DE4332760A1 - Verfahren zum Betreiben einer Niederdruckmetallgießvorrichtung und Niederdruckmetallgießvorrichtung dafür - Google Patents
Verfahren zum Betreiben einer Niederdruckmetallgießvorrichtung und Niederdruckmetallgießvorrichtung dafürInfo
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- Mechanical Engineering (AREA)
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer
Niederdruckmetallgießvorrichtung, gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1. Weiterhin betrifft die Erfindung
eine Niederdruckmetallgießvorrichtung, mit der das Ver
fahren durchgeführt werden kann.
Aus der Praxis des Niederdruckmetallgießens sind sowohl
Verfahren als auch Vorrichtungen der genannten Art be
kannt. Aufgrund des getakteten Betriebes kommt es bei je
dem Absenken des Schmelzespiegels im Steigrohr zu einem
Eindringen von Luft und damit Luftsauerstoff in das Inne
re des oberen Teils des Steigrohres. Dies führt dazu,
daß noch an der Innenwandung des Steigrohres anhaftendes
heißes Metall mit dem Luftsauerstoff oxidiert und daß
sich Oxidablagerungen an der Innenwand des Steigrohres
bilden. Die Dicke dieser Oxidablagerungen nimmt bei je
dem Takt zu und führt schließlich zu einer merklichen
Verengung des Querschnittes des Steigrohres. Um den ur
sprünglichen Querschnitt des Steigrohres wieder herzu
stellen, werden die Oxidablagerungen mittels mechani
scher Hilfsmittel von der inneren Oberfläche des Steig
rohres entfernt. Ein üblicherweise hierfür verwendetes
mechanisches Hilfsmittel ist beispielsweise eine Stange,
deren Durchmesser geringfügig kleiner ist als der freie
Durchmesser des Steigrohres, wobei diese Stange von oben
her in das Steigrohr gestoßen wird und die Oxidablagerun
gen hierdurch von der inneren Oberfläche des Steigrohres
gelöst werden. Die gelösten Oxidablagerungen fallen dann
nach unten durch das Steigrohr in das Innere des Schmelz
ofens und in die darin befindliche Schmelze.
Nachteilig ist bei diesem bekannten Stand der Technik,
daß einerseits das mechanische Entfernen der Oxidablage
rungen von der inneren Oberfläche des Steigrohres einen
hohen manuellen Arbeitsaufwand erfordert und daß anderer
seits die in die Schmelze gelangenden abgestoßenen Oxid
ablagerungen zu einer Verunreinigung der Schmelze und da
durch zu Fehlstellen, z. B. Lunkern, in den aus der
Schmelze hergestellten Werkstücken führen.
Es stellt sich daher die Aufgabe, ein Verfahren zum Be
treiben einer Niederdruckmetallgießvorrichtung sowie ei
ne Niederdruckmetallgießvorrichtung dafür anzugeben, bei
denen die beschriebenen Nachteile vermieden werden und
die insbesondere bei vermindertem Arbeitsaufwand eine
Verunreinigung der Schmelze vermeiden und eine hohe
Qualität der erzeugten Werkstücke gewährleisten.
Die Lösung dieser Aufgabe gelingt zum einen durch ein
Verfahren zum Betreiben einer Niederdruckmetallgießvor
richtung der eingangs genannten Art mit den kennzeichnen
den Merkmalen des Patentanspruches 1 und zum anderen
durch eine Niederdruckmetallgießvorrichtung gemäß dem Pa
tentanspruch 7.
Das erfindungsgemäße Verfahren gemäß dem Patentanspruch
1 bietet den Vorteil, daß es im oberen Teil des Steig
rohres beim Absinken des Metallschmelzespiegels prak
tisch nicht mehr zu einer Oxidbildung kommt. Dies wird
dadurch erreicht, daß vor dem Auftreten von Oxidations
reaktionen zwischen dem an der inneren Oberfläche des
Steigrohres anhaftenden, noch flüssigen Metall und dem
beim Absinken des Schmelzespiegels im Steigrohr in des
sen oberen Teil eindringenden Luftsauerstoff letzterer
entweder gebunden oder verdrängt wird. Somit wird die
Bildung von Ablagerungen an der inneren Oberfläche des
Steigrohres vermieden und das Steigrohr behält auch bei
langer Betriebs zeit seinen vorgesehenen freien Innen
durchmesser. Dadurch werden Stillstandszeiten verringert
und Gußteile mit verbesserter Qualität erzeugt, so daß
insgesamt eine verbesserte Produktivität erzielt wird.
Die gegebenenfalls verbleibenden festen Produkte aus
der Reaktion zwischen dem zugeförderten Mittel und dem
Luftsauerstoff sind so leicht, daß sie auf der Schmelze
im Steigrohr schwimmen und beim nächsten Gießvorgang
nach oben gefördert und durch eine Entlüftungsöffnung
der Formkokille schadlos ausgestoßen werden können. Eine
Beeinträchtigung der Produktqualität wird damit sicher
vermieden.
Hinsichtlich des Mittels zur Bindung oder Verdrängung
des Luftsauerstoffes schlägt die vorliegende Erfindung
verschiedene vorteilhafte Ausführungen vor, die in den
Ansprüchen 2 bis 4 angegeben sind. Als bei Kontakt mit
dem Luftsauerstoff oxidierendes Pulver kann beispielswei
se Graphit- oder Aluminiumpulver verwendet werden. Weite
re gas- oder pulverförmige Stoffe sind dem Fachmann be
kannt und stehen zur Verfügung. Als gasförmiges Mittel
kann beispielsweise Stickstoff oder ein Edelgas, wie He
lium oder Argon, verwendet werden. Auch hier stehen dem
Fachmann weitere Mittel zur Auswahl zur Verfügung.
Weiterhin schlägt die Erfindung vor, daß das Mittel in
zeitlicher Abhängigkeit von dem im Inneren des Schmelz
ofens herrschenden Druck in das Steigrohr gefördert
wird. Der Druck im Inneren des Schmelzofens ist meßtech
nisch wesentlich leichter erfaßbar als der Stand des
Schmelzespiegels im Steigrohr, wobei aber ein direkter
Zusammenhang zwischen dem Druck und dem Stand des Schmel
zespiegels besteht, so daß die Verwendung des Druckes
als Parameter für die Wahl des Zeitpunktes der Zuförde
rung des Mittels hinreichend genau ist.
Weiter wird vorgeschlagen, daß das Mittel in Abhängig
keit von dem durch das Absenken der Schmelze im Steig
rohr frei werdenden Volumen dosiert und zugefördert
wird. Hierdurch wird insbesondere sichergestellt, daß es
keine verbleibenden Restmengen von Luftsauerstoff im obe
ren Teil des Steigrohres gibt, auch wenn dieses einen re
lativ großen Durchmesser aufweist oder der Schmelzespie
gel um beträchtliche Höhendifferenzen auf- und abwärts
bewegt wird.
Die erfindungsgemäße Niederdruckmetallgießvorrichtung
gemäß dem Patentanspruch 7 bietet auf technisch einfache
Art und Weise die Möglichkeit, das zuvor erläuterte Ver
fahren betriebssicher und mit geringem technischen Auf
wand durchführen zu können.
In weiterer Ausgestaltung der Vorrichtung ist vorgese
hen, daß der Zweigkanal durch ein hitzebeständiges Me
tall- oder Keramikrohr gebildet ist, das von der Seite
her in das Steigrohr einmündet. Das Einmünden des Steig
rohres kann dabei in Radialrichtung oder in einer zur Ra
dialrichtung geneigten Richtung bis hin zu einer tangen
tialen Einmündungsrichtung erfolgen, wobei in der Praxis
diejenige Anordnung zu wählen ist, die für die beste
Verteilung des zugeförderten Mittels im oberen Teil des
Steigrohres sorgt.
Weiter ist vorgesehen, daß über den Umfang des Steigroh
res verteilt mehrere Zweigkanäle vorgesehen sind. Durch
diese Ausgestaltung kann die Verteilung des zugeförder
ten Mittels im Inneren des Steigrohres verbessert wer
den.
Eine weitere Ausgestaltung der Vorrichtung ist dadurch
gekennzeichnet, daß mehrere Zweigkanäle übereinander
vorgesehen sind. Auch hierdurch kann eine verbesserte
Verteilung des Mittels im Inneren des Steigrohres er
zielt werden, wobei zusätzlich vorgesehen werden kann,
daß die übereinander angeordneten Zweigkanäle zu unter
schiedlichen Zeitpunkten, bevorzugt zuerst oben und dann
nachfolgend nach unten hin, mit dem Mittel beschickt wer
den, entsprechend dem Absinken des Schmelzespiegels im
Steigrohr.
Um ein Erstarren von Schmelze in den Zweigkanälen zu ver
hindern, ist vorgesehen, daß an den Zweigkanälen Heizein
richtungen angeordnet sind. Vorzugsweise sind die Heiz
einrichtungen so ausgeführt, daß sie ein- und ausschalt
bar sind, um bei Beschickung der Formkokille einen Ver
schluß der Zweigkanäle durch Erstarren von Schmelze bei
ausgeschalteten Heizeinrichtungen und beim Absinken des
Schmelzespiegels im Steigrohr eine Freigabe der Zweigka
näle bei eingeschalteten Heizeinrichtungen zu erreichen.
Alternativ kann in den Zweigkanälen auch durch Überwa
chung und Steuerung eines Gasdruckes erreicht werden,
daß keine Schmelze beim Befüllen der Formkokille seit
wärts in die Zweigkanäle gelangt.
Weiterhin sieht die Erfindung vor, daß dem Zweigkanal/
den Zweigkanälen mindestens eine Zufördereinrichtung mit
wenigstens einem Vorratsbehälter und einer Dosiereinrich
tung für das fluide Mittel zugeordnet ist.
Um einen automatisierten Betrieb zu ermöglichen, wird
vorgeschlagen, daß die Zufördereinrichtung und/oder die
Dosiereinrichtung durch eine übergeordnete Steuereinrich
tung steuerbar ist. Hierfür kann entweder eine ohnehin
für den Betrieb der Niederdruckmetallgießvorrichtung
schon vorhandene oder auch eine eigens für den Betrieb
der Zufördereinrichtung und/oder der Dosiereinrichtung
installierte Steuereinrichtung verwendet werden.
Um einen Parameter für eine zeitlich passend abgestimmte
Zuförderung des Mittels zur Verfügung zu stellen, ist
vorgesehen, daß die Steuereinrichtung mit Mitteln zur Er
fassung des Druckes im Inneren des Schmelzofens verbun
den ist.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden
anhand einer Zeichnung erläutert. Die Figuren der Zeich
nung zeigen:
Fig. 1 eine Niederdruckmetallgießvorrichtung in schema
tischer Darstellung, teilweise im Vertikal
schnitt,
Fig. 2 einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäß Fig.
1 entlang der Linie II-II,
Fig. 3 eine zweite Ausführung der Vorrichtung in einer
Darstellung entsprechend der Fig. 2 und
Fig. 4 eine dritte Ausführung der Vorrichtung, eben
falls in einer Darstellung entsprechend der
Fig. 2.
Wie die Fig. 1 der Zeichnung zeigt, besteht das hier
dargestellte Ausführungsbeispiel der Niederdruckmetall
gießvorrichtung 1 aus einem geschlossenen Schmelzofen
10, der hier nur ausschnittsweise dargestellt ist, und
einem aus dem Ofen 10 nach oben herausgeführten Steig
rohr 3. Im Inneren 12 des Schmelzofens 10 wird eine Me
tallschmelze 2, z. B. Messing oder Kupfer, vorgehalten.
Durch hier nicht dargestellte Mittel kann der Druck im
Inneren 12 des geschlossenen Schmelzofens 10 gezielt er
höht und abgesenkt werden. Da das Steigrohr 3 mit seinem
unteren Teil 33 in die Schmelze 2 eintaucht, kann so ein
gezieltes Ansteigen und Absenken des Schmelzespiegels 20
im Inneren 30 des Steigrohres 3 bewirkt werden. An das
obere Ende 31 des Steigrohres 3 ist im gezeigten Ausfüh
rungsbeispiel eine Formkokille 5 mittels einer steigrohr
seitigen Ansatzfläche 35 und einer kokillenseitigen An
satzfläche 53 dichtend angesetzt. Durch entsprechende
Steigerung des Druckes im Inneren des Schmelzofens 10
wird die Schmelze 2 durch das Steigrohr 3 soweit nach
oben gedrückt, bis der Hohlraum 50 der Formkokille 5
durch deren Einfüllöffnung 54 vollständig gefüllt ist.
Durch eine Entlüftungsöffnung 55 am höchsten Punkt der
Formkokille 5 kann die durch die Schmelze aus dem Hohl
raum 50 verdrängte Luft entweichen. Sobald die Formkokil
le 5 gefüllt ist, wird die darin befindliche Schmelze ab
gekühlt und erstarrt. Daraufhin wird durch Verminderung
des Druckes im Schmelzofen 10 der Schmelzespiegel 20 um
einen gewissen Höhenbetrag abgesenkt und die Formkokille
5 wird von dem Steigrohr 3 entfernt. Zu diesem Zeitpunkt
kommt es zu einer Verbindung des Inneren 30 des oberen
Teils 31 des Steigrohres 3 mit der Atmosphäre, so daß
Luftsauerstoff in das Innere 30 des oberen Teils 31 des
Steigrohres 3 gelangen kann. Bei herkömmlichen Vorrich
tungen bilden sich hierdurch an der inneren Oberfläche
30′ des Steigrohres 3 Oxidablagerungen infolge der Reak
tion der an der inneren Oberfläche 30′ des Steigrohres 3
anhaftenden Metallschmelze mit dem Luftsauerstoff.
Zur Vermeidung dieser Entstehung von Oxidablagerungen
weist die Vorrichtung 1 gemäß Fig. 1 am oberen Endbe
reich 31 des Steigrohres 3 einen Zweigkanal 4 auf. Die
ser Zweigkanal 4 ist hier durch ein hitzebeständiges
Keramikrohr 40 gebildet, welches in radialer Richtung in
das Steigrohr 3 einmündet. Durch diesen Zweigkanal 4
kann ein Mittel 44′, 43′ in das Innere 30 des oberen
Teils 31 des Steigrohres 3 gefördert werden, wobei das
Mittel ein bei Kontakt mit dem Luftsauerstoff oxidieren
des Gas und/oder Pulver und/oder ein inertes Gas sein
kann. Die Vorrichtung gemäß Fig. 1 ist sowohl mit einem
Vorratsbehälter 43 für ein pulverförmiges Mittel 43′ als
auch einem Gasbehälter 44 für ein gasförmiges Mittel 44′
ausgeführt. Von beiden Vorratsbehältern 43, 44 führt je
eine Leitung zu einer Dosiereinrichtung 42, die Teil ei
ner Steuereinrichtung 41 ist. Mittels dieser Dosierein
richtung wird das Mittel in der gewünschten Menge und Zu
sammensetzung und zum gewünschten Zeitpunkt, nämlich bei
absinkendem oder abgesenktem Schmelzespiegel 20 im Steig
rohr 3 in dessen Inneres 30 gefördert. Fördereinrichtun
gen zur taktweisen Förderung von Pulvern oder Gasen oder
Gemischen daraus sind bekannt und müssen daher an dieser
Stelle nicht näher beschrieben werden.
Schließlich zeigt die Fig. 1 der Zeichnung noch einen
Drucksensor 45, der durch die Ofendecke des Schmelzofens
10 in das Ofeninnere 12 geführt ist und der mit einer
Signalleitung mit der Steuereinrichtung 41 verbunden
ist. Mittels dieses Drucksensors 45 kann der im Inneren
12 des Schmelzofens 10 herrschende Druck erfaßt werden,
wodurch der Steuereinrichtung 41 ein Parameter für den
Höhenstand des Schmelzespiegels 20 im Inneren 30 des
Steigrohres 3 zur Verfügung gestellt wird. Anhand dieses
Parameters kann dann der richtige Zeitpunkt für die Aus
lösung der Zuführung des Mittels 43′, 44′ festgelegt wer
den.
Fig. 2 der Zeichnung zeigt das Steigrohr 3 im Schnitt
gemäß der Linie II-II in Fig. 1. Hieraus wird ersicht
lich, daß das Steigrohr 3 einen kreisförmigen Quer
schnitt hat, wobei auch das Innere 30 des Steigrohres 3
kreisförmig ist. Bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausfüh
rungsbeispiel mündet der Zweigkanal 4 als einzelner Ka
nal in radialer Richtung in das Innere 30 des Steigroh
res 3. Weiter ist ersichtlich, daß der Zweigkanal 4
durch das Keramikrohr 40 gebildet ist, das bündig in
eine entsprechende Durchbrechung des Steigrohres 3
eingefügt ist und das im Inneren 30 des Steigrohres 3
bündig mit dessen innerer Oberfläche 30′ endet.
Fig. 3 der Zeichnung zeigt in gleicher Darstellungswei
se wie Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel, bei dem das
Steigrohr 3 die gleiche Form und Dimensionierung auf
weist wie bei dem Beispiel gemäß Fig. 2, wobei aber im
Unterschied zu dem vorher beschriebenen Beispiel der
Zweigkanal 4 in einer tangentialen Richtung in das Inne
re 30 des Steigrohres 3 mündet. Auch hier ist der Zweig
kanal 4 wieder durch das Keramikrohr 40 gebildet, dessen
steigrohrseitiges Ende entsprechend der tangentialen Ein
mündungsrichtung gerundet ist und auch hier bündig mit
der inneren Oberfläche 30′ des Steigrohres 3 abschließt.
Durch die tangentiale Einmündungsrichtung des Zweigka
nals 4 wird eine rotierende Strömung des durch den Zweig
kanal 4 zugeförderten Mittels bewirkt, die für dessen
gleichmäßige Verteilung im Inneren 30 und entlang der
inneren Oberfläche 30′ des Steigrohres 3 sorgt.
Fig. 4 der Zeichnung zeigt schließlich als letztes Aus
führungsbeispiel ein Steigrohr 3 mit zwei Zweigkanälen
4, wobei diese unter einem Winkel von etwa 90° zueinan
der verlaufen und zusätzlich eine Neigung von etwa 30°
zur Radialrichtung aufweisen. Bei gleichzeitiger Zuför
derung des Mittels durch beide Zweigkanäle 4 stoßen die
beiden Mittelströmungen in dem in Fig. 4 oberen Teil
des Inneren 30 des Steigrohres 3 zusammen, wodurch die
beiden Teilströme zu einem gemeinsamen Strom zusammenge
führt und zur Mitte und nach unten hin umgelenkt werden.
Die geometrischen Begriffe "oben" und "unten" beziehen
sich hier lediglich auf die zeichnerische Darstellung in
Fig. 4; in der Realität läuft das Steigrohr 3 in einer
vertikalen Richtung, so daß sich die beschriebenen Strö
mungsverläufe im wesentlichen in einer horizontalen Ebe
ne abspielen. Auch bei der Gestaltung des Steigrohres 3
mit den Zweigkanälen 4 gemäß Fig. 4 ergibt sich eine
besonders gute Verwirbelung und Verteilung der durch die
Zweigkanäle 4 zugeförderten Mittel im Inneren 30 und ent
lang der inneren Oberfläche 30′ des Steigrohres 3.
Claims (14)
1. Verfahren zum Betreiben einer Niederdruckmetallgieß
vorrichtung, insbesondere für Messing oder Kupfer,
wobei in einem geschlossenen Schmelzofen (10) eine
Metallschmelze (2) vorgehalten wird, wobei durch min
destens ein in die Schmelze (2) eintauchendes und
nach oben aus dem Ofen (10) herausgeführtes Steig
rohr (3) mittels Druckerhöhung im Ofeninneren (12)
eine an das obere Ende (31) des Steigrohres (3) ange
setzte Formkokille (5) mit Metallschmelze (2) füll
bar ist und wobei nach dem Erstarren der in die Form
kokille (5) geförderten Metallschmelze (2) der
Schmelzespiegel (20) im Steigrohr (3) durch Druckver
minderung im Ofen (10) wieder abgesenkt, die gefüll
te Formkokille (5) vom Steigrohr (3) entfernt und
eine neue, leere Formkokille (5) an das Steigrohr
(3) angesetzt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei absinkendem oder abgesenktem Schmelzespiegel
(20) im Steigrohr (3) ein den oberhalb des Schmelze
spiegels (20) im Steigrohr (3) befindlichen Luft
sauerstoff bindendes und/oder verdrängendes fluides
Mittel (43′, 44′) in das Innere (30) des oberen
Teils (31) des Steigrohres (3) gefördert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Mittel (43′, 44′) ein bei Kontakt mit dem
Luftsauerstoff oxidierendes Gas und/oder Pulver ver
wendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Mittel (43′, 44′) ein inertes Gas verwendet
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Mittel (43′, 44′) ein Gemisch aus einem bei
Kontakt mit dem Luftsauerstoff oxidierenden Gas und/
oder Pulver und einem inerten Gas verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (43′, 44′) in
zeitlicher Abhängigkeit von dem im Inneren (12) des
Schmelzofens (10) herrschenden Druck in das Steig
rohr (3) gefördert wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (43′, 44′) in
Abhängigkeit von dem durch das Absenken des Schmelze
spiegels (20) im Steigrohr (3) frei werdenden Volu
men dosiert und zugefördert wird.
7. Niederdruckmetallgießvorrichtung, insbesondere für
Messing oder Kupfer, mit einem geschlossenen Schmelz
ofen (10) zur Vorhaltung einer Metallschmelze (2),
mit mindestens einem in die Schmelze (2) eintauchen
den und nach oben aus dem Ofen (10) herausgeführten
Steigrohr (3), mit mindestens einer an das obere En
de des Steigrohres (3) ansetzbaren Formkokille (5)
und mit Mitteln zur gezielten Erhöhung und Absenkung
des Druckes im Ofen (10) zwecks Befüllung der Formko
kille (5) und anschließender Absenkung des Schmelze
spiegels (20) im Steigrohr (3),
dadurch gekennzeichnet,
daß das Steigrohr (3) in seinem oberen Teil (31) mit
mindestens einem Zweigkanal (4) ausgebildet ist und
daß durch diesen Zweigkanal (4) bei absinkendem oder
abgesenktem Schmelzespiegel (20) im Steigrohr (3)
ein den oberhalb des Schmelzespiegels (20) im Steig
rohr (3) befindlichen Luftsauerstoff bindendes und/
oder verdrängendes fluides Mittel (43′, 44′) in den
oberen Teil (31) des Steigrohres (3) förderbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zweigkanal (4) durch ein hitzebeständiges Me
tall- oder Keramikrohr (40) gebildet ist, das von
der Seite her in das Steigrohr (3) einmündet.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß über den Umfang des Steigrohres (3)
verteilt mehrere Zweigkanäle (4) vorgesehen sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Zweigkanäle (4)
übereinander vorgesehen sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß an den Zweigkanälen (4)
Heizeinrichtungen (32) angeordnet sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß dem Zweigkanal/den Zweig
kanälen (4) mindestens eine Zufördereinrichtung mit
wenigstens einem Vorratsbehälter (43, 44) und einer
Dosiereinrichtung (42) für das fluide Mittel (43′,
44′) zugeordnet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeich
net, daß die Zufördereinrichtung und/oder die Dosier
einrichtung (42) durch eine übergeordnete Steuerein
richtung (41) steuerbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeich
net, daß die Steuereinrichtung (41) mit Mitteln (45)
zur Erfassung des Druckes im Inneren (12) des
Schmelzofens (10) verbunden ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934332760 DE4332760A1 (de) | 1993-09-25 | 1993-09-25 | Verfahren zum Betreiben einer Niederdruckmetallgießvorrichtung und Niederdruckmetallgießvorrichtung dafür |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934332760 DE4332760A1 (de) | 1993-09-25 | 1993-09-25 | Verfahren zum Betreiben einer Niederdruckmetallgießvorrichtung und Niederdruckmetallgießvorrichtung dafür |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4332760A1 true DE4332760A1 (de) | 1995-03-30 |
Family
ID=6498675
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934332760 Withdrawn DE4332760A1 (de) | 1993-09-25 | 1993-09-25 | Verfahren zum Betreiben einer Niederdruckmetallgießvorrichtung und Niederdruckmetallgießvorrichtung dafür |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4332760A1 (de) |
Cited By (6)
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-
1993
- 1993-09-25 DE DE19934332760 patent/DE4332760A1/de not_active Withdrawn
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