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Die vorliegende Erfindung betrifif Verfahren zur Behandlung von Sinterlegierungen, um
eine Schutzschicht auf der Oberfläche zu bilden. Dieses Verfahren ist insbesondere auf
Gegenstände aus Sinterlegierung mit Vorsprüngen oder Vertiefungen an ihrer
Oberfläche sowie Sinterlegierungen mit einer komplexen Struktur und/oder dünnen
Wänden, wie eine Wabenstruktur, anwendbar.
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Um die Korrosionsbeständigkeit und Schmierfähigkeit zu verstärken, ist nach dem Stand
der Technik ein aus Eisen bestehender Teil einer Wasserdampfbehandlung unterzogen
worden, bei der er in einem unter Druck stehenden Dampf mit einer Temperatur
zwischen etwa 500ºC und etwa 600ºC steht, um einen Überzug aus Fe&sub3;O&sub4; an seiner
Oberfläche zu bilden. Jedoch wirkt dieser Überzug nicht als Schutzschicht gegen
Oxidation bei höheren Temperaturen.
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Es wurden bereits Verfahren zur Bildung eines hitzebeständigen Überzugs geoffenbart.
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Die US-A-4915751 offenbart ein zweistufiges Verfahren zur Behandlung einer rostfreien
Folie bei einer Temperatur im Bereich von 900ºC bis 960ºC und bei einer Temperatur
im Bereich von 960ºC bis 1.000ºC, um einen Tonerdewhisker zu ergeben. Die JP-B-
3/1279 offenbart die Behandlung einer Mg-haltigen Folie aus rostfreiem Stahl bei einer
Temperatur im Bereich von 1.000ºC bis 1.150ºC im Vakuum oder unter einer
Wasserstoffatmosphäre; und die Behandlung der resultierenden Folie unter einer
Koh lend ioxidatmosphäre.
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Jedoch erfordert das in der US-A-4,915,751 geoffenbarte Verfahren zwei
Wärmebehandlungsschritte, die die Temperaturregelung schwierig machen und die
Betriebskosten erhöhen. das in der JP-B-3/1 279 geoffenbarte Verfahren ist nur auf
rostfreien Stahl anwendbar, der Magnesium enthält, und nimmt beim
Oberflächenbehandlungsverfahren Zeit in Anspruch. Beide Verfahren sind auf
porenlosen rostfreien Stahl anwendbar, der durch Schmelzen und darauffolgendes
Walzen hergestellt wurde.
Die EP-A-390321 (und die äquivalente JP-A-2/270904) offenbaren ein Verfahren zur
Behandlung poröser gesinterter Al- oder Al-hältiger Strukturen bei einer Temperatur im
Bereich von 950ºC bis 1350ºC in einer oxidativen Atmosphäre, wie Luft, Sauerstoff,
Kohlendioxid oder einem Gemisch aus Wasserstoff und Wasserdampf.
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Es wurden keine spezifischen Bedingungen der H&sub2;/H&sub2;O-Oberflächenbehandlung
geoffenbart. Darüberhinaus hat der erhaltene Überzug, wie berichtet wird, nur mäßige
Beständigkeit.
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Die DE-A-341 9638 beschreibt die Erzeugung von Oxidschichten auf Metaloberflächen
im allgemeinen, wobei die Bearbeitung durch eine gesteuerte Variation des
Oxidationspotentials der Oxidationsbehandlungsatmosphäre über einen großen Bereich
während der Bildung der Schicht gekennzeichnet ist. Vorgeschlagene
Behandlungsatmosphären sind Dampf, H&sub2;/H&sub2;O, H&sub2;/CO&sub2; und Inertgas/H&sub2;O.
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Das hierin angesprochene Problem ist die Bereitstellung eines neuen Verfahrens zur
Behandlung einer Sinterlegierung.
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Gemäß vorliegender Erfindung wird ein Verfahren zur Behandlung Al-hältiger
Sintergierung bereitgestellt, das das Stehenlassen eines Abschnitts einer Al-hältiger
Sinterlegierung bei einer Temperatur von 800ºC bis weniger als 1300ºC unter einer
Atmosphäre umfaßt, die eine Menge an Wasserdampf enthält, die einem Taupunkt von
5ºC bis 60ºC entspricht.
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Die Erfinder des vorliegenden Anmeldungsgegenstandes haben die
Oberflächenbehandlung von Sinterlegierung untersucht, die Vorsprünge und
Vertiefungen in ihrer Oberfläche aufweist. Dabei wurde herausgefunden, daß
Sinterlegierung mit einem unter einer trockenen Atmosphäre gebildeten
Metalloxidüberzug zu anormaler lokaler Oxidation neigt. Im Gegensatz davon neigt
Sinterlegierung mit einem unter einer Atmosphäre mit Wasserdampf gebildeteten
Metalloxid überzug nicht zu solcher anormaler Oxidation.
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Daher wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren Sinterlegierung in einem
spezifischen Temperaturbereich unter einer Atmosphäre mit Wasserdampf behandelt,
um ein Metalloxid an ihren Oberflächen zu bilden, das, wie herausgefunden wurde,
gute Oxidationsbeständigkeit der Sinterlegierung hervorrufen kann.
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Das erfindungsgemäße Verfahren, das eine chemische Reaktion zwischen Gas und
Oberfläche beinhaltet, ist besonders nützlich für Sinterlegierungen mit Vorsprüngen und
Vertiefungen an ihren Oberflächen, einschließlich Sinterlegierungen, die eine komplexe
Struktur und/oder dünne Wände aufweisen, wie eine Wabenstruktur.
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Nach dem Verfahren gemäß vorliegender Erfindung enthält zu behandelnde
Sinterlegierung Al und hat einen Schmelzpunkt, der gleich hoch wie oder höher als eine
Oberflächenbehandlungstemperatur ist. Andere Elemente in der Sinterlegierung sind
nicht speziell eingeschränkt, und es kann zumindest ein Element vorhanden sein, das
aus Fe, Cr, B, Si, La, Ce, Cu, Sn, Y, Ti, Co, Ni, Ca, Erdalkalimetallen, Lanthaniden, Hf
und Zr ausgewählt ist.
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Der Temperaturbereich für die Oberflächenbehandlung der Sinterlegierung gemäß
vorliegender Erfindung reicht von etwa 800ºC bis unter 1.300ºC, insbesondere von
etwa 1.000ºC bis etwa 1.200ºC. Wenn Sinterlegierung bei Temperaturen unter 800ºC
behandelt wird, enthält eine gebildete Tonerdeschutzschicht so viel Eisen, daß ihre
Fähigkeit zur Oxidationsbeständigkeit abnimmt. Wenn andererseits Sinterlegierung bei
Temperaturen über 1.300ºC behandelt wird, besteht die Tendenz, daß durch die rasche
Oxidation an ihrer Oberfläche während der Oberflächenbehandlung eine
ungleichmäßige Schutzschicht gebildet wird, was einen Grund für anormale Oxidation
darstellt und zu einer Beeinträchtigung der mechanischen Festigkeit aufgrund von
Komwachstum führt.
Eine Wasserdampfmenge in einer Atmosphäre, unter der Sinterlegierung behandelt
wird, entspricht vorzugsweise Taupunkten gleich oder unter 60ºC; zu viel Wasserdampf
läßt die behandelte Sinterlegierung während der Behandlung korrosionsanfällig werden
und führt zu einer Verminderung der Oxidationsbeständigkeit und
Korrosionsbeständigkeit der behandelten Sinterlegierung. Andererseits macht es eine zu
geringe Wasserdampfmenge schwieriger, einen gleichmäßigen Überzug auf der
behandelten Sinterlegierung auszubilden, was zu lokaler Oxidation führt, und die
Oxidationsbeständigkeit und Korrosionsbeständigkeit in der behandelten Sintergierung
verschlechtern sich; somit entspricht eine Wasserdampfmenge in einer Atmosphäre,
unter der Sinterlegierung behandelt wird, vorzugsweise Taupunkten gleich oder über
5ºC, insbesondere gleich oder über 15ºC.
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In Anbetracht der Kosten für die Ausrüstung entspricht eine Wasserdampfmenge in einer
Atmosphäre vorzugsweise Taupunkten gleich oder unter 40ºC. Zweckmäßig ist eine
Wasserdampfmenge in einer Atmosphäre gleich der oder geringer als die Menge an
gesättigtem Wasserdampf um die Ausrüstung bei einer Temperatur in der Umgebung.
Wenn eine Atmosphäre für die Oberflächenbehandlung von Sinterlegierung im
wesentlichen aus einem Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff oder aus einem
Gemisch aus Sauerstoff und Stickstoff besteht, entspricht eine Wasserdampfmenge
vorzugsweise Taupunkten gleich oder über 30ºC.
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Eine Atmosphäre für die Oberflächenbehandlung von Sinterlegierung ist nicht speziell
eingeschränkt, und Wasserstoff, Inertgas, Luft, Sauerstoff und so weiter werden
verwendet. Wasserstoff oder Inertgas ist eine bevorzugte Atmosphäre. Eine mögliche
Erklärung für diese Preferenz besteht darin, daß die in einer solchen Atmosphäre
enthaltene absolute Sauerstoffmenge kleiner ist als die in anderen Atmosphären, und
angenommen wird, daß Oxidation aufgrund von Wasserdampf ein dominanter
Oxidationsvorgang wird.
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Die Oberflächenbehandlungszeit von Sintergierung ist vorzugsweise gleich oder
länger als 30 Minuten, insbesondere gleich oder länger als eine Stunde, weil eine zu
kurze Zeit zu einer Beeinträchtigung des Schutzvermögens der so gebildeten
Schutzschicht aufgrund von Destabilisierung an der Grenzfläche zwischen dem
Überzug und der Matrix führt. Aufgrund eines Kostenfaktors ist die Zeit für die
Oberflächenbehandlung vorzugsweise gleich oder kürzer als 10 Stunden, insbesondere
gleich oder kürzer als 5 Stunden.
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Wie oben geoffenbart, beeinflussen die Temperatur und eine Wasserdampfmenge in
einer Atmosphäre für die Oberflächenbehandlung von gesinterter Legierung den
Überzug an ihren Oberflächen beträchtlich, und andere Bedingungen, wie eine
Atmosphäre und eine Oberflächenbehandlungszeit beeinflussen den Überzug ebenfalls.
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Dennoch ist nicht klar, welche Rolle Wasserdampf in einer Atmosphäre für die
Oberflächenbehandlung bei der Bildung einer Schutzschicht spielt, es wird
angenommen, daß eine Form von Wasserstoff, die bei der Oxidation von Aluminium
durch Wasser erzeugt wird, irgendwie bei der Bildung eines gleichmäßigen Überzugs
hilft.
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Wie oben geoffenbart, ist es mit diesen Verfahren möglich, Sinterlegierung mit einer
zufriedenstellenden Schutzschicht mit guter Ebenheit und Gleichmäßigkeit zu erhalten,
und das verhindert anormale Oxidation. Als Ergebnis ermöglichen die vorliegenden
Lehren die Bereitstellung metallischer Materialien mit guter Oxidationsbeständigkeit bei
hohen Temperaturen und Korrosionsbeständigkeit.
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Da es durchaus machbar ist, eine Wassermenge in einer Atmosphäre so zu regulieren,
daß sie Taupunkten gleich oder über 5ºC entspricht, ist das Verfahren in seiner
industriellen Anwendung einfach.
BEISPIELE
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Ausführungsformen werden nun anhand von Beispielen beschrieben.
(Beispiel 1)
Sinterlegierung mit der Zusammensetzung Fe-20Cr-5Al (Gew.-%) und einer Porosität
von 26% wird aus Fe-Pulvern, Fe-50Al-Pulvern und Fe-60Cr-Pulvern als
Ausgangsmaterialien hergestellt und bei 1.320ºC gebrannt. So hergestellte
Sinterlegierung wurde als Proben für die Oberflächenbehandlung unter verschiedenen
Bedingungen verwendet, um einen Überzug zu bilden, wie in Tabelle 1 angeführt.
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Jede der Proben der beschichteten Sintergierung wurde einem
Oxidationsbeständigkeitstest unterzogen. Ein Gesamtoxidationsausmaß einer jeden
Probe nach dem Test wurde gemessen, und das Vorliegen oder Nichtvorliegen
anormaler Oxidation wurde beobachtet. Diese Ergebnisse sind ebenfalls in Tabelle 1
angeführt.
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Beim Oxidationsbeständigkeitstest wurde eine Probe 700 Stunden lang in einen
Elektroofen mit 980ºC gestellt, und dann wurden die Gewichtszunahme und
Abmessungsänderung gemessen, um die Oxidationsbeständigkeit der Probe zu
bewerten. Das Ausmaß an "Gesamtoxidation" einer Probe in den Ergebnissen bezieht
sich auf eine Gewichtszunahme während der Oberflächenbehandlung der Probe und
eine Gewichtszunahme während des Oxidationsbeständigkeitstests der Probe.
Tabelle 1
Ver-gleichs-beispiel
Beispiel
Versuch -Nr.
Be-handlungs-be-dingungen
Verweil-temperatur
Verweilzeit
eingebrachtes Gas
Taupunkt
Gewichtszunahme
durch vorbereitete
Oxidation
Oxidationsbeständigkeit
Gewichtszunahme
Abmessungänderung
Gesamtoxidations-außmaß
anomale Oxidation
Wasser-stoff
liegt vor
liegt nicht vor
stark
Argon
(Beispiel 2)
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Sintergierung mit der Zusammensetzung Fe-26Al (Gew.-%) und einer Porosität von
35% wird aus Fe-Pulvern und Fe-50Al-Pulvern als Ausgangsmaterialien hergestellt und
bei 1.250ºC gebrannt. So hergestellte Sinterlegierung wurde als Proben für die
Oberflächenbehandlung unter verschiedenen Bedingungen verwendet, um einen
Überzug zu bilden, wie in Tabelle 2 angeführt.
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Jede der Proben beschichteter Sinterlegierung wurde einem
Oxidationsbeständigkeitstest wie in Beispiel 1 unterzogen. Es wurde ein
Gesamtoxidationsausmaß einer jeden Probe nach dem Test gemessen, oder das
Vorliegen oder Nichtvorliegen anormaler Oxidation wurde wie in Beispiel 1
beobachtet. Die Ergebnisse werden ebenfalls in Tabelle 2 angeführt.
Tabelle 1
Ver-gleichs-beispiel
Beispiel
Versuch -Nr.
Be-handlungs-be-dingungen
Verweil-temperatur
Verweilzeit
eingebrachtes Gas
Taupunkt
Gewichtszunahme
durch vorbereitete
Oxidation
Oxidationsbeständigkeit
Gewichtszunahme
Abmessungänderung
Gesamtoxidations-außmaß
anomale Oxidation
Wasser-stoff
liegt vor
liegt nicht vor
stark
Stick-stoff
(Beispiel 3)
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Sinterlegierung mit der Zusammensetzung Fe-20Cr-5Al-3Si-0,058 (Gew.-%) und einer
Porosität von 5% wird aus Fe-Pulvern, Fe-50Al-Pulvern, Fe-20B-Pulvern, Cr-Pulvern und
Fe-75Si-Pulvern als Ausgangsmaterial ien hergestellt und bei 1.300ºC gebrannt. So
hergestellte Sintergierung wurde als Proben für die Oberflächenbehandlung unter
verschiedenen Bedingungen verwendet, um einen Überzug zu bilden, wie in Tabelle 3
angeführt.
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Jede der Proben der beschichteten Sinterlegierung wurde einem
Oxidationsbeständigkeitstest wie in Beispiel 1 unterzogen. Ein
Gesamtoxidationsausmaß einer jeden Probe nach dem Test wurde gemessen, und das
Vorliegen oder Nichtvorliegen anormaler Oxidation wurde wie in Beispiel 1
beobachtet. Auch diese Ergebnisse sind in Tabelle 3 angeführt.
Tabelle 1
Ver-gleichs-beispiel
Beispiel
Versuch -Nr.
Be-handlungs-be-dingungen
Verweil-temperatur
Verweilzeit
eingebrachtes Gas
Taupunkt
Gewichtszunahme
durch vorbereitete
Oxidation
Oxidationsbeständigkeit
Gewichtszunahme
Abmessungänderung
Gesamtoxidations-außmaß
anomale Oxidation
Wasser-stoff
liegt vor
liegt nicht vor
stark
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*** N&sub2;80 O&sub2;20 bezeichnet ein Mischglas, das aus 80 % Stickstoffgas und 20 % Sauerstoff besteht
Wie aus den Ergebnissen in den Tabellen 1, 2 und 3 zu entnehmen, wies eine
Sinterlegierungsprobe gute Oxidationsbeständigkeit auf und erfuhr keine anormale
Oxidation, wenn sie einer Oberflächenbehandlung unterzogen wurde, bei der die Probe
bei einer Temperatur im Bereich von etwa 800ºC bis etwa 1.300ºC in eine Atmosphäre
gestellt wurde, die eine Wasserdampfmenge enthält, die Taupunkten im Bereich von
etwa 5 bis etwa 60ºC entspricht.