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Krieg in Nahost

Der Golfstaat Kuwait hat am zweiten Tag der Waffenruhevereinbarung im Iran-Krieg „feindliche Drohnenangriffe“ gemeldet. Die staatliche Nachrichtenagentur sprach gestern von einem Drohnenangriff auf einen Standort der Nationalgarde. Dabei sei erheblicher Sachschaden entstanden, Verletzte gebe es nicht.

Kuwait verurteilte nach Angaben des Außenministeriums Drohnenangriffe des Iran und seiner Verbündeten auf wichtige Einrichtungen des Landes.

Revolutionsgarde dementiert Angriff

Die Vorfälle seien eine Verletzung der Souveränität und des Luftraums, teilte das Ministerium mit. Die iranische Revolutionsgarde wies in staatlichen Medien zurück, während der geltenden Waffenruhe Angriffe auf Golfstaaten verübt zu haben. Kuwait erklärt, die Angriffe untergrüben die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.

Es war der erste gemeldete Angriff in einem Golfstaat am Tag nach der Bekanntgabe einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran. Diese war in der Nacht auf Mittwoch (MESZ) verkündet worden.

Drohnenangriff auch auf US-Einrichtung in Bagdad

Nach einem Drohnenangriff auf eine diplomatische Einrichtung der USA in Bagdad bestellte US-Vizeaußenminister Christopher Landau den irakischen Botschafter ein. Das teilte das Außenministerium in Washington mit.

Landau kritisierte das Versäumnis der Regierung im Irak, die Angriffe zu verhindern. Er erkannte jedoch die Bemühungen der dortigen Sicherheitskräfte bei der Reaktion auf die Vorfälle an. Zuvor hatte die US-Botschaft in Bagdad einer mit dem Iran verbündeten irakischen Miliz vorgeworfen, mehrere Drohnenangriffe nahe dem internationalen Flughafen der Hauptstadt verübt zu haben.

Israel und der Libanon wollen in der kommenden Woche in Washington Gespräche unter Vermittlung der USA führen. Ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums bestätigte gestern, dass es ein Treffen geben werde, „um die laufenden Waffenruheverhandlungen mit Israel und dem Libanon zu erörtern“. Laut US-Präsident Donald Trump hat Israels Premier Benjamin Netanjahu zudem die Reduzierung der Angriffe im Libanon zugesagt, die zuletzt die Waffenruhe mit dem Iran bedrohten.

Netanjahu hatte direkte Gespräche mit dem Libanon in Aussicht gestellt. Dabei solle es laut Netanjahus Büro um „die Entwaffnung der Hisbollah und die Schaffung von Friedensbeziehungen zwischen Israel und dem Libanon gehen“.

Differenzen über Auslegung der Regelung

Israel und die USA bestreiten, dass die zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg auch für den Libanon gilt, wie es der Vermittler Pakistan zunächst angekündigt hatte. Der Iran übte derweil scharfe Kritik an den fortgesetzten israelischen Angriffen auf die vom Iran gesponserte Hisbollah-Miliz im Libanon.

Libanons Präsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit mehrfach die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Israel signalisiert.

Die andauernden und heftigen Angriffe Israels gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon bedrohen die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. US-Medien sowie der israelische Sender N12 berichteten, dass Trump und sein Sondergesandter Steve Witkoff Druck auf Netanjahu gemacht hätten, die Angriffe auf den Libanon herunterzufahren.

Erstmals seit der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg hat gestern offenbar ein nicht iranischer Tanker die Straße von Hormus passiert. Laut Daten der Plattform Marine Traffic handelte es sich um den unter gabunischer Flagge fahrenden Öltanker „MSG“. Das Schiff war demnach mit rund 7.000 Tonnen Heizöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Indien unterwegs. Auch weitere Schiffe nahmen Kurs auf die Meerenge. Es ist aber weiterhin eine iranische Genehmigung nötig.

US-Präsident Donald Trump warnte den Iran davor, von Tankern Gebühren für die Durchfahrt zu verlangen. „Das sollten sie besser lassen, und falls sie es tun, sollten sie sofort damit aufhören“, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social.

Trump: Iran macht „sehr schlechte Arbeit“

Auch schrieb er, dass sich der Iran nicht an das Abkommen für eine befristete Waffenruhe halte, das eine Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt vorsieht. Iran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge „sehr schlechte Arbeit“, die man auch als „unredlich“ bezeichnen könne, schrieb der Republikaner. Er kritisierte weiter: „Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben!“

Mehrere Schiffe unterwegs zu Meerenge

Seit dem Verkünden der Feuerpause in der Nacht zum Mittwoch (MESZ) waren nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren, darunter zwei Tanker unter iranischer Flagge, wie das Schifffahrtsanalyseunternehmen Kpler mitteilte. Ein Dutzend weiterer Schiffe nahm offenbar Kurs auf die Straße von Hormus.

In Friedenszeiten werden in der Meerenge nach Angaben des Brancheninformationsdienstes Lloyd’s List etwa 120 Durchfahrten pro Tag gezählt. Damit wird normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch die Straße von Hormus abgewickelt.

Der neue Revolutionsführer des Iran, Modschtaba Chamenei, hat gestern in einer ihm zugeschriebenen Erklärung sein Land als Sieger im Konflikt mit den USA und Israel dargestellt. Wie zuvor wurde die Botschaft im Staatsfernsehen nur verlesen, es gab weder ein Bewegtbild noch eine Audio- oder Videoaufnahme.

In der Chamenei zugeschriebenen Botschaft heißt es, der Iran sei der Sieger des Konflikts. „In den letzten 40 Tagen hat die große Nation Iran ein Epos geschaffen und die Welt verblüfft.“

Iran hat den Krieg „nicht gesucht“

Zudem heißt es in der Botschaft, dass der Iran keinen Krieg gegen Israel und die USA wolle. „Wir haben den Krieg nicht gesucht und wir wollen ihn nicht“, wurde Chamenei zitiert. „Aber wir werden in keinem Fall auf unsere legitimen Rechte verzichten“, fügte Chamenei hinzu.

Teheran betrachte „die gesamte Front des Widerstands als eine Einheit“, hieß es in der Erklärung Chameneis weiter – er spielte damit offensichtlich auf den Konflikt im Libanon an, wo Israel gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz kämpft. Der oberste Führer des Iran rief die Bürger des Landes laut der verlesenen Erklärung zudem auf, „nicht zu glauben, dass es nach der Ankündigung von Verhandlungen mit dem Feind nicht mehr nötig sei, auf die Straße zu gehen“.

Seit Ernennung nie öffentlich gezeigt

Der 56-Jährige soll verletzt sein und ist seit seiner Ernennung zum neuen Religionsführer am 8. März nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle.

Sein Vater, der langjährige oberste Führer im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, wurde am 28. Februar bei einem Luftangriff getötet. Modschtaba Chamenei verlor bei dem Angriff auch seine Ehefrau, seine Mutter und einen Schwager. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete ihn als „Kriegsversehrten“, nannte aber keine weiteren Details.

Ex-Außenminister getötet

Auch einige andere hochrangige Politiker und Militärs wurden getötet. Zuletzt wurde bekannt, dass auch der frühere Außenminister Kamal Charrazi nach einem Luftangriff seinen Verletzungen erlegen sei. Charrazi war von 1997 bis 2005 Außenminister der Islamischen Republik. Zuletzt beriet er Medienberichten zufolge Ali Khamenei als obersten Führer.

Nach jüngsten Angriffen des Iran auf Produktionsstätten, Raffinerien und Pipelines sind Saudi-Arabiens Erdölproduktionskapazitäten um rund 600.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag gefallen, wie gestern mitgeteilt wurde.

Zudem sei die Kapazität der wichtigen Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der Straße von Hormus Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, um 700.000 Barrel pro Tag zurückgegangen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium.

Der Grund sei ein Angriff auf eine Pumpstation der Pipeline. Durch die rund 1.200 Kilometer lange Röhre können im Normalfall Medienberichten zufolge etwa fünf bis sieben Millionen Barrel pro Tag fließen. Mit einer täglichen Fördermenge von rund zehn Millionen Barrel pro Tag ist Saudi-Arabien nach den USA der zweitgrößte Ölproduzent der Welt.

LNG-Anlagen beschädigt

In dem Bericht hieß es weiter, Angriffe hätten auch Anlagen zur Produktion von Flüssiggas (LNG) beschädigt. Bei den jüngsten Attacken auf die Ölförderanlagen des Königreichs sei ein Mensch ums Leben gekommen, berichtete SPA weiter. Zudem wurden demnach sieben Arbeiter verletzt.

Ausland

Israel hat Medienberichten von gestern zufolge im Schatten des Iran-Kriegs die Schaffung von 34 Siedlungen im besetzten Westjordanland gebilligt. Es gehe um den Bau neuer Siedlungen sowie die Legalisierung von bisher illegalen Siedlungs-Außenposten, meldete die „Times of Israel“. Israels Sicherheitskabinett habe dies bereits vor zwei Wochen beschlossen, hieß es in dem Bericht. Die Siedlungen verstoßen gegen internationales Recht.

Die israelische Nachrichtenseite „ynet“ berichtete unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Beamte, dass die Genehmigung der neuen Siedlungen während des Iran-Kriegs auf Wunsch der USA geheim gehalten worden sei. Demnach soll Israels Generalstabschef Ejal Samir angesichts des Soldatenmangels der israelischen Armee vor dem Schritt gewarnt haben, der noch mehr israelische Sicherheitskräfte nötig mache.

Peace Now: Gefahr für Sicherheit Israels

Die israelische Organisation Peace Now sagte, die Schaffung von Siedlungen gefährde die Sicherheit Israels und belaste die israelischen Streitkräfte. Zudem untergrabe sie einen dauerhaften Frieden. Heftige Kritik kam auch von der Palästinensischen Autonomiebehörde, die Teile des Westjordanlands verwaltet.

Medien: Regierung hat mehr als 100 Siedlungen genehmigt

Berichten zufolge erhöht sich die Gesamtzahl der unter Israels rechtsreligiöser Führung neu errichteten Siedlungen bzw. im Nachhinein legalisierten Außenposten auf mehr als 100.

Israel unterscheidet zwischen Siedlungen, die mit Genehmigung der Regierung entstanden sind, und Außenposten, die mitunter per Gesetz rückwirkend legalisiert werden. Aus internationaler Sicht sind dagegen alle Siedlungen illegal.

Tschechien will sein ältestes Atomkraftwerk am Standort Dukovany bis zu 80 Jahre lang laufen lassen. Das sei kein Ersatz für den geplanten Bau neuer Atomreaktoren, sondern eine „logische Ergänzung“, teilte Industrie- und Handelsminister Karel Havliceka gestrn in Prag mit.

Die vier Reaktorblöcke des sowjetischen Typs WWER-440/213 gingen bereits in den Jahren 1985 bis 1987 ans Netz. Sie könnten damit bis in die Jahre 2065 bis 2067 Strom produzieren.

Von 60 auf 80 Jahre

Bisher habe man mit einer Betriebsdauer von 60 Jahren gerechnet, sagte der Vorstandsvorsitzende des teilstaatlichen Stromkonzerns CEZ, Daniel Benes. Doch aktuelle Wirtschafts- und Sicherheitsanalysen hätten gezeigt, dass man die Reaktorblöcke in Dukovany länger betreiben könne.

Für Umweltschützer veralteter AKW-Typ

Umweltschützer – vor allem aus Österreich – halten die bestehende Anlage des Typs WWER 440/213 für veraltet. Neben dem Weiterbetrieb der alten Reaktorblöcke plant Tschechien in Dukovany auch den Bau von zwei neuen. Den Zuschlag erhielt im vorigen Jahr der südkoreanische Energiekonzern KHNP. Dukovany liegt rund 100 Kilometer nördlich von Wien und nur knapp 31 Kilometer hinter der österreichisch-tschechischen Grenze.

Die OECD hat gestern die vorläufigen Zahlen der öffentlichen Entwicklungsleistungen (ODA) durch den Ausschuss für Entwicklungszusammenarbeit (DAC) veröffentlicht. Demnach kürzten 26 OECD-Länder ihre Ausgaben im Jahr 2025. Österreich gab lediglich 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungshilfe aus. Heimische NGOs kritisierten den Rückgang der Ausgaben.

Laut dem OECD-Bericht verzeichnete die ODA-Quote aller DAC-Mitglieder im Jahr 2025 einen historischen Rückgang von 23 Prozent. Damit verzeichnete die ODA das stärkste Minus ihrer Geschichte. In den 70er Jahren setzten sich die DAC-Mitglieder das Ziel, jährlich 0,7 Prozent des BNE bereitzustellen.

Kritik von NGOs

Dieses Ziel habe Österreich noch nie erreicht, sagte Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich. Schon jetzt habe die österreichische Bundesregierung mit dem Doppelbudget 2025/2026 den Rückzug aus der internationalen Zusammenarbeit angetreten, so Bodmann.

„Im Jahr 2025 schwand Österreichs ODA-Quote zum dritten Mal infolge“, ergänzte Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung. Kritik kam auch von Alexander Buchinger, Geschäftsführer von Licht für die Welt Österreich: „Als wohlhabendes Land darf Österreich nicht auf jene Menschen vergessen, die im Globalen Süden von Armut betroffen sind und Hunger leiden. Hilfe zu kürzen, kommt zurück wie ein Bumerang.“

Ukraine-Krieg

Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine Feuerpause im Krieg in der Ukraine für die orthodoxen Ostertage angekündigt. „Auf Beschluss des Oberbefehlshabers … W. W. Putin wird im Zusammenhang mit dem bevorstehenden orthodoxen Osterfest ein Waffenstillstand vom 11. April, 16.00 Uhr (15.00 Uhr MESZ), bis zum Ende des Tages am 12. April 2026 verkündet“, erklärte der Kreml gestern in einer Mitteilung.

Kiew bestätigte die Feuerpause. Die Ukraine hatte zuletzt wiederholt eine Waffenruhe zu Ostern gefordert.

Zeitliche begrenzte Waffenruhen waren zuletzt brüchig

In dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gab es schon mehrfach Versuche zeitlich begrenzter Waffenruhen. In der Vergangenheit warfen sich die Kriegsparteien dabei immer wieder gegenseitig Verstöße vor. Außerdem warfen sich beide Seiten vor, solche Phasen für die Neuaufstellung von Truppen sowie für die Wiederaufrüstung zu nutzen.

Im vergangenen Jahr hatte Putin am Karsamstag eine 30-stündige Waffenruhe verkündet. Auch über die Weltkriegsgedenktage im Mai gab es eine. Eine Weihnachtswaffenruhe hatte der Kreml-Chef aber abgelehnt.

Inland

Nach der Ankündigung von Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ), Maßnahmen zur Verbesserung der Begutachtungspraxis bei PVA und beim Sozialministeriumservice zu setzen, hat die PVA nun klargestellt, dass weiterhin kein Rechtsanspruch auf die Mitnahme einer Vertrauensperson „bei Begutachtungen im Zusammenhang mit Berufsunfähigkeit und Invalidität“ bestehe. „Dies zu ändern, obliegt dem Gesetzgeber“, hieß es seitens der PVA.

Die Pensionsversicherung verwies in einer schriftlichen Stellungnahme auf die Regelung bei der Pflegegeldbegutachtung, bei der – anders als bei jenen zu Anträgen auf Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension – ein Rechtsanspruch auf Mitnahme einer Vertrauensperson besteht.

In der Stellungnahme heißt es: „Im § 25a (1) Bundespflegegeldgesetz ist geregelt, dass auf Wunsch der*des Pflegebedürftigen oder ihres*seines gesetzlichen Vertreters bei der Untersuchung die Anwesenheit und Anhörung einer Person seines Vertrauens zu ermöglichen ist“, so die PVA. „Eine vergleichbare gesetzliche Regelung besteht für Begutachtungen im Zusammenhang mit Berufsunfähigkeit und Invalidität derzeit nicht.“

Verweis auf Praxis

Die Pensionsversicherung unterstütze „die Anwesenheit einer Vertrauensperson jedoch selbstverständlich auch in diesen Verfahren“, hieß es. In der Praxis würden Vertrauenspersonen die Antragsteller bzw. Antragstellerinnen bereits jetzt schon begleiten. Zur Frage, wer im Einzelfall über die Ermöglichung der Mitnahme einer Vertrauensperson entscheidet, gab es vorerst keine konkrete Antwort.

Maßnahmen nach breiter Kritik angekündigt

Sozialministerin Schumann hatte nach breiter Kritik an der Begutachtungspraxis der PVA, des Sozialministeriumservice (SMS) sowie bei Gerichtssachverständigen vor einer Woche Maßnahmen zur Verbesserung angekündigt. Neben u. a. einem Verhaltenskodex für Gutachterinnen und Gutachter und einem Beschwerdemanagement für PVA und SMS wurde auch die Mitnahme einer Vertrauensperson bei allen Begutachtungen genannt.

Zum angekündigten Verhaltenskodex hieß es nun seitens der PVA zur APA, dieser werde „erarbeitet und nach Fertigstellung allen Gutachter*innen zur Verfügung gestellt“. Der Kodex stelle „eine Weiterentwicklung bestehender Standards und Prozesse dar, die in der Pensionsversicherung bereits angewendet werden“. Und: „In diesem Zusammenhang ist das Leitbild der Pensionsversicherung für alle Mitarbeitenden bereits seit Jahren gültig.“

Die Grünen kritisieren, dass die im vergangenen Jahr angekündigten Einsparungen in der Verwaltung deutlich geringer ausgefallen seien als ursprünglich dargestellt.

Ein erheblicher Teil der 1,1 Milliarden Euro, die laut Doppelbudget 2025/26 in den Ministerien eingespart werden sollten, entfalle nicht auf echte Einsparungen in der Verwaltung, so der Grüne Budgetsprecher Jakob Schwarz unter Verweis auf Beantwortungen einer Sammelanfrage sowie Auswertungen aus dem Budgetvollzug.

Bei rund 600 Mio. der eingesparten 1,1 Mrd. Euro handle es sich nicht um klassische Einsparungen in der Verwaltung – etwa durch geringere Personalkosten oder reduzierten Sachaufwand, kritisierte Schwarz. Stattdessen seien sie unter anderem über Dividenden etwa von ASFINAG und ÖBAG, Kürzungen bei Förderprogrammen und Erhöhungen von Gebühren lukriert worden.

Personal- und Sachaufwand seien dagegen laut vorläufigem Gebahrungserfolg von 2024 auf 2025 gestiegen: konkret die Personalausgaben insgesamt um rund 500 Mio. Euro auf 12,7 Mrd. Euro, der Sachaufwand um rund 45 Mio. Euro.

Schwarz spricht von „Rechentrick“

Kritik übte Schwarz auch daran, dass die Ministerien seine Anfrageserie zum Teil unvollständig beantworteten oder nur auf den Gebarungserfolg oder das Budget verwiesen. Nur das Bildungsministerium hätte die Einsparungen detailliert offengelegt. Dabei zeige sich aber, dass nur ein kleiner Teil aus echten Verwaltungseinsparungen stammte, die größten Einsparungsposten aber etwa durch die Streichung der pädagogisch-administrativen Fachkräfte und durch die Reduktion von Mietkosten.

Da diese aber an die Bundesimmobiliengesellschaft gezahlt werden, handle es sich dabei nur um eine Verschiebung innerhalb des Staatssektors, aber keine echte Einsparung, kritisierte der Grüne Budgetsprecher und sprach von einem „Rechentrick“ und „Augenwischerei“.

EU

An allen Grenzübergängen des europäischen Schengen-Raums soll ab heute das digitale Ein- und Ausreisesystem für Menschen ohne Pass eines EU-Landes funktionieren.

Laut der EU-Kommission erfasst das Verfahren mehr Daten als bisher und bekämpft dadurch Kriminalität sowie Terrorismus. Das sogenannte Entry-Exit-System (EES) an den EU-Außengrenzen speichert etwa biometrische Daten, also Fingerabdrücke und Gesichtsbilder. Der Stempel im Pass entfällt dagegen.

Die strengeren Vorschriften für Reisende ohne die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedslands gelten künftig an allen Grenzübergängen von 25 EU-Staaten, darunter Österreich, sowie von Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Die Ausnahmen unter den EU-Staaten, die nicht zum Schengen-Raum gehören, bilden Irland und Zypern.

Schrittweise Einführung

Die Mitgliedsländer haben das System seit Oktober 2025 schrittweise eingeführt. In manchen Staaten scheint es aber noch immer technische Probleme zu geben, wie die EU-Kommission einräumte.

Im gesamten Schengen-Raum wurden demnach bisher etwa 27.000 Reisen verwehrt, mehr als 700 Personen identifizierte das Verfahren seit Oktober demnach als Sicherheitsrisiko. EU-Innenkommissar Magnus Brunner teilte mit, die digitalen Grenzkontrollen seien ein wichtiger Meilenstein für den europäischen Außengrenzschutz.

Wirtschaft

Um Mitternacht hat ein Streik des Kabinenpersonals bei der Lufthansa begonnen. Das bestätigte eine Sprecherin der Gewerkschaft UFO in der Nacht auf heute. Der Streik dürfte zum Ausfall von über 520 Flügen bei der deutschen AUA-Muttergesellschaft führen.

UFO moniert, weder in Sachen bessere Arbeitsbedingungen für die rund 19.000 Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen noch beim Sozialplan für die rund 800 Beschäftigten der vor dem Aus stehenden Tochter Cityline habe sich die Arbeitgeberseite bewegt.

Streik soll bis 22.00 Uhr dauern

Die rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter sind aufgerufen, heute bis 22.00 Uhr die Arbeit ruhen zu lassen. Es ist nach zwei Runden mit Pilotenstreiks bereits der dritte große Ausstand in diesem Jahr bei Deutschlands größter Fluggesellschaft.

Lufthansa hat zwar Gegenmaßnahmen angekündigt, gleichzeitig aber bereits im Vorfeld Hunderte Flüge gestrichen. Neben der Kernmarke wird auch die Regionaltochter Lufthansa Cityline bestreikt.

Keine Änderungen im AUA-Flugplan

In Deutschland werden die Lufthansa-Fluglinien Discover, Lufthansa City und Eurowings nach Möglichkeit Zusatzflüge übernehmen, wie der Konzern mitteilte. Auch die internationalen Töchter wie Austrian Airlines (AUA), Swiss, Brussels Airlines, Air Dolomiti und ITA Airways würden versuchen, zusätzliche Frequenzen anzubieten und auf ihren Flügen von und nach Deutschland größere Flugzeuge einzusetzen.

Bei der AUA werden auf den Verbindungen nach München und Frankfurt größere Maschinen zum Einsatz kommen, erklärte eine Sprecherin der Airline. Der Streik in Deutschland führe aber zu keinen Änderungen im AUA-Flugplan.

Die US-Regierung hat ihre Berechnungen zum Wirtschaftswachstum für Ende 2025 zum zweiten Mal nach unten korrigiert. Wie das US-Handelsministerium gestern in Washington bekanntgab, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Oktober und Dezember nur um 0,5 Prozent.

Das waren 0,2 Prozentpunkte weniger als Mitte März geschätzt. Im Februar hatte das Ministerium das Wachstum in einer ersten Schätzung sogar noch mit 1,4 Prozent angegeben.

Die Statistiker begründeten die erneute Korrektur mit geringeren Investitionen. Die Wachstumsschätzung für das gesamte vergangene Jahr beließ die US-Regierung bei 2,1 Prozent. Im letzten Amtsjahr von Präsident Joe Biden von den Demokraten war die US-Wirtschaft 2024 noch um 2,8 Prozent gewachsen.

Vorwürfe gegen Demokraten

Dennoch wirft US-Präsident Donald Trump Biden vor, die Ökonomie „zerstört“ zu haben. In seiner zweiten Amtszeit hat er den Bürgerinnen und Bürgern ein „goldenes Zeitalter“ versprochen. Für die relative Wachstumsschwäche nach mehr als einem Jahr im Amt machte er die oppositionellen Demokraten verantwortlich.

Nach Einschätzung vieler US-Ökonomen ist die Wirtschaft allerdings vor allem durch Trumps zahlreiche Volten in der Zollpolitik verunsichert. In diesem Jahr kamen die Auswirkungen des Iran-Kriegs dazu, vor allem der weltweite Energiepreisschock.

Umwelt & Klima

Die Temperaturen der Ozeane haben im März nach Angaben des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus nahezu Rekordwerte erreicht. Die Durchschnittstemperaturen der Meeresoberflächen hätten bei 20,97 Grad gelegen – dem zweithöchsten je für den März gemessenen Wert, teilte Copernicus heute mit. Der höchste März-Wert wurde 2024 während des Klimaphänomens El Nino gemessen.

Der hohe März-Wert in diesem Jahr spiegele „einen wahrscheinlichen Übergang hin zu El-Nino-Bedingungen“ wider, hieß es in dem Bericht der Fachleute. Mehrere Wetterdienste hatten für dieses Jahr die Rückkehr von El Nino vorhergesagt, was zu einem zusätzlichen Anstieg der globalen Temperaturen führen könnte.

El Nino bezeichnet ein natürliches Klimaphänomen, das sich alle zwei bis sieben Jahre ereignet und mit einer Abschwächung der Passatwinde im tropischen Pazifik beginnt. Die bislang letzte El-Nino-Phase gab es in den Jahren 2023/2024 und trug dazu bei, dass 2024 global das heißeste und 2023 das zweitheißeste Jahr war, die jemals gemessen wurden.

Die Ozeane spielen eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des globalen Klimas, da sie den Großteil der überschüssigen Wärme aufnehmen, die durch die CO2-Emissionen der Menschheit verursacht wird. Höhere Meerestemperaturen können schädliche Folgen für die Erde haben: Sie befeuern stärkere Stürme und Niederschläge, verursachen Korallenbleiche und sorgen für einen Anstieg des Meeresspiegels.