[go: up one dir, main page]

Lawine auf dem Grießenkar
Bergrettung
Enorme Schneefälle

Lawinengefahr weiter hoch

Tote bei Lawinen, abgeschnittene Orte und zahlreiche Unfälle sowie Einsätze: Die enormen Schneefälle der vergangenen Tage weisen vom Osten bis zum Westen Österreichs eine verheerende Bilanz auf. Die Lawinengefahr in den Bergen blieb auch am Montag hoch.

Insgesamt sieben Menschen sind seit Freitag durch Schneebretter getötet worden. Zahlreiche Personen wurden verletzt. In Tirol und Vorarlberg gilt inzwischen auch landesweiter AT-Alarm. Vor Aktivitäten außerhalb der gesicherten Bereiche wurde ausdrücklich gewarnt, dennoch waren in Tirol auch am Sonntag die Einsatzkräfte wieder gefordert – mehr dazu in tirol.ORF.at.

Am Samstag starben zwei Wintersportler. Ein 41-jähriger Einheimischer konnte im Tiroler Serfaus zunächst noch lebend geborgen werden, er starb wenig später aber im Spital. In der Steiermark verunglückte ein 21-jähriger slowakischer Staatsbürger. Er war in den Wölzer Tauern mit einer Gruppe Skifahrer abseits der Pisten unterwegs – mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Lawinenabgang Serfaus
Alpinpolizei Tirol
In Tirol, Vorarlberg und der Steiermark wurden am Wochenende Wintersportler von Lawinen erfasst und getötet

Bergrettung: „Gefahr maßlos unterschätzt“

Am Tag davor waren fünf Menschen in Tirol und Vorarlberg ums Leben gekommen: Drei Personen – ein Österreicher, ein Pole und ein US-Amerikaner – konnten am Freitag in St. Anton nur mehr tot aus einer laut Behörden „riesigen“ Lawine geborgen werden – mehr dazu in tirol.ORF.at.

Im Tiroler Skigebiet Nauders überlebte ein 42-jähriger Deutscher den Ausflug ins Gelände nicht, sein 16-jähriger Sohn wurde durch die Schneemassen schwer verletzt. Im Skigebiet Sonnenkopf in Klösterle löste ein 39-jähriger Snowboarder aus der Schweiz im freien Skiraum ein Schneebrett aus. Er wurde verschüttet. Reanimationsversuche nach der Bergung blieben ohne Erfolg.

Mit scharfen Worten reagierte der Landesleiter der Bergrettung Tirol, Ekkehard Wimmer, auf die vielen Lawineneinsätze am Wochenende. Variantenfahrer hätten die Gefahr „maßlos unterschätzt“, die Bergretter stünden unter „enormer Belastung“ – mehr dazu in tirol.ORF.at. In der letzten Woche waren allein in Tirol rund 450 Bergerettungsleute im Einsatz – mehr dazu in tirol.ORF.at.

von der Fahrbahn abgerutschtes Fahrzeug im Straßengraben
APA/FF ST. Stefan
Die Einsatzkräfte waren die vergangenen Tage stark gefordert – wie etwa hier in der Steiermark

AT-Alert ausgelöst

In Vorarlberg war Sonntagvormittag wegen anhaltender hoher Lawinengefahr der AT-Alert ausgelöst worden. Vielerorts herrschte Lawinenwarnstufe vier von fünf, hieß es vom Lawinenwarndienst. In Tirol wurde der AT-Alert des Vortages nochmals um 24 Stunden verlängert. In Vorarlberg wurde der Alert erstmals ausgelöst – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Weiterhin angespannt ist die Lage in Salzburg. Am Montag herrschte in den Bergen Warnstufe vier. Am Wochenende forderten zahlreiche Lawinenabgänge die Bergrettung. Von den Hohen Tauern bis in den Lungau gingen zahlreiche Schneebretter ab – mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Tief eingeschneites Ortsschild von Lech
Lech
Die Arlberg-Orte Lech, Zürs und Stuben sind seit Sonntag wieder erreichbar

Verbindung nach Lech und Zürs wieder freigegeben

Wieder freigegeben wurde am Sonntag unterdessen die Verbindung (L198) nach Lech und Zürs. Dort hatte eine Lawine die Fahrbahn auf einer Länge von rund 30 Metern bis zu 1,20 Meter hoch verschüttet. Personen kamen aber nicht zu Schaden. Nach dem Lawinenabgang wurde beschlossen, die Straße ab 17.00 Uhr zu sperren – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Am Sonntag zu Mittag wurde die Arlbergstraße (L197) zwischen Alpe Rauz und St. Christoph, also die Verbindung über den Arlberg, gesperrt. Grund war neuerlich ein Lawinenabgang. Ein Ausweichen war über den Arlbergtunnel möglich, teilte der ÖAMTC mit.

Straßenbahn mit Schneepflug in Wien
APA/Georg Hochmuth
Selbst Wien wurde von starkem Schneefall erfasst – wie hier in der Innenstadt

Bundesheer verlängerte Einsatz

Verlängert wurde am Sonntag der Assistenzeinsatz des Bundesheeres, der ursprünglich bis Samstagabend angedacht gewesen wäre. Mit dem Mehrzweckhubschrauber AW169 wurden Erkundungsflüge zur Lagebeurteilung im Bereich Außerfern durchgeführt. In weiterer Folge sind Aufklärungsflüge in Ischgl, im Kaunertal, in Nauders sowie im Inntal vorgesehen.

In der Steiermark sorgte der Wintereinbruch am Freitag für zahlreiche Straßensperren, auch Tausende Haushalte waren ohne Strom. Noch am Samstag waren die Auswirkungen der starken Schneefälle in der Steiermark spürbar – mehr dazu in steiermark.ORF.at. Außerdem kam es zu großen Schäden in der Forstwirtschaft – mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Auch im Burgenland ist die Stromversorgung wiederhergestellt. Allerdings sind noch intensive Nacharbeiten im Stromnetz nötig – mehr dazu in burgenland.ORF.at.

Selbst in Wien kam es kurz vor dem Wochenende zu starkem Schneefall und zu 240 zusätzlichen Einsätzen für die Feuerwehr – mehr dazu in wien.ORF.at.