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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vermindern von
Asphaltenablagerung oder „schwarzer Farbe” in
einem Motor, insbesondere einem Schiffsdieselmotor.
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Hintergrund der Erfindung
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In
Schiffstauchkolbenmotoren wird schweres Heizöl im Allgemeinen
für den Hochseebetrieb verwendet. Schweres Heizöl
ist die schwerste Fraktion von Erdöldestillat und enthält
eine komplexe Mischung aus Molekülen, die bis zu 15% Asphaltene
einschießt, die als die Fraktion von Erdöldestillat
definiert sind, die in einem Überschuss an aliphatischem
Kohlenwasserstoff (z. B. Heptan) unlöslich ist, jedoch
Löslichkeit in aromatischen Lösungsmitteln (z.
B. Toluol) zeigt. Asphaltene können in den Motorschmierstoff
als Verunreinigungen entweder über den Zylinder oder die
Kraftstoffpumpen und -injektoren eindringen und Asphaltenablagerung kann
dann auftreten, ersichtlich als „schwarze Farbe” oder „schwarzer
Schlamm” in dem Motor. Das Vorliegen solcher kohlenstoffhaltigen
oder -artigen Ablagerungen auf einer Kolbenoberfläche kann
als eine Isolierschicht wirken, was zur Bildung von Rissen führen
kann, die sich dann durch den Kolben ausbreiten. Falls ein Riss direkt
durch den Kolben wandert, können heiße Verbrennungsgase
in das Kurbelgehäuse eintreten, was zu einer Kurbelgehäuseexplosion
führen kann.
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Ein
entscheidendes Merkmal bei der Entwicklung von Tauchkolbenmotorölen
ist die Verhinderung von Asphaltenablagerung; mit der geläufigen
Verwendung von Gruppe II-Basisölen, die einen niedrigeren
Aromatengehalt aufweisen, wurde deren Wirksamkeit in dieser Hinsicht
jedoch vermindert.
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Die
WO 96/26995 offenbart die
Verwendung von mit Kohlenwasserstoff substituiertem Phenol zum Vermindern
von „schwarzer Farbe” in einem Dieselmotor. Die
WO 96/26996 offenbart die
Verwendung von Demulgator für Wasser-in-Öl-Emulsionen,
zum Beispiel Polyoxyalkylenpolyol, zum Vermindern von „schwarzer Farbe” in
Dieselmotoren.
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Das
Ziel der vorliegenden Erfindung ist, Asphaltenablagerung oder „schwarze
Farbe” in einem Motor, insbesondere einem Schiffsdieselmotor,
zu vermindern. Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist ferner, Asphaltenablagerung
oder „schwarze Farbe” in einem Motor unter Verwendung
einer Schmierölzusammensetzung zu vermindern, die Gruppe
II-Basismaterial enthält.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass der Einschluss
eines oder mehrerer neutraler oder überbasischer mit C22-Kohlenwasserstoff substituierter Erdalkalimetallsalicylat-Detergentien
in Öl mit Schmierviskosität, das Gruppe II-Basismaterial
enthält, typischerweise das Asphaltendispergiervermögen verbessert,
insbesondere im Vergleich zu neutralen oder überbasischen
mit Kohlenwasserstoff substituierten Erdalkalimetallsalicylat-Detergentien
mit niederer Kohlenwasserstoffgruppe (z. B. mit C10-
bis C18-Kohlenwasserstoff substituierten
Salicylaten). Darüber hinaus wurde gefunden, dass ein Salicylat-Detergenssystem,
das im Wesentlichen aus einem oder mehreren neutralen oder überbasischen
mit C20- bis C30-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylaten besteht, die ein oder mehrere neutrale
oder überbasische mit C22-Kohlenwasserstoff
substituierte Erdalkalimetallsalicylate einschließen, typischerweise
das Asphaltendispergiervermögen in Gruppe II-Basismaterial
im Vergleich zu einem Salicylat-Detergenssystem, das im Wesentlichen aus
einem oder mehreren neutralen oder überbasischen mit niederem
Kohlenwasserstoff substituierten Erdalkalimetallsalicylaten, z.
B. mit C10- bis C18-Kohlenwasserstoff
substituierten Salicylaten, besteht, verbessert.
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Gemäß einem
ersten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum
Vermindern von Asphaltenablagerung oder „schwarzer Farbe” in
einem Motor bereit, bei dem der Motor mit einer Schmierölzusammensetzung
geschmiert wird, die enthält oder hergestellt ist durch
Mischen von:
- (A) Öl mit Schmierviskosität
in einer größeren Menge und
- (B) Salicylat-Detergenssystem in einer geringeren Menge, das
ein oder mehrere neutrale oder überbasische mit C22-Kohlenwasserstoff substituierte Erdalkalimetallsalicylate
enthält, mit der Maßgabe, dass das Salicylat-Detergenssystem
kein Alkalimetallsalicylat enthält.
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Vorzugsweise
enthält das Öl mit Schmierviskosität
Gruppe II-Basismaterial.
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Der
Motor ist vorzugsweise ein Schiffsdieselmotor, insbesondere ein
Schiffstauchkolbenmotor.
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Die
Schmierölzusammensetzung ist vorzugsweise ein Tauchkolbenmotoröl.
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In
dieser Anmeldung sollen die folgenden Wörter und Ausdrücke,
falls und wenn verwendet, die nachstehend zugewiesenen Bedeutungen
haben:
„aktiver Bestandteil” oder „(a.
B.)” bezieht sich auf Additivmaterial, das nicht Verdünnungsmittel
oder Lösungsmittel ist;
„umfassend” oder
ein beliebiges verwandtes Wort beschreibt die Gegenwart von angegebenen
Merkmalen, (Verfahrens)Stufen, Zahlen oder Bestandteilen, schließt
jedoch nicht die Gegenwart oder Zugabe eines oder mehrerer Merkmale,
(Verfahrens)Stufen, Zahlen, Bestandteilen oder Gruppen davon aus;
die Ausdrücke „besteht aus” oder „besteht
im Wesentlichen aus” oder verwandte Wörter können
von „umfasst” oder verwandter Wörter
umfasst sein, wobei „besteht im Wesentlichen aus” den
Einschluss von Substanzen erlaubt, die die Eigenschaften der Zusammensetzung,
auf die er sich bezieht, nicht wesentlich beeinflussen;
„größere
Menge” bedeutet mehr als 50 Massen-% einer Zusammensetzung;
„geringere
Menge” bedeutet weniger als 50 Massen-% einer Zusammensetzung;
„TBN” bedeutet
Gesamtbasenzahl, wie mittels ASTM D2896 gemessen;
„Kohlenwasserstoff” bedeutet
eine chemische Gruppe einer Verbindung, die Wasserstoff- und Kohlenstoffatome
enthält und die an den Rest der Verbindung unmittelbar über
ein Kohlenstoffatom gebunden ist. Die Gruppe kann ein oder mehrere
Atome enthalten, die von Kohlenstoff und Wasserstoff verschieden
sind („Heteroatome”), mit der Maßgabe,
dass sie die Kohlenwasserstoffnatur der Gruppe nicht wesentlich
beeinflussen;
„öllöslich” oder „dispergierbar
in Öl” oder verwandte Begriffe, die hierin verwendet
werden, zeigen nicht notwendigerweise an, dass die Verbindungen
oder Additive in dem Öl in jedem Verhältnis löslich,
auflösbar, mischbar oder dazu geeignet sind, suspendiert
zu werden. Diese bedeuten jedoch, dass sie, zum Beispiel, in Öl
in einem Umfang löslich oder stabil dispergierbar sind,
der ausreicht, um in der Umgebung, in der das Öl eingesetzt
wird, die beabsichtigte Wirkung auszuüben. Darüber
hinaus kann die zusätzliche Beimengung weiterer Additive
auch die Beimengung höherer Gehalte eines bestimmten Additivs
erlauben, falls gewünscht;
„Salicylat-Detergenssystem” bezieht
sich auf jenen Teil der Gesamtmenge an Detergentien in der Schmierölzusammensetzung,
der ausschließlich ein oder mehrere Salicylat-Detergentien
enthält. Geeigneterweise kann das Salicylat-Detergenssystem
einen Teil der Gesamtmenge an Detergentien bilden, die in der Schmierölzusammensetzung
vorliegen (d. h. die Schmierölzusammensetzung schließt
einen oder mehrere weitere Detergentien ein, zum Beispiel Metallphenolate),
oder das Salicylat-Detergenssystem kann das einzige Detergenssystem
in der Schmierölzusammensetzung darstellen (d. h. sämtliche
Detergentien, die in der Schmierölzusammensetzung vorliegen,
bestehen ausschließlich aus dem einen oder den mehreren
Salicylat-Detergentien).
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Ferner
sei darauf hingewiesen, dass verschiedene verwendete Bestandteile,
wesentliche ebenso wie optionale und gebräuchliche, unter
Formulierungs-, Lagerungs- oder Verwendungsbedingungen reagieren können
und die Erfindung auch das Produkt bereitstellt, das als Ergebnis
einer beliebigen solchen Reaktion erhältlich ist oder erhalten
wird.
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Ferner
können selbstverständlich beliebige obere und
untere Mengen-, Bereichs- und Verhältnisgrenzen, die hierin
dargelegt sind, unabhängig voneinander kombiniert werden.
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Ausführliche Beschreibung
der Erfindung
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Die
Merkmale der Erfindung, die sich auf jeden und sämtliche
Aspekte der Erfindung beziehen, werden nun wie folgt ausführlicher
beschrieben:
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Öl mit Schmierviskosität
(A)
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Dieses,
manchmal als das Basisöl oder Basismaterial bezeichnet,
ist der hauptsächliche flüssige Bestandteil der
Zusammensetzung, in den Additive und möglicherweise weitere Öle
gemischt werden.
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Die
Schmieröle können sich in der Viskosität
von Leichtdestillatmineralölen bis hin zu schweren Schmierölen
wie Benzinmotorölen, mineralischen Schmierölen
und schweren Betriebsdieselölen erstrecken. Im Allgemeinen
erstreckt sich die Viskosität des Öls von etwa
2 mm2/s (Centistokes) bis etwa 40 mm2/s, besonders von etwa 4 mm2/s
bis etwa 20 mm2/s, wie bei 100°C
gemessen.
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Das Öl
mit Schmierviskosität enthält vorzugsweise Gruppe
II-Basismaterial.
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Geeigneterweise
enthält das Öl mit Schmierviskosität
mehr als oder gleich 10 Massen-%, bevorzugter mehr als oder gleich
20 Massen-%, noch bevorzugter mehr als oder gleich 25 Massen-%,
noch bevorzugter mehr als oder gleich 30 Massen-%, noch bevorzugter
mehr als oder gleich 40 Massen-%, noch bevorzugter mehr als oder
gleich 45 Massen-% Gruppe II-Basismaterial, bezogen auf die Gesamtmasse
des Öls mit Schmierviskosität. Am meisten bevorzugt
besteht das Öl mit Schmierviskosität im Wesentlichen
aus Gruppe II-Basismaterial, das heißt das Öl
mit Schmierviskosität enthält mehr als 50 Massen-%,
vorzugsweise mehr als 60 Massen-%, bevorzugter mehr als oder gleich
70 Massen-%, noch bevorzugter mehr als oder gleich 80 Massen-%,
noch bevorzugter mehr als oder gleich 90 Massen-% Gruppe II-Basismaterial,
bezogen auf die Gesamtmasse des Öls mit Schmierviskosität.
Das Gruppe II-Basismaterial kann das einzige Öl mit Schmierviskosität
in der Schmierölzusammensetzung sein.
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Die
Definitionen für die Basismaterialien und Basisöle
in dieser Erfindung sind die gleichen wie jene, die in der Veröffentlichung „Engine
Oil Licensing and Certification System", Industry Services
Department, Fourteenth Edition, December 1996, Addendum 1, December
1998 des American Petroleum Institute (API) gefunden werden.
Diese Veröffentlichung kategorisiert Basismaterialien wie
folgt:
- a) Gruppe I-Basismaterialien enthalten
weniger als 90 Prozent gesättigte Materialien und/oder
mehr als 0,03 Prozent Schwefel und weisen einen Viskositätsindex
von größer als oder gleich 80 und weniger als 120
auf, unter Verwendung der in Tabelle E-1 angegebenen Prüfverfahren.
- b) Gruppe II-Basismaterialien enthalten mehr als oder gleich
90 Prozent gesättigte Materialien und weniger als oder
gleich 0,03 Prozent Schwefel und weisen einen Viskositätsindex
von größer als oder gleich 80 und weniger als
120 auf, unter Verwendung der in Tabelle E-1 angegebenen Prüfverfahren.
- c) Gruppe III-Basismaterialien enthalten mehr als oder gleich
90 Prozent gesättigte Materialien und weniger als oder
gleich 0,03 Prozent Schwefel und weisen einen Viskositätsindex
von größer als oder gleich 120 auf, unter Verwendung
der in Tabelle E-1 angegebenen Prüfverfahren.
- d) Gruppe IV-Basismaterialien sind Poly-alpha-olefine (PAO).
- e) Gruppe V-Basismaterialien schließen sämtliche
weiteren Basismaterialien ein, die nicht in Gruppe I, II, III oder
IV enthalten sind.
Tabelle E-1: Analytische Verfahren für
Basismaterial | Eigenschaft | Prüfverfahren |
| Gesättigte
Materialien | ASTM
D 2007 |
| Viskositätsindex | ASTM
D 2270 |
| Schwefel | ASTM
D 2622 |
| | ASTM
D 4294 |
| | ASTM
D 4927 |
| | ASTM
D 3120 |
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Weitere öle
mit Schmierviskosität, die in der Schmierölzusammensetzung
eingeschlossen sein können, sind im Detail wie folgt:
Natürliche Öle,
die tierische öle und pflanzliche öle (z. B. Rizinusöl,
Specköl), flüssige Mineralöle und wasserstoffraffinierte,
lösungsmittelbehandelte oder säurebehandelte Mineralöle
der paraffinischen, naphthenischen und gemischt paraffinisch-naphthenischen
Arten einschließen. öle mit Schmierviskosität,
die von Kohle oder Schiefer abgeleitet sind, dienen ebenfalls als
nützliche Basisöle.
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Synthetische
Schmieröle, die Kohlenwasserstofföle und mit Halogen
substituierte Kohlenwasserstofföle wie polymerisierte und
mischpolymerisierte Olefine (z. B. Polybutylene, Polypropylene,
Propylen-Isobutylen-Copolymere, chlorierte Polybutylene, Poly(1-hexene),
Poly(1-octene), Poly(1-decene)), Alkylbenzole (z. B. Dodecylbenzole,
Tetradecylbenzole, Dinonylbenzole, Di(2-ethylhexyl)benzole), Polyphenyle
(z. B. Biphenyle, Terphenyle, alkylierte Polyphenole) und alkylierte
Diphenylester und alkylierte Diphenylsulfide und Derivate, Analoga
und Homologe davon einschließen.
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Alkylenoxidpolymere
und -mischpolymere und Derivate davon, bei denen die endständigen
Hydroxylgruppen durch Veresterung, Veretherung, etc. modifiziert
worden sind, bilden eine weitere Klasse bekannter synthetischer
Schmieröle. Diese werden veranschaulicht durch Polyoxyalkylen-Polymere,
die durch Polymerisation von Ethylenoxid oder Propylenoxid hergestellt
sind, und die Alkyl- und Arylether von Polyoxyalkylen-Polymeren
(z. B. Methyl-polyisopropylenglycolether mit einem Molekulargewicht
von 1000 oder Diphenylether von Polyethylenglycol mit einem Molekulargewicht
von 1000 bis 1500) und Mono- und Polycarbonsäurester davon,
zum Beispiel die Essigsäurester, gemischte C3-
bis C8-Fettsäureester und C13-Sauerstoffsäurediester von Tetraethylenglycol.
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Eine
weitere geeignete Klasse synthetischer Schmieröle umfasst
die Ester von Dicarbonsäuren (z. B. Phthalsäure,
Bernsteinsäure, Alkylbernsteinsäuren und Alkenylbernsteinsäuren,
Maleinsäure, Azelainsäure, Suberinsäure,
Sebacinsäure, Fumarsäure, Adipinsäure,
Linolsäuredimer, Malonsäure, Alkylmalonsäuren,
Alkenylmalonsäuren) mit einer Vielfalt an Alkoholen (z.
B. Butylalkohol, Hexylalkohol, Dodecylalkohol, 2-Ethylhexylalkohol,
Ethylenglycol, Diethylenglycol-Monoether, Propylenglykol). Typische
Beispiele solcher Ester schließen Dibutyladipat, Di(2-ethylhexyl)sebacat,
Di(n-hexyl)fumarat, Dioctylsebacat, Diisooctylazelat, Diisodecylazelat,
Dioctylphthalat, Didecylphthalat, Dieicosylebacat, den 2-Ethylhexyldiester
von Linolsäuredimer und den komplexen Ester, der durch
Umsetzen eines Mols Sebacinsäure mit zwei Molen Tetraethylenglycol und
zwei Molen 2-Ethylcapronsäure gebildet ist, ein.
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Ester,
die als synthetische Öle verwendbar sind, schließen
ebenfalls jene ein, die aus C5- bis C12-Monocarbonsäuren und Polyolen
und Polyolestern wie Neopentylglycol, Trimethylol propan, Pentaerythritol,
Dipentaerythritol und Tripentaerythritol hergestellt sind.
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Silicium-basierte Öle
wie die Polyalkyl-, Polyaryl-, Polyalkoxy- oder Polyaryloxysiliconöle
und Silicatöle umfassen eine weitere nützliche
Klasse synthetischer Schmierstoffe; solche Öle schließen
Tetraethylsilicat, Tetraisopropylsilicat, Tetra(2-ethylhexyl)silicat,
Tetra(4-methyl-2-ethylhexyl)silicat, Tetra(p-tert-butyl-phenyl)silicat,
Hexa(4-methyl-2-ethylhexyl)disiloxan, Poly(methyl)siloxane und Poly(methylphenyl)siloxane
ein. Weitere synthetische Schmieröle schließen
flüssige Ester von phosphorhaltigen Säuren (z.
B. Trikresylphosphat, Trioctylphosphat, Diethylester von Decylphosphonsäure)
und polymere Tetrahydrofurane ein.
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Rohöle,
Raffinate und Zweitraffinate können in Schmierstoffen der
vorliegenden Erfindung verwendet werden. Rohöle sind jene,
die unmittelbar aus einer natürlichen oder synthetischen
Quelle ohne weitere Reinigungsbehandlung erhalten werden. Zum Beispiel
wäre Schieferöl, das unmittelbar durch Retortenverfahren erhalten
wird, Mineralöl, das unmittelbar durch Destillation erhalten
wird, oder Esteröl, das unmittelbar durch Veresterung erhalten
wird und ohne weitere Behandlung verwendet wird, ein Rohöl.
Raffinate ähneln Rohölen, abgesehen davon, dass
das Öl in einem oder mehreren Reinigungsschritten weiterbehandelt
wird, um eine oder mehrere Eigenschaften zu verbessern. Viele solcher
Reinigungstechniken, wie Destillation, Lösungsmittelextraktion,
Säure- oder Basenextraktion, Filtration und Durchsickern,
sind dem Fachmann bekannt. Zweitraffinate werden durch Verfahren
erhalten, die jenen ähneln, die eingesetzt werden, um Raffinate
bereitzustellen, gehen jedoch von Öl aus, das bereits im
Betrieb eingesetzt worden ist. Solche Zweitraffinate sind auch als regenerierte
Altöle oder wiederverarbeitete Öle bekannt und
werden häufig zusätzlichen Aufbereitungen unterzogen,
wobei Techniken zum Entfernen von verbrauchten Additiven und Ölabbauprodukten
eingesetzt werden.
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Das Öl
mit Schmierviskosität kann ferner Gruppe I-, Gruppe III-,
Gruppe IV- oder Gruppe V-Basismaterialien oder Basisöl mischungen
der vorgenannten Basismaterialien enthalten. Vorzugsweise schließt
das Öl mit Schmierviskosität zusätzlich
zu dem Gruppe II-Basismaterial Gruppe III-, Gruppe IV- oder Gruppe
V-Basismaterial oder eine Mischung davon ein. Vorzugsweise beträgt
die Flüchtigkeit des Öls mit Schmierviskosität oder
der Ölmischung, wie durch den NOACK-Test (ASTM
D5880) gemessen, weniger als oder gleich 13,5%, vorzugsweise
weniger als oder gleich 12%, bevorzugter weniger als oder gleich
10%, am meisten bevorzugt weniger als oder gleich 8%. Wenn das Öl
mit Schmierviskosität zusätzlich zu dem Gruppe
II-Basismaterial Gruppe III-, Gruppe IV- oder Gruppe V-Basismaterial
oder eine Mischung davon einschließt, beträgt
der Viskositätsindex (VI) des Öls mit Schmierviskosität
geeigneterweise mindestens 120, vorzugsweise mindestens 125, am
meisten bevorzugt etwa 130 bis 140.
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Das Öl
mit Schmierviskosität wird in einer größeren
Menge bereitgestellt, zusammen mit einer geringeren Menge des Salicylat-Detergenssystems
und, falls notwendig, einem oder mehreren Co-Additiven, wie nachstehend
beschrieben, wobei eine Schmierölzusammensetzung gebildet
wird. Diese Zubereitung kann dadurch geschaffen werden, dass das
Salicylat-Detergenssystem unmittelbar zu dem Öl gegeben
wird oder dass es in Form eines Konzentrats davon zugegeben wird,
um das Additiv zu dispergieren oder aufzulösen. Additive können
dem Öl durch ein beliebiges dem Fachmann bekanntes Verfahren
zugesetzt werden, entweder vor, gleichzeitig mit oder nach der Zugabe
weiterer Additive.
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Geeigneterweise
liegt das Öl mit Schmierviskosität in einer Menge
von mehr als 55 Massen-% vor, bevorzugter mehr als 60 Massen-%,
noch bevorzugter mehr als 65 Massen-%, bezogen auf die Gesamtmasse der
Schmierölzusammensetzung. Vorzugsweise liegt das Öl
mit Schmierviskosität in einer Menge von weniger als 98
Massen-% vor, bevorzugter weniger als 95 Massen-%, noch bevorzugter
weniger als 90 Massen-%, bezogen auf die Gesamtmasse der Schmierölzusammensetzung.
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Die
Schmierölzusammensetzung kann zum Schmieren von mechanischen
Motorbestandteilen verwendet werden, insbesondere Schiffszylinder-
und Tauchkolbenmotoren.
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Die
Schmierölzusammensetzungen der Erfindung enthalten bestimmte
Bestandteile, die vor und nach dem Mischen mit öligem Träger
chemisch die gleichen bleiben können oder nicht. Diese
Erfindung umfasst Zusammensetzungen, die die bestimmten Bestandteile
vor dem Mischen, nach dem Mischen oder sowohl vor als auch nach
dem Mischen enthalten.
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Wenn
zum Herstellen der Schmierölzusammensetzungen Konzentrate
verwendet werden, können sie zum Beispiel mit 3 bis 100,
z. B. 5 bis 40, Massenteilen Öl mit Schmierviskosität
pro Massenteil des Konzentrats verdünnt werden.
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Salicylat-Detergenssystem (B)
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Ein
Detergens ist ein Additiv, das die Bildung von Kolbenablagerungen,
zum Beispiel Hochtemperatur-Firnis und -Lackablagerungen, in Motoren
vermindert; normalerweise hat es säureneutralisierende
Eigenschaften und ist in der Lage, feinverteilte Feststoffe in einer
Suspension zu halten. Die meisten Detergentien basieren auf „Metallseifen”,
das heißt Metallsalzen von sauren organischen Verbindungen,
manchmal als Tenside bezeichnet.
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Detergentien
enthalten im Allgemeinen einen polaren Kopf mit einem langen hydrophoben
Schwanz, wobei der polare Kopf ein Metallsalz einer sauren organischen
Verbindung umfasst. Große Mengen Metallbase können
durch Umsetzen eines Überschusses an Metallbase, wie einem
Oxid oder Hydroxid, mit saurem Gas wie Kohlendioxid eingearbeitet
werden, wobei überbasisches Detergens gebildet wird, das
neutralisiertes Detergens als die äußere Schicht
einer Metallbasen-(z. B. Carbonat-)Micelle enthält.
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Das
Salicylat-Detergenssystem der Schmierölzusammensetzung
der vorliegenden Erfindung enthält ein oder mehrere neutrale
oder überbasische mit C
22-Kohlenwasserstoff
substituierte Erdalkalimetallsalicylate. Das eine oder die mehreren
neutralen oder überbasischen mit C
22-Kohlenwasserstoff
substituierten Erdalkalimetallsalicylate umfassen typischerweise
eine oder mehrere Verbindungen der Formel I:
in der R
1 eine
Kohlenwasserstoffgruppe mit 22 Kohlenstoffatomen darstellt, M ein
Erdalkalimetall ist, n abhängig von der Wertigkeit des
Erdalkalimetalls eine Zahl von 1 oder 2 ist und M eine Zahl von
1 bis 3 ist.
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Vorzugsweise
ist das Erdalkalimetall M des einen oder der mehreren neutralen
oder überbasischen mit C22-Kohlenwasserstoff
substituierten Metallsalicylate der Formel I ein Erdalkalimetall,
das ausgewählt ist aus Calcium, Magnesium, Barium oder
Strontium. Bevorzugter ist das Metall M des einen oder der mehreren neutralen
oder überbasischen mit C22-Kohlenwasserstoff
substituierten Metallsalicylate Calcium oder Magnesium; Calcium
ist besonders bevorzugt.
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Vorzugsweise
besteht die Kohlenwasserstoffgruppe ausschließlich aus
Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen. Die Kohlenwasserstoffgruppe
kann überwiegend aliphatischer Natur sein und ist vorzugsweise
rein aliphatisch. Rein aliphatische Kohlenwasserstoffgruppen schließen
lineare oder verzweigte aliphatische Gruppen ein, zum Beispiel lineare
oder verzweigte Alkyl- oder Alkenylgruppen. Am meisten bevorzugt
stellt die Kohlenwasserstoffgruppe eine lineare oder verzweigte
Alkylgruppe dar, insbesondere eine unsubstituierte lineare oder
verzweigte Alkylgruppe, besonders eine unsubstituierte lineare Alkylgruppe.
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Die
C22-Kohlenwasserstoffgruppe der einen oder
der mehreren neutralen oder überbasischen mit C22-Kohlenwasserstoff substituierten Erdalkalimetallsalicylate,
die R1 in einer oder mehreren Verbindungen
der Formel I darstellt, ist vorzugsweise eine lineare oder verzweigte
Alkylgruppe, besonders eine unsubstituierte lineare oder verzweigte
Alkylgruppe. Bevorzugter umfasst die C22-Kohlenwasserstoffgruppe
eine unsubstituierte lineare (d. h. geradkettige) Alkylgruppe.
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Die
C22-Alkylgruppe, die die C22-Kohlenwasserstoffgruppe
darstellen kann, kann abhängig von dem Punkt der Anbringung
der Alkylgruppe an den Hydroxybenzoat-Ring in der Verbindung der
Formel I eine primäre, sekundäre oder tertiäre
Alkylgruppe sein. Vorzugsweise umfasst die C22-Kohlenwasserstoffgruppe
eine primäre oder sekundäre Alkylgruppe, bevorzugter
eine unsubstituierte lineare primäre oder sekundäre
Alkylgruppe. Mit dem Begriff „lineare primäre
Alkylgruppe” meinen wir eine geradkettige Alkylgruppe,
die über das Kohlenstoffatom an der Position C-1 der Alkylkette
an den Hydroxybenzoat-Ring in der Verbindung der Formel I angebracht
ist, und das Kohlenstoffatom an der Position C-1 der Alkylkette
schließt zwei Wasserstoffatome und eine einzige lineare
Alkylgruppe ein, die daran gebunden sind. Mit dem Begriff „lineare
sekundäre Alkylgruppe” meinen wir eine geradkettige
Alkylgruppe, die über ein Kohlenstoffatom an einer Position,
die von der Position C-1 der Alkylkette verschieden ist, an den
Hydroxybenzoat-Ring in der Verbindung der Formel I angebracht ist,
und das Kohlenstoffatom an dem Punkt der Anbringung der Alkylkette
schließt zwei lineare Alkylgruppen und ein einzelnes Wasserstoffatom
ein, die daran gebunden sind.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform ist die C22-Kohlenwasserstoffgruppe überwiegend
eine primäre C22-Alkylgruppe, besonders überwiegend
eine unsubstituierte lineare primäre C22-Alkylgruppe.
Mit dem Begriff „überwiegend” meinen
wir in diesem Zusammenhang, dass mehr als 50 Mol-%, bevorzugter
mehr als 55 Mol-% der C22-Alkylgruppen in
der einen oder den mehreren Verbindungen der Formel I primäre
Alkylgruppen sind, d. h. mehr als 50 Mol-% der Alkylgruppen über
die Position C-1 der Alkylgruppe an den einen oder die mehreren
Hydroxybenzoat-Ringe in der Verbindung der Formel I angebracht sind.
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Die
C22-Kohlenwasserstoffgruppe, die R1 in einer Verbindung der Formel I darstellt,
kann in der ortho-, meta- oder para-Position bezüglich
der Hydroxylgruppe vorliegen. Vorzugsweise ist die C22-Kohlenwasserstoffgruppe
in einer Verbindung der Formel I in der ortho- oder para-Position
bezüglich der Hydroxylgruppe. Wenn die C22-Kohlenwasserstoffgruppe
in der ortho-Position bezüglich der Hydroxylgruppe in einer
Verbindung der Formel I vorliegt, stellt diese ein neutrales oder überbasisches
Erdalkalimetallsalicylat dar, das an Position 3 mit C22-Kohlenwasserstoff
substituiert ist; wenn die C22-Kohlenwasserstoffgruppe
in der para-Position bezüglich der Hydroxylgruppe in einer
Verbindung der Formel I vorliegt, stellt diese ein neutrales oder überbasisches
Erdalkalimetallsalicylat dar, das an Position 5 mit C22-Kohlenwasserstoff
substituiert ist.
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Vorzugsweise
umfasst das eine oder umfassen die mehreren neutralen oder überbasischen
mit C22-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylate ein oder mehrere neutrale oder überbasische mit
C22-Kohlenwasserstoff monosubstituierte
Erdalkalimetallsalicylate, d. h. m stellt in einer Verbindung der Formel
I 1 dar. Bevorzugter umfasst das eine oder umfassen die mehreren
neutralen oder überbasischen mit C22-Kohlenwasserstoff
substituierten Erdalkalimetallsalicylate ein oder mehrere Salicylate,
die an Position 3 mit C22-Kohlenwasserstoff
substituiert sind, ein oder mehrere Salicylate, die an Position
5 mit C22-Kohlenwasserstoff substituiert
sind, oder eine Mischung davon.
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Vorzugsweise
umfasst das eine oder umfassen die mehreren neutralen oder überbasischen
mit C22-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylate zu mehr als 65 Mol-%, bevorzugter mehr
als 70 Mol-%, noch bevorzugter mehr als 80 Mol-%, noch bevorzugter
mehr als 85 Mol-%, am meisten bevorzugt mehr als 90 Mol-% ein oder
mehrere neutrale oder überbasische mit C22-Kohlenwasserstoff
monosubstituierte Erdalkalimetallsalicylate, vorzugsweise eine Mischung
aus einem oder mehreren Salicylaten, die an Position 3 mit C22-Kohlenwasserstoff monosubstituiert sind,
und einem oder mehreren Salicylaten, die an Position 5 mit C22-Kohlenwasserstoff monosubstituiert sind,
bezogen auf die Gesamtzahl an Molen des einen oder der mehreren
neutralen oder überbasischen mit C22-Kohlenwasserstoff
substituierten Erdalkalimetallsalicylate, die in dem Salicylat-Detergenssystem
vorliegen.
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Vorzugsweise
ist das Molverhältnis des einen oder der mehreren Salicylate,
die an Position 3 mit C22-Kohlenwasserstoff
monosubstituiert sind, zu dem einen oder den mehreren Salicylaten,
die an Position 5 mit C22-Kohlenwasserstoff
monosubstituiert sind, die in dem einen oder den mehreren neutralen
oder überbasischen mit C22-Kohlenwasserstoff
substituierten Erdalkalimetallsalicylaten vorliegen, größer
als oder gleich 1,2, bevorzugter größer als oder
gleich 1,5, noch bevorzugter größer als oder gleich
1,8, noch bevorzugter größer als oder gleich 2,0.
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Das
eine oder die mehreren neutralen oder überbasischen mit
C22-Kohlenwasserstoff substituierten Erdalkalimetallsalicylate
umfasst bzw. umfassen bzw. besteht bzw. bestehen vorzugsweise im
Wesentlichen aus, einem oder mehreren neutralen oder schwach basischen
mit C22-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylaten. Der Begriff „überbasisch” wird
im Allgemeinen verwendet, um Metalldetergentien zu beschreiben,
in denen das Verhältnis der Zahl an Äquivalenten
des Metallanteils zu der Zahl an Äquivalenten des Säureanteils
größer als eins ist. Entsprechend wird der Begriff „neutral” im
Allgemeinen verwendet, um Metalldetergentien zu beschreiben, in
denen das Verhältnis der Zahl an Äquivalenten
des Metallanteils zu der Zahl an Äquivalenten des Säureanteils
gleich eins ist. Der Begriff „schwach basisch” wird
typischerweise verwendet, um Metalldetergentien zu beschreiben,
in denen das Verhältnis der Zahl an Äquivalenten
des Metallanteils zu der Zahl an Äquivalenten des Säureanteils
größer als 1 und bis zu etwa 2 ist. Vorzugsweise
ist das eine oder sind die mehreren neutralen oder überbasischen
C22-substituierten Erdalkalimetallsalicylate
neutral.
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Entsprechend
ist mit dem Begriff „ein oder mehrere neutrale oder überbasische
mit C22 substituierte Calciumsalicylate” ein
neutrales oder überbasisches Detergens gemeint, in dem
die Kationen des ölunlöslichen Erdalkalimetallsalzes
im Wesentlichen Calciumkationen sind. Geringe Mengen weiterer Kationen
können in dem ölunlöslichen Erdalkalimetallsalz
vorliegen, jedoch sind typischerweise mindestens 80, typischer mindestens
90, zum Beispiel mindestens 95 Mol-% der Kationen in dem Ölunlöslichen
Erdalkalimetallsalz Calciumionen. Kationen, die von Calcium verschieden
sind, können zum Beispiel aus der Verwendung von Tensidsalz
stammen, in dem das Kation ein von Calcium verschiedenes Metall
ist, bei der Herstellung des überbasischen Detergens. Vorzugsweise
ist das Metallsalz des Tensids ebenfalls Calcium. Geeigneterweise
sind die Begriffe „ein oder mehrere neutrale oder überbasische
mit C20 bis C30 substituierte
Erdalkalimetallsalicylate” und „ein oder mehrere
neutrale oder überbasische mit C20 bis
C30 substituierte Calciummetallsalicylate” dementsprechend
auszulegen, wie oben beschrieben.
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Carbonatisierte überbasische
Metalldetergentien umfassen typischerweise amorphe Nanopartikel. Darüber
hinaus gibt es Offenbarungen nanopartikulärer Materialien,
die Carbonat in den kristallinen Calcit- und Valeritformen umfassen.
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Es
sei darauf hingewiesen, dass außer dem einen oder den mehreren
neutralen oder überbasischen mit C22-Kohlenwasserstoff
substituierten Metallsalicylaten weitere mit Kohlenwasserstoff substituierte
Metallsalicylate in dem Salicylat-Detergenssystem vorliegen können.
Unerwarteterweise wurde gefunden, dass, falls die weiteren mit Kohlenwasserstoff
substituierten Metallsalicylate, die in dem Salicylat-Detergenssystem
vorliegen, eher längerkettige Kohlenwasserstoffgruppen
(d. h. C20- bis C30-Kohlenwasserstoffgruppen)
als kürzerkettige Kohlenwasserstoffgruppen (d. h. C10- bis C18-Kohlenwasserstoffgruppen) einschließen,
dies typischerweise das Asphaltendispergiervermögen verbessert.
-
Geeigneterweise
schließt das Salicylat-Detergenssystem zusätzlich
zu dem einen oder den mehreren neutralen oder überbasischen
mit C22-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylaten ein oder mehrere weitere neutrale oder überbasische
mit C20- bis C30-Kohlenwasserstoff
substituierte Erdalkalimetallsalicylate ein. Das eine oder die mehreren
weiteren neutralen oder überbasischen mit C20-
bis C30-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylate umfassen typischerweise eine oder mehrere
Verbindungen der Formel I, wie vorstehend bildlich dargestellt,
in der R1 eine Kohlenwasserstoffgruppe mit
20 bis 30 Kohlenstoffatomen darstellt und M, n und M wie vorstehend
definiert sind. Vorzugsweise besteht das Salicylat-Detergenssystem
im Wesentlichen aus einem oder mehreren neutralen oder überbasischen
mit C20- bis C30-Kohlenwasserstoff
substituierten Salicylaten, vorzugsweise mit C20-
bis C26-Kohlenwasserstoff substituierten
Salicylaten, am meisten bevorzugt mit C20-
bis C24-Kohlenwasserstoff substituierten
Salicylaten. Das heißt, dass das Salicylat-Detergenssystem
zu mehr als 50 Mol-%, vorzugsweise mehr als oder gleich 60 Mol-%,
bevorzugter mehr als oder gleich 65 Mol-%, noch bevorzugter mehr
als oder gleich 70 Mol-%, noch bevorzugter mehr als oder gleich
75 Mol-%, noch bevorzugter mehr als oder gleich 80 Mol-%, noch bevorzugter
mehr als oder gleich 85 Mol-%, am meisten bevorzugt mehr als 90
Mol-% ein oder mehrere neutrale oder überbasische mit C20- bis C30-Kohlenwasserstoff
substituierte Erdalkalimetallsalicylate enthält. Zur Vermeidung
von Unklarheiten sei darauf hingewiesen, dass das eine oder die
mehreren neutralen oder überbasischen mit C20-
bis C30-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylate das eine oder die mehreren neutralen oder überbasischen
mit C22-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylate wie hierin definiert einschließt
bzw. einschließen. Darüber hinaus stellen die
bevorzugten Merkmale des einen oder der mehreren neutralen oder überbasischen
mit C22-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylate (d. h. M, n und m in einer Verbindung der
Formel I) auch bevorzugte Merkmale des einen oder der mehreren neutralen
oder überbasischen mit C20- bis
C30-Kohlenwasserstoff substituierten Erdalkalimetallsalicylate
dar. Geeigneterweise ist das eine oder sind die mehreren neutralen
oder überbasischen mit C20- bis
C30-Kohlenwasserstoff substituierten Erdalkalimetallsalicylate
neutral oder schwach basisch, vorzugsweise neutral.
-
Vorzugsweise
liegt das eine oder liegen die mehreren neutralen oder überbasischen
mit C22-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylate in einer Menge von mehr als oder gleich
10 Mol-%, vorzugsweise mehr als oder gleich 17 Mol-%, noch bevorzugter
mehr als oder gleich 20 Mol-%, noch bevorzugter mehr als oder gleich
25 Mol-%, noch bevorzugter mehr als oder gleich 33 Mol-%, noch bevorzugter
mehr als oder gleich 40 Mol-% vor, bezogen auf die Gesamtzahl an
Molen des einen oder der mehreren neutralen oder überbasischen
mit C20- bis C30-Kohlenwasserstoff
substituierten Metallsalicylate, die in dem Salicylat-Detergens vorliegen.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform ist das eine oder sind
die mehreren neutralen oder überbasischen mit C22-Kohlenwasserstoff substituierten Erdalkalimetallsalicylate
die überwiegende Species des einen oder der mehreren neutralen
oder überbasischen mit Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylate, die in dem Salicylat-Detergenssystem
vorliegen. Mit anderen Worten übersteigt die Zahl an Molen
des einen oder der mehreren neutralen oder überbasischen
mit C22-Kohlenwasserstoff substituierten
Erdalkalimetallsalicylate in dem Salicylat-Detergenssystem die Zahl
an Molen jedes der anderen einen oder mehreren neutralen oder überbasischen
mit Kohlenwasserstoff substituierten Erdalkalimetallsalicylate,
die im Salicylat-Detergenssystem vorliegen.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält
das Salicylat-Detergenssystem mehr als oder gleich 50 Mol-% des
einen oder der mehreren neutralen oder überbasischen mit
C22-Kohlenwasserstoff substituierten Erdalkalimetallsalicylate.
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Vorzugsweise
umfasst das eine oder umfassen die mehreren neutralen oder überbasischen
mit C20- bis C30-Kohlenwasserstoff
substituierten Erdalkalimetallsalicylate mit C20-,
C22-, C24-, C26-, C28- oder C30-Kohlenwasserstoff subsituierte Salicylate
oder Mischungen davon.
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Die
Basizität von Detergentien wird vorzugsweise als Gesamtbasenzahl
(TBN) ausgedrückt. Eine Gesamtbasenzahl ist die Säuremenge,
die zum Neutralisieren der gesamten Basizität des Materials
benötigt wird. Die TBN kann unter Verwendung von ASTM-Standard
D2896 oder einem gleichwertigen Verfahren gemessen werden.
Das eine oder die mehreren neutralen oder überbasischen
mit C20- bis C30-Kohlenwasserstoff
substituierten Erdalkalimetallsalicylate, einschließlich
des einen oder der mehreren neutralen oder überbasischen mit
C22-Kohlenwasserstoff substituierten Erdalkalimetallsalicylate,
kann bzw. können eine niedrige TBN (d. h. eine TBN von
weniger als 50), eine mittlere TBN (d. h. eine TBN von 50 bis 150)
oder eine hohe TBN (d. h. eine TBN von mehr als 150, z. B. 150 bis
500) aufweisen. Vorzugsweise weist das eine oder weisen die mehreren
neutralen oder überbasischen mit C22-Kohlenwasserstoff
substituierten Erdalkalimetallsalicylate eine TBN von bis zu 150
auf, vorzugsweise 50 bis 150. Vorzugsweise weist das eine oder weisen
die mehreren neutralen oder überbasischen mit C20- bis C30-Kohlenwasserstoff
substituierten Erdalkalimetallsalicylate eine TBN von bis zu 150
auf, vorzugsweise 50 bis 150. Vorzugsweise weist das Salicylat-Detergenssystem
eine TBN von bis zu 150 auf, vorzugsweise 50 bis 150. Geeigneterweise
umfasst das Salicylat-Detergenssystem ein schwach basisches oder
neutrales Detergenssystem.
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Der
Basizitätsindex des einen oder der mehreren neutralen oder überbasischen
mit C20- bis C30-Kohlenwasserstoff
substituierten Erdalkalimetallsalicylate, einschließlich
der neutralen oder überbasischen mit C22-Kohlenwasserstoff
substituierten Erdalkalimetallsalicylate, beträgt vorzugsweise
größer als 1,0 und vorzugsweise kleiner als 1,5.
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Mit „Basizitätsindex” meinen
wir das Molverhältnis der gesamten Base zu der gesamten
Seife in einem neutralen oder überbasischen Detergens.
Ein neutrales Detergens weist einen Basizitätsindex von
1,0 auf. Geeigneterweise weist das Salicylat-Detergens einen Basizitätsindex
von mehr als 1,0 und vorzugsweise weniger als 1,5 auf.
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Obwohl
die Schmierzusammensetzung außer dem Salicylat-Detergenssystem
weitere Metalldetergentien einschließen kann, zum Beispiel
Metallphenolatdetergentien, ist das Salicylat-Detergenssystem vorzugsweise
das überwiegende Detergenssystem in der Schmierölzusammensetzung.
Mit anderen Worten trägt das Salicylat-Detergenssystem
mehr als 50%, vorzugsweise mehr als 60%, bevorzugter mehr als 70%,
noch bevorzugter mehr als 80%, am meisten bevorzugt 90% der gesamten
TBN zu der Schmierölzusammensetzung bei. In einer bevorzugten
Ausführungsform ist das Salicylat-Detergenssystem im Wesentlichen
das einzige Metalldetergenssystem der Schmierölzusammensetzung.
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Geeigneterweise
liegt das Salicylat-Detergenssystem in einer Menge von 0,1 bis 10
Massen-% aktivem Bestandteil vor, bezogen auf die Gesamtmasse der
Schmierölzusammensetzung.
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Salicylsäuren
werden typischerweise durch die Carboxylierung von Phenolaten hergestellt,
durch das Kolbe-Schmitt-Verfahren, und werden in diesem Fall im
Allgemeinen im Gemisch mit uncarboxyliertem Phenol (normalerweise
in Verdünnungsmittel) erhalten. Salicylsäuren
können ungeschwefelt oder geschwefelt sein und können
chemisch modifiziert sein und/oder zusätzliche Substituenten
enthalten.
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Verfahren
zum Schwefeln von mit Kohlenwasserstoff substituierter Salicylsäure
sind dem Fachmann wohlbekannt und sind zum Beispiel in
US 2007/0027057 beschrieben.
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Im
Allgemeinen können neutrale mit Kohlenwasserstoff substituierte
Metallsalicylate durch Neutralisierung von mit Kohlenwasserstoff
substituierter Salicylsäure mit einer äquivalenten Menge
an metallischer Base hergestellt werden. Ein bevorzugtes Verfahren
zum Herstellen eines neutralen Calciumsalzes von Salicylsäure ist
jedoch durch doppelte Umsetzung methanolischer Lösungen
von Calciumchlorid und Natriumhydroxid in Gegenwart von mit Kohlenwasserstoff
substituierter Salicylsäure, gefolgt von der Entfernung
von Feststoffen und Verfahrenslösungsmitteln.
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Überbasische
mit Kohlenwasserstoff substituierte Metallsalicylate können
durch ein beliebiges der Verfahren hergestellt werden, die im Stand
der Technik eingesetzt werden. Ein übliches Verfahren ist
wie folgt:
- 1. Neutralisierung von mit Kohlenwasserstoff
substituierter Salicylsäure mit molarem Überschuss
metallischer Base, so dass ein leicht überbasischer Metallkomplex
eines mit Kohlenwasserstoff substituierten Salicylats hergestellt
wird, in einer Lösungsmittelmischung, die aus flüchtigem
Kohlenwasserstoff, Alkohol und Wasser besteht,
- 2. Gegebenenfalls Carbonatisierung, so dass kolloid-disperses
Metallcarbonat hergestellt wird, gefolgt von einer Nachreaktionszeitspanne,
- 3. Entfernung von Feststoffresten, die nicht kolloid-dispers
sind, und
- 4. Strippen, um Verfahrenslösungsmittel zu entfernen.
-
Überbasische
mit Kohlenwasserstoff substituierte Metallsalicylate können
entweder durch ein diskontinuierliches oder kontinuierliches überalkalisierendes
Verfahren hergestellt werden.
-
Um
neutrales oder überbasisches mit Kohlenwasserstoff substituiertes
Metallsalicylat-Detergens mit einem Basizitätsindex von
weniger als 2 zu erhalten, wird die Menge an metallischer Base auf
nicht mehr als 2 Äquivalente pro äquivalent Säure
beschränkt und/oder, falls gewünscht, die Menge
an Kohlendioxid wird auf nicht mehr als 0,5 Äquivalente
pro Äquivalent Säure beschränkt. Vorzugsweise
wird die Menge an metallischer Base auf nicht mehr als 1,5 Äquivalente
pro Äquivalent Säure beschränkt und/oder,
falls gewünscht, die Menge an Kohlendioxid wird auf nicht
mehr als 0,2 Äquivalente pro Äquivalent Säure
beschränkt. Bevorzugter wird die Menge an metallischer
Base auf nicht mehr als 1,4 Äquivalente pro Äquivalent
Säure beschränkt.
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Alternativ
kann ein Überschuss sowohl an metallischer Base als auch
an Kohlendioxid eingesetzt werden, mit der Maßgabe, dass
nicht umgesetzte Feststoffe vor der Carbonatisierungsstufe entfernt
werden. In diesem Fall wird der Basizitätsindex etwa 1,5
nicht übersteigen. Falls überbasisches mit Kohlenwasserstoff substituiertes
Metallsalicylat-Detergens mit einem Basizitätsindex von
weniger als 1,5 erforderlich ist, ist es nicht notwendig, irgendwelches
Kohlendioxid einzusetzen, jedoch ist es bevorzugt. Jedoch weist
das mit Kohlenwasserstoff substituierte Metallsalicylat-Detergens
am meisten bevorzugt einen Basizitätsindex von weniger
als oder gleich 1,5 auf.
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Während
die Carbonatisierung abläuft, wird gelöstes Hydroxid
zu kolloidalen Carbonatpartikeln umgesetzt, die in der Mischung
von flüchtigem Kohlenwasserstofflösungsmittel
und nichtflüchtigem Kohlenwasserstofföl fein verteilt
sind.
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Carbonatisierung
kann über einen Temperaturbereich bis zu der Rückflusstemperatur
des Alkoholbeschleunigers erfolgen.
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Das
flüchtige Kohlenwasserstofflösungsmittel der Reaktionsmischung
ist vorzugsweise ein normalerweise flüssiger aromatischer
Kohlenwasserstoff mit einer Siedetemperatur von nicht mehr als etwa
150°C. Es hat sich erwiesen, dass aromatische Kohlenwasserstoffe
bestimmte Vorteile bieten, z. B. verbesserte Filtriergeschwindigkeiten,
und Beispiele für geeignete Lösungsmittel sind
Toluol, Xylol und Ethylbenzol.
-
Das
Alkanol ist vorzugsweise Methanol, obwohl weitere Alkohole wie Ethanol
verwendet werden können. Die richtige Wahl des Verhältnisses
von Alkanol zu Kohlenwasserstoff-Lösungsmitteln und des
Wassergehalts der anfänglichen Reaktionsmischung sind wichtig,
um das gewünschte Produkt zu erhalten.
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Öl
kann der Reaktionsmischung zugegeben werden; falls das so ist, schließen
geeignete öle Kohlenwasserstofföle ein, insbesondere
jene mineralischen Ursprungs. öle, die Viskositäten
von 15 bis 30 cSt bei 38°C aufweisen, sind sehr geeignet.
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Nach
der Reaktion mit metallischer Base wird die Reaktionsmischung typischerweise
auf eine erhöhte Temperatur erhitzt, z. B. oberhalb 130°C,
um flüchtige Materialien zu entfernen (Wasser und irgendwelche
verbleibenden Alkohole und Kohlenwasserstofflösungsmittel).
Wenn die Synthese vollständig ist, ist das Rohprodukt infolge
der Gegenwart suspendierter Sedimente trüb. Es wird zum
Beispiel durch Filtration oder Zentrifugation geklärt.
Diese Maßnahmen können vor, zu einem dazwischen
liegenden Zeitpunkt oder nach der Carbonatisierung und Lösungsmittelentfernung
angewendet werden.
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Die
Produkte werden im Allgemeinen als Öllösung verwendet.
Falls in der Reaktionsmischung nicht genügend Öl
vorliegt, um nach der Entfernung der flüchtigen Substanzen
eine Öllösung beizubehalten, sollte weiteres Öl
zugegeben werden. Dies kann vor, zu einem dazwischen liegenden Zeitpunkt,
oder nach der Lösungsmittelentfernung erfolgen.
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Zusätzliche
Bestandteile können einen wesentlichen Teil von überbasischem
Metalldetergens bilden. Diese können zum Beispiel langkettige
aliphatische Mono- oder Dicarbonsäuren einschließen.
Geeignete Carbonsäuren schließen Stearinsäure
und Ölsäure und Polyisobutylen(PIB)-Bernsteinsäuren
ein.
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Co-Additive
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Die
Schmierölzusammensetzung kann zusätzlich zu dem
Salicylat-Detergenssystem (B) mindestens ein weiteres Co-Additiv
einschließen, das ausgewählt ist aus Reibungsmodifizierungsmitteln,
Antiverscheißmitteln, Dispergiermitteln, Oxidationsschutzmitteln,
Viskositätmodifizierungsmitteln, Stockpunktsenkungsmitteln,
Rostschutzmitteln, Korrosionsschutzmitteln, demulgierenden Bestandteilen
und Schaumkontrollmitteln. Geeigneterweise liegt ein solches eines
bzw. liegen solche mehrere Co-Additive in einer geringeren Menge
der Schmierölzusammensetzung vor. Vorzugsweise liegt das
eine oder liegen die mehreren Co-Additive in einer Menge von 5 bis
25, bevorzugter 5 bis 18, typischerweise 7 bis 15 Massen-% der Schmierölzusammensetzung vor.
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Reibungsmodifizierungsmittel
-
Reibungsmodifizierungsmittel
schließen Glycerinmonoester höherer Fettsäuren,
zum Beispiel Glycerinmonooleat, Ester langkettiger Polycarbonsäuren
mit Diolen, zum Beispiel der Butandiolester dimerisierter ungesättigter
Fettsäure, Oxazolinverbindungen und alkoxylierte mit Alkyl
substituierte Monoamine, Diamine und Alkyletheramine, zum Beispiel
ethoxylierte Talgamine und ethoxylierte Talgetheramine, ein.
-
Weitere
bekannte Reibungsmodifizierungsmittel umfassen öllösliche
Organomolybdänverbindungen. Solche Organomolybdän-Reibungsmodifizierungsmittel
verleihen einer Schmierölzusammensetzung ferner Antioxidations-
und Antiverschleißeigenschaften. Geeignete öllösliche
Organomolybdänverbindungen weisen einen Molybdän-Schwefel-Kern
auf. Als Beispiele können Dithiocarbamate, Dithiophosphate,
Dithiophosphinate, Xanthate, Thioxanthate, Sulfide und Mischungen
davon genannt werden. Besonders bevorzugt sind Molybdändithiocarbamate,
-dialkyldithiophosphate, -alkylxanthate und -alkylthioxanthate.
Die Molybdänverbindung ist zweikernig oder dreikernig.
-
Eine
Klasse bevorzugter Organomolybdänverbindungen, die in allen
Aspekten der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, sind dreikernige
Molybdänverbindungen der Formel Mo3SkLnQz und
Mischungen davon, in denen L unabhängig voneinander ausgewählte
Liganden mit Organogruppen mit einer ausreichenden Zahl an Kohlenstoffatomen
sind, um die Verbindungen in dem Öl löslich oder
dispergierbar zu machen, n 1 bis 4 ist, k von 4 bis 7 variert, Q
ausgewählt ist aus der Gruppe neutraler elektronendonierender
Verbindungen wie Wasser, Aminen, Alkoholen, Phosphinen und Ethern
und z sich von 0 bis 5 erstreckt und nichtstöchiometrische Werte
einschließt. Mindestens 21 Gesamtkoh lenstoffatome sollten
unter sämtlichen Organogruppen der Liganden vorliegen,
wie mindestens 25, mindestens 30 oder mindestens 35 Kohlenstoffatome.
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Die
Molybdänverbindungen können in einer Schmierölzusammensetzung
in einer Konzentration im Bereich von 0,1 bis 2 Massen-% vorliegen
oder mindestens 10 wie zum Beispiel 50 bis 2000 Massen-ppm an Molybdänatomen
liefern.
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Vorzugsweise
liegt das Molybdän der Molybdänverbindung in einer
Menge von 10 bis 1500, wie 20 bis 1000, vorzugsweise 30 bis 750
ppm bezogen auf das Gesamtgewicht der Schmierölzusammensetzung
vor. Für einige Anwendungen liegt das Molybdän
in einer Menge von mehr als 500 ppm vor.
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Detergentien
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Weitere
Detergentien, die in der Schmierölzusammensetzung abgesehen
von dem Salicylat-Detergenssystem vorliegen können, schließen
neutrale oder überbasische Metallsalze öllöslicher
Sulfonate, Phenolate, geschwefelter Phenolate, Thiophosphonate,
Naphthenate und weitere öllösliche Carboxylate
von Metall ein, insbesondere der Alkali- oder Erdalkalimetalle,
z. B. Natrium, Kalium, Lithium, Calcium und Magnesium. Die am häufigsten
gebrauchten Metalle sind Calcium und Magnesium, die beide in Detergentien
vorliegen können, die in Schmierstoff verwendet werden,
und Mischungen von Calcium und/oder Magnesium mit Natrium.
-
Dikohlenwasserstoffdithiophosphat-Metallsalze
-
Dikohlenwasserstoffdithiophosphat-Metallsalze
werden häufig als Antiverschleiß- und Antioxidationsmittel
eingesetzt. Das Metall kann Alkali- oder Erdalkalimetall sein oder
Aluminium, Blei, Zinn, Molybdän, Mangan, Nickel oder Kupfer.
Die Zinksalze werden in Schmierölen am häufigsten
in einer Menge von 0,1 bis 10, vorzugsweise 0,2 bis 2 Gew.-% eingesetzt,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Schmierölzusammensetzung. Sie
können gemäß bekannter Verfahren hergestellt
werden, indem zuerst Di kohlenwasserstoffdithiophosporsäure
(DDPA) gebildet wird, üblicherweise durch Umsetzung eines
oder mehrerer Alkohole oder eines Phenols mit P2S5, und anschließend die gebildete
DDPA mit Zinkverbindung neutralisiert wird. Zum Beispiel kann Dithiophosphorsäure
durch Umsetzen von Mischungen primärer und sekundärer
Alkohole hergestellt werden. Alternativ können mehrere
Dithiophosphorsäuren hergestellt werden, bei denen die
Kohlenwasserstoffgruppen an einer vollständig sekundären
Charakters sind und die Kohlenwasserstoffgruppen an den weiteren
vollständig primären Charakters sind. Um das Zinksalz
herzustellen, könnte eine beliebige basische oder neutrale Zinkverbindung
verwendet werden, allerdings werden die Oxide, Hydroxide und Carbonate
am häufigsten eingesetzt. Handelsübliche Additive
enthalten infolge der Verwendung eines Überschusses der
basischen Zinkverbindung in der Neutralisationsreaktion häufig
einen Überschuss an Zink.
-
Beispiele
aschefreier Antiverschleißmittel schließen 1,2,3-Triazole,
Benzotriazole, Thiadiazole, geschwefelte Fettsäureester
und Dithiocarbamatderivate ein.
-
Aschefreie Dispergiermittel
-
Aschefreie
Dispergiermittel halten ölunlösliche Materialien
in Suspension, die auf Oxidation des Öls während
Verschleiß oder Verbrennung zurückzuführen
sind. Sie sind besonders vorteilhaft zum Verhindern der Ablagerung
von Schlamm und der Bildung von Lack, insbesondere in Benzinmotoren.
Aschefreie Dispergiermittel umfassen ein öllösliches
polymeres Kohlenwasserstoffgrundgerüst, das ein oder mehrere
funktionelle Gruppen trägt, die dazu geeignet sind, sich
mit zu dispergierenden Partikeln zu verbinden. Typischerweise ist das
Polymergrundgerüst durch polare Amin-, Alkohol-, Amid-
oder Esteranteile funktionalisiert, häufig über eine
verbrückende Gruppe. Das aschefreie Dispergiermittel kann
zum Beispiel ausgewählt sein aus öllöslichen Salzen,
Estern, Aminoestern, Amiden, Imiden und Oxazolinen langkettiger
mit Kohlenwasserstoff substituierter Mono- und Dicarbonsäuren
oder deren Anhydride, Thiocarboxylatderivaten langkettiger Kohlenwasserstoffe, langkettigen aliphatischen
Kohlenwasserstoffen mit unmittelbar daran gebundenem Polyamin und
Mannich-Kondensationsprodukten, die durch Kondensieren langkettigen
substituierten Phenols mit Formaldehyd und Polyalkylenpolyamin gebildet
sind.
-
Das öllösliche
polymere Kohlenwasserstoffgrundgerüst dieser Dispergiermittel
ist typischerweise von Olefinpolymer oder -polyen abgeleitet, insbesondere
Polymeren, die eine größere molare Menge (d. h.
mehr als 50 Mol-%) an C2- bis C18-Olefin
(z. B. Ethylen, Propylen, Butylen, Isobutylen, Penten, 1-Octen,
Styrol) und typischerweise an C2- bis C5-Olefin umfassen. Das öllösliche
polymere Kohlenwasserstoffgrundgerüst kann ein Homopolymer
sein (z. B. Polypropylen oder Polyisobutylen) oder ein Copolymer
zweier oder mehrerer solcher Olefine (z. B. Copolymere von Ethylen
und alpha-Olefin wie Propylen oder Butylen oder Copolymere von zwei
verschiedenen alpha-Olefinen). Weitere Copolymere schließen
jene ein, in denen eine geringere molare Menge der Copolymer-Monomere,
zum Beispiel 1 bis 10 Mol-%, nichtkonjugiertes Dien ist, wie nichtkonjugiertes
C3- bis C22-Diolefin
(z. B. ein Copolymer von Isobutylen und Butadien oder ein Copolymer
von Ethylen, Propylen und 1,4-Hexadien oder 5-Ethyliden-2-Norbornen).
Bevorzugt sind Polyisobutenyl (Mn 400–2500, vorzugsweise
950–2200) Succhinimid-Dispergiermittel. Vorzugsweise enthalten
Hochleistungsdiesel(HDD)motor-Schmierölzusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung eine Menge an stickstoffhaltigen Dispergiermittel
von etwa 0,08 bis etwa 0,25 Massen-%, vorzugsweise von etwa 0,09
bis 0,18 Massen-%, bevorzugter von etwa 0,1 bis 0,15 Massen-% Stickstoff
in der Zusammensetzung.
-
Oxidationsschutzmittel
-
Oxidationsschutzmittel
oder Antioxidationsmittel erhöhen die Beständigkeit
der Zusammensetzung gegenüber Oxidation und können
wirksam werden, indem sie sich mit Peroxiden verbinden und diese
modifizieren, so dass diese harmlos gemacht werden, indem sie Peroxide
zersetzen oder indem sie einen Oxidationskatalysator desaktivieren.
Oxidative Zersetzung kann durch Schlamm in dem Schmierstoff, lackartige
Ablagerungen auf den Metalloberflächen und Viskositätszunahme
nachgewiesen werden.
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Sie
können in Radikalfänger (z. B. sterisch gehinderte
Phenole, sekundäre aromatische Amine und Organokupfersalze),
Hydroperoxidzersetzungsmittel (z. B. Organoschwefel- und Organophosphoradditive), und
Mehrzweckverbindungen (z. B. Zinkdikohlenwasserstoffdithiophosphate,
die auch als Antiverschleißadditive fungieren können,
und Organomolybdänverbindungen, die auch als Reibungsmodifizierungsmittel
und Antiverschleißadditive fungieren können) eingeteilt
werden.
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Beispiele
geeigneter Antioxidationsmittel sind ausgewählt aus kupferhaltigen
Antioxidationsmitteln, schwefelhaltigen Antioxidationsmitteln, aromatischen
aminhaltigen Antioxidationsmitteln, gehinderten phenolischen Antioxidationsmitteln,
Dithiophosphatderivaten, Metallthiocarbamaten, und molybdänhaltigen
Verbindungen. Die Menge eines beliebigen solchen öllöslichen
aromatischen aminhaltigen Antioxidationsmittels sollte vorzugsweise
0,4 Gew.-% aktiven Bestandteil nicht übersteigen.
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Viskositätsmodifizierungsmittel
-
Viskositätsmodifizierungsmittel
(VM) oder Viskositätsindexverbesserer verleihen Schmieröl
Funktionsfähigkeit bei hoher und tiefer Temperatur. Viskositätsmodifizierungsmittel,
die auch als Dispergiermittel fungieren, sind ebenfalls bekannt
und können wie oben für aschefreie Dispergiermittel
beschrieben hergestellt werden. Im Allgemeinen sind diese Dispergiermittel-Viskositätsmodifizierungsmittel
funktionalisierte Polymere (z. B. Mischpolymere von Ethylen-Propylen,
die mit aktivem Monomer wie Maleinsäureanhydrid nachgepfropft sind),
die anschließend zum Beispiel mit Alkohol oder Amin derivatisiert
werden.
-
Der
Schmierstoff kann mit oder ohne gebräuchliches Viskositätsmodifizierungsmittel
und mit oder ohne Dispergiermittel-Viskositätsmodifizierungsmittel
formuliert werden. Geeignete Verbindungen zur Verwendung als Viskositätsmodifizierungsmit tel
sind im Allgemeinen Kohlenwasserstoffpolymere hohen Molekulargewichts,
einschließlich Polyester. Öllösliche
viskositätsmodifizierende Polymere weisen im Allgemeinen
gewichtsgemittelte Molekulargewichte von 10 000 bis 1 000 000 auf,
vorzugsweise 20 000 bis 500 000, die mittels Gelpermeationschromatographie
oder Lichtstreuung bestimmt werden können.
-
Stockpunktsenkunsmittel
-
Stockpunktsenkungsmittel,
anderweitig als Schmierölfließverbesserer bekannt,
senken die Mindesttemperatur ab, bei der das Fluid fließt
oder gegossen werden kann. Solche Additive sind wohlbekannt. Typische
dieser Additive, die die Fließfähigkeit des Fluids
bei niedriger Temperatur verbessern, sind C8-
bis C18-Dialkylfumarat/Vinylacetat-Copolymere
und Polymethylmethacrylate.
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Rost- und Korrosionsschutzmittel
-
Rost-
und Korrosionsschutzmittel dienen dazu, Oberflächen gegen
Rost und/oder Korrosion zu schützen. Als Rostschutzmittel
können nichtionische Polyoxyalkylenpolyole und Ester davon,
Polyoxyalkylenphenole und anionische Alkylsulfonsäuren
genannt werden.
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Demulgierende Bestandteile
-
Eine
geringe Menge demulgierender Bestandteil kann verwendet werden.
Ein bevorzugter demulgierender Bestandteil ist in
EP 0 330 522 beschrieben. Er wird
durch Umsetzen von Alkylenoxid mit einem Addukt erhalten, das durch
Umsetzen von Bis-Epoxid mit mehrwertigem Alkohol erhalten wird.
Der Demulgator sollte bei einer Konzentration eingesetzt werden,
die 0,1 Massen-% aktiven Bestandteil nicht übersteigt.
Eine Einsatzkonzentration von 0,001 bis 0,05 Massen-% aktivem Bestandteil
ist zweckmäßig.
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Schaumkontrolle
-
Schaumkontrolle
kann durch viele Verbindungen bereitgestellt werden, einschließlich
Antischaummittel des Polysiloxantyps, zum Beispiel Silikonöl
oder Polydimethylsiloxan.
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Es
kann notwendig sein, ein Additiv einzuschließen, das die
Stabilität der Viskosität der Mischung aufrechterhält.
Demzufolge ist beobachtet worden, dass obwohl Additive, die polare
Gruppe(n) enthalten, im Stadium vor dem Mischen eine geeignet niedrige
Viskosität erreichen, einige Zusammensetzungen in der Viskosität
zunehmen, wenn sie für anhaltende Dauer gelagert werden.
Additive, die diese Viskositätszunahme wirksam steuern
können, schließen die durch Umsetzung mit Mono-
oder Dicarbonsäuren oder Anhydriden funktionalisierten
langkettigen Kohlenwasserstoffe ein, die wie vorstehend offenbart
bei der Herstellung der aschefreien Dispergiermittel verwendet werden.
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Es
ist nicht unüblich, einem Schmieröl Additiv oder
Additivkonzentrat in Verdünnungsmittel zuzugeben, so dass
lediglich ein Teil des zugegebenen Gewichts aktiven Bestandteil
darstellt. Zum Beispiel kann Dispergiermittel zusammen mit einer
gleichen Menge an Verdünnungsmittel zugegeben werden, wobei
in diesem Fall das ”Additiv” Dispergiermittel
mit 50 a. B. ist. Auf der anderen Seite werden Detergentien herkömmlich
in Verdünnungsmitteln gebildet, um eine vorgegebene TBN
bereitzustellen, und beziehen sich oftmals nicht auf eine a. B.
Basis. Wie hierin verwendet, bezieht sich der Begriff „Massenprozent” („Massen-%”),
wenn er auf ein Detergens angewendet wird, auf die Gesamtmenge an
Detergens und Verdünnungsmittel, sofern nicht anderweitig
angegeben, und wenn er auf alle weiteren Additive angewendet wird,
bezieht er sich auf das Gewicht an aktivem Bestandteil, sofern nicht
anderweitig angegeben.
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Die
einzelnen Additive können auf beliebige geeignete Weise
in Basismaterial eingearbeitet werden. Somit kann jedes der Bestandteile
dem Basismaterial oder der Basisölmischung unmit telbar
zugegeben werden, indem es bei dem gewünschten Konzentrationsniveau
in dem Basismaterial oder der Basisölmischung dispergiert
oder gelöst wird. Solches Mischen kann bei Raumtemperatur
oder bei einer erhöhten Temperatur erfolgen. Wenn Schmierzusammensetzungen
ein oder mehrere der oben genannten Additive enthalten, wird typischerweise
jedes Additiv in einer Menge in das Basisöl gemischt, die
es den Additven ermöglicht, ihre gewünschte Wirkung
zu entfalten. Typische Mengen solcher Additive, die in der Schmierölzusammensetzung verwendet
werden, sind unten aufgelistet. Sämtliche aufgelisteten
Werte sind als Massen-% aktiven Bestandteils angegeben.
| Additiv | Massen-%
(Breit) | Massen-%
(Bevorzugt) |
| Aschefreies
Dispergiermittel | 0,1–20 | 1–8 |
| Metalldetergentien | 0,1–6 | 0,2–4 |
| Korrosionsschutzmittel | 0–5 | 0–1,5 |
| Metalldikohlenwasserstoffdithiophospat | 0,1–6 | 0,1–4 |
| Antioxidationsmittel | 0–5 | 0,01–1,5 |
| Stockpunktsenkungsmittel | 0,01–5 | 0,01–1,5 |
| Antischaummittel | 0–5 | 0,001–0,15 |
| Zusätzliche
Antiverschleißmittel | 0–0,5 | 0–0,2 |
| Reibungsmodifizierungsmittel | 0–5 | 0–1,5 |
| Viskositätsmodifizierungsmittel | 0–6 | 0,01–4 |
| Basismaterial | Rest | Rest |
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Vorzugsweise
werden sämtliche der Additive außer dem Viskositätsmodifizierungsmittel
und dem Stockpunktsenkungsmittel zu einem Konzentrat oder Additivpaket
vermischt, hierin als das Additivpaket beschrieben, das anschließend
in Basismaterial gemischt wird, so dass der fertige Schmierstoff
hergestellt wird. Das Konzentrat wird typischerweise derart formuliert,
dass es das Additiv bzw. die Additive in geeigneten Mengen enthält,
um die gewünschte Konzentration in der Endformulierung
bereitzustellen, wenn das Konzentrat mit einer vorbestimmten Menge
an Basisschmierstoff kombiniert wird.
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Das
Konzentrat wird vorzugsweise gemäß der im
US-Patent Nr. 4 938 880 beschriebenen
Methode hergestellt. Dieses Patent beschreibt das Herstellen einer
Vormischung von aschefreiem Dispergiermittel und Metalldetergentien,
die bei einer Temperatur von mindestens etwa 100°C vorgemischt
werden. Danach wird die Vormischung auf mindestens 85°C
abgekühlt und die zusätzlichen Bestandteile werden
zugegeben.
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Kurbelgehäuse-Schmierölformulierung
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Eine
Kurbelgehäuse-Schmierölformulierung kann 2 bis
25 Massen-%, vorzugsweise 4 bis 20 Massen-% und am meisten bevorzugt
etwa 5 bis 18 Massen-% des Konzentrats oder Additivpakets verwenden, wobei
der Rest Basismaterial ist. Vorzugsweise beträgt die Flüchtigkeit
der Endkurbelgehäuse-Schmierölformulierung, wie
durch den Noack-Flüchtigkeitstest (ASTM D5880)
gemessen, weniger als oder gleich 15 Massen-%, vorzugsweise weniger
als oder gleich 13 Massen-%, bevorzugter weniger als oder gleich
12 Massen-%, am meisten bevorzugt weniger als oder gleich 10 Massen-%.
Vorzugsweise weisen Schmierölzusammensetzungen der vorliegenden
Erfindung (unter Verwendung von ASTM D4739) eine
TBN der Zusammensetzung von weniger als etwa 10,5 auf, wie zwischen
7,5 und 10,5, vorzugsweise weniger als oder gleich etwa 9,5, wie
etwa 8,0 bis etwa 9,5.
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Schiffszylinder-Schmierstoffe
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In
einer Schiffszylinder-Schmierölformulierung kann das Konzentrat
oder Additivpaket zu 10 bis 35 Massen-%, vorzugsweise 13 bis 30
Massen-% und am meisten bevorzugt etwa 16 bis 24 Massen-% eingesetzt
werden, wobei der Rest Basismaterial ist. Vorzugsweise weisen Schiffszylinder-Schmierölzusammensetzungen
(unter Verwendung von ASTM D2896) eine TBN der
Zusammensetzung von etwa 40 bis 100 auf, wie zwischen 50 und 90.
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Tauchkolbenmotoröle
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In
Tauchkolbenmotorölen kann das Konzentrat oder Additivpaket
zu 7 bis 35 Massen-%, vorzugsweise 10 bis 28 Massen-% und am meisten
bevorzugt etwa 12 bis 24 Massen-% eingesetzt werden, wobei der Rest Basismaterial
ist. Vorzugsweise weisen die Tauchkolbenmotoröle (unter
Verwendung von ASTM D2896) eine TBN der Zusammensetzung
von etwa 20 bis 60 auf, wie zwischen 25 und 55.
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Beispiele
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Die
vorliegende Erfindung wird durch die folgenden Beispiele veranschaulicht,
jedoch in keiner Weise beschränkt.
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Beispiel 1: Herstellung von ortho-C22-Alkylphenol
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Fe(acac)3 (Eisenacetylacetonat-Komplex, 0,228g) wurde
in einen 100 ml-Dreihalskolben eingewogen, dem 1-Bromdodocosan (5,0
g), N-Methylpyrrolidinon (5,26 ml) und anschließend THF
(6 ml) zugegeben wurden. Die resultierende Lösung wurde
auf 0°C abgekühlt und anschließend wurde
eine Lösung des Grignard-Reagens 2-Methoxyphenylmagnesiumbromid
(18,64 ml einer 1 M Lösung in THF) tropfenweise über zwei
Stunden unter Verwendung einer Spritzenpumpe zugegeben. Die Reaktion
wurde über Nacht in einem Eisbad rühren gelassen
und anschließend stufenweise auf Raumtemperatur erwärmt.
Der Inhalt des Reaktionskolbens wurde anschließend mit
Toluol gemischt und in einen Scheidetrichter gegossen. Dann wurde HCl-Lösung
(10 vol.-%ig) zugegeben, um das Toluol anzusäuern. Die
obere Toluolschicht wurde anschließend mit Wasser gewaschen,
das Toluol in einen Rundkolben filtriert und das Lösungsmittel
unter Verwendung eines Rotationsverdampfers abgezogen.
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HBr
(0,82 mol, 54 ml) wurde in einen 1 Liter-Dreihalskolben eingetragen,
der das in der vorherigen Stufe hergestellte Anisol (30 g) und Tributylhexadecylphosphoniumbromid
(9,65 g) enthielt. Die resultierende gerührte Suspension
wurde für 5 Stunden auf 135°C erhitzt. Die wässrige
Phase wurde mit Toluol ausgeschüttelt (2 × 100
ml), die vereinigten Toluolextrakte wurden mit Lauge gewaschen (150
ml), mit MgSO4 getrocknet und das Lösungsmittel
unter Vakuum entfernt, so dass brauner Feststoff gebildet wurde.
Der resultierende Rückstand wurde mittels Säulenchromatographie
(SiO2, Toluol) gereinigt, so dass die überschriftsgemäße
Verbindung als Feststoff erhalten wurde.
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Beipiel 2: Herstellung von ortho-C22-Alkylsalicylsäure
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2.1 Phenolatbildungsstufe
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Das
ortho-C22-Alkylphenol aus Beispiel 1 (33,78
g) wurde in einen 3 Liter-Dreihalssiedekolben eingewogen und Xylol
(1000 ml) unter Verwendung eines Messtrichters zugegeben. Der Kolben
wurde zur Destillation vorbereitet und Stickstoff wurde bei 400
ml·min–1 über
die Mischung geleitet. Anschließend wurde mit Rühren
mit etwa 300 U·min–1 (Umdrehungen
pro Minute) begonnen und die Mischung mit einem auf 100 °C
eingestellten Ölbad erhitzt. Wässrige Natriumhydroxidlösung
(50%ig, 7,4 ml) wurde in einen kleinen Druckausgleichs-Zugabetrichter
eingetragen und Vakuum angelegt und erhöht, bis das Xylol
gerade anfing, überzudestillieren. Das Natriumhydroxid
wurde dann tropfenweise zu der Xylol/Alkylphenol-Mischung zugegeben.
Etwa 250 ml der Xylol/Wasser-Mischung wurden unter Vakuum abdestilliert,
um sicherzustellen, dass sämtliches Wasser entfernt worden
war. Nach der Destillation wurde der Kolben auf etwa 80 °C
abkühlen gelassen.
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2.2 Carboxylierungsstufe
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Nach
dem Abkühlen wurde der Inhalt des Kolbens aus obiger Stufe
2.1 in einen 2 Liter-Autoklaven überführt. Eine
Gaskappe mit 1 bar Stickstoff-Überdruck wurde angelegt,
Rühren wurde begonnen und auf 550 U·min–1 erhöht und der Autoklav
wurde auf 138°C erhitzt. Als der Autoklav 138°C
erreichte, wurde CO2 zugegeben, der Druck
wurde auf etwa 19 bar Überdruck erhöht und bei
dieser Temperatur und diesem Druck für 4 Stunden gehalten.
Nach 4 Stunden wurde der Autoklav auf etwa 50°C abge kühlt.
Das Rühren wurde beendet und der Autoklav abgeschaltet
und über Nacht unter Druck gelassen. Am folgenden Tag wurde
der Druck in dem Autoklav auf 2 bar Überdruck reduziert
und die Mischung wurde in ein Metallbecherglas hinausgedrückt. Die
Mischung wurde in ein 3 Liter-Dreihalsreaktionsgefäß überführt.
Der Säurewert der Reaktionsmischung wurde mittels Titration
gemessen, um die NaOH-Beschickung für die zweite Phenolatbildung
zu bestimmen.
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2.3 Weitere Phenolatbildungsstufe
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Das
Produkt aus der Carboxylierungsstufe 2.2 resultierende (648,5 g)
wurde in einen 3 Liter-Dreihalssiedekolben eingebracht und die Phenolatbildungsstufe,
wie in obiger Stufe 2.1 ausführlich beschrieben, wiederholt,
wobei in dem kleinen Zugabetrichter mit Druckausgleich eine Beschickung
an wässriger Natriumhydroxidlösung (50%ig, 3,15
ml) verwendet wurde.
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2.4 Weitere Carboxylierungstufe und Ansäuerungsstufe
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Der
Inhalt des Kolbens aus der weiteren Phenolatbildungsstufe 2.3 wurde
in einen 2 Liter-Autoklaven überführt. Eine Gaskappe
mit 1 bar Stickstoff-Überdruck wurde angelegt, das Rühren
wurde begonnen und auf 550 U·min–1 erhöht
und der Autoklav wurde auf 138°C erhitzt. Als der Autoklav
138°C erreichte, wurde CO2 zugegeben,
der Druck wurde auf etwa 19 bar Überdruck erhöht
und bei dieser Temperatur und diesem Druck für 4 Stunden
gehalten. Nach der Carboxylierung wurde der Autoklav auf etwa 50 °C
abgekühlt. Das Rühren wurde beendet und der Autoklav
abgeschaltet und über Nacht unter Druck gelassen.
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Am
folgenden Tag wurde der Druck in dem Autoklav auf etwa 2 bar Überdruck
reduziert und der Inhalt wurde in ein Metallbecherglas hinausgedrückt
und in einen 3 Liter-Dreihalssiedekolben überführt,
der für Refluxieren vorbereitet war. Stickstoff wurde bei
200 ml·min–1 über
die Mischung geleitet, die Mischung wurde bei 300 U·min–1 gerührt und in einem Ölbad
bei 70°C erhitzt. Schwefelsäure (500 ml von 14 Vol.-%)
wurde der Mischung aus einem Tropftrichter zugegeben. Nach Zugabe
der Säure wurde die Mischung für 3 Stunden rühren gelassen.
Die Wärmezufuhr und das Rühren wurden dann abgeschaltet
und die Mischung wurde über Nacht stehen gelassen. Die
Mischung wurde anschließend unter Rühren auf 70°C
erhitzt. Nach 30 Minuten wurde die Mischung in einen Scheidetrichter überführt
und die Säureschicht wurde ausfließen gelassen
und verworfen.
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Die
Xylolschicht wurde in den Reaktionskolben zurückgegossen
und 250 ml deionisiertes Wasser wurden zugegeben. Die Mischung wurde
bei etwa 300 U·min–1 gerührt
und in einem Ölbad bei 70°C erhitzt. Die Mischung
wurde bei dieser Temperatur für 1 Stunde gerührt,
auf Raumtemperatur abgekühlt und 15 g Salz wurden zugegeben.
Die Trennung der Phasen war nach etwa 5 Minuten sichtbar. Das Rühren
wurde beendet und die Mischung in einen Scheidetrichter gegossen,
Lauge zugegeben und die Xylolschicht gesammelt. Die Xylolschicht
wurde in das Reaktionsgefäß zurückfließen
gelassen und auf die selbe Weise mit weiteren 250 ml deionisiertem
Wasser gewaschen. Dieses wurde durch Zugabe von Salz auf die gleiche
Weise abgetrennt. Nach der Trennung wurde die Xylolschicht ein drittes
Mal mit 250 ml deionisiertem Wasser auf die selbe Weise gewaschen
und über Nacht stehen gelassen. Die Schichten hatten sich
sauber getrennt und die Lauge wurde abfließen gelassen
und verworfen. Die Xylolschicht wurde über Magnesiumsulfat
getrocknet, die Mischung unter Schwerkraft durch einen Whatman Nr.
2 Filter filtriert, das Filtrat in einen birnenförmigen
2 Liter-Kolben überführt und das Lösungsmittel
unter Vakuum bei 125°C entfernt. Die Säurezahl
wurde zu 0,51 meq/g (Milliäquivalente pro Gramm) bestimmt
und das Produkt bestand im Wesentlichen aus primärer linearer
ortho-C22-Alkylsalicylsäure.
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Beispiel 3: Herstellung von schwach basischem
Calcium(ortho-C22-alkylsalicylat)
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Die
ortho-C22-Alkylsalicylsäure aus
Beispiel 2 wurde mit einer handelsüblichen Salicylsäure
(Infineum M7103, erhältlich von Infineum UK Limited) mit
niederem Alkyl (d. h. weniger als C20) auf
80:20 – Basis (mol:mol, Salicylsäure aus Beispiel
2:
handelsübliche Salicylsäure) gemischt.
Die Salicylsäuremischung (10,4 g) und Xylol (76,3 g) wurden
bei Raumtemperatur zusammengemischt. Calciumhydroxid (2,87 g) und
weiteres Xylol (100 g) wurden zugegeben, Stickstoff durch die Mischung
geleitet (60 ml·min–1)
und die resultierende Mischung in einem Ölbad erhitzt. Als
die Mischung eine Temperatur von 42,3°C erreichte, wurde
ein Beschleuniger (Methanol:Wasser (97%:3%), 20,46 ml) zugegeben
und die resultierende Mischung bei 40,6°C für
1 Stunde gerührt.
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Die
Mischung wurde dann in eine Zentrifuge überführt
und bei 1500 U·min–1 für
1 Stunde geschleudert. Die überstehende Flüssigkeit
wurde in einen Dreihalskolben überführt und Stickstoff
bei 60 ml·min–1 durch
die Mischung geleitet, wobei bei 400 U·min–1 gerührt
und auf 54,3°C erhitzt wurde. Anschließend wurde
Kohlendioxid bei 50 ml·min–1 für
1 Stunde durch die Mischung geleitet und der Stickstoff wie zuvor.
Die Mischung wurde für 30 Minuten bei 55°C erhitzt
und anschließend wie zuvor bei 1500 U·min–1 für 60 Minuten zentrifugiert.
Die Xylolphase wurde in einen birnenförmigen 0,5 Liter-Kolben
dekantiert, der 4,0 Gramm Gruppe I-Basisöl (XOMAPE150,
erhalten von ExxonMobil) enthielt, das Xylol und jegliches restliches
Methanol und Wasser wurden bei 125°C für 2 Stunden
abgezogen. Der Basizitätsindex (BI) der Zusammensetzung
wurde zu 1,26 gemessen.
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Beispiel 4: Herstellung von ortho-C16-Alkylphenol
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Die überschriftsgemäße
Verbindung wurde mittels des in Beispiel 1 beschriebenen Verfahrens
unter Verwendung von 2-Methoxyphenylmagnesiumbromid (26,2 ml), Fe(acac)3 (0,30 g), 1-Bromhexadecan (5,17 g), N-Methylpyrrolidinon
(2 ml) in Tetrahydrofuranlösung (20 ml) als Feststoff erhalten.
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Beispiel 5: Herstellung von ortho-C16-Alkylsalicylsäure
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Die überschriftsgemäße
Verbindung wurde mittels des in Beispiel 2 beschriebenen Verfahrens
unter Verwendung von ortho-C16-Alkylphenol
aus Beispiel 4 (79,6 g) und wässriger Natriumhydroxidlösung
(50%ig, 21,2 ml) in Stufe 2.1, des Produkts aus der Carboxylierungsstufe
(832,9 g) und wässriger Natriumhydroxidlösung
(50%ig, 9,79 ml) in Stufe 2.3 und konzentrierter Schwefelsäure
(300 ml, 14 vol.-%ig) in Stufe 2.4 hergestellt. Die Säurezahl
nach der Carboxylierung des zweiten Durchgangs wurde zu 0,51 meq/g
bestimmt und das Produkt bestand im Wesentlichen aus primärer
linearer ortho-C16-Alkylsalicylsäure.
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Beispiel 6: Herstellung von schwach basischem
Calcium(ortho-C16-alkylsalicylat)
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Die überschriftsgemäße
Zusammensetzung wurde mittels des in Beispiel 3 beschriebenen Verfahrens unter
Verwendung von ortho-C16-Alkylsalicylsäure
aus Beispiel 5 (5,50 g):
handelsüblicher Salicylsäure
(1,44 g, Infineum M7103, erhältlich von Infineum UK Limited)
mit niederem Alkyl (d. h. weniger als C20)
auf 80:20 – Basis (mol:mol), Xylol (197,52 g), Calciumhydroxid
(2,50 g), Beschleuniger mit Methanol:Wasser (97%:3%, 22,90 ml),
Kohlendioxid (3 l) und Gruppe I-Basismaterial (XOMAPE150, ExxonMobil,
4,0 g) hergestellt. Der Basizitätsindex der Zusammensetzung
wurde zu 1,26 gemessen.
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Beispiel 7: Herstellung von C20-
bis C24-Alkylphenol
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Eine
Mischung linearer C20-, C22-
und C24-α-Olefine (1302 g, Gulftene,
erhältlich von Chevron) wurde bei 55°C zu einer
Schmelze von Phenol (1753,3 g) in einem Dreihalskolben gegeben,
der mit einem Kühler ausgestattet war. Die Mischung wurde
unter Rühren für 45 Minuten bei 125°C
erhitzt, auf Raumtemperatur abgekühlt und Katalysator K5
(1,2%, 36,6 g, Süd-Chemie) langsam zu der Reaktionsmischung
gegeben. An die Reaktionsmischung wurde ein Druck von 0,45 bar angelegt
und die Mischung, nachdem die anfängliche Exotherme nachgelassen
hatte, auf 190°C erhitzt. Das Erhitzen wurde für
5 Stunden fortgeführt, die Mischung auf 175°C
abgekühlt, drucklos gemacht und bei Raumtemperatur über
Nacht stehen gelassen.
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Gaschromatographie
(8% Probe in Toluol) zeigte an, dass die Reaktion mit lediglich
einer vernachlässigbaren Menge an restlichem α-Olefin
vollständig verlaufen war. Kieselgur (73,4 g, 2,4 Gew.-%)
wurde der Mischung unter Rühren zugegeben und die resultierende
Mischung auf 100°C erhitzt. Das heiße Produkt
wurde durch einen auf 80°C erhitzten Hochdruckbombenfilter
filtriert und das Filtrat in einem 4 Liter-Kolben gesammelt. Die überschriftsgemäße
Verbindung wurde durch Destillation des Filtrats unter Vakuum bei
einer Temperatur von 75°C bis 150 °C als Flüssigkeit
(1598 g) erhalten.
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Beispiel 8: Herstellung von C20-
bis C24-Alkylsalicylsäure
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Die überschriftsgemäße
Verbindung wurde mittels des in Beispiel 2 beschriebenen Verfahrens
unter Verwendung von C20- bis C24-Alkylphenol
aus Beispiel 7 (300 g) und wässriger Natriumhydroxidlösung
(50%ig, 61,4 ml) in Stufe 2.1, des Produkts aus der Carboxylierungsstufe
(600 g) und wässriger Natriumhydroxidlösung (50%ig,
25 ml) in Stufe 2.3 und konzentrierter Schwefelsäure (114
g, 14 vol.-%ig) in Stufe 2.4 hergestellt. Die Säurezahl
des Endprodukts wurde zu 0,75 meq/g bestimmt. Die C20-
bis C24-Alkylsalicylsäure bestand
im Wesentlichen (d. h. zu mehr als 90 Mol-%) aus monosubstituierter
C20- bis C24-Alkylsalicylsäure,
die eine Mischung aus 56 Mol-% Salicylsäure, die in der
ortho-Position mit C20- bis C24-Alkyl
monosubstituiert ist, und 44 Mol-% Salicylsäure, die in
der para-Position mit C20- bis C24-Alkyl monostubstituiert ist, umfasst.
Das Molverhältnis der jeweiligen C20-:C22-:C24-Alkylsalicylsäuren
in der C20- bis C24-Alkylsalicylsäure
betrug 2:2:1, mittels Gaschromatographie bestimmt.
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Beispiel 9: Herstellung von schwach basischem
Calcium(C20- bis C24-alkylsalicylat)
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Die
C20- bis C24-Alkylsalicylsäure
aus Beispiel 8 wurde in einen geradflankigen mit 2 Kondensationsflächen
ausgestatteten 2 Liter-Kolben eingebracht, dem Calciumhydroxid (20
g) und Xylol (138 g) zugegeben wurden. Die Mischung wurde auf 40°C
er hitzt, anschließend wurden 38,22 g Beschleuniger (3 Vol.-%
Wasser in Methanol) zugegeben und die Temperatur wurde unter Stickstoff
für eine Stunde bei 40°C gehalten. Der Inhalt
des Reaktionsgefäßes wurde anschließend
bei 1500 U·min–1 für
eine Stunde zentrifugiert und die überstehende Flüssigkeit
dann wieder in einen sauberen geradflankigen mit 2 Kondensationsflächen
ausgerüsteten 2 Liter-Kolben gegeben.
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Die
Mischung wurde auf 55°C erhitzt und anschließend
wurde die Carbonatisierung bei 190 ml·min–1 begonnen.
Die ersten Anzeichen langsamen Durchbruchs wurden nach 5 Minuten
beobachtet. Die CO2-Zugabe war nach 1 Stunde
vollständig, wobei der Durchbruch mit der gleichen Geschwindigkeit
wie die Zugabe erfolgte. Die Recktanten wurden vor der Überführung
des Inhalts in die Zentrifuge für 30 Minuten bei 55°C
gehalten.
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Die
Mischung wurde für 1 Stunde bei 1500 U·min–1 zentrifugiert. Die dünne
oberste Schicht aus Methanol und Wasser wurde entfernt und anschließend
wurde die Xylol/Salicylat-Schicht vorsichtig von der Bodensatz/Kalk-Schicht
dekantiert. Vor dem Abziehen des Xylols unter Vakuum bei 125°C
wurde Gruppe I-Basisöl (XOMAPE150, ExxonMobil, 50 ml) zugegeben.
Der Basizitätsindex wurde zu 1,39 und der Calciumgehalt zu
3,23% bestimmt.
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Beispiel 10: Herstellung von C14- bis C18-Alkylsalicylsäure
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Die überschriftsgemäße
Verbindung wurde mittels des in Beispiel 2 beschriebenen Verfahrens,
jedoch nicht einschließlich der weiteren Phenolatbildungsstufe
und der weiteren Carboxylierungsstufe, unter Verwendung einer Mischung
von C14-, C16- und
C18-Alkylphenol (500 g, IDN 2294, Infineum
UK Ltd) und wässriger Kaliumhydroxidlösung (50%ig,
194 ml) in Stufe 2.1 und konzentrierter Schwefelsäure (187
g, 14 vol.-%ig) in dem Ansäuerungsschritt von Stufe 2.4
hergestellt. Die Säurezahl wurde zu 1,3 meq/g gemessen.
Die C14- bis C18-Alkylsalicylsäure
bestand im Wesentlichen (d. h. zu mehr als 90 Mol-%) aus Salicylsäure,
die an Position 3 oder 5 mit C14- bis C18-Alkyl monosubstituiert ist.
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Beispiel 11: Herstellung von schwach basischem
Calcium(C14- bis C18-alkylsalicylat)
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Die überschriftsgemäße
Zusammensetzung wurde mittels des in Beispiel 9 beschriebenen Verfahrens unter
Verwendung von C14- bis C18-Alkylsalicylsäure
aus Beispiel 10 (67 g), Xylol (134 g) Calciumhydroxid (11,75 g),
Beschleuniger (22,37 g, 3 Vol.-% in Methanol) und Gruppe I-Basisöl
(40 g, XOMAPE150) hergestellt. Der Basizitätsindex wurde
zu 1,42 und der Calciumgehalt zu 3,22% bestimmt.
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Reflektionsmethode mit fokussiertem Strahl
(FBRM)
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Die
Metallsalicylat-Detergentien wurden mittels Laserlichtstreuung gemäß der
FBRM-Technologie (engl.: „Focused Beam Reflectance Method
technology”) auf ihre Asphaltendispergierfähigkeit
hin untersucht. Die FBRM-Technologie sagt Asphaltenagglomeration
und somit Bildung von schwarzem Schlamm vorher. Das FBRM-Testverfahren
wurde auf dem in Tokio vom 24.–28. Oktober 2005 stattgefundenen „7th International Symposium an Marine Engineering” offenbart
und wurde in den Tagungsberichten in „The Benefits of Salicylate in
TPEO Applications with a Variety of Base Stocks” veröffentlicht.
Weitere Details wurden auf dem in Wien vom 21.–24. Mai
2007 stattgefundenen „CIMAC Congress” offenbart
und in den Tagungsberichten in „Meeting the Challenge of
New Base Fluids for the Lubrication of Medium Speed Marine Engines – An
Additive Approach” veröffentlicht. In letzterer
Veröffentlichung ist offenbart, dass es unter Verwendung
des FBRM-Verfahrens möglich ist, quantitative Ergebnisse
zur Asphaltendispergierfähigkeit zu erhalten, die das Leistungsvermögen
für Schmiersysteme vorhersagen, die sowohl auf Gruppe I-Basismaterialien
als auch auf Gruppe II-Basismaterialien beruhen. Die mittels FBRM
erhaltenen Vorhersagen relativen Leistungsvermögens wurden durch
Motoruntersuchungen in Schiffsdieselmotoren bestätigt.
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Die
FBRM-Sonde enthält Glasfaserkabel, durch die Laserlicht
wandert, bis es die Sondenspitze erreicht. An der Spitze fokussiert
ein optisches Instrument das Laserlicht zu einem schmalen Lichtfleck.
Das optische Instrument wird gedreht, so dass der fokussierte Strahl
zwischen dem Fenster der Sonde und der Probe eine kreisrunde Bahn
rastert. Wenn Partikel an dem Fenster vorbei strömen, kreuzen
sie die Rasterbahn, wodurch Licht von den einzelnen Partikeln rückwärts
gestreut wird.
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Der
Rasterlaserstrahl wandert viel schneller als die Partikel; dies
bedeutet, dass die Partikel gewissermaßen stationär
sind. Während der fokussierte Strahl einen Rand des Partikels
erreicht, nimmt die Menge an rückwärts gestreutem
Licht zu; die Menge nimmt ab, wenn der fokussierte Strahl den anderen
Rand des Partikels erreicht.
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Das
Gerät misst die Zeit der erhöhten Rückstreuung.
Die Zeitdauer der Rückstreuung von einem Partikel wird
mit der Rastergeschwindigkeit multipliziert und das Ergebnis ist
ein Abstand oder eine Sehnenlänge. Eine Sehnenlänge
ist eine gerade Linie zwischen zwei beliebigen Punkten an dem Rand
eines Partikels. Dies wird als Sehnenlängenverteilung dargestellt,
einem Diagramm der Anzahl an Sehnenlängen (Partikel) gemessen
als Funktion der Sehnenlängendimensionen in Mikrometern.
Da die Messungen in Echtzeit durchgeführt werden, können
die Statistiken einer Verteilung kalkuliert und verfolgt werden.
FBRM misst typischer Weise Zehntausende von Sehnen pro Sekunde,
wodurch sich eine stabile Verteilung der Anzahl gegenüber
den Sehnenlängen ergibt. Das Verfahren liefert ein absolutes
Maß der Partikelgrößenverteilung der
Asphaltenpartikel.
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Die
FBRM-Sonde, Typ Lasentec D600L, wurde von Mettler Toledo, Leicester,
UK bereitgestellt. Das Gerät wurde in einer Ausführung
verwendet, die eine Partikelgrößenauflösung
von 1 μm bis 1 mm liefert. Messwerte aus FBRM können
auf verschiedene Weise dargestellt werden. Studien haben darauf
hingedeutet, dass die durchschnittlichen Zählimpulse pro
Sekunde als quantitative Bestimmung der Asphaltendispergierfähigkeit verwendet
werden können. Dieser Wert ist sowohl eine Funktion der
durchschnittlichen Größe als auch der Konzentration
von Agglomerat. In dieser Anmeldung wurde die durchschnittliche
Zählrate (über den gesamten Größenbereich)
unter Verwendung einer Messzeit von einer Sekunde pro Probe überwacht.
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Die
Metallsalicylat-Detergentien (10 Gew.-%) und Chevron 600 RLOP Gruppe
II-Basismaterial wurden für 15 Minuten unter Erhitzen auf
60°C und Rühren bei 400 U·min
–1 zusammengemischt; als die Temperatur 60°C
erreichte, wurde die FBRM-Sonde in die Probe eingebracht und es
wurden für 15 Minuten Messungen durchgeführt.
Ein Aliquot von schwerem Heizöl (10 Gew.-%) wurde unter
Rühren unter Verwendung eines Vierblattrührers
(bei 400 U·min
–1) in die
Schmierstoffformulierung eingebracht. Ein Wert für die
durchschnittlichen Zählimpulse pro Sekunde wurde genommen,
als die Zählrate einen Gleichgewichtswert erreicht hatte
(typischerweise nach 1 Stunde). FBRM-Untersuchungsergebnisse
| Beispiel | Basismaterial | Partikelzählimpulse
pro s |
| Vergleich
A (ausschließlich Basismaterial) | Chevron
600 RLOP | 3345 |
| Beispiel
3 (ortho-C22-Alkylsalicylat) | Chevron
600 RLOP | 65 |
| Beispiel
6 (ortho-C15-Alkylsalicylat) | Chevron
600 RLOP | 297 |
| Beispiel
9 (C20- bis C24-Alkylsalicylate) | Chevron
600 RLOP | 158 |
| Beispiel
11 (C14- bis C18-Alkylsalicylate) | Chevron
600 RLOP | 345 |
-
Wie
aus der obigen Tabelle ersichtlich, weist das Calcium(ortho-C22-alkylsalicylat) aus Beispiel 3 überraschenderweise
niedrigere durchschnittliche Zählimpulse pro Sekunde auf
als das Calcium(ortho-C16-alkylsalicylat)
aus Beispiel 6. Darüber hinaus weisen die Calcium(C20- bis C24-alkylsalicylate)
aus Beispiel 9 überraschenderweise niedrigere durchschnittliche
Zählimpulse pro Sekunde auf als die Calcium (C16-
bis C18-alkylsalicylate) aus Beispiel 11.
Der Wert der durchschnittlichen Zählimpulse ist eine Funktion
sowohl der durchschnittlichen Größe als auch der
Konzentration von Agglomerat. Entsprechend ist das Calcium(ortho-C22-alkylsalicylat) beim Dispergieren von
Asphaltenen in Gruppe II-Basismaterial mehr als vier mal so wirksam
wie das Calcium(ortho-C16-alkylsalicylat).
Die Calcium (C20- bis C24-alkylsalicylate)
sind beim Dispergieren von Asphaltenen mindestens zwei mal wirksamer
als die Calcium (C16- bis C18-alkylsalicylate).
Deshalb verbessert die Verwendung von Calcium(ortho-C22-alkylsalicylat)
und Calcium(C20- bis C24-alkylsalicylat)
die Asphaltendispergierfähigkeit.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
-
- - WO 96/26995 [0004]
- - WO 96/26996 [0004]
- - US 2007/0027057 [0060]
- - EP 0330522 [0092]
- - US 4938880 [0098]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - ASTM D2896 [0011]
- - „Engine Oil Licensing and Certification System”,
Industry Services Department, Fourteenth Edition, December 1996,
Addendum 1, December 1998 des American Petroleum Institute (API) [0019]
- - ASTM D 2007 [0019]
- - ASTM D 2270 [0019]
- - ASTM D 2622 [0019]
- - ASTM D 4294 [0019]
- - ASTM D 4927 [0019]
- - ASTM D 3120 [0019]
- - ASTM D5880 [0027]
- - ASTM-Standard D2896 [0054]
- - ASTM D5880 [0099]
- - ASTM D4739 [0099]
- - ASTM D2896 [0100]
- - ASTM D2896 [0101]