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Fahrbare und höhenverstellbare Arbeitsbühne, insbesondere für Bauzwecke
Bekannt und eingeführt sind Baugerüste in Form von zusammensetzbaren Elementen aus
Holz oder Stahl, die jeweils an der Baustelle zu einem Gerüst zusammengesetzt «erden
müssen, und Bauaufzüge in Form von Seilwinden. Auch diese Seilwinden müssen jeweils
aufgebaut werden, was einen nicht unerheblichen Zeitaufwand erfordert. Um die Montagekosten
für Anlagen der vorerwähnten Art zu ersparen, wurde ein Baugerät geschaffen, das
beweglich und sofort einsatzbereit ist und sowohl als Arbeitsbühne als auch zum
Heben von Lasten dienen kann.
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Das Neue der vorliegenden Erfindung besteht darin, daB auf zwei einzelnen,
fahrbaren Untergestellen i je eine hydraulisch betriebene, zusammenschiebbare Säule
3 steht. die eine Hebe- bzw. Arbeitsbühne 4 tragen. Die Zeichnung erläutert eine
bevorzugte Ausführungsform der Erfindung; die fahrbaren Untergestelle sind Rohrkonstruktionen
mit je vier einzeln gefederten Rädern 5. Alle Räder sind paarweise durch Zugstangen
6 lenkbar. Damit läßt sich jedes Untergestell mühelos ganz dicht an das Bauwerk
heranbringen. Beide Untergestelle können beim Transport gekoppelt werden, wodurch
sich jeweils das zweite Räderpaar selbsttätig lenkt. Alle Räderpaare lassen sich
einzeln in der Lenkung blockieren, 7, was jeweils für das letzte Räderpaar beim
Transport erforderlich wird. An jeder Ecke der Untergestelle befindet sich eine
Spindel 8 mit - Erdplatte, die ein Feststellen der Untergestelle ermöglicht, und
wodurch das ganze Baugerät genau in Waage gestellt werden kann. Das am Grundrohr
der Säulen befindliche Lot 9 ermöglicht, die genaue Einjustierung. Die Hydraulikanläge
ist
jeweils am Untergestell im Ölbehälter untergebracht. Als höchster Druck für den
Betrieb der beiden Säulen ist bei einer Belastung des Gerüstes von iooo kg 25 atü
erforderlich. Als Druckpumpe läßt sich jedes handelsübliche Aggregat verwenden,
das von Hand und mit Motor betrieben werden kann. Am zweckmäßigsten ist eine Zweizylinder-Hebelpumpe,
deren Kolben als Druckstößel fest miteinander verbunden sind und durch eine Stopfbüchse
abgedichtet werden. Es lassen sich beide Säulen von einer Pumpe oder auch einzeln,
d. h. von zwei Pumpen betreiben. Die Steuerung erfolgt über je einen Dreiwegehahn,
der im Ölbehälter sitzt. Am Verlängerungshebel ist jeweils ein Zeiger angebracht,
so daß man die Stellung der Steuerhähne beim Bedienen sofort sehen kann. Zum Betrieb
beider Säulen von einer Pumpe sind in jedem Aggregat zwei weitere Steuerhähne vorgesehen.
Bei Kraftbetrieb erfolgt der Antrieb über die Riemenscheibe 16. Für den Anlauf und
die Begrenzung sind Abheber der Ansaugventile vorgesehen, die den Pumpen einen Leerlauf
gestatten. Das Umstellen von Kraft- auf Handbetrieb läßt sich durch Lösen des Hebelbolzens
(Pleuelbolzen) leicht durchführen. Somit kann der Antrieb den örtlichen Verhältnissen
angepaßt werden. Ob ein Verbrennungs- oder Elektromotor zur Anwendung kommt, ist
gleichgültig, jedoch muß die Drehzahl der Pumpe angepaßt sein. Die Preßölführung
geschieht über Metalldruckschläuche ii, die sich leicht auswechseln lassen und mittels
Schnellverschluß am Anschlußende befestigt sind. Sicherheitshalber ist für Dauerbelastung
ein zusätzlicher Absperrhahn 12 am unteren Säulenrohr angebracht. Ein Manometer
13 am Preßölbehälter läßt den Öldruck ständig überprüfen. Beim Senken der Hebeeinrichtung
fließt das Preßöl direkt in den Ölbehälter 2 zurück.
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Die Säulen 3 bestehen aus mehreren ineinander genau geführten Rohren.
Die Anzahl der Rohre richtet sich nach der gewünschten Arbeitshöhe. Als Normalhöhe
ist zehn Meter vorgesehen; in diesem Falle sind elf Rohre am zweckmäßigsten. Die
Rohre sind innen sauber zylindrisch gebohrt und außen genau zylindrisch und rund
überschliffen. Innen sind als Führungen je zwei Messingbuchsen eingepreßt, die auf
Toleranz für Gleitsitz zum jeweiligen nächsten Rohraußendurchmesser ausgerieben
werden. Die untere Führungsbuchse dient gleichzeitig als Begrenzung für den maximalen
Ausschub. Jedes Rohr erhält außen auf der einen Seite einen Begrenzungsring, der
ein ungewolltes Hinausschieben verhindert. Auf der anderen Seite sind innen Anzugsgewinde
angebracht, die das Zusammendrücken der eingelegten Stopfbuchsen ermöglichen. Die
Stopfbuchse legt sich an den oberen Führungsring und an den erwähnten Gewindering.
Die zweite Führungsbuchse steckt bei einem Drittel der Rohrlänge von oben gemessen
im Rohr. Die Gewinderinge haben einen überhöhten Rand zum Anziehen, der gleichzeitig
als Begrenzung beim Ineinanderschieben dient. Das oberste Rohr trägt einen Querbalken
14 mit beweglicher Aufhängung der Bühne 4. Jede Säule ist mit einem zusammenschiebbaren
Faltenbalg als Schutzmantel versehen (der Übersicht halber in der Zeichnung weggelassen),
damit sich kein Sand oder Staub an die geschliffenen Flächen der Säulen setzt.
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Die Arbeitsbühne 4 selbst besitzt je zwei Rohre als Träger und je
zwei Rohre als Geländer, die sich ineinanderschieben lassen. Die Rohre sind auf
der einen Seite in den Hängearmen beweglich gehalten und auf der anderen Seite trägt
jeweils das größere Rohr innen zwei Führungsringe, während jeweils das kleinere
Rohr nur einen Begrenzungsring hat. Der Abstand der Führungsringe ist etwa ein halber
Meter. Damit ist ein Unterbrechen der Bühne ausgeschlossen. Die Trägerrohre und
die Geländerrohre sind zur Vergrößerung der Stabilität bei der Belastung miteinander
verbunden. Der Belag 15 besteht aus verhältnismäßig starken Brettern in der passenden
Länge, die je zwei Anschlagleisten tragen. Dadurch ist ein Verrutschen ausgeschlossen.
Beim Transport kann der Belag zusammengelegt werden.
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Die Inbetriebnahme des Gerätes erfolgt folgendermaßen: Nach dem Transport
zur Baustelle werden die Verbindungsstangen 6 in der Mitte gelöst und die beiden
fahrbaren Untergestelle auf die gewünschte Arbeitsbreite an der Baustelle auseinandergezogen.
Mit den Feststellspindeln 8 werden die Räder entlastet und die Untergestelle mit
Hilfe der Justiereinrichtung genau in Waage gestellt. Der Belag wird aufgelegt und
die zu hebenden Lasten oder Arbeitsgeräte auf diesen gebracht. Nun erfolgt die Inbetriebnahme
der Pumpen mit der entsprechenden Einstellung des Dreiwegehahnes auf Heben. Dem
Preßöl ist nun der Weg in die Säulen freigegeben und diese schieben sich auseinander.
Bei der Benutzung beider Pumpen ist darauf zu achten, daß das Heben gleichmäßig
erfolgt. Soll nur eine Pumpe benutzt werden, so ist zur zweiten Säule ein entsprechender
Druckschlauch zu verlegen. In der gewünschten Höhe erfolgt die Umstellung auf Stand.
Soll die Benutzung dann als Gerüst erfolgen, so schließt man sicherheitshalber noch
die Hähne 12 am untersten Säulenrohr. Sonst genügt die Einstellung der Dreiwegehähne.
Das Senken erfolgt nach Öffnen der Hähne am untersten Säulenrohr durch Umstellung
der Dreiwegehähne auf Senken. Jetzt fließt das 01 in den Ölbehälter zurück
und die Säulenrohre schieben sich zusammen. Hier ist ebenfalls zu beachten, daß
beide Säulenrohre sich in gleichmäßiger Geschwindigkeit zusammenschieben. Der Abbau
für den Transport wird entsprechend dem Aufbau vorgenommen.