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Verfahren zur Herstellung von Kieselsäureaerogelen Die Erfindung betrifft
ein Verfahren, bei welchem saure Kieselsäurehydroorganosole zur Herstellung von
Kieselsäureaerogelen mit äußerst niedrigem Salzgehalt verwendet werden. Die dabei
zur Anwendung gelangenden Kieselsäurehydroorganosole weisen einen pH-Wert zwischen
etwa 2,5 und 4,5 auf, der hauptsächlich auf die Anwesenheit einer Mineralsäure,
von deren sauren Salzen oder Gemischen von beiden zurückzuführen ist, und enthalten
weniger als 0,01 Gewichtsprozent eines Salzes.
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Bereits aus der USA.-Patentschrift 2 285 477 (White) ist die Herstellung
saurer Kieselsäurealkoholsole und Kieselsäureaerogele aus sauren Kieselsäurealkoholsolen
mit einem pH-Wert von etwa 1,8 bis 4,5 bekannt. Diese Sole besitzen jedoch nur eine
begrenzte Stabilität, die gewöhnlich zwischen 1 Stunde bzw. noch weniger und bis
zu 2 Wochen schwankt.
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Diese Alkoholsole können in der gleichen Weise wie dieAlkoholgele
nach derUSA.-Patentschrift 2 093 454 (K is t 1er) zur Herstellung von Aerogelen
im Autoklav behandelt werden.
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Die Hydroorganosole nach Weite enthalten wechselnde Mengen anorganischer
Salze, je nach der verwendeten Säure oder dem verwendeten Silicat, der Konzentration
an organischem Lösungsmittel und Kieselsäure in der Lösung, der Temperatur des Sols
und anderen Faktoren. Die Mindestkonzentration an anorganischen Salzen in dem Sol
beträgt etwa 0,1 bis 0,3 Gewichtsprozent, auf das Sol bezogen. Dieser Salzgehalt
ist für bestimmte Verwendungszwecke des Sols schädlich, so z. B. wenn ein Kieselsäureüberzug
oder -film mit geringer elektrischer Leitfähigkeit oder Wasserempfindlichkeit aus
dem Sol hergestellt werden soll. Darüber hinaus beträgt die Mindestmenge an anorganischen
Salzen, wenn das Sol zur Herstellung eines Kieselsäureaerogels im Autoklav behandelt
worden ist, etwa l bis 3 Gewichtsprozent des Aerogels.
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Wegen dieses verhältnismäßig hohen Elektrolytgehalts befriedigt das
Aerogel nicht völlig als Füllstoff in Silikonkautschuken, die als elektrische Isoliermaterialien
verwendet werden sollen, oder für andere Verwendungszwecke, bei denen eine geringe
elektrische Leitfähigkeit wesentlich ist. Die obigen Ausführungen in bezug auf die
Sole nach der USA.-Patentschrift 2 285 447 und die daraus hergestellten Aerogele
gelten auch für die sauren Hydroorganosole gemäß der USA.-Patentschrift 2285 449
(Mars hall) und die aus derartigen Solen hergestellten Aerogele.
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Auch die nach dem Verfahren der USA.-Patentschrift 2 093 454 hergestellten
Aerogele enthalten eine gewisse Menge Salz, so daß sie für bestimmte Verwendungszwecke
ungeeignet sind, insbesondere wenn das Material als elektrisches Isoliermaterial
verwendet werden soll. Dies beruht auf dem Umstand, daß be-
reits das Ausgangshydrogel
Salz enthält, welches von der Gelstruktur beharrlich festgehalten wird und durch
Waschen mit Wasser nach üblichen Verfahren nicht zu entfernen ist.
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Produkten, die gegenüber den in den obenerwähnten Patentschriften beschriebenen
erheblich verbessert sind, denn nach der Patentanmeldung M 32385 IVa/21 i ist es
möglich, alles oder praktisch alles Salz aus sauren Kieselsäurehydroorganosolen
zu entfernen, und es ist ferner möglich, aus dem entstehenden Sol Kieselsäureaerogele
herzustellen, die frei oder praktisch frei von Salzen oder anderen Elektrolyten
sind. Die entstehenden Aerogele lassen sich vorzüglich in elektrischen Isoliermassen
verwenden, was bei den oben erwähnten bisherigen Kieselsäureaerogelen nicht möglich
war.
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Nach der Patentanmeldung M 32385 IVal 12 i kann man alles oder praktisch
alles restliche, in einem sauren Kieselsäurehydroorganosol gelöste Salz entfernen,
indem das Sol gleichzeitig oder in beliebiger Reihenfolge mit einem starken Kationenaustauschmaterial,
welches zur Absorption von Metallkationen aus einer sauren wäßrig-organischen Lösung
befähigt ist, sowie mit der Basenform eines schwachen Anionenaustauschmaterials,
welches eine Vielzahl von salzbildenden Stickstoffatomen enthält, in Berührung gebracht
wird, vorausgesetzt, daß der pH-Wert des Sols während der Berührung mit solchen
Austauschmaterialien
4,5 nicht übersteigt. Das so entstehende,
für die Zwecke der vorliegenden Erfindung geeignete Sol hat einen PH Wert von 2,5
bis 4,5, der hauptsächlich auf die Anwesenheit einer Mineralsäure und/oder eines
sauren Salzes derselben, wie Schwefelsäure und/ oder Natriumhydrogensulfat u. dgl.,
die in dem Ausgangssol enthalten sind, zurückzuführen ist. Wenn ein Aerogel hergestellt
werden soll, wird die flüssige Phase des Sols entfernt, ohne daß das Gel, das sich
während des Erhitzens aus dem Sol bildet, komprimierenden Drucken ausgesetzt wird,
die ein beträchtliches Schrumpfen des Gels verursachen würden.
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Obwohl bekanntlich Salze aus ihren wäßrigen Lösungen entfernt werden
können, indem diese Lösungen mit Kationen- und Anionenaustauschern in Berührung
gebracht werden, war nicht vorauszusagen oder vorauszusehen, daß auch die Entfernung
von Salzen aus sauren Kieselsäurehydroorganosolen durch Verwendung dieser Austauscher
erreicht werden könnte, und zwar wegen der Gegenwart organischer Flüssigkeiten in
derartigen Solen, wegen der Neigung der Sole, bei verhältnismäßig geringen pH-Werterhöhungen
rasch zu gelieren, und ferner wegen der Neigung der Kieselsäuren in den Solen, an
dem Anionenaustauschharz absorbiert zu werden, insbesondere wenn man in Betracht
zieht, daß bestimmte Anionenaustauschharze zur Entfernung von Kieselsäure aus wäßrigen
Lösungen benutzt worden sind.
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Die nach den vorstehend aufgezeigten, bereits bekanntenVerfahren
erhaltenen Kieselsäurehydroorganosole enthalten mindestens 0,1 und in manchen Fällen
sogar bis zu 5 Gewichtsprozent Salz. Solche Ausgangsprodukte sind demzufolge zur
Herstellung von Kieselsäureaerogelen, die frei oder praktisch frei von jeglichen
Elektrolyten sein sollen, vollständig unbefriedigend. Das Ziel der vorliegenden
Erfindung ist es, diese für die praktische Anwendung der Kieselsäureaerogele schwerwiegenden
Nachteile zu überwinden.
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Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Herstellung eines Kieselsäureaerogels
mit äußerst geringem Elektrolytgehalt durchgeführt, bei dem ein saures Kieselsäurehydroorganosol
in ein geschlossenes System aufgegeben wird, das Sol erhitzt wird, um es in situ
in ein Hydroorganosol überzuführen, und dieses Gel anschließend, ohne es einer beträchtlich
verdichtenden flüssigfesten Grenzschicht auszusetzen, erhitzt wird, bis die gesamte
flüssige Phase des Gels in Dampf umgewandelt worden ist, und dieser Dampf von dem
entstandenen Gel abgetrennt wird. Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß
das saure Kieselsäurehydroorganosol einen zwischen etwa 2,5 und 4,5 liegenden pH-Wert
aufweist, welcher in der Hauptsache der Anwesenheit einer Mineralsäure, von deren
Salzen oder Gemischen aus beiden zuzuschreiben ist, und daß das Sol weniger als
0,01 Gewichtsprozent eines Salzes enthält. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung besitzt das Organosol einen zwischen 2,5 und 4,0 liegenden pH-Wert,
der in der Hauptsache auf Schwefelsäure und/oder Natriumbisulfat zurückzuführen
ist.
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Bevorzugt werden die als Ausgangsmaterial ver--wendeten sauren Kieselsäurehydroorganosole
hergestellt, indem zunächst eine wäßrige Lösung von Natriumsilicat und wäßrige Schwefelsäure
bei einer Temperatur zwischen etwa 0 und 150 C in solchen Mengenanteilen und Konzentrationen
umgesetzt wer--den, daß ein saures Kieselsäurehydrosol mit einem pH-Wert von etwa
2 bis 4 entsteht, welches Natriumsulfat und etwa 12 bis 20 Gewichtsprozent SiO2
als Kieselsäure enthält. Die Hydrosole mit einem Kiesel-
säuregehalt von mehr als
17 Gewichtsprozent müssen gewöhnlich bei 0 bis 5° C gehalten werden, um ein rasches
Gelieren zu verhindern.
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Das erhaltene Kieselsäurehydrosol wird bei einer Temperatur von etwa
0 bis 150 C gehalten und mit einer mit Wasser mischbaren Flüssigkeit, z. B. Äthanol,
unter Bildung eines Kieselsäurehydroorganosols vermischt, das etwa 25 bis 60 Gewichtsprozent,
bevorzugt 40 bis 60 Gewichtsprozent, der organischen Flüssigkeit und etwa 5 bis
12 Gewichtsprozent Si 02 als Kieselsäure enthält. Das Natriumsulfat ist in dem obigen
Sol praktisch unlöslich und wird folglich in beträchtlichem Maße als Na2 S 04 '
12 H2 0 ausgefällt.
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Nach Entfernen dieses ausgefallenen Natriumsulfats durch Zentrifugieren,
Filtrieren bzw. Dekantieren des Sols od. dgl. wird ein Sol erhalten, das etwa 0,1
bis 0,6 Gewichtsprozent Nu2 5 04, je nach der Konzentration der organischen Flüssigkeit
in dem Sol und der Temperatur des Sols, enthält.
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Da die Sole zur Herstellung von Aerogelen verwendet werden sollen,
ist es notwendig, mit Wasser mischbare organische Flüssigkeiten, bevorzugt solche,
die aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen bestehen, zu verwenden,
die einen Siedepunkt unter dem des Wassers bei Atmosphärendruck haben. Beispiele
für geeignete Flüssigkeiten dieser Art sind Methanol, Äthanol, Isopropanol, tert.-Butylalkohol
od. dgl. Die bevorzugten organischen Flüssigkeiten oder Verdünnungsmittel sind Äthanol
und Aceton. Die verwendete organische Flüssigkeit soll praktisch neutral sein.
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Aus den Kieselsäurehydroorganosolen wird das verbliebene Salz in
der oben beschriebenen Form mittels der Ionenaustauscher praktisch vollständig unter
Bedingungen entfernt, daß der pn-Wert solcher Sole 4,5 nicht übersteigt und gewöhnlich
im Bereich von 2,5 bis 4,0 liegt. Das entstehende Sol enthält weniger als 0,01 Gewichtsprozent
Salz und die gesamte Menge der Mineralsäure und/oder eines sauren Salzes derselben
oder einen Teil davon, die bereits in den ursprünglichen oder Ausgangssolen enthalten
waren.
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Das entstehende Sol kann so unter bestimmten Bedingungen, wie im folgenden
beschrieben, zur Herstellung von Aerogelen verwendet werden, die weniger als 0,1
Gewichtsprozent Elektrolyte enthalten.
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Es ist in manchen Fällen notwendig, das Sol vorzubehandeln oder den
pn-Wert des Sols einzustellen, ehe die Aerogele gebildet werden. Wenn der p-Wert
des aus den Austauschmaterialien erhaltenen Sols zwischen 3,3 und 4,0 liegt, kann
das Sol ohne weitere Behandlung direkt zur Herstellung der Aerogele benutzt werden.
Wenn andererseits der pn-Wert des Sols kleiner als 3,3 ist, d. h. zwischen etwa
2,0 und 3,0 liegt, ist es gewöhnlich notwendig, das Sol in bestimmter Weise zu behandeln,
wenn nicht die Benutzung des daraus hergestellten Aerogels zu einer übermäßigen
Korrosion der benutzten Vorrichtung führen oder das hergestellte Aerosol mehr freie
Mineralsäure als erwünscht enthalten soll. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn
die freie Mineralsäure eine verhältnismäßig schwerflüchtige Säure, z. B. Schwefelsäure
ist. Die diesbezügliche Behandlung des Sols kann in verschiedener Weise erfolgen.
Nach dem einen Verfahren wird das Sol mit einem wasserlöslichen alkalischen Ammoniumsalz,
wie Ammoniumcarbonat, behandelt, um den pn-Wert zwischen 3,3 und 4,0 herabzudrücken.
Dieses Verfahren verursacht die Bildung einiger Gelteilchen in dem Sol, die sich
als weiße Flecken in dem daraus hergestellten Aerogel zu erkennen geben, und ist
deshalb nicht so befriedigend
wie das andere hier beschriebene Verfahren.
Obwohl dieses Verfahren etwas Salz in das Sol einführt, zersetzt sich das Ammoniumsalz
während der Bildung des Aerogels aus dem Sol und tritt in dem erzeugten Aerogel
nicht in Erscheinung. Nach einem anderen Verfahren wird das Sol mit der Basenform
der schwachen Anionenaustauschmaterialien in Berührung gebracht, bis der pH-Wert
des Sols zwischen 3,3 und 4,0 liegt, wonach das Sol von dem Anionenaustauschmaterial
abgetrennt wird. Dieses Verfahren wird bevorzugt, da es ein Sol liefert, aus dem
ausgezeichnete Aerogele hergestellt werden können.
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Bei der Herstellung von Kieselsäureaerogelen können die Salze mit
einem pH-Wert von 3,3 bis 4,0 in einen Autoklav gebracht und die flüssige Phase
daraus nach dem in der USA.-Patentschrift 2 285 449 beschriebenen Verfahren entfernt
werden. Die flüssige Phase des Sols kann ferner ununterbrochen unter Bildung eines
Aerogels aus dem Sol entfernt werden, indem das Sol unter Druck in ein erhitztes
Rohr gepumpt wird, dessen anderes Ende mit einem Heißauslaßventil versehen ist,
in welchem Rohr das Sol auf oder über die kritische Temperatur der flüssigen Phase
des Sols erhitzt und das in dem Rohr gebildete Kieselsäureaerogel und die gebildeten
Dämpfe durch das Auslaßventil abgelassen und dann voneinander getrennt werden, wobei
eine Kondensation der Dämpfe des Aerogels verhindert wird.
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Im allgemeinen werden die Kieselsäureaerogele aus sauren Hydroorganosolen
mit einem pH-Wert von 3,3 bis 4,0, die frei oder praktisch frei von Salzen sind,
hergestellt, indem die Sole zuerst in einem druckfesten Gefäß erhitzt werden. Wenn
derartige Sole in ein druckfestes Gefäß eingebracht und dann erhitzt werden, wird
zunächst das Sol an Ort und Stelle in ein Gel verwandelt. Die Entfernung der flüssigen
Phase aus dem Gel wird in der gleichen Weise erreicht wie im Falle eines Hydroorganogels,
z. B. wie bei dem Verfahren nach der USA.-Patentschrift 2 093 454. So wird die flüssige
Phase entfernt, ohne daß das an Ort und Stelle gebildete Hydroorganogel einer nennenswert
verdichtenden flüssig-festen Grenzschicht ausgesetzt wird.
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Bei der Entfernung der flüssigen Phase aus dem an Ort und Stelle
gebildeten Gel ist es notwendig, daß das Gel in einer geschlossenen Zone oder einem
geschlossenen System erhitzt wird, in dem der Druck nach Wunsch reguliert werden
kann, z. B. in einem Autoklav oder einem erhitzten Rohr der obigen Art, bis die
Temperatur des Dampfes der flüssigen Phase des Gels in der Nähe oder oberhalb der
kritischen Temperatur der flüssigen Phase liegt. Die Temperatur des Gels wird erhöht,
bis sie mindestens so hoch ist, das praktisch die gesamte flüssige Phase des Gels
in Dampf verwandelt worden ist. Danach kann der Dampf langsam aus dem geschlossenen
System abgelassen werden, so daß die Gelstruktur nicht zerstört wird. Diese Temperatur
kann etwa 300 C unter der kritischen Temperatur des Gels oder in der Nähe oder bei
der kritischen Temperatur oder oberhalb der kritischen Temperatur der flüssigen
Phase des Gels liegen, je nach der im einzelnen verwendeten organischen Flüssigkeit
und der Konzentration derselben in der flüssigen Phase des Gels. Die Temperatur
wird dann je nach Wunsch beibehalten oder erhöht, während der Dampf langsam abgelassen
wird, bis im wesentlichen der gesamte Dampf aus dem geschlossenen System entwichen
ist.
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Obwohl, wie oben ausgeführt, die Temperatur bis zu 300 C unter der
kritischen Temperatur der flüssigen
Phase des Gels liegen kann, können bei einer
solchen Temperatur befriedigende Aerogele erhalten werden.
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Andererseits erfolgt eine gewisse Schrumpfung des Gels; dieses Schrumpfen
wird bevorzugt dadurch vrmieden, daß mindestens bei der kritischen Temperatur der
flüssigen Phase des Gels gearbeitet wird.
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Höhere Temperaturen können ebenfalls verwendet werden, z. B. Temperaturen
bis zu etwa 5000 C, jedoch wird vorzugsweise eine Temperatur von etwa 4500 C nicht
überschritten.
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Beim Einfüllen des Kieselsäurehydroorganosols in das geschlossene
System vor dem Erhitzen istres erwünscht, daß das Sol etwa 50 bis 75 ovo des Volumens
des Systems einnimmt. Wenn das von dem Sol eingenommene Volumen zu klein ist, besteht
eine Neigung zu übermäßiger Schrumpfung während des Erhitzens. Wenn andererseits
das eingenommene Volumen zu groß ist, besteht die Gefahr, daß das Gefäß bzw. der
Autoklav durch hydrostatischen Druck zerstört wird.
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Im allgemeinen haben die so hergestellten Kieselsäureaerogele physikalische
Eigenschaften, die den Aerogelen nach den obenerwähnten USA.-Patentschriften 2 285
449, 2 285 447 und 2 093 454 sehr ähnlich sind. Sie unterscheiden sich jedoch von
den bisherigen Aerogelen dadurch, daß sie frei oder praktisch frei von Salzen sind.
Die erfindungsgemäß hergestellten Kieselsäureaerogele enthalten im allgemeinen weniger
als 0,1 Gewichtsprozent Salze. Sie enthalten ferner kleine Mengen von Säuren und/oder
sauren Alkalisalzen, wie Schwefelsäure und/oder Natriumhydrogensulfat, gleichmäßig
über das Aerogel verteilt, wobei die Mengen an Säure oder Salz so bemessen sind,
daß ein p-Wert von 3,3 bis 4,0 erhalten wird, wenn das Aerogel in destilliertem
Wasser suspendiert wird, jedoch nicht ausreichen, um einen Gesamtelektrolytgehalt
von mehr als 0,1 Gewichtsprozent, auf das Kieselsäureaerogel bezogen, zu verursachen.
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Die erfindungsgemäßen Aerogele können in normaler Weise verwendet
werden, d. h. zur thermischen Isolierung, zum Mattieren von Lacken und Firnissen,
zum Dicken von Schmiermitteln u. dgl., jedoch sind sie besonders wertvoll für Verwendungszwecke,
wo die niedrige elektrische Leitfähigkeit derartiger Aerogele von Bedeutung ist.
Diese Aerogele sind also besonders wertvoll als verstärkende Füllstoffe in Silikonkautschuken
oder in anderen Kautschuken, die als elektrische Isolierungsmaterialien verwendet
werden.
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Zur weiteren Erläuterung der vorliegenden Erfindung dienen die folgenden
Beispiele, in denen Teile und Prozentzahlen, wenn nicht anders bemerkt, Gewichtseinheiten
sind.
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Beispiel 1 5,8 1 eines sauren Kieselsäure-Äthanol-Hydrosols mit einer
Temperatur von 200 C, einem Gehalt an kolloider Kieselsäure von 9,5 0/o, einem Natriumsulfatgehalt
von 0,3'0/0; einem Athanolgehalt von 50 °/9, einem Wassergehalt von 40 0/o, die
ausreichend freie Schwefelsäure enthielten, um einen pH-Wert von etwa 3,0 (Glaselektrode)
zu bewirken, wurden abwärts infolge Schwerkraft durch eine Säule (3,5 cm Durchmesser
und 15 cm Höhe) der Wasserstoff- oder Säureform eines starken Kationenaustauschharzes,
das aus wasserunlöslichen Kügelchen eines Mischpolymerisats von Styrol und Divinylbenzol
besteht, welches Mischpolymerisat kernständige Sulfonsäuregruppen enthält, mit einer
Geschwindigkeit von etwa 10 ccm je Minute laufen gelassen. Dieses Kationenaustauschharz
hatte
eine Kapazität von 4,25 mVal je g. Der pn-Wert des Äthanol-Hydrosols
wurde durch diese Behandlung auf etwa 2,0 herabgesetzt, und das abfließende Sol
war praktisch frei von Natriumionen, wie sich aus der Tatsache ergab, daß es eine
zu vernachlässigende Flammenfärbung durch Natrium zeigte.
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3,78 1 des von dem Kationenaustauscher abfließenden Sols wurden in
einen Glasbehälter gebracht und kräftig gerührt, während insgesamt 280 g der Basenform
eines schwachen Anionenaustauschharzes, das aus wasserunlöslichen Kügelchen eines
Styrol-Divinylbenzol-Mischpolymerisats besteht, das eine Vielzahl von mehrfach alkylierten
Aminogruppen enthält, mit einer Kapazität von 6,0 mVal je g zugegeben wurden.
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Als der pH-Wert des Sols 3,7 (Glaselektrode) erreichte, wurde das
Rühren unterbrochen, und der Anionenaustauscher wurde rasch durch Filtrieren durch
ein Sieb mit 525 Maschen je cm2 von dem Sol getrennt. Das entstehende Sol ergab
keinen sichtbaren Niederschlag, wenn ein Teil davon mit Bariumchloridlösung geprüft
wurde. Die von den Ionenaustauschharzen adsorbierte Menge Kieselsäure war zu vernachlässigen,
und das Sol verblieb mindestens 24 Stunden lang in fließfähigern. zum Abpumpen geeignetem
Zustand. Der pE-Wert des Sols war hauptsächlich auf eine kleine restliche Menge
Schwefelsäure und NaH S 04 zurückzuführen.
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Das so erhaltene Sol wurde in einen Autoklav gebracht, bis 75 ovo
des Volumens des Autoklavs von dem Sol eingenommen wurden. Der Autoklav wurde dann
geschlossen und erhitzt, bis ein Druck von 133,58kg/cm2 erreicht war (der etwas
oberhalb des kritischen Druckes lag), während welcher Zeit das Sol an Ort und Stelle
in ein Äthanol-Hydrogel verwandelt wurde. Der Autoklav wurde weiter erhitzt, und
der Äthanol-Wasser-Dampf wurde von Zeit zu Zeit aus dem Autoklav abgelassen, um
den Druck bei 133,58kg/cm2 zu erhalten, bis eine Temperatur von 3000 C erreicht
worden war, die oberhalb der kritischen Temperatur lag. Der Dampf in dem Autoklav
wurde langsam abgelassen, und der Autoklav wurde dann gekühlt. Ein Kieselsäureaerogel
von ausgezeichneter Qualität wurde erhalten. Eine Aufschlämmung von 5 g dieses Aerogels
in 395 ccm destilliertem Wasser hatte eine spezifische Leitfähigkeit von 1,14 10
reziproken Ohm bei 260 C, entsprechend einen Äquivalent-Natriumsulfatgehalt von
weniger als 0,1 °/o.
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Das Kieselsäureaerogel enthielt eine kleine Menge Schwefelsäure und
Nach 504 gleichmäßig darin verteilt, und die wäßrige Aufschlämmung des Aerogels
hatte einen p-Wert von etwa 4.
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Beispiel 2 5.8 1 eines sauren Kieselsäure-itthanol-HydrosoIs, wie
es im ersten Abschnitt von Beispiel 1 beschrieben wurde, wurden zunächst durch ein
Sandfilter filtriert und dann abwärts infolge Schwerkraft durch ein fixes Bett in
der Form einer Säule (17 mm Durchmesser und 610 mm Höhe) von Kügelchen der Wasserstoff-oder
Säureform eines starken Kationenaustauschharzes, das aus einem wasserunlöslichen
Mischpolymerisat von Styrol und Divinylbenzol mit einer Vielzahl von kernständigen
Sulfonsäuregruppen besteht und eine Kapazität von 4,2 mVal je g hat, mit der Geschwindigkeit
von 15 ccm je Minute laufen gelassen.
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Das von der Kolonne abfließende Sol wurde aufgefangen. bis die Gesamtmenge
des abfließenden Sols einen p-Wert von 2,0 (Glaselektrode) hatte. Der Fluß des Sols
durch die Kolonne wurde dann unterbrochen.
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Ein kleiner Teil dieses abfließenden Sols wurde auf seinen Natriumgehalt
untersucht und zeigte in der
Flammenfärbung eine zu vernachlässigende Menge Natrium.
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Der Rest des von dem Kationenaustauschharz abfließenden Sols wurde
anschließend abwärts infolge Schwerkraft durch ein Festbett in der Form einer Säure
(17 mm Durchmesser und 610 mm Höhe) von Kügelchen der Basenform eines schwachen
Anionenaustauschharzes, das aus einem wasserunlöslichen Mischpolymerisat von Styrol
und Divinylbenzol besteht, eine Vielzahl von mehrfach alkylierten Aminogruppen enthält
und eine Kapazität von 6,0 mVal je g hat, mit der Geschwindigkeit von 20 bis 27
ccm je Minute laufen gelassen. Sobald der pn-Wert des gesamten, von der Kolonne
abgeflossenen Sols 3,7 (Glaselektrode) erreicht hatte, wurde der Fluß des Sols durch
die Säule unterbrochen und die Säule sofort mit Wasser frei von Sol gewaschen, um
ein Gelieren des Sols in der Kolonne zu verhindern. Die spezifische Leitfähigkeit
des aus der Anionenaustauschkolonne abgeflossenen Sols betrug 3,8 10-s bis 6,1 10-
reziproke Ohm bei 250 C. Der p-Wert des Sols betrug etwa 3,8, was hauptsächlich
auf die Gegenwart einer kleinen Menge Schwefelsäure zurückzuführen war.
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Eine Flammenprobe des Sols zeigte eine zu vernachlässigende Konzentration
an Natriumionen, und es wurde kein Niederschlag beobachtet, wenn ein Teil des abfließenden
Sols mit einer verdünnten, wäßrigen Bariumchloridlösung behandelt wurde.
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Das obige Sol wurde unter Anwendung des im letzten Abschnitt von
Beispiel 1 beschriebenen Verfahrens in ein Kieselsäureaerogel verwandelt. Ein Aerogel
von ausgezeichneter Qualität wurde erhalten, das eine kleine Menge Schwefelsäure
und Na H S 04 gleichmäßig darin verteilt enthielt. Eine Aufschlämmung von 5 g dieses
Aerogels in 395 ccm Wasser hatte einen pn-Wert von 4,0 (Glaselektrode) und eine
spezifische Leitfähigkeit von 1,25 105 reziproken Ohm bei 250 C, was einem Natriumsulfatgehalt
von weniger als 0,:1 °/o entspricht.
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Beispiel 3 2,9 1 eines sauren Äthanol-Hydrosols bei einer Temperatur
von 200 C mit einem Kieselsäuregehalt von 9,4o als kolloide Kieselsäure, einem Natriumsulfatgehalt
von 0,6 O/o, einem Äthanolgehalt von 45 O/o, einem Wassergehalt von 45!0/o, die
genügend freie Schwefelsäure enthielten, um einen pH-Wert von etwa 3 zu erzeugen,
wurden zuerst durch ein Sandfilter und dann abwärts infolge Schwerkraft durch eine
Säule von 17 mm Durchmesser und 1220 mm Höhe aus einem gründlich gemischten Bett
von Teilchen, die gleiche Kapazitäten der Wasserstofform eines Kationenaustauschharzes
und der Basenform des schwachen Anionenaustauschharzes enthielten (beide Harze sind
im Beispiel 2 beschrieben). Die Fließgeschwindigkeit des Sols durch die Säule wurde
so einreguliert, daß ein Sol mit einem pH-Wert zwischen 3,5 und 4,0 (Glaselektrode)
abfloß. Dieses abfließende Sol war bei 250 C mindestens 24 Stunden lang stabil,
während welcher Zeit es ohne nennenswerte Veränderung der Viskosität abgepumpt oder
aufbewahrt werden konnte.
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Das obige abgeflossene Sol wurde in einen Autoklav gefüllt, bis es
60°/o des Volumens des Autoklavs einnahm. Der Autoklav wurde dann geschlossen und
erhitzt, bis der Druck in dem Autoklav etwa 139,21 kg/cm2 betrug, was etwas oberhalb
des kritischen Druckes der flüssigen Phase war, während welcher Zeit das Sol in
ein Äthanol-Hydrogel umgewandelt wurde. Das Erhitzen des Autoklavs wurde fortgesetzt,
während langsam Dampf aus dem Autoklav
abgelassen wurde, um den
obigen Druck aufrechtzuerhalten, bis die Temperatur des Gels etwa 3000 C betrug,
was etwas unter der kritischen Temperatur der flüssigen Phase des Gels war. Diese
Temperatur wurde beibehalten, während der Dampf in dem Autoklav langsam abgelassen
wurde, worauf der Autoklav abgekühlt wurde. Ein Kieselsäureaerogel von guter Qualität
wurde erhalten, welches Aerogel einen Elektrolytgehalt, als Natriumsulfat berechnet,
von weniger als 0,1 O/o hatte.
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Beispiel 4 Ein saures Kieselsäure-athanol-Hydrosol wurde hergestellt,
indem allmählich unter kräftigem Rühren 630 g einer wäßrigen Lösung, die 20°/o Natriumsilicat
mit einem Na2 O-Si O2-Verhältnis von 3,2: 1 enthielt, zu 176 g einer wäßrigen Lösung
mit 34,6°/o Schwefelsäure gegeben wurden. Als der PH Wert der entstehenden Lösung
auf 2,5 anstieg (Glaselektrode), wurde die Zugabe der Natriumsilicatlösung unterbrochen,
und Äthanol wurde allmählich zugegeben, bis das Äthanol 50o des entstehenden Sols
ausmachte.
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Alle obigen Bestandteile wurden in Glasbehältern aufbewahrt, die vor
dem Vermischen der Bestandteile bei 60 C in ein Eisbad eingetaucht wurden, und die
Natriumsulfatkristalle, die bei der Zugabe des Äthanols ausfielen, wurden von dem
Sol bei einer Soltemperatur von 60 C abfiltriert. Der Natriumsulfatgehalt dieses
Kieselsäure-Äthanol-Hydrosols betrug 0,12 o Dieses Athanol-Hydrosol wurde durch
sein Gewicht abwärts mit einer Geschwindigkeit von 9 ccm je Minute durch eine Säule,
die 1 cm Durchmesser und 28 cm Höhe hatte, aus Teilchen der Basenform eines schwachen
Anionenaustauschharzes (im Beispiel 2 beschrieben) fließen gelassen. Das abfließende
Sol wurde aufgefangen, bis sein pH-Wert (Glaselektrode) zwischen 3,7 und 4,0 lag,
worauf der Fluß durch die Säule unterbrochen und das Sol in der Kolonne sofort von
dem Harz abgelassen und das Harz mit Wasser gewaschen wurde. Eine 2-ccm-Probe des
abfließenden Sols bei einem pWert von 3,7 bis 4,0 ergab keinen sichtbaren Niederschlag
bzw. keine sichtbare Trübung, wenn sie mit einem Tropfen einer 1 molaren Bariumchloridlösung
behandelt wurde.
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Das von der Anionenaustauschsäule abfließende Sol wurde dann durch
sein Gewicht abwärts durch eine Säule (1 cm Durchmesser und 20 cm Höhe) von Teilchen
der Wasserstofform eines starken Kationenaustauschharzes, fließen gelassen. Das
Harz bestand aus einem wasserunlöslichen Mischpolymerisat von Styrol und Divinylbenzol,
das eine Vielzahl von kernständigen Sulfonsäuregruppen enthielt und eine Kapazität
von 4,25 mVal je g hatte. Die Fließgeschwindigkeit des Sols durch die Kationenaustauschkolonne
betrug 10 ccm je Minute, und der Fluß wurde fortgesetzt, bis der pH-Wert (Glaselektrode)
des gesamten abgeflossenen Sols 3,0 betrug. Der spezifische Widerstand dieses abfließenden
Sols betrug 20 000 Ohm. Ein Teil dieses abfließenden Sols wurde einer Flammenfärbungsprobe
unterworfen und zeigte eine zu ver-
nachlässigende Gelbfärbung, was die praktisch
vollständige Entfernung von Natriumionen anzeigte.
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Das von der Kationenaustauschsäule abgeflossene Sol wurde in einen
Autoklav gefüllt und unter Verwendung des im letzten Abschnitt von Beispiel 1 beschriebenen
Verfahrens in ein Kieselsäureaerogel umgewandelt. Ein Kieselsäureaerogel von ausgezeichneter
Qualität wurde erhalten, welches Aerogel weniger als 0,1°/o Elektrolyt enthielt.
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Beispiel 5 Versuche wurden ausgeführt, wie in den Beispielen 1 bis
4 beschrieben, nur enthielten die Ausgangssole Aceton an Stelle von äthanol, waren
aber sonst mit den Ausgangssolen der vorhergehenden Beispiele identisch. Nach der
Behandlung mit den Kationenaustausch- und Anionenaustauschmaterialien enthielten
die sauren Kieselsäure-Aceton-Hydrosole weniger als 0,01 0/o Elektrolyte, auf Natriumsulfat
berechnet. Auch die aus den sauren Kieselsäure-Aceton-Hydrosolen hergestellten Kieselsäureaerogele
waren in ihrer Qualität mit den aus sauren Athanol-Hydrosolen hergestellten Aerogelen
vergleichbar und enthielten weniger als 0, 1 O/<> Elektrolyt.
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PATENTANSPROCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von Kieselsäureaerogelen
mit äußerst geringem Elektrolytgehalt, bei dem ein saures Kieselsäurehydroorganosol
in ein geschlossenes System aufgegeben wird, das Sol erhitzt wird, um es in situ
in ein Hydroorganogel überzuführen, und dieses Gel anschließend, ohne es einer beträchtlich
verdichtenden flüssig-festen Grenzschicht auszusetzen, erhitzt wird, bis die gesamte
flüssige Phase des Gels in Dampf umgewandelt worden ist, und dieser Dampf von dem
entstandenen Gel abgetrennt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das saure Kieselsäurehydroorganosol
einen pH-Wert zwischen etwa 2,5 und 4,5 hat und weniger als 0,01 Gewichtsprozent
eines Salzes enthält.