Teilen der Polymerisate enthalten, u. dgl. Erwähnt seien »Dowex 50<; und »A mberlite IR-120«, die kernständige Sulfonsäuregruppen an einem Polystyrol-' Divinylbenzol-Harz enthalten. Im allgemeinen sind die Kationenaustauscher, die eine ähnliche Titrationskurve haben, wie sie in Fig. 1 auf S. 88 von »Analytical Chemistry«, Bd.21 (1949), gezeigt ist, befriedigend.
  • Die Umsetzung zwischen den Mineralsäureanionen in dem Sol und der Basenform eines schwachen Anionenaustauschers kann durch die folgenden Gleichungen wiedergegeben werden:
    H2 O -h R1 - (N H2)@ -#- R1- (N H3)+. O H (I)
    R1 - (N H3) + O H-+ H+A- _
    -+.Rl-(NH3)iA -1-H20'
    R1 - (N H2)z + H+A -@ R1- (N H3)= A (1I)
    wobei A das Anion einer Mineralsäure, z. B. Cl , S 0 4 -, H S O, P 0 4 -- und H P O,- -, und R,-(NH2)x der wasserunlösliche Teil des schwachen Anionenaustauschers ist. Diese Gleichungen erläutern somit die Entfernung von Mineralsäureanionen in dem Hydroorganosol durch Verwendung der Basenform eines schwachen Anionenaustauschers, der aus einer Vielzahl von salzbildenden Stickstoffatomen, z. B. Aminogruppen oder Iminogruppen, besteht. Der Anionenaustauscher muß in »der Basenform eines sch-#vachenAnionenaizstauschers« vorliegen, womit ein Material gemeint ist, das leicht Mineralsäureanioneri aus wäßrig-organischer Lösung bei einem verhäItnismäßig niedrigen pH-Wert, etwa einem pH-Wert zwischen 2 und 4,5, absorbiert, solche Anionen jedoch nur langsam entfernt, wenn der pH-Wert in die Nähe von 7,0 rückt. Starke Anionenaustauscher, die Mineralsäureanionen bei einem pH-Wert oberhalb 7 entfernen, können nicht verwendet werden, da sie S'02 und/oder Kieselsäure wie auch Mineralsäureanionen aus dem Sol entfernen. Zu den Gleichungen (I) und (II) ist ferner zü bemerken, däß die Entfernung von Mineralsäureanionen aus dem Sol zu einer Erhöhung des pH-Wertes des Sols führt. Wenn der pH-Wert des Sols 4,5 überschreitet, wird die Stabilität des Sols beeinträchtigt, und das Söl neigt zur Bildung eines irreversiblen Gels innerhalb kurzer Zeit und ist danach zur weiteren Verwendung ungeeignet. Wenn das Gel sich in einem Bett des Anionenaustauschers bildet, macht es das Bett für weitere Verwendung unwirksam. Deshalb ist es bei der Ausführung dieser Erfindung wesentlich, daß der pH-Wert des Sols, das mit der Basenform des schwachen Anionenaustauschers in Berührung gebracht wird, nicht über 4,5 ansteigen gelassen wird. Wie aus dieser Beschreibung hervorgeht, kann dies durch die Reihenfolge, in der der Kationenaüstauscher und Anionenaustauscher verwendet werden, ünd/oder durch die Fließgeschwindigkeit des Sols durch ein Bett des Anionenaustauschers erreicht werden.
  • Durch Verwendung der Basenform eines wasserunlöslichen schwachen Anionenaustauschers unter den hier beschriebenen Bedingungen ist es möglich, die geeigneten pH-Werte in dem Sol zu erhalten, und das entstehende Sol ist für weitere Arbeitsgänge, wie Pumpen, zeitweilige Aufbewahrung u. dgl., ausreichend fließfähig.
  • Beispiele für schwache, hier geeignete Anionenaustauscher sind die Basenform von schwachen Anionenaustauschern, so von wasserunlöslichenMischpolyrnerisäten von Styrol und Divinylbenzol, die kernständige Aminogruppen oder mehrfach alkylierte Amingruppen enthalten, wasserunlösliche, polymerisierte Kondensationsprodukte eines aromatischen Amins, z. B. m-Phenylendiamin mit Formaldehyd, und wasserunlösliche polymerisierte Reaktionsprodukte eines mehrwertigen Amins, wie Äthylendiamin, Diäthylentriamin u. dgl., mit Phenol und Formalde-hyd. Beispiele für handelsübliche schwache Anionenaustauscher, die verwendet werden können, sind »Dowex 3« oder »Amberlite IR-45«, die mehrfach alkylierte Aminogruppen an einem wasserunlöslichen Styrol-Divinylbenzol-Mischpolymerisatharz enthalten. Im allgemeinen hat die Basenform des geeigneten schwachen Anionenaustauschers eine ähnliche Titra= tionskurve wie die von Fig. 6 auf S. 8 von »Eiicyclopedia of Chemical Technology«, Bd. 8 (1952), herausgegeben von der Interscience Encyclopedia, Inc., New York, gezeigte. Solche Austauscher enthalten im all= gemeinen eine Vielzahl von -N H? , -hT H R- oder -NR2-Gruppen, wobei R ein aliphatischer Rest ist.
  • Wenn der Anionenaustauscher erschöpft ist, kann er in bekannter Weise regeneriert und dann wiederverwendet werden.
  • Bei der Ausführung der Verfahren dieser Erfindung ist es, wie bereits erwähnt, wichtig, daß der pH-Wert des Hydroorganosols während der Kationen,- und Anionenentfernung des Salzes in dem Sol geregelt wird, um ein Gelieren des Sols zu vermeiden und um ferner die Kationen und Anionen so vollständig wie möglich zu entfernen. Die pH-Bedingungen in dem Sol während des Kationen- und Anionenaustausches schwanken mit der Reihenfolge, in der die Kationen-und Anionenaustauscher verwendet werden oder ob sie gleichzeitig verwendet werden. Wenn das Ausgangshydroorganoso.l zuerst mit dem Anionenaustauscher in Berührung gebracht wird, steigt der pH-Wert des Ausgangssols wegen der Entfernung vo_n Mineralsäureanionen aus dem Sol. Um ein Gelieren des Sols zu vermeiden, ist es wesentlich, daß das Sol von der Berührung mit dem Anionenaustauscher getrennt wird, ehe der pH-Wert des Sols 4,5 übersteigt. Unter diesem Gesichtspunkt ist es nicht praktisch, ein saures Kieselsäurehydroorganosol bei einem pH-Wert von. etwa 3,5 bis 4,0 zu verwenden, wenn ein solches Sol zuerst mit dem Anionenaustauscher in Berührung gebracht werden soll, da nur verhältnismäßig kleine Mengen von Mineralsäureanionen aus einem solchen Sol entfernt werden können, ehe der pH-Wert des Sols 4,5 übersteigt. Es ist vorzuziehen, um eine größere Wirksamkeit des Anionenaustauschers zu erzielen, ein saures Hydroorganosol zu verwenden, das einen: pH-Wert von etwa 1,8 bis 3,5 und bevorzugt einen pg-Wert zwischen etwa 1,8 und 3,0 hat. In solchen Fällen lcann das Sol in Berührung mit dem Anionenaustauscher gehalten werden, bis der pH-Wert des Sols ansteigt, jedoch 4,5 nicht überschreitet. Gewöhnlich wird eine befriedigende Entfernung des Mineralsäureanions erzielt, wenn der pH-Wert des Sols im Bereich von 3,5 bis 4,5, bevorzugt zwischen 3,5 und 4,0, liegt, und das Sol wird dann aus der Berührung mit dem Anionenaustauscher entfernt.
  • Das entstehende Sal wird dann mit dem starken Kationenaustauscher in Berührung gebracht, um Metallkationen aus dem Sol zu entfernen, was zu einem Absinken des pH-Wertes des Sols unter 3,5 und gewöhnlich zwischen 1,8 und 3,3 führt. Wenn die entstehende Azidität des Sols schädlich ist, kann der pH-Wert des Sols durch erneute Berührung des Sols mit der Basenform des schwachen Anionenaustauschers erhöht werden, bis der pH-Wert zwischen 3,5 und 4,5, bevorzugt zwischen 3,5 und 4,0, liegt. In solchen Fällen, wo das Sol zur Herstellung von Kieselsäureaerogelen verwendet werden soll, die frei oder praktisch frei von Salzen sind und weniger als 0,1 Gewichtsprozent Elektrolyte enthalten, ist dieses Verfahren zur Einstellung des endgültigen pH-Wertes des Sols ohne Elektrolytzugabe zu dem Sol sehr wichtig.
  • Wenn das Verfahren der Berührung des Ausgangshydroorganosols mit dem Anionenaustauscher und anschließend mit dem Kationenaustauscher angewendet wird, kann das Sol für Zwecke, bei denen ein salzfreies oder praktisch salzfreies Sol erforderlich ist, direkt verwendet werden. Wenn jedoch das Sol einen pH-Wert unter 3,0 hat und also mehr Mineralsäure enthält, als für bestimmte Zwecke erwünscht ist, kann es- mit demAnionenaustauscher inBerührung gebracht werden, um den pH-Wert erforderlichenfalls zwischen 3- und 4,5 oder zwischen 3,5 und 4 nach dem oben angegebenen Verfahren zu bringen.
  • Nach einer anderen Ausführungsform dieser Erfindung wird das saure Kieselsäurehydroorganosol zuerst mit dem Kationenaustauscher in Berührung gebracht. Dies führt zur Entfernung von Metallkationen atzs -dem Sol und verursacht eine Abnahme des pH-Wertes des Sols, welcher bis zu Werten von 1,8 bis 2 äl:sinken kann. Da die Entfernung von Metallkationen nicht -wirk _sam ist, wenn das ursprüngliche Sol einen niedrigen pR-Wert besitzt, wird bei dieser Ausfiihrungsform bevorzugt: ein Ausgangssol verwendet, das einen pH-Wert von etwa 3,0. bis 4,5 hat, und die Berührung zwischen dem Sol und dem Kationenaustauscher aufrechterhalten, bis der pH-\;#rert des Sols unter 2255,-bevorzugt bis auf etwa 1,8 bis 2,0, absinkt. Bei diesen pH-Werten ist das Sol ziemlich stahil, z. B.. 1 Woche lang oder länger bei Temperaturen unter 15° C, und deshalb besteht nur geringe Gefahr, daß das_Sol_geliert. Das entstehende Sol wird dann mit der Basenform des schwachen Anionenäustauschers zur -Entfernung von Mineralsäur eanioneri 'aus dem Sol-in-Berülirung-gebracht. Dies;führt`.zu einem Ansteigen des pH-Wertes des Sols, und es ist wesentlich, daß das Sol von dem Anionenaustauscher getrennt wird, ehe der pH-Wert 4,5 übersteigt, andernfalls ist das Sol verhältnismäßig instabil gegen Gelbildung und geliert selbst bei tiefen Temperaturen ziemlich rasch. Das Sol kann von dem Anionenaustauscher bei einem pH-Wert zwischen 3,0 und 4,5 abgetrennt werden; der pH-Wert, bei dem die Abtrennung erfolgt, hängt weitgehend von dem Verwendungszweck des Sols ab. Wenn das Sol innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit, z. B. innerhalb 12 bis 24 Stunden, verwendet werden soll, kann das Sol von dem Anionenaustauscher bei einem p,1-Wert bis zu 4,5 abgetrennt werden. Wenn das Sol jedoch 24 bis 48 Stunden oder länger aufbewahrt werden soll, soll es von dem Anionenaustauscher bei einem pH-Wert von etwa 3.0 biss 4,0 abgetrennt werden.
  • Nach einer weiteren Ausführungsform dieser Erfindung wird das Ausgangshydroorganosol mit einem Gemisch des Kationen- und Anionenaustauschers in Berührung gebracht, bis alles oder praktisch alles restliche Salz in dem Hydroorganosol durch die Austauscher entfernt worden ist. Bei der Ausführung dieses Verfahrens liegt der pH-Wert des Sols gewöhnlich innerhalb des Bereiches von 2,5 bis 4,5, und die Berührung-mit dem Gemisch der Austauscher wird aufrechterhalten, bis der Salzgehalt des Sols kleiner als 0,01 Gewichtsprozent ist, vorausgesetzt, daß das Sol von den Austauschern abgetrennt wird, wenn der pH-Wert des Sols anfängt, auf einen Wert oberhalb 4,5 anzusteigen. Wenn der pH-Wert des Sols 4,5 übersteigt, kann dieses gelieren, ehe es von den Aistauschern abgetrennt werden kann, oder es hat nur eine kurze Lebensdauer. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung wird das Ausgangshydroorganosol bevorzugt durch ein Mischbett der Anionen- und Kationenaustauscher geschickt, während die Fließgeschwindigkeit des Sols so geregelt wird, daß der pH-Wert des abfließenden Sols zwischen 2,5 und 4,5, bevorzugt zwischen 3,5 und 4,0, genalten wird, um eine günstige Ionenaustauschwirksamkeit von jedem Austauscher zu erziel-en. Beim Arbeiten in dieser Weise enthält das aus dem Bett der Austauscher erhaltene Sol weniger als 0,01 Gewichtsprozent von dem Salz, das in dem Ausgangs'hydroorganosol enthalten war.
  • Wenn das Mischbett der Austauscher erschöpft ist, kann es regeneriert werden, indem zuerst die Austauscher getrennt werden. Dies kann durch hydraulische Trennung erfolgen, wobei die Austauscher in Wasser suspendiert werden und sich dabei wegen des Dichteunterschieds der Austauscher in zwei getrennte Schichten aufteilen. Nach der Trennung können sie, wie oben beschrieben, einzeln regeneriert und dann, zu weiterer Behandlung eines Ausgangshydroorganosols vermischt werden.
  • Das Ausgangshydroorganosolkann mit den Ionenaustauschern in mannigfacher Weise in Berührung gebracht werden. So kann z. B. der Austauscher zu dem Sol gegeben und dann von dem Sol durch Filtrieren, Zentrifugieren od. dgl. abgetrennt werden, wenn der gewünschte pH-Wert erreicht ist, oder derAustauscher kann in einem bewegten Strom des Sols in Form eines Fließbettes suspendiert und anschließend von dem Sol abgetrennt werden, oder das Sol kann durch ein Fixbett des Austauschers geleitet werden. Das letztere Verfahren wird bevorzugt, da es eine genaue und wirksame Regelung des pH-Wertes des Sols gestattet. Wenn feste Schichten des Austausehers -verwendet werden, kann. die Bewegung des Sols -durch das Bett abwärts öder aufwärts erfolgen. Der Einfachheit ha]= ber wird das Sol meist auf Grund des Eigengewichtes abwärts durch das Bett des Austauschers fließen gelassen, jedoch ist dies nicht notwendigerweise das wirksamste Verfahren. Wenn das Hydroorganosol trübe ist oder suspendierte Substanz enthält, wird die suspendierte Substanz daraus bevorzugt entfernt, ehe es durch ein Bett des Austauschers geleitet wird. Dies wird im Falle von Solen, die Gelteilchen oder andere feste Teilchen von mehr als kolloider Größe enthalten, mveckmäßig durch Filtrieren, Zentrifugieren od. dgl. erreicht und erfolgt bevorzugt, indem das Sol durch ein Sandfilter geschickt wird.
  • Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert. Teile und Prozentzahlen sind, wenn nicht anders bemerkt, Gewichtseinheiten. Beispiel 1 5,81 eines sauren Kieselsäure-Äthanol-Hydrosols mit einer Temperatur von 20° C, einem Gehalt an ko-llo.i:dür Kieselsäure von 9,5",/o, einem \Tatriumsulfatgehalt von 0,3%, einem Äthanolgehalt von 50%, einem Wassergehalt von 40%, die ausreichend freie Schwefelsäure enthielten, um einen pH-Wert von etwa 3,0 (Glaselektrode) zu bewirken, wurden infolge Schwerkraft abwärts durch eine Säule (3,5 cm Durchmesser und 15 cm Höhe) der Säureform von »Dowex 50« (starkes Kationenaustauschharz, das aus wasserunlöslichen Kügelchen eines Mischpolymerisates von Styrol und Divinylbenzol besteht, das kernständige Sulfonsäuregruppen enthält) in einer Menge von etwa 10 ccm je Minute laufengelassen. Dieses Kationenaustauschharz hatte eine Kapazität von 4,25 mval je g. Der pH-Wert des Äthanol-Hydrosols wurde durch diese Behandlung auf etwa 2,0 herabgesetzt, und das abfließende So:l war praktisch frei von Natriumionen, wie sich aus der Tatsache ergab, daß es eine zu vernachlässigende Flammenfärbung durch Natrium zeigte.
  • 3,781 des von dem Kationenaustauschharz abfließenden Sols wurden in einen Glasbehälter gebracht und kräftig gerührt, während insgesamt 280 g der Basenform von »Amberlite IR-45« (schwacher Aniomenaustauscher, der aus wasserunlöslichen Kügelchen eines Styrol-Divinylbenzol-Mischpolymerisats besteht, das eine Vielzahl von mehrfach alkylierten Aminogruppen enthält) mit einer Kapazität von 6,0 mval je g zugegeben wurden. Als der pH-Wert des Sols 3,7 (Glaselektrode) erreichte, wurde das Ruhren unterbrochen und der Anionenaustauscher rasch durch Filtrieren durch ein Sieb mit 525 Maschen je qcm von dem Sol getrennt. Das entstehende Sol ergab keinen sichtbaren Niederschlag, wenn ein Teil davon mit Bariumchloridlösung geprüft wurde. Die von den Ionenaustauschharzen adsorbierte Menge Kieselsäure war zu vernachlässigen, und das Sol verblieb mindestens 24 Stunden lang in fließfähigem, zum Abpumpen geeignetem Zustand. Der pH-Wert des Sols war hauptsächlich auf eine kleine restliche Menge Schwefelsäure und Na H S 04 zurückzuführen.. Beispiel 2 5,8 1 eines sauren Kieselsäure-Äthanol-Hydrosols, wie im Beispiel 1 beschrieben, wurden zunächst durch ein Sandfilter filtriert und dann infolge Schwerkraft abwärts durch ein festes Bett in Form einer Säule (17 mm Durchmesser und 610 mm Höhe) von Kügelchen der Wasserstoff- oder Säureform von »Amberlite IR-120« (starkes Kationenaustauschharz, das aus einem wasserunlöslichen Mischpolymerisat von Styrol und Divinylbenzol mit einer Vielzahl von kernständigen Sulfonsäuregruppen besteht und eine Kapazität von 4,2 mval je g hat) in einer Menge von 15 ccm je Minute laufengelassen. Das von der Kolonne abfließendeSod wurde aufgefangen, bis dieGesamtmenge des abfließenden Sols einen pH-Wert von 2,0 (Glaselektrode) hatte. Der Fluß des Sols durch die Kolonne wurde dann unterbrochen. Ein kleiner Teil dieses abfließenden Sols wurde auf seinen Natriumgehalt untersucht und zeigte in der Flammenfärbung eine zu vernachlässigende Menge Natrium.
  • Der Rest des von dem Kationenaustauschharz abfließenden Sols wurde anschließend infolge Schwerkraft abwärts durch ein festes Bett in Form einer Säule (17 mm Durchmesser und 610 mm Höhe) von Kügelchen der Basenform von (obenerwähntem) »Amberlite IR-45« in einer Menge von 20 bis 27 ccm je Minute laufengelassen. Sobald der p$ Wert des gesamten, von der Kolonne abgeflossenen Sols 3,7 (Glaselektrode) erreicht hatte, wurde der Fluß des Sols durch die Säule unterbrochen und letztere sofort mit Wasser frei von Sol gewaschen, um ein Gelieren des Sols in der Kolonne zu verhindern. Die spezifische Leitfähigkeit des aus der Anionenaustauschkolonne abgeflossenen Sols betrug 3,8 - 10-5 bis 6,1 - 10-5 reziproke Ohm bei 25° C. Der pH-Wert des Sols betrug etwa 3,8, was hauptsächlich auf die Gegenwart einer kleinen Menge H2 S 04 zurückzuführen war. Eine Flammenprobe des Sols zeigte eine zu vernachlässigende Konzentration an Natriumionen, und es wurde kein Niederschlag beobachtet, wenn ein Teil des abfließenden Sols mit einer verdünnten, wäßrigen Bariumchloridlösung behandelt wurde.
  • Beispiel 3 2,91 eines sauren Äthanol-Hydrosols bei einer Temperatur von 20'° C mit einem Kieselsäuregehalt von 9,4% als kolloide Kieselsäure, einem Natriumsulfatgehalt von 0,6%, einem,Äthanolgehalt von 45%, einem Wassergehalt von 45 %, die genügend freie H., S 04 enthielten, um einen PH-Wert von etwa 3 zu erzeugen, wurden zuerst durch ein Sandfilter und dann infolge Schwerkraft abwärts durch eine Säule von 17 mm Durchmesser und 1220 mm Höhe aus einem gründlich gemischten Bett von Teilchen, die gleiche Kapazitäten der Wasserstofform von »Amberlite IR-120«-Ka.tio:nenaustauschharz und der Basenform des schwachen Anionenaustauschharzes »AmberliteIR-45 « enthielten. Die Fließgeschwindigkeit des Sols durch die Säule wurde so eingestellt, daß ein Sol mit einem pH-Wert zwischen 3,5 und 4,0 (Glaselektrode) abfloß. Dieses abfließende Sol war bei 25° C mindestens 24 Stunden lang beständig, während welcher Zeit es ohne nennenswerte Veränderung der Viskosität abgepumpt oder aufbewahrt werden konnte. Beispiel 4 Ein saures Kieselsäure-Äthanol-Hydrosol wurde hergestellt, indem allmählich unter kräftigem Rühren 630 g einer wäßrigen Lösung, die 20% Natriumsilicat mit einem Nag O-Si 02-Verhältnis von 3,2: 1 enthielt, zu 176 g einer wäßrigen Lösung mit 34,60/0 H2 S 09 gegeben wurden. Als der pH Wert der entstehenden Lösung auf 2,5 anstieg (Glaselektrode), wurde keine Natriumsilicatlösung mehr zugesetzt und Äthanol allmählich zugegeben, bis das Äthanol 50% des entstehenden So:ls ausmachte. Alle obigen Bestandteile wurden in Glasbehältern aufbewahrt, die vor dem Vermischen der Bestandteile bei 6° C in ein Eisbad eingetaucht wurden, und die Natriumsulfatkristalle, die bei der Zugabe des Äthanols ausfielen, wurden von dem Sol bei einer Soltemperatur von 6° C äbfiltriert. Der Natriumsulfatgehalt dieses Kieselsäüre-Athanol-Hydrosols betrug 0,12111o.
  • Dieses Äthanol-Hydrosol wurde durch seinGewiclit abwärts in einer Menge von 9 ccm je Minute durch eine Säule, die 1 cm Durchmesser und 28 cm Höhe hatte, aus Teilchen der Basenform von »Amberlite IR-45« (schwaches Anionenaustauschharz) fließen gelassen. Das abfließende Sol wurde aufgefangen, bis sein pH Wert (Glaselektrode) zwischen 3,7 und 4,0 lag, worauf der Fluß durch die Säule unterbrochen und das Sol in der Kolonne sofort von dem Harz abgelassen und das Harz mit Wasser gewaschen wurde. Eine 2-ccm-Probe des abfließenden Sals bei einem pH-Wert von 3,7 bis 4,0 ergab keinen sichtbaren Niederschlag bzw. keine sichtbare Trübung, wenn sie mit einem Tropfen einer lmolaren wäßrigen Bariumchloridlösung behandelt wurde.
  • Das von der Anionenaustauschsäule abfließende Sol wurde dann durch sein Gewicht abwärts durch eine Säule (1 cm Durchmesser und 20 cm Höhe) von Teilchen der Wasserstofform von »Dowex 50« (starkes Kationenaustauschharz) fließen gelassen. Die Fließgeschwindigkeit des Sels durch die Kationenaustauschkolonne betrug 10 ccm je Minute, und der Fluß wurde fortgesetzt, bis der p$ Wert (Glaselektrode) des gesamten abgeflossenen Sols 3,0 betrug. Der spezifische Widerstand dieses abfließenden Sols betrug 20 000 Ohm. Ein Teil dieses abfließenden Sols wurde einer Flammenfärbungsprobe unterworfen und zeigte eine zu vernachlässigende Gelbfärbung, was die praktisch vollständige Entfernung von Natriumionen anzeigte. Beispiel 5 Versuche wurden ausgeführt, wie in den Beispielen 1 bis 4 beschrieben, nur enthielten die Ausgangssole Aceton an Stelle von Äthanol, waren aber sonst mit den Ausgangssolen der vorhergehenden Beispiele identisch. Nach der Behandlung mit den Kationenaustausch- und Anionenaustauschern enthielten die sauren Kieselsäure-Aceton-Hydro-sole weniger als 0,01 % Elektrolyte, auf Natriumsulfat berechnet.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung saurer Kieselsäurehydroorganosole mit außerordentlich niedrigem Salzgehalt, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Temperatur unter 30° C ein saures Kieselsäurehydroorganosol, das Kieselsäure, Wasser, eine mit Wasser mischbare organische Flüssigkeit, mindestens 0,1 Gewichtsprozent eines Salzes einer Mineralsäure und ein Alkalisilicat und eine Mineralsäure in solcher Menge enthält, daß ein pH-Wert von 1,8 bis 4,5 erhalten wird, mit der Wasserstoffform eines wasserunlöslichen, starken Kationenaustauschmaterials und der basischen Form eines wasserunlöslichen, schwachenAnionenaustauschermäterials, das eine Vielzahl salzbildender Stickstofiatome enthält, in Berührung gebracht wird, bis das Hydroorganosol praktisch frei von diesem Salz ist, und daß das Hydroorganosol von diesem Anicnenaustauschmaterial abgetrennt wird, bevor der pH-Wert des Sols 4,5 überschreitet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das saure Kieselsäurehydroorganosol Wasser, mindestens 0,1 Gewichtsprozent Natriumsulfat, etwa 5 bis 12 Gewichtsprozent Kieselsäure, etwa 25 bis 60 Gewichtsprozent einer mit Wasser mischbaren organischen Flüssigkeit und so viel Schwefelsäure enthält, daß der pH-Wert zwischen etwa 2 und 4,5 liegt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Temperatur unterhalb 30° C ein saures Hydroorganosol, das etwa 0,1 bis 0,6 Gewichtsprozent Natriumsulfat, etwa 5 bis 12 Gewichtsprozent Kieselsäure als (m Si 02 -n H2 O) etwa 25 bis 60 Gewichtsprozent einer mit Wasser mischbaren organischen Flüssigkeit, deren Siedepunkt bei Atmosphärendruck unter dem des Wassers liegt und die aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen besteht, enthält, wobei der Rest des Sols praktisch aus Wasser und Schwefelsäure in solcher Menge besteht, daß ein zwischen etwa 2 und 4 liegender p$ Wert erhalten wird, mit der Wasserstofform eines in Wasser unlöslichen starken Kationenaustauschmaterials in Berührung gebracht wird, um praktisch alle Natriumionen des Natriumsulfats aus dem Sol zu entfernen, wobei ein Hydroorganosol mit einem zwischen etwa 1,8 und 2,5 liegenden pH-Wert erhalten wird, daß anschließend das erhaltene Sol bei einer Temperatur unterhalb 30° C mit der Basenform eines wasserunlöslichen schwachen Anionenaustauschmaterials, das eine Vielzahl salzbildender Stickstoffatome enthält, in Berührung gebracht wird, um nahezu alle Sulfationen des Natriumsulfats zu entfernen, und daß dieses Sol von dem genannten Anionenaustauschmaterial- abgetrennt wird, während der pH-Wert des Sols zwischen 3,0 und 4,0 liegt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Temperatur unterhalb 30° C ein saures Kieselsäurehydroorganosol, das etwa 0,1 bis 0,6 Gewichtsprozent Natriumsulfat, etwa 5 bis 11 Gewichtsprozent Kieselsäure, etwa 25 bis 60 Gewichtsprozent einer mit Wasser mischbaren organischen Flüssigkeit, deren Siedepunkt unter dem des Wassers bei Atmosphärendruck liegt, und die aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen besteht, enthält, wobei der.Rest des Sols praktisch aus Wasser und Schwefelsäure in solcher Menge besteht, daß .ein zwischen etwa 1,8 und 3,5 liegender pH-Wert erhalten wird, mit der Basenform eines wasserunlöslichen schwachen Anionenaustauschmaterials, das eine Vielzahl salzbildender Stickstoffatome enthält, in Berührung gebracht wird, solange der pH-Wert des Sols 4,5 nicht übersteigt, und anschließend das genannte Sol bei einer Temperatur unter 30° C, ehe sich die Viskosität merklich ändert, mit der Wasserstoffform eines wasserunlöslichen starken Kätionenaustauschmaterials in Berührung gebracht wird, bis praktisch alle Natriumionen aus dem Sol entfernt sind und dieses Sol einen zwischen etwa 1,8 und 3,3 liegenden p$ Wert aufweist.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, 2; 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die organische Flüssigkeit Äthanol oder Aceton und das Salz Natriumsulfat ist.
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