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Schleifeinrichtung zum gleichzeitigen Schleifen beider Flächen eines
ununterbrochen in waagerechter Ebene fortbewegten Glasbandes Die Erfindung bezieht
sich auf das gleichzeitige Schleifen von Flachglas, z. B. Spiegelglas, auf beiden
Seiten, und insbesondere auf ein fortlaufendes Schleifen solchen Glases, das in
Form eines Bandes in waagerechter Lage ununterbrochen zwischen Paaren von übereinstimmend
angeordneten, um senkrechte Achsen sich drehenden Schleifscheiben fortbewegt wird,
wobei das Band an den Schleifstellen von den unteren Scheiben getragen wird.
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Bei derartigen Einrichtungen weist jede Schleifscheibe gewöhnlich
eine ringförmige Schleiffläche auf, welche eine mittlere Öffnung der Scheibe umgibt
und ihrerseits von einem durchgehenden Zargenkranz umgeben ist. Die Schleiffläche
wird von den waagerechten Oberflächen mehrerer konzentrischer Ringe aus rechteckigen
Eisen gebildet, die wie Inseln voneinander und von der in der gleichen Ebene liegenden
durchgehenden Zarge durch etwa konzentrische Kanäle getrennt sind, die von geraden
Kanälen durchschnitten werden, die sich von der mittleren Öffnung nach außen zur
Zarge hin erstrecken. Von dem Punkt aus, an dem die geraden Kanäle von der mittleren
Öffnung ausgehen, sind die Kanäle zum Radius der Schleifscheibe geneigt.
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Das gewöhnlich aus einer Mischung von Sand und Wasser bestehende Schleifmittel
wird unter hydrostatischem Druck der mittleren Öffnung jeder Schleifscheibe zugeführt
und fließt von dieser aus bei sich drehender Scheibe durch die Kanäle und über die
Arbeitsflächen der Eisen und gelangt so zu <lern Glas, wo es eine Schicht zwischen
der Glasfläche
unddelr@rbeitsflächen .der Schleifeisen bildet und
schließlich zwischen den Kanten des Glasbandes und der Zarge der Schleifscheibe
nach außen gelangt.
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Bei jeder unteren Schleifscheibe wird die Schleifflüssigkeit aufwärts
durch die betreffende Werkzeugwelle in den Hohlraum eingeführt, der in dem üblichen
Werkzeugkopf und der Schleifscheibe gebildet ist. Der hydrostatische Druck auf das
Schleifmittel muß dabei derart sein, daß der Hohlraum und die Kanäle gefüllt bleiben,
während die Flüssigkeit sich beim Umlauf der Scheibe zur Zarge hin verteilt, so
daß zwischen den Arbeitsflächen der Eisen und der Unterseite des Glases gegen den
Druck, der von der zugehörigen oberen Scheibe auf (las Glas ausgeübt wird, der nötige
Film von Schleifflüssigkeit unterhalten wird.
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Die Erfahrung hat gezeigt, daß bei den die Unterseite des Glases bearbeitenden
Schleifscheiben das Schleifmittel sich meistens auf dem Boden der Kanäle fortbewegt
und das Glas nur an den äußeren Enden der Kanäle erreicht, wo sich (las Schleifmittel
unter der Zentrifugalwirkung anhäuft. Infolgedessen üben die äußeren Eisen die stärkste
Schleifwirkung aus, so daß sich ein unregelmäßiges Schleifen ergibt und die Scheiben
sich ungleichmäßig abtragen und entfernt werden müssen, um die Schleifflächen abzurichten
und eine ebene Schleifscheibe einzusetzen. Dieses Auswechseln nimmt etwa i1/2 Stunden
in Anspruch.
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Nur wenn die Arbeitsflächen. der unteren Schleifscheiben eben sind,
ist es möglich, das Glasband .eben zu schleifen.
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1)a die Schleifeinrichtung zehn oder mehr untere Schleifwerkzeuge
umfaßt, bedeutet das Auswechseln der uneben gewordenen Scheiben durch ebene Scheiben
einen erheblichen Verlust an Arbeitszeit, und zudem wird die Lebensdauer jeder Schleifscheibe
durch jedes Abrichten beeinträchtigt.
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Bei den Schleifscheiben bekannter Ausführung wird der Widerstand gegen
das Fließen des Schleifmittels nach außen faßt ausschließlich nur von der "Zarge
der Schleifscheibe ausgeübt. Um die gewünschte Massenbewegung des Schleifmittels
zu erhalten, ist die Anordnung so getroffen, daß ein Glasband normaler Breite den
üblichen durchgehenden Randkanal, der die äußeren Eisen von den Scheibenzargen trennt,
nicht ganz abdeckt und dadurch ein Ausgleich zwischen dem Abfluß und dem Zufluß
der Schleifflüssigkeit bewirkt wird. Vergrößert sich jedoch der freigelegte Teil
des Randkanals dadurch, daß die Bandbreite kleiner ist oller das Band, wie es manchmal
in der Praxis vorkommt, seitlich verläuft, so verringert sich der Widerstand gegen
die Schleifmittelbewegung an der Zarge und führt zu einem übermäßigen, verschwenderischen
Abfluß der Flüssigkeit von den Scheiben.
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Die Erfindung hat den Zweck, bei Schleifeinrichtungen der vorbezeichneten
Art die Güte des geschliffenen Glases zu verbessern und die Erzeugung wirtschaftlicher
zu gestalten. Zu diesem Zweck wird eine ' verbesserte Ausführung für die unteren
Schleifscheiben vorgeschlagen, durch die es möglich ist, die Scheiben im Betrieb
eben zu halten und dadurch eine wesentliche Grundbedingung für die ununterbrochene
Herstellung geschliffenen Flachglases zu schaffen, wobei gleichzeitig ein unnötiger
Abfluß von Schleifflüssigkeit weitgehendst vermieden wird, so daß an jedem Punkt
der Schleiffläche eine angemessene Zufuhr von Schleifflüssigkeit stattfindet.
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Dieser letztere Punkt ist wesentlich für die Erzielung einer gleichmäßigen
Abnutzung der Schleifscheibe, wodurch sich die Perioden ununterbrochenen Schleifens
beträchtlich verlängern lassen.
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Die gemäß der Erfindung verwendeten Scheiben zum Schleifen der Unterseite
des Glasbandes haben eine Schleiffläche, deren wirksamer Außenradius so groß ist,
daß sie wenigstens über eine Kante des Glasbandes hinausgeht. Nach der Erfindung
besteht die Schleiffläche aus den Oberflächen einer Reihe von durchgehenden Eisen,
die auf der Scheibe mit Abstand voneinander auf einer zur mittleren Öffnung der
Scheibe konzentrischen Ringfläche liegen und zwischen sich von der mittleren Öffnung
ausgehende Verteilungskanäle für die Schleifflüssigkeit bilden deren Ausfluß aus
den Verteilungskanälen regelbar ist. Jedes Eisen ist in der Drehrichtung der Scheibe
fortlaufend gebogen und nimmt, in konzentrischen Kreisschnitten gemessen, von innen
nach außen an Breite zu. Der spitze Winkel, den die in der Drehrichtung vorn liegende
Kante jedes Eisens mit dem Radius bildet, wächst fortschreitend vom inneren zum
äußeren Ende des betreffenden Eisens. Dabei ist die in der Drehrichtung vorn liegende
Fläche jedes Eisens zu dessen Oberseite in einem stumpfen Winkel geneigt, der fortlaufend
vom inneren zum äußeren Ende des Eisens abnimmt. Die Änderung dieser Neigung steht
in einem solchen Verhältnis zu der Änderung des spitzen Winkels zwischen der vorderen
Kante und dem Radius, daß an jedem Punkt jedes Eisens eine geeignete Menge des Schleifmittels
aus den Verteilungskanälen hochgebracht wird und auf die Arbeitsfläche des Eisens
gelangt, während der Rest des Schleifmittels sich durch den Kanal auswärts bewegt.
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Die Oberseite jedes der Schleifeisen bietet dem Glas eine ununterbrochene
Fläche dar, auf der der Druck der Schleifscheibe gleichmäßig auf eine Ringzone des
Glases übertragen wird, die der ringförmigen Schleiffläche der Schleifscheibe entspricht.
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Durch diese Ausbildung der Schleiffläche und durch die dauernde Zufuhr
einer angemessenen Menge Schleifflüssigkeit zu dieser Fläche ergibt sich eine gleichmäßige
Abnutzung der Eisen, so daß sich in derErzeugung von geschliffenemFlachglas beträchtlich
längere :'#rl)eitsperioden ohne die sonst notwendigen Unterbrechungen für das Auswechseln
von Schleifscheiben ergeben.
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Zur Regelung des Abflusses des Schleifmittels aus den Verteilungskanälen,
der dann stattfindet, wenn das Ende eines Kanals an einer Kante des
Glases
freigelegt wird, h@i@inen Stopfen vorgesehen werden, die in die Enden der Kanäle
eingesetzt werden. Diese Stopfen erhalten eine Oberfläche aus einem :Material, welches
im Vergleich zum Metall der Schleifscheibe weich ist, so daß durch diese Stopfen
keine Vergrößerung der Schleifscheibe stattfindet.
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Zweckmäßig ist jedoch die gemäß der Erfindung ausgebildete Schleifscheibe
mit einem Zargenkranz versehen, der aus einem Stück mit der Scheibe bestehen kann
und eine Ebene mit den Arbeitsflächen der Schleifeisen bildet. Dabei ist ein Teil
der Eisen länger als die anderen und geht in die Zarge über, so daß längs der Zarge
eine Reihe von aufeinanderfolgenden Randkanälen entsteht, von denen jeder zwei Verteilungskanäle
miteinander verbindet und die beim Umlauf der Scheibe nacheinander fortschreitend
über eine Kante des Glasbandes hinaus frei werden. Die äußeren Enden der Eisen bilden
einen Winkel von 6o bis 8o° mit dem Radius der Scheibe, der durch diese äußeren
Enden hindurchgeht.
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Da die so gebildeten Randkanäle nur kurz sind, ist die über die Kante
des Glasbandes hinaus nahe dem Scheibenumfang frei liegende Oberfläche der Schleifflüssigkeit
jederzeit beträchtlich kleiner, als wenn ein durchgehender Randkanal vorgesehen
wäre.
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Wenn der Zargenkranz als gesonderter Teil an der Schleifscheibe befestigt
wird, kann er eine Oberfläche erhalten, die ganz oder teilweise aus nichtmetallischem
Material besteht, das weicher als Eisen ist, um am Randteil der Scheibe eine zu
starke Anhäufung von Metall zu vermeiden.
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Im Zusammenwirken mit der besonderen Formgebung der Eisen bremst die
Zarge in geeigneter Weise den Fluß des Schleifmittels und Wassers durch die Verteilungskanäle,
wobei die Zarge als Wehr wirkt, welches den Abfluß der Schleifflüssigkeit regelt.
Durch die Form der Eisen wird erreicht, daß angemessene Mengen Schleifmittel auf
die gesamten wirksamen Schleifflächen der Eisen gebracht werden.
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Anstatt eine Zarge an der Scheibe zu bilden, läßt sich der Ausfluß
aus den Kanälen auch dadurch regeln, daß man bei Eisen gleicher Länge die Enden
benachbarter Eisen verbindet oder, wenn längere und kürzere Eisen vorgesehen sind,
die Enden der langen Eisen miteinander verbindet. Die Verbindungsstücke werden zweckmäßig
aus einem Material gebildet, welches im Vergleich mit dem Metall der Schleifscheibe
verhältnismäßig weich ist.
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Die gemäß der Erfindung verwendeten Schleifscheiben werden so bemessen,
daß sie wenigstens über eine Kante des Glasbandes hinausgehen. Zweckmäßig sind die
Schleifscheiben jedoch so gebaut, daß die Verteilungskanäle an ihren äußeren Enden
nacheinander zunächst an -der einen Kante und dann an der anderen Kante des Glasbandes
freigelegt werden. Bei dieser Ausführung erhält die Schleifscheibe zweckmäßig einen
durchgehenden Zargenkranz, dessen Innendurchmesser größer als die Breite des Glasbandes
ist. Von den gebogenen Schleifeisen geht eine Anzahl bis zur Zarge durch, während
die anderen Eisen, jedoch nicht mehr als zwei nacheinander, in einem gewissen Abstand
von der Zarge enden, so daß längs dieser eine Anzahl von aufeinanderfolgenden kurzen
Randkanälen gebildet wird. Die kurzen Eisen haben dabei eine solche Länge, daß sie
sich beim Drehen der Scheibe bis zu jeder Kante des Glasbandes erstrecken.
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In jedem Paar von das Glasband auf entgegengesetzten Seiten bearbeitenden
Schleifscheiben kann die Schleifscheibe des oberen Werkzeuges im wesentlichen die
gleiche Ausführung wie die Schleifscheibe des unteren Werkzeuges erhalten.
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Die Kräfte, durch welche die Schleifflüssigkeit Hochgebracht und durch
die Verteilungskanäle zwischen den Eisen getrieben werden, hängen zum Teil von hydrostatischem
Druck ab, sind jedoch hauptsächlich eine Folge der radial wirkenden Zentrifugalkraft.
Der zum Hochbringen des Schleifmittels aufgewandte Teil dieser Kraft ist abhängig
von der Neigung der in der Drehrichtung vorn liegenden Kante des Schleifeisens zum
Radius und von der Neigung der Vorderfläche des Schleifeisens zu seiner Arbeitsfläche,
während der andere Kräfteteil, durch den das Schleifmittel durch die Kanäle getrieben
wird, von der Neigung der Kante des Schleifeisens zum Radius abhängt.
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Die Zentrifugalkraft wächst proportional zum Radius, und Versuche
haben geigt, daß sich eine angemessene Verteilung des Schleifmittels erreichen läßt,
indem man die Verhältnisse zwischen der Kraft, die das Hochbringen des Schleifmittels
längs jedem Eisen vom inneren bis zum äußeren Ende bewirkt, und der Kraft, welche
die Flüssigkeit durch die Kanäle treibt, ändert.
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Es wurde ferner festgestellt, daß zur Erzielung einer angemessenen
Schleifmittelverteilung ein bestimmtes Verhältnis bestehen muß zwischen den . Änderungen
der beiden vorgenannten Neigungen, um die gewünschten Änderungen in den obengenannten
Kräfteverhältnissen zu .erzielen.
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Die Größen der obengenannten Neigungen und das Verhältnis zwischen
den Größen ihrer Änderung entsprechend dem Radius hängt von der Geschwindigkeit
und Größe der Schleifscheibe ab.
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Auf diese Weise kann der ganzen Schleiffläche einer bestimmten unteren
Schleifscheibe Schleifmittel einer bestimmten Sortierung zugeführt werden.
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Bei der mit Schleifscheiben gemäß der Erfindung ausgerüsteten Einrichtung
findet an allen Punkten der Arbeitsfläche jedes Schleifeisens ein gleichmäßiges
Abtragen der Unterseite des Glases statt, so daß die geschliffene Fläche völlig
eben ist. Wenn die Schleifscheibe über die ganze Breite des Glasbandes wirkt, ist
ein Nachbearbeiten der Kanten nicht erforderlich.
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Da das Schleifmittel bei den oberen Werkzeugen der Oberseite des Glasbandes
durch seine eigene Schwere zugeführt wird, können die Vorderseiten der Eisen der
oberen Scheibe zur Arbeitsfläche der Scheiben senkrecht liegen. Wie schon erwähnt,
können die oberen Schleifscheiben genau in der
gleichen Weise ausgeführt
sein wie die unteren Schleifscheiben.
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In den Zeichnungen ist eine beispielsweise Ausführung einer Schleifeinrichtung
mit Schleifscheiben gemäß der Erfindung dargestellt.
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Abb. i ist eine schematische Ansicht einer solchen Flachglasschleifeinrichtung;
Abb.2 ist eine Draufsicht eines Viertels einer der unteren Schleifscheiben; Abb.
3 zeigt ein Viertel der Ringfläche, auf der die nach vorn gerichteten, auswärts
gebogenen Bahnen gebildet sind, über welche der Schleifdruck auf das Glas ausgeübt
wird; Abb. 4 ist eine Schnittansicht nach Linie IV-I`' der Abb. 2 und zeigt die
bekannte Montierung der Scheibe auf einem Werkzeug; Abb. 5 ist eine Einzelansicht
in größerem -Iaßstabe, welche noch deutlicher die Ausbildung der Schleifeisen einer
unteren Schleifscheibe nahe dem Zargenkranz zeigt.
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Wie aus Abb. i ersichtlich, wird das zur Herstellung des Glases dienende
Rohmaterial i in einer Wanne 2 geschmolzen, aus der das geschmolzene Glas zu einer
Glasbandwalzvorrichtung 3 fließt, von der das Glasband 4 in waagerechter Ebene über
einen Rollengang 5 zu einem Kühlofen 6 gelangt. Nach Durchlaufen des Kühlofens bewegt
sich das Band zwischen Paaren von gleichachsig allgeordneten Schleifwerkteugen !hindurch,
voll denen gewöhnlich etwa zehn vorgesehen, aber nur zwei bei A gezeigt sind.
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An jeder Schleifstelle sind obere und untere Werkzeuge mit Schleifscheiben
7 und S vorgesehen, Während der Vorwärtsbewegung des Glasbandes, die parallel zu
den Schleifflächen erfolgt, wird das Glas von den unteren Schleifscheiben getragen.
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Die Reihen aufeinanderfolgender Schleifscheihenpaare bewirken ein
fortschreitendes Schleifen des Glasbandes, und zwar werden die dem Kühlofen am nächsten
liegenden Scheiben mit einem Gemisch von verhältnismäßig grobem Sand und Wasser
versorgt, während die in den letzten Stufen befindlichen Scheiben eine Mischung
voll sehr feinem Sand und Wasser erhalten und die zwischenliegenden Scheibenpaare
mit einer Schleifflüssigkeit gespeist werden, deren Sand vom Grobschleifende aus
bis zum Feinschleifende der Einrichtung allmählich feiner wird.
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Das die Schleifwerkzeuge verlassende geschliffene Glasband wird durch
Schneiden in die handelsüblichen Größen aufgeteilt. Man kann das geschliffene Glagband
aller auch noch Polierwerkzeugen zuführen, die gewöhnlich wenigstens in der gleichen
Zahl wie die Schleifwerkzeuge vorgesehen sind. Jedes Polierwerkzeug, von denen eins
bei ß dargestellt ist, besteht aus oberen und unteren Gestellen, die mit 9 und io
bezeichnete drehbare Polierscheiben tragen.
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Das Glasband wird durch Förderrollenpaare i i durch die Schleif- und
Polierwerkzeuge hindurchbewegt.
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Wie aus A111.2 ersichtlich, besitzt jede untere Schleifscheibe eine
ringförmige Schleiffläche, die von den Oberseiten einer Reihe von gebogenen Schleifeisen
12 und 13 %-on spiraliger Form gebildet ist, von denen beispielsweise vierzig vorgesehen
sind. Diese Ausbildung hat sich als zufriedenstellend in den I' allen erwiesen,
in denen die ringförmige Schleiffläche einen mittleren Radius von 9o cm hat und
die Scheibe sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 6o Umdrehungen je -\linute dreht.
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Jedes der Schleifeisern nirnlnt allmählich all Breite von 5cm am Innenradius
bis ungefähr iocm am Außenradius zu, und zwar ist die Zunahme all Breite annähernd
proportional dem Radius, so daß die _'\bnutzungsgescliwindigkeit des schmäleren
Teils im wesentlichen der Abliutzllngsgeschwindigkeit der Eisen in der Nähe der
Zarge gleichgehalten. wird.
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Die in der Drehrichtung vorn liegende Kante der Schleifeisen ist mit
12° bz«-. 13° bezeichnet, und der spitze Winkel, den diese vordere Kante mit dem
Radius bildet, nimmt von etwa »° am Innenradius bis etwa 70° am Außenradius zu.
Für unter den üblichen Verhältnissen arbeitende Schleifscheiben gemäß der Erfindung
ist der genannte spitze Winkel zwischen der Vorderkante und dem Radius im äußeren
Teil zwecktnäßig 10 bis 20° größer als etwa in der Hälfte des größten Radius, wo
dieser Winkel zwischen 45 und 63° liegt.
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Die Neigung der `Vorderseiten i2b, 13b ist iln äußeren Teil zweckmäßig
lo bis 2.I° geringer als ungefähr an der Hälfte des größten Radius, und zwar beträgt
die Neigung an letzterer Stelle i io bis 13o° und im äußeren Teil 93 his 113°.
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Unter dem äußeren Teil jeder vorderen Kante wird ein Stück der in
der Drehrichtung vorn liegenden Kante verstanden, die sich vom äußeren Ende aus
ungefähr 30 cln nach innen erstreckt und in Abb. 2 mit c bzw. d auf
den längeren und kürzeren Schleifeisen angegeben ist, wobei die entsprechenden Radien
mit C und D bezeichnet sind.
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Diese für die Schleifeisen gewählte Formgebung bietet dem Fließen
der Schleifflüssigkeit durch die Verteilungskanäle genügend Widerstand, um die Komponente
der Zentrifugalkraft in Richtung jedes der Kanäle so klein zu halten, daß bei normalen
Arbeitsbedingungen ein iil>ermäßi,@er :11>fluß voll Schleifflüssigkeit vermieden
wird.
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Über die Breite der Schleifeisen braucht Näheres nicht gesagt zu «-erden,
cla es aus denn Schleifbetrieb mit den üblichen konzentrischen Ringen (Insel-Eisen)
rechteckigen Querschnitts, die in dem Raum zwischen der Zarge und der mittleren
Öffnung allgeordnet sind, bekannt ist, daß eine ununterbrochene Schleiffläche in
der Breite nicht mehr als einige Zoll betragen soll.
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Die Eisen 12 gehen in eine schmale Zarge 14 über, d. h. eine Zarge,
die bei der nötigen mecllanisclien Festigkeit so schmal wie niöglicli gehalten ist,
während die zwischenliegenden Eisen 13 bei der dargestellten Ausbildun- vor der
"Zarge in einem Abstand enden, der im wesentlichen gleich der Breite der Kanäle
15 ist. die zwischen den Schleifeisen liegen und die Verteilungkanüle für die
Scllleiffliissigkeit
bilden. Die Oberfläche der Zarge befindet sich in der Ebene der Schleifflächen,
damit die Verteilungskanäle gefüllt gehalten werden. Der innere Durchmesser der
Zarge ist größer als die Breite des Glasbandes.
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Die Kanäle 15 sind in miteinander verbundenen Paaren angeordnet. Die
Verbindungen bestehen aus einer Reihe von neben der Zarge liegenden kurzen Randkanälen
16, die von den längeren Eisen 12 begrenzt werden. Wie Abb. 2 und 5 zeigt, trennen
die Kanäle 16 die Eisen 13 von der Zarge, erstrecken sich zwischen zwei Eisen 12
und sind an zwei der Kanäle 15 angeschlossen.
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Es ergibt sich also zwischen je zwei in die Zarge 14 übergehenden
Eisen 12 ein Kanal, der im Grundriß U-förmig ist und ein dazwischenliegendes Eisen
13 einschließt. Jeder U-Kanal hat zwei gleiche Schenkel, von denen jeder von einem
Verteilungskanal 15 gebildet ist, und ein geschlossenes Ende, das aus einem kurzen
Randkanal 16 besteht.
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Die Schleifscheiben besitzen demnach einen mit Unterbrechungen versehenen
Randkanal. Dadurch wird ein erhöhter Abfluß der Schleifflüssigkeit, wenn das Glasband
schmaler als die Normalbreite ist oder seitlich verläuft, wesentlich beschränkt.
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Alle Eisen 12 und 13 erstrecken sich quer durch den Ringraum zwischen
der üblichen mittleren Öffnung 17 und dem Zargenkranz 14 und sind von der mittleren
Öffnung aus nach außen in der durch den Pfeil 18 angegebenen Drehrichtung der Scheibe
nach vorn gebogen. jedes Eisen ist von solcher Länge, daß, wenn es im rechten Winkel
zur Laufrichtung des Glasbandes liegt, es sich über die mit 4° in Abb. 2 bezeichnete
Kante des Glasbandes hinaus erstreckt.
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Die Oberseite jedes der Eisen 12 und 13 bietet dem Glas eine ununterbrochene
spiralige Bahn, über welche der Druck der Schleifscheibe gleichmäßig auf eine Ringzone
des Glasbandes übertragen wird, die der ringförmigen Schleifscheibe zwischen der
mittleren Öffnung und der Zarge der Schleifscheibe entspricht. Das Schleifmittel
wird der Oberseite der Eisen aus den Kanälen 15 zugeführt, und gleichzeitig wird
durch die Drehung der Scheibe ein ununterbrochener Abrieb bewirkt.
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Am Feinschleifende der Schleifeinrichtung können die Schleifeisen
etwa die gleiche Breite haben wie die Verteilungskanäle, wie dies in den Zeichnungen
gezeigt ist. Am Grobschleifende können die Schleifeisen jedoch wesentlich breiter,
beispielsweise doppelt so breit wie die Verteilungskanäle sein.
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Dadurch, daß die unteren Schleifscheiben eine Schleiffläche von einem
Durchmesser haben, der wenigstens so groß wie die Breite des zu schleifenden Glasbandes
ist, werden die Enden der Verteilungskanäle während des größeren Teils jeder Drehung
der Scheiben von dem Glasband abgedeckt und werden nur zeitweise freigelegt, nämlich
wenn die betreffenden Enden sich über die Kanten des Glaslandes hinausbewegen.
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Das Glasband gestattet daher ein freies Fließen in den Verteilungskanälen
nur, wenn die äußeren i?ncleti der Kanäle sich außerhalb der Glaskante befinden,
und in dieser Zeit (ein Zehntel einer Sekunde) entleert sich der äußere Teil des
Kanals von Schleifflüsigkeit und füllt sich wieder mit nachströmender Flüssigkeit,
wenn das Ende wieder vom Glasband abgedeckt wird.
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Die Schleifflüssigkeit wird also in jedem Kanal intermittierend fortbewegt,
und obschon die durchschnittliche Fortbewegungsgeschwindigkeit nicht hoch ist, wird
der Sand in geeigneter Weise in der Flüssigkeit in Schwebe gehalten.
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Durch die besondere Ausbildung der äußeren Teile der Verteilungskanäle
gemäß der Erfindung wird die Komponente der Zentrifugalkraft, die das Bestreben
hat, die Flüssigkeit aus dem Kanal hinauszutreiben, auf weniger als die Hälfte der
gesamten Kraft verringert.
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Wie schematisch in Abb.4 gezeigt, ist die Schleifscheibe in bekannter
Weise mittels eines Gußstückes 21 auf dem Flansch i9 des Werkzeuges 2o montiert.
Übereinstimmend mit der mittleren Öffnung 17 der Schleifscheibe ist im Werkzeug
der Hohlraum 17" gebildet, dem die Schleifflüssigkeit durch die hohle Welle
des Werkzeuges zugeführt wird.
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Durch die beschriebene Ausbildung der Schleifscheibe wird jeder Punkt
der Schleiffläche mit einer geeigneten Menge von Schleifmittel versorgt, so daß
die Schleifeisen sich gleichmäßig abnutzen und eben bleiben. Auch bei den oberen
Werkzeugen findet eine gleichmäßige Speisung der Schleifflächen mit Schleifmittel
statt, welches hier durch seine eigene Schwere zu den Arbeitsstellen gelangt. Daher
ist es bei der erfindungsgemäßen Schleifeinrichtung möglich, ein gleichmäßiges Grob-
und Feinschleifen auf beiden Seiten des Glasbandes zugleich in Arbeitsperioden von
langer Dauer vorzunehmen, ohne daß Unterbrechungen zur Auswechselung uneben abgenutzter
Schleifscheiben vorgenommen werden müssen.