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TECHNISCHES GEBIET
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Zusammensetzungen in einer gekapselten
Form, sowie ein Verfahren zur Herstellung dieser Zusammensetzungen.
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Eine
Verkapselung ist ein Verfahren, mit dessen Hilfe ein oder mehrere
aktive Bestandteile mit einem anderen Material oder System beschichtet
oder von diesem eingeschlossen werden. Auf dem technischen Gebiet
der Aromastoffe dient die Verkapselung von Aromabestandteilen zur
Bewahrung des Aromas in einem Lebensmittelprodukt während der
Lagerung, schützt
den Aromastoff gegen unerwünschte
Wechselwirkungen mit dem Lebensmittel, setzt Aroma/Aromawechselwirkungen
auf ein Minimum herab, schützt
entweder vor lichtinduzierten Reaktionen oder Oxidation und gewährt eine
kontrollierte Freisetzung des Aromastoffes.
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Auf
diesem technischen Fachgebiet sind die häufigsten Prozesse zum Erzeugen
gekapselter Produkte das Sprühtrocknen
und in geringerem Umfang die Extrusion und Koazervierung.
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TECHNISCHER HINTERGRUND
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Das
Sprühtrocknen
ist eine wohlbekannte anwendbare Methode zum Stabilisieren von Aromen,
indem sie in einer festen Form verkapselt werden, die für viele
Anwendungen geeignet ist.
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In
sprühgetrockneten
Pulvern ist ein aktiver Bestandteil, wie beispielsweise ein Aroma-
oder ein Duftaromastoff gewöhnlich
hydrophob und in Form von flüssigem
Tröpfchen
in einer verfestigten Matrix eines wasserfreien Trägers eingeschlossen,
der in der Regel aus Kohlenhydraten besteht, wie beispielsweise
aus Stärken,
hydrolysierten Stärken
(Maltodextrin), chemisch modifizierten Stärken, emulgierenden Polymeren
(Gummi arabicum) und in bestimmten Fällen Monomeren und Dimeren
von einfachen Aldohexosen oder in einer beliebigen Kombination davon.
Konventionelle Methoden des Sprühtrocknes
sind im Stand der Technik sehr gut dokumentiert. Siehe hierzu beispielsweise
das "Spray-Drying
Handbook", 4. Auflage,
K. Masters (1985), oder andere Fachbücher zu diesem Thema.
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Die
Methode der Herstellung eines sprühgetrockneten Pulvers umfasst
im typischen Fall zuerst das Dispergieren eines Trägers in
Wasser und anschließendes
Mischen dieser Dispersion mit einem Aromastoff vor dem Homogenisieren,
um eine Öl-in-Wasser-Emulsion
zu erzeugen. Die Emulsion wird anschließend unter Erzeugung eines
pulverförmigen
Aromastoffes sprühgetrocknet.
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Traditionell
werden Aromastoffe in wasserlöslichen
Kohlenhydrat-Matrices sprühgetrocknet.
Da sich diese Matrices leicht in Wasser auflösen, sind die häufigsten
Anwendungen der entsprechenden pulverförmigen Aromastoffe Getränkepulverrezepturen.
Allerdings erfordern auch andere Anwendungen auf dem technischen
Gebiet der Aromastoffe, sowie auf anderen Gebieten, wie beispielsweise
die Parfümerie
oder die pharmazeutischen Gebiete, sprühgetrocknete Produkte, die
in einer wässrigen
Umgebung über
ein anderes Verhalten verfügen
als traditionelle sprühgetrocknete
Pulver. Speziell könnten
für viele
Anwendungen Pulver sehr nützlich
sein, die in der Lage sind, sich in Wasser langsamer aufzulösen, als
die meisten gegenwärtig
verfügbaren
sprühgetrockneten
Produkte, und die zur Freisetzung des aktiven Bestandteils, der
in der Matrix gekapselt ist, sogar einen mechanischen Auslöser benötigen.
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Im
Stand der Technik sind bereits Mittel zur Verbesserung der Dispersion
von typischen sprühgetrockneten
Pulvern beschrieben worden. Eines dieser Mittel stellt die Agglomeration
dar und findet beispielsweise bei Instantkaffee Anwendung. Dieser
Prozess eignet sich jedoch nicht für alle Anwendungen.
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Wir
sind jetzt in der Lage gewesen festzustellen, dass ein spezieller
Bestandteil dem Träger
zugesetzt werden kann, der die Matrix eines sprühgetrockneten Produktes bildet,
sowie in Kombination mit einem die Hülle erzeugenden Kohlenhydratmaterial überraschenderweise
das Verhalten des Pulvers in einer wässrigen oder stark feuchten
Umgebung verbessert. Bei diesem Bestandteil handelt es sich um Agar-Agar.
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Agar-Agar
ist ein Hydrokolloid, dessen physikalische Eigenschaften auf dem
Fachgebiet gut bekannt sind. Insbesondere findet es eine weit verbreitete
Anwendung in Lebensmitteln als Stabilisiermittel, Eindickungsmittel,
Feuchthaltemittel und Glasurmittel.
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Zum
Teil wird in der Patentliteratur das Sprühtrocknen von Agar-Agar selbst
offenbart, um es in einer festen Form bereitzustellen. Andererseits
wird Agar oft als Teil in der Liste der Hüllmaterialien genannt, die
sich zum Aufbau von Trägerstoffen
in einem Verkapselungssystem eignen. Als ein Beispiel lässt sich
die
WO 98/33394 nennen,
worin die Mischung eines Füllstoffes
mit einem Hydrokolloid in Form eines festen Pulvers offenbart wird,
das als ein Stabilisiermittel in einer großen Zahl von Produkten Anwendung
findet. Ebenfalls ist Agar-Agar in der
US-P-3205175 und
GB-P-911483 als Bestandteil einer Liste
von Materialien offenbart worden, die sich in Prozessen der Koazervation
verwenden lassen. Allerdings ist in keinem Dokument des Standes
der Technik jeweils auf die Möglichkeit
der Verwendung von Agar-Agar in einer sprühgetrockneten Zusammensetzung
für einen
speziellen Zweck hingewiesen oder sogar vorgeschlagen worden, wenn
es in definierten Mengen und in Kombination mit einem Kohlenhydratmaterial
verwendet wird.
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Beispielsweise
werden in der
US-P-5124162 flüchtige Substanzen
in einem amorphen Substrat fixiert, das filmbildende Kohlenhydrate
enthält
ohne dass es irgendeine Erwähnung
von Agar-Agar gibt. In der
EP-P-1106081 werden
große
Mengen an filmbildenden Kohlenhydraten benötigt nämlich 45 bis 70% der Matrix,
wenn man dieses mit 1 bis 30% vergleicht, die in der vorliegenden
Erfindung benötigt
werden.
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So
sind wir jetzt in der Lage gewesen festzustellen, dass Agar-Agar
in Kombination mit dem Haupt-Trägermaterial,
nämlich
einem Kohlenhydrat und bei Verwendung in vorgegebenen Mengen ein
vorteilhaftes Co-Trägermaterial
für eine
Zusammensetzung ist, die zur Sprühtrocknung
vorgesehen ist. In überraschender
Weise hat sich erwiesen, dass diese neuartige Zusammensetzung für eine vollständige Veränderung des
Verhaltens des Produktes in einer wässrigen oder stark feuchten
Umgebung verantwortlich ist, was auch die Freisetzungseigenschaften
des darin gekapselten aktiven Bestandteils im Vergleich zu konventionell sprühgetrockneten
Pulvern betrifft.
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OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
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Eine
der Aufgaben der Erfindung besteht damit in einer neuartigen sprühgetrockneten
Zusammensetzung, die einen oder mehrere aktive Bestandteile aufweist
die dispergiert sind in einem Träger,
der mindestens ein eine Hülle
bildendes Kohlenhydratmaterial aufweist und 1% bis 30 Gew.-% Agar-Agar
bezogen auf die Trockenmasse der Zusammensetzung.
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Was
hierin unter "aktiven
Bestandteil" verstanden
wird, ist ein flüssiger
Bestandteil, der vorzugsweise hydrophob ist, der mit Hilfe einer
festen Verkapselung geschützt
sein soll. Darin einbezogen können
flüchtige parfümierende
und geschmackvermittelnde Bestandteile sein, sowie andere Arten
von Bestandteilen, wie beispielsweise pharmazeutische Wirkstoffe.
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Das
System der Erfindung bietet zahlreiche Vorteile. Während sich
ein typisches sprühgetrocknetes Produkt
sofort in Wasser auflöst,
verhält
sich die erfindungsgemäße Zusammensetzung
in einer völlig
anderen Weise in einem solchen Medium und macht es möglich, dass
eine kontrollierte Freisetzung des gekapselten aktiven Bestandteils
gewährt
wird.
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Eine
zweite Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum
Herstellen einer solchen sprühgetrockneten
Zusammensetzung, während
eine weitere Aufgabe in ihrer Verwendung für das Aromatisieren oder Parfümieren von
Produkten zum Verzehr und Verbrauch besteht, wie beispielsweise
Lebensmittel, Getränke
oder für
parfümierende
Zusammensetzungen.
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Schließlich kann
das sprühgetrocknete
Pulver der Erfindung auch vorteilhaft als ein Zwischenprodukt oder
Ausgangsprodukt in einem Verfahren zur Zweifachverkapselung verwendet
werden, das heißt
als ein festes Produkt, das einer weiteren Verkapselung unterworfen
werden kann, wie beispielsweise einer Extrusion in einer glasartigen
Matrix, um ein granuläres
Zuführsystem
zu gewähren,
oder einem zweiten Verfahrensschritt des Sprühtrocknen in einer andern anderen
oder ähnlichen
Matrix unterworfen werden.
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Weitere
Aufgaben, Aspekte und Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgenden
detaillierten Beschreibung offensichtlich.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft damit eine Zusammensetzung in Form
eines sprühgetrockneten
Pulvers, das einen oder mehrere aktive Bestandteile aufweist, die
in einem Träger
dispergiert sind, wobei der Träger
mindestens ein eine Hülle
bildendes Kohlenhydratmaterial aufweist und 1% bis 30% Agar-Agar,
bezogen auf die Trockenmasse der Zusammensetzung. In einer anderen
Ausführungsform
kann der Anteil von Agar-Agar in der Zusammensetzung auf 1% bis
20 Gew.-% oder sogar auf 1% bis 15 Gew.-% bezogen auf die Trockenmasse
der Zusammensetzung beschränkt
sein.
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Das
sprühgetrocknete
Produkt der Erfindung erweist sich besonders in einer wässrigen
Umgebung als sehr nützlich,
worin es für
eine Freisetzung des aktiven Bestandteils sorgt, was von den typischen
Systemen, die im Stand der Technik bekannt sind, durchaus verschieden
ist. Noch spezieller hat sich gezeigt, dass die Zugabe einer bestimmten
Menge von Agar-Agar zur Trägermatrix
in Kombination mit einem eine Hülle
bildenden Kohlenhydratmaterial eine Struktur schafft, die fast sofort
bei Wasseraufnahme quillt und ein Gel bildet, worin die Mobilität des aktiven
Bestandteils in Form von Öltröpfchen beschränkt ist.
Als Folge bleibt das die Öltröpfchen enthaltende
Gel selbst dann intakt, wenn Wasser im Überschuss vorhanden ist. Wenn
die wasserhaltigen Pulverpartikel ungestört gelassen werden, das heißt keiner
konstanten Scherung bei Raumtemperatur unterworfen werden, können sie
daher ihre Integrität
für mindestens
zwei Wochen bewahren, wonach sich die Freisetzung des Öls aus den
wasserhaltigen Partikeln beobachten lässt, wenn sie unter Druck verformt
werden. Während
somit typische sprühgetrocknete
Produkte sich in wässriger
Umgebung sofort auflösen
und für eine
sofortige Freisetzung des gekapselten aktiven Bestandteils sorgen,
gewährt
das erfindungsgemäße System
eine kontrollierte Freisetzung der aktiven Substanz. Unter einer
anderen Auslösungsart,
wie beispielsweise Scherkraft oder Wärme, wird die aktive Substanz
aus dem trockenen Pulver freigesetzt.
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Das
sprühgetrocknete
Pulver der Erfindung bietet außerdem
eine besonders vorteilhafte Stabilität in einem Medium mit hoher
relativer Feuchte. Im Gegensatz zu den bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt
bekannten Pulvern lässt
sich daher das Zuführsystem
der Erfindung aufbewahren oder es kann einem Transport unterworfen
werden, während
in wirksamer Weise der dort gekapselte aktive Bestandteil geschützt wird.
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Der
Träger
der sprühgetrockneten
Zusammensetzung weist mindestens ein eine Hülle bildendes Kohlenhydratmaterial
auf und 1 bis 30% Agar-Agar, das in einer teilweise hydratisierten
Form vorliegen kann. Diese Kombination ist verantwortlich für die technische
Wirkung, die vorstehend beschrieben wurde.
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Geeignete,
eine Hülle
bildende Kohlenhydratmaterialien sind Substrate, wie beispielsweise
Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol, Dextrine, natürliche oder modifizierte Stärken, Pektine,
Xanthane, Alginate oder sogar Cellulosederivate, wie beispielsweise
Carboxymethylcellulose, Methylcellulose oder Hydroxyethylcellulose.
In einer der speziellen Ausführungsformen
der Erfindung wird das Kohlenhydratmaterial ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus Maltodextrin, einem Stärkesirup aus Mais, einer chemisch
modifizierten Stärke,
einem hydrierten Stärkehydrolysat
und einer succinylierten oder hydrolysierten Stärke.
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Die
Zusammensetzung der Erfindung weist im typischen Fall 70% bis 99
Gew.-% bezogen auf die Trockenmasse der Zusammensetzung eine Hülle bildendes
Kohlenhydratmaterial auf. Bevorzugt enthält sie 40 bis 80% Kohlenhydratmaterial.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
weist die Matrixzusammensetzung ferner einen Weichmacher auf, wie
beispielsweise einen Zucker oder ein Zuckerderivat, wie beispielsweise
Sucrose, Glucose, Lactose, Levulose, Fructose, Malrose, Ribose,
Dextrose, Isomalt, Sorbit, Mannit, Xylit, Lactit, Maltit, Pentitol,
Arabinose, Pentose, Xylose, Galactose. Im typischen Fall weisen
die Zusammensetzungen der Erfindung 0,01% bis 50 Gew.-% bezogen
auf das Gewicht des getrockneten Produkts einen Weichmacher auf.
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Eine
Agar-Agar-Matrix, die ferner Maltodextrin in Zumischung mit einem
der vorgenannten Zucker und speziell Sucrose aufweist, ist besonders
geschätzt.
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Zusätzlich zu
den Kohlenhydraten und Weichwachern kann die Zusammensetzung der
Erfindung ein Emulgiermittel aufweisen, das vorgesehen ist, um das
homogene Mischen des Öls
in der Mischung auf Kohlenhydratbasis vor dem Sprühtrocknen
zu fördern.
Die Beschaffenheit und geeignete Menge des Emulgiermittels können kritisch
von dem Prozessbetreiber ohne unnötige Versuche eingeschätzt werden.
Im typischen Fall lassen sich Anteile von 1% bis 30 Gew.-% bezogen
auf die Trockenmasse der Zusammensetzung verwenden.
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Im
Handel sind zahlreiche geeignete Emulgiemrittel bekannt. Typische
Beispiele schließen
ein: Soja-Lecithin, Capsul® (modifizierte Maisstärke von
der National Starch), Citronensäureester
von Fettsäuren
und emulgierende Polymere, wie beispielsweise Gummi arabicum, wobei
andere geeignete Emulgiermittel in Fachbeiträgen genannt sind, wie beispielsweise "Fond Emulsifiers
and their Applications",
1997, herausgegeben von G. L. Hasenbuettl und R. W. Hartel, USA.
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Schließlich enthält die Zusammensetzung
der Erfindung, die zu Beginn in Form einer wässrigen Emulsion vorliegt,
vor dem Sprühtrocknen
50% bis 90 Gew.-% Wasser und bevorzugt 60% bis 85 Gew.-% Wasser, bezogen
auf das Gesamtgewicht der Emulsion.
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Der
in dem Träger
der sprühgetrockneten
Zusammensetzung der Erfindung dispergierte aktive Bestandteil wird
bevorzugt ein hydrophober Aromastoff oder Duftstoff oder eine solche
Zusammensetzung der gegenwärtigen
Anwendung sein. Allerdings lässt
sich die Polarität
oder wässrige
Löslichkeit
des aktiven Bestandteils als Funktion der gewünschten Verzögerung der
Freisetzung für
eine vorgegebene Anwendung wählen.
Faktisch werden mehr hydrophile Komponenten schneller freigesetzt,
da sie zur Aufteilung in die äußere wässrige Phase
in der Lage sind.
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Die
hierin verwendeten Begriffe "Aromastoff-
und Duftstoff-Bestandteil oder -Zusammensetzung" sollen eine Vielzahl von Materialien
von Aromastoffen und Duftstoffen sowohl natürlicher als auch synthetischer Herkunft
eingrenzen. Sie schließen
einzelne Verbindungen, sowie Mischungen ein. Die Zusammensetzung
der Erfindung kann flüchtige
oder labile Komponenten in flüssiger
Form und bevorzugt hydrophob verkapseln. Spezielle Beispiele für derartige
Komponenten können
in der gegenwärtigen
Literatur gefunden werden, zum Beispiel im "Fenaroli's Handbook of Flavor Ingredients", 1975, CRC. Press; "Synthetic Food Adjuncts", 1947 von M. B.
Jacobs, herausgegeben von Van Nostrand; oder "Perfume and Flavor Chemicals" von S. Arctander, 1969,
Montclair, N. J. (USA). Die Substanzen sind dem Fachmann auf dem
Gebiet des Parfümierens,
Würzens und/oder
Aromatisieren von Produkten zum Verzehr und Gebrauch gut bekannt,
das heißt
um Produkten zum Verzehr und Verbrauch, die traditionell parfümiert oder
gewürzt
sind einen Geruch und/oder eine Würzung oder Geschmack zu vermitteln
oder den Geruch und/oder Geschmack des Produktes zum Verzehr und
Gebrauch zu modifizieren.
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Ebenfalls
lassen sich Naturextrakte in das System der Erfindung einkapseln,
wobei diese zum Beispiel Citrusextrakte einschließen, wie
beispielsweise Limone-, Orange-, Limonelle-, Grapefruit- oder Mandarinenöle, oder
Kaffee, Tee, Minze, Kakao, Vanille oder ätherische Öle von Kräutern und Gewürzen unter
anderem.
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Die
Anteile des aktiven Bestandteils in der Zusammensetzung umfassen
zwischen 0,1% und 60 Gew.-% bezogen auf die Trockenmasse der Zusammensetzung.
In einer speziellen Ausführungsform
macht der Anteil des aktiven Bestandteils zwischen 20 und 50% aus.
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Eine
andere Aufgabe der Erfindung ist ein Verfahren für die Herstellung eines sprühgetrockneten
Pulvers, welches Verfahren die Schritte umfasst: Emulgieren des
aktiven Bestandteils mit einer wässrigen
Lösung des
Matrixträgers,
der mindestens ein eine Hülle
bildendes Kohlenhydratmaterial aufweist und 1% bis 30% oder 1% bis
20% oder sogar 1% bis 15% Agar-Agar; Homogenisieren der Emulsion
und Sprühtrocknen
der letzteren unter Erzeugung eines partikulären Produktes.
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Einer
der besonderen Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahren liegt in der
Tatsache, dass die Zusammensetzungen, die eine Kombination von Agar-Agar
mit Kohlenhydrat entsprechend der Beschreibung hierin aufweisen,
eine Retention des aktiven Bestandteils (Öls) zeigen, die vorteilhafter
Weise nicht durch eine Veränderung
des Feststoffgehaltes der wässrigen
Ausgangsemulsion beeinflusst wird. Darüber hinaus muss in den klassischen
Prozessen des Sprühtrocknen
eine hohe Verdünnungsrate,
die für
die Gewährung
der Monodispersität
des Pulvers gebraucht wird, durch die Tatsache ausgewogen werden,
dass die Aroma-Retention um so geringer sein wird, je höher die
Verdünnungsrate
ist. Es wird darüber
hinaus bestätigt,
dass ein um 10% geringerer Feststoffgehalt in der wässrigen
Ausgangsemulsion zu einer merklichen Abnahme der Aroma-Retention
nach dem Sprühtrocknen
führen
sollte. In dem vorliegenden Fall hat sich jetzt herausgestellt,
wie in den nachfolgenden Beispielen gezeigt wird, dass die Aroma-Retention
des erfindungsgemäßen Produktes
nicht von der Verdünnungsrate
oder dem Feststoffgehalt in der wässrigen Emulsion beeinflusst
wird, die in den Sprühtrockner
eingeführt
wird. Mit anderen Worten lassen sich hohe Verdünnungsraten einsetzen, um eine gute
Monodispersität
des Pulvers zu erhalten, ohne irgendeinen Nachteil im Bezug auf
die Aroma-Retention auszulösen,
was ein gänzlich
unerwartetes Ergebnis ist.
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Der
Apparat zum Sprühtrocknen,
der in dem erfindungsgemäßen Verfahren
zur Anwendung gelangt, kann von den zahlreichen, kommerziell verfügbaren Apparaten
jeder beliebige Apparat sein. Beispiele für Apparate zum Sprühtrocknen
sind die "Anhydro
Dryen" (Hersteller:
Anhydro Corp. of Attleboro Falls, Mass.) der "Niro Dryer" (hergestellt von Niro Atomizer Ltd.,
Kopenhagen, Dänemark)
oder der Leaflash-Apparat (Herkunft: CCM Sulzer). Verzugsweise gelangt
ein Sprühtrockner
mit einer Druckdüse
zur Anwendung.
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Das
Verfahren wird nun in Beispiel 1 detaillierter beschrieben. Die
Parameter, die für
einen Prozess des Sprühtrocknen
charakteristisch sind, sind allerdings auf dem Fachgebiet gut bekannt
und lassen sich von einem Durchschnittsfachmann auf dem Gebiet mühelos einstellen.
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Erfindungsgemäße Feststoffteilchen
haben im typischen Fall eine Teilchengröße zwischen 50 und 70 μm und eine
Schüttdichte
zwischen 0,4 und 0,6 g/cm3. Allerdings ist
dem Fachmann gut bekannt, dass die Granulometrie und Schüttdichte
der resultierenden trockenen Pulver durch Auswahl des Düsendruckes
so eingestellt werden können,
dass die angestrebte Rieselfähigkeit
erhalten wird.
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Die
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten sprühgetrockneten
Pulver können
als solche in den Anwendungen benutzt werden, wie beispielsweise
für das
Parfümieren
oder Aromatisieren von Zusammensetzungen, in denen eine Freisetzung
durch Scherung oder Wärme
induziert wird. Allerdings lassen sie sich auch vorteilhaft als
Ausgangsmaterialien verwenden, die einer weiteren Verarbeitung unterzogen
werden sollen, bevor sie als Zuführsysteme
in einer Vielzahl von Anwendungen verwendet werden.
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Speziell
werden in einer der Ausführungsformen
der Erfindung die mit Hilfe des hierin vorstehend beschriebenen
Verfahrens erhaltenen sprühgetrockneten
Partikel in einer extrudierten glasartigen Matrix eingekapselt,
die aus einem oder mehreren Kohlenhydratmaterialien erzeugt werden
kann oder die lediglich einen Weichmacher aufzuweisen braucht, sowie
ein Emulgiermittel, um eine glasartige Matrix mit einer verbesserten thermischen
Stabilität
zu erzeugen. In der
US-P-5087461 ,
deren Inhalt hiermit als Fundstelle einbezogen ist, wird ein Verkapselungsverfahren
einer sprühgetrockneten
Zusammensetzung über
eine Extrusion beschrieben und beispielhaft erklärt. Dieser Prozess führt zu schmalen
Stäbchen
mit einem Durchmesser im Bereich 0,3 bis 3 mm.
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Außer der
Extrusion sind andere Verarbeitungsarten zur Verkapselung nach dem
Sprühtrocknen
möglich.
Das erhaltene Pulver kann beispielsweise einem zweiten Sprühtrocknen
unterzogen werden und liefert auf diese Weise ein zweistufig sprühgetrocknetes
Produkt. Diese Methode wird speziell wie auch ein mehrstufiges Sprühtrocknen
allgemein von W. J. Coumans, P. J. A. M. Kerkhof und S. Bruin in "Drying Technology", Band 12 (1 und
2), (1994), beschrieben, deren Lehre hiermit als Fundstelle einbezogen
ist.
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Diese
Beispiele sind für
die Verkapselungsmethoden nicht einschränkend, die für die weitere
Verarbeitung des sprühgetrockneten
Pulvers angewendet werden können,
das gemäß der vorliegenden
Erfindung erhalten wird und insbesondere mit dem Ziel der Erhöhung der
Partikelgrößen der
Partikel oder der Verbesserung einer speziellen Charakteristik des
Pulvers, um es für
spezielle Anwendungen geeignet zu machen.
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Die
erfindungsgemäßen Produkte,
nämlich
das sprühgetrocknete
Pulver als solches, sowie die sprühgetrockneten Zusammensetzungen,
die einer zweiten Art der Verkapselung weiter unterzogen werden,
lassen sich vorteilhaft beispielsweise zum Parfümieren oder Aromatisieren von
Lebensmittelzusammensetzungen im Besonderen verwenden.
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Daher
können
die Zuführsysteme
der Erfindung bei Anwendungen eingesetzt werden, wie beispielsweise
Kaugummis oder Kaubonbons, pikanten Lebensmitteln oder Backwaren
auf dem Gebiet der Geschmacksstoffe. In ähnlicher Weise umfasst das
Gebiet der Parfümerie
zahlreiche Anwendungen, wo diese Art von Verkapselungssystemen sehr
nützlich
sein kann. Beispielsweise stellen alle Formen von Deodorantien und
Antitranspirationsmittel geeignete Anwendungen für ein parfümierendes Zuführsystem
mit kontrollierter Freisetzung des parfümierenden Bestandteils dar,
worin die Unversehrtheit des letzteren bis zum Gebrauch durch den
Anwender für
eine bestimmte Zeitdauer wünschenswert
ist.
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Das
erfindungsgemäße Pulver
kann auch vorteilhaft für
eine parfümierende
Pulverbasis verwendet werden, wie beispielsweise Grundlagen für Waschmittel.
So präsentiert
das hierin offenbarte Verkapselungssystem in der Tat eine sehr gute
Stabilität
gegenüber
Feuchtigkeit oder relativer Feuchtigkeit, wie in einem nachfolgenden
Vergleichsbeispiel gezeigt werden wird, sodass diese Produkte über lange
Zeitdauer vor ihrem Gebrauch aufbewahrt werden können, ohne dass sie einem Abbau
des gekapselten Parfüms
unterliegen.
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In
derartigen Anwendungen vermitteln die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
eine Retention von Geschmack oder Duft bis zu 85% nach dem Verkapselungsprozess
bei einem konstanten Niveau bis zu 50%, wobei in unerwarteter Weise
die Geschmack-Retention von dem Feststoffgehalt der wässrigen
Emulsion unabhängig
ist, die in den Sprühtrockner
eingeführt
wird. Darüber
hinaus nimmt das Produkt in Wasser sehr langsam Wasser auf und gelangt über bis
zu zwei Wochen nicht zur Auflösung.
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Die
Erfindung wird nun detaillierter anhand der nachfolgenden Beispiele
beschrieben, worin die Temperaturen in Grad Celsius angegeben sind
und die Abkürzungen
die aus dem Fachgebiet üblichen
Bedeutungen haben.
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AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
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HERSTELLUNG
EINER SPRÜHGETROCKNETEN
ZUSAMMENSETZUNG GEMÄSS
DER ERFINDUNG BEISPIEL
1 Formulierung:
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- 1) Quelle: Firmenich Citrus Center, Florida, USA
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Herstellung:
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Es
wurde eine Charge hergestellt, indem Agar-Agar in Wasser hydratisiert
wurde (näherungsweise 10%
Feststoffkonzentration) und anschließend dieses mit den übrigen Bestandteilen
in einem rostfreiem Kessel gemischt wurde, der mit einem Druckluftrührer ausgestattet
war. Die Chargentemperatur wurde bei 65° bis 70° gehalten. Sobald die Inhaltsstoffe
des Kessels gleichförmig
waren, wurden diese bei 7.000 kPa homogenisiert.
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Die
hergestellte Beschickung wurde mit einem Leaflash-Apparat getrocknet,
der sich durch die entsprechenden Einlass-/Auslasstemperaturen von
180°/80° auszeichnet,
Beschickungsdruck 17 × 103 Pa und eine Düse 70/216 (Sprühsystem)(Durchmesser
der Sprühdüse/Spinndüse).
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Es
wurden Proben genommen und auf Ölgehalt
mit Hilfe der Dampfdestillation analysiert. Die Aroma-Retention
der Feststoffteilchen nach dem Prozess betrug 85% (Feststoffgehalt
der in den Sprühtrockner eingeführten wässrigen
Emulsion von 33,98%).
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Mit
Hilfe der Mikroskopie wurden die Hydratationscharakteristik und
die Öltröpfchen-Freisetzung
untersucht. So wurde nach zwei Wochen in Wasser festgestellt, dass
kein Öl
aus dem Pulver austrat. Die Feststoffteilchen waren intakt. BEISPIEL
2 HERSTELLUNG
EINER SPRÜHGETROCKNETEN
ZUSAMMENSETZUNG GEMÄSS
DER ERFINDUNG Formulierung:
-
Herstellung: Das sprühgetrocknete Pulver wurde entsprechend
der Beschreibung in Beispiel 1 hergestellt
-
Das
Endprodukt (nach dem Prozess) hatte eine Aroma-Retention von 87,80%
(Feststoffgehalt der in den Sprühtrockner
eingeführten
wässrigen
Emulsion von 31,53%).
-
Nach
zwei Wochen in Wasser diffundierten keine Öltröpfchen aus den Partikeln. BEISPIEL
3 HERSTELLUNG
EINER SPRÜHGETROCKNETEN
ZUSAMMENSETZUNG GEMÄSS
DER ERFINDUNG FORMULIERUNG:
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Herstellung: das sprühgetrocknete Pulver wurde entsprechend
der Beschreibung in Beispiel 1 hergestellt
-
Das
Endprodukt (nach dem Prozess) hatte eine Aroma-Retention von 85,30%
(Feststoffgehalt der in den Sprühtrockner
eingeführten
Emulsion von 23,18%).
-
Nach
zwei Wochen in Wasser diffundierten keine Öltropfchen aus den Partikeln. BEISPIEL
4 HERSTELLUNG
EINER SPRÜHGETROCKNETEN
ZUSAMMENSETZUNG GEMÄSS
DER ERFINDUNG Formulierung:
-
Herstellung: Das sprühgetrocknete Pulver wurde entsprechend
der Beschreibung in Beispiel 1 hergestellt
-
Das
Endprodukt (nach dem Prozess) hatte eine Aroma-Retention von 87,00%
(Feststoffgehalt der in den Sprühtrockner
eingeführten
Emulsion von 27,78%).
-
Nach
zwei Wochen in Wasser diffundierten keine Öltröpfchen aus den Partikeln. BEISPIEL
5 HERSTELLUNG
EINER SPRÜHGETROCKNETEN
ZUSAMMENSETZUNG GEMÄSS
DER ERFINDUNG Formulierung:
- 1) Quelle: Firmenich SA, Genf, Schweiz
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Herstellung: Das sprühgetrocknete Pulver wurde entsprechend
der Beschreibung in Beispiel 1 hergestellt
-
Das
Endprodukt (nach dem Prozess) hatte eine Aroma-Retention von 100%
(Feststoffgehalt der in den Sprühtrockner
eingeführten
Emulsion von 33,98%).
-
Nach
zwei Wochen in Wasser diffundierten keine Öltröpfchen aus den Partikeln.
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BEISPIEL 6
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SPRÜHGETROCKNETE
ZUSAMMENSETZUNG DER ERFINDUNG, WEITEREXTRUDIERT IN EINE GLASARTIGE
MATRIX
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Es
wurde eine sprühgetrocknete
Zusammensetzung entsprechend der Beschreibung in Beispiel 1 aus der
folgenden Formulierung hergestellt:
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Das
erhaltene Pulver wurde unter einem Druck von 2 × 105 Pa
durch eine Düsenplatte
mit Öffnungen mit
einem Durchmesser von 0,8 mm bei einer Temperatur von 95°C extrudiert.
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BEISPIEL 7
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VERGLEICHSBEISPIEL IN BEZUG
AUF DIE STABILITÄT
EINER SPRÜHGETROCKNETEN
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ZUSAMMENSETZUNG GEMÄß DER ERFINDUNG IN EINER WASCHMITTEL-GRUNDSUBSTANZ
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Nach
der in Beispiel 1 beschriebenen Methode wurden zwei sprühgetrocknete
Zusammensetzungen mit den folgenden Formulierungen hergestellt: Formulierung
A:
- 1) Die Zusammensetzung bestand aus einer
Mischung von Benzylacetat, Phenylethylacetat, Cyclamenaldehyd, Lilial® (Herkunft:
Givaudan-Roure, Vernier, Schweiz) und Hexylsalicylat; jeder Bestandteil
lag in dem gleichen prozentualen Gewichtsanteil in der Zusammensetzung
vor.
Formulierung
B: 
-
Jedes
Pulver wurde unabhängig
mit einem Waschmittelpulver nach Europäischem Standard mit einem Percarbonat-TAED-Bleichsystem
abgemischt. Nach einer Aufbewahrung über vier Wochen bei 37° und einer relativen
Luftfeuchtigkeit von 70% wurden die zwei Zusammensetzungen jeweils
separat von dem Waschmittel separiert, in Wasser aufgelöst und mit
Acetonitril und 2-Heptanon verdünnt.
Es wurden 1 Gramm der auf diese Weise erhaltenen Lösung über 5 Gramm
Na
2SO
4 getrocknet
und die verbleibende flüssige
Phase mit Hilfe einer analytischen Methode der Standard-GC-MS analysiert,
um die verbleibende Menge der verschiedenen parfümierenden Bestandteile zu bestimmen.
Die Ergebnisse wurden mit denen verglichen, die mit dem Waschmittel
Grundsubstanz erhalten wurden, das für vier Wochen bei 3° gelagert
wurde, auf das die Parfümzusammensetzung
direkt aufgesprüht
wurde. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengestellt. TABELLE 1: Prozentualer Anteil von Parfümbestandteilen,
zurückerhalten
nach einer Lagerung für
vier Wochen bei 37° und 70%
relativer Luftfeuchtigkeit
| parfümierender
Bestandteil | aufgesprühtes Waschmittelpulver | Formulierung
B (ohne Agar-Agar) | Formulierung
A (3% Agar-Agar) |
| Benzylacetat | 3 | 6 | 6 |
| Phenylethylacetat | 10 | 18 | 23 |
| Cyclamenaldehyd | 31 | 45 | 67 |
| Lilial® | 0,0 | 2 | 10 |
| Hexylsalicylat | 25 | 48 | 100 |
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Die
Ergebnisse sind, wie in Tabelle 1 angegeben und zeigen hier Überlegenheit
der Agar-Agar aufweisenden aufgesprühten Zusammensetzung nach einer
Lagerung über
eine Dauer von einem Monat, die den höchsten Anteil an parfümierenden
Bestandteilen enthält,
die nicht abgebaut worden sind.