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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Kurbelgehäuseschmiermittel mit niedriger
Viskosität,
d.h. SAE J300 Klassifikation von 0W oder 5W, das in Verbrennungsmotoren,
vorzugsweise (kompressionsgezündeten) Dieselmotoren,
insbesondere Schwerlastdieselmotoren (HD-Dieselmotoren), überlegene
Leistungseigenschaften zeigt. Solche Schmiermittel können auch
als Schmieröle,
Schmierölzusammensetzungen
und Schmierölformulierungen
bezeichnet werden.
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Der
Schwerlastkraftwagenmarkt hat den Dieselmotor aufgrund seiner exzellenten
Langlebigkeit und seiner ökonomischen
Betriebsweise als bevorzugte Leistungsquelle angenommen. Es sind
spezielle Schmiermittel entwickelt worden, um die strengeren Leistungsanforderungen
von HD-Dieselmotoren im Vergleich mit Pkw-Motoren zu erfüllen.
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Um
zufriedenstellende HD-Leistung zu demonstrieren, sind verschiedene
Motorentests erforderlich, was den Cummins M11-Test einschließt, um den Verschleiß des Ventilzugs,
Filterverstopfen und Schlamm zu bewerten, die mit Ruß zusammenhängen.
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Es
besteht im Stand der Technik ein Bedarf nach Schmierölen mit
niedriger Viskosität,
die in der Lage sind, die HD-Dieselerfordernisse
zu erfüllen. Überraschenderweise
ist nun ein Schmieröl
mit niedriger Viskosität
gefunden worden, das in dem Cummins M11-Test verbesserte Leistung
zeigt.
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Die
vorliegende Erfindung beruht auf der Entdeckung, dass Schmierölzusammensetzungen
mit niedriger Viskosität
wie Schwerlastdieselschmierölzusammensetzungen
(HD-Dieselschmierölzusammensetzungen)
erfolgreich formuliert werden können,
vorausgesetzt, dass die Basisgemischviskosität der Komponenten, die Newton-Verhalten
zeigen, mindestens 8,2, wie von 8,2 bis 30, vorzugsweise 8,2 bis
10 mm2s–1 bei
100 °C beträgt.
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Somit
stellt die vorliegende Erfindung gemäß einem ersten Aspekt eine
Schmierölzusammensetzung mit
niedriger Viskosität
zur Verfügung,
vorzugsweise eine Dieselmotorschmierölzusammensetzung, insbesondere
eine Schwerlastdieselmotorschmierölzusammensetzung, die eine
CCS-Viskosität
von weniger als 3500 mPa·s
bei -25 °C
und einen Sulfataschewert von bis zu 2,0 Masse-%, bezogen auf die
Masse der Ölzusammensetzung,
aufweist, wobei die Zusammensetzung eine Mischung aus
- (a) 1 bis 10 Masse-% Polyisobutenylsuccinimid-Dispergiermittel,
wobei das Mn der Polyisobutenylgruppe von
950 bis 3000 beträgt,
oder ein boriertes Derivat derselben, das nicht mehr als 0,2 Masse-%
Bor enthält,
- (b) 0,05 bis 0,60 Masse-% elementares Calcium und/oder 0,05
bis 0,30 Masse-% elementares Magnesium, bezogen auf die Masse der Ölzusammensetzung,
wobei das Calcium oder das Magnesium oder sowohl das Calcium als
auch das Magnesium von einem oder mehreren Detergenzien abgeleitet
sind,
- (c) 0 bis 0,16 Masse-% Phosphor, bezogen auf die Masse der Ölzusammensetzung,
vorzugsweise abgeleitet von einem Zinkdikohlenwasserstoffdithiophosphat,
- (d) 0 bis 5 Masse-% Antioxidans, bezogen auf die Masse der Ölzusammensetzung,
- (e) 0 bis 2 Masse-% Stockpunktsenkungsmittel, bezogen auf die
Masse der Ölzusammensetzung,
- f) 0,1 bis 2 Masse-% Viskositätsmodifizierungsmittel, ausgedrückt als
festes Polymer, bezogen auf die Masse der Ölzusammensetzung, und
- (g) Schmierölbasismaterial
als Rest, das aus der Gruppe bestehend aus Gruppe I-, II-, III-,
IV-, V-Basismaterialien und einer beliebigen Mischung davon ausgewählt ist,
mit
der Maßgabe,
dass, wenn alle Komponenten, die Newton-Verhalten zeigen, zusammengemischt werden, die
Basisgemischviskosität
der resultierenden Mischung oder Zusammensetzung mindestens 8,2
mm2s–1 bei 100 °C beträgt.
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Zur
Vermeidung von Unklarheiten sei darauf hingewiesen, dass die Komponenten
(c), (d) und (e) fakultativ sein können.
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Gemäß dem zweiten
Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Herstellen
der Schmierölzusammensetzung
des ersten Aspektes zur Verfügung,
bei dem die Komponenten (a) bis (g) so gewählt werden, dass sie eine Zusammensetzung
liefern, die eine Basisgemischviskosität, wie gemäß dem ersten Aspekt definiert,
von mindestens 8,2 mm2s–1 bei
100 °C aufweist,
und danach die Komponenten vermischt werden, so dass eine Schmierölzusammensetzung
bereitgestellt wird, die eine CCS-Viskosität von weniger als 3500 mPa·s bei
-25 °C aufweist.
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Gemäß einem
dritten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum
Schmieren eines Motors, vorzugsweise eines Dieselmotors, insbesondere
eines Schwerlastmotors, zur Verfügung,
bei dem der Motor mit einer Schmierölzusammensetzung gemäß dem ersten
Aspekt versorgt wird.
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Gemäß einem
vierten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung die Verwendung einer
Schmierölzusammensetzung
gemäß dem ersten
Aspekt zum Erfüllen
der Erfordernisse in dem M11-Kreuzkopfverschleißmotortest zur Verfügung.
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Gemäß einem
fünften
Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Erfüllen der
Erfordernisse des M11-Kreuzkopfverschleißmotorentests zur Verfügung, bei
dem eine Schmierölzusammensetzung gemäß dem ersten
Aspekt in dem Test verwendet wird.
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Wie
hierin verwendet, beziehen sich alle Masse-%-Zahlen auf aktive Bestandteile
(a.i.), falls nicht anders angegeben, und a.i. bezieht sich auf
das Additivmaterial, das kein Verdünnungsmittel oder Trägeröl ist.
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Wie
hierin verwendet, bedeutet der Begriff "Basisgemischviskosität" die Viskosität, gemessen gemäß ASTM D445,
einer Zusammensetzung, die Komponenten umfasst, die Newton-Verhalten
zeigen, oder eine Mischung davon, was erfindungsgemäß alle Komponenten
sind (einschließlich
des Trägeröls wie Basismaterial), jedoch
das feste Polymer oder den "aktiven
Bestandteil" des
Viskositätsmodifizierers
ausschließt,
der als kein Newton-Verhalten
zeigend angesehen wird. Somit kann sich die Basisgemischviskosität auf die
Viskosität
einer Zusammensetzung beziehen, die Basismaterialöl, das Dispergiermittel,
das Detergens, das ZDDP, das Antioxidans, alle Trägeröle und Verdünnungsöle der Komponenten,
das Stockpunktsenkungsmittel und beliebige andere Komponenten umfasst,
die Newton-Verhalten zeigen, wie Antischaummittel.
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Erfindungsgemäß ist gefunden
worden, dass, falls der Basisgemischviskositätsparameter erfüllt wird und
falls die CCS-Viskosität der Schmierölzusammensetzung,
die Viskositätsmodifizierer
umfassen kann, weniger als 3500 mPa·s bei -25 °C beträgt, die
Zusammensetzung dann den Cummins M11 200 Stunden-Kreuzkopfverschleißtest besteht, was die ACEA
E5- und APO CH-4-Spezifikationsgrenzen erfüllt.
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Computermodellsysteme
können
verwendet werden, um die Basisgemischviskosität der Schmierölzusammensetzung
auf der Grundlage der Viskosität
der darin vorhandenen Komponenten vorherzusagen.
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Es
sei darauf hingewiesen, dass die Additive der Zusammensetzung unter
den Bedingungen der Formulierung, Lagerung oder Verwendung reagieren
können,
und dass die vorliegende Erfindung sich auch auf das als Ergebnis
einer beliebigen solchen Reaktion erhältliche oder erhaltene Produkt
erstreckt.
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Gemäß einem
bevorzugten Aspekt der vorliegenden Erfindung weist die erfindungsgemäße Zusammensetzung
weniger als 1,5 Asche, vorzugsweise weniger als 1,25 %, insbesondere
weniger als 1 % Asche auf, wie in dem Bereich von 0 bis 0,5 % Asche,
gemäß der Methode
ASTM D874.
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Vorzugsweise
beträgt
die Menge an Phosphor in der Schmierölzusammensetzung 0 bis 0,14
oder 0,12, vorzugsweise weniger als 0, 09, weniger als 0, 08, weniger
als 0, 07 oder weniger als 0,06 Masse-%, insbesondere höchstens
0,05, höchstens
0,04 oder höchstens
0,03 Masse-%, wie in dem Bereich von 0,001 bis 0,03 Masse-%, z.B.
höchstens
0,02 oder höchstens
0,01 Masse-%. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
ist der Phosphorgehalt der Schmierölzusammensetzung Null.
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Vorzugsweise
hält die
Schmierölzusammensetzung,
unabhängig
von der Menge an Phosphor, 0 bis 2, vorzugsweise höchstens
1,5, wie höchstens
1 Masse-% Schwefel, bezogen auf die Masse der Ölzusammensetzung. Gemäß einem
bevorzugten Aspekt beträgt
die Menge an Schwefel höchstens
0,4, höchstens
0,3 oder höchstens
0,25 Masse-%, insbesondere höchstens
0,2 oder höchstens
0,15 Masse-%, wie in dem Bereich von 0,001 bis 0,1 Masse-%. Gemäß einem
noch bevorzugteren Aspekt ist der Schwefelgehalt in der Schmierölzusammensetzung
Null.
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Die
Menge an elementarem Phosphor und Schwefel in der Schmierölzusammensetzung
wird gemäß ASTM D5185
gemessen.
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Die
erfindungsgemäßen Komponenten
werden nun nachstehend im Detail beschrieben.
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DISPERGIERMITTEL (a)
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Das
Dispergiermittel umfasst ein öllösliches
polymeres Kohlenwasserstoffgerüst,
das funktionelle Gruppen aufweist, die in der Lage sind, sich mit
den zu dispergierenden Teilchen zu verbinden.
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Dispergiermittel
sind vorzugsweise in Mengen von 1 bis 7, insbesondere 1,5 bis 6,5,
wie 3 bis 6 oder 5 Masse-% vorhanden.
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Das
erfindungsgemäß verwendete
Dispergiermittel ist ein Polyisobutenylsuccinimid-Dispergiermittel, wobei
das Mn der Polyisobutenylgruppen von 950
bis 3000 beträgt,
wie 900 bis 1200 oder 2000 bis 2300, oder ein boriertes Derivat
davon, das nicht mehr als 0,2, wie nicht mehr als 0,1, z.B. 0,01
bis 0,1 Masse-% Bor, als elementares Bor, enthält.
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DETERGENS (b)
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Detergenzien
umfassen im Allgemeinen einen polaren Kopf mit einem hydrophoben
Schwanz, wobei der polare Kopf ein Metallsalz einer sauren organischen
Verbindung, wie Sulfonsäure,
Salicylsäure,
Carbonsäure,
Phenol oder beliebigen Derivaten davon umfasst. Das Metallsalz der
organischen Säure
wird oft als Tensid bezeichnet.
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Das
erfindungsgemäße Detergens
kann ein Salz eines Typs organischer Säüre oder ein Salz von mehr als
einem Typ organischer Säure
sein, z.B. Hybriddetergenzien. Vorzugsweise ist das Detergens ein
Salz eines Typs organischer Säure.
In dem Fall, indem mehr als ein Typ organischer Säure in einem
einzigen Detergens vorhanden ist, ist das Verhältnis eines beliebigen Typs
organischer Säure
zu einem anderen nicht kritisch.
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Vorzugsweise
ist das Detergens aus der Gruppe bestehend aus einem Sulfonat, einem
Phenat, einem Carboxylat, einem Salicylat und Mischungen davon ausgewählt.
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Es
ist möglich,
große
Mengen an Metallbase in das Detergens einzuschließen, indem
ein Überschuss an
Metallverbindung wie ein Oxid oder Hydroxid mit saurem Gas wie Kohlendioxid
umgesetzt wird. Das resultierende überbasische Detergens umfasst
das neutrale Detergens (d.h. das Metallsalz der organischen Säure) als
die äußere Schicht
auf einer Metallbasenmizelle (z.B. Carbonat). Solche überbasischen
Detergenzien können
eine TBN von 150 oder größer und
typischerweise von 250 bis 450 oder mehr aufweisen.
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Das
erfindungsgemäße Detergens
kann neutral oder überbasisch
sein. Die Begriffe neutral und überbasisch
sind im Stand der Technik in Bezug auf Detergenzien wohl bekannt.
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Vorzugsweise
ist mindestens eines der Detergenzien, ob Calcium oder Magnesium,
ein überbasisches Detergens.
Besonders bevorzugt ist ein überbasisches
Calciumdetergens.
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Die
Detergenzien können
eine Gesamtbasenzahl (TBN) im Bereich von 15 oder 60 bis 600, vorzugsweise
100 bis 450, insbesondere 160 bis 400 aufweisen. Die TBN wird gemäß ASTM D-2896
gemessen.
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Calcium-
oder Magnesiumphenate sind Calcium- bzw. Magnesiumsalze von Phenolen
und sulfurierten Phenolen, und werden durch Umsetzung mit einer
geeigneten Metallverbindung wie einem Oxid oder Hydroxid hergestellt.
Die neutralen oder überbasischen
Produkte können
durch im Stand der Technik wohl bekannte Verfahren erhalten werden.
Sulfurierte Phenole können
hergestellt werden, indem ein Phenol mit Schwefel oder einer schwefelhaltigen
Verbindung wie Schwefelwasserstoff, Schwefelmonohalogenid oder Schwefeldihalogenid
umgesetzt wird, so dass Produkte gebildet werden, die im Allgemeinen
Mischungen von Verbindungen sind, in denen zwei oder mehr Phenole über schwefelhaltige
Brücken
verbrückt
sind.
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Calcium-
oder Magnesiumsulfonate wirken beide als Detergenzien, so dass Ablagerungen
reduziert oder entfernt werden, und als Säureneutralisierungsmittel oder
Rostschutzmittel, wodurch Verschleiß und Korrosion vermindert
werden und die Lebensdauer der Maschine verlängert wird.
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Sulfonate
können
aus Sulfonsäuren
hergestellt werden, die typischerweise durch Sulfonierung von alkylsubstituierten
aromatischen Kohlenwasserstoffen erhalten werden, wie denjenigen,
die bei der Fraktionierung von Erdöl oder durch die Alkylierung
von aromatischen Kohlenwasserstoffen erhalten werden. Beispiele schließen diejenigen
ein, die durch Alkylieren von Benzol, Toluol, Xylol, Naphthalin,
Diphenol oder deren Halogenderivaten wie Chlorbenzol, Chlortoluol
und Chlornaphthalin erhalten werden. Die Alkylierung kann in Gegenwart
von Katalysator durchgeführt
werden, wobei die Alkylierungsmittel von 3 bis mehr als 70 Kohlenstoffatome
aufweisen. Die Alkarylsulfonate enthalten gewöhnlich von 9 bis 80 oder mehr,
vorzugsweise 16 bis 60 Kohlenstoffatome pro alkylsubstituierter
aromatischer Einheit.
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Die öllöslichen
Sulfonate oder Alkylarylsulfonsäuren
können
mit Oxiden, Hydroxiden, Alkoxiden, Carbonaten, Carboxylaten, Sulfiden,
Hydrosulfiden, Nitraten, Boraten und Ethern des Metalls neutralisiert
werden. Die Menge an Metallverbindung wird unter Berücksichtigung
der gewünschten
TBN des Endproduktes gewählt,
liegt jedoch typischerweise im Bereich von etwa 125 bis 220 Masse-%
dessen, was stöchiometrisch
erforderlich ist.
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Bevorzugt
sind öllösliche, überbasische
Calcium- und Magnesiumsulfonate, die eine TBN von 300 bis 400 aufweisen,
und Mischungen von Calciumsulfonaten mit einer TBN von 250 bis 400,
z.B. TBN von 300, mit Calciumphenaten oder sulfurierten Phenaten
mit einer TBN von 100 bis 300, wie 150.
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Das
Detergens kann auch ein öllösliches
kohlenwasserstoffsubstituiertes Calcium- oder Magnesiumsalicylat
sein. Der Kohlenwasserstoffsubstituent des kohlenwasserstoffsubstituierten
Salicylats und deren sulfurierte Derivate können bis zu 125 aliphatische
Kohlenstoffatome enthalten. Beispiele für geeignete Substituenten schließen Alkylreste,
z.B. Hexyl, Cyclohexyl, Octyl, Isooctyl, Decyl, Tridecyl, Hexadecyl,
Eicosyl und Tricosyl, aus der Polymerisation von sowohl endständigen als
auch innenständigen
Olefinen abgeleitete Reste, z.B. von Ethen, Propen, 1-Buten, Isobuten,
1-Hexen, 1-Octen, 2-Buten, 2-Penten, 3-Penten und 4-Octen ein. Vorzugsweise
ist der Kohlenwassertoffsubstituent einer, der von einem Monoolefin,
insbesondere einem Monoolefin, das entweder Propen, 1-Buten oder
Isobuten ist, abgeleitet ist.
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Die
TBN des Calcium- oder Magnesiumsalicylats kann im Bereich von 10
bis 400 liegen. Es ist gefunden worden, dass eine Mischung aus zwei
Calciumalkylsalicylaten mit einer TBN von 50 bis 300, wie einer
TBN von 58 und 160, erfindungsgemäß wirksam ist.
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Calcium-
und Magnesiumsalze von Carbonsäuren
schließen
Mono- und Dicarbonsäuren
ein. Bevorzugte Monocarbonsäuren
sind diejenigen, die 8 bis 30 Kohlenstoffatome enthalten, insbesondere
8 bis 24 Kohlenstoffatome. (Wenn diese Patentschrift die Zahl der
Kohlenstoffatome in einer Carbonsäure angibt, ist bzw. sind das
Kohlenstoffatom in der Carboxylgruppe bzw. die Kohlenstoffatome
in den Carboxylgruppen in der Zahl eingeschlossen.) Beispiele für Monocarbonsäuren sind
Isooctansäure,
Stearinsäure, Ölsäure, Palmitinsäure und
Behensäure.
Isooctansäure
kann, falls gewünscht,
in Form der Mischung aus Ce-Säureisomeren
verwendet werden, die von Exxon Chemical unter dem Handelsnamen "Cekanoic" verkauft werden.
Andere geeignete Säuren
sind diejenigen mit tertiärer
Substitution am α-Kohlenstoffatom
und Dicarbonsäuren
mit zwei oder mehr Kohlenstoffatomen zwischen den Carboxylgruppen.
Ferner sind Di carbonsäuren
mit mehr als 35 Kohlenstoffatomen, z.B. 36 bis 100 Kohlenstoffatomen
geeignet. Ungesättigte
Carbonsäuren
können
sulfuriert werden.
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Vorzugsweise
weist die erfindungsgemäße Schmierölzusammensetzung
unabhängig
von der Menge an elementarem Magnesium 0,15 bis 0,6, insbesondere
0,25 bis 0,55, wie im Bereich von 0,4 bis 0,55 Masse-% elementares
Calcium auf, bezogen auf die Masse der Schmierölzusammensetzung.
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Vorzugsweise
weist die erfindungsgemäße Schmierölzusammensetzung
unabhängig
von der Menge an Calcium 0,05 bis 0,15, insbesondere 0,05 bis 0,1
Masse-% elementares Magnesium auf, bezogen auf die Masse der Schmierölzusammensetzung.
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Bei
jedem Aspekt der vorliegenden Erfindung ist bevorzugt, dass die
Schmierölzusammensetzung
ein Calciumdetergens aufweist, so dass Calcium in der oben definierten
Menge vorliegt, und gegebenenfalls ein Magnesiumdetergens, so dass
Magnesium in der oben definierten Menge vorliegt.
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Bei
jedem Aspekt der vorliegenden Erfindung ist bevorzugt, dass mindestens
ein Detergens, insbesondere jedes Detergens, Calcium umfasst. Vorteilhafterweise
ist mindestens ein Detergens, bevorzugter jedes Detergens, ein überbasisches
Calciumdetergens. Daher entspricht die Menge an Calciumdetergens
der Menge, die für
die oben definierte Calciummenge erforderlich ist.
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Bei
jedem Aspekt der vorliegenden Erfindung ist bevorzugt, dass das
Detergens eine Mischung aus Calciumsulfonat und Calciumphenat umfasst,
oder mindestens ein Calciumalkylsalicylat. Insbesondere ist jedes
Detergens ein Calciumalkylsalicylat.
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PHOSPHORHALTIGE VERBINDUNG
(c)
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sDie
phosphorhaltige Verbindung kann metallisch (d.h. aschebildend) oder
aschefrei sein. Typischerweise sind solche Verbindungen für Antiverschleiß- und Antioxidanswirkungen
geeignet.
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Dikohlenwasserstoffdithiophosphatmetallsalze
werden häufig
als Antiverschleißmittel
und Antioxidanzien verwendet.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
enthalten, falls eine phosphorhaltige Verbindung anwesend ist, vorzugsweise
ein Zinkdikohlenwasserstoffdithiophosphat (ZDDP) in einer Menge
so, dass bis zu 0,16 Masse-% an aus ZDDP abgeleitetem Phosphor in
der fertigen Schmierölzusammensetzung
anwesend sind. Vorzugsweise ist die Menge an ZDDP so, dass sie 0
bis 0,14 Masse-% oder 0,12 Masse-% Phosphor, insbesondere weniger
als 0,09, weniger als 0,08, weniger als 0,07 und weniger als 0,06
Masse-% Phosphor liefert, vorzugsweise höchstens 0,05, höchstens
0,04 oder höchstens
0,03 Masse-% Phosphor, wie im Bereich von 0,001 bis 0,03 Masse-%
Phosphor, z.B. höchstens
0,02 oder höchstens
0,01 Masse-% Phosphor.
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Das
ZDDP kann gemäß bekannten
Techniken hergestellt werden, indem zunächst eine Dikohlenwasserstoffdithiophosphorsäure (DDPA)
gebildet wird, gewöhnlich
durch Umsetzung von einem oder mehreren Alkoholen oder einem Phenol
mit P2S5, und anschließendem Neutralisieren
der gebildeten DDPA mit einer Zinkverbindung. Zum Beispiel kann
eine Dithiophosphorsäure
hergestellt werden, indem Mischungen aus primären und sekundären Alkoholen
umgesetzt werden. Alternativ können
mehrere Dithiophosphorsäuren
hergestellt werden, wenn die Kohlenwasserstoffgruppen an einer von
vollständig
sekundärem
Charakter sind und die Kohlenwasserstoffgruppen an den anderen von
vollständig
primärem
Charakter sind. Um das Zinksalz herzustellen, kann eine beliebige
basische oder neutrale Zinkverbindung verwendet werden, jedoch werden
die Oxide, Hydroxide und Carbonate im Allgemeinen am meisten verwendet.
Kommerzielle Additive enthalten häufig aufgrund der Verwendung
eines Überschusses der
basischen Zinkverbindung in der Neutralisierungsreaktion einen Überschuss
an Zink.
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Die
bevorzugten Zinkdikohlenwasserstoffdithiophosphate sind öllösliche Salze
von Dikohlenwasserstoffdithiophosphorsäuren und können durch die folgende Formel
wiedergegeben werden:

in der R und R' die gleichen oder
unterschiedliche Kohlenwasserstoffreste sein können, die von 1 bis 18, insbesondere
2 bis 12 Kohlenstoffatome enthalten und Reste wie Alkyl, Alkenyl,
Aryl, Arylalkyl, Alkaryl und cycloaliphatische Reste einschließen. Besonders
bevorzugt als R- und R'-Gruppen
sind Alkylgruppen mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen. Somit können die
Reste beispielsweise Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec-Butyl,
Amyl, n-Hexyl, iso-Hexyl, n-Octyl, Decyl, Dodecyl, Octadecyl, 2-Ethylhexyl,
Phenyl, Butylphenyl, Cyclohexyl, Methylcycloppentyl, Propenyl, Butenyl
sein. Um Öllöslichkeit
zu erhalten, beträgt
die Gesamtzahl an Kohlenstoffatomen (d.h. R und R') in der Dithiophosphorsäure im Allgemeinen
etwa 5 oder größer. Das
Zinkdikohlenwasserstoffdithiophosphat kann daher Zinkdialkyldithiophosphate
umfassen. Geeigneterweise sind mindestens 50 Mol.% der Alkohole,
die zur Einführung
von Kohlenwasserstoffgruppen in die Dithiophosphorsäuren verwendet
werden, sekundäre
Alkohole.
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Größere Prozentsätze an sekundären Alkoholen
sind bevorzugt und können
insbesondere in Hoch-Stickstoffsystemen erforderlich sein. Somit
können
die zur Einführung
der Kohlenwasserstoffgruppen verwendeten Alkohole zu 60 oder 65
Mol.% sekundäre
sein. Am meisten bevorzugt sind die Kohlenwasserstoffgruppen zu
mehr als 90 Mol.% sekundär.
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Schwefel-
und molybdänhaltige
Verbindungen sind ebenfalls Beispiele für Antiverschleißadditive.
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Ferner
sind aschefreie phosphor- und schwefelhaltige Verbindungen geeignet.
Beispiele für
aschefreie phosphorhaltige Verbindungen sind Organophosphite und
aschefreie Dithiophosphate.
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ANTIOXIDANZIEN (d)
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Das
erfindungsgemäße Schmiermittel
kann 0 bis 5 oder 3, vorzugsweise 0,0 bis 2,0 Masse-% Antioxidans
enthalten, wie 0,2 oder 0,5 bis 1,5 Masse-% Antioxidans. Geeignete
Verbindungen schließen
gehinderte Phenole ein, die öllösliche Phenole
sind, die an einer oder beiden Orthopositionen substituiert sind,
wie die einwertigen und einkernigen Phenole wie tertiäre 2,6-Dialkylphenole
(z.B. 2,6-Di-tert.-butylphenol; 2,4,6-Tritert.-butylphenol, 2-tert.-Butylphenol,
4-Alkyl-2,6,-tert.-butylphenol;
2,6-Di-isopropylphenol und 2,6-Dimethyl-4-tert.-butylphenol). Andere geeignete gehinderte
Phenole schließen
mehrwertige und mehrkernige Phenole ein wie mit Alkylen verbrückte gehinderte
Phenole (4,4-Methylenbis(6-tert.-butyl-o-kresol), 4,4'-Methylenbis(2-tert.-amyl-o-kresol)
und 2,2'-Methylenbis(2,6-di-tert.-butylphenol)).
Das gehinderte Phenol kann boriert oder sulfuriert sein. Bevorzugte
gehinderte Phenole weisen gute Öllöslichkeit
und relativ niedrige Flüchtigkeit auf.
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Andere
Antioxidanzien, die in den Schmierölzusammensetzungen verwendet
werden können,
schließen öllösliche Kupferverbindungen
ein. Das Kupfer kann in das Öl
als eine beliebige öllösliche Kupferverbindung
eingemischt werden. Mit öllöslich ist
gemeint, dass die Verbindung unter normalen Mischbedingungen in dem Öl oder Additivpaket öllöslich ist.
Das Kupfer kann z.B. in Form eines Kupferdikohlenwasserstoffthio-
oder -dithiophosphates vorliegen. Alternativ kann das Kupfer als das
Kupfersalz von synthetischer oder natürlicher Carbonsäure zugegeben
werden, z.B. einer C8- bis C18-Fettsäure, einer
ungesättigten
Säure oder
einer verzweigten Carbonsäure.
Ferner sind öllösliche Kupferdithiocarbamate,
-sulfonate, -phenate und -acetylacetonate brauchbar. Beispiele für besonders
brauchbare Kupferverbindungen sind basische, neutrale oder saure CuI- und/oder CuII-Salze,
die von Alkenylbernsteinsäuren
oder Anhydriden abgeleitet sind.
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Kupferantioxidanzien
werden im Allgemeinen in einer Menge von etwa 5 bis 500 Gew.-ppm
Kupfer in der fertigen Schmiermittelzusammensetzung verwendet.
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Metallische
Dithiocarbamate (z.B. Molybdändithiocarbamat),
aschefreie Dithiocarbamate, andere Metalldithiophosphate als Zink-
und Organoschwefelverbindungen sind ebenfalls Beispiele für Antoxidanzien.
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Vorzugsweise
ist das Antioxidans ein aschefreies Antioxidans. Beispiele für geeignete
aschefreie Antioxidanzien schließen ferner öllösliche aromatische Amine wie
C6- bis C16-Dialkyldiphenylamine,
insbesondere Dinonyldiphenylamin ein.
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STOCKPUNKTSENKUNGSMITTEL
(e)
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Stockpunktsenkungsmittel,
die vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 2 oder 1 Masse-% vorliegen, sind
ansonsten auch als Schmierölfließverbesserer
bekannt, und erniedrigen die minimale Temperatur, bei der die Flüssigkeit
fließt
oder gegossen werden kann. Solche Additive sind wohl bekannt. Typische
dieser Additive, die die Fließfähigkeit
der Flüssigkeit
bei niedrigen Temperaturen verbessern, sind C8-
bis C18-Dialkylfumarat/Vinylacetat-Copolymere
und Polyalkylmethacrylate. In ähnlicher
Weise können
Fumarat und Vinylacetat als Verträglichkeitsmacher verwendet
werden.
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VISKOSITÄTSMODIFIZIERER
(f)
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Der
Viskositätsmodifizierer
(VM) wirkt dahingehend, dass er dem Schmieröl Betriebsfähigkeit bei hoher und niedriger
Temperatur verleiht. Der VM kann diese einzige Wirkung haben oder
kann multifunktionell sein. Multifunktionelle Viskositätsmodifizierer,
die ferner als Dispergiermittel wirken, sind ebenfalls bekannt.
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Geeignete
Viskositätsmodifizierer
sind Polyisobutylen, Copolymere von Ethylen und Propylen und höheren α-Olefinen,
Polymethacrylate, Polyalkylmethacrylate, Methacrylat-Copolymere,
Copolymere von ungesättigter
Dicarbonsäure
und einer Vinylverbindung, Interpolymere von Styrol und Acrylester
und teilweise hydrierte Copolymere von Styrol/Isopropen, Styrol/Butadien
und Isopropen/Butadien sowie die teilweise hydrierten Homopolymere
von Butadien und Isopren und Isopren/Divinylbenzol. Bevorzugt sind
hydrierte Styrol/Isopren-Copolymere und hydrierte Isoprenpolymere.
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Einige
der oben genannten Additive können
eine Vielzahl von Wirkungen liefern. Somit kann z.B. ein einziges
Additiv als Dispergiermittel-Oxidationsinhibitor wirken. Dieser
Ansatz ist wohl bekannt und bedarf keiner weiteren Ausführung. Es
ist wichtig festzustellen, dass die Zugabe der anderen oben angegebenen
Komponenten den hier beschriebenen Bedingungen genügen muss.
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Vorzugsweise
liegt der Viskositätsmodifizierer
in einer Menge von 0,1 bis 1,5 Masse-% ausgedrückt als festes Polymer oder
aktiver Bestandteil vor, wie 0,5 bis 1,0 Masse-%, bezogen auf die
Masse der Schmierölzusammensetzung.
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Zahlreiche
andere Additive können
als fakultative Bestandteile der erfindungsgemäßen Zusammensetzung vorhanden
sein, und diese sind nachstehend aufgeführt.
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Rostschutzmittel
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus nicht-ionischen Polyoxyalkylenpolyolen und
Estern davon, Polyoxyalkylenphenole und anionische Alkylsulfonsäuren können verwendet
werden.
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Kupfer-
und bleibeladene Korrosionsinhibitoren können verwendet werden, sind
typischerweise bei der Formulierung der vorliegenden Erfindung jedoch
nicht erforderlich. Typischerweise sind solche Verbindungen die
Thiadiazolpolysulfide, die von 5 bis 50 Kohlenstoffatomen enthalten,
deren Derivate und Polymere davon. Andere Additive sind die Thio-
und Polythiosulfenamide der Thiadiazole. Benzotriazolderivate fallen
ebenfalls in diese Klasse von Additiven. Wenn diese Verbindungen
in die Schmierölzusammensetzung
eingeschlossen werden, liegen sie vorzugsweise in einer Menge vor,
die 0,2 Masse-% nicht überschreitet.
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Eine
kleine Menge an demulgierender Komponente kann verwendet werden.
Eine bevorzuge demulgierende Komponente wird erhalten, indem ein
Alkylenoxid mit einem Addukt umgesetzt wird, das durch Umsetzung
eines Bisepoxids mit einem mehrwertigen Alkohol erhalten wird. Der
Demulgator sollte in einer Konzentration verwendet werden, die 0,1,
geeigneterweise 0,001 bis 0,05 Masse-% nicht überschreitet.
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Wenn
bestimmte Typen von Polymeren zur Verwendung bei der Herstellung
von Motorölviskositätsmodifizierern
im Basismaterial aufgelöst
werden, kann Unverträglichkeit
auftreten. Eine nicht gleichmäßige molekulare
Verteilung des Polymers ist die Folge, was der Mischung entweder
eine Tendenz zur Trennung oder eine körnige Erscheinungsform gibt.
Das Problem wird gelöst,
indem ein Verträglichkeitsmacher
verwendet wird, der eine Kohlenwasserstoffgruppe an eine funktionelle
Gruppe gebunden aufweist, die Zusammenlagern vermeidet oder aufbricht.
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Schaumkontrolle
kann durch viele Verbindungen bereitgestellt werden, einschließlich einem
Antischaummittel vom Polysiloxantyp, z.B. Silikonöl oder Polydimethylsiloxan.
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BASISMATERIAL (g)
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Die
erfindungsgemäßen Ölzusammensetzungen
können
ein synthetisches oder mineralisches Ölbasismaterial von Schmierölviskosität enthalten,
das ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Gruppe I-, II-, III-, IV- und V-Basismaterialien
und Mischungen davon.
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Basismaterialien
können
unter Verwendung einer Vielzahl von verschiedenen Verfahren hergestellt werden,
die Destillation, Lösungsmittelraffination,
Wasserstoffbehandlung (Hydroprocessing), Oligomerisation, Veresterung
und erneutes Raffinieren einschließen, jedoch nicht auf diese
begrenzt sind.
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API
1509 "Engine Oil
Licensing and Certification System", 14. Ausgabe, Dezember 1996 gibt an,
dass alle Basismaterialien in fünf
allgemeine Kategorien unterteilt werden können:
Gruppe I enthält weniger
als 90 % gesättigte
Verbindungen und/oder mehr als 0,03 % Schwefel und weist einen Viskositätsindex
von größer als
oder gleich 80 und kleiner als 120 auf;
Gruppe II enthält mehr
als oder gleich 90 % gesättigte
Verbindungen und weniger als oder gleich 0,03 % Schwefel und weist
einen Viskositätsindex
von größer als
oder gleich 80 und weniger als 120 auf;
Gruppe III enthält mehr
als oder gleich 90 % gesättigte
Verbindungen und weniger als oder gleich 0,03 % Schwefel und weist
einen Viskositätsindex
größer als
oder gleich 120 auf; Gruppe IV sind Poly-α-olefine (PAO) und
Gruppe
V schließt
alle anderen Basismaterialien ein, die nicht in Gruppe I, II, III
oder IV eingeschlossen sind.
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Die
bei der Definition der obigen Gruppen verwendeten Testmethoden sind
ASTM D2007 für
gesättigte Verbindungen,
ASTM D2270 für
den Viskositätsindex
und eine von ASTM D2622, 4294, 4927 und 3120 für Schwefel.
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Das
Basismaterial kann aus Gruppe I, II, III, IV oder V oder einer beliebigen
Mischung davon sein. In der Tat schließen erfindungsgemäß geeignete
Basismaterialien Basismaterialien mit verschiedenen Viskositäten innerhalb
der gleichen Gruppe ein, z.B., eine Basismaterialmischung aus Gruppe
IV mit 6 mm2s–1 bei
100 °C und
Gruppe IV mit 4 mm2s–1 bei
100 °C.
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Vorzugsweise
ist das Basismaterial ausgewählt
aus (a) einem Gruppe IV, (b) einem Gruppe III, (c) einer Mischung
aus den Gruppen IV und V, (d) einer Mischung aus den Gruppen III
und IV, (e) einer Mischung aus Gruppen III und V, (f) einer Mischung
aus den Gruppen III, IV und V. Die Menge an Gruppe V-Basismaterial in
der Mischung beträgt
typischerweise bis zu 30 Masse-%, bezogen auf die Masse des Basismaterials.
Das Basismaterial kann ferner bis zu 20 Masse-%, bezogen auf die
Masse des Basismaterials, Gruppe I- und Gruppe II-Basismaterialien
enthalten.
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Die
Viskosität
des Basismaterials kann unabhängig
davon, ob es eine Mischung ist, im Bereich von 3 bis 9, vorzugsweise
2,5 bis 7,5, insbesondere 4,5 bis 7, insbesondere von 5 bis 6 mm2s–1 bei 100 °C liegen.
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Gruppe
IV-Basismaterialien, d.h. Poly-α-olefine
(PAO) schließen
hydrierte Oligomere eines α-Olefins ein,
wobei die wichtigsten Verfahren zur Oligomerisation radikalische
Prozesse, Ziegler-Katalyse, kationische und Friedel-Crafts-Katalyse
sind. Die Poly-α-olefine
(PAO) weisen typischerweise Viskositäten im Bereich von 2 bis 20
bei 100 °C
auf.
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Bevorzugt
sind Gruppe IV-Basismaterialien mit einer Viskosität von 4
bis 8 oder 6 mm2s–1 bei
100 °C oder
Mischungen von Gruppe IV-Basismaterialien bis zu 80 Masse-% von
Gruppe I-, II-, III- oder V-Basismaterialien, z.B. Mischungen aus
Gruppe IV und III und/oder V. Ferner ist eine Mischung aus Gruppe
III- und V-Basismaterialien vorteilhaft.
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Besonders
bevorzugt sind Gruppe IV-Basismaterialien, die 60 bis 75 Masse-%
PAO mit einer Viskosität
von 6 mm2s–1 bei
100 °C und
40 bis 25 Masse-% PAO mit einer Viskosität von 4 mm2s–1 bei
100 °C als
die einzigen Basismaterialien aufweisen. Sie können z.B. Oligomere von verzweigten
oder geradkettigen α-Olefinen
mit 2 bis 16 Kohlenstoffatomen sein, wobei spezielle Beispiele Polypropene,
Polyisobutene, Poly-1-butene, Poly-1-hexene, Poly-1-octene und Poly-1-decene
sind. Homopolymere, Interpolymere und Mischungen sind eingeschlossen.
PAOs sind in "Chemistry
and Technology of Lubricants",
von R.M. Mortier und S.T. Orszulik, veröffentlicht von Blackie (Glasgow)
und VCH Publishers Inc. New York (1992): Kapitel 2 Synthetic bas fluids
beschrieben.
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Bei
jedem Aspekt der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, dass die
Schmierölzusammensetzung Poly-α-olefin-Basismaterial,
Dispergiermittel, Calciumdetergens, vorzugsweise ein Calciumalkylsalicylat, ZDDP,
Antioxidans, Stockpunktsenkungsmittel und Viskositätsmodifizierer
umfasst, wobei jedes/jeder in einer Menge wie hierin spezifiziert
vorliegt.
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Wenn
Schmierölzusammensetzungen
eines oder mehrere der oben angegebenen Additive enthalten, ist
jedes Additiv typischerweise in das Basisöl in einer Menge gemischt worden,
die das Additiv in die Lage versetzt, seine gewünschte Funktion zu liefern.
Repräsentative
wirksame Mengen solcher Additive, wenn sie in Dieselkurbelgehäuseschmiermitteln
verwendet werden, sind nachstehend aufgeführt. Alle Werte sind als Masse-%
aktiver Bestandteil angegeben.
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Alle
Werte in der Tabelle geben Masse-% aktiver Bestandteil bezogen auf
die fertige Schmierölzusammensetzung
wieder.
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Die
Komponenten können
in ein Basisöl
auf jede beliebige geeignete Weise eingearbeitet werden. Somit kann
jede der Komponenten direkt zu dem Öl gegeben werden, indem sie
in dem Öl
bei dem gewünschten Konzentrationsniveau
dispergiert oder gelöst
wird. Solches Vermischen kann bei Umgebungstemperatur oder bei einer
erhöhten
Temperatur erfolgen.
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Vorzugsweise
werden alle Additive mit Ausnahme des Viskositätsmodifizierers und des Stockpunktsenkungsmittels
in ein Konzentrat gemischt, das anschließend in Basismaterial gemischt
wird, um das fertige Schmiermittel herzustellen. Die Verwendung
solcher Konzentrate ist herkömmlich.
Das Konzentrat wird typischerweise so formuliert, dass es das Additiv
bzw. die Additive in geeigneten Mengen enthält, die die gewünschte Konzentration
in der fertigen Formulierung liefern, wenn das Konzentrat mit einer
festgelegten Menge an Basisschmiermittel kombiniert wird.
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Vorzugsweise
wird das Konzentratadditivpaket gemäß dem Verfahren hergestellt,
das in der US-A-4 938 880 beschrieben ist. Dieses Patent beschreibt
das Herstellen einer Vormischung aus Dispergiermittel und Metalldetergenzien,
die bei einer Temperatur von mindestens 100 °C vorgemischt wird. Danach wird
die Vormischung auf mindestens 85 °C gekühlt und die zusätzlichen
Komponenten hinzugefügt.
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Die
fertigen Formulierungen können
2 bis 15, vorzugsweise 5 bis 10, typischerweise 7 bis 8 Masse-% Additivpaket(e)
verwenden, wobei der Rest Basisöl
ist.
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BEISPIELE
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Die
Erfindung wird weiter durch die folgenden Beispiele veranschaulicht.
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In
den Beispielen sind alle Prozentsätze, falls nicht anders angegeben,
als Masse-% "a.i." angegeben, wobei
a.i. den Gehalt an aktivem Bestandteil der Additivkomponente im
Verdünnungsmittel
oder Trägeröl bezeichnet
und "TBN" die Gesamtbasenzahl
ist.
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In
den Beispielen wird auf die angefügte Zeichnung Bezug genommen,
deren einzige Figur eine graphische Darstellung der Basisgemischviskosität (x-Achse)
gegen den Verschleiß (y-Achse)
ist, und die die Ergebnisse für
erfindungsgemäße Ölzusammensetzungen
und die Ergebnisse für
Vergleichsölzusammensetzungen
darstellt.
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Vier
Schwerlastdieselschmierölzusammensetzungen
wurden mittels im Stand der Technik bekannter Verfahren gemischt:
zwei der Zusammensetzungen (Öle
1 und 2) waren erfindungsgemäß, und zwei
der Zusammensetzungen (Öle
A und B) waren Vergleichsöle.
Jede Zusammensetzung wurde unter Verwendung des M11-Motorentests
(Test mit hoher Rußleistung)
getestet.
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Die
Zusammensetzung eins jeden Öls,
von denen jedes eine CCS-Viskosität von weniger als 3500 mPa·s bei
-25 °C aufwies,
und die Ergebnisse der Tests sind in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst.
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= 1, 2 und 3 Testdurchschnittsergebnisbegrenzungen, wie in den CMA-Richtlinien
definiert
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Die
obigen Daten zeigen, dass die Öle
1 und 2 (erfindungsgemäß) die Erfordernisse
des M11-Tests in all seinen Aspekten erfüllen, während die Öle A und B in mindestens zwei
Aspekten versagen.
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Bezug
nehmend auf die Zeichnungen zeigt der Graph die Ergebnisse des Kreuzkopfverschleißes der Öle A, B,
1 und 2, und zeigt das der Kreuzkopfverschleiß dramatisch abnimmt, wenn
die Basisgemischviskosität
von 8,2 mm2s–1 und
darüber
zunimmt, wodurch gezeigt ist, dass die Basisgemischviskosität ein kritischer Parameter
für die
Kreuzkopfverchleißleistung
ist.