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CH376910A - Verfahren zur mikrobiologischen Reduktion von Steroiden - Google Patents

Verfahren zur mikrobiologischen Reduktion von Steroiden

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Publication number
CH376910A
CH376910A CH6249158A CH6249158A CH376910A CH 376910 A CH376910 A CH 376910A CH 6249158 A CH6249158 A CH 6249158A CH 6249158 A CH6249158 A CH 6249158A CH 376910 A CH376910 A CH 376910A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
sub
streptomyces
reduction
strain
oxy
Prior art date
Application number
CH6249158A
Other languages
English (en)
Inventor
Albert Dr Wettstein
Ernst Dr Vischer
Original Assignee
Ciba Geigy
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ciba Geigy filed Critical Ciba Geigy
Priority to CH6249158A priority Critical patent/CH376910A/de
Priority to DEC19432A priority patent/DE1110637B/de
Priority to FR801578A priority patent/FR1271047A/fr
Priority to GB2664059A priority patent/GB923587A/en
Publication of CH376910A publication Critical patent/CH376910A/de

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P33/00Preparation of steroids
    • C12P33/02Dehydrogenating; Dehydroxylating
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J75/00Processes for the preparation of steroids in general
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
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Description


  Verfahren zur mikrobiologischen Reduktion von Steroiden    Die Verwendung von Mikroorganismen zur Re  duktion von     Oxogruppen    und     Kohlenstoff-Kohlen-          stoff-Doppelbindungen    in Steroidverbindungen ist seit  längerem bekannt. Gemäss den bis heute gesammelten  Erfahrungen mit Hefe und anderen Mikroorganismen,  wie     Streptomyces,        Rhizopus,        Curvularia-Arten    u. a.,  ist die Art der eintretenden Reduktion sowohl vom  verwendeten Organismus wie auch weitgehend von  der Konstitution des eingesetzten     Steroids    abhängig.

    So findet im allgemeinen bei Verwendung von Hefe  und andern Mikroorganismen keine Reduktion der       14-3-Oxogruppe    statt. Während     Androstan-3,17-dion     zum 3     ss,    l     7ss-diol        reduziert    wird, findet beim     Pregnan-          3,20-dion    und     Allo-pregnan-3,20-dion    überhaupt  keine Reduktion statt. Ist in den zuletzt genannten  Verbindungen jedoch in     11-Stellung    eine     Oxogruppe     vorhanden, so tritt Reduktion zum     3a-Alkohol    ein.

   Bei  Anwesenheit einer     11-Oxygruppe    hängt der Verlauf  der Reduktion davon ab, ob die betreffende     Pregnan-          Verbindung    der     Normal-    oder     Alloreihe    angehört und  ob sich die     11.-Oxygruppe    in a- oder 6-Stellung be  findet. 17- und/oder     21-Oxygruppen    scheinen die  Reduktion wiederum zu hindern, während bei     Andro-          stanverbindungen    mit     17-Oxogruppe    diese stets zur       17ss-Oxygruppe    reduziert wird.  



  Gemäss der vorliegenden Erfindung ist nun ein  neuer Stamm der     Actinomyceten,        Streptomyces    7994,  aufgefunden worden, welcher in     d4-3-Ketonen    der       Androstan-    und     Pregnanreihe,    ihren     Nor-,        Homo-          oder        Nor-Homoderivaten    die     3-Oxogruppe    zur     3,B-          Oxygruppe    unter     Aufhebung    der     4,

  5-Doppelbindung     und Bildung der in     5-Stellung    gesättigten Verbindun  gen mit     Sa-Konfiguration        reduziert,    wobei andere im  Molekül vorhandene reduzierbare Gruppierungen  nicht reduziert werden, z. B.     Oxogruppen    in 17- oder       20-Stellung.     



  Als Zwischenprodukte der Reduktion treten die         5Ha-3-Ketone    auf, welche durch weitere Reduktion  mit demselben Organismus zu den     3ss-Alkoholen     reduziert werden. Die vorliegende Erfindung liefert  also ein Verfahren zur partiellen selektiven Reduktion  von z. B.     d4-Androsten-3,17-dionen    und     d4-Pregnen-          3,20-dionen    zu den entsprechenden in     5-Stellung    ge  sättigten     3ss-Oxy-Verbindungen.     



  Die Ausgangsstoffe können ausser den bereits er  wähnten noch weitere     Substituenten    aufweisen, ins  besondere eine freie oder funktionell abgewandelte       Oxy-    oder     Oxogruppe    in 11-, 16-, 17-, 18-,     19-          und/oder        21-Stellung    sowie Halogenatome z. B. in     9-          oder        12-Stellung.    Es können, wie gesagt, auch die       Nor-,    Homo- und     Nor-Homo-Derivate    der genannten       d4-3-Oxo-steroide,    z.

   B.     d4-3-Oxo-19-nor-pregnene     oder     -androstene    oder     d4-D-Homo-3-Oxo-19-nor-          pregnene    oder     -androstene,    als Ausgangsstoffe ver  wendet werden. Ferner können weitere Doppelbin  dungen vorhanden sein, z. B. in 9,11-;     14,15-          und'oder        16,17,Stellung.    Als spezifische Ausgangs  stoffe seien z.

   B. genannt:     Cortexon,    Progesteron,       16a-Oxy-progesteron,        Corticosteron,        Cortison,        Hydro-          cortison    und     d4-Androsten-3,17-dion.     



  Bei den     Actinomyceten    der vorliegenden Erfin  dung handelt es sich um einen neuen Stamm von       Streptomyces        griseus,    welcher aus einer bei     La-Tour-          de-Peilz,    Kanton Waadt,     gesammeten    Bodenprobe iso  liert worden ist. Er wird im Institut für spezielle.  Botanik der Eidgenössischen Technischen Hochschule  in Zürich unter der Nummer 7994 aufbewahrt. Der  Organismus zeichnet sich aus durch:  1. Morphologie der Sporen im Elektronenmikroskop:       ellipsoidisch,    glatt.  



  2. Farbe des     Luftmycels:    anfangs kreideweiss oder  weissgelb, in ausgereiftem Zustande     gelblich-grün-          lichgrau.         3. Farbe des     Substratmycels:        weissgelb-bräunlichgelb-          sattgelb,    auf Kartoffeln dunkelrotgelb.  



  4. Farbe des löslichen Pigmentes: auf keinem der  untersuchten Nährmedien wurde ein auffallendes  lösliches Pigment gebildet.  



  5.     Melaninbildung:    Nach der Methode von     Ettlinger     et     a1.        [Ettlinger,    L.,     Corbaz,    R. und     Hütter,    R.:  Zur Systematik der     Actinomyceten    4. Eine Artein  teilung der Gattung     Streptomyces        Waksman    et       Henrici,        Arch.        Mikrobiol.,   <I>31,</I> 326 (1958)] wurde  der Stamm auf seine Fähigkeit     zur        Melaninbildung     untersucht; er war     chromogen    negativ.  



  6. Morphologie der     Sporenketten:        Sporenketten    in       sympodial    verzweigten Büscheln mit kurzer  Hauptachse;     Seitenzweige    gerade oder gewellt.  Das Wachstum dieses Pilzes ist relativ wenig     tem-          peraturabhär-gig;    sowohl bei 18 als auch bei 40  C  entwickelt er sich<B>gut,</B> doch liegt das Optimum zwi  schen 25 und 32  C.  



  Zur weiteren Charakterisierung wird im folgenden  das Wachstum des     Streptomyces-Stammes    7994 auf  verschiedenen Nährmedien beschrieben. Die Nähr  medien 1 bis 5 wurden nach W. Lindenbein,     Arch.          Mikrobiol.   <I>17,</I> 361 (1952) hergestellt.  



  1. Synthetischer     Agar:    Wachstum anfangs     punkt-          förmig    bis schleierartig, später runzelig, weissgelb  bis     bräunlichgelb;        Luftmycel    staubig, einen feinen  Überzug bildend, kreideweiss.  



  2. Synthetische Lösung: Wachstum als Flocken und  Sediment, hellgelb; spärliches Oberflächenwachs  tum mit wenig kreideweissem     Luftmycel;    Substrat  hellgelb.  



  3.     Glucose-Agar:    Wachstum runzelig, hell     bräunlich-          gelb;    kein     Luftmycel.     



  4.     Glucose-Asparagin-Agar:    Wachstum dünn, schleier  artig bis     runzelig,        bräunlichgelb;        Luftmycel        sam-          metig,    anfangs kreideweiss bis weissgelb, in ausge  reiftem Zustande     gelblich-grünlichgrau.     



  5.     Calciummalat-Agar:    Wachstum dünn, schleier  artig, manchmal nur punktförmig, weissgelb bis  hellgelb;     Luftmycel    nur sehr spärlich.  



  6. Kartoffeln: Wachstum     flechtenartig,    dunkelrot  gelb;     Luftmycel    spärlich; Substrat     grünlich-raben-          schwarz    bis     bräunlich-pechschwarz.     



  7. Karotten: Wachstum anfangs dünn, schleierartig,  später wenig     flechtenartig,    weissgelb.  



  B.     Lackmusmilch:        Ringwachstum    und runzelige       Pellikula,    graublau bis hellbraun;     Peptonisierung,     aber keine Koagulation; Lackmus rot.  



  9. Stärkeplatte: Wachstum dünn, schleierartig, hell  gelb bis     sattgelb;        Luftmycel        sammetig,    weissgelb;  Hydrolyse nach acht Tagen 2 mm.  



  10.     Gelatinestich    (18  C): Wachstum spärlich,     pustelig,          hellbrau;    Verflüssigung spärlich und langsam.  Anstelle des     Streptomyces-Stammes    7994 können  Varianten dieser Organismen, wie sie durch     Selektio-          nierung    oder Mutation, insbesondere unter der Ein  wirkung von     Ultraviolett-    oder Röntgenstrahlen oder  von     Stickstoff-Senfölen,    gewonnen werden, verwendet  werden.

      Das erfindungsgemässe Verfahren ist somit da  durch gekennzeichnet, dass man auf die genannten       d4-3-Oxo-steroide    Enzyme des     Streptomyces-Stammes     7994 einwirken lässt. Man     inkubiert    dabei die Aus  gangsstoffe meistens direkt mit unter     aeroben    Bedin  gungen wachsenden Kulturen des genannten Stammes.  Diese werden zweckmässig bewegt, das heisst geschüt  telt oder gerührt, und enthalten     assimilierbaren    Koh  lenstoff, insbesondere Kohlenhydrate, sowie gegebe  nenfalls     Wuchsstoffe,    beispielsweise Maisquellwasser  oder Bierwürze, und anorganische Salze. Es sind somit  natürliche, synthetische oder halbsynthetische Nähr  lösungen brauchbar.

   Das praktisch einfachste Verfah  ren ist     im    folgenden geschildert: Man züchtet die  Organismen in Apparaturen und unter ähnlichen Be  dingungen, wie sie bei der Antibiotika-Fabrikation als  sogenannte     Tieftankverfahren    bekannt sind. Die Tem  peratur wird vorzugsweise bei 25 bis 32  C gehalten,  und unter diesen Bedingungen sind die Kulturen  nach 1 bis 3 Tagen voll entwickelt. Man gibt so  dann die Ausgangsstoffe unter sterilen Bedingungen,  in feiner Dispersion oder Lösung, z. B. in Methanol,  Äthanol, Aceton,     Dioxan    oder     Propylenglykol,    zu und       inkubiert    weiter. Nach 8 bis 36 Stunden ist die Reak  tion meistens beendet.

   Man trennt vom     Mycel    ab,  extrahiert gegebenenfalls das     Mycel,    z. B. mit Methanol  oder Aceton, und gibt den eingedampften Extrakt dem  Kulturfiltrat zu; man     extrahiert    diesen mit einem ge  eigneten Lösungsmittel, wie Essigester, Chloroform,       Äthylenchlorid    oder     Methylenchlorid,    wäscht den Ex  trakt mit verdünnter     Natriumhydrogencarbonatlösung     und mit Wasser und dampft ihn schliesslich im Va  kuum zur Trockne ein.

   Aus dem so gewonnenen  rohen Reduktionsprodukt können die Verfahrenspro  dukte nach üblichen Reinigungsmethoden, wie Kri  stallisation,     Chromatographie,        Verteilungschromato-          graphie,    Verteilung zwischen miteinander nicht misch  baren     Lösungmitteln    usw., rein erhalten werden. Die  Reduktion kann aber auch so durchgeführt werden,  dass man die wirksamen Enzyme aus entsprechenden       aeroben    Kulturen des Stammes 7994 der Gattung       Streptomyces    zuerst abtrennt und unter Ausschluss  der wachsenden Kulturen verwendet.  



  Bei kürzerer Inkubationszeit der Ausgangsstoffe  mit den genannten Organismen oder den entsprechen  den Enzymen können aus den Reduktionsprodukten  neben unverändertem Ausgangsmaterial und den in       5-Stellung    gesättigten     3f-Alkoholen,    die als Zwischen  produkte auftretenden, in     5-Stellung    gesättigten     5a-3-          keto-steroide        isoliert    werden. In einigen Fällen, wie  z.

   B. bei der Reduktion von Progesteron und     Cor-          texon,    können durch     papierchromatographische     Analyse noch weitere     niedrigpolare    Verbindungen un  bekannter Konstitution ermittelt werden. Im Falle des  Progesterons konnte dieses Nebenprodukt isoliert und  untersucht werden: anhand des     IR.-Spektrums    enthält  es keine     Hydroxylgruppe,    jedoch eine nicht konju  gierte     Carbonylgruppe.     



  Das Verfahren der vorliegenden Anmeldung be  deutet für die Synthese verschiedener wichtiger physio-      logisch wirksamer Steroide einen grossen Fortschritt,  z. B. in Anbetracht dessen, dass bei der partiellen  Reduktion von z. B.     d4-3,17-Dioxo-androsten    bzw.       J-I-3,20-Dioxo-pregnen    zu den     5a-3ss-oxy-steroiden     mit chemischen Mitteln andere im Molekül vorhan  dene reduzierbare Gruppierungen, z. B. die     20-Keto-          gruppe,    unter Umständen geschützt werden müssen    und dass diese chemischen Hydrierungen nicht immer  stereospezifisch verlaufen.

   So lässt sich nunmehr der  kürzlich bekanntgewordene     natriumausscheidende     Faktor aus Nebennieren, das     Allopregnan-3ss,16a-        6o          diol-20-on,    aus     16a-Oxy-progesteron    in einer einzigen  Reduktionsstufe gemäss dem vorliegenden Verfahren  herstellen:  
EMI0003.0011     
    <I>Beispiel 1</I>    Man bereitet 4 Liter einer Nährlösung, die auf  1 Liter Leitungswasser folgende Zusätze enthält: 10 g  Rohglukose, 5 g     Pepton,    3 g Fleischextrakt, 5 g Na  triumchlorid und 10 g     Calciumcarbonat,    stellt sie auf       pH    7,5 ein, bringt sie in ein Schüttelgefäss und sterili  siert sie 30 Minuten bei 118  C.

   Dann beimpft man sie  mit einer Kultur von     Streptomyces        sp.    A 7994 und  lässt sie bei 27  C schütteln. Nach drei Tagen gibt man  zu der nun gut entwickelten Kultur unter sterilen Be  dingungen eine Lösung von 1 g     Cortexon    in 20     cm3     Aceton und lässt weitere 36 Stunden unter den glei  chen Bedingungen schütteln. Nun wird das     Mycel    ab  getrennt und zweimal mit warmem Aceton extrahiert.  Die vereinigten     Acetonauszüge    konzentriert man im  Vakuum und gibt das Konzentrat zum Kulturfiltrat.  Hierauf wird das Kulturfiltrat dreimal mit je 500 cm 3  Essigester ausgezogen.

   Die Extrakte wäscht man drei  mal mit je 100 cm-'     2o/o,iger        Natriumhydrogencar-          bonatlösung    und Wasser, vereinigt sie, trocknet sie  über Natriumsulfat und dampft sie im Vakuum ein.  Der Rückstand wird in 80 cm- Methanol gelöst, wor  auf man 100     cm3        Petroläther    und 20     cm3    Wasser  zugibt. Die     methanolisch-wässrige    Phase und die       Petrolätherphase    werden separat im Vakuum einge  dampft und     papierchromatographisch    untersucht.

   Die    letztere enthält keine Steroide und nur ölige Verun  reinigungen, während die erstere zur Hauptsache 3ss,21  Dioxy-allopregnan-20-on enthält. Dieses wird mittels       Chromatographie    an 30 g     Silicagel    gereinigt, wobei  folgende Lösungsmittel verwendet werden: Chloro  form, Gemische von Chloroform und Aceton mit  steigendem     Aceton-Gehalt    und schliesslich Aceton.  Mit einem Gemisch von     Chloroform-Aceton    (99 : 1)  wird die Hauptmenge der Substanz, das     3ss,21-Dioxy-          allopregnan-20-on,    von der Säule     eluiert.    Es wird aus  einem Aceton -     Petroläther    - Gemisch kristallisiert,  F. = 168 bis 174  C.

      <I>Beispiel 2</I>    Wie im Beispiel 1 beschrieben, gibt man zu 4 Liter  einer Kultur von     Streptomyces        sp.    A 7994 1 g     Cor-          texon.    Nach achtstündigem Schütteln bei 27 ' C arbei  tet man den Ansatz gemäss den Angaben im Beispiel 1  auf.

   Die     papierchromatographische    Untersuchung des  Rohproduktes zeigt, dass es neben     Cortexon        (1I)    und  neben einem im     Papierchromatogramm    unterhalb       Cortexon    stehenden Nebenprodukt zur Hauptsache 21  Oxy-allopregnan-3,20-dion (I) und     3ss,21-Dioxy-allo-          pregnan-20-on    enthält     (11I).    Durch     Chromatographie     an 30 g     Silicagel    unter Verwendung der im Beispiel 1  angegebenen Lösungsmittel     (100-cm3-Fraktionen)     können die drei Substanzen wie folgt getrennt werden:

    
EMI0003.0053     
  
    Fraktion <SEP> Lösungsmittel <SEP> enthält
<tb>  1 <SEP> Chloroform <SEP> Verunreinigungen
<tb>  2-3 <SEP>   <SEP> I
<tb>  4 <SEP>   <SEP> Gemisch <SEP> von <SEP> I <SEP> und <SEP> I1
<tb>  5-6 <SEP>   <SEP> II
<tb>  7-8 <SEP> Chloroform-Aceton <SEP> <B>(99:</B> <SEP> 1) <SEP> III       Das     21-Oxy-allopregnan-3,20-dion    wird aus einem       Aceton-Petroläther-Gemisch    kristallisiert, F. = 162  bis     164     C.  



  <I>Beispiel 3</I>  Zu einer gemäss den Angaben im Beispiel 1 be  reiteten     4-Liter-Kultur    von     Streptomyces        sp.    A 7994  gibt man unter sterilen Bedingungen eine Lösung von    1 g Progesteron in 20     cm3    Aceton und schüttelt das  Kulturgefäss 8 Stunden lang bei 27  C. Dann arbeitet  man den Ansatz gemäss Beispiel 1 auf und verteilt  den Rohextrakt wie beschrieben zwischen     Petroläther     und     80P/o@igem        wässrigem    Methanol.

   Nach dem Ein  dampfen werden die Rückstände der     Petroläther-    und  der     Methanol-Phase        papierchromatographisch    unter-      sucht. Erstere enthält neben etwas Progesteron eine  unbekannte Substanz, die     im@        Papierchromatogramm     unterhalb Progesteron steht. In der     Methanol-Phase     können Progesteron, die soeben erwähnte unbekannte  Substanz sowie     Allopregnan-3,20-dion    und     3,B-Oxy-          allopregnan-20-on    nachgewiesen werden.

   Der Rück  stand der     Methanolphase    (0,958) wird in wenig     Me-          thylenchlorid    gelöst und auf eine Säule von 30 g     Sili-          cagel    gebracht. Die Säule wird mit     Methylenehlorid,     Gemischen von     Methylenchlorid    und Aceton von  steigendem     Acetongehalt    und mit Aceton     eluiert.    Die  anfallenden Fraktionen (je 25     cm3    Lösungsmittel)  werden separat eingedampft und     papierchromato-          graphisch    untersucht.

   Die ersten drei Fraktionen       (Methylenchlorid)    enthalten die     erwähnte    unbekannte  Substanz in einheitlicher Form. Sie wird aus Aceton       kristallisiert    und schmilzt bei 149 bis 150  C. Sie       zeigt    keine Absorption bei 240     m,u.    Im     Infrarotspek-          trum    sind Banden u. a. bei 5,87     iz,        7,24,u,   <B>7,3811</B>  8,48<I>u,</I>     8,82,u,    9,15     ,lz,    9.53     /z    und 11,50     ,cz    sichtbar.

    Aus den Fraktionen 5 bis 8     (Methylenchlorid)    kann       Allopregnan-3,20-dion    vom     Smp.    204 bis 206  C und  aus den Fraktionen 17 bis 18     (Methylenchlorid)    und  19 bis 22     (Methylenchlorid-Aceton    99     :l)        3fl'-Oxy-          allopregnan-20-on    vom     Smp.    192 bis 195  C isoliert  werden.  



  <I>Beispiel 4</I>  Man beschickt acht     Erlenmeyerkolben    von  500     cm3    Fassungsvermögen mit je 100 cm?, der im  Beispiel 1 beschriebenen Nährlösung und     sterilisiert     sie. Dann beimpft man sie mit einer Kultur von       Streptomyces        sp.    A 7994 und lässt sie 3 Tage bei  28  C schütteln.

   Zu den gut ausgebildeten Kulturen  gibt man unter sterilen Bedingungen Lösungen von je  30 mg der folgenden Steroide in 1,5     cm3    Aceton: Pro  gesteron,     16a-Oxy-progesteron,        Corticosteron,        17a-          Oxy-cortexon        (Reichsteins    Substanz S),     Cortison,          Hydrocortison    und     44-Androsten-3,17-dion.    Man lässt  die Kulturen 14 Stunden lang weiter schütteln und  extrahiert sie dann einzeln mit je 2     30-cm3-Por-          tionen    Essigester.

   Die von den einzelnen Kulturen er  haltenen Extrakte werden separat eingedampft und       papierchromatographisch    untersucht. Sie enthalten  alle neben wenig Ausgangsmaterial ein Gemisch der  entsprechenden     3-Keto-    und     3ss-Oxy-5a-pregnane     respektive     3-Keto-    und     3,B-Oxy-5a-androstane.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Überführung von d4-3-Oxo- steroiden der Pregnan- oder Androstanreihe, ihren Nor-, Homo- oder Nor-Homoderivaten in die entspre- chenden 3,B-Oxy-5a-steroide durch selektive Reduk tion der 3-Keto-Gruppierung und der 4,5-Doppel- bindung, dadurch gekennzeichnet, dass man auf die A4-3-Oxo-steroide Enzyme des Stammes Streptomyces 7994 einwirken lässt. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Ausgangsstoffe direkt mit aerob wachsenden Kulturen des Stammes Strepto- myces 7994 inkubiert und aus der Fermentations- brühe die Reduktionsprodukte durch Extraktion mit organischen, mit Wasser nicht mischbaren Lösungs mitteln und durch anschliessende Kristallisation iso liert. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man das Mycel von aerob ge züchteten Kulturen des Stammes Streptomyces 7994 abtrennt und die Ausgangsstoffe zum Kulturfiltrat oder zu wässrigen Mycelsuspensionen zugibt und nach erfolgter Reduktion die Lösung mit einem orga nischen, mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel extrahiert und die Reduktionsprodukte durch Kristalli sation isoliert. 3.
    Verfahren nach den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man vor der Kristalli sation eine Vorreinigung des gewonnenen Rohextrak tes durch Verteilung zwischen Lösungsmitteln oder Lösungsmittelgemischen oder durch Absorption an Aktivkohle, Silicagel oder Aluminiumoxyd vornimmt. 4. Verfahren nach Patentanspruch und den Unter ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man auf 44-3-Oxo-androstene oder J4-3-Oxo-pregnene die Enzyme des Stammes Streptomyces 7994 8 bis 36 Stunden einwirken lässt und die gebildeten 5a Androstan-3ss-ole oder 5a-Pregnan-3ss-ole isoliert. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch und den Unter ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Ausgangsstoff Cortexon verwendet. 6. Verfahren nach Patentanspruch und den Unter ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Ausgangsstoff Progesteron verwendet. 7. Verfahren nach Patentanspruch und den Unter ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Ausgangsstoff 16a-Oxy-progesteron verwendet. B.
    Verfahren nach Patentanspruch und den Unter ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Ausgangsstoffe Corticosteron, 17a-Oxy-cortexon, Cortison, Hydrocortison oder J4-Androsten-3,17- dion verwendet.
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